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Wv
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ss Wändli
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- Weg der Erinnerungen
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Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
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Der Gr .
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Mythen von Süden , links die konkave Westwand , die Mythenmatt und der Gipfelaufbau
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141
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Harmonie
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Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
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Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
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Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
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Aber , o weh :
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Knackende Zweige , knirschender Splitt und fallende Steine künden den äsenden Gemsen am heutigen , frischen Morgen das Nahen der Menschen .
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Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
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<Seht euch von , beginne ich mit prophetischer Gebärde , <wir stehen hier vor der schwierigsten Stelle der Kletterei , der Einstiegsplatte , die schon manchen Mythenkletterer in Angst und Schrecken versetzt hat . )
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Visionen tauchen in mir auf :
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verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
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<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
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Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
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Hurtig klinkt Ruedi den Schraubkarabiner in die Lasche des Standhakens , dieweil seine Angetraute mit abgedrehter Hand das Partieseil in den blanken Metallkreis legt .
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<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
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Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
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<Es ist schon beglückend , mit einer bestimmten Kletterstelle , mit einem Berg auf du und du zu stehen ) , denke ich mir dabei , und wie ich zehn Meter höher in einer Nische meine Seilgefährten nachsichere , wandert mein Blick zu einem rundgeschliffenen Loch im Randbereich des Plattenschildes hinüber , von dem ich weiss , dass es einer leider noch nicht blühenden Feuerlilie Gastrecht gewährt .
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Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
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Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
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Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten .
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Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
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So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
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Am Fuss des <Altarsteins> malte ich noch das Kreuz hin :
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die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
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Denn zu jener Zeit , in den Kriegsjahren , so hat mir mein Freund schon oft versichert , sei es meist recht schwierig gewesen , im Wald Fallholz zu fin den , so dass er sich mit beträchtlichem Risiko sogar an Legföhren und Krüppeltannchen herangemacht habe , die , an Felssätze und Nossen geklammert , klagend ihre toten Arme von sich gestreckt hätten .
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Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
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Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
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In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
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Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
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Gibt es nicht Tage , an denen man als Bergsteiger von einem grenzenlosen Misstrauen erfüllt ist , an denen man keinem Griff mehr traut und dauernd den Boden unter den Fussen zu verlieren glaubt ?
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Heute geht es recht gut .
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Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
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Mächtig wölbt sich die Wand über mir auf :
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Hier ist kein Durchkommen mehr für Genusskletterer !
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Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
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Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
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Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
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Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
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die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
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Und weil mich meine Erinnerungen an den unbequemen Schuhwechsel mit stillem Vergnügen zum Genfer Alpinisten Félix Genecand ( 1878-1957 ) hinzuführen pflegen .
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Genecand war nämlich der Erfinder des Tricouninagels !
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Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
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Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete .
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Und dann die Bergsteiger !
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Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
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Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
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Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
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Man fühlte sich bärenstark in diesem Schuhwerk .
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Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
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Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
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Am gefrässigsten aber zeigten sie sich auf schlüpfrigen Erdtritten und im steilen Gras .
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Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
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<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
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Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
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<Weil ich innerlich soeben das Rad der Zeit etwas zurückgedreht und in Route 13 , am Geissstock , unsern unvergesslichen Altmeister Kari habe stehen sehen .
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Eben befand er sich unter einem kleinen Aufschwung , die starken Beine ins Erdreich gestemmt , den Kopf unter ein Grasbüschel gedrückt .
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Und wisst ihr , warum ?
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Weil sich ihm Gemsen über den Kopf hinwegsetzten und dabei einen Hagel feuchter Erdklumpen auf seinen alten Filzhut prasseln liessen .
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Unvorstellbar , nicht wahr , dass einem heutigen Spitzenkletterer ( auch Kari war einer ! )
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Gemsen über den Kopf hinwegspringen würden .
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Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
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Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
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Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
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Seltsam , der Weg über das Wyss Wändli am Grossen Mythen :
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für die Schuhe vielfach eine Gras und Erdroute , für die Hände eine Felskletterei .
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An Griffen fehlt es hier tatsächlich nicht :
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schöne , scharfkantige Leisten , Henkelgriffe , schmale horizontale Spalten , Nocken ...
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Sie alle bieten den suchenden Fingern zuverlässigen , sympathischen Halt .
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<Salü , alter Geselle ! )
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lacht mein Herz dem kleinen Ahornbaum am Fuss der Rinne entgegen , die dem Mittelteil der Route das Gepräge gibt .
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( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
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Einst haben wir mit starker Hand an dir gerüttelt und eine ebenso feste Antwort erhalten .
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Dann pflegten wir das Seil um deinen Stamm zu legen und vertrauensvoll den Seilgefährten nachzusichern .
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Aber heute ?
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Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
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Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
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Und plötzlich gewahre ich Menschen , die geschäftig zum Fuss unserer Wandflucht hinaufkrabbeln .
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Einer von ihnen muss Wisel sein .
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Dies erinnert mich erneut an Félix Genecand , habe ich diesem welschen Bergsteiger doch nicht nur als Erfinder ein Denkmal gesetzt ( warum sollte Genecand nicht in der Zentralschweiz eine bescheidene Erinnerungsstätte haben , wenn es in Genf doch auch eine <rue Guillaume-Tell> gibt ! ) , sondern auch als Menschen .
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In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
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Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
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Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
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Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
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So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
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( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
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Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
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Ich stand an dieser ausgesetzten Stelle eine furchtbare Angst aus .
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Unbeeindruckt von meinem Gejammer liess sich Thedy oben , am Standplatz , nur mit einem belustigten Lachen vernehmen .
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Er glaubte an mich , mehr als ich selbst , und rief mir , über die Weite und Tiefe hinweg , dann doch noch einige Anweisungen zu .
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,Du musst nur ...
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' Ja , ja :
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Du musst nur !
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Rasch gesagt , aber in diesen vertrackten Quergängen , mit <Drei Generationen ) :
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Der oberste Schuh verfügt über einen sog. Berner-Oberländer-Führer-Beschlag ( mit speziellen handgeschmiedeten , hohen Nägeln , die einen scharfgriffigen Kranz bilden ) .
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Der mittlere Schuh ist mit Tricouni ausgerü- stet .
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Der unterste Schuh hat eine Gummisohle .
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( Alle drei Schuhe befinden sich im Alpinen Museum in Bern . )
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der Gefahr eines unfreiwilligen Pendlers vor Augen , ist auch der Seilzweite ein einsamer Mann .
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Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
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Nie mehr !
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Franzi , das unvergessene Skiidol unseres östlichen Nachbarlandes , hat einmal nach einigen verpfuschten Wintern einem Radioreporter erklärt , er wisse nicht , ob er jemals wieder die ,absolute Brutalität ' erlangen werde , die nötig sei , um ein Abfahrtsrennen zu gewinnen .
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Genau sie ist es eben , meine Lieben , die ,absolute Brutalität ' , die mir leider für diese und andere Routen fehlt ! )
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Lachen tut gut !
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Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
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die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind .
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Geladene Gäste haben gut lachen !
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Ein Jauchzer , hoch über der schräg ansteigenden , zerfransten Kante der Mythenmatt , erinnert uns daran , dass heute alle Zweibeiner , auch die gefiederten , zum Festmahl und zur Gedenkstunde eingeladen sind .
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Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
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Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit :
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Es heisst sich sputen !
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Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
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Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns .
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Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
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Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
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Aber ausgerechnet jetzt muss der Nebel aus dem Abgrund steigen .
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<lhr müsst hier ausgiebig in die Tiefe schauen ! )
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hätte ich ihnen angeraten , wie ich es vor Jahren Seffi empfohlen habe .
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Aber Seffi war ein Dickkopf !
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An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
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( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
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hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
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Am Tag des grossen Ereignisses hatte er mir auf Das Gesims über den Einstiegsseillängen , auf dem wir in früheren Jahren jeweils die Schuhe gewechselt haben .
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Deutlich beginnt sich das System von Grasrinnen und Bändern abzuzeichnen , dem die Wyss-Wändli-Route am Gr .
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Mythen folgt .
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dem Weg zum Einstieg die Namen der Bäume und Sträucher genannt , mit dem Schuh Pferdeäpfel aus dem Weg geschoben , verirrte Weinbergschnecken ins taufrische Gras gesetzt .
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Ein Naturfreund , aber kein Freund von Tiefblicken , denn mein Ansinnen hatte er entrüstet vom Tisch gewischt .
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<Hinunterschauen , nie !
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Ein alter Wildheuer aus den Muotathaler-bergen hat mir einmal gesagt , man solle nur nie in die Tiefe schauen , dann könne einem nichts passieren ! )
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An diesen Ratschlag hat er sich an diesem nebelfreien , durchsichtigen Herbsttag gehalten .
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Und in der Tat :
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Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
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Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
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Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge !
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Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
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<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! )
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würde ich antworten .
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Nah und doch recht weit entfernt ist meine Liebeser- Die MythenWestwand aus der Froschperspektive :
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Die Wyss-Wändli-Route folgt dem auffälligen System von Rinnen , Bändern und Felsköpfen , das die Wand von links unten nach rechts oben durchzieht .
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Die Einstiegsplatte , schwierigste Stelle der Wyss-Wändli-Route .
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Nicht zur besonderen Freude der Kletterer pflegt - nach längeren Regenfällen - Wasser aus den Löchern und Rissen der Wand zu quellen .
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klärung von derjenigen eines Kameraden , der mich , vor Jahrzehnten , genau an dieser Stelle mit einem Mädchen , meiner Zukünftigen , auftauchen gesehen hatte .
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Verdutzt und etwas spöttisch hatte der Besagte aufgelacht , mit der flachen Hand über sich den senkrechten Fels des Wyss Nollen getätschelt und uns übermütig zugerufen :
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( Dies hier ist halt meine Braut ! )
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Der Mann , von dem die Rede ist , hiess Franz , doch war es nicht der Franz vom ( Altar-stein> und selbstverständlich auch nicht der Franzi aus dem Land des Kaiserschmarrens , sondern der Franz , dem in den kommenden Jahrzehnten Dutzende von Erstbegehungen gelingen sollten und der sich - zu seiner Ehrenrettung sei es verraten - später auch noch eine fleischliche Braut angelacht hat .
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Mit ihm hatte ich einige Jahre zuvor kiloweise technisches Material in der Bergwelt spazieren geführt , was uns am Ufer des Wägitalersees einmal sogar polizeilich bestätigt wurde .
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Zwei Hüter des Gesetzes mussten dort in uns , aufgrund des mitleiderregenden Zustandes unserer Hände , die klassischen Blumenräuber gerochen haben .
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Jedenfalls wurden wir von ihnen höflich aufgefordert , die Rucksäcke zu öffnen .
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Doch nachdem sie einige Zeit darin gewühlt , der eine in Franzens , der andere in meinem Sack , hatten sie unter ihren Dächli-mützen hervor einen vielsagenden Blick ausgetauscht und dann ganz offensichtlich enttäuscht , für jedermann deutlich hörbar , zu Protokoll gegeben :
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( Die haben ja nichts als Eisen bei sich ! )
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Das Eisen , unsere schweren Haken und Karabiner ( man wusste damals noch nichts von legiertem Bergsteigermaterial ) , pflegte Franz vorwiegend in die Ritzen unserer Felstürme Peter und Paul am Kleinen Mythen einzutreiben , während ich , getreu einer in Paris bei einem Bouquinisten am Ufer der Seine preisgünstig erstandenen Anleitung , die Seilstränge bediente .
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Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
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So hing denn unser ganzes Kletterglück von der dünnen Broschüre aus der Grossstadt ab , deren Titel La technique de la varappe artificielle oder ähnlich lautete .
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Er hätte ebensogut ( Die Technik des Mehlsack-hissens> heissen können , denn die ( Methode ) verurteilte den Seilführer zu einer Haltung , die statisch nur geringfügig von derjenigen eben eines Mehlsackes abwich .
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Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
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Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
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Mythenmatt ( Hier muss es Pfefferminz geben ) , stellt Susi bei den Karrenfeldern am Rand der Mythenmatt fest .
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Beim Namen Seidelbast hätte ich aufgemerkt .
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Seidelbast ist für mich gleichbedeutend mit Bergfrühling , Wiedererwachen der alten Kletterleidenschaft , Aufbruch .
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Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
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Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
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Nun , dass es so weit von den Teestuben entfernt nach Pfefferminz duftet , scheint mir trotzdem recht erstaunlich , so bemerkenswert wie die Tatsache , dass in frühern Jahrzehnten Schafe an diesem Kraut gerochen haben .
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Die Mythenmatt-jene auffällige , schiefe Grasfläche unter dem rötlichen Gipfelkopf-wurde früher tatsächlich nicht nur von Gemsen beweidet .
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Darüber zu rätseln , auf welchem Weg die Schafe hier hinaufgelangten , ist erlaubt .
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Jedenfalls muss Schafhirt Kälin , wie seine eventuellen Vorgänger , gute Schuhe getragen haben , wahrscheinlich solche mitTricounibe-schlag .
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Wie es auch sei , es geht auch mit Gummischuhen , heutzutage , allen Unkenrufen der Nachkriegszeit zum Trotz .
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( Eure Gummisohlen mögen ja recht und gut sein , aber wenn euch einmal auf der Mythenmatt ein Regenschauer überrascht , dann möchte ich euch sehen ... nasses Gras und Gummi , das wirkt doch wie Schmierseife .
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Dann werdet ihr wie eingesalbte Ölgötzen in die Tiefe fahren ! )
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Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
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Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
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Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
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Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
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Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
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Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
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Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
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Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
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Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
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Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
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Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
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Erhebend , später , der Augenblick , in dem der Präsident sein Manuskript hervorkramt und seinen Mund öffnet .
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Doch genau in dieser Sekunde werden Bild und Ton von einem dichten Nebelschwaden verschluckt .
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Ein , zwei Minuten nur - die Zeit für einige Schlückchen - , dann ist der Spuk vorbei , und ich sehe mich zu meinem grossen Erstaunen ( Wirklichkeit oder Halluzination ? )
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von einer Runde netter Kerle in goldbetressten Uniformen umringt .
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Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
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Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
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Es sind die Gründer des Vereins , die Männer , die mit ihrer Begeisterung und ihrem Geldbeutel den Berg für den Wanderer erschlossen haben , die Concierges des Mythenwegs , die ich bis heute nur aus der Jubiläumsschrift gekannt habe .
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Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
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Ich hab's ja immer gesagt :
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Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
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Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein :
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Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
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Mythen .
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Reference in New Issue
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