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lin Berg der Überraschungen
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Michel Ziegenhagen , Lausanne
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Erster Angriff
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Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
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Für uns beide war es die zweite alpinistische Saison .
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Wir hatten uns diesem Sport fast gleichzeitig und spät , lange nach dem dreissigsten Lebensjahr , zugewandt , um die schlimmen psychosomati-schen Folgen einer allzu sesshaften Lebensweise erfolgreich zu bekämpfen .
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Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
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Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
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Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
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Glücklich sind die Ahnungslosen !
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Es gibt Gipfel , die sich beim ersten Versuch ohne Widerstand besteigen lassen , als hätten sie von vornherein ihr Einverständnis erklärt .
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Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ;
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es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
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Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
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Ein solcher Gipfel war für mich das Nadelhorn .
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Doch wenn ich das Gebirge schon personifiziert habe , wie es jeder , der sich oft an ihm misst , unweigerlich tut , will ich doch schleunigst erklären , dass die wichtigste Ursache der schlimmen Ereignisse , die berichtet werden , im menschlichen Verhalten zu suchen ist .
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Die folgenden Zeilen werden das deutlich zeigen .
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In jenem Frühjahr 1970 war also das Nadelhorn unausweichlich zu unserm nächsten ( Opfer ) auserkoren .
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Es liess uns allerdings rasch wissen , dass es unseren Plänen nicht zustimmte .
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Kurz vor der Tour musste ich aus einem zwingenden Grund , der mir nicht im Gedächtnis geblieben ist , absagen .
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Es hätte aber mehr gebraucht , um André zu entmutigen , der mit seiner unermüdlichen Unternehmungslust in einem andern Kollegen einen Gefährten fand .
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Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
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Am nächsten Tag ereignete sich während der Tour ein äusserst seltener doppelter Zwischenfall .
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Beim Aufstieg versank der Kollege , der auf dem Riedgletscher voranging , plötzlich , mit den Ski an den Fussen , zur Hälfte in einer Spalte .
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Es gelang ihm , sich zu befreien .
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Den Schrecken kann man sich vorstellen .
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Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
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Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
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Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
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Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
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Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
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Wenn ich mir diese abschätzige Bewertung der Passage erlaube , dann , weil ich mehrfach aus geringerer Höhe gestürzt bin ( von einem dieser Stürze wird später noch die Rede sein ) - ohne einen Pendel ( in diesem Fall freiwillig ) in gleicher Grössenordnung zu erwähnen - , das Ganze mit unbedeutenden Schrammen .
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Glück ?
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Sicherlich .
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Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
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Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
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Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
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Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
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Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
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Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
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Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
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Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag .
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Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
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Traditionsgemäss setzt L'Arole ( ein kleiner Genfer Club von Bergsteigern ) ihren grossen Jahresausflug auf diesen Zeitpunkt fest ;
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ebenso halten es andere Genfer Clubs .
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Auf diese Weise brachte mich der Genfer Bettag des Jahres 1971 unter tragikomischen Umständen zum Nadelhorn .
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Als Zentrum unserer Unternehmen war Saas Fee ausgewählt worden .
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Das ( Basislager ) befand sich in einem sympathischen familiären Hotel , das von einem jener Supersaxo geführt wurde , die als Bergführer oder als meisterhafte Skifahrer den Ruhm dieses Namens begründet haben .
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Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
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Vielleicht durch den zu dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Besucherstrom überrascht , machte sich auch der Hüttenwart auf , marschierte in gutem Tempo und überholte uns mühelos .
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Wir rechneten darum damit , das notwendige Bier für unsern wachsenden Durst zu erhalten .
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Wie gross war unser Kummer , als wir feststellen mussten , dass uns das kostbare Nass , das an den andern Tischen in Strömen floss , ohne Erklärung oder sichtbaren Grund verweigert wurde .
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Beim Nachtessen spielte sich dasselbe mit dem Wein ab , der Hüttenwart behauptete sogar zu Unrecht , wir hätten unsere Bestellung nicht früh genug aufgegeben !
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Wir erhielten nur gerade das uns reglementarisch zustehende Wasser .
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Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
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Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten .
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Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge .
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Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
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Der Aufstieg verlief ereignislos , doch der Gipfel schien uns nicht bequem genug , wir verlegten darum den Picknickplatz zum Windjoch , das sich als sehr freundlich erwies , weil es seinen Namen an diesem Tag nicht verdiente .
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Wir sind also unter den Gipfelfelsen , steigen mit kleinen Schritten über Blankeisplatten ab .
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Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
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Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
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Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
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( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
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Eine eher scherzhafte Antwort ;
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ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte .
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Einen Augenblick später springt mein Fragesteller , im Glauben , er hätte ein Zeichen von mir erhalten , mit einem Satz über die Gratkante .
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Während er in die Südostwand stürzt , die hier bei einer Neigung von 45 Grad dreihundert Meter hoch ist und im oberen Teil gänzlich mit vereistem Schnee bedeckt , verschwindet er aus meinem Blickfeld .
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Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
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Paul spürt den Zug an seinem Seilstück , dreht sich unverzüglich um und stemmt sich auf seinen Pickel und die Steigeisen , als wolle er sich in den entgegengesetzten Hang stützen :
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reiner Reflex .
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Eine perfekte Verankerung , nichts rührt sich , und unser ( Experimentator ) zögert nicht , gut gesichert wieder aufzutauchen ;
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er scheint mit seiner gefährlichen Posse recht zufrieden .
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Wir hätten ihn mit Vorwürfen überhäufen sollen , waren aber viel zu froh , dass alles so gut abgelaufen war , und haben darum kaum daran gedacht .
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Übrigens hatte ich bis dahin nur einfache Abrutscher zu halten gehabt und war gar nicht böse , meine Ansichten auf diese Weise bestätigt zu sehen .
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Das Picknick am Das Nadelhorn vom Stecknadelhorn Vom Gipfel des Nadelhorns .
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Rechts der Dom .
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Im Hintergrund Rimpfischhorn und Monte Rosa Windjoch wurde eins der fröhlichsten , verschönt durch eine auf meinem kleinen Kocher bereitete Bouillon , eine Köstlichkeit , die uns der ( Waffenstillstand ) der Winde an diesem Tag zugestand .
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Zurück in der ( Höhle des Bären> .
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Was können wir von diesem übellaunigen Hüttenwart zur Stillung unseres Durstes anderes erbitten als Wasser ?
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<Das gibt es nicht .
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Ich öffne die Küche erst um 18.00 Uhrb Wir hätten jedoch gern geholfen .
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Er hat es so gewollt :
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Jetzt kommt es zum Gewaltstreich !
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Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
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Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
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( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
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- ( Einverstanden , aber wir wollen Wasser ! )
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Zögern .
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Wenn wir nur zwei wären , hätte er genug Kraft , um uns hinauszuwerfen .
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Aber bei fünf entschlossenen Burschen sollte man doch besser überlegen .
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( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
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Die Feuer werden gelöscht , die Aschenreste der Metatabletten ( Trockensprit ) fliegen in gräulichen Flocken davon .
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Während des Blick vom Gipfel des Ulrichshorns auf Nadelhorn , Stecknadelhorn und Höhberghorn Abends lässt sich der Zerberus zu dem Geständnis hinreissen :
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( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
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Wirklich !
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Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
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In einem solchen Fall fordert die Heilige Schrift , dass man verzeiht .
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Am nächsten Morgen dann eine fröhliche Abfahrt nach Saas in Gesellschaft eines Bergführers , eines gesprächigen Manns und Patrons der ersten Wirtschaft , auf die wir treffen .
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Er lässt uns unser Elend vergessen , indem er uns soviel Bier serviert , wie wir wollen .
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Danach rät man mir , wegen unseres Missgeschicks der hüttenbesitzenden Sektion ( dem Akademischen Alpenclub von Zürich ) zu schreiben und mich zu beklagen .
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Ich habe nichts unternommen ;
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es schien mir unpassend , die Gebirgsatmosphäre durch kleinliche Verwaltungsstreitigkeiten zu vergiften , die in der Ebene gerade noch hingehen mögen .
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Bald gewannen die guten Erinnerungen Oberhand über die schlechteren ;
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meine Faulheit besorgte den Rest .
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Die Zukunft sollte mir Recht geben .
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Die Drohung der Bergschründe :
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Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
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Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
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Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
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Ich plante - bescheidener - , als guten Abschluss der Saison 1977 den Nadelgrat zu begehen .
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Mich trieb dazu noch ein weiteres Anliegen :
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Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
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Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
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Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
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Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
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Mir lag daran anzukommen .
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Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
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Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
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Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
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Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen :
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Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
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Am Sonntagmorgen nahmen wir nach einem langen Umweg über den Riedgletscher den Nordosthang des Galenjochs in Angriff .
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Als derjenige , der die Tour vorgeschlagen hatte , führte ich die Seilschaft , und Jean-Luc hatte , obgleich er seit ganz kurzer Zeit Berg führerAspirant war , diese Ordnung stillschweigend akzeptiert .
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Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
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Misstrauisch tappe ich auf dem steilen Hang voran , prüfe die Schneehöhe dabei mit dem Pickel ;
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der harte Grund verschwindet immer mehr .
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Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
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Einen kurzen Augenblick lang verstehe ich nichts ;
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kein Gefühl zu stürzen , so wie man es in einem Lift spürt , der bei der Fahrt nach unten beschleunigt oder bei der Aufwärtsfahrt verlangsamt , wobei man meint , der Magen steige einem bis in den Hals .
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Ein Stoss von hinten , dann einer von vorn , und jetzt ist alles schwarz :
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Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
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Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
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Wir waren mit straffem Seil gegangen .
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Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
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Diese Folgerung hätte mich vor Entsetzen zu Eis erstarren lassen sollen .
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Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
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Einen Kameraden versinken zu sehen , hätte mir mein ganzes Innere zusammengezogen .
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Aber nichts dergleichen :
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Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
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Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
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Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
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Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
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Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
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Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
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Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
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Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ;
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wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
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Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
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Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
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Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
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Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
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Alles ist grau und unscharf .
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Mechanisch fahre ich mit einer Hand über meine Nase .
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Meine Brille ?
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Sie ist sieben oder acht Meter tiefer ( so viel bin auch ich gestürzt ) auf dem Grund des Bergschrundes verschwunden , in einem finstern und unergründlichen , zwischen Eis und Fels gähnenden Trichter .
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Mir ist als einziges Andenken an sie ein Kratzer auf der Nase geblieben .
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Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
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Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
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grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
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Hinaus , und schnell !
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Wo ist mein Pickel geblieben ?
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Er muss mir fortgerutscht sein .
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Unwahrscheinliches Glück :
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Er ist anderthalb Meter unter mir in einem Loch hängengeblieben .
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Ich recke die Arme , strecke die Hände aus , nichts nützt , mir fehlen mehrere Dezimeter .
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Ein Schrei :
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<Seil geben ! )
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Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
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Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
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Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
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Ein verzweifelter Entschluss :
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Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
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Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
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Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
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Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
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Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
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Der Stiel war mir einmal gebrochen .
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Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
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Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
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Zu meiner Linken zeigt eine unbestimmte , schräge und gekrümmte Rampe , in die ich Stufen und Griffe schlagen muss , die Ausstiegsmöglichkeit an .
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Der Überhang tritt betonter hervor .
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Jean-Luc wacht :
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Jedem Schritt folgt das Seil , stets straff gespannt .
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Nach einigen Metern dringt es , schräg zur Talseite hin , in den Schnee ein und hat eine lästige Neigung , mich gegen die Wand zu drängen .
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Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
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Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
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Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt .
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Mir tönt eine seiner prächtigen Bemerkungen entgegen :
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<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
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Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
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Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
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Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
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<Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
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Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
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Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
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Seilschaften in der Nordwand der Lenzspitze ( im Aufstieg zum Nadelhorn ) Ein letzter Blick :
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Das Seil hat von dem an der unteren Lippe des Bergschrunds zusammengewehten und aufgehäuften Schnee eine grosse Ecke abgeschnitten , so dass ich doppelt so tief stürzte .
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Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun .
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Ein Wunsch , der zur allgemeinen Erleichterung erhört wurde .
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Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
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In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
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Ihm schien die Sache einleuchtend ;
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er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet .
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Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
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Dieser Bursche musste ohne Seil die beiden Bergschründe des Windjochs und Gott weiss wieviele Spalten , die einem den Schauder einjagen können , passiert haben .
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Verrückt oder ahnungslos ?
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Ganz bestimmt ist das Gebirge eins der letzten Gebiete der Erde , wo ständig Wunder geschehen , aber sich darauf zu verlassen , wäre der Beweis einer sehr ungesunden Naivität .
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Und ich habe die Bergschründe für lächerliche Risse gehalten !
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Ein mühelos revidiertes Urteil .
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Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
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vollständig zerstört .
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Mit ihr verbrannte das Hüttenbuch voll der kostbaren Erinnerungen .
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Freunde von einst , wer wird euch jetzt aus der ewigen Nacht erstehen lassen ?
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Die hundertunderste der schönsten Touren Die Abdachung der Rieder Seite hatte also zwei zu null gesiegt , uns im Frühjahr und im Sommer zu Boden gezwungen .
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Verärgert hatte ich sie während einiger Jahre aus meinen Plänen gestrichen .
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Erst Anfang August 1986 bin ich mit drei Mitgliedern des sympathischen Skiclubs von Epalinges - alle erprobte Alpinisten - dorthin zurückgekehrt .
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Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
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Um alle Chancen auf unserer Seite zu haben und Abwechslung in das Vergnügen zu bringen , hatten wir geplant , das Galenjoch von rechts her , vom Pfad zur Bordierhütte aus , in Angriff zu nehmen .
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So wollten wir den Weg über den Riedgletscher vermeiden , dann den Grat und die steilsten , in dieser Jahreszeit vermutlich vereisten Schneepartien hinaufsteigen .
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Ein verdriesslicher Zwischenfall machte diesen schönen Plan zunichte :
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Einer von uns vieren wurde zurückgehalten und würde die Hütte erst sehr spät erreichen können .
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Es schien mir aber nicht klug , ihn die untere Zunge des Gletschers , eine nicht zu umgehende Passage auf dem Weg zur Hütte , allein und bei Nacht traversieren zu lassen .
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Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
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Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
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Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
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Es folgte eine Reihe angenehmer Überraschungen .
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Hinter der alten war eine neue Hütte gebaut worden ( ich hatte es vergessen ) , grösser und schöner .
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Die alte bot nun zusätzlichen Schlafraum , wahrscheinlich war sie auch das Winterlokal .
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Über dem Eingang ein Schutzdach , unter dem sich - zwar im Freien , doch vor schlechtem Wetter geschützt - bequem zehn Seilschaften bereit machen oder ihre Ausrüstung ablegen können ;
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dann eine reichlich mit Bänken ausgestattete Halle , ebenso mit Kästen , in denen Schuhe und Material in guter Ordnung unter Folgende Doppelseite :
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Balfrin ( links ) und Ulrichshorn vom Nadelhorn aus gebracht werden können , ein wirksames Mittel gegen Materialverwechslungen , wie es am frühen Morgen bei schlecht ausgeschlafenen Seilschaften passieren kann .
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Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
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bis jetzt hatte ich das nur in den BrentaDolomiten erlebt , wo die höchste Hütte nicht viel über 2500 Metern liegt .
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Als Essraum dient ein regelrechtes Panorama-Restaurant , in dem eifriges , liebenswürdiges Personal bedient .
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Ich muss hinzufügen , dass die Hütte an jenem Abend mehr als vollbesetzt war , wir wurden sogar zum Schlafen ins alte Gebäude geschickt .
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Das hatte den Vorteil , dass wir dort weniger gestört wurden .
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Und nun zum Hüttenwart :
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Es war wirklich derselbe wie 1971 , aber ich erkannte ihn nicht wieder .
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Ich schaute verstohlen durch den Schalter , durch den Bestellungen aufgegeben und das Essen gereicht wird , und sah , wie er friedlich seine Küchenmannschaft ( man könnte fast von einer Brigade sprechen ) leitete .
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Als der ( Grosskampf ) vorbei war , ging er vor die Hütte , um Luft zu schöpfen und mit einigen seiner Gäste zu plaudern , wie es irgendein anderer Wirt auch tun würde .
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Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
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Den brummenden Bären , der uns einst so schlecht behandelt hatte , gab es nur noch ganz unscharf und blass in der Erinnerung .
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Unser vierter Mann stiess mitten in der Nacht zu uns ;
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er hatte von Saas Fee her nur zwei Stunden gebraucht .
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Er verlor keine Spur seiner guten Laune , als sich herausstellte , dass der Rest an Trinkbarem , den ich für seinen Durst beiseite gebracht hatte , in der Kehle eines Skrupellosen verschwunden war .
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Obgleich die Nacht für ihn sehr kurz wurde , brachen wir doch mit dem Hauptharst auf , um als erste auf dem Gipfel des Nadelhorns zu sein und uns einen ordentlichen Imbiss zu leisten .
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( Die nächsten Stunden verliefen eindeutig weniger angenehm , es sei hier nur ganz allgemein darauf angespielt ! )
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Und nun der Nadelgrat !
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In unserer Hast , die Gipfelfelsen hinunterzusteigen , verpassen wir die kurze Traverse , die auf die Gratkante führt ;
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ein erster falscher Weg , weil ich einen Augenblick nicht aufmerksam war .
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Wieder aufsteigen ?
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Das kommt nicht in Frage , das hiesse , den Irrtum öffentlich zuzugeben , und ausserdem scheint sich eine Seilschaft in der richtigen Passage auch nicht wohler zu fühlen .
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Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
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Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
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Wer hat wohl in dem stumpfen Gipfel ■# * des Stecknadelhorns eine Stecknadel gesehen und dem Berg diesen komischen Namen gegeben ?
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Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ?
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Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
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Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis .
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Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
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Auf uns warten aber noch ernsthaftere Aufgaben .
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Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
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Folgen wir der Route nicht genau genug ?
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Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
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Aufgrund der vorherigen Erfahrung nehmen wir den Grat , der darauf zum Hohbergjoch abfällt , ohne Steigeisen in Angriff .
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Eine etwas heikle Seillänge auf nicht verfestigtem Schnee , immer noch über Eis , veranlasst uns , reuig wieder die Steigeisen hervorzuholen .
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Liebenswürdige Scherzbolde versichern uns gleich darauf , dass sie zu gar nichts gut sein werden .
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Diese falschen Prediger !
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Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
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Zum Glück bewirkt der Abstieg zum Dürrenjoch ein Wiedererwachen des Interesses :
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Eine Seillänge ist zu sichern , wobei man sich auf schlecht mit dem Untergrund verbundenen Platten möglichst leicht machen muss ;
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nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
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Vom Pass senkt sich ein steiles verschneites Couloir zum Riedgletscher .
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Mir scheint , meine Gefährten schauen begehrlich dorthin , rechnen sich eine Abkürzung aus , werden jedoch alsbald durch kleine , von der Wärme des Nachmittags ausgelöste Aussicht vom Gipfel des Nadelhorns :
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Stecknadelhorn , Höhberghorn und Dürrenhorn Rutsche abgeschreckt :
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Das Programm wird nicht gestutzt .
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Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
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Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
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Grosse Verblüffung , als wir dort ankommen :
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Die Kollegen haben - ungeduldig abzusteigen und dank der ausschliesslichen Lektüre der Cent plus belles courses des Alpes valaisannes schlecht informiert - den zum Galenjoch führenden Grat verpasst und sind einen riesigen Geröllhang , dessen unteres Ende nicht abzusehen ist , hinuntergestiegen .
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Alles Rufen nützt nichts :
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Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
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Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
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Heute sind die Götter mit uns :
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Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
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Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
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Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
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Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
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Die Freunde wollen greifbarere Beweise , die Karte liefert sie ihnen reichlich .
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Während eines stärkenden Imbisses an einem Bach , wo wir die Feldflaschen wieder auffüllen können , beschliessen wir :
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Es geht zum Galenjoch :
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Eine Halde mit verfestigtem Geröll sollte , selbst wenn sie steil ist , keine Schwierigkeiten bereiten , und das bestätigt sich schon bei den ersten Schritten .
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Das Vergnügen der Tour neigt sich seinem Ende entgegen , darum - und weil ich wieder zu Atem kommen möchte , der mir durch die Müdigkeit etwas knapp geworden ist - habe ich begonnen , ein wenig zu bummeln und die Blümchen auf der Moräne zu bewundern , die sich bemühen , diesen tristen Ort etwas aufzuheitern .
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