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Himalaya-Chronik 1956
MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
Mit 3 Bildern
In letzter Zeit sind die Höhenzahlen der grossen Himalaya-Berge in Fluss gekommen , was zu einem argen Durcheinander führte .
Wie ist eine derartige Unsicherheit selbst bei den berühmtesten , seit hundert Jahren bekannten und oft vermessenen Bergen zu erklären ?
Es sind vor allem drei Fehlerquellen , die heute anders bewertet werden als früher :
die Grosse der Lichtbrechung , die zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten stark wechselt , die Schwere-Ablenkung durch die Massenanziehung des Himalaya und die Geoid-Korrekturen .
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Für Chomo-Lungma ( Mount Everest ) ergaben sechs Berechnungen aus den Jahren 1849 und 1850 einen Mittelwert von 8839,8 m , sechs Berechnungen aus den Jahren 1881-1902 lieferten ein Mittel von 8882,2 m. Auch diese Zahl wurde als noch zu niedrig angezweifelt , und die ( nicht amtlichen ) Schätzungen gingen bis über 8900 m hinaus .
Die neue offizielle Kote , die 1955 ausgegeben wurde , ist jedoch nur 8847,60 oder abgerundet 8848 m. Das ist also die Zahl , an die man sich nunmehr zu halten hat .
Für den Kangchendzönga wurde bisher nur bekannt , dass die alte Höhenzahl von 8579 m um etwa 60 ft . = 18,29 m erhöht werden müsse , womit der dritthöchste Berg der Erde auf etwa 8597 m befördert wird .
Die neue offizielle Kote ist meines Wissens noch nicht publiziert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
Denn auch beim Makalu wird die seit einem Jahrhundert gültige Höhenzahl 8470 m jetzt aufgegeben ;
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Am schlimmsten ist es beim Cho Oyu , für den schon seit einiger Zeit zwei Höhenzahlen - 2 Die Alpen - 1957 - Les Alpes 17 8153 m und 8189 m - in Konkurrenz standen . Eine Neuberechnung ist anscheinend bisher noch nicht vorgenommen worden .
Dhaulagiri , der « Mont Blanc » des Himalaya , der einst als höchster Berg der Erde galt , wurde bisher mit 8172 oder 8167 m angegeben . Die neue Kote ist jedoch 8222 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Neuberechnung unter Berücksichtigung aller heute bekannten physikalischen Faktoren erfordert ziemlich viel Zeit .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
In unserem Überblick über die wichtigeren Expeditionen der jüngsten Vergangenheit beginnen wir wieder mit dem östlichsten Achttausender :
1. Vom Kangchendzönga ist bergsteigerisch nicht viel Neues zu melden .
Die grossartige Erstersteigung wurde ja bereits in unserer « Himalaya-Chronik 1955 » behandelt ( « Die Alpen » 1956 , Nr. 4 ) .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
2. Dasselbe gilt für den fünfthöchsten Berg der Erde , den formenschönen Makalu ( 8481 m ) .
Das hübsche Buch von Jean Franco ( « Makalu » , Grenoble-Paris : B.Arthaud ) , das jetzt auch in deutscher Fassung ( Zürich :
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Die Tektonik des nepalischen Hochgebirges entschleiert sich allmählich und ist tatsächlich so grandios , wie man es - schon rein gefühlsmässig - erwarten durfte .
3. Auf der Ostseite der Makalu-Gruppe hat sich der Arim-Fluss bis etwa 1200 m eingeschnitten , eines der grossartigsten Durchbruchstäler , die es auf der Erde gibt .
Schon 1930 habe ich darüber geschrieben :
« Der eigentliche Himalaya ist trotz seiner Höhe nicht Wasserscheide ;
diese wird vielmehr von weiter nördlich gelegenen , niedrigeren Höhenzügen gebildet .
Flüsse wie z.B. der Arun ( zwischen Makalu- und Kangchendzönga-Gruppe ) oder die Tista ( östlich des Kangchendzönga ) entspringen auf der Nordseite des Himalaya und haben sich in ungeheuren Schluchten südwärts durch den Gebirgswall durchgefressen .
Derartige Durchbruchstäler bloss durch rückschreitende Erosion zu erklären , ist nicht möglich .
Offenbar flössen diese Ströme bereits zum Indischen Ozean , als es noch keine himmelstürmende Great Himalaya Range gab , und sie hielten mit der Gebirgsaufwölbung Schritt .
Die Hebung einer südwärts gelegenen Zone zur Hauptkette erfolgte also so allmählich , dass die Flüsse sich im gleichen Tempo einschneiden und ihren alten Lauf im wesentlichen beibehalten konnten .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sein Sherpa war Da Temba ( Himalayan Club : Sherpa-Liste Nr.212 ) .
4. Die schweizerische Grossexpedition 1956 - von der SSAF sorgfältig vorbereitet und organisiert , von Albert Eggler mustergültig geleitet und von den Berner Bergsteigern in vorbildlicher Kameradschaft durchgeführt - wurde zu einer der erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte des Himalaya .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Um nicht Allbekanntes zu wiederholen , möge es hier genügen , auf einige der wichtigsten Publikationen hinzuweisen : Literatur :
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
Gipfel über den Wolken .
- « Berge der Welt » , Bd.XI ( 1956/57 ) , S. 161-177 .
Über den spektakulären bergsteigerischen Erfolgen wollen wir die wissenschaftliche Erforschung des Everest-Gebietes nicht vergessen :
1952 Augustin Lombard geologisch , Albert Zimmermann botanisch , 1952 und 1953 L. G. C.Pugh physiologisch , 1954 Helmut Heuberger geographisch , 1954 und 1955 Pierre Bordet und Michel Latreille sowie - unabhängig von den Franzosen arbeitend -Toni Hagen geologisch , 1955 Erwin Schneider kartographisch , 1956 Fritz Müller und Arthur Durst glaziologisch und meteorologisch .
Die Chomo-Lungma-Gruppe wird allmählich zum bestbekannten Gebiet des Himalaya .
5. Für den Winter 1956/57 ist eine australische Expedition unter der Führung von Peter C. Bryne angekündigt worden , die sich in Solo Khumbu ( wieder einmal ) auf die Yeti-Suche begeben will , d.h. auf die photographische « Schneemenschen»-Jagd ( vgl. auch 12. dieser Chronik ) .
Näheres ist bisher noch nicht bekannt geworden .
6. Über die schottische Frauenexpedition , die im Frühjahr 1955 nordöstlich von Kathmandu im Jugal Himal tätig war , wurde bereits in der letztjährigen Chronik ( « Die Alpen » 1956 , S. 81 ) kurz berichtet .
Monica Jackson and Elizabeth Stark , « Tents in the Clouds » ( London :
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
Die Expedition musste umkehren .
1955 hatte der Berg Ruhe , doch wurden offenbar die notwendigen diplomatischen Vorarbeiten geleistet .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
von dem Dorfe Sama ausgehend über den Manaslu-Gletscher , Naike-Col ( 5600 m ) und Nordsattel ( 7100 m ) zum Plateaugletscher , ein nicht schwieriger , aber sehr langer Weg , der neun Lager erfordert hatte . Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Nach den bisherigen Messungen hat der Manaslu auf den Meter genau die gleiche Höhe wie der Nanga Parbat ( 8125 m ) ; beide stehen an der 8. und 9. Stelle der Rangliste .
Die Japaner haben mit einer wirklich bewunderungswürdigen Zähigkeit um diesen Berg gekämpft Auf die genauen Berichte und Bilder von ihrer erfolgreichen Expedition 1956 darf man gespannt sein .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
1953 die Expedition des AACZ , 1954 die erste argentinische Expedition , die bis etwa 7950 m vordrang und nur durch einen Wettersturz um den Gipfelsieg gebracht wurde , 1955 die schweizerisch-deutsche « Vegetarische Himalaya-Expedition » und 1956 die zweite argentinische Expedition .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Wenn die Pressemeldungen stimmen , wurde nur eine Höhe von etwa 7200 m erreicht .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
In West-Nepal arbeitet seit Herbst 1956 Dr. Toni Hagen .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
12. In das Chandra-Tal entwässert auch das im südlichen Lahul gelegene Kulti-Gletscherbecken , wo 1955 eine Expedition der Royal Air Force Mountaineering Association unter Leitung von Captain A.J.M.Smyth arbeitete ( s. « Die Alpen » 1956 , S.85 oben ) .
Darüber ist kürzlich ein höchst interessanter Bericht von Squadron Leader L.W.Davies veröffentlicht worden ( « Alpine Journal » No . 293 , Nov .
Ich bringe daraus - in Übersetzung - ein paar Ausschnitte :
« ... wir gelangten zu drei grossen Fusstapfen an der Kante einer Schneeinsel inmitten des grossen Gletscherbaches zu unserer Rechten .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt . Darum sahen wir uns nun gut um , wo das Tier in das Wasser hineingegangen war .
Bald war die Stelle gefunden : etwa hundert Schritt flussaufwärts .
Von dort aus folgten wir der Spur rückwärts , also auf der steilen westlichen Talseite und in der Richtung , aus der das Tier gekommen war .
Wir gingen parallel zu der Fährte , ohne sie etwa zu kreuzen . Das Tier war aufrecht gehend in der Fall-Linie heruntergekommen ;
wo es dafür zu steil wurde , war es auf seinem Hinterteil heruntergerutscht . Sorgfältige Prüfung zeigte , dass es bei dieser sitzenden Abfahrt die Hände benützt hatte , manchmal zum Bremsen , manchmal um nachzuhelfen .
Der Abstand zwischen linken und rechten Handspuren war etwa drei Schritt .
Nachdem wir die Grosse der Fusstapfen ausgemessen hatten , gingen wir flussaufwärts bis zu einer Schneebrücke und dann am jenseitigen Ufer wieder zurück bis zu der Stelle , wo wir die Fährte zuerst entdeckt hatten .
Hier war das Wasser etwa 1 ½ m tief , die starke Strömung hatte den Uferrand unterhöhlt - trotzdem konnten wir keine Spur von Vorderpfoten oder Händen sehen .
Was es auch war - dieses Wesen , das hier gegangen war , muss ausserordentlich gross gewesen sein , denn es war aus dem tiefen Wasser heraus einfach auf den Rand der Insel getreten .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Jetzt änderte sich diese Haltung gänzlich .
,Zarur Sahib , yeh balu nay hai ' , rief er aus . ( ,Das ist bestimmt kein Bär ! ' )
Gestern nachmittag hatte er mir bei meinen photographischen Arbeiten 300 Schritt talaufwärts geholfen .
Wir konnten nun feststellen , dass unsere Fusstapfen sich seitdem nur um etwa 3 mm rund herum vergrössert hatten .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden . Obendrein hatten wir dieses Gebiet am vorhergehenden Tage etwa um 15.30 Uhr verlassen .
Wir wussten , dass dieses Geschöpf seitdem , zwischen dem 11. Juni 1955 , nachmittags , und dem 12. Juni , frühmorgens , das Tal gequert hatte .
Ein sorgfältiges Studium der Fusstapfen an der Kante der Insel zeigte deutlich , dass ,Es ' aus dem Fluss heraufgestiegen war , als der Schnee hart gefroren war , also in der Nacht oder am frühen Morgen .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
Jeder Fuss hatte fünf breite Zehen , und die grosse Zehe war besonders stark ausgebildet .
Der Fuss-eindruck hatte eine Länge von gut 30 cm und eine Breite von 20 cm und war an manchen Stellen etwa 28 cm tief , wo ich selbst kaum 4 cm einsank . Dabei wiege ich 89 kg , und ich machte meine Beobachtungen in der Mittagssonne .
Dieses tiefe Einsinken in hartem Schnee beweist , dass das Tier sehr schwer sein muss .
Stundenlang folgten wir den Spuren , was durch die vielen Schneeinseln und Gletscherbäche sehr erschwert wurde .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Nirgends hatte es sich auf allen Vieren bewegt .
Der Abstand von einer Fusstapfe zur anderen war fast doppelt so gross wie meine eigene Schrittlänge .
Schliesslich gaben wir die Jagd auf und kehrten zum Basislager zurück .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Swami Pranavananda hat kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben ( ,The abominable Snowman ' in ,The Alpine Journal ' , Nr. 292 , May 1956 , S. 110-117 ) in der offenbaren Absicht , der ,Yeti-Legende ' den Garaus zu machen .
Leider kann er nicht den Anspruch erheben , jemals eine derartige Spur gesehen und untersucht zu haben .
Er berichtet nur aus zweiter Hand , verschiedene Tibeter hätten bezeugt , dass Spuren , die anfänglich einem Yeti zugeschrieben wurden , sich dann als Fährten eines roten ( wir würden sagen :
braunen ) Bären herausgestellt hätten . Das ist natürlich nur ein Scheinargument .
Es ist doch sehr bedeutsam : Wann immer von einer neuen Art berichtet wurde - stets waren zahlreiche Sachverständige nur allzu bereit , feierlich zu bezeugen , dass so etwas nicht existieren könne .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Es dauerte noch so manches Jahr , bis Europa den Gorilla als Tatsache anerkannte .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Spezialisten haben die Existenz dieser unbekannten Lebewesen lange hartnäckig bestritten .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
In den weiten , unerforschten Gebieten des Himalaya hat die Fauna reichlich Gelegenheit , zu beobachten , ohne beobachtet zu werden .
Dass die meisten Yeti-Berichte von Einheimischen stammen , liegt zweifellos daran , dass diese eben dort leben und mehr Möglichkeiten haben , einem Yeti zu begegnen , als die Handvoll Europäer , die mit bergsteigerischer Zielsetzung kommen , obendrein meist in der warmen Jahreszeit , wenn die Schneegrenze hoch liegt und wenn es viel Futter gibt .
In dieser Hinsicht ist es sehr bemerkenswert , dass die Schneegrenze 1955 in Lahul ungewöhnlich weit herunter rückte . Wir mussten ja sogar unser ursprünglich vorgesehenes Forschungsgebiet , die Wasserscheide des Shigri Glacier , aufgeben und uns mit dem ( niedrigeren ) Kulti Himal begnügen .
Wladimir Tschernezky , der vielleicht als erster den Begriff ,Yeti ' wissenschaftlich untersucht hat , Verglich dieses geheimnisvolle Lebewesen mit dem jetzt ausgestorbenen Gigantopithecus .
Es sei vielleicht eher ein affenähnlicher Mensch als ein menschenähnlicher Affe .
Die ängstliche Scheu , welche die Einheimischen , insbesondere die Sherpas , gegenüber dem Yeti empfinden , sei eine Folge seiner Raublust und seiner Intelligenz .
Tschernezky bestätigte auch , dass unsere Kulti-Spuren eine sehr grosse Ähnlichkeit mit den früheren authentischen Berichten und Photographien aufwiesen ... » Soweit L.W.Davies , der mutige Fliegeroffizier , der den « Fluch der Lächerlichkeit » nicht gescheut hat .
Zwei gute , lehrreiche Photos ergänzen noch seine gewichtigen Ausführungen .
Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht , dass mit dem Schlachtruf « Bär ! » und mit ein paar spöttischen Bemerkungen das etwas unheimliche « Schneemenschen-Problem » nicht gelöst ist .
Vgl. auch Ralph Izzard : The Abominable Snowman Adventure ( London : Hodder & Stoughton 1955 ) .
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
Hervorragend gezeichnete Panoramen , hübsche Photos , eine sehr brauchbare Kammverlauf-Karte und eine Bibliographie von 55 Nummern tragen sehr wesentlich zur Kenntnis dieses bisher etwas stiefmütterlich behandelten Gebietes bei . Die Gipfelhöhen halten sich zwischen 5800 und 6300 m. Es sind also für Himalaya-Verhältnisse ziemlich bescheidene Berge , nicht überalpin , sondern bloss alpin , jedoch landschaftlich reizvoll und zum Teil noch wenig bekannt - ein gutes Arbeitsfeld für Klein-Expeditionen , die nicht viel Zeit und Geld zur Verfügung haben .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
Das bergsteigerische Ergebnis bestand in zwei kleinen Sechstausendern und mehreren Passüberschreitungen .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
jedenfalls wurde aber gemeldet , dass Jayal diesen Berg für hoffnungslos erklärt habe .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Für die meisten , die das weltberühmte Bild von Vittorio Sella aus dem Jahre 1909 anstaunten , galt er fast als Symbol , als Verkörperung des Unmöglichen .
Benno Schwabe ) auf S.66/67 geschrieben :
« Wenn man ihn vom oberen Baltoro her betrachtet , wirkt es beinahe vermessen , an eine Besteigung auch nur zu denken .
Bei näherer Prüfung , auch in der Querrichtung , zeigt sich aber meines Erachtens doch eine Chance :
Die Wände sind zwar hoffnungslos ;
auch der Südostgrat , der den .Black Tooth ' trägt , ist nicht sehr vielversprechend .
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
Den Sattel am Fusse des Westgrates müsste man vom Chagaran-Gletscher zu erreichen suchen . » Genau auf dieser Route , die ich einst vorgeschlagen habe , wurde der Mustagh-Turm jetzt von einer britischen Expedition unter Leitung von J.Hartog erobert , und zwar sogar von zwei Seilschaften am 6. und 7. Juli 1956 .
Die erfolgreichen Bergsteiger waren :
Hartog , J. Brown , I. McNaught-Davis und Dr. Tom Patey .
Vom letzten Lager ( 6400 m ) erreichten sie den Gipfel über den Westgrat ;
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot und als Arzt Dr. François Florence , als pakistanischer Verbindungsoffizier Cwpt.Ali Usman .
Am 31. Mai war man in Askole , am 2. Juni hätte es in Bardumal ( « Bagdomal » ) fast eine Katastrophe gegeben , als eine mächtige Rufe das ganze Lager zu vernichten drohte , am 5. Juni war Urdokas erreicht .
Hier wurde Magnone sich darüber klar , dass die britische Expedition - « eine der besten Bergsteiger-Mannschaften , die man auf die Beine stellen kann » - sich ebenfalls den Mustagh-Turm vorgenommen und schon einen grossen Vorsprung hatte .
Seit zwei Wochen standen die Engländer , die über Mustagh- und Chagaran-Gletscher aufgestiegen waren , im Angriff auf den Westgrat , und sie waren schon hoch am Berg .
Für die Franzosen eine heikle Situation :
Der englischen Route zu folgen , kam nicht in Frage .
Man wollte die britischen Kameraden keinesfalls stören , und überdies waren diese so weit voraus , dass sie wahrscheinlich sowieso als erste auf dem Gipfel sein würden .
Sollten sich die Franzosen nicht lieber ein anderes bergsteigerisches Ziel am oberen Baltoro suchen ?
Aber daraufwar man nicht vorbereitet , und die Träger hatten dafür auch nicht genügend Proviant .
Schliesslich war man ja diesmal dazu ausgezogen , technisch schwierige Probleme zu prüfen .
Also wurde beschlossen , sich die anderen Seiten des Turmes anzusehen , ob es vielleicht über den Nordgrat oder auf der Südseite eine mögliche Route gäbe .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
- kosteten ein paar Tage .
Erst am 12. Juni konnte das Basislager bei etwa 4500 m errichtet werden , auf dem mittleren Younghusband-Gletscher ( auch Biange-Gletscher genannt ) , wo sich der östliche und der westliche Gletscherarm vereinigen , also am Fusse des Südostgrates des « Schwarzen Zahns » ( 6719 m ) .
Die erste dreitägige Exkursion führte über den östlichen Gletscherarm zum tiefsten Punkt ( etwa 5600 m ) zwischen dem « Mount Steste » und dem Mustagh-Turm , also an den Fuss seines « Nordgrates » .
Welche Enttäuschung !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Also zurück zum Basislager .
Am 17. Juni gelang es , durch den 900 m hohen Eisfall des Westgletschers , also auf der Südseite des « Black Tooth » , einen Durchstieg zu finden , und sofort wurde begonnen , 300 m Kabel durch die untere Séraczone zu spannen und eine Seilwinde auf einer Felsnase über dem Gletscher zu installieren , da ... schneite es zehn Tage lang .
Das einzige , was man inzwischen machen konnte , war ein Besuch bei der « Konkurrenz » auf der anderen Seite des Berges , um die anfängliche Verstimmung durch eine offene Aussprache zu beheben .
Das gelang , Engländer und Franzosen schieden als gute Kameraden .
Endlich klarte es auf , mit allen Kräften ging man ans Werk , auch die Hunza-Träger taten ihr Bestes , und Ende Juni stand Lager 1 ( 5100 m ) , am 2. Juli Lager 2 ( 5400 m ) .
Lager 3 ( 6000 m ) musste auf dem Felssporn erstellt werden , der vom « Black Tooth » herabzieht .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Das Allerschlimmste aber war die « Grande Barrière » oberhalb Lager 3 , eine senkrechte Felsstufe , der eine 200 m dicke Eisschicht auflag , und diese Wand sperrte den Zugang zum Berg in ganzer Breite .
Das kostete wieder mehrtägige harte Arbeit und 300 m fixe Seile .
Erst am Morgen des 6. Juli war es so weit : sie standen oberhalb der Eiswand auf einem kleinen Hängegletscher .
Dr. Florence , der bergtüchtige Expeditionsarzt , und die beiden besten Hunzas , Aminula und Gerikhan , die bis hier herauf mitgekommen waren und wacker geschleppt hatten , kehrten um , und zurück blieben nur die vier Bergsteiger der Gipfelmannschaft . In brütender Hitze stampften sie mit langsamen Bewegungen den tiefen Schnee fest , den Platz für Lager 4 ( 6300 m ) .
Über ihnen erhob sich der Turm noch rund tausend Meter hoch in einer Steilheit , die auch den grössten Optimisten bedenklich stimmen konnte .
Die einzige Route , die praktisch in Frage kam , war der Südostgrat .
Am 7. Juli entdeckte Robert Paragot plötzlich zwei dunkle Pünktchen , die sich dort oben gegen den Himmel abzeichneten :
die britische Expedition betrat den Gipfel .
Doch die Franzosen hatten ja damit gerechnet und liessen sich dadurch gar nicht anfechten .
Vorwärts !
Die Kante des Südostgrates zu erreichen , war ungewöhnlich schwierig .
Die ersten beiden Seillängen über dem Bergschrund - noch am 7. Juli - hatten Stunden gekostet , 250 Höhenmeter erforderten zwei Tage .
Sechs Stunden Steigeisenarbeit an der Grenze des Gleichgewichts , verglaste steile Platten , die nur mit Hakentechnik zu bewältigen waren , endlich konnten sie in einer Scharte auf den Grat aussteigen .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Mittags verschwand die Sonne hinter dichten Wolken .
Auf dem Grat folgte eine tiefe Scharte der anderen , es ging so langsam vorwärts , dass sie um 16 Uhr erst hundert Meter in der Hori- zontale geschafft hatten , nun fing es auch noch an zu schneien , also ... zurück nach Lager 4 !
Alles , was ihnen noch von Seilen geblieben war , wurde beim Abstieg in der Wand fixiert .
Zwei Tage mussten sie nun im Zelt abwarten .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Dank den Seilen ging es bis zur Gratscharte sehr flott , doch als sie neu spuren mussten , sanken sie bis zum halben Oberschenkel ein . Senkrechte Türme sperrten den Weg .
Links steile , vereiste Platten , rechts fauler Schnee und Wächten über dem Younghusband-Gletscher . Um 16 Uhr standen sie am Fusse des dritten und letzten grossen Turmes , und hinter ihm erschien - scheinbar zum Greifen nahe - der Gipfel , aber in Wahrheit hatten sie die 6900-m-Linie noch nicht überschritten .
Es wurde Zeit , einen Biwakplatz herzurichten , zwei schmale Bänder , die Hakensicherung erforderten .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Aber hinter dem grossen Turm wird der Schnee grundlos , keiner von der ganzen Seilschaft hat sicheren Stand , die Spur wird zu einem tiefen Graben , der Mann an der Spitze wühlt sich 30 , höchstens 40 Schritte aufwärts und tritt dann wortlos zur Seite , um dem nächsten Platz zu machen .
Endlich , um 13 Uhr ... der Gipfel , so scharf , dass man darauf kaum stehen kann , und nach ein paar Augenblicken wird der Abstieg angetreten , denn seit einer halben Stunde schneit es bereits !
Es geht hinunter , im Wettlauf mit der Nacht , doch umsonst :
Als sie in der Scharte sind , ist es schon vollständig dunkel .
Sie seilen sich 50 m ab und gelangen zu den fixen Seilen .
Nun sind sie unter dem Bergschrund , wo Florence sie tief bewegt erwartet .
Endlich . .
Als sie am 19. Juli auf den Baltoro-Gletscher kamen , wurden sie von Dr. Patey , dem Arzt der englischen Expedition , begrüsst , der die Hilfe seines französischen Kollegen bei der Behandlung von Hartog erbat .
Die Frostschäden an den Füssen des britischen Expeditionsleiters waren leider schwer , die Engländer warteten schon seit einigen Tagen in Urdokas .
An diesem herrlichen Platz , der schon für so viele Baltoro-Unternehmungen eine grosse Rolle gespielt hat , sassen nun die Teilnehmer der beiden « Konkurrenz»-Expeditionen in aller Freundschaft bei einem festlichen Mahl zusammen und freuten sich des doppelten Erfolges über einen der schönsten und schwierigsten Himalaya-Berge . Literatur :
La Tour de Mustagh . « La Montagne » , oct. 1956 , p.261-270 .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Aufnahme in Pakistan war sehr freundlich , doch trotz aller Hilfsbereitschaft der Behörden mussten die Österreicher in Rawalpindi neun Tage warten , bis das Wetter ihren Flug mit dem ge^ samten Gepäck nach Skardu gestattete ; denn dieser landschaftlich einzigartige Flug dicht am Nanga Parbat vorbei und durch das enge Industal gilt als eine der gefährlichsten Luftrouten überhaupt und kann nur bei tadelloser Sicht gewagt werden .
So wurde Skardu , die Hauptstadt von Baltistan , erst am 27. April erreicht .
Auf Verlangen des Verbindungsoffiziers Captain Quain Ali Shah wurden die zu schweren Traglasten auf je 27 kg umgepackt .
Im besiedelten Gebiet bekommt ein « Talträger » 3 Rupies ( Fr. 2.70 ) pro Tag und muss sich davon selbst beköstigen .
Oberhalb Askole ( 3050 m ) steigt der Tagessatz auf 4 Rupies ( Fr. 3.60 ) , und die Verpflegung geht zu Lasten der Expedition .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
In Paiju , der letzten Oase vor dem Baltoro-Gletscher , verlangten die Träger die ihnen laut Reglement zustehenden Schuhe .
Man hatte 250 Paar mitgebracht , aber leider die normale , d. h. zu schmale europäische Form .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Das wird leider immer wieder vergessen , was zu grossen Unannehmlichkeiten führt .
Das Oberleder ( die Steifkappe ) musste aufgeschlitzt werden , damit die armen Kerle ihre gutgeformten ( nicht durch europäisches Schuhwerk deformierten ! ) breiten Füsse überhaupt hineinzwängen konnten .
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Das Gros rückte in drei Tagemärschen bis auf den berühmten Concordia-Platz vor , geriet dort aber in einen Schneesturm .
Nun waren die meisten « Talträger » nicht mehr zu halten und kehrten in ihre Heimatdörfer zurück .
Nur 68 Mann erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit , wenigstens das Gepäck vom Depot Urdokas nach Concordia zu schaffen .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Am 25. Mai trafen die ersten Bergsteiger und Träger dort ein .
Nach einer zehntägigen Akklimatisierungsperiode wurde ein Weg durch den sehr zerrissenen « Südlichen Gasherbrum-Gletscher »zum Fusse des Gasherbrum II erkundet .
Aus dem oberen Gletscherbecken ziehen zwei Gratrippen durch den Steilwandgürtel zur grossen Firnterrasse des Gasherbrum II hinauf . Ich hatte den rechts gelegenen grossenteils felsigen Südostsporn empfohlen , weil er ganz lawinensicher ist .
Die Österreicher entschieden sich jedoch für den wahrscheinlich etwas leichteren Südwestsporn und erstellten an seinem Fusse bei etwa 6000 m ihr Hochlager I. Am 11. Juni wurden die ersten Lasten hingeschafft , am 13. , 15. und 17. Juni war der Pendelverkehr im vollen Gange .
Dann aber hielt eine zehntägige Schlechtwetterperiode mit starken Schneefällen die Bergsteiger im Hauptlager fest .
Erst am 30. Juni konnten sie wieder zum Hochlager I aufsteigen und sahen zu ihrer grössten Bestürzung , dass inzwischen eine riesige Lawine fast alle dort deponierten Lasten verschüttet hatte .
Sie hatten den Platz für völlig lawinensicher gehalten :
ebener Gletscherboden - und die Hänge darüber waren terrassiert .
Aber die grossen Himalaya-Lawinen laufen eben weite Strecken auch über ebenen Grund .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Zwei Tage lang wurden Gräben gezogen und Schächte ausgehoben , um wenigstens etwas von den unersetzlichen Zelten , Seilen , « Schlosserei » , Proviant usw. zu bergen , aber alle Mühe war umsonst .
Was nun ?
Wenn man sich nicht geschlagen geben wollte , musste man das ganze Programm umstellen und das Risiko eines Blitzangriffes auf sich nehmen :
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 3. Juli kamen Larch und Reinagl nach Lager II und legten am 4. Juli eine Spur über Eiswülste bis zu einer Gratschulter , dem Platz für Lager III ( 7150 m ) . Dieser Aufstieg war für die vier Hochträger , die am 6. Juli hier eingesetzt wurden , eine harte Arbeit , aber die Balti-Tiger hielten sich sehr tapfer und beförderten - von ihren Sahibs gut gesichert - ihre schweren Lasten bis auf die Gratschulter .
Allerdings waren sie dann stark abgekämpft .
Die nun folgende Eisflanke war sehr steil und hatte eine Auflage von Pulverschnee .
Um auch hier die Träger verwenden zu können , hätte der Hang in vieltägiger Arbeit sorgfältig hergerichtet werden müssen , und dafür reichte die Zeit keinesfalls aus .
Also mussten die Bergsteiger von hier ab ihre Lasten selbst tragen , was bedeutete , auf das ursprünglich vorgesehene Lager IV zu verzichten und von einem Hochbiwak aus den Gipfelsturm zu wagen .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ;
darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden . Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Jeder kroch in seinen leichten Dralon-Schlafsack ;
ausserdem hatten sie noch einen gemeinsamen Biwaksack .
Es wurde eine grimmig kalte Nacht , so dass es zu leichten Erfrierungen kam , Larch an den Zehen , Moravec an den Daumen .
Endlich wurde es hell .
Heisse Milch und etwas Weizenkeimbrot mussten als Verpflegung für den ganzen Tag ausreichen .
Eine ansteigende Querung unter der Südostwand des Gasherbrum II machte viel Mühe .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Noch 335 Höhenmeter bis zum Gipfel .
In der sehr steilen Firnwand war der Schnee von den Strahlen der Morgensonne bereits aufgeweicht , das Spuren eine furchtbare Strapaze .
Alle paar Schritte mussten sie rasten und nach Luft ringen .
Nur mit äusserstem Willenseinsatz kämpften sie sich aufwärts , Meter um Meter .
Das letzte Hindernis war eine Felsstufe und - am 7. Juli um 13.30 Uhr betraten sie den Gipfel des Gasherbrum II ( 8035 m ) , ein kleines Firnplateau , das von zwei kaum mannshohen Felszacken gekrönt ist .
Erschöpft sanken sie in den Schnee .
Erst nach einiger Zeit waren sie imstande , die unerlässlichen « Kulthandlungen » auszuführen :
Eispickel mit dem österreichischen und dem pakistanischen Wimpel , Bau eines Steinmanns , Ersteigungsdaten in einer leeren Filmdose , Muttergottes-Medaillon usw. Es war so warm , dass sie sogar die Anoraks ausziehen konnten und eine Stunde auf dem Gipfel blieben .
Das Wetter war strahlend schön , die Aussicht klar bis in die weitesten Fernen .
Der Abstieg verlief glatt , und obwohl es abends wieder zu schneien begann , waren sie um 19.30 Uhr in Lager III ( 7150 m ) . Am nächsten Tage , in Lager II , wurden sie von den Hochträgern begeistert begrüsst und stürmisch gefeiert .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Dieser bewunderungswürdige Erfolg tröstet die « österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien hoffentlich über eine etwas bittere Enttäuschung hinweg : Zwölf Tage nach der Bezwingung des Gasherbrum n , also am 19. Juli 1956 , machten drei Teilnehmer der « österreichischen Himalaya-Karakorum-Expedition 1956 » - Hans Ratay , Heinrich Roiss und Dr. Georg Weiler - die zweite Ersteigung des Sia-Kangri-Westgipfels ( ca.7315 m ) .
Die Erstersteigung war am 3. August 1934 vier Mitgliedern der « Internationalen Himalaya-Expedition 1934 » gelungen - Hans Erti , Albert Höcht , Frau Hettie Dyhrenfurth und G.O.Dyhrenfurth .
Ich würde unseren Nachfolgern - nach 22 Jahren - gern herzlich zu ihrem Erfolg gratulieren , aber ... sie haben leider geglaubt , die Erstersteigung eines noch ganz unbekannten und 7729 m hohen Berges gemacht zu haben , sie haben diesen Gipfel « Austria-Peak » getauft und in der « österreichischen Touristenzeitung » vom Januar 1957 auch sonst allerlei Irrtümer publiziert , deren sachliche Berichtigung unvermeidlich ist :
( 1 ) Wie ist die merkwürdig genau klingende Höhenzahl 7729 m zustande gekommen ?
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Die « I.H.E. 1934 » hat sicherheitshalber alle vier Gipfel erstiegen .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
( 3 ) Ein seit Jahrzehnten bekannter , bestiegener und von der « Karakoram Conference » offiziell Sia Kangri benannter Berg darf natürlich nicht plötzlich ohne jeden Grund umgetauft werden .
Der Name « Austria-Peak » ist also schleunigst wieder einzuziehen - auch wenn Staatspräsident Iskander Mirza auf Grund ganz irriger Voraussetzungen diese Taufe genehmigt hat ( 4 ) Der breite Sattel zwischen Baltoro Kangri ( früher « Golden Throne » , 7312 m ) und Sia Kangri ist der seit einem halben Jahrhundert wohlbekannte Conway Saddle ( 6300 m ) , der von der italienischen Karakorum-Expedition ( Herzog von Spoleto , Prof. Desio ) 1929 wiederholt besucht und vermessen worden ist Die « I.H.E. 1934 » hatte im Conway-Sattel sogar wochenlang ihr oberes Standlager , und sie hat ja von dort aus alle Gipfel des Sia Kangri und den Südostgipfel des Baltoro Kangri erstiegen .
Übrigens liegt der Conway-Sattel nicht zwischen Baltoro und Siachen , sondern zwischen Baltoro und Kondus-Gletscher . Das ist der Eisstrom , auf den man von der Passhöhe hinunterblickt .
Der Siachen-Gletscher liegt weiter östlich , wie jede Karakorum-Karte zeigt .
Neu ist nur , dass die Österreicher nicht die von der « I.H.E. 1934 » wiederholt begangene und relativ sichere « Mittelrippe » benützt haben , sondern anscheinend links von unserer Route durch die steile Flanke und über mehrere Eiswülste aufgestiegen sind , also eine neue , gefährliche Variante auf den Sia-Kangri-Westgipfel gemacht haben .
Bei aller Anerkennung dieser technischen Leistung bleibt die vollständige Unkenntnis der einschlägigen Literatur erstaunlich .
Literatur :
G.O.Dyhrenfurth :
Benno Schwabe 1935 ) .
- G.O.Dyhrenfurth :
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Erst 1947 wandten sich E.E.Shipton und H.W.Tilman diesem Berge zu und gelangten auf die Gipfel-Kalotte , aber nicht bis auf den - horizontal noch ziemlich weit entfernten -höchsten Punkt .
Das wurde am 26. Juli 1956 von einer grossen chinesisch-sowjetischen Expedition unter Führung von M.Beletzky nachgeholt Es waren fünf Lager errichtet worden , das oberste bei etwa 7200 m.
21. Nördlich des Mustagh Ata , ebenfalls am Ostrande des Pamir-Plateaus , liegt der Kongur Debe ( 7681 m ) , weit und breit der höchste Berg , ein imposantes , stark vergletschertes Massiv von Himalaya-Charakter , augenscheinlich sehr viel schwerer als sein gutmütiger Nachbar .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden . 22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Erstersteigung 1933 durch B.M . Abalakow , seitdem wiederholt besucht .
Pik Korzhenewskaya , 7105 m , im Alai-Pamir , 15 km vom Pik Stalin entfernt , schwer zugänglich , erst 1953 bestiegen .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
die bisherigen Angriffsversuche haben nur bis zu einer Höhe von etwa 7000 m geführt .
Mountaineeringintheü.S.S.R.«The Alpine Journal » , N° 293 ( Nov .
1956 ) , p.310-329 .
Überblicken wir noch einmal den derzeitigen « Achttausender-Status » .
Bisher wurden erstiegen :
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
5. Cho Oyu , 8189 m ( ? ) , Leiter H.Tichy , Gipfelmannschaft H.Tichy , S. Jöchler und Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m , Leiter J. Franco , Gipfelmannschaften L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G. Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux-A . Vialatte .
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
Luchsinger , ferner Mount Everest , Gipfelmannschaften J. Marmet-E . Schmied , H.von Gunten-A . Reist .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
Shisha Pangma steht hinter dem « Eisernen Vorhang » und dürfte also noch einige Zeit unberührt bleiben , aber auf die anderen drei hat schon längst ein gewaltiger Ansturm im politischen Bereich eingesetzt - es geht um die Bewilligung für 1957 , schlimmstenfalls für 1958 .
Ich wünsche von Herzen , dass dieser « Ausverkauf der Achttausender » baldigst abgeschlossen sein möge , damit nationaler und persönlicher Ehrgeiz allmählich abklingen , zum Wohle echten Bergsteigertums und ruhiger wissenschaftlicher Arbeit !
« Ein garstig Lied ! Pfui !
Ein politisch Lied ! » Die neuen Vorschriften der Regierung Nepals für ausländische Expeditionen - frisch aus Kathmandu gekommen und genau übersetzt - besagen :
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
Ausserdem ist er voll zu verpflegen und mit Schlafsäcken und allen anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen während der Expeditionsdauer zu versehen .
3. Die Expedition hat alle Reisekosten des Verbindungsoffiziers von und nach Kathmandu zu tragen .
4. Die Expedition hat ihre Tätigkeit ausschliesslich auf den Berg oder die Gegend zu beschränken , für die sie die Genehmigung von der Regierung von Nepal erhalten hat .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
6. Nach ihrer Rückkehr hat die Expedition der Regierung von Nepal einen genauen Expeditionsbericht vorzulegen .
7. Die Expedition hat im voraus einen genauen Plan zu unterbreiten , welche Route innerhalb von Nepal begangen werden soll .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
10. Bei einem Unfall hat die Expedition dem Verletzten oder der Familie des Verstorbenen Schadenersatz zu leisten , je nachdem wie die Verhältnisse liegen .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
Kopien aller photographischen Aufnahmen der Expedition sind der Regierung zu unterbreiten , bevor irgend etwas publiziert werden darf .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Alles ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es irgendwo publiziert werden darf .
14. Alle Gesuche , im nepalischen Himalaya eine Expedition machen zu dürfen , sind von der Regierung des Antragstellers zu bestätigen und der Regierung von Nepal zur Prüfung vorzulegen .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese « verbotene Zone » würde fast das gesamte nepalische Hochgebirge umfassen und damit praktisch jede von Nepal ausgehende Himalaya-Expedition sinnlos machen .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?
Es ist nicht jedermanns Sache , einen tatsächlich unerfüllbaren Knebelvertrag zu unterschreiben .
« Allzu straff gespannt , zerspringt der Bogen .
» Nach der Erstersteigung des Dhaulagiri , des letzten nepalischen Achttausenders , wird der Karakorum-Himalaya stark in den Vordergrund rücken , und die pakistanische Regierung - von rotchinesischen und auch von indischen Wünschen nicht abhängig - hat so mancher Expedition in den letzten Jahren Verständnis und Hilfsbereitschaft gezeigt .

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Chronique himalayenne 1956
AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
Avec 3 illustrations
II nous est parvenu récemment un flot de cotes d' altitude des grands sommets himalayens , ce qui a amené de regrettables confusions .
Comment expliquer une pareille incertitude au sujet de sommités très célèbres , connues et mesurées depuis un siècle ?
Il y a en premier lieu trois sources d' erreurs , dont les estimations sont aujourd' hui différentes de ce qu' elles étaient auparavant :
a ) la réfraction des rayons lumineux , qui varie fortement selon les saisons et les heures de la journée ; b ) la déviation des forces d' attraction ( pesanteur ) due au voisinage de la masse de l' Himalaya ;
c ) les réductions au géoïde . On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Pour le Chomo Lungma ( Mont Everest ) , les six mesures effectuées en 1849 et 1850 donnaient une moyenne de 8839,8 m. La moyenne des six mensurations faites de 1881 à 1902 était de 8882,2 m , mais ce chiffre fut encore considéré trop bas ;
des estimations ( non officielles ) le portaient jusqu' au de 8900 m. La nouvelle cote officielle publiée en 1955 ramène la hauteur de l' Everest à 8847,6 m , soit 8848 m en chiffres ronds .
Quant au Kanchenjunga , on savait que l' ancienne cote de 8579 devait être relevée de 60 pieds ( 19,29 m ) , ce qui donnait environ 8597 m au troisième sommet du globe .
A ma connaissance , la nouvelle cote officielle n' a pas encore été publiée .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Car la cote de ce dernier , 8470 , admise pendant un siècle , doit être abandonnée .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
L' écart est encore plus grand pour le Cho Oyu auquel , depuis quelque temps déjà , on attribue deux altitudes concurrentes , 8153 et 8189 m. Il semble qu' il n' y ait pas eu de nouvelle mensuration à ce jour .
Le Dhaulagiri , le Mont Blanc de l' Himalaya , qui passait jadis pour être le plus haut sommet du globe , était coté jusqu' ici 8172 ou 8167 m. La nouvelle cote lui donne 8222 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
Les nouveaux calculs , en tenant compte de tous les facteurs géophysiques connus actuellement , exigent passablement de temps .
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Cette fois encore , nous commencerons à l' est notre revue des principales récentes expéditions à l' Himalaya .
1. Kangchenjunga .
Au point de vue alpinistique , il n' y a pas grand' chose à ajouter à ce que nous avons dit dans notre chronique himalayenne 1955 ( voir Les Alpes , avril 1956 ) de la magnifique « première » du Kantch .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
2. Il en est de même pour le Makalu , à la silhouette élégante , la cinquième , par rang de hauteur , des montagnes du globe .
Le beau livre de Jean Franco {Makalu , Arthaud ) n' ajoute guère à la relation originale et à notre chronique de l' an dernier .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
La tectonique des hautes chaînes népalaises nous est peu à peu dévoilée et s' avère aussi grandiose que nos anticipations le prévoyaient .
3. A l' est du massif du Makalu , le fleuve Arun s' est creusé jusqu' à 1200 m audessus du niveau de la mer , une cluse , un des plus formidables canons taillés dans l' écorce terrestre .
En 1930 déjà , j' écrivais à ce sujet :
« Malgré son altitude , l' Himalaya , à proprement parler , n' est pas la ligne de partage des eaux ;
celle-ci est constituée par des chaînes de hauteur moindre situées plus au nord .
Des fleuves comme l' Arun , entre les massifs du Makalu et du Kantch , ou la Tista , à l' est de ce dernier , ont leur source sur le versant nord de l' Himalaya , et se sont frayé un passage vers le sud par des gorges fantastiques entaillées dans la barrière des montagnes .
Il est hors question d' attribuer de telles cluses à l' érosion rétrograde .
Incontestablement , ces cours d' eau se déversaient déjà dans l' Océan indien avant que l' Himalaya ne dresse ses cimes vers le ciel ; le travail d' érosion a progressé 2 Les Alpes - 1957 - Die Alpen 17 synchroniquement avec la tectonique .
Le soulèvement de la haute chaîne s' est produit graduellement , ce qui a permis aux fleuves , dans le même temps , de creuser leur lit à travers la masse et de conserver , grosso modo , leur ancien parcours .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Il était accompagné du sherpa Da Temba ( n° 212 de la liste de l' Himalayan Club ) .
4. La grande expédition suisse de 1956 , organisée et préparée avec soin par la Fondation suisse pour explorations alpines , dirigée magistralement par Albert Eggler , et dans laquelle les alpinistes bernois firent preuve d' un esprit de camaraderie exemplaire , fut couronnée d' un succès que l' on peut qualifier d' exceptionnel .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
Pour ne pas répéter ce qui est connu de chacun , il suffira ici de mentionner les publications les plus importantes sur cette expédition :
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
c ) Albert Eggler , Gipfel über den Wolken .
Hallwag , Bern . - Berge der Welt , Bd. XI , 1956/57 .
Outre les succès alpinistiques spectaculaires , il ne faut pas oublier de rappeler les recherches scientifiques dont le massif de l' Everest a été l' objet : 1954 , Helmut Heuberger en géographie ;
1952 , Augustin Lombard en géologie , Albert Zimmermann en botanique ; 1952/53 , L.G.C.Pugh en physiologie ; 1954 , Helmut Heuberger en géographie ;
1955 , Erwin Schneider en cartographie ; 1956 , Fritz Müller et Arthur Durst en glaciologie et météorologie .
Petit à petit , le groupe du Chomo Lungma devient la région la mieux connue de l' Himalaya . 5. Une expédition australienne dirigée par Peter C.Bryne est annoncée pour l' hiver 1956/57 . Elle se rendra à Solo Khumbu afin d' y poursuivre les recherches sur le « Yèti » , c' est qu' elle se livrera à la chasse à l' homme des neiges ( cf. le n° 12 de la présente chronique ) .
C' est tout ce que l' on sait pour le moment .
6. La chronique himalayenne de l' an dernier ( voir Les Alpes 1956 , p. 80 ) , a déjà brièvement parlé de l' expédition féminine écossaise qui a opéré au printemps 1955 dans la région du Jugal Himal , au NE de Kathmandu .
Entre temps a paru le livre de Mrs. Monica Jackson et Elizabeth Stark , Tents in the Clouds ( Collins , London ) , écrit allègrement et joliment illustré .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' expédition dut faire demi-tour .
La montagne fut laissée en repos en 1955 , tandis que se poursuivait l' inévitable préparation diplomatique à son sujet .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Jusqu' alors , toutes les tentatives s' étaient faites sur le flanc NE , à partir du village de Sama , par le glacier de Manaslu , le col Naiké , 5600 m , la selle N , 7100 m , et le plateau glaciaire supérieur , itinéraire qui ne présente pas de difficultés majeures , mais ex- trêmement long et nécessitant l' installation de neuf camps .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
le plus élevé est si aigu qu' un seul homme peut s' y tenir . D' après les dernières mensurations , le Manaslu a exactement la même altitude que le Nanga Parbat , soit 8125 m. Ces deux cimes occupent les 8e et 9e rangs dans la liste des montagnes du globe .
Les Japonais ont fait preuve dans cette conquête d' une ténacité vraiment admirable . On attend avec impatience le récit complet et les photos de leur expédition victorieuse de 1956 .
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
expédition suisse de l' AACZ en 1953 ; en 1954 , première expédition argentine , qui parvint à 7950 m , et que le mauvais temps seul priva de la victoire . En 1955 s' intercale une expédition germano-suisse dite « expédition végétarienne » à l' Hima .
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Si les informations données par la presse sont exactes , on n' aurait pas dépassé 7200 m.
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
Toni Hagen est au travail depuis l' automne 1956 dans le Népal occidental .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
Le sommet du Trisul fut atteint en 1907 déjà par T. G. Longstaff avec les guides A. et H. Brocherel de Courmayeur et Kharbir . C' est une belle montagne d' abord aisée au sud de la Nanda Devi . Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
12. Dans cette même vallée de Chandra débouche aussi le glacier de Kulti , au sud du Lahul , où la Royal Air Force Mountaineering Association a fait en 1955 une expédition sous la direction du capt . A. J.M.Smyth ( voir Les Alpes , 1956 , p. 83 ) .
U Alpine Journal ( n° 293 , novembre 1956 ) a publié récemment une très intéressante relation de cette campagne par le chef d' escadrille L. W.Davies .
J' en traduis ici quelques passages :
... « Un peu plus haut dans la vallée nous rencontrâmes trois larges empreintes de pas sur la lisière d' un des îlots de neige séparant les bras du torrent glaciaire à notre droite .
C' était indubitablement la trace d' un animal qui était sorti du courant rapide et glacial pour prendre pied sur l' îlot .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
Nous cherchâmes alors l' endroit où la bête était entrée dans l' eau , et nous retrouvâmes sa trace à une centaine de mètres en amont .
Nous remontâmes cette piste sur le flanc ouest de la vallée , d' où la bête était venue , parallèlement aux traces , mais sans les toucher .
L' animal était descendu la pente rapide , marchant debout sur ses pattes postérieures , se laissant glisser sur son train arrière aux* endroits trop raides.Un examen attentif montra qu' il avait utilisé ses poings , soit pour freiner , soit pour aider la descente .
La distance entre le poing droit et le gauche mesurait environ 3 yards ( 2,75 m ) .
Nous remontâmes le long de la rivière jusqu' à un pont de neige , puis revînmes sur nos pas par la rive opposée jusqu' aux traces premièrement aperçues .
L' eau , à cet endroit , était profonde de 1,50 m , le courant avait miné la berge , et cependant nous ne pûmes découvrir aucune empreinte de mains ou de pattes antérieures .
Quelle que soit la créature qui avait passé là , elle devait être d' une taille extraordinaire pour avoir pu sortir de l' eau profonde en posant le pied directement sur la lisière de l' îlot .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
Mais à partir de ce moment son attitude changea du tout au tout :
« Zarur sahib , s' exclama , y eh bah nay hai » ( ce n' est certainement pas un ours ) .
Nous pûmes constater que nos propres empreintes ne s' étaient élargies que d' Vs de pouce ( 3 millimètres ) sur leur pourtour .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
Au surplus , étant donné que nous avions quitté ces lieux , la veille , vers 15 h. 30 , nous savions que la créature avait traversé la vallée entre ce moment-là ( 11 juin ) et le début de la matinée du 12 juin .
L' examen attentif des empreintes indiquait qu' elle était sortie de l' eau alors que la neige était durcie par le gel , c' est durant la nuit ou très tôt le matin .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
Chaque « pas » avait cinq larges orteils , le gros orteil étant particulièrement proéminent dans quelques empreintes .
Celles-ci mesuraient en moyenne 12 pouces ( 305 mm ) de longueur sur 8 ( 203 mm ) de large .
En certains endroits , elles étaient profondes de 28 centimètres , là où moi-même , avec mes 89 kg , n' enfonçais que de 4 cm à peine dans la neige ramollie par le soleil de midi .
Des empreintes si profondes dans la neige durcie dénotent un poids très lourd .
« Pendant des heures , nous suivîmes ces traces qui se prolongeaient sur près d' un kilomètre , fort embarrassés par les îlots de neige et les bras de la rivière .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nulle part elle n' avait marché à quatre pattes ;
la longueur de ses pas était presque le double des miens .
Finalement nous abandonnâmes cette chasse et revînmes au camp .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
« Swami Pranavananda a récemment publié un intéressant article ( voir Les Alpes , octobre 1955 ) dans le but évident de mettre fin à la légende de F,homme des neiges ' .
Malheureusement , il ne peut prétendre avoir jamais lui-même rencontré et observé ses traces .
Son information n' est que de seconde main . Des Tibétains lui ont assuré que des empreintes attribuées d' abord au ,yéti ' étaient en réalité celles d' un ours rouge ( nous dirions plutôt brun ) .
Ce n' est là , il va sans dire , qu' un témoignage fallacieux .
« Ce qui est très significatif , c' est que chaque fois qu' on a annoncé la découverte d' une nouvelle espèce animale , il y a toujours eu des savants spécialistes pour affirmer qu' une telle créature ne pouvait exister .
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il fallut encore plusieurs années pour que l' Europe admette l' existence du gorille .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
Les savants ont longtemps et obstinément nié l' existence de ces animaux .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
Dans les vastes solitudes inexplorées de l' Hima , les animaux ont toute possibilité d' observer sans être vus .
Le fait que la plupart des renseignements sur le ,yéti ' proviennent des indigènes est dû incontestablement à ceci : que justement ces gens habitent le pays , et ont plus d' occasions de voir un ,yéti ' que la poignée d' Européens qui y viennent pour gravir des sommets , et encore généralement dans la saison chaude , lorsque la limite des neiges est haute et que la nourriture est abondante .
A ce propos , il est intéressant de noter qu' en 1955 la limite des neiges était exceptionnellement basse , à tel point que nous avons dû abandonner le district que nous avions l' intention d' explorer , la chaîne du Shigri qui marque la ligne de partage des eaux , et nous rabattre sur le Kulti Himal .
« Wladimir Tschernezky , qui fut peut-être le premier à faire une étude scientifique du concept ,yéti ' , a comparé cette mystérieuse créature au Gigantopithecus actuellement disparu .
Selon lui , ce pourrait bien être un homme-singe plutôt qu' un singe-homme .
Il pense que la terreur que le ,yéti ' inspire aux indigènes , particulièrement aux sherpas , est due à ses instincts pillards et à son intelligence , qui ne le cède qu' à celle de l' homme .
Tschernezky nous a confirmé que les empreintes que nous avons rencontrées présentent une très grande analogie avec les documents et photographies authentiques que nous possédons déjà ... » Tel est le témoignage de L. W. Davies , courageux officier d' aviation qui ne craint pas d' affronter le ridicule .
Deux bonnes photos , très significatives , illustrent son exposé .
Personnellement , j' ai toujours pensé que la question de l' homme des neiges ne sera pas résolue par le cri de guerre « A l' ours ! » , ou par quelques remarques ironiques .
( Cf. également Ralph Izzard , The Abominable Snowman Adventure , London , Hodder and Stoughton 1955 .
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
De belles photos , des panoramas remarquablement dessinés , un croquis très précis de l' ossature du massif , avec une bibliographie de 55 numéros , contribuent grandement à la connaissance de cette région fort négligée jusqu' ici , dont les sommets cotent de 5800 à 6200 m. A l' échelle de l' Himalaya , ce sont donc des montagnes relativement modestes , de caractère simplement alpin et non super-alpin , néanmoins très pittoresques et attrayantes , la plupart encore peu connues , qui peuvent offrir un beau champ d' activité à de petites expéditions disposant de peu de temps et de moyens .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
Elle a enregistré l' ascension de deux modestes « 6000 » et de nombreuses traversées de cols .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
On manque encore de détails sur cette campagne , cependant on a annoncé que Jayal aurait déclaré cette sommité inaccessible .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pour tous ceux qui ont contemplé avec un sentiment d' admiration et de stupeur la célèbre photo rapportée par Vittorio Sella en 1909 , cette cime était comme le symbole de l' inaccessible .
Pourtant , dès 1939 , j' avais écrit dans mon ouvrage Baltoro ( Bâle , p. 66-67 ) :
« Quand on la regarde du glacier supérieur de Baltoro , l' idée seule d' une ascension semble inconcevable .
Mais à la considérer de plus près , sous un autre angle , il y a , à mon avis , une chance .
Les parois , il est vrai , ne laissent aucun espoir :
l' arête SE , qui porte le ,BlackTooth ' , n' est guère encourageante ;
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Il faudrait chercher à atteindre , à partir du glacier de Chagaran , la selle au pied de l' arête W. » C' est précisément par cette route que j' avais alors proposée , que la Tour de Muztagh a été gravie l' an dernier par une équipe britannique sous la conduite de / .
Hartog , et même deux cordées , à un jour d' intervalle , ont atteint le sommet :
le 6 juillet 1956 J.Hartog et Tom Patey ; le 7 J. Brown et I. McNaugh-Davis .
Du dernier camp , placé à 6400 m , ils suivirent l' arête ouest .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Les autres membres de l' équipe étaient André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot et le médecin François Florence .
Le 31 mai ils étaient à Askolé , dernier hameau de la vallée . Le 2 juin , à Bardumal ( Bagdomal ) , un formidable éboulement faillit anéantir tout le camp . Urdokas fut atteint le 5 juin .
C' est là que Magnone apprit qu' une expédition britannique , la meilleure équipe qu' on pût mettre sur pied , se trouvait dans la région et visait bien la Tour de Muztagh ; elle avait une avance considérable .
Depuis quinze jours les Anglais , montés par les glaciers du Muztagh et de Chagaran , menaient l' attaque à l' arête ouest ; ils étaient déjà parvenus assez haut .
La situation , pour les Français , était délicate :
Pas question de prendre la même voie que les Britanniques ;
il ne faut les gêner en aucune manière . En outre , ils sont déjà si haut que de toutes façons ils arriveront vraisemblablement au sommet les premiers .
Les Français ne feraient-ils pas mieux de choisir un autre objectif parmi les cimes du Haut Baltoro ?
A cela on n' était pas préparé ; il n' y aurait pas eu assez de vivres pour les porteurs .
Et puis , n' était pas équipé pour examiner les problèmes d' ascensions techniquement difficiles ?
Il fut donc décidé d' aller reconnaître les autres faces de la Tour et voir s' il n' y aurait pas sur l' arête nord , ou peut-être dans la paroi sud , une voie possible .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
- retardèrent l' expédition de quelques jours ;
ce n' est que le 12 juin que le camp de base put être installé , à environ 4500 m , sur le glacier Younghusband médian ( appelé aussi glacier Biange ) , au point de jonction des branches E et W du glacier , soit au pied de l' arête SE du Black Tooth , 6179 m , et que les reconnaissances purent commencer .
Une première excursion les conduisit par la branche orientale du glacier au point le plus bas ( 5600 m environ ) entre le Mont Steste et la Tour de Muztagh , donc au pied de sa prétendue arête nord .
Quelle désillusion !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Alors , retour au camp de base .
Le 17 juin , on réussit à forcer le passage de la chute de séracs de 900 m qui forme la branche ouest du glacier , donc au sud du Black Tooth . Sans tarder , on tendit à travers la zone inférieure des séracs un câble actionné par un treuil fixé sur un éperon rocheux dominant le glacier , puis ... il ne cessa de neiger pendant dix jours .
Tout ce qu' on put entreprendre fut une visite aux concurrents anglais sur l' autre versant de la montagne . Une franche explication de vive voix dissipa tous les malentendus :
Anglais et Français se séparèrent en bons camarades .
Le temps finit par s' améliorer ; toutes les forces se mirent au travail , les porteurs hunzas euxmêmes faisant de leur mieux .
Fin juin le camp I était installé à 5100 m , le 2 juillet le camp II à 5400. Le camp III dut être placé sur un éperon rocheux au pied du Black Tooth .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
Toutefois le plus scabreux fut la Grande Barrière audessus du camp III , constituée par un ressaut rocheux vertical dominé par une falaise de séracs de 200 m. La seule possibilité de surmonter l' obstacle se trouvait à l' extrême droite , un goulet de glace effroyablement raide .
Il fallut plusieurs jours de besogne acharnée et 300 m de cordes fixes pour en venir à bout ;
le 6 juillet seulement l' équipe put prendre pied sur un petit plateau incliné audessus de la paroi de glace .
Le Dr Florence , médecin de l' expédition , et les deux meilleurs porteurs hunzas , Aminula et Gerikhan , qui étaient montés jusque-là portant vaillamment leurs charges , redescendent , laissant les quatre hommes de l' équipe d' assaut piétiner et tasser la neige profonde , à gestes lents , sous le soleil accablant , pour y placer la tente du camp IV ( 6300 m ) .
Audessus d' eux , la Tour les domine encore de 1000 m , d' une raideur telle qu' elle fait hocher la tête aux plus optimistes .
La seule voie pouvant offrir quelque chance est l' arête SE .
Le 7 juillet , R. Parangot aperçut tout à coup deux petits points noirs se détachant dans le ciel sur la crête terminale :
les Britanniques arrivaient au sommet .
C' était prévu ; les Français ne se laissèrent pas décourager .
En avant !
L' accès à l' arête SE s' avéra extrêmement difficile .
Les deux premières longueurs de corde audessus de la rimaye - le 7 juillet - coûtèrent des heures d' efforts .
Il fallut deux jours pour gravir 250 m. Six heures de cramponnage à la limite de l' équilibre , des dalles verglacées surmontées à l' aide de pitons , pour déboucher enfin dans une échancrure de l' arête .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
A midi , le soleil disparut derrière un écran d' épaisses nuées .
Sur l' arête , les brèches profondes se succédaient , qui rendaient l' avance si lente qu' à 16 heures ils n' avaient franchi qu' une centaine de mètres en distance horizontale . Et voilà qu' il se met à neiger ... retour obligé au camp IV. Tout ce qui leur restait de cordes disponibles fut fixé à la descente de la paroi .
Deux jours durant , ils sont immobilisés dans la tente par le mauvais temps . Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
Grâce aux cordes fixes , l' arête h * "
est atteinte rapidement . Mais dès qu' ils doivent ouvrir une nouvelle trace , ils enfoncent jusqu' à mi-cuisse .
Des tours abruptes barrent le chemin , qu' il faut tourner par la gauche sur des dalles raides et verglacées , ou par la droite sur des corniches de neige pourrie surplombant le glacier Younghusband .
A 16 heures , ils sont au pied de la troisième et dernière tour , au delà de laquelle apparaît le sommet - à portée de la main semblet-il - alors qu' en fait ils n' ont pas encore dépassé l' altitude de 6900 m. Il s' agit de chercher une place de bivouac pendant qu' il en est temps :
deux étroites banquettes , où il faut s' assurer au moyen de pitons .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
La trace devient une vraie tranchée ; le premier patauge péniblement pendant 30 , au maximum 40 pas , puis , sans un mot , tire de côté pour laisser place au suivant .
Enfin , à 13 heures ... le sommet , si étroit qu' on peut à peine s' y tenir debout . Us n' y restent que quelques instants , car , depuis une demi-heure , il a recommencé à neiger .
La descente est une course contre la nuit ; mais c' est en vain .
L' obscurité est complète lorsqu' ils arrivent à la brèche .
Un rappel de 50 m pour atteindre les cordes fixes où ils dévalent à tâtons .
Au-dessous de la rimaye , ils sont accueillis par le Dr Florence , ému aux larmes .
Enfin ... le camp IV .
Lorsque le 19 juillet ils regagnèrent le glacier de Baltoro , ils furent salués par le D' Patey , médecin de l' expédition britannique , venu solliciter l' aide de son collègue français pour donner des soins à Hartog , chef de l' équipe anglaise , qui souffrait de graves gelures aux pieds .
Les Anglais attendaient depuis quelques jours à Urdokas .
Dans ce site magnifique , qui a joué un grand rôle dans toutes les entreprises au Baltoro , les membres des deux expéditions concurrentes passèrent ensemble de bons moments dans une parfaite cordialité et fêtèrent par un joyeux banquet le double succès de l' ascension de l' une des plus belles et des plus difficiles sommités de l' Himalaya .
CVoir le récit de Guido Magnolie dans La Montagne , octobre 1956 , p. 261-270 . )
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » : Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
L' accueil au Pakistan fut des plus cordiaux ; toutefois les Autrichiens , malgré toute la bonne volonté des autorités , durent attendre neuf jours à Rawalpindi que les conditions météorologiques permissent le transport aérien de l' équipe et de ses bagages , car le vol jusqu' à Skardu , dans un paysage unique en son genre , le long de l' étroite vallée de l' Indus et au voisinage du Nanga Parbat , passe pour être la route aérienne la plus dangereuse et ne peut être tenté que lorsque la visibilité est parfaite .
C' est pourquoi Skardu , la capitale du Baltistan , ne fut atteinte que le 27 avril .
Quain Ali Shah , il fallut refaire toutes les charges pour les réduire à 27 kg .
Les tarifs des porteurs ont fortement augmenté aussi au Pakistan . Dans les régions habitées , un porteur ordinaire reçoit 3 roupies ( 2 fr .
Audessus d' Askolé , 3050 m , le salaire journalier monte à 4 roupies ( 3 fr . 60 ) , et la nourriture est fournie par l' expédition .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
A Païju , dernière oasis avant le glacier de Baltoro , les porteurs réclamèrent les souliers que le règlement ordonne de mettre à leur disposition .
On en avait apporté 250 paires , malheureusement de forme normale , c' est européenne .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
On l' oublie presque toujours , ce qui ne manque pas de créer de grosses difficultés .
On fut obligé de fendre la cape rigide des souliers , afin que les pauvres types puissent y introduire leurs pieds de forme naturelle , c' est très larges , non défigurés par des chaussures européennes .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ;
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Le gros de la troupe monta en trois étapes à la célèbre Place de la Concorde , où elle subit une tempête de neige .
Alors il ne fut plus possible de retenir les porteurs ; la plupart abandonnèrent pour rentrer dans leur village .
Après de longues discussions , 68 hommes seulement acceptèrent de transporter les colis du dépôt d' Urdokas à Concordia .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Pour les Autrichiens , ce n' était qu' un camp intermédiaire ;
ils devaient placer leur camp de base plus haut , là où le glacier de Gasherbrum sud rejoint le glacier des Abruzzes , à peu près à l' endroit de la moraine où , en 1934 , nous avions établi notre camp V a , à 5250 m. La première escouade y parvint le 25 mai .
Après une période d' acclimatation de dix jours , on reconnut une route à travers les innombrables crevasses de la partie inférieure du glacier de Gasherbrum sud , jusqu' au pied du Gasherbrum II. De la partie supérieure de ce glacier deux nervures s' élèvent vers la grande terrasse de névé du Gasherbrum II. J' avais préconisé l' éperon de droite ( SE ) en grande partie rocheux , parce que tout à fait à l' abri des avalanches .
Les Autrichiens toutefois se décidèrent pour l' éperon sudouest , probablement un peu plus facile , et installèrent à son pied , à 6000 m environ , leur camp d' altitude n° I. Les premières charges y furent déposées le 11 juin ; les 13 , 15 et 17 juin la navette des porteurs était en plein mouvement .
Ensuite , le mauvais temps , avec de fortes chutes de neige , retint les alpinistes au camp de base pendant dix jours .
Le 30 juin seulement ils purent remonter à leur camp d' altitude I et constatèrent , à leur extrême consternation , qu' entre temps une avalanche gigantesque avait emporté presque tout le matériel déposé là .
Ils avaient cru le site tout à fait à l' abri des avalanches :
plateau glaciaire horizontal dominé par des pentes étagées en terrasses .
Mais les grosses avalanches de l' Himalaya s' avancent très loin , même sur un terrain plat .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Pendant deux jours on creusa des tranchées et des puits pour tâcher de récupérer au moins une partie de ces choses irremplaçables : tentes , cordes , pitons , vivres , etc. ;
peine perdue .
Que faire ? Si l' on ne voulait pas s' avouer battu , il fallait modifier tout le programme et accepter les risques d' une campagne-éclair .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Le 3 , Larch et Reinagl montent à leur tour au camp II et le lendemain ouvrent la route sur des bosses de glace jusqu' à une épaule de l' arête où fut placé le camp III , 7150 m. La montée à ce point fut une dure épreuve pour les quatre porteurs d' altitude qui y furent installés le 6 juillet , mais ces « tigres » baltis , bien assurés , il est vrai , par leurs sahibs , se comportèrent vaillamment et hissèrent leurs charges jusqu' à l' épaule .
Ils étaient toutefois très abattus .
Audessus se dressait une pente de glace très raide recouverte de neige poudreuse .
Pour pouvoir y utiliser les porteurs , un travail d' aménagement de plusieurs jours eut été nécessaire ; on n' en avait pas le temps .
Les grimpeurs durent donc , à partir de ce point , transporter euxmêmes leur matériel , ce qui impliquait la suppression du camp IV prévu à l' origine . L' assaut final devra être tenté en partant d' un haut bivouac .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Chacun se glissa dans son sac de couchage en « dralon » ;
ils disposaient en outre d' un sac de bivouac commun .
La nuit fut horriblement froide ; Larch eut de légères gelures aux orteils , Morawec au mains .
Enfin le jour parut .
Du lait chaud et un peu de pain de germes de blé devait être leur unique repas de la journée .
Une traversée en écharpe sous la paroi SE du Gasherbrum II fut très pénible .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Encore 335 m jusqu' au sommet .
Sur les pentes très inclinées , le soleil matinal avait déjà ramolli la neige ; ouvrir la trace était terriblement fatigant .
Quelques pas , et il fallait s' arrêter pour reprendre son souffle .
Ce n' est qu' en bandant leur volonté à l' extrême qu' ils s' élevaient mètre après mètre .
Le dernier obstacle était un ressaut rocheux , puis , le 7 juillet , à 13 h. 30 , ils foulèrent le sommet du Gasherbrum II , 8035 m , formé d' une étroite plateforme neigeuse couronnée de deux petites dents de rocher à peine de la hauteur d' un homme .
Ils s' affalèrent épuisés sur la neige .
Ce n' est qu' au bout d' un certain temps qu' ils furent en état d' accomplir les rites obligés du culte des sommets :
photographie du piolet avec les fanions autrichiens et pakistanais , construction d' un cairn , inscription des noms et dates qui furent placés dans une boîte à film vide , médaille de la Vierge , etc. Il faisait si chaud qu' ils purent rester une heure au sommet et même enlever l' anorak .
Le temps était splendide ; la vue claire jusqu' aux plus lointains horizons .
La descente fut rapide et sans histoire . Bien qu' il se soit remis à neiger vers le soir , à 19 h. 30 ils étaient de retour au camp III , 7150 m. Le 8 juillet , au camp II , ils furent accueillis avec effusion et bruyamment fêtés par les porteurs .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Douze jours après la conquête du Gasherbrum II , soit le 19 juillet 1956 , trois des participants à l' expédition autrichienne à l' Himalaya 1956 - Hans Ratay , Heinrich Roiss et le Dr Georg Weiler -faisaient encore la deuxième ascension du sommet ouest du Sia Kangri , environ 7315 m. La première ascension de cette montagne avait été accomplie le 3 août 1934 par quatre membres de l' expédition internationale himalayenne 1934 :
Hans Erti , Albertliöcht , Mme Hettie Dyhrenfurthet G.O. Dyhrenfurth . Cette course décrite dans deux livres ( voir ci-dessous ) , souvent mentionnée dans la littérature alpine , est bien connue .
Elle avait en son temps établi le record d' altitude de l' alpinisme féminin . J' aimerais pouvoir - après 22 ans - féliciter cordialement nos successeurs de leur réussite , mais ... ils ont malheureusement cru avoir gravi un sommet de 7729 m tout à fait inconnu qu' ils ont baptisé « Austria Peak » .
1° Comment cette cote de 7729 m , qui prend un air de précision exacte , a-t-elle été obtenue ?
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Par souci d' exactitude , l' E . 1934 les a gravis les quatre .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
3° II va sans dire qu' une montagne connue et gravie depuis des décennies , et à laquelle la Conférence du Karakorum a officiellement conféré le nom de Sìa Kangri , ne peut être tout à coup rebaptisée sans raison valable .
Le nom d'« Austria Peak » doit donc disparaître au plus tôt , même si le chef de l' Etat Iskander Mirza , trompé par des suppositions erronées , a confirmé cette appellation . 4° Le large ensellement qui s' ouvre entre le Baltoro Kangri ( ancien « Golden Throne » , 7312 m ) et le Sia Kangri est le Conway Saddle , 6300 m , bien connu depuis un demi-siècle , qui fut atteint et mesuré à nouveau par l' expédition italienne au Karakorum 1929 ( duc de Spoleto-Prof . A. Desio ) .
Au surplus , le Conway Saddle n' est pas entre le Baltoro et le Siachen , mais entre le Baltoro et le glacier de Kondus .
Le glacier de Siachen est situé plus à l' est , comme il est indiqué sur toutes les cartes du Karakorum .
La seule chose nouvelle , c' est la voie suivie par les Autrichiens , qui n' est pas la nervure médiane relativement sûre parcourue par l' E en 1934 . Ils sont montés plus à gauche dans le flanc abrupt de la montagne , en surmontant plusieurs bosses de glace , inaugurant par là une Variante dangereuse au sommet ouest du Sia Kangri .
Tout en reconnaissant la valeur de cette performance , on ne peut que s' étonner de leur totale ignorance de la littérature correspondante .
Bibliographie :
G.O.Dyhrenfurth , Dämon Himalaya .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- G.O.Dyhrenfurth , Baltoro .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Ce n' est qu' en 1947 que H.W.Tilman et E.E.Shipton s' en occupèrent . Ils parvinrent sur la calotte sommitale , mais ne purent aller jusqu' au point culminant , encore très éloigné horizontalement .
Celui-ci fut atteint le 26 juillet 1956 par une grande expédition sino-soviétique sous la direction de M.Beletski . Cinq camps furent installés au cours de l' entreprise , le dernier à 7200 m environ .
18. Au nord du Muztagh Ata , également à la lisière orientale du Plateau du Pamir , se dresse le Kongur Débé , 7681 m , qui domine toutes les autres montagnes loin à la ronde .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition . 22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ;
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
première ascension en 1933 par E. M. Abalakow .
Souvent visité depuis . Pik Korzhenewskaya , 7105 m , dans l' Alaï Pamir , à 15 km du Pik Stalin ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
les tentatives faites jusqu' ici n' ont pas dépassé 7000 m. Bibliographie :
E.Beletski , Mountaineering in USSR . The Alpine Journal , n° 293 ( Nov .
1956 , p. 310-329 ) .
Considérons encore une fois la liste et l' état actuel des « 8000 » .
Ont été gravis jusqu' à ce jour :
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
Chef H.Tichy ; équipe du sommet H.Tichy , S.Jöchler et Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m. Chef J.Franco ; équipes du sommet L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G.Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux et A. Vialatte .
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
au sommet J.Marmet-E.Schmied , H. von Gunten-A.Reist .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
mais la course aux trois autres a déclanché une formidable offensive politique : il s' agit de s' assurer les autorisations pour 1957 , ou au moins pour 1958 .
Je souhaite de tout coeur que cette mise aux enchères des « 8000 » soit bientôt achevée , afin que les ambitions et amours-propres nationaux baissent le ton , pour le plus grand bien de l' alpinisme et du paisible travail scientifique .
- « Chanson politique - Vilaine chanson !
» - Les nouvelles prescriptions du Gouvernement népalais pour les expéditions étrangères - arrivées tout récemment de Kathmandou - scrupuleusement traduites , disent ceci :
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
En outre elle assurera son entretien complet et lui fournira sac de couchage et tout l' équipe pendant la durée de l' expédition .
3. Tous les frais de voyage de l' officier de liaison , à partir de Kathmandou et retour sont à la charge de l' expédition .
4. L' expédition bornera son programme d' activité à la montagne ou à la région pour lesquelles l' autorisation a été accordée .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
6. A son retour , l' expédition doit remettre au Gouvernement du Népal un rapport exact sur son activité .
7. L' expédition doit préalablement présenter un plan précis indiquant les routes népalaises qui seront suivies .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
10. En cas d' accident , l' expédition doit verser au blessé ou à la famille du défunt une indemnité proportionnelle aux circonstances .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
Copies de toutes les photographies prises au cours de l' expédition doivent être soumises au Gouvernement avant qu' aucune ne soit publiée .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
Tout doit être soumis au Gouvernement népalais avant d' être publié où que ce soit . Seuls sont libres les renseignements personnels .
14. Toutes les demandes d' autorisation pour une expédition dans l' Himalaya népalais doivent être légalisées par le Gouvernement de l' impétrant avant d' être présentées au Gouvernement du Népal .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette « zone interdite » inclurait presque toutes les hautes montagnes népalaises , ce qui , pratiquement , enlèverait tout sens aux expéditions himalayennes à travers le Népal .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?
Chacun n' est pas disposé à signer un contrat qui vous lie les mains et qui est , au surplus , irréalisable en fait .
« Corde trop tendue casse .
» Lorsque le Dhaulagiri , dernier « 8000 » népalais , aura été gravi , c' est le Karakorum qui attirera les grimpeurs , et le Gouvernement pakistanais , qui n' a pas à tenir compte des voeux de l' Inde ou de la Chine rouge , a montré ces dernières années beaucoup de compréhension et de bonne volonté à l' égard de maintes expéditions . ( Traduit par L. S. )

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Himalaya-Chronik 1956
MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
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In letzter Zeit sind die Höhenzahlen der grossen Himalaya-Berge in Fluss gekommen , was zu einem argen Durcheinander führte .
Wie ist eine derartige Unsicherheit selbst bei den berühmtesten , seit hundert Jahren bekannten und oft vermessenen Bergen zu erklären ?
Es sind vor allem drei Fehlerquellen , die heute anders bewertet werden als früher :
die Grosse der Lichtbrechung , die zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten stark wechselt , die Schwere-Ablenkung durch die Massenanziehung des Himalaya und die Geoid-Korrekturen .
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Für Chomo-Lungma ( Mount Everest ) ergaben sechs Berechnungen aus den Jahren 1849 und 1850 einen Mittelwert von 8839,8 m , sechs Berechnungen aus den Jahren 1881-1902 lieferten ein Mittel von 8882,2 m. Auch diese Zahl wurde als noch zu niedrig angezweifelt , und die ( nicht amtlichen ) Schätzungen gingen bis über 8900 m hinaus .
Die neue offizielle Kote , die 1955 ausgegeben wurde , ist jedoch nur 8847,60 oder abgerundet 8848 m. Das ist also die Zahl , an die man sich nunmehr zu halten hat .
Für den Kangchendzönga wurde bisher nur bekannt , dass die alte Höhenzahl von 8579 m um etwa 60 ft .
Die neue offizielle Kote ist meines Wissens noch nicht publiziert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
Denn auch beim Makalu wird die seit einem Jahrhundert gültige Höhenzahl 8470 m jetzt aufgegeben ;
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Am schlimmsten ist es beim Cho Oyu , für den schon seit einiger Zeit zwei Höhenzahlen - 2 Die Alpen - 1957 - Les Alpes 17 8153 m und 8189 m - in Konkurrenz standen . Eine Neuberechnung ist anscheinend bisher noch nicht vorgenommen worden .
Dhaulagiri , der « Mont Blanc » des Himalaya , der einst als höchster Berg der Erde galt , wurde bisher mit 8172 oder 8167 m angegeben . Die neue Kote ist jedoch 8222 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Neuberechnung unter Berücksichtigung aller heute bekannten physikalischen Faktoren erfordert ziemlich viel Zeit .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
In unserem Überblick über die wichtigeren Expeditionen der jüngsten Vergangenheit beginnen wir wieder mit dem östlichsten Achttausender :
1. Vom Kangchendzönga ist bergsteigerisch nicht viel Neues zu melden .
Die grossartige Erstersteigung wurde ja bereits in unserer « Himalaya-Chronik 1955 » behandelt ( « Die Alpen » 1956 , Nr. 4 ) .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
2. Dasselbe gilt für den fünfthöchsten Berg der Erde , den formenschönen Makalu ( 8481 m ) . Das hübsche Buch von Jean Franco ( « Makalu » , Grenoble-Paris :
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Die Tektonik des nepalischen Hochgebirges entschleiert sich allmählich und ist tatsächlich so grandios , wie man es - schon rein gefühlsmässig - erwarten durfte .
3. Auf der Ostseite der Makalu-Gruppe hat sich der Arim-Fluss bis etwa 1200 m eingeschnitten , eines der grossartigsten Durchbruchstäler , die es auf der Erde gibt .
Schon 1930 habe ich darüber geschrieben :
« Der eigentliche Himalaya ist trotz seiner Höhe nicht Wasserscheide ;
diese wird vielmehr von weiter nördlich gelegenen , niedrigeren Höhenzügen gebildet .
Flüsse wie z.B. der Arun ( zwischen Makalu- und Kangchendzönga-Gruppe ) oder die Tista ( östlich des Kangchendzönga ) entspringen auf der Nordseite des Himalaya und haben sich in ungeheuren Schluchten südwärts durch den Gebirgswall durchgefressen .
Derartige Durchbruchstäler bloss durch rückschreitende Erosion zu erklären , ist nicht möglich .
Offenbar flössen diese Ströme bereits zum Indischen Ozean , als es noch keine himmelstürmende Great Himalaya Range gab , und sie hielten mit der Gebirgsaufwölbung Schritt .
Die Hebung einer südwärts gelegenen Zone zur Hauptkette erfolgte also so allmählich , dass die Flüsse sich im gleichen Tempo einschneiden und ihren alten Lauf im wesentlichen beibehalten konnten .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sein Sherpa war Da Temba ( Himalayan Club : Sherpa-Liste Nr.212 ) .
4. Die schweizerische Grossexpedition 1956 - von der SSAF sorgfältig vorbereitet und organisiert , von Albert Eggler mustergültig geleitet und von den Berner Bergsteigern in vorbildlicher Kameradschaft durchgeführt - wurde zu einer der erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte des Himalaya .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Um nicht Allbekanntes zu wiederholen , möge es hier genügen , auf einige der wichtigsten Publikationen hinzuweisen :
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
- « Berge der Welt » , Bd.XI ( 1956/57 ) , S. 161-177 .
Über den spektakulären bergsteigerischen Erfolgen wollen wir die wissenschaftliche Erforschung des Everest-Gebietes nicht vergessen :
1952 Augustin Lombard geologisch , Albert Zimmermann botanisch , 1952 und 1953 L. G. C.Pugh physiologisch , 1954 Helmut Heuberger geographisch , 1954 und 1955 Pierre Bordet und Michel Latreille sowie - unabhängig von den Franzosen arbeitend -Toni Hagen geologisch , 1955 Erwin Schneider kartographisch , 1956 Fritz Müller und Arthur Durst glaziologisch und meteorologisch .
Die Chomo-Lungma-Gruppe wird allmählich zum bestbekannten Gebiet des Himalaya .
5. Für den Winter 1956/57 ist eine australische Expedition unter der Führung von Peter C. Bryne angekündigt worden , die sich in Solo Khumbu ( wieder einmal ) auf die Yeti-Suche begeben will , d.h. auf die photographische « Schneemenschen»-Jagd ( vgl. auch 12. dieser Chronik ) . Näheres ist bisher noch nicht bekannt geworden .
6. Über die schottische Frauenexpedition , die im Frühjahr 1955 nordöstlich von Kathmandu im Jugal Himal tätig war , wurde bereits in der letztjährigen Chronik ( « Die Alpen » 1956 , S. 81 ) kurz berichtet . Inzwischen ist das Buch herausgekommen :
Monica Jackson and Elizabeth Stark , « Tents in the Clouds » ( London :
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
Die Expedition musste umkehren .
1955 hatte der Berg Ruhe , doch wurden offenbar die notwendigen diplomatischen Vorarbeiten geleistet .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
Bisher hatte man sich auf der Nordostseite des Massivs gehalten : von dem Dorfe Sama ausgehend über den Manaslu-Gletscher , Naike-Col ( 5600 m ) und Nordsattel ( 7100 m ) zum Plateaugletscher , ein nicht schwieriger , aber sehr langer Weg , der neun Lager erfordert hatte .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Nach den bisherigen Messungen hat der Manaslu auf den Meter genau die gleiche Höhe wie der Nanga Parbat ( 8125 m ) ; beide stehen an der 8. und 9. Stelle der Rangliste .
Die Japaner haben mit einer wirklich bewunderungswürdigen Zähigkeit um diesen Berg gekämpft Auf die genauen Berichte und Bilder von ihrer erfolgreichen Expedition 1956 darf man gespannt sein .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
1953 die Expedition des AACZ , 1954 die erste argentinische Expedition , die bis etwa 7950 m vordrang und nur durch einen Wettersturz um den Gipfelsieg gebracht wurde , 1955 die schweizerisch-deutsche « Vegetarische Himalaya-Expedition » und 1956 die zweite argentinische Expedition .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Wenn die Pressemeldungen stimmen , wurde nur eine Höhe von etwa 7200 m erreicht .
Für 1957 scheint eine französisch-schweizerische Expedition in Vorbereitung zu sein , und falls auch dieser der Sieg versagt bleiben sollte , möchten die Argentinier 1958 zum dritten Male antreten .
Der Dhaulagiri ist eben ein technisch schwieriger und gefährlicher Berg , doch auch ihm wird die Stunde schlagen ... vielleicht sogar bald .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
In West-Nepal arbeitet seit Herbst 1956 Dr. Toni Hagen .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
12. In das Chandra-Tal entwässert auch das im südlichen Lahul gelegene Kulti-Gletscherbecken , wo 1955 eine Expedition der Royal Air Force Mountaineering Association unter Leitung von Captain A.J.M.Smyth arbeitete ( s. « Die Alpen » 1956 , S.85 oben ) .
Darüber ist kürzlich ein höchst interessanter Bericht von Squadron Leader L.W.Davies veröffentlicht worden ( « Alpine Journal » No . 293 , Nov .
Ich bringe daraus - in Übersetzung - ein paar Ausschnitte :
« ... wir gelangten zu drei grossen Fusstapfen an der Kante einer Schneeinsel inmitten des grossen Gletscherbaches zu unserer Rechten .
Offenbar war hier ein Tier aus dem eisigen , rasch fliessenden Wasser auf die Insel hinaufgestiegen .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Darum sahen wir uns nun gut um , wo das Tier in das Wasser hineingegangen war . Bald war die Stelle gefunden :
Von dort aus folgten wir der Spur rückwärts , also auf der steilen westlichen Talseite und in der Richtung , aus der das Tier gekommen war .
wo es dafür zu steil wurde , war es auf seinem Hinterteil heruntergerutscht . Sorgfältige Prüfung zeigte , dass es bei dieser sitzenden Abfahrt die Hände benützt hatte , manchmal zum Bremsen , manchmal um nachzuhelfen .
Der Abstand zwischen linken und rechten Handspuren war etwa drei Schritt .
Nachdem wir die Grosse der Fusstapfen ausgemessen hatten , gingen wir flussaufwärts bis zu einer Schneebrücke und dann am jenseitigen Ufer wieder zurück bis zu der Stelle , wo wir die Fährte zuerst entdeckt hatten .
Hier war das Wasser etwa 1 ½ m tief , die starke Strömung hatte den Uferrand unterhöhlt - trotzdem konnten wir keine Spur von Vorderpfoten oder Händen sehen .
Was es auch war - dieses Wesen , das hier gegangen war , muss ausserordentlich gross gewesen sein , denn es war aus dem tiefen Wasser heraus einfach auf den Rand der Insel getreten .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Jetzt änderte sich diese Haltung gänzlich .
,Zarur Sahib , yeh balu nay hai ' , rief er aus . ( ,Das ist bestimmt kein Bär ! ' )
Gestern nachmittag hatte er mir bei meinen photographischen Arbeiten 300 Schritt talaufwärts geholfen .
Wir konnten nun feststellen , dass unsere Fusstapfen sich seitdem nur um etwa 3 mm rund herum vergrössert hatten .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden .
Obendrein hatten wir dieses Gebiet am vorhergehenden Tage etwa um 15.30 Uhr verlassen . Wir wussten , dass dieses Geschöpf seitdem , zwischen dem 11. Juni 1955 , nachmittags , und dem 12. Juni , frühmorgens , das Tal gequert hatte .
Ein sorgfältiges Studium der Fusstapfen an der Kante der Insel zeigte deutlich , dass ,Es ' aus dem Fluss heraufgestiegen war , als der Schnee hart gefroren war , also in der Nacht oder am frühen Morgen .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
Jeder Fuss hatte fünf breite Zehen , und die grosse Zehe war besonders stark ausgebildet .
Der Fuss-eindruck hatte eine Länge von gut 30 cm und eine Breite von 20 cm und war an manchen Stellen etwa 28 cm tief , wo ich selbst kaum 4 cm einsank .
Dieses tiefe Einsinken in hartem Schnee beweist , dass das Tier sehr schwer sein muss .
Stundenlang folgten wir den Spuren , was durch die vielen Schneeinseln und Gletscherbäche sehr erschwert wurde .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Nirgends hatte es sich auf allen Vieren bewegt .
Der Abstand von einer Fusstapfe zur anderen war fast doppelt so gross wie meine eigene Schrittlänge .
Schliesslich gaben wir die Jagd auf und kehrten zum Basislager zurück .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Swami Pranavananda hat kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben ( ,The abominable Snowman ' in ,The Alpine Journal ' , Nr. 292 , May 1956 , S. 110-117 ) in der offenbaren Absicht , der ,Yeti-Legende ' den Garaus zu machen .
Leider kann er nicht den Anspruch erheben , jemals eine derartige Spur gesehen und untersucht zu haben .
Er berichtet nur aus zweiter Hand , verschiedene Tibeter hätten bezeugt , dass Spuren , die anfänglich einem Yeti zugeschrieben wurden , sich dann als Fährten eines roten ( wir würden sagen : braunen ) Bären herausgestellt hätten .
Das ist natürlich nur ein Scheinargument . Es ist doch sehr bedeutsam :
Wann immer von einer neuen Art berichtet wurde - stets waren zahlreiche Sachverständige nur allzu bereit , feierlich zu bezeugen , dass so etwas nicht existieren könne .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Es dauerte noch so manches Jahr , bis Europa den Gorilla als Tatsache anerkannte .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Spezialisten haben die Existenz dieser unbekannten Lebewesen lange hartnäckig bestritten .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
In den weiten , unerforschten Gebieten des Himalaya hat die Fauna reichlich Gelegenheit , zu beobachten , ohne beobachtet zu werden .
Dass die meisten Yeti-Berichte von Einheimischen stammen , liegt zweifellos daran , dass diese eben dort leben und mehr Möglichkeiten haben , einem Yeti zu begegnen , als die Handvoll Europäer , die mit bergsteigerischer Zielsetzung kommen , obendrein meist in der warmen Jahreszeit , wenn die Schneegrenze hoch liegt und wenn es viel Futter gibt .
In dieser Hinsicht ist es sehr bemerkenswert , dass die Schneegrenze 1955 in Lahul ungewöhnlich weit herunter rückte . Wir mussten ja sogar unser ursprünglich vorgesehenes Forschungsgebiet , die Wasserscheide des Shigri Glacier , aufgeben und uns mit dem ( niedrigeren ) Kulti Himal begnügen .
Wladimir Tschernezky , der vielleicht als erster den Begriff ,Yeti ' wissenschaftlich untersucht hat , Verglich dieses geheimnisvolle Lebewesen mit dem jetzt ausgestorbenen Gigantopithecus .
Es sei vielleicht eher ein affenähnlicher Mensch als ein menschenähnlicher Affe . Die ängstliche Scheu , welche die Einheimischen , insbesondere die Sherpas , gegenüber dem Yeti empfinden , sei eine Folge seiner Raublust und seiner Intelligenz .
Tschernezky bestätigte auch , dass unsere Kulti-Spuren eine sehr grosse Ähnlichkeit mit den früheren authentischen Berichten und Photographien aufwiesen ... » Soweit L.W.Davies , der mutige Fliegeroffizier , der den « Fluch der Lächerlichkeit » nicht gescheut hat .
Zwei gute , lehrreiche Photos ergänzen noch seine gewichtigen Ausführungen .
Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht , dass mit dem Schlachtruf « Bär !
» und mit ein paar spöttischen Bemerkungen das etwas unheimliche « Schneemenschen-Problem » nicht gelöst ist .
Vgl. auch Ralph Izzard : The Abominable Snowman Adventure ( London : Hodder & Stoughton 1955 ) .
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
Hervorragend gezeichnete Panoramen , hübsche Photos , eine sehr brauchbare Kammverlauf-Karte und eine Bibliographie von 55 Nummern tragen sehr wesentlich zur Kenntnis dieses bisher etwas stiefmütterlich behandelten Gebietes bei . Die Gipfelhöhen halten sich zwischen 5800 und 6300 m. Es sind also für Himalaya-Verhältnisse ziemlich bescheidene Berge , nicht überalpin , sondern bloss alpin , jedoch landschaftlich reizvoll und zum Teil noch wenig bekannt - ein gutes Arbeitsfeld für Klein-Expeditionen , die nicht viel Zeit und Geld zur Verfügung haben .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
Das bergsteigerische Ergebnis bestand in zwei kleinen Sechstausendern und mehreren Passüberschreitungen .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
jedenfalls wurde aber gemeldet , dass Jayal diesen Berg für hoffnungslos erklärt habe .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Für die meisten , die das weltberühmte Bild von Vittorio Sella aus dem Jahre 1909 anstaunten , galt er fast als Symbol , als Verkörperung des Unmöglichen .
Allerdings habe ich bereits 1939 in meinem « Baltoro » ( Basel : Benno Schwabe ) auf S.66/67 geschrieben :
« Wenn man ihn vom oberen Baltoro her betrachtet , wirkt es beinahe vermessen , an eine Besteigung auch nur zu denken .
Bei näherer Prüfung , auch in der Querrichtung , zeigt sich aber meines Erachtens doch eine Chance :
Die Wände sind zwar hoffnungslos ;
auch der Südostgrat , der den .Black Tooth ' trägt , ist nicht sehr vielversprechend .
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
Den Sattel am Fusse des Westgrates müsste man vom Chagaran-Gletscher zu erreichen suchen . » Genau auf dieser Route , die ich einst vorgeschlagen habe , wurde der Mustagh-Turm jetzt von einer britischen Expedition unter Leitung von J.Hartog erobert , und zwar sogar von zwei Seilschaften am 6. und 7. Juli 1956 .
Die erfolgreichen Bergsteiger waren :
Hartog , J. Brown , I. McNaught-Davis und Dr. Tom Patey .
Vom letzten Lager ( 6400 m ) erreichten sie den Gipfel über den Westgrat ;
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot und als Arzt Dr. François Florence , als pakistanischer Verbindungsoffizier Cwpt.Ali Usman .
Am 31. Mai war man in Askole , am 2. Juni hätte es in Bardumal ( « Bagdomal » ) fast eine Katastrophe gegeben , als eine mächtige Rufe das ganze Lager zu vernichten drohte , am 5. Juni war Urdokas erreicht .
Hier wurde Magnone sich darüber klar , dass die britische Expedition - « eine der besten Bergsteiger-Mannschaften , die man auf die Beine stellen kann » - sich ebenfalls den Mustagh-Turm vorgenommen und schon einen grossen Vorsprung hatte .
Seit zwei Wochen standen die Engländer , die über Mustagh- und Chagaran-Gletscher aufgestiegen waren , im Angriff auf den Westgrat , und sie waren schon hoch am Berg .
Für die Franzosen eine heikle Situation :
Der englischen Route zu folgen , kam nicht in Frage .
Man wollte die britischen Kameraden keinesfalls stören , und überdies waren diese so weit voraus , dass sie wahrscheinlich sowieso als erste auf dem Gipfel sein würden .
Sollten sich die Franzosen nicht lieber ein anderes bergsteigerisches Ziel am oberen Baltoro suchen ?
Aber daraufwar man nicht vorbereitet , und die Träger hatten dafür auch nicht genügend Proviant .
Schliesslich war man ja diesmal dazu ausgezogen , technisch schwierige Probleme zu prüfen .
Also wurde beschlossen , sich die anderen Seiten des Turmes anzusehen , ob es vielleicht über den Nordgrat oder auf der Südseite eine mögliche Route gäbe .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
- kosteten ein paar Tage .
Erst am 12. Juni konnte das Basislager bei etwa 4500 m errichtet werden , auf dem mittleren Younghusband-Gletscher ( auch Biange-Gletscher genannt ) , wo sich der östliche und der westliche Gletscherarm vereinigen , also am Fusse des Südostgrates des « Schwarzen Zahns » ( 6719 m ) . Nun begannen die Erkundungen :
Die erste dreitägige Exkursion führte über den östlichen Gletscherarm zum tiefsten Punkt ( etwa 5600 m ) zwischen dem « Mount Steste » und dem Mustagh-Turm , also an den Fuss seines « Nordgrates » .
Welche Enttäuschung !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Also zurück zum Basislager .
Am 17. Juni gelang es , durch den 900 m hohen Eisfall des Westgletschers , also auf der Südseite des « Black Tooth » , einen Durchstieg zu finden , und sofort wurde begonnen , 300 m Kabel durch die untere Séraczone zu spannen und eine Seilwinde auf einer Felsnase über dem Gletscher zu installieren , da ... schneite es zehn Tage lang .
Das einzige , was man inzwischen machen konnte , war ein Besuch bei der « Konkurrenz » auf der anderen Seite des Berges , um die anfängliche Verstimmung durch eine offene Aussprache zu beheben .
Das gelang , Engländer und Franzosen schieden als gute Kameraden .
Endlich klarte es auf , mit allen Kräften ging man ans Werk , auch die Hunza-Träger taten ihr Bestes , und Ende Juni stand Lager 1 ( 5100 m ) , am 2. Juli Lager 2 ( 5400 m ) . Lager 3 ( 6000 m ) musste auf dem Felssporn erstellt werden , der vom « Black Tooth » herabzieht .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Das Allerschlimmste aber war die « Grande Barrière » oberhalb Lager 3 , eine senkrechte Felsstufe , der eine 200 m dicke Eisschicht auflag , und diese Wand sperrte den Zugang zum Berg in ganzer Breite .
Das kostete wieder mehrtägige harte Arbeit und 300 m fixe Seile .
sie standen oberhalb der Eiswand auf einem kleinen Hängegletscher .
Dr. Florence , der bergtüchtige Expeditionsarzt , und die beiden besten Hunzas , Aminula und Gerikhan , die bis hier herauf mitgekommen waren und wacker geschleppt hatten , kehrten um , und zurück blieben nur die vier Bergsteiger der Gipfelmannschaft . In brütender Hitze stampften sie mit langsamen Bewegungen den tiefen Schnee fest , den Platz für Lager 4 ( 6300 m ) .
Über ihnen erhob sich der Turm noch rund tausend Meter hoch in einer Steilheit , die auch den grössten Optimisten bedenklich stimmen konnte .
Die einzige Route , die praktisch in Frage kam , war der Südostgrat .
Am 7. Juli entdeckte Robert Paragot plötzlich zwei dunkle Pünktchen , die sich dort oben gegen den Himmel abzeichneten :
die britische Expedition betrat den Gipfel .
Doch die Franzosen hatten ja damit gerechnet und liessen sich dadurch gar nicht anfechten .
Vorwärts !
Die Kante des Südostgrates zu erreichen , war ungewöhnlich schwierig .
Die ersten beiden Seillängen über dem Bergschrund - noch am 7. Juli - hatten Stunden gekostet , 250 Höhenmeter erforderten zwei Tage .
Sechs Stunden Steigeisenarbeit an der Grenze des Gleichgewichts , verglaste steile Platten , die nur mit Hakentechnik zu bewältigen waren , endlich konnten sie in einer Scharte auf den Grat aussteigen .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Mittags verschwand die Sonne hinter dichten Wolken .
Auf dem Grat folgte eine tiefe Scharte der anderen , es ging so langsam vorwärts , dass sie um 16 Uhr erst hundert Meter in der Hori- zontale geschafft hatten , nun fing es auch noch an zu schneien , also ... zurück nach Lager 4 !
Alles , was ihnen noch von Seilen geblieben war , wurde beim Abstieg in der Wand fixiert .
Zwei Tage mussten sie nun im Zelt abwarten .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Dank den Seilen ging es bis zur Gratscharte sehr flott , doch als sie neu spuren mussten , sanken sie bis zum halben Oberschenkel ein .
Senkrechte Türme sperrten den Weg .
Links steile , vereiste Platten , rechts fauler Schnee und Wächten über dem Younghusband-Gletscher .
Um 16 Uhr standen sie am Fusse des dritten und letzten grossen Turmes , und hinter ihm erschien - scheinbar zum Greifen nahe - der Gipfel , aber in Wahrheit hatten sie die 6900-m-Linie noch nicht überschritten .
Es wurde Zeit , einen Biwakplatz herzurichten , zwei schmale Bänder , die Hakensicherung erforderten .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Der 12. Juli - es wird hell , Federwolken kriechen über den Himmel , Eile tut not .
Endlich , um 13 Uhr ... der Gipfel , so scharf , dass man darauf kaum stehen kann , und nach ein paar Augenblicken wird der Abstieg angetreten , denn seit einer halben Stunde schneit es bereits !
Es geht hinunter , im Wettlauf mit der Nacht , doch umsonst :
Als sie in der Scharte sind , ist es schon vollständig dunkel .
Sie seilen sich 50 m ab und gelangen zu den fixen Seilen .
Nun sind sie unter dem Bergschrund , wo Florence sie tief bewegt erwartet .
Endlich . . Lager 4 !
Als sie am 19. Juli auf den Baltoro-Gletscher kamen , wurden sie von Dr. Patey , dem Arzt der englischen Expedition , begrüsst , der die Hilfe seines französischen Kollegen bei der Behandlung von Hartog erbat .
Die Frostschäden an den Füssen des britischen Expeditionsleiters waren leider schwer , die Engländer warteten schon seit einigen Tagen in Urdokas .
An diesem herrlichen Platz , der schon für so viele Baltoro-Unternehmungen eine grosse Rolle gespielt hat , sassen nun die Teilnehmer der beiden « Konkurrenz»-Expeditionen in aller Freundschaft bei einem festlichen Mahl zusammen und freuten sich des doppelten Erfolges über einen der schönsten und schwierigsten Himalaya-Berge .
La Tour de Mustagh . « La Montagne » , oct. 1956 , p.261-270 .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Hätte ich auf der I.H.E. 1934 gute Hochträger gehabt ; dann hätte ich es ernsthaft versucht .
» Das nahm sich die « Österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien zu Herzen und bereitete für 1956 eine Baltoro-Expedition mit diesem Hauptziel vor .
Die Mannschaft setzte sich aus sechs Bergsteigern und zwei Wissenschaftlern zusammen :
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Aufnahme in Pakistan war sehr freundlich , doch trotz aller Hilfsbereitschaft der Behörden mussten die Österreicher in Rawalpindi neun Tage warten , bis das Wetter ihren Flug mit dem ge^ samten Gepäck nach Skardu gestattete ; denn dieser landschaftlich einzigartige Flug dicht am Nanga Parbat vorbei und durch das enge Industal gilt als eine der gefährlichsten Luftrouten überhaupt und kann nur bei tadelloser Sicht gewagt werden .
So wurde Skardu , die Hauptstadt von Baltistan , erst am 27. April erreicht .
Auf Verlangen des Verbindungsoffiziers Captain Quain Ali Shah wurden die zu schweren Traglasten auf je 27 kg umgepackt .
Die Trägerlöhne sind auch in Pakistan stark erhöht worden :
Im besiedelten Gebiet bekommt ein « Talträger » 3 Rupies ( Fr. 2.70 ) pro Tag und muss sich davon selbst beköstigen .
Oberhalb Askole ( 3050 m ) steigt der Tagessatz auf 4 Rupies ( Fr. 3.60 ) , und die Verpflegung geht zu Lasten der Expedition .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
In Paiju , der letzten Oase vor dem Baltoro-Gletscher , verlangten die Träger die ihnen laut Reglement zustehenden Schuhe .
Man hatte 250 Paar mitgebracht , aber leider die normale , d. h. zu schmale europäische Form .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Das wird leider immer wieder vergessen , was zu grossen Unannehmlichkeiten führt .
Das Oberleder ( die Steifkappe ) musste aufgeschlitzt werden , damit die armen Kerle ihre gutgeformten ( nicht durch europäisches Schuhwerk deformierten ! ) breiten Füsse überhaupt hineinzwängen konnten .
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Das Gros rückte in drei Tagemärschen bis auf den berühmten Concordia-Platz vor , geriet dort aber in einen Schneesturm .
Nun waren die meisten « Talträger » nicht mehr zu halten und kehrten in ihre Heimatdörfer zurück .
Nur 68 Mann erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit , wenigstens das Gepäck vom Depot Urdokas nach Concordia zu schaffen .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Für die Österreicher war es nur ein Zwischenlager , weil sie ihr Standlager ja beim Einfluss des « Südlichen Gasherbrum-Gletschers » in den « Abruzzi-Gletscher » errichten mussten , etwa dort , wo 1934 das Lager 5a ( 5250 m ) der I.H.E , auf der Moräne gestanden hatte . Am 25. Mai trafen die ersten Bergsteiger und Träger dort ein .
Nach einer zehntägigen Akklimatisierungsperiode wurde ein Weg durch den sehr zerrissenen « Südlichen Gasherbrum-Gletscher »zum Fusse des Gasherbrum II erkundet . Aus dem oberen Gletscherbecken ziehen zwei Gratrippen durch den Steilwandgürtel zur grossen Firnterrasse des Gasherbrum II hinauf .
Die Österreicher entschieden sich jedoch für den wahrscheinlich etwas leichteren Südwestsporn und erstellten an seinem Fusse bei etwa 6000 m ihr Hochlager I. Am 11. Juni wurden die ersten Lasten hingeschafft , am 13. , 15. und 17. Juni war der Pendelverkehr im vollen Gange .
Dann aber hielt eine zehntägige Schlechtwetterperiode mit starken Schneefällen die Bergsteiger im Hauptlager fest .
Erst am 30. Juni konnten sie wieder zum Hochlager I aufsteigen und sahen zu ihrer grössten Bestürzung , dass inzwischen eine riesige Lawine fast alle dort deponierten Lasten verschüttet hatte .
Sie hatten den Platz für völlig lawinensicher gehalten :
ebener Gletscherboden - und die Hänge darüber waren terrassiert .
Aber die grossen Himalaya-Lawinen laufen eben weite Strecken auch über ebenen Grund .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Zwei Tage lang wurden Gräben gezogen und Schächte ausgehoben , um wenigstens etwas von den unersetzlichen Zelten , Seilen , « Schlosserei » , Proviant usw. zu bergen , aber alle Mühe war umsonst .
Was nun ?
Wenn man sich nicht geschlagen geben wollte , musste man das ganze Programm umstellen und das Risiko eines Blitzangriffes auf sich nehmen :
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 3. Juli kamen Larch und Reinagl nach Lager II und legten am 4. Juli eine Spur über Eiswülste bis zu einer Gratschulter , dem Platz für Lager III ( 7150 m ) . Dieser Aufstieg war für die vier Hochträger , die am 6. Juli hier eingesetzt wurden , eine harte Arbeit , aber die Balti-Tiger hielten sich sehr tapfer und beförderten - von ihren Sahibs gut gesichert - ihre schweren Lasten bis auf die Gratschulter .
Allerdings waren sie dann stark abgekämpft .
Die nun folgende Eisflanke war sehr steil und hatte eine Auflage von Pulverschnee .
Um auch hier die Träger verwenden zu können , hätte der Hang in vieltägiger Arbeit sorgfältig hergerichtet werden müssen , und dafür reichte die Zeit keinesfalls aus .
Also mussten die Bergsteiger von hier ab ihre Lasten selbst tragen , was bedeutete , auf das ursprünglich vorgesehene Lager IV zu verzichten und von einem Hochbiwak aus den Gipfelsturm zu wagen .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Jeder kroch in seinen leichten Dralon-Schlafsack ;
ausserdem hatten sie noch einen gemeinsamen Biwaksack .
Es wurde eine grimmig kalte Nacht , so dass es zu leichten Erfrierungen kam , Larch an den Zehen , Moravec an den Daumen .
Heisse Milch und etwas Weizenkeimbrot mussten als Verpflegung für den ganzen Tag ausreichen .
Eine ansteigende Querung unter der Südostwand des Gasherbrum II machte viel Mühe .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Noch 335 Höhenmeter bis zum Gipfel .
In der sehr steilen Firnwand war der Schnee von den Strahlen der Morgensonne bereits aufgeweicht , das Spuren eine furchtbare Strapaze .
Alle paar Schritte mussten sie rasten und nach Luft ringen .
Nur mit äusserstem Willenseinsatz kämpften sie sich aufwärts , Meter um Meter .
Das letzte Hindernis war eine Felsstufe und - am 7. Juli um 13.30 Uhr betraten sie den Gipfel des Gasherbrum II ( 8035 m ) , ein kleines Firnplateau , das von zwei kaum mannshohen Felszacken gekrönt ist .
Erschöpft sanken sie in den Schnee .
Erst nach einiger Zeit waren sie imstande , die unerlässlichen « Kulthandlungen » auszuführen :
Eispickel mit dem österreichischen und dem pakistanischen Wimpel , Bau eines Steinmanns , Ersteigungsdaten in einer leeren Filmdose , Muttergottes-Medaillon usw. Es war so warm , dass sie sogar die Anoraks ausziehen konnten und eine Stunde auf dem Gipfel blieben .
Das Wetter war strahlend schön , die Aussicht klar bis in die weitesten Fernen .
Der Abstieg verlief glatt , und obwohl es abends wieder zu schneien begann , waren sie um 19.30 Uhr in Lager III ( 7150 m ) . Am nächsten Tage , in Lager II , wurden sie von den Hochträgern begeistert begrüsst und stürmisch gefeiert .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Dieser bewunderungswürdige Erfolg tröstet die « österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien hoffentlich über eine etwas bittere Enttäuschung hinweg :
Zwölf Tage nach der Bezwingung des Gasherbrum n , also am 19. Juli 1956 , machten drei Teilnehmer der « österreichischen Himalaya-Karakorum-Expedition 1956 » - Hans Ratay , Heinrich Roiss und Dr. Georg Weiler - die zweite Ersteigung des Sia-Kangri-Westgipfels ( ca.7315 m ) .
Die Erstersteigung war am 3. August 1934 vier Mitgliedern der « Internationalen Himalaya-Expedition 1934 » gelungen - Hans Erti , Albert Höcht , Frau Hettie Dyhrenfurth und G.O.Dyhrenfurth .
Es war die bekannte , in zwei Büchern beschriebene ( siehe unten ) und in der alpinen Literatur oft besprochene Bergfahrt , auf der ein « bergsteigerischer Höhenweltrekord für das weibliche Geschlecht » aufgestellt wurde .
Ich würde unseren Nachfolgern - nach 22 Jahren - gern herzlich zu ihrem Erfolg gratulieren , aber ... sie haben leider geglaubt , die Erstersteigung eines noch ganz unbekannten und 7729 m hohen Berges gemacht zu haben , sie haben diesen Gipfel « Austria-Peak » getauft und in der « österreichischen Touristenzeitung » vom Januar 1957 auch sonst allerlei Irrtümer publiziert , deren sachliche Berichtigung unvermeidlich ist :
( 1 ) Wie ist die merkwürdig genau klingende Höhenzahl 7729 m zustande gekommen ?
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Die « I.H.E. 1934 » hat sicherheitshalber alle vier Gipfel erstiegen .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
( 3 ) Ein seit Jahrzehnten bekannter , bestiegener und von der « Karakoram Conference » offiziell Sia Kangri benannter Berg darf natürlich nicht plötzlich ohne jeden Grund umgetauft werden .
Der Name « Austria-Peak » ist also schleunigst wieder einzuziehen - auch wenn Staatspräsident Iskander Mirza auf Grund ganz irriger Voraussetzungen diese Taufe genehmigt hat ( 4 ) Der breite Sattel zwischen Baltoro Kangri ( früher « Golden Throne » , 7312 m ) und Sia Kangri ist der seit einem halben Jahrhundert wohlbekannte Conway Saddle ( 6300 m ) , der von der italienischen Karakorum-Expedition ( Herzog von Spoleto , Prof. Desio ) 1929 wiederholt besucht und vermessen worden ist Die « I.H.E. 1934 » hatte im Conway-Sattel sogar wochenlang ihr oberes Standlager , und sie hat ja von dort aus alle Gipfel des Sia Kangri und den Südostgipfel des Baltoro Kangri erstiegen .
Es wirkt geradezu komisch , wenn nun 1956 drei Touristen , die von all dem gar keine Ahnung haben , kurzerhand behaupten , als erste diesen Pass betreten zu haben .
Die Neutaufe « Vierma-Sattel » ist natürlich völlig indiskutabel ! Übrigens liegt der Conway-Sattel nicht zwischen Baltoro und Siachen , sondern zwischen Baltoro und Kondus-Gletscher .
Das ist der Eisstrom , auf den man von der Passhöhe hinunterblickt .
Der Siachen-Gletscher liegt weiter östlich , wie jede Karakorum-Karte zeigt .
Neu ist nur , dass die Österreicher nicht die von der « I.H.E. 1934 » wiederholt begangene und relativ sichere « Mittelrippe » benützt haben , sondern anscheinend links von unserer Route durch die steile Flanke und über mehrere Eiswülste aufgestiegen sind , also eine neue , gefährliche Variante auf den Sia-Kangri-Westgipfel gemacht haben .
Bei aller Anerkennung dieser technischen Leistung bleibt die vollständige Unkenntnis der einschlägigen Literatur erstaunlich .
Literatur :
G.O.Dyhrenfurth :
Benno Schwabe 1935 ) .
- G.O.Dyhrenfurth :
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Erst 1947 wandten sich E.E.Shipton und H.W.Tilman diesem Berge zu und gelangten auf die Gipfel-Kalotte , aber nicht bis auf den - horizontal noch ziemlich weit entfernten -höchsten Punkt .
Das wurde am 26. Juli 1956 von einer grossen chinesisch-sowjetischen Expedition unter Führung von M.Beletzky nachgeholt Es waren fünf Lager errichtet worden , das oberste bei etwa 7200 m.
21. Nördlich des Mustagh Ata , ebenfalls am Ostrande des Pamir-Plateaus , liegt der Kongur Debe ( 7681 m ) , weit und breit der höchste Berg , ein imposantes , stark vergletschertes Massiv von Himalaya-Charakter , augenscheinlich sehr viel schwerer als sein gutmütiger Nachbar .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Erstersteigung 1933 durch B.M .
Pik Korzhenewskaya , 7105 m , im Alai-Pamir , 15 km vom Pik Stalin entfernt , schwer zugänglich , erst 1953 bestiegen .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
die bisherigen Angriffsversuche haben nur bis zu einer Höhe von etwa 7000 m geführt .
Beletsky :
Mountaineeringintheü.S.S.R.«The Alpine Journal » , N° 293 ( Nov .
1956 ) , p.310-329 .
Überblicken wir noch einmal den derzeitigen « Achttausender-Status » .
Bisher wurden erstiegen :
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
5. Cho Oyu , 8189 m ( ? ) , Leiter H.Tichy , Gipfelmannschaft H.Tichy , S. Jöchler und Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m , Leiter J. Franco , Gipfelmannschaften L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G. Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux-A . Vialatte .
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
Luchsinger , ferner Mount Everest , Gipfelmannschaften J. Marmet-E .
Schmied , H.von Gunten-A . Reist .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
Shisha Pangma steht hinter dem « Eisernen Vorhang » und dürfte also noch einige Zeit unberührt bleiben , aber auf die anderen drei hat schon längst ein gewaltiger Ansturm im politischen Bereich eingesetzt - es geht um die Bewilligung für 1957 , schlimmstenfalls für 1958 .
Ich wünsche von Herzen , dass dieser « Ausverkauf der Achttausender » baldigst abgeschlossen sein möge , damit nationaler und persönlicher Ehrgeiz allmählich abklingen , zum Wohle echten Bergsteigertums und ruhiger wissenschaftlicher Arbeit !
« Ein garstig Lied !
» Die neuen Vorschriften der Regierung Nepals für ausländische Expeditionen - frisch aus Kathmandu gekommen und genau übersetzt - besagen :
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
Ausserdem ist er voll zu verpflegen und mit Schlafsäcken und allen anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen während der Expeditionsdauer zu versehen .
3. Die Expedition hat alle Reisekosten des Verbindungsoffiziers von und nach Kathmandu zu tragen .
4. Die Expedition hat ihre Tätigkeit ausschliesslich auf den Berg oder die Gegend zu beschränken , für die sie die Genehmigung von der Regierung von Nepal erhalten hat .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
6. Nach ihrer Rückkehr hat die Expedition der Regierung von Nepal einen genauen Expeditionsbericht vorzulegen .
7. Die Expedition hat im voraus einen genauen Plan zu unterbreiten , welche Route innerhalb von Nepal begangen werden soll .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
10. Bei einem Unfall hat die Expedition dem Verletzten oder der Familie des Verstorbenen Schadenersatz zu leisten , je nachdem wie die Verhältnisse liegen .
Die Einführung einer Lebensversicherung ist in Vorbereitung .
Inzwischen diene als Norm , dass für einen Verbindungsoffizier 5000.- , für einen Träger 2000.- nepalische Rupies zu zahlen sind .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
Kopien aller photographischen Aufnahmen der Expedition sind der Regierung zu unterbreiten , bevor irgend etwas publiziert werden darf .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Nur persönliche Berichte sind frei .
14. Alle Gesuche , im nepalischen Himalaya eine Expedition machen zu dürfen , sind von der Regierung des Antragstellers zu bestätigen und der Regierung von Nepal zur Prüfung vorzulegen .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese « verbotene Zone » würde fast das gesamte nepalische Hochgebirge umfassen und damit praktisch jede von Nepal ausgehende Himalaya-Expedition sinnlos machen .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?
Es ist nicht jedermanns Sache , einen tatsächlich unerfüllbaren Knebelvertrag zu unterschreiben .
« Allzu straff gespannt , zerspringt der Bogen .
» Nach der Erstersteigung des Dhaulagiri , des letzten nepalischen Achttausenders , wird der Karakorum-Himalaya stark in den Vordergrund rücken , und die pakistanische Regierung - von rotchinesischen und auch von indischen Wünschen nicht abhängig - hat so mancher Expedition in den letzten Jahren Verständnis und Hilfsbereitschaft gezeigt .

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Chronique himalayenne 1956
AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
Avec 3 illustrations
II nous est parvenu récemment un flot de cotes d' altitude des grands sommets himalayens , ce qui a amené de regrettables confusions .
Comment expliquer une pareille incertitude au sujet de sommités très célèbres , connues et mesurées depuis un siècle ?
Il y a en premier lieu trois sources d' erreurs , dont les estimations sont aujourd' hui différentes de ce qu' elles étaient auparavant :
b ) la déviation des forces d' attraction ( pesanteur ) due au voisinage de la masse de l' Himalaya ; c ) les réductions au géoïde .
On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Pour le Chomo Lungma ( Mont Everest ) , les six mesures effectuées en 1849 et 1850 donnaient une moyenne de 8839,8 m. La moyenne des six mensurations faites de 1881 à 1902 était de 8882,2 m , mais ce chiffre fut encore considéré trop bas ;
des estimations ( non officielles ) le portaient jusqu' au de 8900 m. La nouvelle cote officielle publiée en 1955 ramène la hauteur de l' Everest à 8847,6 m , soit 8848 m en chiffres ronds .
Quant au Kanchenjunga , on savait que l' ancienne cote de 8579 devait être relevée de 60 pieds ( 19,29 m ) , ce qui donnait environ 8597 m au troisième sommet du globe .
A ma connaissance , la nouvelle cote officielle n' a pas encore été publiée .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Car la cote de ce dernier , 8470 , admise pendant un siècle , doit être abandonnée .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
L' écart est encore plus grand pour le Cho Oyu auquel , depuis quelque temps déjà , on attribue deux altitudes concurrentes , 8153 et 8189 m. Il semble qu' il n' y ait pas eu de nouvelle mensuration à ce jour .
Le Dhaulagiri , le Mont Blanc de l' Himalaya , qui passait jadis pour être le plus haut sommet du globe , était coté jusqu' ici 8172 ou 8167 m. La nouvelle cote lui donne 8222 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
Les nouveaux calculs , en tenant compte de tous les facteurs géophysiques connus actuellement , exigent passablement de temps .
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Cette fois encore , nous commencerons à l' est notre revue des principales récentes expéditions à l' Himalaya .
1. Kangchenjunga .
Au point de vue alpinistique , il n' y a pas grand' chose à ajouter à ce que nous avons dit dans notre chronique himalayenne 1955 ( voir Les Alpes , avril 1956 ) de la magnifique « première » du Kantch .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Le beau livre de Jean Franco {Makalu , Arthaud ) n' ajoute guère à la relation originale et à notre chronique de l' an dernier .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
La tectonique des hautes chaînes népalaises nous est peu à peu dévoilée et s' avère aussi grandiose que nos anticipations le prévoyaient .
3. A l' est du massif du Makalu , le fleuve Arun s' est creusé jusqu' à 1200 m audessus du niveau de la mer , une cluse , un des plus formidables canons taillés dans l' écorce terrestre .
En 1930 déjà , j' écrivais à ce sujet :
« Malgré son altitude , l' Himalaya , à proprement parler , n' est pas la ligne de partage des eaux ;
celle-ci est constituée par des chaînes de hauteur moindre situées plus au nord .
Des fleuves comme l' Arun , entre les massifs du Makalu et du Kantch , ou la Tista , à l' est de ce dernier , ont leur source sur le versant nord de l' Himalaya , et se sont frayé un passage vers le sud par des gorges fantastiques entaillées dans la barrière des montagnes .
Il est hors question d' attribuer de telles cluses à l' érosion rétrograde .
Incontestablement , ces cours d' eau se déversaient déjà dans l' Océan indien avant que l' Himalaya ne dresse ses cimes vers le ciel ;
Le soulèvement de la haute chaîne s' est produit graduellement , ce qui a permis aux fleuves , dans le même temps , de creuser leur lit à travers la masse et de conserver , grosso modo , leur ancien parcours .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Il était accompagné du sherpa Da Temba ( n° 212 de la liste de l' Himalayan Club ) .
4. La grande expédition suisse de 1956 , organisée et préparée avec soin par la Fondation suisse pour explorations alpines , dirigée magistralement par Albert Eggler , et dans laquelle les alpinistes bernois firent preuve d' un esprit de camaraderie exemplaire , fut couronnée d' un succès que l' on peut qualifier d' exceptionnel .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
Pour ne pas répéter ce qui est connu de chacun , il suffira ici de mentionner les publications les plus importantes sur cette expédition :
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Hallwag , Bern . - Berge der Welt , Bd. XI , 1956/57 .
Outre les succès alpinistiques spectaculaires , il ne faut pas oublier de rappeler les recherches scientifiques dont le massif de l' Everest a été l' objet :
1952 , Augustin Lombard en géologie , Albert Zimmermann en botanique ; 1952/53 , L.G.C.Pugh en physiologie ; 1954 , Helmut Heuberger en géographie ;
Petit à petit , le groupe du Chomo Lungma devient la région la mieux connue de l' Himalaya .
5. Une expédition australienne dirigée par Peter C.Bryne est annoncée pour l' hiver 1956/57 . Elle se rendra à Solo Khumbu afin d' y poursuivre les recherches sur le « Yèti » , c' est qu' elle se livrera à la chasse à l' homme des neiges ( cf. le n° 12 de la présente chronique ) .
6. La chronique himalayenne de l' an dernier ( voir Les Alpes 1956 , p. 80 ) , a déjà brièvement parlé de l' expédition féminine écossaise qui a opéré au printemps 1955 dans la région du Jugal Himal , au NE de Kathmandu .
Entre temps a paru le livre de Mrs. Monica Jackson et Elizabeth Stark , Tents in the Clouds ( Collins , London ) , écrit allègrement et joliment illustré .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' expédition dut faire demi-tour .
La montagne fut laissée en repos en 1955 , tandis que se poursuivait l' inévitable préparation diplomatique à son sujet .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Jusqu' alors , toutes les tentatives s' étaient faites sur le flanc NE , à partir du village de Sama , par le glacier de Manaslu , le col Naiké , 5600 m , la selle N , 7100 m , et le plateau glaciaire supérieur , itinéraire qui ne présente pas de difficultés majeures , mais ex- trêmement long et nécessitant l' installation de neuf camps .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
D' après les dernières mensurations , le Manaslu a exactement la même altitude que le Nanga Parbat , soit 8125 m. Ces deux cimes occupent les 8e et 9e rangs dans la liste des montagnes du globe .
On attend avec impatience le récit complet et les photos de leur expédition victorieuse de 1956 .
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
expédition suisse de l' AACZ en 1953 ; en 1954 , première expédition argentine , qui parvint à 7950 m , et que le mauvais temps seul priva de la victoire . En 1955 s' intercale une expédition germano-suisse dite « expédition végétarienne » à l' Hima .
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Si les informations données par la presse sont exactes , on n' aurait pas dépassé 7200 m.
On dit qu' une expédition franco-suisse est en gestation pour 1957 . En cas d' échec de celle-ci , les Argentins pourraient revenir à la charge pour la troisième fois .
Le Dhaulagiri est une montagne difficile et dangereuse ; toutefois son heure viendra aussi , peut-être même bientôt .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
Toni Hagen est au travail depuis l' automne 1956 dans le Népal occidental .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois . 10. La chronique himalayenne de 1955 a déjà mentionné que Peter Aufschnaiter et George Hampson ont fait une excursion dans le massif du Ronti , au sud de la gorge de la Rishi Ganga ( région de la Nanda Devi ) .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
12. Dans cette même vallée de Chandra débouche aussi le glacier de Kulti , au sud du Lahul , où la Royal Air Force Mountaineering Association a fait en 1955 une expédition sous la direction du capt . A. J.M.Smyth ( voir Les Alpes , 1956 , p. 83 ) .
U Alpine Journal ( n° 293 , novembre 1956 ) a publié récemment une très intéressante relation de cette campagne par le chef d' escadrille L. W.Davies .
J' en traduis ici quelques passages :
... « Un peu plus haut dans la vallée nous rencontrâmes trois larges empreintes de pas sur la lisière d' un des îlots de neige séparant les bras du torrent glaciaire à notre droite .
C' était indubitablement la trace d' un animal qui était sorti du courant rapide et glacial pour prendre pied sur l' îlot .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
Nous cherchâmes alors l' endroit où la bête était entrée dans l' eau , et nous retrouvâmes sa trace à une centaine de mètres en amont .
Nous remontâmes cette piste sur le flanc ouest de la vallée , d' où la bête était venue , parallèlement aux traces , mais sans les toucher .
L' animal était descendu la pente rapide , marchant debout sur ses pattes postérieures , se laissant glisser sur son train arrière aux* endroits trop raides.Un examen attentif montra qu' il avait utilisé ses poings , soit pour freiner , soit pour aider la descente .
La distance entre le poing droit et le gauche mesurait environ 3 yards ( 2,75 m ) .
Nous remontâmes le long de la rivière jusqu' à un pont de neige , puis revînmes sur nos pas par la rive opposée jusqu' aux traces premièrement aperçues .
L' eau , à cet endroit , était profonde de 1,50 m , le courant avait miné la berge , et cependant nous ne pûmes découvrir aucune empreinte de mains ou de pattes antérieures .
Quelle que soit la créature qui avait passé là , elle devait être d' une taille extraordinaire pour avoir pu sortir de l' eau profonde en posant le pied directement sur la lisière de l' îlot .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
Mais à partir de ce moment son attitude changea du tout au tout :
« Zarur sahib , s' exclama , y eh bah nay hai » ( ce n' est certainement pas un ours ) .
La veille , il m' avait accompagné , portant mes caméras , 300 m en amont .
Nous pûmes constater que nos propres empreintes ne s' étaient élargies que d' Vs de pouce ( 3 millimètres ) sur leur pourtour .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
Au surplus , étant donné que nous avions quitté ces lieux , la veille , vers 15 h. 30 , nous savions que la créature avait traversé la vallée entre ce moment-là ( 11 juin ) et le début de la matinée du 12 juin .
L' examen attentif des empreintes indiquait qu' elle était sortie de l' eau alors que la neige était durcie par le gel , c' est durant la nuit ou très tôt le matin .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
Celles-ci mesuraient en moyenne 12 pouces ( 305 mm ) de longueur sur 8 ( 203 mm ) de large .
En certains endroits , elles étaient profondes de 28 centimètres , là où moi-même , avec mes 89 kg , n' enfonçais que de 4 cm à peine dans la neige ramollie par le soleil de midi .
Des empreintes si profondes dans la neige durcie dénotent un poids très lourd .
« Pendant des heures , nous suivîmes ces traces qui se prolongeaient sur près d' un kilomètre , fort embarrassés par les îlots de neige et les bras de la rivière .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nulle part elle n' avait marché à quatre pattes ;
la longueur de ses pas était presque le double des miens .
Finalement nous abandonnâmes cette chasse et revînmes au camp .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
« Swami Pranavananda a récemment publié un intéressant article ( voir Les Alpes , octobre 1955 ) dans le but évident de mettre fin à la légende de F,homme des neiges ' .
Malheureusement , il ne peut prétendre avoir jamais lui-même rencontré et observé ses traces .
Des Tibétains lui ont assuré que des empreintes attribuées d' abord au ,yéti ' étaient en réalité celles d' un ours rouge ( nous dirions plutôt brun ) .
Ce n' est là , il va sans dire , qu' un témoignage fallacieux .
« Ce qui est très significatif , c' est que chaque fois qu' on a annoncé la découverte d' une nouvelle espèce animale , il y a toujours eu des savants spécialistes pour affirmer qu' une telle créature ne pouvait exister .
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il fallut encore plusieurs années pour que l' Europe admette l' existence du gorille .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
Les savants ont longtemps et obstinément nié l' existence de ces animaux .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
Dans les vastes solitudes inexplorées de l' Hima , les animaux ont toute possibilité d' observer sans être vus .
Le fait que la plupart des renseignements sur le ,yéti ' proviennent des indigènes est dû incontestablement à ceci : que justement ces gens habitent le pays , et ont plus d' occasions de voir un ,yéti ' que la poignée d' Européens qui y viennent pour gravir des sommets , et encore généralement dans la saison chaude , lorsque la limite des neiges est haute et que la nourriture est abondante .
A ce propos , il est intéressant de noter qu' en 1955 la limite des neiges était exceptionnellement basse , à tel point que nous avons dû abandonner le district que nous avions l' intention d' explorer , la chaîne du Shigri qui marque la ligne de partage des eaux , et nous rabattre sur le Kulti Himal .
« Wladimir Tschernezky , qui fut peut-être le premier à faire une étude scientifique du concept ,yéti ' , a comparé cette mystérieuse créature au Gigantopithecus actuellement disparu .
Il pense que la terreur que le ,yéti ' inspire aux indigènes , particulièrement aux sherpas , est due à ses instincts pillards et à son intelligence , qui ne le cède qu' à celle de l' homme .
Tschernezky nous a confirmé que les empreintes que nous avons rencontrées présentent une très grande analogie avec les documents et photographies authentiques que nous possédons déjà ... » Tel est le témoignage de L. W. Davies , courageux officier d' aviation qui ne craint pas d' affronter le ridicule .
Deux bonnes photos , très significatives , illustrent son exposé .
Personnellement , j' ai toujours pensé que la question de l' homme des neiges ne sera pas résolue par le cri de guerre « A l' ours !
» , ou par quelques remarques ironiques .
( Cf. également Ralph Izzard , The Abominable Snowman Adventure , London , Hodder and Stoughton 1955 .
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
De belles photos , des panoramas remarquablement dessinés , un croquis très précis de l' ossature du massif , avec une bibliographie de 55 numéros , contribuent grandement à la connaissance de cette région fort négligée jusqu' ici , dont les sommets cotent de 5800 à 6200 m. A l' échelle de l' Himalaya , ce sont donc des montagnes relativement modestes , de caractère simplement alpin et non super-alpin , néanmoins très pittoresques et attrayantes , la plupart encore peu connues , qui peuvent offrir un beau champ d' activité à de petites expéditions disposant de peu de temps et de moyens .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
Elle a enregistré l' ascension de deux modestes « 6000 » et de nombreuses traversées de cols .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
On manque encore de détails sur cette campagne , cependant on a annoncé que Jayal aurait déclaré cette sommité inaccessible .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pour tous ceux qui ont contemplé avec un sentiment d' admiration et de stupeur la célèbre photo rapportée par Vittorio Sella en 1909 , cette cime était comme le symbole de l' inaccessible .
Pourtant , dès 1939 , j' avais écrit dans mon ouvrage Baltoro ( Bâle , p. 66-67 ) :
« Quand on la regarde du glacier supérieur de Baltoro , l' idée seule d' une ascension semble inconcevable .
Mais à la considérer de plus près , sous un autre angle , il y a , à mon avis , une chance .
Les parois , il est vrai , ne laissent aucun espoir :
l' arête SE , qui porte le ,BlackTooth ' , n' est guère encourageante ;
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Il faudrait chercher à atteindre , à partir du glacier de Chagaran , la selle au pied de l' arête W. » C' est précisément par cette route que j' avais alors proposée , que la Tour de Muztagh a été gravie l' an dernier par une équipe britannique sous la conduite de / .
le 6 juillet 1956 J.Hartog et Tom Patey ;
le 7 J. Brown et I. McNaugh-Davis .
Du dernier camp , placé à 6400 m , ils suivirent l' arête ouest .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Les autres membres de l' équipe étaient André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot et le médecin François Florence . Leur officier de liaison était le capt .
Le 31 mai ils étaient à Askolé , dernier hameau de la vallée . Le 2 juin , à Bardumal ( Bagdomal ) , un formidable éboulement faillit anéantir tout le camp . Urdokas fut atteint le 5 juin .
C' est là que Magnone apprit qu' une expédition britannique , la meilleure équipe qu' on pût mettre sur pied , se trouvait dans la région et visait bien la Tour de Muztagh ; elle avait une avance considérable .
Depuis quinze jours les Anglais , montés par les glaciers du Muztagh et de Chagaran , menaient l' attaque à l' arête ouest ; ils étaient déjà parvenus assez haut .
La situation , pour les Français , était délicate :
il ne faut les gêner en aucune manière .
En outre , ils sont déjà si haut que de toutes façons ils arriveront vraisemblablement au sommet les premiers .
Les Français ne feraient-ils pas mieux de choisir un autre objectif parmi les cimes du Haut Baltoro ?
A cela on n' était pas préparé ; il n' y aurait pas eu assez de vivres pour les porteurs .
Et puis , n' était pas équipé pour examiner les problèmes d' ascensions techniquement difficiles ?
Il fut donc décidé d' aller reconnaître les autres faces de la Tour et voir s' il n' y aurait pas sur l' arête nord , ou peut-être dans la paroi sud , une voie possible .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
- retardèrent l' expédition de quelques jours ;
ce n' est que le 12 juin que le camp de base put être installé , à environ 4500 m , sur le glacier Younghusband médian ( appelé aussi glacier Biange ) , au point de jonction des branches E et W du glacier , soit au pied de l' arête SE du Black Tooth , 6179 m , et que les reconnaissances purent commencer .
Une première excursion les conduisit par la branche orientale du glacier au point le plus bas ( 5600 m environ ) entre le Mont Steste et la Tour de Muztagh , donc au pied de sa prétendue arête nord .
Quelle désillusion !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Alors , retour au camp de base .
Le 17 juin , on réussit à forcer le passage de la chute de séracs de 900 m qui forme la branche ouest du glacier , donc au sud du Black Tooth . Sans tarder , on tendit à travers la zone inférieure des séracs un câble actionné par un treuil fixé sur un éperon rocheux dominant le glacier , puis ... il ne cessa de neiger pendant dix jours .
Tout ce qu' on put entreprendre fut une visite aux concurrents anglais sur l' autre versant de la montagne . Une franche explication de vive voix dissipa tous les malentendus :
Anglais et Français se séparèrent en bons camarades .
toutes les forces se mirent au travail , les porteurs hunzas euxmêmes faisant de leur mieux . Fin juin le camp I était installé à 5100 m , le 2 juillet le camp II à 5400. Le camp III dut être placé sur un éperon rocheux au pied du Black Tooth .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
Toutefois le plus scabreux fut la Grande Barrière audessus du camp III , constituée par un ressaut rocheux vertical dominé par une falaise de séracs de 200 m. La seule possibilité de surmonter l' obstacle se trouvait à l' extrême droite , un goulet de glace effroyablement raide .
Il fallut plusieurs jours de besogne acharnée et 300 m de cordes fixes pour en venir à bout ;
le 6 juillet seulement l' équipe put prendre pied sur un petit plateau incliné audessus de la paroi de glace .
Le Dr Florence , médecin de l' expédition , et les deux meilleurs porteurs hunzas , Aminula et Gerikhan , qui étaient montés jusque-là portant vaillamment leurs charges , redescendent , laissant les quatre hommes de l' équipe d' assaut piétiner et tasser la neige profonde , à gestes lents , sous le soleil accablant , pour y placer la tente du camp IV ( 6300 m ) .
Audessus d' eux , la Tour les domine encore de 1000 m , d' une raideur telle qu' elle fait hocher la tête aux plus optimistes .
La seule voie pouvant offrir quelque chance est l' arête SE .
Le 7 juillet , R. Parangot aperçut tout à coup deux petits points noirs se détachant dans le ciel sur la crête terminale :
les Britanniques arrivaient au sommet .
les Français ne se laissèrent pas décourager .
En avant !
L' accès à l' arête SE s' avéra extrêmement difficile .
Les deux premières longueurs de corde audessus de la rimaye - le 7 juillet - coûtèrent des heures d' efforts .
Il fallut deux jours pour gravir 250 m. Six heures de cramponnage à la limite de l' équilibre , des dalles verglacées surmontées à l' aide de pitons , pour déboucher enfin dans une échancrure de l' arête .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
A midi , le soleil disparut derrière un écran d' épaisses nuées .
Sur l' arête , les brèches profondes se succédaient , qui rendaient l' avance si lente qu' à 16 heures ils n' avaient franchi qu' une centaine de mètres en distance horizontale .
Et voilà qu' il se met à neiger ... retour obligé au camp IV. Tout ce qui leur restait de cordes disponibles fut fixé à la descente de la paroi .
Deux jours durant , ils sont immobilisés dans la tente par le mauvais temps .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
h * " est atteinte rapidement .
Mais dès qu' ils doivent ouvrir une nouvelle trace , ils enfoncent jusqu' à mi-cuisse .
Des tours abruptes barrent le chemin , qu' il faut tourner par la gauche sur des dalles raides et verglacées , ou par la droite sur des corniches de neige pourrie surplombant le glacier Younghusband .
A 16 heures , ils sont au pied de la troisième et dernière tour , au delà de laquelle apparaît le sommet - à portée de la main semblet-il - alors qu' en fait ils n' ont pas encore dépassé l' altitude de 6900 m. Il s' agit de chercher une place de bivouac pendant qu' il en est temps :
deux étroites banquettes , où il faut s' assurer au moyen de pitons .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
L' aube du 12 juillet se lève dans un ciel où rampent des traînées de cirrus : il faut se hâter .
Enfin , à 13 heures ... le sommet , si étroit qu' on peut à peine s' y tenir debout . Us n' y restent que quelques instants , car , depuis une demi-heure , il a recommencé à neiger .
La descente est une course contre la nuit ; mais c' est en vain .
L' obscurité est complète lorsqu' ils arrivent à la brèche .
Un rappel de 50 m pour atteindre les cordes fixes où ils dévalent à tâtons .
Au-dessous de la rimaye , ils sont accueillis par le Dr Florence , ému aux larmes .
Enfin ... le camp IV .
Lorsque le 19 juillet ils regagnèrent le glacier de Baltoro , ils furent salués par le D' Patey , médecin de l' expédition britannique , venu solliciter l' aide de son collègue français pour donner des soins à Hartog , chef de l' équipe anglaise , qui souffrait de graves gelures aux pieds .
Les Anglais attendaient depuis quelques jours à Urdokas .
Dans ce site magnifique , qui a joué un grand rôle dans toutes les entreprises au Baltoro , les membres des deux expéditions concurrentes passèrent ensemble de bons moments dans une parfaite cordialité et fêtèrent par un joyeux banquet le double succès de l' ascension de l' une des plus belles et des plus difficiles sommités de l' Himalaya .
CVoir le récit de Guido Magnolie dans La Montagne , octobre 1956 , p. 261-270 . )
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Si j' avais eu dans l' expédition internationale de 1934 de bons porteurs d' altitude , je l' aurais sérieusement entrepris .
» L' Oesterreichische Himalaya-Gesellschaft de Vienne prit cela à coeur et mit sur pied , en 1956 , une expédition au Baltoro dont cette ascension était le but principal .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » :
Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
toutefois les Autrichiens , malgré toute la bonne volonté des autorités , durent attendre neuf jours à Rawalpindi que les conditions météorologiques permissent le transport aérien de l' équipe et de ses bagages , car le vol jusqu' à Skardu , dans un paysage unique en son genre , le long de l' étroite vallée de l' Indus et au voisinage du Nanga Parbat , passe pour être la route aérienne la plus dangereuse et ne peut être tenté que lorsque la visibilité est parfaite .
C' est pourquoi Skardu , la capitale du Baltistan , ne fut atteinte que le 27 avril .
Quain Ali Shah , il fallut refaire toutes les charges pour les réduire à 27 kg .
Les tarifs des porteurs ont fortement augmenté aussi au Pakistan .
Dans les régions habitées , un porteur ordinaire reçoit 3 roupies ( 2 fr . 70 ) par jour , à charge de pourvoir lui-même à son entretien .
Audessus d' Askolé , 3050 m , le salaire journalier monte à 4 roupies ( 3 fr . 60 ) , et la nourriture est fournie par l' expédition .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
A Païju , dernière oasis avant le glacier de Baltoro , les porteurs réclamèrent les souliers que le règlement ordonne de mettre à leur disposition .
On en avait apporté 250 paires , malheureusement de forme normale , c' est européenne .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
On l' oublie presque toujours , ce qui ne manque pas de créer de grosses difficultés .
On fut obligé de fendre la cape rigide des souliers , afin que les pauvres types puissent y introduire leurs pieds de forme naturelle , c' est très larges , non défigurés par des chaussures européennes .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Le gros de la troupe monta en trois étapes à la célèbre Place de la Concorde , où elle subit une tempête de neige .
Alors il ne fut plus possible de retenir les porteurs ; la plupart abandonnèrent pour rentrer dans leur village .
Après de longues discussions , 68 hommes seulement acceptèrent de transporter les colis du dépôt d' Urdokas à Concordia .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Pour les Autrichiens , ce n' était qu' un camp intermédiaire ; ils devaient placer leur camp de base plus haut , là où le glacier de Gasherbrum sud rejoint le glacier des Abruzzes , à peu près à l' endroit de la moraine où , en 1934 , nous avions établi notre camp V a , à 5250 m. La première escouade y parvint le 25 mai .
Après une période d' acclimatation de dix jours , on reconnut une route à travers les innombrables crevasses de la partie inférieure du glacier de Gasherbrum sud , jusqu' au pied du Gasherbrum II. De la partie supérieure de ce glacier deux nervures s' élèvent vers la grande terrasse de névé du Gasherbrum II. J' avais préconisé l' éperon de droite ( SE ) en grande partie rocheux , parce que tout à fait à l' abri des avalanches .
Les Autrichiens toutefois se décidèrent pour l' éperon sudouest , probablement un peu plus facile , et installèrent à son pied , à 6000 m environ , leur camp d' altitude n° I. Les premières charges y furent déposées le 11 juin ; les 13 , 15 et 17 juin la navette des porteurs était en plein mouvement .
Ensuite , le mauvais temps , avec de fortes chutes de neige , retint les alpinistes au camp de base pendant dix jours .
Le 30 juin seulement ils purent remonter à leur camp d' altitude I et constatèrent , à leur extrême consternation , qu' entre temps une avalanche gigantesque avait emporté presque tout le matériel déposé là .
Ils avaient cru le site tout à fait à l' abri des avalanches :
plateau glaciaire horizontal dominé par des pentes étagées en terrasses .
Mais les grosses avalanches de l' Himalaya s' avancent très loin , même sur un terrain plat .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Pendant deux jours on creusa des tranchées et des puits pour tâcher de récupérer au moins une partie de ces choses irremplaçables : tentes , cordes , pitons , vivres , etc. ;
Que faire ?
Si l' on ne voulait pas s' avouer battu , il fallait modifier tout le programme et accepter les risques d' une campagne-éclair .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Le 3 , Larch et Reinagl montent à leur tour au camp II et le lendemain ouvrent la route sur des bosses de glace jusqu' à une épaule de l' arête où fut placé le camp III , 7150 m. La montée à ce point fut une dure épreuve pour les quatre porteurs d' altitude qui y furent installés le 6 juillet , mais ces « tigres » baltis , bien assurés , il est vrai , par leurs sahibs , se comportèrent vaillamment et hissèrent leurs charges jusqu' à l' épaule .
Ils étaient toutefois très abattus .
Audessus se dressait une pente de glace très raide recouverte de neige poudreuse .
Pour pouvoir y utiliser les porteurs , un travail d' aménagement de plusieurs jours eut été nécessaire ; on n' en avait pas le temps .
Les grimpeurs durent donc , à partir de ce point , transporter euxmêmes leur matériel , ce qui impliquait la suppression du camp IV prévu à l' origine . L' assaut final devra être tenté en partant d' un haut bivouac .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Chacun se glissa dans son sac de couchage en « dralon » ;
ils disposaient en outre d' un sac de bivouac commun .
La nuit fut horriblement froide ; Larch eut de légères gelures aux orteils , Morawec au mains . Enfin le jour parut .
Du lait chaud et un peu de pain de germes de blé devait être leur unique repas de la journée .
Une traversée en écharpe sous la paroi SE du Gasherbrum II fut très pénible .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Encore 335 m jusqu' au sommet .
Sur les pentes très inclinées , le soleil matinal avait déjà ramolli la neige ; ouvrir la trace était terriblement fatigant .
Quelques pas , et il fallait s' arrêter pour reprendre son souffle .
Ce n' est qu' en bandant leur volonté à l' extrême qu' ils s' élevaient mètre après mètre .
Le dernier obstacle était un ressaut rocheux , puis , le 7 juillet , à 13 h. 30 , ils foulèrent le sommet du Gasherbrum II , 8035 m , formé d' une étroite plateforme neigeuse couronnée de deux petites dents de rocher à peine de la hauteur d' un homme .
Ils s' affalèrent épuisés sur la neige .
Ce n' est qu' au bout d' un certain temps qu' ils furent en état d' accomplir les rites obligés du culte des sommets :
photographie du piolet avec les fanions autrichiens et pakistanais , construction d' un cairn , inscription des noms et dates qui furent placés dans une boîte à film vide , médaille de la Vierge , etc. Il faisait si chaud qu' ils purent rester une heure au sommet et même enlever l' anorak .
Le temps était splendide ; la vue claire jusqu' aux plus lointains horizons .
Bien qu' il se soit remis à neiger vers le soir , à 19 h. 30 ils étaient de retour au camp III , 7150 m. Le 8 juillet , au camp II , ils furent accueillis avec effusion et bruyamment fêtés par les porteurs .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Ces magnifiques succès , il faut l' espérer , consoleront la Société autrichienne de l' Himalaya d' une assez amère désillusion éprouvée d' autre part .
Douze jours après la conquête du Gasherbrum II , soit le 19 juillet 1956 , trois des participants à l' expédition autrichienne à l' Himalaya 1956 - Hans Ratay , Heinrich Roiss et le Dr Georg Weiler -faisaient encore la deuxième ascension du sommet ouest du Sia Kangri , environ 7315 m. La première ascension de cette montagne avait été accomplie le 3 août 1934 par quatre membres de l' expédition internationale himalayenne 1934 :
Hans Erti , Albertliöcht , Mme Hettie Dyhrenfurthet G.O. Dyhrenfurth .
Cette course décrite dans deux livres ( voir ci-dessous ) , souvent mentionnée dans la littérature alpine , est bien connue . Elle avait en son temps établi le record d' altitude de l' alpinisme féminin .
J' aimerais pouvoir - après 22 ans - féliciter cordialement nos successeurs de leur réussite , mais ... ils ont malheureusement cru avoir gravi un sommet de 7729 m tout à fait inconnu qu' ils ont baptisé « Austria Peak » . Ils ont publié dans YOesterreichische Touristen-Zeitung de janvier 1957 un article contenant de nombreuses erreurs de tous genres , et qui exige rectification :
1° Comment cette cote de 7729 m , qui prend un air de précision exacte , a-t-elle été obtenue ?
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
1934 les a gravis les quatre .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
3° II va sans dire qu' une montagne connue et gravie depuis des décennies , et à laquelle la Conférence du Karakorum a officiellement conféré le nom de Sìa Kangri , ne peut être tout à coup rebaptisée sans raison valable .
Le nom d'« Austria Peak » doit donc disparaître au plus tôt , même si le chef de l' Etat Iskander Mirza , trompé par des suppositions erronées , a confirmé cette appellation . 4° Le large ensellement qui s' ouvre entre le Baltoro Kangri ( ancien « Golden Throne » , 7312 m ) et le Sia Kangri est le Conway Saddle , 6300 m , bien connu depuis un demi-siècle , qui fut atteint et mesuré à nouveau par l' expédition italienne au Karakorum 1929 ( duc de Spoleto-Prof . A. Desio ) .
Cela donc prête à rire lorsque trois touristes parfaitement ignorants de tout cela viennent affirmer avec aplomb qu' ils furent les premiers à atteindre ce col . Le nouveau nom de « Vienna-Sattel » qu' ils prétendent lui donner est absolument inadmissible .
Au surplus , le Conway Saddle n' est pas entre le Baltoro et le Siachen , mais entre le Baltoro et le glacier de Kondus .
C' est sur ce dernier que plonge le regard lorsqu' on est sur le col .
Le glacier de Siachen est situé plus à l' est , comme il est indiqué sur toutes les cartes du Karakorum .
La seule chose nouvelle , c' est la voie suivie par les Autrichiens , qui n' est pas la nervure médiane relativement sûre parcourue par l' E en 1934 . Ils sont montés plus à gauche dans le flanc abrupt de la montagne , en surmontant plusieurs bosses de glace , inaugurant par là une Variante dangereuse au sommet ouest du Sia Kangri .
Tout en reconnaissant la valeur de cette performance , on ne peut que s' étonner de leur totale ignorance de la littérature correspondante .
Bibliographie :
G.O.Dyhrenfurth , Dämon Himalaya .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- G.O.Dyhrenfurth , Baltoro .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Ce n' est qu' en 1947 que H.W.Tilman et E.E.Shipton s' en occupèrent . Ils parvinrent sur la calotte sommitale , mais ne purent aller jusqu' au point culminant , encore très éloigné horizontalement .
Celui-ci fut atteint le 26 juillet 1956 par une grande expédition sino-soviétique sous la direction de M.Beletski . Cinq camps furent installés au cours de l' entreprise , le dernier à 7200 m environ .
18. Au nord du Muztagh Ata , également à la lisière orientale du Plateau du Pamir , se dresse le Kongur Débé , 7681 m , qui domine toutes les autres montagnes loin à la ronde . C' est une sommité imposante de caractère himalayen , pourvue d' un abondant système glaciaire , et qui semble être beaucoup plus difficile que son débonnaire voisin le Muztagh Ata .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
première ascension en 1933 par E. M. Abalakow .
Souvent visité depuis . Pik Korzhenewskaya , 7105 m , dans l' Alaï Pamir , à 15 km du Pik Stalin ; accès difficile ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
les tentatives faites jusqu' ici n' ont pas dépassé 7000 m.
Bibliographie :
E.Beletski , Mountaineering in USSR . The Alpine Journal , n° 293 ( Nov .
1956 , p. 310-329 ) .
Considérons encore une fois la liste et l' état actuel des « 8000 » .
Ont été gravis jusqu' à ce jour :
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
Chef H.Tichy ; équipe du sommet H.Tichy , S.Jöchler et Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m. Chef J.Franco ; équipes du sommet L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G.Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux et A. Vialatte .
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
Ensuite Mont Everest ;
au sommet J.Marmet-E.Schmied , H. von Gunten-A.Reist .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
mais la course aux trois autres a déclanché une formidable offensive politique : il s' agit de s' assurer les autorisations pour 1957 , ou au moins pour 1958 .
Je souhaite de tout coeur que cette mise aux enchères des « 8000 » soit bientôt achevée , afin que les ambitions et amours-propres nationaux baissent le ton , pour le plus grand bien de l' alpinisme et du paisible travail scientifique .
- « Chanson politique - Vilaine chanson !
» - Les nouvelles prescriptions du Gouvernement népalais pour les expéditions étrangères - arrivées tout récemment de Kathmandou - scrupuleusement traduites , disent ceci :
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
En outre elle assurera son entretien complet et lui fournira sac de couchage et tout l' équipe pendant la durée de l' expédition .
3. Tous les frais de voyage de l' officier de liaison , à partir de Kathmandou et retour sont à la charge de l' expédition .
4. L' expédition bornera son programme d' activité à la montagne ou à la région pour lesquelles l' autorisation a été accordée .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
6. A son retour , l' expédition doit remettre au Gouvernement du Népal un rapport exact sur son activité .
7. L' expédition doit préalablement présenter un plan précis indiquant les routes népalaises qui seront suivies .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
10. En cas d' accident , l' expédition doit verser au blessé ou à la famille du défunt une indemnité proportionnelle aux circonstances .
En attendant , l' in 29 âjJi.ïïJïW . .:-- , .
.1* demnité normale à payer sera : pour un officier de liaison 5000 roupies népalaises ; pour un porteur 2000 roupies .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
Copies de toutes les photographies prises au cours de l' expédition doivent être soumises au Gouvernement avant qu' aucune ne soit publiée .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
Seuls sont libres les renseignements personnels .
14. Toutes les demandes d' autorisation pour une expédition dans l' Himalaya népalais doivent être légalisées par le Gouvernement de l' impétrant avant d' être présentées au Gouvernement du Népal .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette « zone interdite » inclurait presque toutes les hautes montagnes népalaises , ce qui , pratiquement , enlèverait tout sens aux expéditions himalayennes à travers le Népal .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?
Chacun n' est pas disposé à signer un contrat qui vous lie les mains et qui est , au surplus , irréalisable en fait .
« Corde trop tendue casse .
» Lorsque le Dhaulagiri , dernier « 8000 » népalais , aura été gravi , c' est le Karakorum qui attirera les grimpeurs , et le Gouvernement pakistanais , qui n' a pas à tenir compte des voeux de l' Inde ou de la Chine rouge , a montré ces dernières années beaucoup de compréhension et de bonne volonté à l' égard de maintes expéditions .

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Himalaya-Chronik 1956
MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
Mit 3 Bildern
In letzter Zeit sind die Höhenzahlen der grossen Himalaya-Berge in Fluss gekommen , was zu einem argen Durcheinander führte .
Wie ist eine derartige Unsicherheit selbst bei den berühmtesten , seit hundert Jahren bekannten und oft vermessenen Bergen zu erklären ?
Es sind vor allem drei Fehlerquellen , die heute anders bewertet werden als früher :
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Die neue offizielle Kote ist meines Wissens noch nicht publiziert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
Denn auch beim Makalu wird die seit einem Jahrhundert gültige Höhenzahl 8470 m jetzt aufgegeben ;
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Am schlimmsten ist es beim Cho Oyu , für den schon seit einiger Zeit zwei Höhenzahlen - 2 Die Alpen - 1957 - Les Alpes 17 8153 m und 8189 m - in Konkurrenz standen . Eine Neuberechnung ist anscheinend bisher noch nicht vorgenommen worden .
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Neuberechnung unter Berücksichtigung aller heute bekannten physikalischen Faktoren erfordert ziemlich viel Zeit .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
In unserem Überblick über die wichtigeren Expeditionen der jüngsten Vergangenheit beginnen wir wieder mit dem östlichsten Achttausender :
1. Vom Kangchendzönga ist bergsteigerisch nicht viel Neues zu melden .
Die grossartige Erstersteigung wurde ja bereits in unserer « Himalaya-Chronik 1955 » behandelt ( « Die Alpen » 1956 , Nr. 4 ) .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Offenbar flössen diese Ströme bereits zum Indischen Ozean , als es noch keine himmelstürmende Great Himalaya Range gab , und sie hielten mit der Gebirgsaufwölbung Schritt .
Die Hebung einer südwärts gelegenen Zone zur Hauptkette erfolgte also so allmählich , dass die Flüsse sich im gleichen Tempo einschneiden und ihren alten Lauf im wesentlichen beibehalten konnten .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sein Sherpa war Da Temba ( Himalayan Club : Sherpa-Liste Nr.212 ) .
4. Die schweizerische Grossexpedition 1956 - von der SSAF sorgfältig vorbereitet und organisiert , von Albert Eggler mustergültig geleitet und von den Berner Bergsteigern in vorbildlicher Kameradschaft durchgeführt - wurde zu einer der erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte des Himalaya .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
- « Berge der Welt » , Bd.XI ( 1956/57 ) , S. 161-177 .
Über den spektakulären bergsteigerischen Erfolgen wollen wir die wissenschaftliche Erforschung des Everest-Gebietes nicht vergessen :
Die Chomo-Lungma-Gruppe wird allmählich zum bestbekannten Gebiet des Himalaya .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
Die Expedition musste umkehren .
1955 hatte der Berg Ruhe , doch wurden offenbar die notwendigen diplomatischen Vorarbeiten geleistet .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
Bisher hatte man sich auf der Nordostseite des Massivs gehalten : von dem Dorfe Sama ausgehend über den Manaslu-Gletscher , Naike-Col ( 5600 m ) und Nordsattel ( 7100 m ) zum Plateaugletscher , ein nicht schwieriger , aber sehr langer Weg , der neun Lager erfordert hatte .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Nach den bisherigen Messungen hat der Manaslu auf den Meter genau die gleiche Höhe wie der Nanga Parbat ( 8125 m ) ; beide stehen an der 8. und 9. Stelle der Rangliste .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Wenn die Pressemeldungen stimmen , wurde nur eine Höhe von etwa 7200 m erreicht .
Für 1957 scheint eine französisch-schweizerische Expedition in Vorbereitung zu sein , und falls auch dieser der Sieg versagt bleiben sollte , möchten die Argentinier 1958 zum dritten Male antreten .
Der Dhaulagiri ist eben ein technisch schwieriger und gefährlicher Berg , doch auch ihm wird die Stunde schlagen ... vielleicht sogar bald .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
In West-Nepal arbeitet seit Herbst 1956 Dr. Toni Hagen .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Offenbar war hier ein Tier aus dem eisigen , rasch fliessenden Wasser auf die Insel hinaufgestiegen .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Darum sahen wir uns nun gut um , wo das Tier in das Wasser hineingegangen war . Bald war die Stelle gefunden :
Der Abstand zwischen linken und rechten Handspuren war etwa drei Schritt .
Nachdem wir die Grosse der Fusstapfen ausgemessen hatten , gingen wir flussaufwärts bis zu einer Schneebrücke und dann am jenseitigen Ufer wieder zurück bis zu der Stelle , wo wir die Fährte zuerst entdeckt hatten .
Hier war das Wasser etwa 1 ½ m tief , die starke Strömung hatte den Uferrand unterhöhlt - trotzdem konnten wir keine Spur von Vorderpfoten oder Händen sehen .
Was es auch war - dieses Wesen , das hier gegangen war , muss ausserordentlich gross gewesen sein , denn es war aus dem tiefen Wasser heraus einfach auf den Rand der Insel getreten .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Jetzt änderte sich diese Haltung gänzlich .
,Zarur Sahib , yeh balu nay hai ' , rief er aus . ( ,Das ist bestimmt kein Bär ! ' )
Gestern nachmittag hatte er mir bei meinen photographischen Arbeiten 300 Schritt talaufwärts geholfen .
Wir konnten nun feststellen , dass unsere Fusstapfen sich seitdem nur um etwa 3 mm rund herum vergrössert hatten .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden .
Obendrein hatten wir dieses Gebiet am vorhergehenden Tage etwa um 15.30 Uhr verlassen . Wir wussten , dass dieses Geschöpf seitdem , zwischen dem 11. Juni 1955 , nachmittags , und dem 12. Juni , frühmorgens , das Tal gequert hatte .
Ein sorgfältiges Studium der Fusstapfen an der Kante der Insel zeigte deutlich , dass ,Es ' aus dem Fluss heraufgestiegen war , als der Schnee hart gefroren war , also in der Nacht oder am frühen Morgen .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
Der Fuss-eindruck hatte eine Länge von gut 30 cm und eine Breite von 20 cm und war an manchen Stellen etwa 28 cm tief , wo ich selbst kaum 4 cm einsank .
Stundenlang folgten wir den Spuren , was durch die vielen Schneeinseln und Gletscherbäche sehr erschwert wurde .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Nirgends hatte es sich auf allen Vieren bewegt .
Der Abstand von einer Fusstapfe zur anderen war fast doppelt so gross wie meine eigene Schrittlänge .
Schliesslich gaben wir die Jagd auf und kehrten zum Basislager zurück .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Swami Pranavananda hat kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben ( ,The abominable Snowman ' in ,The Alpine Journal ' , Nr. 292 , May 1956 , S. 110-117 ) in der offenbaren Absicht , der ,Yeti-Legende ' den Garaus zu machen .
Leider kann er nicht den Anspruch erheben , jemals eine derartige Spur gesehen und untersucht zu haben .
Er berichtet nur aus zweiter Hand , verschiedene Tibeter hätten bezeugt , dass Spuren , die anfänglich einem Yeti zugeschrieben wurden , sich dann als Fährten eines roten ( wir würden sagen : braunen ) Bären herausgestellt hätten .
Wann immer von einer neuen Art berichtet wurde - stets waren zahlreiche Sachverständige nur allzu bereit , feierlich zu bezeugen , dass so etwas nicht existieren könne .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Es dauerte noch so manches Jahr , bis Europa den Gorilla als Tatsache anerkannte .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Spezialisten haben die Existenz dieser unbekannten Lebewesen lange hartnäckig bestritten .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
In den weiten , unerforschten Gebieten des Himalaya hat die Fauna reichlich Gelegenheit , zu beobachten , ohne beobachtet zu werden .
In dieser Hinsicht ist es sehr bemerkenswert , dass die Schneegrenze 1955 in Lahul ungewöhnlich weit herunter rückte . Wir mussten ja sogar unser ursprünglich vorgesehenes Forschungsgebiet , die Wasserscheide des Shigri Glacier , aufgeben und uns mit dem ( niedrigeren ) Kulti Himal begnügen .
Wladimir Tschernezky , der vielleicht als erster den Begriff ,Yeti ' wissenschaftlich untersucht hat , Verglich dieses geheimnisvolle Lebewesen mit dem jetzt ausgestorbenen Gigantopithecus .
Zwei gute , lehrreiche Photos ergänzen noch seine gewichtigen Ausführungen .
Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht , dass mit dem Schlachtruf « Bär !
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
Hervorragend gezeichnete Panoramen , hübsche Photos , eine sehr brauchbare Kammverlauf-Karte und eine Bibliographie von 55 Nummern tragen sehr wesentlich zur Kenntnis dieses bisher etwas stiefmütterlich behandelten Gebietes bei . Die Gipfelhöhen halten sich zwischen 5800 und 6300 m. Es sind also für Himalaya-Verhältnisse ziemlich bescheidene Berge , nicht überalpin , sondern bloss alpin , jedoch landschaftlich reizvoll und zum Teil noch wenig bekannt - ein gutes Arbeitsfeld für Klein-Expeditionen , die nicht viel Zeit und Geld zur Verfügung haben .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
Das bergsteigerische Ergebnis bestand in zwei kleinen Sechstausendern und mehreren Passüberschreitungen .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Für die meisten , die das weltberühmte Bild von Vittorio Sella aus dem Jahre 1909 anstaunten , galt er fast als Symbol , als Verkörperung des Unmöglichen .
« Wenn man ihn vom oberen Baltoro her betrachtet , wirkt es beinahe vermessen , an eine Besteigung auch nur zu denken .
Bei näherer Prüfung , auch in der Querrichtung , zeigt sich aber meines Erachtens doch eine Chance :
Die Wände sind zwar hoffnungslos ;
auch der Südostgrat , der den .Black Tooth ' trägt , ist nicht sehr vielversprechend .
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
Den Sattel am Fusse des Westgrates müsste man vom Chagaran-Gletscher zu erreichen suchen . » Genau auf dieser Route , die ich einst vorgeschlagen habe , wurde der Mustagh-Turm jetzt von einer britischen Expedition unter Leitung von J.Hartog erobert , und zwar sogar von zwei Seilschaften am 6. und 7. Juli 1956 .
Die erfolgreichen Bergsteiger waren :
Hartog , J. Brown , I. McNaught-Davis und Dr. Tom Patey .
Vom letzten Lager ( 6400 m ) erreichten sie den Gipfel über den Westgrat ;
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
Am 31. Mai war man in Askole , am 2. Juni hätte es in Bardumal ( « Bagdomal » ) fast eine Katastrophe gegeben , als eine mächtige Rufe das ganze Lager zu vernichten drohte , am 5. Juni war Urdokas erreicht .
Für die Franzosen eine heikle Situation :
Der englischen Route zu folgen , kam nicht in Frage .
Man wollte die britischen Kameraden keinesfalls stören , und überdies waren diese so weit voraus , dass sie wahrscheinlich sowieso als erste auf dem Gipfel sein würden .
Sollten sich die Franzosen nicht lieber ein anderes bergsteigerisches Ziel am oberen Baltoro suchen ?
Aber daraufwar man nicht vorbereitet , und die Träger hatten dafür auch nicht genügend Proviant .
Schliesslich war man ja diesmal dazu ausgezogen , technisch schwierige Probleme zu prüfen .
Also wurde beschlossen , sich die anderen Seiten des Turmes anzusehen , ob es vielleicht über den Nordgrat oder auf der Südseite eine mögliche Route gäbe .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Die erste dreitägige Exkursion führte über den östlichen Gletscherarm zum tiefsten Punkt ( etwa 5600 m ) zwischen dem « Mount Steste » und dem Mustagh-Turm , also an den Fuss seines « Nordgrates » .
Welche Enttäuschung !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Das einzige , was man inzwischen machen konnte , war ein Besuch bei der « Konkurrenz » auf der anderen Seite des Berges , um die anfängliche Verstimmung durch eine offene Aussprache zu beheben .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Das kostete wieder mehrtägige harte Arbeit und 300 m fixe Seile .
Dr. Florence , der bergtüchtige Expeditionsarzt , und die beiden besten Hunzas , Aminula und Gerikhan , die bis hier herauf mitgekommen waren und wacker geschleppt hatten , kehrten um , und zurück blieben nur die vier Bergsteiger der Gipfelmannschaft . In brütender Hitze stampften sie mit langsamen Bewegungen den tiefen Schnee fest , den Platz für Lager 4 ( 6300 m ) .
Über ihnen erhob sich der Turm noch rund tausend Meter hoch in einer Steilheit , die auch den grössten Optimisten bedenklich stimmen konnte .
Die einzige Route , die praktisch in Frage kam , war der Südostgrat .
Am 7. Juli entdeckte Robert Paragot plötzlich zwei dunkle Pünktchen , die sich dort oben gegen den Himmel abzeichneten :
Doch die Franzosen hatten ja damit gerechnet und liessen sich dadurch gar nicht anfechten .
Vorwärts !
Die Kante des Südostgrates zu erreichen , war ungewöhnlich schwierig .
Die ersten beiden Seillängen über dem Bergschrund - noch am 7. Juli - hatten Stunden gekostet , 250 Höhenmeter erforderten zwei Tage .
Sechs Stunden Steigeisenarbeit an der Grenze des Gleichgewichts , verglaste steile Platten , die nur mit Hakentechnik zu bewältigen waren , endlich konnten sie in einer Scharte auf den Grat aussteigen .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Mittags verschwand die Sonne hinter dichten Wolken .
Auf dem Grat folgte eine tiefe Scharte der anderen , es ging so langsam vorwärts , dass sie um 16 Uhr erst hundert Meter in der Hori- zontale geschafft hatten , nun fing es auch noch an zu schneien , also ... zurück nach Lager 4 !
Alles , was ihnen noch von Seilen geblieben war , wurde beim Abstieg in der Wand fixiert .
Zwei Tage mussten sie nun im Zelt abwarten .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Dank den Seilen ging es bis zur Gratscharte sehr flott , doch als sie neu spuren mussten , sanken sie bis zum halben Oberschenkel ein .
Senkrechte Türme sperrten den Weg .
Links steile , vereiste Platten , rechts fauler Schnee und Wächten über dem Younghusband-Gletscher .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Endlich . . Lager 4 !
Als sie am 19. Juli auf den Baltoro-Gletscher kamen , wurden sie von Dr. Patey , dem Arzt der englischen Expedition , begrüsst , der die Hilfe seines französischen Kollegen bei der Behandlung von Hartog erbat .
Die Frostschäden an den Füssen des britischen Expeditionsleiters waren leider schwer , die Engländer warteten schon seit einigen Tagen in Urdokas .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
» Das nahm sich die « Österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien zu Herzen und bereitete für 1956 eine Baltoro-Expedition mit diesem Hauptziel vor .
Die Mannschaft setzte sich aus sechs Bergsteigern und zwei Wissenschaftlern zusammen :
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Aufnahme in Pakistan war sehr freundlich , doch trotz aller Hilfsbereitschaft der Behörden mussten die Österreicher in Rawalpindi neun Tage warten , bis das Wetter ihren Flug mit dem ge^ samten Gepäck nach Skardu gestattete ; denn dieser landschaftlich einzigartige Flug dicht am Nanga Parbat vorbei und durch das enge Industal gilt als eine der gefährlichsten Luftrouten überhaupt und kann nur bei tadelloser Sicht gewagt werden .
So wurde Skardu , die Hauptstadt von Baltistan , erst am 27. April erreicht .
Auf Verlangen des Verbindungsoffiziers Captain Quain Ali Shah wurden die zu schweren Traglasten auf je 27 kg umgepackt .
Die Trägerlöhne sind auch in Pakistan stark erhöht worden :
Im besiedelten Gebiet bekommt ein « Talträger » 3 Rupies ( Fr. 2.70 ) pro Tag und muss sich davon selbst beköstigen .
Oberhalb Askole ( 3050 m ) steigt der Tagessatz auf 4 Rupies ( Fr. 3.60 ) , und die Verpflegung geht zu Lasten der Expedition .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
In Paiju , der letzten Oase vor dem Baltoro-Gletscher , verlangten die Träger die ihnen laut Reglement zustehenden Schuhe .
Man hatte 250 Paar mitgebracht , aber leider die normale , d. h. zu schmale europäische Form .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Das wird leider immer wieder vergessen , was zu grossen Unannehmlichkeiten führt .
Das Oberleder ( die Steifkappe ) musste aufgeschlitzt werden , damit die armen Kerle ihre gutgeformten ( nicht durch europäisches Schuhwerk deformierten ! ) breiten Füsse überhaupt hineinzwängen konnten .
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Das Gros rückte in drei Tagemärschen bis auf den berühmten Concordia-Platz vor , geriet dort aber in einen Schneesturm .
Nun waren die meisten « Talträger » nicht mehr zu halten und kehrten in ihre Heimatdörfer zurück .
Nur 68 Mann erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit , wenigstens das Gepäck vom Depot Urdokas nach Concordia zu schaffen .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Für die Österreicher war es nur ein Zwischenlager , weil sie ihr Standlager ja beim Einfluss des « Südlichen Gasherbrum-Gletschers » in den « Abruzzi-Gletscher » errichten mussten , etwa dort , wo 1934 das Lager 5a ( 5250 m ) der I.H.E , auf der Moräne gestanden hatte . Am 25. Mai trafen die ersten Bergsteiger und Träger dort ein .
Die Österreicher entschieden sich jedoch für den wahrscheinlich etwas leichteren Südwestsporn und erstellten an seinem Fusse bei etwa 6000 m ihr Hochlager I. Am 11. Juni wurden die ersten Lasten hingeschafft , am 13. , 15. und 17. Juni war der Pendelverkehr im vollen Gange .
Dann aber hielt eine zehntägige Schlechtwetterperiode mit starken Schneefällen die Bergsteiger im Hauptlager fest .
Erst am 30. Juni konnten sie wieder zum Hochlager I aufsteigen und sahen zu ihrer grössten Bestürzung , dass inzwischen eine riesige Lawine fast alle dort deponierten Lasten verschüttet hatte .
Sie hatten den Platz für völlig lawinensicher gehalten :
ebener Gletscherboden - und die Hänge darüber waren terrassiert .
Aber die grossen Himalaya-Lawinen laufen eben weite Strecken auch über ebenen Grund .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Was nun ?
Wenn man sich nicht geschlagen geben wollte , musste man das ganze Programm umstellen und das Risiko eines Blitzangriffes auf sich nehmen :
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Heisse Milch und etwas Weizenkeimbrot mussten als Verpflegung für den ganzen Tag ausreichen .
Eine ansteigende Querung unter der Südostwand des Gasherbrum II machte viel Mühe .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Noch 335 Höhenmeter bis zum Gipfel .
In der sehr steilen Firnwand war der Schnee von den Strahlen der Morgensonne bereits aufgeweicht , das Spuren eine furchtbare Strapaze .
Alle paar Schritte mussten sie rasten und nach Luft ringen .
Nur mit äusserstem Willenseinsatz kämpften sie sich aufwärts , Meter um Meter .
Das letzte Hindernis war eine Felsstufe und - am 7. Juli um 13.30 Uhr betraten sie den Gipfel des Gasherbrum II ( 8035 m ) , ein kleines Firnplateau , das von zwei kaum mannshohen Felszacken gekrönt ist .
Erschöpft sanken sie in den Schnee .
Erst nach einiger Zeit waren sie imstande , die unerlässlichen « Kulthandlungen » auszuführen :
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Dieser bewunderungswürdige Erfolg tröstet die « österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien hoffentlich über eine etwas bittere Enttäuschung hinweg :
Ich würde unseren Nachfolgern - nach 22 Jahren - gern herzlich zu ihrem Erfolg gratulieren , aber ... sie haben leider geglaubt , die Erstersteigung eines noch ganz unbekannten und 7729 m hohen Berges gemacht zu haben , sie haben diesen Gipfel « Austria-Peak » getauft und in der « österreichischen Touristenzeitung » vom Januar 1957 auch sonst allerlei Irrtümer publiziert , deren sachliche Berichtigung unvermeidlich ist :
( 1 ) Wie ist die merkwürdig genau klingende Höhenzahl 7729 m zustande gekommen ?
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
( 3 ) Ein seit Jahrzehnten bekannter , bestiegener und von der « Karakoram Conference » offiziell Sia Kangri benannter Berg darf natürlich nicht plötzlich ohne jeden Grund umgetauft werden .
Der Name « Austria-Peak » ist also schleunigst wieder einzuziehen - auch wenn Staatspräsident Iskander Mirza auf Grund ganz irriger Voraussetzungen diese Taufe genehmigt hat ( 4 ) Der breite Sattel zwischen Baltoro Kangri ( früher « Golden Throne » , 7312 m ) und Sia Kangri ist der seit einem halben Jahrhundert wohlbekannte Conway Saddle ( 6300 m ) , der von der italienischen Karakorum-Expedition ( Herzog von Spoleto , Prof. Desio ) 1929 wiederholt besucht und vermessen worden ist Die « I.H.E. 1934 » hatte im Conway-Sattel sogar wochenlang ihr oberes Standlager , und sie hat ja von dort aus alle Gipfel des Sia Kangri und den Südostgipfel des Baltoro Kangri erstiegen .
Die Neutaufe « Vierma-Sattel » ist natürlich völlig indiskutabel ! Übrigens liegt der Conway-Sattel nicht zwischen Baltoro und Siachen , sondern zwischen Baltoro und Kondus-Gletscher .
Neu ist nur , dass die Österreicher nicht die von der « I.H.E. 1934 » wiederholt begangene und relativ sichere « Mittelrippe » benützt haben , sondern anscheinend links von unserer Route durch die steile Flanke und über mehrere Eiswülste aufgestiegen sind , also eine neue , gefährliche Variante auf den Sia-Kangri-Westgipfel gemacht haben .
G.O.Dyhrenfurth :
Benno Schwabe 1935 ) .
- G.O.Dyhrenfurth :
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Erst 1947 wandten sich E.E.Shipton und H.W.Tilman diesem Berge zu und gelangten auf die Gipfel-Kalotte , aber nicht bis auf den - horizontal noch ziemlich weit entfernten -höchsten Punkt .
Das wurde am 26. Juli 1956 von einer grossen chinesisch-sowjetischen Expedition unter Führung von M.Beletzky nachgeholt Es waren fünf Lager errichtet worden , das oberste bei etwa 7200 m.
21. Nördlich des Mustagh Ata , ebenfalls am Ostrande des Pamir-Plateaus , liegt der Kongur Debe ( 7681 m ) , weit und breit der höchste Berg , ein imposantes , stark vergletschertes Massiv von Himalaya-Charakter , augenscheinlich sehr viel schwerer als sein gutmütiger Nachbar .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Erstersteigung 1933 durch B.M .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
Mountaineeringintheü.S.S.R.«The Alpine Journal » , N° 293 ( Nov .
1956 ) , p.310-329 .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
5. Cho Oyu , 8189 m ( ? ) , Leiter H.Tichy , Gipfelmannschaft H.Tichy , S. Jöchler und Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
Ich wünsche von Herzen , dass dieser « Ausverkauf der Achttausender » baldigst abgeschlossen sein möge , damit nationaler und persönlicher Ehrgeiz allmählich abklingen , zum Wohle echten Bergsteigertums und ruhiger wissenschaftlicher Arbeit !
» Die neuen Vorschriften der Regierung Nepals für ausländische Expeditionen - frisch aus Kathmandu gekommen und genau übersetzt - besagen :
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
Ausserdem ist er voll zu verpflegen und mit Schlafsäcken und allen anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen während der Expeditionsdauer zu versehen .
3. Die Expedition hat alle Reisekosten des Verbindungsoffiziers von und nach Kathmandu zu tragen .
4. Die Expedition hat ihre Tätigkeit ausschliesslich auf den Berg oder die Gegend zu beschränken , für die sie die Genehmigung von der Regierung von Nepal erhalten hat .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
6. Nach ihrer Rückkehr hat die Expedition der Regierung von Nepal einen genauen Expeditionsbericht vorzulegen .
7. Die Expedition hat im voraus einen genauen Plan zu unterbreiten , welche Route innerhalb von Nepal begangen werden soll .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
10. Bei einem Unfall hat die Expedition dem Verletzten oder der Familie des Verstorbenen Schadenersatz zu leisten , je nachdem wie die Verhältnisse liegen .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
Kopien aller photographischen Aufnahmen der Expedition sind der Regierung zu unterbreiten , bevor irgend etwas publiziert werden darf .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese « verbotene Zone » würde fast das gesamte nepalische Hochgebirge umfassen und damit praktisch jede von Nepal ausgehende Himalaya-Expedition sinnlos machen .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?
» Nach der Erstersteigung des Dhaulagiri , des letzten nepalischen Achttausenders , wird der Karakorum-Himalaya stark in den Vordergrund rücken , und die pakistanische Regierung - von rotchinesischen und auch von indischen Wünschen nicht abhängig - hat so mancher Expedition in den letzten Jahren Verständnis und Hilfsbereitschaft gezeigt .

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Chronique himalayenne 1956
AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
Avec 3 illustrations
II nous est parvenu récemment un flot de cotes d' altitude des grands sommets himalayens , ce qui a amené de regrettables confusions .
Comment expliquer une pareille incertitude au sujet de sommités très célèbres , connues et mesurées depuis un siècle ?
Il y a en premier lieu trois sources d' erreurs , dont les estimations sont aujourd' hui différentes de ce qu' elles étaient auparavant :
On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
A ma connaissance , la nouvelle cote officielle n' a pas encore été publiée .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Car la cote de ce dernier , 8470 , admise pendant un siècle , doit être abandonnée .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
L' écart est encore plus grand pour le Cho Oyu auquel , depuis quelque temps déjà , on attribue deux altitudes concurrentes , 8153 et 8189 m. Il semble qu' il n' y ait pas eu de nouvelle mensuration à ce jour .
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
Les nouveaux calculs , en tenant compte de tous les facteurs géophysiques connus actuellement , exigent passablement de temps .
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Cette fois encore , nous commencerons à l' est notre revue des principales récentes expéditions à l' Himalaya .
1. Kangchenjunga .
Au point de vue alpinistique , il n' y a pas grand' chose à ajouter à ce que nous avons dit dans notre chronique himalayenne 1955 ( voir Les Alpes , avril 1956 ) de la magnifique « première » du Kantch .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Incontestablement , ces cours d' eau se déversaient déjà dans l' Océan indien avant que l' Himalaya ne dresse ses cimes vers le ciel ;
Le soulèvement de la haute chaîne s' est produit graduellement , ce qui a permis aux fleuves , dans le même temps , de creuser leur lit à travers la masse et de conserver , grosso modo , leur ancien parcours .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Il était accompagné du sherpa Da Temba ( n° 212 de la liste de l' Himalayan Club ) .
4. La grande expédition suisse de 1956 , organisée et préparée avec soin par la Fondation suisse pour explorations alpines , dirigée magistralement par Albert Eggler , et dans laquelle les alpinistes bernois firent preuve d' un esprit de camaraderie exemplaire , fut couronnée d' un succès que l' on peut qualifier d' exceptionnel .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Hallwag , Bern . - Berge der Welt , Bd. XI , 1956/57 .
Outre les succès alpinistiques spectaculaires , il ne faut pas oublier de rappeler les recherches scientifiques dont le massif de l' Everest a été l' objet :
Petit à petit , le groupe du Chomo Lungma devient la région la mieux connue de l' Himalaya .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' expédition dut faire demi-tour .
La montagne fut laissée en repos en 1955 , tandis que se poursuivait l' inévitable préparation diplomatique à son sujet .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Jusqu' alors , toutes les tentatives s' étaient faites sur le flanc NE , à partir du village de Sama , par le glacier de Manaslu , le col Naiké , 5600 m , la selle N , 7100 m , et le plateau glaciaire supérieur , itinéraire qui ne présente pas de difficultés majeures , mais ex- trêmement long et nécessitant l' installation de neuf camps .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
D' après les dernières mensurations , le Manaslu a exactement la même altitude que le Nanga Parbat , soit 8125 m. Ces deux cimes occupent les 8e et 9e rangs dans la liste des montagnes du globe .
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Si les informations données par la presse sont exactes , on n' aurait pas dépassé 7200 m.
On dit qu' une expédition franco-suisse est en gestation pour 1957 . En cas d' échec de celle-ci , les Argentins pourraient revenir à la charge pour la troisième fois .
Le Dhaulagiri est une montagne difficile et dangereuse ; toutefois son heure viendra aussi , peut-être même bientôt .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
Toni Hagen est au travail depuis l' automne 1956 dans le Népal occidental .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois . 10. La chronique himalayenne de 1955 a déjà mentionné que Peter Aufschnaiter et George Hampson ont fait une excursion dans le massif du Ronti , au sud de la gorge de la Rishi Ganga ( région de la Nanda Devi ) .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
C' était indubitablement la trace d' un animal qui était sorti du courant rapide et glacial pour prendre pied sur l' îlot .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
Nous cherchâmes alors l' endroit où la bête était entrée dans l' eau , et nous retrouvâmes sa trace à une centaine de mètres en amont .
La distance entre le poing droit et le gauche mesurait environ 3 yards ( 2,75 m ) .
Nous remontâmes le long de la rivière jusqu' à un pont de neige , puis revînmes sur nos pas par la rive opposée jusqu' aux traces premièrement aperçues .
L' eau , à cet endroit , était profonde de 1,50 m , le courant avait miné la berge , et cependant nous ne pûmes découvrir aucune empreinte de mains ou de pattes antérieures .
Quelle que soit la créature qui avait passé là , elle devait être d' une taille extraordinaire pour avoir pu sortir de l' eau profonde en posant le pied directement sur la lisière de l' îlot .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
Mais à partir de ce moment son attitude changea du tout au tout :
« Zarur sahib , s' exclama , y eh bah nay hai » ( ce n' est certainement pas un ours ) .
La veille , il m' avait accompagné , portant mes caméras , 300 m en amont .
Nous pûmes constater que nos propres empreintes ne s' étaient élargies que d' Vs de pouce ( 3 millimètres ) sur leur pourtour .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
Au surplus , étant donné que nous avions quitté ces lieux , la veille , vers 15 h. 30 , nous savions que la créature avait traversé la vallée entre ce moment-là ( 11 juin ) et le début de la matinée du 12 juin .
L' examen attentif des empreintes indiquait qu' elle était sortie de l' eau alors que la neige était durcie par le gel , c' est durant la nuit ou très tôt le matin .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
En certains endroits , elles étaient profondes de 28 centimètres , là où moi-même , avec mes 89 kg , n' enfonçais que de 4 cm à peine dans la neige ramollie par le soleil de midi .
« Pendant des heures , nous suivîmes ces traces qui se prolongeaient sur près d' un kilomètre , fort embarrassés par les îlots de neige et les bras de la rivière .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nulle part elle n' avait marché à quatre pattes ;
la longueur de ses pas était presque le double des miens .
Finalement nous abandonnâmes cette chasse et revînmes au camp .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
« Swami Pranavananda a récemment publié un intéressant article ( voir Les Alpes , octobre 1955 ) dans le but évident de mettre fin à la légende de F,homme des neiges ' .
Malheureusement , il ne peut prétendre avoir jamais lui-même rencontré et observé ses traces .
Des Tibétains lui ont assuré que des empreintes attribuées d' abord au ,yéti ' étaient en réalité celles d' un ours rouge ( nous dirions plutôt brun ) .
« Ce qui est très significatif , c' est que chaque fois qu' on a annoncé la découverte d' une nouvelle espèce animale , il y a toujours eu des savants spécialistes pour affirmer qu' une telle créature ne pouvait exister .
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il fallut encore plusieurs années pour que l' Europe admette l' existence du gorille .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
Les savants ont longtemps et obstinément nié l' existence de ces animaux .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
Dans les vastes solitudes inexplorées de l' Hima , les animaux ont toute possibilité d' observer sans être vus .
A ce propos , il est intéressant de noter qu' en 1955 la limite des neiges était exceptionnellement basse , à tel point que nous avons dû abandonner le district que nous avions l' intention d' explorer , la chaîne du Shigri qui marque la ligne de partage des eaux , et nous rabattre sur le Kulti Himal .
« Wladimir Tschernezky , qui fut peut-être le premier à faire une étude scientifique du concept ,yéti ' , a comparé cette mystérieuse créature au Gigantopithecus actuellement disparu .
Deux bonnes photos , très significatives , illustrent son exposé .
Personnellement , j' ai toujours pensé que la question de l' homme des neiges ne sera pas résolue par le cri de guerre « A l' ours !
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
De belles photos , des panoramas remarquablement dessinés , un croquis très précis de l' ossature du massif , avec une bibliographie de 55 numéros , contribuent grandement à la connaissance de cette région fort négligée jusqu' ici , dont les sommets cotent de 5800 à 6200 m. A l' échelle de l' Himalaya , ce sont donc des montagnes relativement modestes , de caractère simplement alpin et non super-alpin , néanmoins très pittoresques et attrayantes , la plupart encore peu connues , qui peuvent offrir un beau champ d' activité à de petites expéditions disposant de peu de temps et de moyens .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
Elle a enregistré l' ascension de deux modestes « 6000 » et de nombreuses traversées de cols .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pour tous ceux qui ont contemplé avec un sentiment d' admiration et de stupeur la célèbre photo rapportée par Vittorio Sella en 1909 , cette cime était comme le symbole de l' inaccessible .
« Quand on la regarde du glacier supérieur de Baltoro , l' idée seule d' une ascension semble inconcevable .
Mais à la considérer de plus près , sous un autre angle , il y a , à mon avis , une chance .
Les parois , il est vrai , ne laissent aucun espoir :
l' arête SE , qui porte le ,BlackTooth ' , n' est guère encourageante ;
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Il faudrait chercher à atteindre , à partir du glacier de Chagaran , la selle au pied de l' arête W. » C' est précisément par cette route que j' avais alors proposée , que la Tour de Muztagh a été gravie l' an dernier par une équipe britannique sous la conduite de / .
le 6 juillet 1956 J.Hartog et Tom Patey ;
le 7 J. Brown et I. McNaugh-Davis .
Du dernier camp , placé à 6400 m , ils suivirent l' arête ouest .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Le 31 mai ils étaient à Askolé , dernier hameau de la vallée . Le 2 juin , à Bardumal ( Bagdomal ) , un formidable éboulement faillit anéantir tout le camp . Urdokas fut atteint le 5 juin .
La situation , pour les Français , était délicate :
il ne faut les gêner en aucune manière .
En outre , ils sont déjà si haut que de toutes façons ils arriveront vraisemblablement au sommet les premiers .
Les Français ne feraient-ils pas mieux de choisir un autre objectif parmi les cimes du Haut Baltoro ?
A cela on n' était pas préparé ; il n' y aurait pas eu assez de vivres pour les porteurs .
Et puis , n' était pas équipé pour examiner les problèmes d' ascensions techniquement difficiles ?
Il fut donc décidé d' aller reconnaître les autres faces de la Tour et voir s' il n' y aurait pas sur l' arête nord , ou peut-être dans la paroi sud , une voie possible .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Une première excursion les conduisit par la branche orientale du glacier au point le plus bas ( 5600 m environ ) entre le Mont Steste et la Tour de Muztagh , donc au pied de sa prétendue arête nord .
Quelle désillusion !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Tout ce qu' on put entreprendre fut une visite aux concurrents anglais sur l' autre versant de la montagne . Une franche explication de vive voix dissipa tous les malentendus :
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
Il fallut plusieurs jours de besogne acharnée et 300 m de cordes fixes pour en venir à bout ;
Le Dr Florence , médecin de l' expédition , et les deux meilleurs porteurs hunzas , Aminula et Gerikhan , qui étaient montés jusque-là portant vaillamment leurs charges , redescendent , laissant les quatre hommes de l' équipe d' assaut piétiner et tasser la neige profonde , à gestes lents , sous le soleil accablant , pour y placer la tente du camp IV ( 6300 m ) .
Audessus d' eux , la Tour les domine encore de 1000 m , d' une raideur telle qu' elle fait hocher la tête aux plus optimistes .
La seule voie pouvant offrir quelque chance est l' arête SE .
Le 7 juillet , R. Parangot aperçut tout à coup deux petits points noirs se détachant dans le ciel sur la crête terminale :
les Français ne se laissèrent pas décourager .
En avant !
L' accès à l' arête SE s' avéra extrêmement difficile .
Les deux premières longueurs de corde audessus de la rimaye - le 7 juillet - coûtèrent des heures d' efforts .
Il fallut deux jours pour gravir 250 m. Six heures de cramponnage à la limite de l' équilibre , des dalles verglacées surmontées à l' aide de pitons , pour déboucher enfin dans une échancrure de l' arête .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
A midi , le soleil disparut derrière un écran d' épaisses nuées .
Sur l' arête , les brèches profondes se succédaient , qui rendaient l' avance si lente qu' à 16 heures ils n' avaient franchi qu' une centaine de mètres en distance horizontale .
Et voilà qu' il se met à neiger ... retour obligé au camp IV. Tout ce qui leur restait de cordes disponibles fut fixé à la descente de la paroi .
Deux jours durant , ils sont immobilisés dans la tente par le mauvais temps .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
h * " est atteinte rapidement .
Mais dès qu' ils doivent ouvrir une nouvelle trace , ils enfoncent jusqu' à mi-cuisse .
Des tours abruptes barrent le chemin , qu' il faut tourner par la gauche sur des dalles raides et verglacées , ou par la droite sur des corniches de neige pourrie surplombant le glacier Younghusband .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
Enfin ... le camp IV .
Lorsque le 19 juillet ils regagnèrent le glacier de Baltoro , ils furent salués par le D' Patey , médecin de l' expédition britannique , venu solliciter l' aide de son collègue français pour donner des soins à Hartog , chef de l' équipe anglaise , qui souffrait de graves gelures aux pieds .
Les Anglais attendaient depuis quelques jours à Urdokas .
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
» L' Oesterreichische Himalaya-Gesellschaft de Vienne prit cela à coeur et mit sur pied , en 1956 , une expédition au Baltoro dont cette ascension était le but principal .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » :
Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
toutefois les Autrichiens , malgré toute la bonne volonté des autorités , durent attendre neuf jours à Rawalpindi que les conditions météorologiques permissent le transport aérien de l' équipe et de ses bagages , car le vol jusqu' à Skardu , dans un paysage unique en son genre , le long de l' étroite vallée de l' Indus et au voisinage du Nanga Parbat , passe pour être la route aérienne la plus dangereuse et ne peut être tenté que lorsque la visibilité est parfaite .
C' est pourquoi Skardu , la capitale du Baltistan , ne fut atteinte que le 27 avril .
Quain Ali Shah , il fallut refaire toutes les charges pour les réduire à 27 kg .
Les tarifs des porteurs ont fortement augmenté aussi au Pakistan .
Dans les régions habitées , un porteur ordinaire reçoit 3 roupies ( 2 fr . 70 ) par jour , à charge de pourvoir lui-même à son entretien .
Audessus d' Askolé , 3050 m , le salaire journalier monte à 4 roupies ( 3 fr . 60 ) , et la nourriture est fournie par l' expédition .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
A Païju , dernière oasis avant le glacier de Baltoro , les porteurs réclamèrent les souliers que le règlement ordonne de mettre à leur disposition .
On en avait apporté 250 paires , malheureusement de forme normale , c' est européenne .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
On l' oublie presque toujours , ce qui ne manque pas de créer de grosses difficultés .
On fut obligé de fendre la cape rigide des souliers , afin que les pauvres types puissent y introduire leurs pieds de forme naturelle , c' est très larges , non défigurés par des chaussures européennes .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Le gros de la troupe monta en trois étapes à la célèbre Place de la Concorde , où elle subit une tempête de neige .
Alors il ne fut plus possible de retenir les porteurs ; la plupart abandonnèrent pour rentrer dans leur village .
Après de longues discussions , 68 hommes seulement acceptèrent de transporter les colis du dépôt d' Urdokas à Concordia .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Pour les Autrichiens , ce n' était qu' un camp intermédiaire ; ils devaient placer leur camp de base plus haut , là où le glacier de Gasherbrum sud rejoint le glacier des Abruzzes , à peu près à l' endroit de la moraine où , en 1934 , nous avions établi notre camp V a , à 5250 m. La première escouade y parvint le 25 mai .
Les Autrichiens toutefois se décidèrent pour l' éperon sudouest , probablement un peu plus facile , et installèrent à son pied , à 6000 m environ , leur camp d' altitude n° I. Les premières charges y furent déposées le 11 juin ; les 13 , 15 et 17 juin la navette des porteurs était en plein mouvement .
Ensuite , le mauvais temps , avec de fortes chutes de neige , retint les alpinistes au camp de base pendant dix jours .
Le 30 juin seulement ils purent remonter à leur camp d' altitude I et constatèrent , à leur extrême consternation , qu' entre temps une avalanche gigantesque avait emporté presque tout le matériel déposé là .
Ils avaient cru le site tout à fait à l' abri des avalanches :
plateau glaciaire horizontal dominé par des pentes étagées en terrasses .
Mais les grosses avalanches de l' Himalaya s' avancent très loin , même sur un terrain plat .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Que faire ?
Si l' on ne voulait pas s' avouer battu , il fallait modifier tout le programme et accepter les risques d' une campagne-éclair .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Du lait chaud et un peu de pain de germes de blé devait être leur unique repas de la journée .
Une traversée en écharpe sous la paroi SE du Gasherbrum II fut très pénible .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Encore 335 m jusqu' au sommet .
Sur les pentes très inclinées , le soleil matinal avait déjà ramolli la neige ; ouvrir la trace était terriblement fatigant .
Quelques pas , et il fallait s' arrêter pour reprendre son souffle .
Ce n' est qu' en bandant leur volonté à l' extrême qu' ils s' élevaient mètre après mètre .
Le dernier obstacle était un ressaut rocheux , puis , le 7 juillet , à 13 h. 30 , ils foulèrent le sommet du Gasherbrum II , 8035 m , formé d' une étroite plateforme neigeuse couronnée de deux petites dents de rocher à peine de la hauteur d' un homme .
Ils s' affalèrent épuisés sur la neige .
Ce n' est qu' au bout d' un certain temps qu' ils furent en état d' accomplir les rites obligés du culte des sommets :
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Ces magnifiques succès , il faut l' espérer , consoleront la Société autrichienne de l' Himalaya d' une assez amère désillusion éprouvée d' autre part .
J' aimerais pouvoir - après 22 ans - féliciter cordialement nos successeurs de leur réussite , mais ... ils ont malheureusement cru avoir gravi un sommet de 7729 m tout à fait inconnu qu' ils ont baptisé « Austria Peak » . Ils ont publié dans YOesterreichische Touristen-Zeitung de janvier 1957 un article contenant de nombreuses erreurs de tous genres , et qui exige rectification :
1° Comment cette cote de 7729 m , qui prend un air de précision exacte , a-t-elle été obtenue ?
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
3° II va sans dire qu' une montagne connue et gravie depuis des décennies , et à laquelle la Conférence du Karakorum a officiellement conféré le nom de Sìa Kangri , ne peut être tout à coup rebaptisée sans raison valable .
Le nom d'« Austria Peak » doit donc disparaître au plus tôt , même si le chef de l' Etat Iskander Mirza , trompé par des suppositions erronées , a confirmé cette appellation . 4° Le large ensellement qui s' ouvre entre le Baltoro Kangri ( ancien « Golden Throne » , 7312 m ) et le Sia Kangri est le Conway Saddle , 6300 m , bien connu depuis un demi-siècle , qui fut atteint et mesuré à nouveau par l' expédition italienne au Karakorum 1929 ( duc de Spoleto-Prof . A. Desio ) .
Au surplus , le Conway Saddle n' est pas entre le Baltoro et le Siachen , mais entre le Baltoro et le glacier de Kondus .
La seule chose nouvelle , c' est la voie suivie par les Autrichiens , qui n' est pas la nervure médiane relativement sûre parcourue par l' E en 1934 . Ils sont montés plus à gauche dans le flanc abrupt de la montagne , en surmontant plusieurs bosses de glace , inaugurant par là une Variante dangereuse au sommet ouest du Sia Kangri .
G.O.Dyhrenfurth , Dämon Himalaya .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- G.O.Dyhrenfurth , Baltoro .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Ce n' est qu' en 1947 que H.W.Tilman et E.E.Shipton s' en occupèrent . Ils parvinrent sur la calotte sommitale , mais ne purent aller jusqu' au point culminant , encore très éloigné horizontalement .
Celui-ci fut atteint le 26 juillet 1956 par une grande expédition sino-soviétique sous la direction de M.Beletski . Cinq camps furent installés au cours de l' entreprise , le dernier à 7200 m environ .
18. Au nord du Muztagh Ata , également à la lisière orientale du Plateau du Pamir , se dresse le Kongur Débé , 7681 m , qui domine toutes les autres montagnes loin à la ronde . C' est une sommité imposante de caractère himalayen , pourvue d' un abondant système glaciaire , et qui semble être beaucoup plus difficile que son débonnaire voisin le Muztagh Ata .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
première ascension en 1933 par E. M. Abalakow .
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
E.Beletski , Mountaineering in USSR . The Alpine Journal , n° 293 ( Nov .
1956 , p. 310-329 ) .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
Chef H.Tichy ; équipe du sommet H.Tichy , S.Jöchler et Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
Je souhaite de tout coeur que cette mise aux enchères des « 8000 » soit bientôt achevée , afin que les ambitions et amours-propres nationaux baissent le ton , pour le plus grand bien de l' alpinisme et du paisible travail scientifique .
» - Les nouvelles prescriptions du Gouvernement népalais pour les expéditions étrangères - arrivées tout récemment de Kathmandou - scrupuleusement traduites , disent ceci :
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
En outre elle assurera son entretien complet et lui fournira sac de couchage et tout l' équipe pendant la durée de l' expédition .
3. Tous les frais de voyage de l' officier de liaison , à partir de Kathmandou et retour sont à la charge de l' expédition .
4. L' expédition bornera son programme d' activité à la montagne ou à la région pour lesquelles l' autorisation a été accordée .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
6. A son retour , l' expédition doit remettre au Gouvernement du Népal un rapport exact sur son activité .
7. L' expédition doit préalablement présenter un plan précis indiquant les routes népalaises qui seront suivies .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
10. En cas d' accident , l' expédition doit verser au blessé ou à la famille du défunt une indemnité proportionnelle aux circonstances .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
Copies de toutes les photographies prises au cours de l' expédition doivent être soumises au Gouvernement avant qu' aucune ne soit publiée .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette « zone interdite » inclurait presque toutes les hautes montagnes népalaises , ce qui , pratiquement , enlèverait tout sens aux expéditions himalayennes à travers le Népal .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?
» Lorsque le Dhaulagiri , dernier « 8000 » népalais , aura été gravi , c' est le Karakorum qui attirera les grimpeurs , et le Gouvernement pakistanais , qui n' a pas à tenir compte des voeux de l' Inde ou de la Chine rouge , a montré ces dernières années beaucoup de compréhension et de bonne volonté à l' égard de maintes expéditions .

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Himalaya-Chronik 1956
MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
Mit 3 Bildern
In letzter Zeit sind die Höhenzahlen der grossen Himalaya-Berge in Fluss gekommen , was zu einem argen Durcheinander führte .
Wie ist eine derartige Unsicherheit selbst bei den berühmtesten , seit hundert Jahren bekannten und oft vermessenen Bergen zu erklären ?
Es sind vor allem drei Fehlerquellen , die heute anders bewertet werden als früher :
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Die neue offizielle Kote ist meines Wissens noch nicht publiziert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
Denn auch beim Makalu wird die seit einem Jahrhundert gültige Höhenzahl 8470 m jetzt aufgegeben ;
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Am schlimmsten ist es beim Cho Oyu , für den schon seit einiger Zeit zwei Höhenzahlen - 2 Die Alpen - 1957 - Les Alpes 17 8153 m und 8189 m - in Konkurrenz standen . Eine Neuberechnung ist anscheinend bisher noch nicht vorgenommen worden .
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Neuberechnung unter Berücksichtigung aller heute bekannten physikalischen Faktoren erfordert ziemlich viel Zeit .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
In unserem Überblick über die wichtigeren Expeditionen der jüngsten Vergangenheit beginnen wir wieder mit dem östlichsten Achttausender :
1. Vom Kangchendzönga ist bergsteigerisch nicht viel Neues zu melden .
Die grossartige Erstersteigung wurde ja bereits in unserer « Himalaya-Chronik 1955 » behandelt ( « Die Alpen » 1956 , Nr. 4 ) .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Offenbar flössen diese Ströme bereits zum Indischen Ozean , als es noch keine himmelstürmende Great Himalaya Range gab , und sie hielten mit der Gebirgsaufwölbung Schritt .
Die Hebung einer südwärts gelegenen Zone zur Hauptkette erfolgte also so allmählich , dass die Flüsse sich im gleichen Tempo einschneiden und ihren alten Lauf im wesentlichen beibehalten konnten .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sein Sherpa war Da Temba ( Himalayan Club : Sherpa-Liste Nr.212 ) .
4. Die schweizerische Grossexpedition 1956 - von der SSAF sorgfältig vorbereitet und organisiert , von Albert Eggler mustergültig geleitet und von den Berner Bergsteigern in vorbildlicher Kameradschaft durchgeführt - wurde zu einer der erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte des Himalaya .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
- « Berge der Welt » , Bd.XI ( 1956/57 ) , S. 161-177 .
Über den spektakulären bergsteigerischen Erfolgen wollen wir die wissenschaftliche Erforschung des Everest-Gebietes nicht vergessen :
Die Chomo-Lungma-Gruppe wird allmählich zum bestbekannten Gebiet des Himalaya .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
Die Expedition musste umkehren .
1955 hatte der Berg Ruhe , doch wurden offenbar die notwendigen diplomatischen Vorarbeiten geleistet .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
Bisher hatte man sich auf der Nordostseite des Massivs gehalten : von dem Dorfe Sama ausgehend über den Manaslu-Gletscher , Naike-Col ( 5600 m ) und Nordsattel ( 7100 m ) zum Plateaugletscher , ein nicht schwieriger , aber sehr langer Weg , der neun Lager erfordert hatte .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Nach den bisherigen Messungen hat der Manaslu auf den Meter genau die gleiche Höhe wie der Nanga Parbat ( 8125 m ) ; beide stehen an der 8. und 9. Stelle der Rangliste .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Wenn die Pressemeldungen stimmen , wurde nur eine Höhe von etwa 7200 m erreicht .
Für 1957 scheint eine französisch-schweizerische Expedition in Vorbereitung zu sein , und falls auch dieser der Sieg versagt bleiben sollte , möchten die Argentinier 1958 zum dritten Male antreten .
Der Dhaulagiri ist eben ein technisch schwieriger und gefährlicher Berg , doch auch ihm wird die Stunde schlagen ... vielleicht sogar bald .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
In West-Nepal arbeitet seit Herbst 1956 Dr. Toni Hagen .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Offenbar war hier ein Tier aus dem eisigen , rasch fliessenden Wasser auf die Insel hinaufgestiegen .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Darum sahen wir uns nun gut um , wo das Tier in das Wasser hineingegangen war . Bald war die Stelle gefunden :
Der Abstand zwischen linken und rechten Handspuren war etwa drei Schritt .
Nachdem wir die Grosse der Fusstapfen ausgemessen hatten , gingen wir flussaufwärts bis zu einer Schneebrücke und dann am jenseitigen Ufer wieder zurück bis zu der Stelle , wo wir die Fährte zuerst entdeckt hatten .
Hier war das Wasser etwa 1 ½ m tief , die starke Strömung hatte den Uferrand unterhöhlt - trotzdem konnten wir keine Spur von Vorderpfoten oder Händen sehen .
Was es auch war - dieses Wesen , das hier gegangen war , muss ausserordentlich gross gewesen sein , denn es war aus dem tiefen Wasser heraus einfach auf den Rand der Insel getreten .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Jetzt änderte sich diese Haltung gänzlich .
,Zarur Sahib , yeh balu nay hai ' , rief er aus . ( ,Das ist bestimmt kein Bär ! ' )
Gestern nachmittag hatte er mir bei meinen photographischen Arbeiten 300 Schritt talaufwärts geholfen .
Wir konnten nun feststellen , dass unsere Fusstapfen sich seitdem nur um etwa 3 mm rund herum vergrössert hatten .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden .
Obendrein hatten wir dieses Gebiet am vorhergehenden Tage etwa um 15.30 Uhr verlassen . Wir wussten , dass dieses Geschöpf seitdem , zwischen dem 11. Juni 1955 , nachmittags , und dem 12. Juni , frühmorgens , das Tal gequert hatte .
Ein sorgfältiges Studium der Fusstapfen an der Kante der Insel zeigte deutlich , dass ,Es ' aus dem Fluss heraufgestiegen war , als der Schnee hart gefroren war , also in der Nacht oder am frühen Morgen .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
Der Fuss-eindruck hatte eine Länge von gut 30 cm und eine Breite von 20 cm und war an manchen Stellen etwa 28 cm tief , wo ich selbst kaum 4 cm einsank .
Stundenlang folgten wir den Spuren , was durch die vielen Schneeinseln und Gletscherbäche sehr erschwert wurde .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Nirgends hatte es sich auf allen Vieren bewegt .
Der Abstand von einer Fusstapfe zur anderen war fast doppelt so gross wie meine eigene Schrittlänge .
Schliesslich gaben wir die Jagd auf und kehrten zum Basislager zurück .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Swami Pranavananda hat kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben ( ,The abominable Snowman ' in ,The Alpine Journal ' , Nr. 292 , May 1956 , S. 110-117 ) in der offenbaren Absicht , der ,Yeti-Legende ' den Garaus zu machen .
Leider kann er nicht den Anspruch erheben , jemals eine derartige Spur gesehen und untersucht zu haben .
Er berichtet nur aus zweiter Hand , verschiedene Tibeter hätten bezeugt , dass Spuren , die anfänglich einem Yeti zugeschrieben wurden , sich dann als Fährten eines roten ( wir würden sagen : braunen ) Bären herausgestellt hätten .
Wann immer von einer neuen Art berichtet wurde - stets waren zahlreiche Sachverständige nur allzu bereit , feierlich zu bezeugen , dass so etwas nicht existieren könne .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Es dauerte noch so manches Jahr , bis Europa den Gorilla als Tatsache anerkannte .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Spezialisten haben die Existenz dieser unbekannten Lebewesen lange hartnäckig bestritten .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
In den weiten , unerforschten Gebieten des Himalaya hat die Fauna reichlich Gelegenheit , zu beobachten , ohne beobachtet zu werden .
In dieser Hinsicht ist es sehr bemerkenswert , dass die Schneegrenze 1955 in Lahul ungewöhnlich weit herunter rückte . Wir mussten ja sogar unser ursprünglich vorgesehenes Forschungsgebiet , die Wasserscheide des Shigri Glacier , aufgeben und uns mit dem ( niedrigeren ) Kulti Himal begnügen .
Wladimir Tschernezky , der vielleicht als erster den Begriff ,Yeti ' wissenschaftlich untersucht hat , Verglich dieses geheimnisvolle Lebewesen mit dem jetzt ausgestorbenen Gigantopithecus .
Zwei gute , lehrreiche Photos ergänzen noch seine gewichtigen Ausführungen .
Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht , dass mit dem Schlachtruf « Bär !
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
Hervorragend gezeichnete Panoramen , hübsche Photos , eine sehr brauchbare Kammverlauf-Karte und eine Bibliographie von 55 Nummern tragen sehr wesentlich zur Kenntnis dieses bisher etwas stiefmütterlich behandelten Gebietes bei . Die Gipfelhöhen halten sich zwischen 5800 und 6300 m. Es sind also für Himalaya-Verhältnisse ziemlich bescheidene Berge , nicht überalpin , sondern bloss alpin , jedoch landschaftlich reizvoll und zum Teil noch wenig bekannt - ein gutes Arbeitsfeld für Klein-Expeditionen , die nicht viel Zeit und Geld zur Verfügung haben .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
Das bergsteigerische Ergebnis bestand in zwei kleinen Sechstausendern und mehreren Passüberschreitungen .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Für die meisten , die das weltberühmte Bild von Vittorio Sella aus dem Jahre 1909 anstaunten , galt er fast als Symbol , als Verkörperung des Unmöglichen .
« Wenn man ihn vom oberen Baltoro her betrachtet , wirkt es beinahe vermessen , an eine Besteigung auch nur zu denken .
Bei näherer Prüfung , auch in der Querrichtung , zeigt sich aber meines Erachtens doch eine Chance :
Die Wände sind zwar hoffnungslos ;
auch der Südostgrat , der den .Black Tooth ' trägt , ist nicht sehr vielversprechend .
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
Den Sattel am Fusse des Westgrates müsste man vom Chagaran-Gletscher zu erreichen suchen . » Genau auf dieser Route , die ich einst vorgeschlagen habe , wurde der Mustagh-Turm jetzt von einer britischen Expedition unter Leitung von J.Hartog erobert , und zwar sogar von zwei Seilschaften am 6. und 7. Juli 1956 .
Die erfolgreichen Bergsteiger waren :
Hartog , J. Brown , I. McNaught-Davis und Dr. Tom Patey .
Vom letzten Lager ( 6400 m ) erreichten sie den Gipfel über den Westgrat ;
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
Am 31. Mai war man in Askole , am 2. Juni hätte es in Bardumal ( « Bagdomal » ) fast eine Katastrophe gegeben , als eine mächtige Rufe das ganze Lager zu vernichten drohte , am 5. Juni war Urdokas erreicht .
Für die Franzosen eine heikle Situation :
Der englischen Route zu folgen , kam nicht in Frage .
Man wollte die britischen Kameraden keinesfalls stören , und überdies waren diese so weit voraus , dass sie wahrscheinlich sowieso als erste auf dem Gipfel sein würden .
Sollten sich die Franzosen nicht lieber ein anderes bergsteigerisches Ziel am oberen Baltoro suchen ?
Aber daraufwar man nicht vorbereitet , und die Träger hatten dafür auch nicht genügend Proviant .
Schliesslich war man ja diesmal dazu ausgezogen , technisch schwierige Probleme zu prüfen .
Also wurde beschlossen , sich die anderen Seiten des Turmes anzusehen , ob es vielleicht über den Nordgrat oder auf der Südseite eine mögliche Route gäbe .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Die erste dreitägige Exkursion führte über den östlichen Gletscherarm zum tiefsten Punkt ( etwa 5600 m ) zwischen dem « Mount Steste » und dem Mustagh-Turm , also an den Fuss seines « Nordgrates » .
Welche Enttäuschung !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Das einzige , was man inzwischen machen konnte , war ein Besuch bei der « Konkurrenz » auf der anderen Seite des Berges , um die anfängliche Verstimmung durch eine offene Aussprache zu beheben .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Das kostete wieder mehrtägige harte Arbeit und 300 m fixe Seile .
Dr. Florence , der bergtüchtige Expeditionsarzt , und die beiden besten Hunzas , Aminula und Gerikhan , die bis hier herauf mitgekommen waren und wacker geschleppt hatten , kehrten um , und zurück blieben nur die vier Bergsteiger der Gipfelmannschaft . In brütender Hitze stampften sie mit langsamen Bewegungen den tiefen Schnee fest , den Platz für Lager 4 ( 6300 m ) .
Über ihnen erhob sich der Turm noch rund tausend Meter hoch in einer Steilheit , die auch den grössten Optimisten bedenklich stimmen konnte .
Die einzige Route , die praktisch in Frage kam , war der Südostgrat .
Am 7. Juli entdeckte Robert Paragot plötzlich zwei dunkle Pünktchen , die sich dort oben gegen den Himmel abzeichneten :
Doch die Franzosen hatten ja damit gerechnet und liessen sich dadurch gar nicht anfechten .
Vorwärts !
Die Kante des Südostgrates zu erreichen , war ungewöhnlich schwierig .
Die ersten beiden Seillängen über dem Bergschrund - noch am 7. Juli - hatten Stunden gekostet , 250 Höhenmeter erforderten zwei Tage .
Sechs Stunden Steigeisenarbeit an der Grenze des Gleichgewichts , verglaste steile Platten , die nur mit Hakentechnik zu bewältigen waren , endlich konnten sie in einer Scharte auf den Grat aussteigen .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Mittags verschwand die Sonne hinter dichten Wolken .
Auf dem Grat folgte eine tiefe Scharte der anderen , es ging so langsam vorwärts , dass sie um 16 Uhr erst hundert Meter in der Hori- zontale geschafft hatten , nun fing es auch noch an zu schneien , also ... zurück nach Lager 4 !
Alles , was ihnen noch von Seilen geblieben war , wurde beim Abstieg in der Wand fixiert .
Zwei Tage mussten sie nun im Zelt abwarten .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Dank den Seilen ging es bis zur Gratscharte sehr flott , doch als sie neu spuren mussten , sanken sie bis zum halben Oberschenkel ein .
Senkrechte Türme sperrten den Weg .
Links steile , vereiste Platten , rechts fauler Schnee und Wächten über dem Younghusband-Gletscher .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Endlich . . Lager 4 !
Als sie am 19. Juli auf den Baltoro-Gletscher kamen , wurden sie von Dr. Patey , dem Arzt der englischen Expedition , begrüsst , der die Hilfe seines französischen Kollegen bei der Behandlung von Hartog erbat .
Die Frostschäden an den Füssen des britischen Expeditionsleiters waren leider schwer , die Engländer warteten schon seit einigen Tagen in Urdokas .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
» Das nahm sich die « Österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien zu Herzen und bereitete für 1956 eine Baltoro-Expedition mit diesem Hauptziel vor .
Die Mannschaft setzte sich aus sechs Bergsteigern und zwei Wissenschaftlern zusammen :
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Aufnahme in Pakistan war sehr freundlich , doch trotz aller Hilfsbereitschaft der Behörden mussten die Österreicher in Rawalpindi neun Tage warten , bis das Wetter ihren Flug mit dem ge^ samten Gepäck nach Skardu gestattete ; denn dieser landschaftlich einzigartige Flug dicht am Nanga Parbat vorbei und durch das enge Industal gilt als eine der gefährlichsten Luftrouten überhaupt und kann nur bei tadelloser Sicht gewagt werden .
So wurde Skardu , die Hauptstadt von Baltistan , erst am 27. April erreicht .
Auf Verlangen des Verbindungsoffiziers Captain Quain Ali Shah wurden die zu schweren Traglasten auf je 27 kg umgepackt .
Die Trägerlöhne sind auch in Pakistan stark erhöht worden :
Im besiedelten Gebiet bekommt ein « Talträger » 3 Rupies ( Fr. 2.70 ) pro Tag und muss sich davon selbst beköstigen .
Oberhalb Askole ( 3050 m ) steigt der Tagessatz auf 4 Rupies ( Fr. 3.60 ) , und die Verpflegung geht zu Lasten der Expedition .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
In Paiju , der letzten Oase vor dem Baltoro-Gletscher , verlangten die Träger die ihnen laut Reglement zustehenden Schuhe .
Man hatte 250 Paar mitgebracht , aber leider die normale , d. h. zu schmale europäische Form .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Das wird leider immer wieder vergessen , was zu grossen Unannehmlichkeiten führt .
Das Oberleder ( die Steifkappe ) musste aufgeschlitzt werden , damit die armen Kerle ihre gutgeformten ( nicht durch europäisches Schuhwerk deformierten ! ) breiten Füsse überhaupt hineinzwängen konnten .
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Das Gros rückte in drei Tagemärschen bis auf den berühmten Concordia-Platz vor , geriet dort aber in einen Schneesturm .
Nun waren die meisten « Talträger » nicht mehr zu halten und kehrten in ihre Heimatdörfer zurück .
Nur 68 Mann erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit , wenigstens das Gepäck vom Depot Urdokas nach Concordia zu schaffen .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Für die Österreicher war es nur ein Zwischenlager , weil sie ihr Standlager ja beim Einfluss des « Südlichen Gasherbrum-Gletschers » in den « Abruzzi-Gletscher » errichten mussten , etwa dort , wo 1934 das Lager 5a ( 5250 m ) der I.H.E , auf der Moräne gestanden hatte . Am 25. Mai trafen die ersten Bergsteiger und Träger dort ein .
Die Österreicher entschieden sich jedoch für den wahrscheinlich etwas leichteren Südwestsporn und erstellten an seinem Fusse bei etwa 6000 m ihr Hochlager I. Am 11. Juni wurden die ersten Lasten hingeschafft , am 13. , 15. und 17. Juni war der Pendelverkehr im vollen Gange .
Dann aber hielt eine zehntägige Schlechtwetterperiode mit starken Schneefällen die Bergsteiger im Hauptlager fest .
Erst am 30. Juni konnten sie wieder zum Hochlager I aufsteigen und sahen zu ihrer grössten Bestürzung , dass inzwischen eine riesige Lawine fast alle dort deponierten Lasten verschüttet hatte .
Sie hatten den Platz für völlig lawinensicher gehalten :
ebener Gletscherboden - und die Hänge darüber waren terrassiert .
Aber die grossen Himalaya-Lawinen laufen eben weite Strecken auch über ebenen Grund .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Was nun ?
Wenn man sich nicht geschlagen geben wollte , musste man das ganze Programm umstellen und das Risiko eines Blitzangriffes auf sich nehmen :
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Heisse Milch und etwas Weizenkeimbrot mussten als Verpflegung für den ganzen Tag ausreichen .
Eine ansteigende Querung unter der Südostwand des Gasherbrum II machte viel Mühe .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Noch 335 Höhenmeter bis zum Gipfel .
In der sehr steilen Firnwand war der Schnee von den Strahlen der Morgensonne bereits aufgeweicht , das Spuren eine furchtbare Strapaze .
Alle paar Schritte mussten sie rasten und nach Luft ringen .
Nur mit äusserstem Willenseinsatz kämpften sie sich aufwärts , Meter um Meter .
Das letzte Hindernis war eine Felsstufe und - am 7. Juli um 13.30 Uhr betraten sie den Gipfel des Gasherbrum II ( 8035 m ) , ein kleines Firnplateau , das von zwei kaum mannshohen Felszacken gekrönt ist .
Erschöpft sanken sie in den Schnee .
Erst nach einiger Zeit waren sie imstande , die unerlässlichen « Kulthandlungen » auszuführen :
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Dieser bewunderungswürdige Erfolg tröstet die « österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien hoffentlich über eine etwas bittere Enttäuschung hinweg :
Ich würde unseren Nachfolgern - nach 22 Jahren - gern herzlich zu ihrem Erfolg gratulieren , aber ... sie haben leider geglaubt , die Erstersteigung eines noch ganz unbekannten und 7729 m hohen Berges gemacht zu haben , sie haben diesen Gipfel « Austria-Peak » getauft und in der « österreichischen Touristenzeitung » vom Januar 1957 auch sonst allerlei Irrtümer publiziert , deren sachliche Berichtigung unvermeidlich ist :
( 1 ) Wie ist die merkwürdig genau klingende Höhenzahl 7729 m zustande gekommen ?
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
( 3 ) Ein seit Jahrzehnten bekannter , bestiegener und von der « Karakoram Conference » offiziell Sia Kangri benannter Berg darf natürlich nicht plötzlich ohne jeden Grund umgetauft werden .
Der Name « Austria-Peak » ist also schleunigst wieder einzuziehen - auch wenn Staatspräsident Iskander Mirza auf Grund ganz irriger Voraussetzungen diese Taufe genehmigt hat ( 4 ) Der breite Sattel zwischen Baltoro Kangri ( früher « Golden Throne » , 7312 m ) und Sia Kangri ist der seit einem halben Jahrhundert wohlbekannte Conway Saddle ( 6300 m ) , der von der italienischen Karakorum-Expedition ( Herzog von Spoleto , Prof. Desio ) 1929 wiederholt besucht und vermessen worden ist Die « I.H.E. 1934 » hatte im Conway-Sattel sogar wochenlang ihr oberes Standlager , und sie hat ja von dort aus alle Gipfel des Sia Kangri und den Südostgipfel des Baltoro Kangri erstiegen .
Die Neutaufe « Vierma-Sattel » ist natürlich völlig indiskutabel ! Übrigens liegt der Conway-Sattel nicht zwischen Baltoro und Siachen , sondern zwischen Baltoro und Kondus-Gletscher .
Neu ist nur , dass die Österreicher nicht die von der « I.H.E. 1934 » wiederholt begangene und relativ sichere « Mittelrippe » benützt haben , sondern anscheinend links von unserer Route durch die steile Flanke und über mehrere Eiswülste aufgestiegen sind , also eine neue , gefährliche Variante auf den Sia-Kangri-Westgipfel gemacht haben .
G.O.Dyhrenfurth :
Benno Schwabe 1935 ) .
- G.O.Dyhrenfurth :
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Erst 1947 wandten sich E.E.Shipton und H.W.Tilman diesem Berge zu und gelangten auf die Gipfel-Kalotte , aber nicht bis auf den - horizontal noch ziemlich weit entfernten -höchsten Punkt .
Das wurde am 26. Juli 1956 von einer grossen chinesisch-sowjetischen Expedition unter Führung von M.Beletzky nachgeholt Es waren fünf Lager errichtet worden , das oberste bei etwa 7200 m.
21. Nördlich des Mustagh Ata , ebenfalls am Ostrande des Pamir-Plateaus , liegt der Kongur Debe ( 7681 m ) , weit und breit der höchste Berg , ein imposantes , stark vergletschertes Massiv von Himalaya-Charakter , augenscheinlich sehr viel schwerer als sein gutmütiger Nachbar .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Erstersteigung 1933 durch B.M .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
Mountaineeringintheü.S.S.R.«The Alpine Journal » , N° 293 ( Nov .
1956 ) , p.310-329 .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
5. Cho Oyu , 8189 m ( ? ) , Leiter H.Tichy , Gipfelmannschaft H.Tichy , S. Jöchler und Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
Ich wünsche von Herzen , dass dieser « Ausverkauf der Achttausender » baldigst abgeschlossen sein möge , damit nationaler und persönlicher Ehrgeiz allmählich abklingen , zum Wohle echten Bergsteigertums und ruhiger wissenschaftlicher Arbeit !
» Die neuen Vorschriften der Regierung Nepals für ausländische Expeditionen - frisch aus Kathmandu gekommen und genau übersetzt - besagen :
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
Ausserdem ist er voll zu verpflegen und mit Schlafsäcken und allen anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen während der Expeditionsdauer zu versehen .
3. Die Expedition hat alle Reisekosten des Verbindungsoffiziers von und nach Kathmandu zu tragen .
4. Die Expedition hat ihre Tätigkeit ausschliesslich auf den Berg oder die Gegend zu beschränken , für die sie die Genehmigung von der Regierung von Nepal erhalten hat .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
6. Nach ihrer Rückkehr hat die Expedition der Regierung von Nepal einen genauen Expeditionsbericht vorzulegen .
7. Die Expedition hat im voraus einen genauen Plan zu unterbreiten , welche Route innerhalb von Nepal begangen werden soll .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
10. Bei einem Unfall hat die Expedition dem Verletzten oder der Familie des Verstorbenen Schadenersatz zu leisten , je nachdem wie die Verhältnisse liegen .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
Kopien aller photographischen Aufnahmen der Expedition sind der Regierung zu unterbreiten , bevor irgend etwas publiziert werden darf .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese « verbotene Zone » würde fast das gesamte nepalische Hochgebirge umfassen und damit praktisch jede von Nepal ausgehende Himalaya-Expedition sinnlos machen .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?
» Nach der Erstersteigung des Dhaulagiri , des letzten nepalischen Achttausenders , wird der Karakorum-Himalaya stark in den Vordergrund rücken , und die pakistanische Regierung - von rotchinesischen und auch von indischen Wünschen nicht abhängig - hat so mancher Expedition in den letzten Jahren Verständnis und Hilfsbereitschaft gezeigt .

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Chronique himalayenne 1956
AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
Avec 3 illustrations
II nous est parvenu récemment un flot de cotes d' altitude des grands sommets himalayens , ce qui a amené de regrettables confusions .
Comment expliquer une pareille incertitude au sujet de sommités très célèbres , connues et mesurées depuis un siècle ?
Il y a en premier lieu trois sources d' erreurs , dont les estimations sont aujourd' hui différentes de ce qu' elles étaient auparavant :
On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
A ma connaissance , la nouvelle cote officielle n' a pas encore été publiée .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Car la cote de ce dernier , 8470 , admise pendant un siècle , doit être abandonnée .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
L' écart est encore plus grand pour le Cho Oyu auquel , depuis quelque temps déjà , on attribue deux altitudes concurrentes , 8153 et 8189 m. Il semble qu' il n' y ait pas eu de nouvelle mensuration à ce jour .
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
Les nouveaux calculs , en tenant compte de tous les facteurs géophysiques connus actuellement , exigent passablement de temps .
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Cette fois encore , nous commencerons à l' est notre revue des principales récentes expéditions à l' Himalaya .
1. Kangchenjunga .
Au point de vue alpinistique , il n' y a pas grand' chose à ajouter à ce que nous avons dit dans notre chronique himalayenne 1955 ( voir Les Alpes , avril 1956 ) de la magnifique « première » du Kantch .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Incontestablement , ces cours d' eau se déversaient déjà dans l' Océan indien avant que l' Himalaya ne dresse ses cimes vers le ciel ;
Le soulèvement de la haute chaîne s' est produit graduellement , ce qui a permis aux fleuves , dans le même temps , de creuser leur lit à travers la masse et de conserver , grosso modo , leur ancien parcours .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Il était accompagné du sherpa Da Temba ( n° 212 de la liste de l' Himalayan Club ) .
4. La grande expédition suisse de 1956 , organisée et préparée avec soin par la Fondation suisse pour explorations alpines , dirigée magistralement par Albert Eggler , et dans laquelle les alpinistes bernois firent preuve d' un esprit de camaraderie exemplaire , fut couronnée d' un succès que l' on peut qualifier d' exceptionnel .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Hallwag , Bern . - Berge der Welt , Bd. XI , 1956/57 .
Outre les succès alpinistiques spectaculaires , il ne faut pas oublier de rappeler les recherches scientifiques dont le massif de l' Everest a été l' objet :
Petit à petit , le groupe du Chomo Lungma devient la région la mieux connue de l' Himalaya .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' expédition dut faire demi-tour .
La montagne fut laissée en repos en 1955 , tandis que se poursuivait l' inévitable préparation diplomatique à son sujet .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Jusqu' alors , toutes les tentatives s' étaient faites sur le flanc NE , à partir du village de Sama , par le glacier de Manaslu , le col Naiké , 5600 m , la selle N , 7100 m , et le plateau glaciaire supérieur , itinéraire qui ne présente pas de difficultés majeures , mais ex- trêmement long et nécessitant l' installation de neuf camps .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
D' après les dernières mensurations , le Manaslu a exactement la même altitude que le Nanga Parbat , soit 8125 m. Ces deux cimes occupent les 8e et 9e rangs dans la liste des montagnes du globe .
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Si les informations données par la presse sont exactes , on n' aurait pas dépassé 7200 m.
On dit qu' une expédition franco-suisse est en gestation pour 1957 . En cas d' échec de celle-ci , les Argentins pourraient revenir à la charge pour la troisième fois .
Le Dhaulagiri est une montagne difficile et dangereuse ; toutefois son heure viendra aussi , peut-être même bientôt .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
Toni Hagen est au travail depuis l' automne 1956 dans le Népal occidental .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois . 10. La chronique himalayenne de 1955 a déjà mentionné que Peter Aufschnaiter et George Hampson ont fait une excursion dans le massif du Ronti , au sud de la gorge de la Rishi Ganga ( région de la Nanda Devi ) .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
C' était indubitablement la trace d' un animal qui était sorti du courant rapide et glacial pour prendre pied sur l' îlot .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
Nous cherchâmes alors l' endroit où la bête était entrée dans l' eau , et nous retrouvâmes sa trace à une centaine de mètres en amont .
La distance entre le poing droit et le gauche mesurait environ 3 yards ( 2,75 m ) .
Nous remontâmes le long de la rivière jusqu' à un pont de neige , puis revînmes sur nos pas par la rive opposée jusqu' aux traces premièrement aperçues .
L' eau , à cet endroit , était profonde de 1,50 m , le courant avait miné la berge , et cependant nous ne pûmes découvrir aucune empreinte de mains ou de pattes antérieures .
Quelle que soit la créature qui avait passé là , elle devait être d' une taille extraordinaire pour avoir pu sortir de l' eau profonde en posant le pied directement sur la lisière de l' îlot .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
Mais à partir de ce moment son attitude changea du tout au tout :
« Zarur sahib , s' exclama , y eh bah nay hai » ( ce n' est certainement pas un ours ) .
La veille , il m' avait accompagné , portant mes caméras , 300 m en amont .
Nous pûmes constater que nos propres empreintes ne s' étaient élargies que d' Vs de pouce ( 3 millimètres ) sur leur pourtour .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
Au surplus , étant donné que nous avions quitté ces lieux , la veille , vers 15 h. 30 , nous savions que la créature avait traversé la vallée entre ce moment-là ( 11 juin ) et le début de la matinée du 12 juin .
L' examen attentif des empreintes indiquait qu' elle était sortie de l' eau alors que la neige était durcie par le gel , c' est durant la nuit ou très tôt le matin .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
En certains endroits , elles étaient profondes de 28 centimètres , là où moi-même , avec mes 89 kg , n' enfonçais que de 4 cm à peine dans la neige ramollie par le soleil de midi .
« Pendant des heures , nous suivîmes ces traces qui se prolongeaient sur près d' un kilomètre , fort embarrassés par les îlots de neige et les bras de la rivière .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nulle part elle n' avait marché à quatre pattes ;
la longueur de ses pas était presque le double des miens .
Finalement nous abandonnâmes cette chasse et revînmes au camp .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
« Swami Pranavananda a récemment publié un intéressant article ( voir Les Alpes , octobre 1955 ) dans le but évident de mettre fin à la légende de F,homme des neiges ' .
Malheureusement , il ne peut prétendre avoir jamais lui-même rencontré et observé ses traces .
Des Tibétains lui ont assuré que des empreintes attribuées d' abord au ,yéti ' étaient en réalité celles d' un ours rouge ( nous dirions plutôt brun ) .
« Ce qui est très significatif , c' est que chaque fois qu' on a annoncé la découverte d' une nouvelle espèce animale , il y a toujours eu des savants spécialistes pour affirmer qu' une telle créature ne pouvait exister .
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il fallut encore plusieurs années pour que l' Europe admette l' existence du gorille .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
Les savants ont longtemps et obstinément nié l' existence de ces animaux .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
Dans les vastes solitudes inexplorées de l' Hima , les animaux ont toute possibilité d' observer sans être vus .
A ce propos , il est intéressant de noter qu' en 1955 la limite des neiges était exceptionnellement basse , à tel point que nous avons dû abandonner le district que nous avions l' intention d' explorer , la chaîne du Shigri qui marque la ligne de partage des eaux , et nous rabattre sur le Kulti Himal .
« Wladimir Tschernezky , qui fut peut-être le premier à faire une étude scientifique du concept ,yéti ' , a comparé cette mystérieuse créature au Gigantopithecus actuellement disparu .
Deux bonnes photos , très significatives , illustrent son exposé .
Personnellement , j' ai toujours pensé que la question de l' homme des neiges ne sera pas résolue par le cri de guerre « A l' ours !
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
De belles photos , des panoramas remarquablement dessinés , un croquis très précis de l' ossature du massif , avec une bibliographie de 55 numéros , contribuent grandement à la connaissance de cette région fort négligée jusqu' ici , dont les sommets cotent de 5800 à 6200 m. A l' échelle de l' Himalaya , ce sont donc des montagnes relativement modestes , de caractère simplement alpin et non super-alpin , néanmoins très pittoresques et attrayantes , la plupart encore peu connues , qui peuvent offrir un beau champ d' activité à de petites expéditions disposant de peu de temps et de moyens .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
Elle a enregistré l' ascension de deux modestes « 6000 » et de nombreuses traversées de cols .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pour tous ceux qui ont contemplé avec un sentiment d' admiration et de stupeur la célèbre photo rapportée par Vittorio Sella en 1909 , cette cime était comme le symbole de l' inaccessible .
« Quand on la regarde du glacier supérieur de Baltoro , l' idée seule d' une ascension semble inconcevable .
Mais à la considérer de plus près , sous un autre angle , il y a , à mon avis , une chance .
Les parois , il est vrai , ne laissent aucun espoir :
l' arête SE , qui porte le ,BlackTooth ' , n' est guère encourageante ;
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Il faudrait chercher à atteindre , à partir du glacier de Chagaran , la selle au pied de l' arête W. » C' est précisément par cette route que j' avais alors proposée , que la Tour de Muztagh a été gravie l' an dernier par une équipe britannique sous la conduite de / .
le 6 juillet 1956 J.Hartog et Tom Patey ;
le 7 J. Brown et I. McNaugh-Davis .
Du dernier camp , placé à 6400 m , ils suivirent l' arête ouest .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Le 31 mai ils étaient à Askolé , dernier hameau de la vallée . Le 2 juin , à Bardumal ( Bagdomal ) , un formidable éboulement faillit anéantir tout le camp . Urdokas fut atteint le 5 juin .
La situation , pour les Français , était délicate :
il ne faut les gêner en aucune manière .
En outre , ils sont déjà si haut que de toutes façons ils arriveront vraisemblablement au sommet les premiers .
Les Français ne feraient-ils pas mieux de choisir un autre objectif parmi les cimes du Haut Baltoro ?
A cela on n' était pas préparé ; il n' y aurait pas eu assez de vivres pour les porteurs .
Et puis , n' était pas équipé pour examiner les problèmes d' ascensions techniquement difficiles ?
Il fut donc décidé d' aller reconnaître les autres faces de la Tour et voir s' il n' y aurait pas sur l' arête nord , ou peut-être dans la paroi sud , une voie possible .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Une première excursion les conduisit par la branche orientale du glacier au point le plus bas ( 5600 m environ ) entre le Mont Steste et la Tour de Muztagh , donc au pied de sa prétendue arête nord .
Quelle désillusion !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Tout ce qu' on put entreprendre fut une visite aux concurrents anglais sur l' autre versant de la montagne . Une franche explication de vive voix dissipa tous les malentendus :
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
Il fallut plusieurs jours de besogne acharnée et 300 m de cordes fixes pour en venir à bout ;
Le Dr Florence , médecin de l' expédition , et les deux meilleurs porteurs hunzas , Aminula et Gerikhan , qui étaient montés jusque-là portant vaillamment leurs charges , redescendent , laissant les quatre hommes de l' équipe d' assaut piétiner et tasser la neige profonde , à gestes lents , sous le soleil accablant , pour y placer la tente du camp IV ( 6300 m ) .
Audessus d' eux , la Tour les domine encore de 1000 m , d' une raideur telle qu' elle fait hocher la tête aux plus optimistes .
La seule voie pouvant offrir quelque chance est l' arête SE .
Le 7 juillet , R. Parangot aperçut tout à coup deux petits points noirs se détachant dans le ciel sur la crête terminale :
les Français ne se laissèrent pas décourager .
En avant !
L' accès à l' arête SE s' avéra extrêmement difficile .
Les deux premières longueurs de corde audessus de la rimaye - le 7 juillet - coûtèrent des heures d' efforts .
Il fallut deux jours pour gravir 250 m. Six heures de cramponnage à la limite de l' équilibre , des dalles verglacées surmontées à l' aide de pitons , pour déboucher enfin dans une échancrure de l' arête .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
A midi , le soleil disparut derrière un écran d' épaisses nuées .
Sur l' arête , les brèches profondes se succédaient , qui rendaient l' avance si lente qu' à 16 heures ils n' avaient franchi qu' une centaine de mètres en distance horizontale .
Et voilà qu' il se met à neiger ... retour obligé au camp IV. Tout ce qui leur restait de cordes disponibles fut fixé à la descente de la paroi .
Deux jours durant , ils sont immobilisés dans la tente par le mauvais temps .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
h * " est atteinte rapidement .
Mais dès qu' ils doivent ouvrir une nouvelle trace , ils enfoncent jusqu' à mi-cuisse .
Des tours abruptes barrent le chemin , qu' il faut tourner par la gauche sur des dalles raides et verglacées , ou par la droite sur des corniches de neige pourrie surplombant le glacier Younghusband .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
Enfin ... le camp IV .
Lorsque le 19 juillet ils regagnèrent le glacier de Baltoro , ils furent salués par le D' Patey , médecin de l' expédition britannique , venu solliciter l' aide de son collègue français pour donner des soins à Hartog , chef de l' équipe anglaise , qui souffrait de graves gelures aux pieds .
Les Anglais attendaient depuis quelques jours à Urdokas .
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
» L' Oesterreichische Himalaya-Gesellschaft de Vienne prit cela à coeur et mit sur pied , en 1956 , une expédition au Baltoro dont cette ascension était le but principal .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » :
Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
toutefois les Autrichiens , malgré toute la bonne volonté des autorités , durent attendre neuf jours à Rawalpindi que les conditions météorologiques permissent le transport aérien de l' équipe et de ses bagages , car le vol jusqu' à Skardu , dans un paysage unique en son genre , le long de l' étroite vallée de l' Indus et au voisinage du Nanga Parbat , passe pour être la route aérienne la plus dangereuse et ne peut être tenté que lorsque la visibilité est parfaite .
C' est pourquoi Skardu , la capitale du Baltistan , ne fut atteinte que le 27 avril .
Quain Ali Shah , il fallut refaire toutes les charges pour les réduire à 27 kg .
Les tarifs des porteurs ont fortement augmenté aussi au Pakistan .
Dans les régions habitées , un porteur ordinaire reçoit 3 roupies ( 2 fr . 70 ) par jour , à charge de pourvoir lui-même à son entretien .
Audessus d' Askolé , 3050 m , le salaire journalier monte à 4 roupies ( 3 fr . 60 ) , et la nourriture est fournie par l' expédition .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
A Païju , dernière oasis avant le glacier de Baltoro , les porteurs réclamèrent les souliers que le règlement ordonne de mettre à leur disposition .
On en avait apporté 250 paires , malheureusement de forme normale , c' est européenne .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
On l' oublie presque toujours , ce qui ne manque pas de créer de grosses difficultés .
On fut obligé de fendre la cape rigide des souliers , afin que les pauvres types puissent y introduire leurs pieds de forme naturelle , c' est très larges , non défigurés par des chaussures européennes .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Le gros de la troupe monta en trois étapes à la célèbre Place de la Concorde , où elle subit une tempête de neige .
Alors il ne fut plus possible de retenir les porteurs ; la plupart abandonnèrent pour rentrer dans leur village .
Après de longues discussions , 68 hommes seulement acceptèrent de transporter les colis du dépôt d' Urdokas à Concordia .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Pour les Autrichiens , ce n' était qu' un camp intermédiaire ; ils devaient placer leur camp de base plus haut , là où le glacier de Gasherbrum sud rejoint le glacier des Abruzzes , à peu près à l' endroit de la moraine où , en 1934 , nous avions établi notre camp V a , à 5250 m. La première escouade y parvint le 25 mai .
Les Autrichiens toutefois se décidèrent pour l' éperon sudouest , probablement un peu plus facile , et installèrent à son pied , à 6000 m environ , leur camp d' altitude n° I. Les premières charges y furent déposées le 11 juin ; les 13 , 15 et 17 juin la navette des porteurs était en plein mouvement .
Ensuite , le mauvais temps , avec de fortes chutes de neige , retint les alpinistes au camp de base pendant dix jours .
Le 30 juin seulement ils purent remonter à leur camp d' altitude I et constatèrent , à leur extrême consternation , qu' entre temps une avalanche gigantesque avait emporté presque tout le matériel déposé là .
Ils avaient cru le site tout à fait à l' abri des avalanches :
plateau glaciaire horizontal dominé par des pentes étagées en terrasses .
Mais les grosses avalanches de l' Himalaya s' avancent très loin , même sur un terrain plat .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Que faire ?
Si l' on ne voulait pas s' avouer battu , il fallait modifier tout le programme et accepter les risques d' une campagne-éclair .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Du lait chaud et un peu de pain de germes de blé devait être leur unique repas de la journée .
Une traversée en écharpe sous la paroi SE du Gasherbrum II fut très pénible .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Encore 335 m jusqu' au sommet .
Sur les pentes très inclinées , le soleil matinal avait déjà ramolli la neige ; ouvrir la trace était terriblement fatigant .
Quelques pas , et il fallait s' arrêter pour reprendre son souffle .
Ce n' est qu' en bandant leur volonté à l' extrême qu' ils s' élevaient mètre après mètre .
Le dernier obstacle était un ressaut rocheux , puis , le 7 juillet , à 13 h. 30 , ils foulèrent le sommet du Gasherbrum II , 8035 m , formé d' une étroite plateforme neigeuse couronnée de deux petites dents de rocher à peine de la hauteur d' un homme .
Ils s' affalèrent épuisés sur la neige .
Ce n' est qu' au bout d' un certain temps qu' ils furent en état d' accomplir les rites obligés du culte des sommets :
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Ces magnifiques succès , il faut l' espérer , consoleront la Société autrichienne de l' Himalaya d' une assez amère désillusion éprouvée d' autre part .
J' aimerais pouvoir - après 22 ans - féliciter cordialement nos successeurs de leur réussite , mais ... ils ont malheureusement cru avoir gravi un sommet de 7729 m tout à fait inconnu qu' ils ont baptisé « Austria Peak » . Ils ont publié dans YOesterreichische Touristen-Zeitung de janvier 1957 un article contenant de nombreuses erreurs de tous genres , et qui exige rectification :
1° Comment cette cote de 7729 m , qui prend un air de précision exacte , a-t-elle été obtenue ?
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
3° II va sans dire qu' une montagne connue et gravie depuis des décennies , et à laquelle la Conférence du Karakorum a officiellement conféré le nom de Sìa Kangri , ne peut être tout à coup rebaptisée sans raison valable .
Le nom d'« Austria Peak » doit donc disparaître au plus tôt , même si le chef de l' Etat Iskander Mirza , trompé par des suppositions erronées , a confirmé cette appellation . 4° Le large ensellement qui s' ouvre entre le Baltoro Kangri ( ancien « Golden Throne » , 7312 m ) et le Sia Kangri est le Conway Saddle , 6300 m , bien connu depuis un demi-siècle , qui fut atteint et mesuré à nouveau par l' expédition italienne au Karakorum 1929 ( duc de Spoleto-Prof . A. Desio ) .
Au surplus , le Conway Saddle n' est pas entre le Baltoro et le Siachen , mais entre le Baltoro et le glacier de Kondus .
La seule chose nouvelle , c' est la voie suivie par les Autrichiens , qui n' est pas la nervure médiane relativement sûre parcourue par l' E en 1934 . Ils sont montés plus à gauche dans le flanc abrupt de la montagne , en surmontant plusieurs bosses de glace , inaugurant par là une Variante dangereuse au sommet ouest du Sia Kangri .
G.O.Dyhrenfurth , Dämon Himalaya .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- G.O.Dyhrenfurth , Baltoro .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Ce n' est qu' en 1947 que H.W.Tilman et E.E.Shipton s' en occupèrent . Ils parvinrent sur la calotte sommitale , mais ne purent aller jusqu' au point culminant , encore très éloigné horizontalement .
Celui-ci fut atteint le 26 juillet 1956 par une grande expédition sino-soviétique sous la direction de M.Beletski . Cinq camps furent installés au cours de l' entreprise , le dernier à 7200 m environ .
18. Au nord du Muztagh Ata , également à la lisière orientale du Plateau du Pamir , se dresse le Kongur Débé , 7681 m , qui domine toutes les autres montagnes loin à la ronde . C' est une sommité imposante de caractère himalayen , pourvue d' un abondant système glaciaire , et qui semble être beaucoup plus difficile que son débonnaire voisin le Muztagh Ata .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
première ascension en 1933 par E. M. Abalakow .
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
E.Beletski , Mountaineering in USSR . The Alpine Journal , n° 293 ( Nov .
1956 , p. 310-329 ) .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
Chef H.Tichy ; équipe du sommet H.Tichy , S.Jöchler et Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
Je souhaite de tout coeur que cette mise aux enchères des « 8000 » soit bientôt achevée , afin que les ambitions et amours-propres nationaux baissent le ton , pour le plus grand bien de l' alpinisme et du paisible travail scientifique .
» - Les nouvelles prescriptions du Gouvernement népalais pour les expéditions étrangères - arrivées tout récemment de Kathmandou - scrupuleusement traduites , disent ceci :
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
En outre elle assurera son entretien complet et lui fournira sac de couchage et tout l' équipe pendant la durée de l' expédition .
3. Tous les frais de voyage de l' officier de liaison , à partir de Kathmandou et retour sont à la charge de l' expédition .
4. L' expédition bornera son programme d' activité à la montagne ou à la région pour lesquelles l' autorisation a été accordée .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
6. A son retour , l' expédition doit remettre au Gouvernement du Népal un rapport exact sur son activité .
7. L' expédition doit préalablement présenter un plan précis indiquant les routes népalaises qui seront suivies .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
10. En cas d' accident , l' expédition doit verser au blessé ou à la famille du défunt une indemnité proportionnelle aux circonstances .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
Copies de toutes les photographies prises au cours de l' expédition doivent être soumises au Gouvernement avant qu' aucune ne soit publiée .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette « zone interdite » inclurait presque toutes les hautes montagnes népalaises , ce qui , pratiquement , enlèverait tout sens aux expéditions himalayennes à travers le Népal .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?
» Lorsque le Dhaulagiri , dernier « 8000 » népalais , aura été gravi , c' est le Karakorum qui attirera les grimpeurs , et le Gouvernement pakistanais , qui n' a pas à tenir compte des voeux de l' Inde ou de la Chine rouge , a montré ces dernières années beaucoup de compréhension et de bonne volonté à l' égard de maintes expéditions .

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Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Für Chomo-Lungma ( Mount Everest ) ergaben sechs Berechnungen aus den Jahren 1849 und 1850 einen Mittelwert von 8839,8 m , sechs Berechnungen aus den Jahren 1881-1902 lieferten ein Mittel von 8882,2 m. Auch diese Zahl wurde als noch zu niedrig angezweifelt , und die ( nicht amtlichen ) Schätzungen gingen bis über 8900 m hinaus .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Ich bringe daraus - in Übersetzung - ein paar Ausschnitte :
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Die Mannschaft setzte sich aus sechs Bergsteigern und zwei Wissenschaftlern zusammen :
Nach einer zehntägigen Akklimatisierungsperiode wurde ein Weg durch den sehr zerrissenen « Südlichen Gasherbrum-Gletscher »zum Fusse des Gasherbrum II erkundet . Aus dem oberen Gletscherbecken ziehen zwei Gratrippen durch den Steilwandgürtel zur grossen Firnterrasse des Gasherbrum II hinauf .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
- Heinrich Roiss :
4. 1954 :
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?

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On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Pour le Chomo Lungma ( Mont Everest ) , les six mesures effectuées en 1849 et 1850 donnaient une moyenne de 8839,8 m. La moyenne des six mensurations faites de 1881 à 1902 était de 8882,2 m , mais ce chiffre fut encore considéré trop bas ;
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois . 10. La chronique himalayenne de 1955 a déjà mentionné que Peter Aufschnaiter et George Hampson ont fait une excursion dans le massif du Ronti , au sud de la gorge de la Rishi Ganga ( région de la Nanda Devi ) .
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
J' en traduis ici quelques passages :
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » :
Après une période d' acclimatation de dix jours , on reconnut une route à travers les innombrables crevasses de la partie inférieure du glacier de Gasherbrum sud , jusqu' au pied du Gasherbrum II. De la partie supérieure de ce glacier deux nervures s' élèvent vers la grande terrasse de névé du Gasherbrum II. J' avais préconisé l' éperon de droite ( SE ) en grande partie rocheux , parce que tout à fait à l' abri des avalanches .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?

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MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Dhaulagiri , der « Mont Blanc » des Himalaya , der einst als höchster Berg der Erde galt , wurde bisher mit 8172 oder 8167 m angegeben . Die neue Kote ist jedoch 8222 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Um nicht Allbekanntes zu wiederholen , möge es hier genügen , auf einige der wichtigsten Publikationen hinzuweisen :
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
1953 die Expedition des AACZ , 1954 die erste argentinische Expedition , die bis etwa 7950 m vordrang und nur durch einen Wettersturz um den Gipfelsieg gebracht wurde , 1955 die schweizerisch-deutsche « Vegetarische Himalaya-Expedition » und 1956 die zweite argentinische Expedition .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Allerdings habe ich bereits 1939 in meinem « Baltoro » ( Basel : Benno Schwabe ) auf S.66/67 geschrieben :
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot und als Arzt Dr. François Florence , als pakistanischer Verbindungsoffizier Cwpt.Ali Usman .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Nun sind sie unter dem Bergschrund , wo Florence sie tief bewegt erwartet .
La Tour de Mustagh . « La Montagne » , oct. 1956 , p.261-270 .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Eispickel mit dem österreichischen und dem pakistanischen Wimpel , Bau eines Steinmanns , Ersteigungsdaten in einer leeren Filmdose , Muttergottes-Medaillon usw. Es war so warm , dass sie sogar die Anoraks ausziehen konnten und eine Stunde auf dem Gipfel blieben .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
Bei aller Anerkennung dieser technischen Leistung bleibt die vollständige Unkenntnis der einschlägigen Literatur erstaunlich .
Benno Schwabe 1935 ) .
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
1956 ) , p.310-329 .
Überblicken wir noch einmal den derzeitigen « Achttausender-Status » .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m , Leiter J. Franco , Gipfelmannschaften L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G. Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux-A . Vialatte .
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
14. Alle Gesuche , im nepalischen Himalaya eine Expedition machen zu dürfen , sind von der Regierung des Antragstellers zu bestätigen und der Regierung von Nepal zur Prüfung vorzulegen .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .

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AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
Le Dhaulagiri , le Mont Blanc de l' Himalaya , qui passait jadis pour être le plus haut sommet du globe , était coté jusqu' ici 8172 ou 8167 m. La nouvelle cote lui donne 8222 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
Pour ne pas répéter ce qui est connu de chacun , il suffira ici de mentionner les publications les plus importantes sur cette expédition :
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
expédition suisse de l' AACZ en 1953 ; en 1954 , première expédition argentine , qui parvint à 7950 m , et que le mauvais temps seul priva de la victoire . En 1955 s' intercale une expédition germano-suisse dite « expédition végétarienne » à l' Hima .
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pourtant , dès 1939 , j' avais écrit dans mon ouvrage Baltoro ( Bâle , p. 66-67 ) :
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Les autres membres de l' équipe étaient André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot et le médecin François Florence . Leur officier de liaison était le capt .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
Au-dessous de la rimaye , ils sont accueillis par le Dr Florence , ému aux larmes .
CVoir le récit de Guido Magnolie dans La Montagne , octobre 1956 , p. 261-270 . )
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
photographie du piolet avec les fanions autrichiens et pakistanais , construction d' un cairn , inscription des noms et dates qui furent placés dans une boîte à film vide , médaille de la Vierge , etc. Il faisait si chaud qu' ils purent rester une heure au sommet et même enlever l' anorak .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
Tout en reconnaissant la valeur de cette performance , on ne peut que s' étonner de leur totale ignorance de la littérature correspondante .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
1956 , p. 310-329 ) .
Considérons encore une fois la liste et l' état actuel des « 8000 » .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m. Chef J.Franco ; équipes du sommet L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G.Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux et A. Vialatte .
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
14. Toutes les demandes d' autorisation pour une expédition dans l' Himalaya népalais doivent être légalisées par le Gouvernement de l' impétrant avant d' être présentées au Gouvernement du Népal .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .

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MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Für Chomo-Lungma ( Mount Everest ) ergaben sechs Berechnungen aus den Jahren 1849 und 1850 einen Mittelwert von 8839,8 m , sechs Berechnungen aus den Jahren 1881-1902 lieferten ein Mittel von 8882,2 m. Auch diese Zahl wurde als noch zu niedrig angezweifelt , und die ( nicht amtlichen ) Schätzungen gingen bis über 8900 m hinaus .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Dhaulagiri , der « Mont Blanc » des Himalaya , der einst als höchster Berg der Erde galt , wurde bisher mit 8172 oder 8167 m angegeben . Die neue Kote ist jedoch 8222 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Um nicht Allbekanntes zu wiederholen , möge es hier genügen , auf einige der wichtigsten Publikationen hinzuweisen :
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
1953 die Expedition des AACZ , 1954 die erste argentinische Expedition , die bis etwa 7950 m vordrang und nur durch einen Wettersturz um den Gipfelsieg gebracht wurde , 1955 die schweizerisch-deutsche « Vegetarische Himalaya-Expedition » und 1956 die zweite argentinische Expedition .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Ich bringe daraus - in Übersetzung - ein paar Ausschnitte :
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Allerdings habe ich bereits 1939 in meinem « Baltoro » ( Basel : Benno Schwabe ) auf S.66/67 geschrieben :
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot und als Arzt Dr. François Florence , als pakistanischer Verbindungsoffizier Cwpt.Ali Usman .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Nun sind sie unter dem Bergschrund , wo Florence sie tief bewegt erwartet .
La Tour de Mustagh . « La Montagne » , oct. 1956 , p.261-270 .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Die Mannschaft setzte sich aus sechs Bergsteigern und zwei Wissenschaftlern zusammen :
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Nach einer zehntägigen Akklimatisierungsperiode wurde ein Weg durch den sehr zerrissenen « Südlichen Gasherbrum-Gletscher »zum Fusse des Gasherbrum II erkundet . Aus dem oberen Gletscherbecken ziehen zwei Gratrippen durch den Steilwandgürtel zur grossen Firnterrasse des Gasherbrum II hinauf .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Eispickel mit dem österreichischen und dem pakistanischen Wimpel , Bau eines Steinmanns , Ersteigungsdaten in einer leeren Filmdose , Muttergottes-Medaillon usw. Es war so warm , dass sie sogar die Anoraks ausziehen konnten und eine Stunde auf dem Gipfel blieben .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
Bei aller Anerkennung dieser technischen Leistung bleibt die vollständige Unkenntnis der einschlägigen Literatur erstaunlich .
Benno Schwabe 1935 ) .
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
1956 ) , p.310-329 .
Überblicken wir noch einmal den derzeitigen « Achttausender-Status » .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m , Leiter J. Franco , Gipfelmannschaften L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G. Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux-A . Vialatte .
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
14. Alle Gesuche , im nepalischen Himalaya eine Expedition machen zu dürfen , sind von der Regierung des Antragstellers zu bestätigen und der Regierung von Nepal zur Prüfung vorzulegen .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?

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AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Pour le Chomo Lungma ( Mont Everest ) , les six mesures effectuées en 1849 et 1850 donnaient une moyenne de 8839,8 m. La moyenne des six mensurations faites de 1881 à 1902 était de 8882,2 m , mais ce chiffre fut encore considéré trop bas ;
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
Le Dhaulagiri , le Mont Blanc de l' Himalaya , qui passait jadis pour être le plus haut sommet du globe , était coté jusqu' ici 8172 ou 8167 m. La nouvelle cote lui donne 8222 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
Pour ne pas répéter ce qui est connu de chacun , il suffira ici de mentionner les publications les plus importantes sur cette expédition :
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
expédition suisse de l' AACZ en 1953 ; en 1954 , première expédition argentine , qui parvint à 7950 m , et que le mauvais temps seul priva de la victoire . En 1955 s' intercale une expédition germano-suisse dite « expédition végétarienne » à l' Hima .
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois . 10. La chronique himalayenne de 1955 a déjà mentionné que Peter Aufschnaiter et George Hampson ont fait une excursion dans le massif du Ronti , au sud de la gorge de la Rishi Ganga ( région de la Nanda Devi ) .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
J' en traduis ici quelques passages :
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pourtant , dès 1939 , j' avais écrit dans mon ouvrage Baltoro ( Bâle , p. 66-67 ) :
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Les autres membres de l' équipe étaient André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot et le médecin François Florence . Leur officier de liaison était le capt .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
Au-dessous de la rimaye , ils sont accueillis par le Dr Florence , ému aux larmes .
CVoir le récit de Guido Magnolie dans La Montagne , octobre 1956 , p. 261-270 . )
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » :
Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Après une période d' acclimatation de dix jours , on reconnut une route à travers les innombrables crevasses de la partie inférieure du glacier de Gasherbrum sud , jusqu' au pied du Gasherbrum II. De la partie supérieure de ce glacier deux nervures s' élèvent vers la grande terrasse de névé du Gasherbrum II. J' avais préconisé l' éperon de droite ( SE ) en grande partie rocheux , parce que tout à fait à l' abri des avalanches .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
photographie du piolet avec les fanions autrichiens et pakistanais , construction d' un cairn , inscription des noms et dates qui furent placés dans une boîte à film vide , médaille de la Vierge , etc. Il faisait si chaud qu' ils purent rester une heure au sommet et même enlever l' anorak .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
Tout en reconnaissant la valeur de cette performance , on ne peut que s' étonner de leur totale ignorance de la littérature correspondante .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
1956 , p. 310-329 ) .
Considérons encore une fois la liste et l' état actuel des « 8000 » .
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m. Chef J.Franco ; équipes du sommet L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G.Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux et A. Vialatte .
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
14. Toutes les demandes d' autorisation pour une expédition dans l' Himalaya népalais doivent être légalisées par le Gouvernement de l' impétrant avant d' être présentées au Gouvernement du Népal .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?

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Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
- Heinrich Roiss :
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
4. 1954 :

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On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :

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Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
1956 ) , p.310-329 .
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
6. 1955 :
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .

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Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
1956 , p. 310-329 ) .
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
6. 1955 :
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .

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Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
1956 ) , p.310-329 .
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
6. 1955 :
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .

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On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
1956 , p. 310-329 ) .
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
6. 1955 :
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .

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In letzter Zeit sind die Höhenzahlen der grossen Himalaya-Berge in Fluss gekommen , was zu einem argen Durcheinander führte .
Wie ist eine derartige Unsicherheit selbst bei den berühmtesten , seit hundert Jahren bekannten und oft vermessenen Bergen zu erklären ?
Es sind vor allem drei Fehlerquellen , die heute anders bewertet werden als früher :
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Für Chomo-Lungma ( Mount Everest ) ergaben sechs Berechnungen aus den Jahren 1849 und 1850 einen Mittelwert von 8839,8 m , sechs Berechnungen aus den Jahren 1881-1902 lieferten ein Mittel von 8882,2 m. Auch diese Zahl wurde als noch zu niedrig angezweifelt , und die ( nicht amtlichen ) Schätzungen gingen bis über 8900 m hinaus .
Die neue offizielle Kote , die 1955 ausgegeben wurde , ist jedoch nur 8847,60 oder abgerundet 8848 m. Das ist also die Zahl , an die man sich nunmehr zu halten hat .
Für den Kangchendzönga wurde bisher nur bekannt , dass die alte Höhenzahl von 8579 m um etwa 60 ft . = 18,29 m erhöht werden müsse , womit der dritthöchste Berg der Erde auf etwa 8597 m befördert wird .
Die neue offizielle Kote ist meines Wissens noch nicht publiziert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
Denn auch beim Makalu wird die seit einem Jahrhundert gültige Höhenzahl 8470 m jetzt aufgegeben ;
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Neuberechnung unter Berücksichtigung aller heute bekannten physikalischen Faktoren erfordert ziemlich viel Zeit .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
In unserem Überblick über die wichtigeren Expeditionen der jüngsten Vergangenheit beginnen wir wieder mit dem östlichsten Achttausender :
1. Vom Kangchendzönga ist bergsteigerisch nicht viel Neues zu melden .
Die grossartige Erstersteigung wurde ja bereits in unserer « Himalaya-Chronik 1955 » behandelt ( « Die Alpen » 1956 , Nr. 4 ) .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
2. Dasselbe gilt für den fünfthöchsten Berg der Erde , den formenschönen Makalu ( 8481 m ) .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Die Tektonik des nepalischen Hochgebirges entschleiert sich allmählich und ist tatsächlich so grandios , wie man es - schon rein gefühlsmässig - erwarten durfte .
3. Auf der Ostseite der Makalu-Gruppe hat sich der Arim-Fluss bis etwa 1200 m eingeschnitten , eines der grossartigsten Durchbruchstäler , die es auf der Erde gibt .
Die Hebung einer südwärts gelegenen Zone zur Hauptkette erfolgte also so allmählich , dass die Flüsse sich im gleichen Tempo einschneiden und ihren alten Lauf im wesentlichen beibehalten konnten .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sein Sherpa war Da Temba ( Himalayan Club : Sherpa-Liste Nr.212 ) .
4. Die schweizerische Grossexpedition 1956 - von der SSAF sorgfältig vorbereitet und organisiert , von Albert Eggler mustergültig geleitet und von den Berner Bergsteigern in vorbildlicher Kameradschaft durchgeführt - wurde zu einer der erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte des Himalaya .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
1952 Augustin Lombard geologisch , Albert Zimmermann botanisch , 1952 und 1953 L. G. C.Pugh physiologisch , 1954 Helmut Heuberger geographisch , 1954 und 1955 Pierre Bordet und Michel Latreille sowie - unabhängig von den Franzosen arbeitend -Toni Hagen geologisch , 1955 Erwin Schneider kartographisch , 1956 Fritz Müller und Arthur Durst glaziologisch und meteorologisch .
Inzwischen ist das Buch herausgekommen : Monica Jackson and Elizabeth Stark , « Tents in the Clouds » ( London :
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
Die Expedition musste umkehren .
Bisher hatte man sich auf der Nordostseite des Massivs gehalten : von dem Dorfe Sama ausgehend über den Manaslu-Gletscher , Naike-Col ( 5600 m ) und Nordsattel ( 7100 m ) zum Plateaugletscher , ein nicht schwieriger , aber sehr langer Weg , der neun Lager erfordert hatte .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Wenn die Pressemeldungen stimmen , wurde nur eine Höhe von etwa 7200 m erreicht .
Für 1957 scheint eine französisch-schweizerische Expedition in Vorbereitung zu sein , und falls auch dieser der Sieg versagt bleiben sollte , möchten die Argentinier 1958 zum dritten Male antreten .
Der Dhaulagiri ist eben ein technisch schwieriger und gefährlicher Berg , doch auch ihm wird die Stunde schlagen ... vielleicht sogar bald .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
In West-Nepal arbeitet seit Herbst 1956 Dr. Toni Hagen .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
12. In das Chandra-Tal entwässert auch das im südlichen Lahul gelegene Kulti-Gletscherbecken , wo 1955 eine Expedition der Royal Air Force Mountaineering Association unter Leitung von Captain A.J.M.Smyth arbeitete ( s. « Die Alpen » 1956 , S.85 oben ) .
Darüber ist kürzlich ein höchst interessanter Bericht von Squadron Leader L.W.Davies veröffentlicht worden ( « Alpine Journal » No . 293 , Nov .
Ich bringe daraus - in Übersetzung - ein paar Ausschnitte :
« ... wir gelangten zu drei grossen Fusstapfen an der Kante einer Schneeinsel inmitten des grossen Gletscherbaches zu unserer Rechten .
Offenbar war hier ein Tier aus dem eisigen , rasch fliessenden Wasser auf die Insel hinaufgestiegen .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Gestern nachmittag hatte er mir bei meinen photographischen Arbeiten 300 Schritt talaufwärts geholfen .
Wir konnten nun feststellen , dass unsere Fusstapfen sich seitdem nur um etwa 3 mm rund herum vergrössert hatten .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden .
Ein sorgfältiges Studium der Fusstapfen an der Kante der Insel zeigte deutlich , dass ,Es ' aus dem Fluss heraufgestiegen war , als der Schnee hart gefroren war , also in der Nacht oder am frühen Morgen .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
Jeder Fuss hatte fünf breite Zehen , und die grosse Zehe war besonders stark ausgebildet .
Stundenlang folgten wir den Spuren , was durch die vielen Schneeinseln und Gletscherbäche sehr erschwert wurde .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Nirgends hatte es sich auf allen Vieren bewegt .
Der Abstand von einer Fusstapfe zur anderen war fast doppelt so gross wie meine eigene Schrittlänge .
Schliesslich gaben wir die Jagd auf und kehrten zum Basislager zurück .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Wann immer von einer neuen Art berichtet wurde - stets waren zahlreiche Sachverständige nur allzu bereit , feierlich zu bezeugen , dass so etwas nicht existieren könne .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Es dauerte noch so manches Jahr , bis Europa den Gorilla als Tatsache anerkannte .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Spezialisten haben die Existenz dieser unbekannten Lebewesen lange hartnäckig bestritten .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
In den weiten , unerforschten Gebieten des Himalaya hat die Fauna reichlich Gelegenheit , zu beobachten , ohne beobachtet zu werden .
Tschernezky bestätigte auch , dass unsere Kulti-Spuren eine sehr grosse Ähnlichkeit mit den früheren authentischen Berichten und Photographien aufwiesen ... » Soweit L.W.Davies , der mutige Fliegeroffizier , der den « Fluch der Lächerlichkeit » nicht gescheut hat .
Zwei gute , lehrreiche Photos ergänzen noch seine gewichtigen Ausführungen .
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
Hervorragend gezeichnete Panoramen , hübsche Photos , eine sehr brauchbare Kammverlauf-Karte und eine Bibliographie von 55 Nummern tragen sehr wesentlich zur Kenntnis dieses bisher etwas stiefmütterlich behandelten Gebietes bei . Die Gipfelhöhen halten sich zwischen 5800 und 6300 m. Es sind also für Himalaya-Verhältnisse ziemlich bescheidene Berge , nicht überalpin , sondern bloss alpin , jedoch landschaftlich reizvoll und zum Teil noch wenig bekannt - ein gutes Arbeitsfeld für Klein-Expeditionen , die nicht viel Zeit und Geld zur Verfügung haben .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
Das bergsteigerische Ergebnis bestand in zwei kleinen Sechstausendern und mehreren Passüberschreitungen .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Für die meisten , die das weltberühmte Bild von Vittorio Sella aus dem Jahre 1909 anstaunten , galt er fast als Symbol , als Verkörperung des Unmöglichen .
Allerdings habe ich bereits 1939 in meinem « Baltoro » ( Basel : Benno Schwabe ) auf S.66/67 geschrieben :
« Wenn man ihn vom oberen Baltoro her betrachtet , wirkt es beinahe vermessen , an eine Besteigung auch nur zu denken .
Bei näherer Prüfung , auch in der Querrichtung , zeigt sich aber meines Erachtens doch eine Chance :
Die Wände sind zwar hoffnungslos ;
auch der Südostgrat , der den .Black Tooth ' trägt , ist nicht sehr vielversprechend .
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
Vom letzten Lager ( 6400 m ) erreichten sie den Gipfel über den Westgrat ;
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
Für die Franzosen eine heikle Situation :
Schliesslich war man ja diesmal dazu ausgezogen , technisch schwierige Probleme zu prüfen .
Also wurde beschlossen , sich die anderen Seiten des Turmes anzusehen , ob es vielleicht über den Nordgrat oder auf der Südseite eine mögliche Route gäbe .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Das Allerschlimmste aber war die « Grande Barrière » oberhalb Lager 3 , eine senkrechte Felsstufe , der eine 200 m dicke Eisschicht auflag , und diese Wand sperrte den Zugang zum Berg in ganzer Breite . Es gab hier nur eine einzige Möglichkeit des Durchkommens , ganz rechts , und den Abschluss bildete eine furchtbar steile Hohlkehle .
Das kostete wieder mehrtägige harte Arbeit und 300 m fixe Seile .
Erst am Morgen des 6. Juli war es so weit :
sie standen oberhalb der Eiswand auf einem kleinen Hängegletscher . Dr. Florence , der bergtüchtige Expeditionsarzt , und die beiden besten Hunzas , Aminula und Gerikhan , die bis hier herauf mitgekommen waren und wacker geschleppt hatten , kehrten um , und zurück blieben nur die vier Bergsteiger der Gipfelmannschaft . In brütender Hitze stampften sie mit langsamen Bewegungen den tiefen Schnee fest , den Platz für Lager 4 ( 6300 m ) .
Über ihnen erhob sich der Turm noch rund tausend Meter hoch in einer Steilheit , die auch den grössten Optimisten bedenklich stimmen konnte .
Die einzige Route , die praktisch in Frage kam , war der Südostgrat .
Am 7. Juli entdeckte Robert Paragot plötzlich zwei dunkle Pünktchen , die sich dort oben gegen den Himmel abzeichneten :
die britische Expedition betrat den Gipfel .
Doch die Franzosen hatten ja damit gerechnet und liessen sich dadurch gar nicht anfechten .
Vorwärts !
Die Kante des Südostgrates zu erreichen , war ungewöhnlich schwierig .
Die ersten beiden Seillängen über dem Bergschrund - noch am 7. Juli - hatten Stunden gekostet , 250 Höhenmeter erforderten zwei Tage .
Sechs Stunden Steigeisenarbeit an der Grenze des Gleichgewichts , verglaste steile Platten , die nur mit Hakentechnik zu bewältigen waren , endlich konnten sie in einer Scharte auf den Grat aussteigen .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Sie seilen sich 50 m ab und gelangen zu den fixen Seilen .
Nun sind sie unter dem Bergschrund , wo Florence sie tief bewegt erwartet .
Die Frostschäden an den Füssen des britischen Expeditionsleiters waren leider schwer , die Engländer warteten schon seit einigen Tagen in Urdokas .
La Tour de Mustagh . « La Montagne » , oct. 1956 , p.261-270 .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Aufnahme in Pakistan war sehr freundlich , doch trotz aller Hilfsbereitschaft der Behörden mussten die Österreicher in Rawalpindi neun Tage warten , bis das Wetter ihren Flug mit dem ge^ samten Gepäck nach Skardu gestattete ; denn dieser landschaftlich einzigartige Flug dicht am Nanga Parbat vorbei und durch das enge Industal gilt als eine der gefährlichsten Luftrouten überhaupt und kann nur bei tadelloser Sicht gewagt werden .
Auf Verlangen des Verbindungsoffiziers Captain Quain Ali Shah wurden die zu schweren Traglasten auf je 27 kg umgepackt .
Die Trägerlöhne sind auch in Pakistan stark erhöht worden :
Oberhalb Askole ( 3050 m ) steigt der Tagessatz auf 4 Rupies ( Fr. 3.60 ) , und die Verpflegung geht zu Lasten der Expedition .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
In Paiju , der letzten Oase vor dem Baltoro-Gletscher , verlangten die Träger die ihnen laut Reglement zustehenden Schuhe .
Man hatte 250 Paar mitgebracht , aber leider die normale , d. h. zu schmale europäische Form .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Das wird leider immer wieder vergessen , was zu grossen Unannehmlichkeiten führt .
Das Oberleder ( die Steifkappe ) musste aufgeschlitzt werden , damit die armen Kerle ihre gutgeformten ( nicht durch europäisches Schuhwerk deformierten ! ) breiten Füsse überhaupt hineinzwängen konnten .
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Das Gros rückte in drei Tagemärschen bis auf den berühmten Concordia-Platz vor , geriet dort aber in einen Schneesturm .
Nun waren die meisten « Talträger » nicht mehr zu halten und kehrten in ihre Heimatdörfer zurück .
Nur 68 Mann erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit , wenigstens das Gepäck vom Depot Urdokas nach Concordia zu schaffen .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Erst am 30. Juni konnten sie wieder zum Hochlager I aufsteigen und sahen zu ihrer grössten Bestürzung , dass inzwischen eine riesige Lawine fast alle dort deponierten Lasten verschüttet hatte .
Sie hatten den Platz für völlig lawinensicher gehalten :
ebener Gletscherboden - und die Hänge darüber waren terrassiert .
Aber die grossen Himalaya-Lawinen laufen eben weite Strecken auch über ebenen Grund .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Jeder kroch in seinen leichten Dralon-Schlafsack ;
ausserdem hatten sie noch einen gemeinsamen Biwaksack .
Es wurde eine grimmig kalte Nacht , so dass es zu leichten Erfrierungen kam , Larch an den Zehen , Moravec an den Daumen .
Endlich wurde es hell .
Heisse Milch und etwas Weizenkeimbrot mussten als Verpflegung für den ganzen Tag ausreichen .
Eine ansteigende Querung unter der Südostwand des Gasherbrum II machte viel Mühe .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Noch 335 Höhenmeter bis zum Gipfel .
Erst nach einiger Zeit waren sie imstande , die unerlässlichen « Kulthandlungen » auszuführen :
Eispickel mit dem österreichischen und dem pakistanischen Wimpel , Bau eines Steinmanns , Ersteigungsdaten in einer leeren Filmdose , Muttergottes-Medaillon usw. Es war so warm , dass sie sogar die Anoraks ausziehen konnten und eine Stunde auf dem Gipfel blieben .
Der Abstieg verlief glatt , und obwohl es abends wieder zu schneien begann , waren sie um 19.30 Uhr in Lager III ( 7150 m ) . Am nächsten Tage , in Lager II , wurden sie von den Hochträgern begeistert begrüsst und stürmisch gefeiert .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Dieser bewunderungswürdige Erfolg tröstet die « österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien hoffentlich über eine etwas bittere Enttäuschung hinweg : Zwölf Tage nach der Bezwingung des Gasherbrum n , also am 19. Juli 1956 , machten drei Teilnehmer der « österreichischen Himalaya-Karakorum-Expedition 1956 » - Hans Ratay , Heinrich Roiss und Dr. Georg Weiler - die zweite Ersteigung des Sia-Kangri-Westgipfels ( ca.7315 m ) .
Die Erstersteigung war am 3. August 1934 vier Mitgliedern der « Internationalen Himalaya-Expedition 1934 » gelungen - Hans Erti , Albert Höcht , Frau Hettie Dyhrenfurth und G.O.Dyhrenfurth .
Es war die bekannte , in zwei Büchern beschriebene ( siehe unten ) und in der alpinen Literatur oft besprochene Bergfahrt , auf der ein « bergsteigerischer Höhenweltrekord für das weibliche Geschlecht » aufgestellt wurde .
Ich würde unseren Nachfolgern - nach 22 Jahren - gern herzlich zu ihrem Erfolg gratulieren , aber ... sie haben leider geglaubt , die Erstersteigung eines noch ganz unbekannten und 7729 m hohen Berges gemacht zu haben , sie haben diesen Gipfel « Austria-Peak » getauft und in der « österreichischen Touristenzeitung » vom Januar 1957 auch sonst allerlei Irrtümer publiziert , deren sachliche Berichtigung unvermeidlich ist :
( 1 ) Wie ist die merkwürdig genau klingende Höhenzahl 7729 m zustande gekommen ?
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Die « I.H.E. 1934 » hat sicherheitshalber alle vier Gipfel erstiegen .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
( 3 ) Ein seit Jahrzehnten bekannter , bestiegener und von der « Karakoram Conference » offiziell Sia Kangri benannter Berg darf natürlich nicht plötzlich ohne jeden Grund umgetauft werden .
Der Name « Austria-Peak » ist also schleunigst wieder einzuziehen - auch wenn Staatspräsident Iskander Mirza auf Grund ganz irriger Voraussetzungen diese Taufe genehmigt hat ( 4 ) Der breite Sattel zwischen Baltoro Kangri ( früher « Golden Throne » , 7312 m ) und Sia Kangri ist der seit einem halben Jahrhundert wohlbekannte Conway Saddle ( 6300 m ) , der von der italienischen Karakorum-Expedition ( Herzog von Spoleto , Prof. Desio ) 1929 wiederholt besucht und vermessen worden ist Die « I.H.E. 1934 » hatte im Conway-Sattel sogar wochenlang ihr oberes Standlager , und sie hat ja von dort aus alle Gipfel des Sia Kangri und den Südostgipfel des Baltoro Kangri erstiegen .
Übrigens liegt der Conway-Sattel nicht zwischen Baltoro und Siachen , sondern zwischen Baltoro und Kondus-Gletscher .
Das ist der Eisstrom , auf den man von der Passhöhe hinunterblickt .
Der Siachen-Gletscher liegt weiter östlich , wie jede Karakorum-Karte zeigt .
Neu ist nur , dass die Österreicher nicht die von der « I.H.E. 1934 » wiederholt begangene und relativ sichere « Mittelrippe » benützt haben , sondern anscheinend links von unserer Route durch die steile Flanke und über mehrere Eiswülste aufgestiegen sind , also eine neue , gefährliche Variante auf den Sia-Kangri-Westgipfel gemacht haben .
Benno Schwabe 1935 ) .
- G.O.Dyhrenfurth :
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Erst 1947 wandten sich E.E.Shipton und H.W.Tilman diesem Berge zu und gelangten auf die Gipfel-Kalotte , aber nicht bis auf den - horizontal noch ziemlich weit entfernten -höchsten Punkt .
Das wurde am 26. Juli 1956 von einer grossen chinesisch-sowjetischen Expedition unter Führung von M.Beletzky nachgeholt Es waren fünf Lager errichtet worden , das oberste bei etwa 7200 m.
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Erstersteigung 1933 durch B.M .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
Mountaineeringintheü.S.S.R.«The Alpine Journal » , N° 293 ( Nov .
1956 ) , p.310-329 .
Überblicken wir noch einmal den derzeitigen « Achttausender-Status » .
Bisher wurden erstiegen :
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
6. 1955 :
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
Ich wünsche von Herzen , dass dieser « Ausverkauf der Achttausender » baldigst abgeschlossen sein möge , damit nationaler und persönlicher Ehrgeiz allmählich abklingen , zum Wohle echten Bergsteigertums und ruhiger wissenschaftlicher Arbeit !
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
Ausserdem ist er voll zu verpflegen und mit Schlafsäcken und allen anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen während der Expeditionsdauer zu versehen .
3. Die Expedition hat alle Reisekosten des Verbindungsoffiziers von und nach Kathmandu zu tragen .
4. Die Expedition hat ihre Tätigkeit ausschliesslich auf den Berg oder die Gegend zu beschränken , für die sie die Genehmigung von der Regierung von Nepal erhalten hat .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
6. Nach ihrer Rückkehr hat die Expedition der Regierung von Nepal einen genauen Expeditionsbericht vorzulegen .
7. Die Expedition hat im voraus einen genauen Plan zu unterbreiten , welche Route innerhalb von Nepal begangen werden soll .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
10. Bei einem Unfall hat die Expedition dem Verletzten oder der Familie des Verstorbenen Schadenersatz zu leisten , je nachdem wie die Verhältnisse liegen .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
Kopien aller photographischen Aufnahmen der Expedition sind der Regierung zu unterbreiten , bevor irgend etwas publiziert werden darf .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese « verbotene Zone » würde fast das gesamte nepalische Hochgebirge umfassen und damit praktisch jede von Nepal ausgehende Himalaya-Expedition sinnlos machen .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?

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II nous est parvenu récemment un flot de cotes d' altitude des grands sommets himalayens , ce qui a amené de regrettables confusions .
Comment expliquer une pareille incertitude au sujet de sommités très célèbres , connues et mesurées depuis un siècle ?
Il y a en premier lieu trois sources d' erreurs , dont les estimations sont aujourd' hui différentes de ce qu' elles étaient auparavant :
On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Pour le Chomo Lungma ( Mont Everest ) , les six mesures effectuées en 1849 et 1850 donnaient une moyenne de 8839,8 m. La moyenne des six mensurations faites de 1881 à 1902 était de 8882,2 m , mais ce chiffre fut encore considéré trop bas ;
des estimations ( non officielles ) le portaient jusqu' au de 8900 m. La nouvelle cote officielle publiée en 1955 ramène la hauteur de l' Everest à 8847,6 m , soit 8848 m en chiffres ronds .
Il conviendra désormais de s' en tenir à ce chiffre . Quant au Kanchenjunga , on savait que l' ancienne cote de 8579 devait être relevée de 60 pieds ( 19,29 m ) , ce qui donnait environ 8597 m au troisième sommet du globe .
A ma connaissance , la nouvelle cote officielle n' a pas encore été publiée .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Car la cote de ce dernier , 8470 , admise pendant un siècle , doit être abandonnée .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
Les nouveaux calculs , en tenant compte de tous les facteurs géophysiques connus actuellement , exigent passablement de temps .
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Cette fois encore , nous commencerons à l' est notre revue des principales récentes expéditions à l' Himalaya .
1. Kangchenjunga .
Au point de vue alpinistique , il n' y a pas grand' chose à ajouter à ce que nous avons dit dans notre chronique himalayenne 1955 ( voir Les Alpes , avril 1956 ) de la magnifique « première » du Kantch .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
2. Il en est de même pour le Makalu , à la silhouette élégante , la cinquième , par rang de hauteur , des montagnes du globe .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
La tectonique des hautes chaînes népalaises nous est peu à peu dévoilée et s' avère aussi grandiose que nos anticipations le prévoyaient .
3. A l' est du massif du Makalu , le fleuve Arun s' est creusé jusqu' à 1200 m audessus du niveau de la mer , une cluse , un des plus formidables canons taillés dans l' écorce terrestre .
Le soulèvement de la haute chaîne s' est produit graduellement , ce qui a permis aux fleuves , dans le même temps , de creuser leur lit à travers la masse et de conserver , grosso modo , leur ancien parcours .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Il était accompagné du sherpa Da Temba ( n° 212 de la liste de l' Himalayan Club ) .
4. La grande expédition suisse de 1956 , organisée et préparée avec soin par la Fondation suisse pour explorations alpines , dirigée magistralement par Albert Eggler , et dans laquelle les alpinistes bernois firent preuve d' un esprit de camaraderie exemplaire , fut couronnée d' un succès que l' on peut qualifier d' exceptionnel .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
1954 , Helmut Heuberger en géographie ; 1954/55 , Pierre Bordet et Michel Latreille , ainsi que - indépendamment des Français - Toni Hagen en géologie ; 1955 , Erwin Schneider en cartographie ;
Entre temps a paru le livre de Mrs. Monica Jackson et Elizabeth Stark , Tents in the Clouds ( Collins , London ) , écrit allègrement et joliment illustré .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' expédition dut faire demi-tour .
Jusqu' alors , toutes les tentatives s' étaient faites sur le flanc NE , à partir du village de Sama , par le glacier de Manaslu , le col Naiké , 5600 m , la selle N , 7100 m , et le plateau glaciaire supérieur , itinéraire qui ne présente pas de difficultés majeures , mais ex- trêmement long et nécessitant l' installation de neuf camps .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Si les informations données par la presse sont exactes , on n' aurait pas dépassé 7200 m.
On dit qu' une expédition franco-suisse est en gestation pour 1957 . En cas d' échec de celle-ci , les Argentins pourraient revenir à la charge pour la troisième fois .
Le Dhaulagiri est une montagne difficile et dangereuse ; toutefois son heure viendra aussi , peut-être même bientôt .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
Toni Hagen est au travail depuis l' automne 1956 dans le Népal occidental .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
12. Dans cette même vallée de Chandra débouche aussi le glacier de Kulti , au sud du Lahul , où la Royal Air Force Mountaineering Association a fait en 1955 une expédition sous la direction du capt . A. J.M.Smyth ( voir Les Alpes , 1956 , p. 83 ) .
U Alpine Journal ( n° 293 , novembre 1956 ) a publié récemment une très intéressante relation de cette campagne par le chef d' escadrille L. W.Davies .
J' en traduis ici quelques passages :
... « Un peu plus haut dans la vallée nous rencontrâmes trois larges empreintes de pas sur la lisière d' un des îlots de neige séparant les bras du torrent glaciaire à notre droite .
C' était indubitablement la trace d' un animal qui était sorti du courant rapide et glacial pour prendre pied sur l' îlot .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
La veille , il m' avait accompagné , portant mes caméras , 300 m en amont .
Nous pûmes constater que nos propres empreintes ne s' étaient élargies que d' Vs de pouce ( 3 millimètres ) sur leur pourtour .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
L' examen attentif des empreintes indiquait qu' elle était sortie de l' eau alors que la neige était durcie par le gel , c' est durant la nuit ou très tôt le matin .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
Celles-ci mesuraient en moyenne 12 pouces ( 305 mm ) de longueur sur 8 ( 203 mm ) de large .
« Pendant des heures , nous suivîmes ces traces qui se prolongeaient sur près d' un kilomètre , fort embarrassés par les îlots de neige et les bras de la rivière .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nulle part elle n' avait marché à quatre pattes ;
la longueur de ses pas était presque le double des miens .
Finalement nous abandonnâmes cette chasse et revînmes au camp .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
« Ce qui est très significatif , c' est que chaque fois qu' on a annoncé la découverte d' une nouvelle espèce animale , il y a toujours eu des savants spécialistes pour affirmer qu' une telle créature ne pouvait exister .
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il fallut encore plusieurs années pour que l' Europe admette l' existence du gorille .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
Les savants ont longtemps et obstinément nié l' existence de ces animaux .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
Dans les vastes solitudes inexplorées de l' Hima , les animaux ont toute possibilité d' observer sans être vus .
Tschernezky nous a confirmé que les empreintes que nous avons rencontrées présentent une très grande analogie avec les documents et photographies authentiques que nous possédons déjà ... » Tel est le témoignage de L. W. Davies , courageux officier d' aviation qui ne craint pas d' affronter le ridicule .
Deux bonnes photos , très significatives , illustrent son exposé .
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
De belles photos , des panoramas remarquablement dessinés , un croquis très précis de l' ossature du massif , avec une bibliographie de 55 numéros , contribuent grandement à la connaissance de cette région fort négligée jusqu' ici , dont les sommets cotent de 5800 à 6200 m. A l' échelle de l' Himalaya , ce sont donc des montagnes relativement modestes , de caractère simplement alpin et non super-alpin , néanmoins très pittoresques et attrayantes , la plupart encore peu connues , qui peuvent offrir un beau champ d' activité à de petites expéditions disposant de peu de temps et de moyens .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
Elle a enregistré l' ascension de deux modestes « 6000 » et de nombreuses traversées de cols .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pour tous ceux qui ont contemplé avec un sentiment d' admiration et de stupeur la célèbre photo rapportée par Vittorio Sella en 1909 , cette cime était comme le symbole de l' inaccessible .
Pourtant , dès 1939 , j' avais écrit dans mon ouvrage Baltoro ( Bâle , p. 66-67 ) :
« Quand on la regarde du glacier supérieur de Baltoro , l' idée seule d' une ascension semble inconcevable .
Mais à la considérer de plus près , sous un autre angle , il y a , à mon avis , une chance .
Les parois , il est vrai , ne laissent aucun espoir :
l' arête SE , qui porte le ,BlackTooth ' , n' est guère encourageante ;
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Du dernier camp , placé à 6400 m , ils suivirent l' arête ouest .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
La situation , pour les Français , était délicate :
Et puis , n' était pas équipé pour examiner les problèmes d' ascensions techniquement difficiles ?
Il fut donc décidé d' aller reconnaître les autres faces de la Tour et voir s' il n' y aurait pas sur l' arête nord , ou peut-être dans la paroi sud , une voie possible .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
Toutefois le plus scabreux fut la Grande Barrière audessus du camp III , constituée par un ressaut rocheux vertical dominé par une falaise de séracs de 200 m. La seule possibilité de surmonter l' obstacle se trouvait à l' extrême droite , un goulet de glace effroyablement raide .
Il fallut plusieurs jours de besogne acharnée et 300 m de cordes fixes pour en venir à bout ;
le 6 juillet seulement l' équipe put prendre pied sur un petit plateau incliné audessus de la paroi de glace .
Le Dr Florence , médecin de l' expédition , et les deux meilleurs porteurs hunzas , Aminula et Gerikhan , qui étaient montés jusque-là portant vaillamment leurs charges , redescendent , laissant les quatre hommes de l' équipe d' assaut piétiner et tasser la neige profonde , à gestes lents , sous le soleil accablant , pour y placer la tente du camp IV ( 6300 m ) .
Audessus d' eux , la Tour les domine encore de 1000 m , d' une raideur telle qu' elle fait hocher la tête aux plus optimistes .
La seule voie pouvant offrir quelque chance est l' arête SE .
Le 7 juillet , R. Parangot aperçut tout à coup deux petits points noirs se détachant dans le ciel sur la crête terminale :
les Britanniques arrivaient au sommet .
C' était prévu ; les Français ne se laissèrent pas décourager .
En avant !
L' accès à l' arête SE s' avéra extrêmement difficile .
Les deux premières longueurs de corde audessus de la rimaye - le 7 juillet - coûtèrent des heures d' efforts .
Il fallut deux jours pour gravir 250 m. Six heures de cramponnage à la limite de l' équilibre , des dalles verglacées surmontées à l' aide de pitons , pour déboucher enfin dans une échancrure de l' arête .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
Un rappel de 50 m pour atteindre les cordes fixes où ils dévalent à tâtons .
Au-dessous de la rimaye , ils sont accueillis par le Dr Florence , ému aux larmes .
Les Anglais attendaient depuis quelques jours à Urdokas .
CVoir le récit de Guido Magnolie dans La Montagne , octobre 1956 , p. 261-270 . )
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
toutefois les Autrichiens , malgré toute la bonne volonté des autorités , durent attendre neuf jours à Rawalpindi que les conditions météorologiques permissent le transport aérien de l' équipe et de ses bagages , car le vol jusqu' à Skardu , dans un paysage unique en son genre , le long de l' étroite vallée de l' Indus et au voisinage du Nanga Parbat , passe pour être la route aérienne la plus dangereuse et ne peut être tenté que lorsque la visibilité est parfaite .
Quain Ali Shah , il fallut refaire toutes les charges pour les réduire à 27 kg .
Les tarifs des porteurs ont fortement augmenté aussi au Pakistan .
Audessus d' Askolé , 3050 m , le salaire journalier monte à 4 roupies ( 3 fr . 60 ) , et la nourriture est fournie par l' expédition .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
A Païju , dernière oasis avant le glacier de Baltoro , les porteurs réclamèrent les souliers que le règlement ordonne de mettre à leur disposition .
On en avait apporté 250 paires , malheureusement de forme normale , c' est européenne .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
On l' oublie presque toujours , ce qui ne manque pas de créer de grosses difficultés .
On fut obligé de fendre la cape rigide des souliers , afin que les pauvres types puissent y introduire leurs pieds de forme naturelle , c' est très larges , non défigurés par des chaussures européennes .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Le gros de la troupe monta en trois étapes à la célèbre Place de la Concorde , où elle subit une tempête de neige .
Alors il ne fut plus possible de retenir les porteurs ; la plupart abandonnèrent pour rentrer dans leur village .
Après de longues discussions , 68 hommes seulement acceptèrent de transporter les colis du dépôt d' Urdokas à Concordia .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Le 30 juin seulement ils purent remonter à leur camp d' altitude I et constatèrent , à leur extrême consternation , qu' entre temps une avalanche gigantesque avait emporté presque tout le matériel déposé là .
Ils avaient cru le site tout à fait à l' abri des avalanches :
plateau glaciaire horizontal dominé par des pentes étagées en terrasses .
Mais les grosses avalanches de l' Himalaya s' avancent très loin , même sur un terrain plat .
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Chacun se glissa dans son sac de couchage en « dralon » ;
ils disposaient en outre d' un sac de bivouac commun .
La nuit fut horriblement froide ; Larch eut de légères gelures aux orteils , Morawec au mains .
Enfin le jour parut .
Du lait chaud et un peu de pain de germes de blé devait être leur unique repas de la journée .
Une traversée en écharpe sous la paroi SE du Gasherbrum II fut très pénible .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Encore 335 m jusqu' au sommet .
Ce n' est qu' au bout d' un certain temps qu' ils furent en état d' accomplir les rites obligés du culte des sommets :
photographie du piolet avec les fanions autrichiens et pakistanais , construction d' un cairn , inscription des noms et dates qui furent placés dans une boîte à film vide , médaille de la Vierge , etc. Il faisait si chaud qu' ils purent rester une heure au sommet et même enlever l' anorak .
Bien qu' il se soit remis à neiger vers le soir , à 19 h. 30 ils étaient de retour au camp III , 7150 m. Le 8 juillet , au camp II , ils furent accueillis avec effusion et bruyamment fêtés par les porteurs .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Douze jours après la conquête du Gasherbrum II , soit le 19 juillet 1956 , trois des participants à l' expédition autrichienne à l' Himalaya 1956 - Hans Ratay , Heinrich Roiss et le Dr Georg Weiler -faisaient encore la deuxième ascension du sommet ouest du Sia Kangri , environ 7315 m. La première ascension de cette montagne avait été accomplie le 3 août 1934 par quatre membres de l' expédition internationale himalayenne 1934 :
Hans Erti , Albertliöcht , Mme Hettie Dyhrenfurthet G.O. Dyhrenfurth .
Cette course décrite dans deux livres ( voir ci-dessous ) , souvent mentionnée dans la littérature alpine , est bien connue . Elle avait en son temps établi le record d' altitude de l' alpinisme féminin .
J' aimerais pouvoir - après 22 ans - féliciter cordialement nos successeurs de leur réussite , mais ... ils ont malheureusement cru avoir gravi un sommet de 7729 m tout à fait inconnu qu' ils ont baptisé « Austria Peak » . Ils ont publié dans YOesterreichische Touristen-Zeitung de janvier 1957 un article contenant de nombreuses erreurs de tous genres , et qui exige rectification :
1° Comment cette cote de 7729 m , qui prend un air de précision exacte , a-t-elle été obtenue ?
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Par souci d' exactitude , l' E . 1934 les a gravis les quatre .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
3° II va sans dire qu' une montagne connue et gravie depuis des décennies , et à laquelle la Conférence du Karakorum a officiellement conféré le nom de Sìa Kangri , ne peut être tout à coup rebaptisée sans raison valable .
Le nom d'« Austria Peak » doit donc disparaître au plus tôt , même si le chef de l' Etat Iskander Mirza , trompé par des suppositions erronées , a confirmé cette appellation . 4° Le large ensellement qui s' ouvre entre le Baltoro Kangri ( ancien « Golden Throne » , 7312 m ) et le Sia Kangri est le Conway Saddle , 6300 m , bien connu depuis un demi-siècle , qui fut atteint et mesuré à nouveau par l' expédition italienne au Karakorum 1929 ( duc de Spoleto-Prof . A. Desio ) .
Au surplus , le Conway Saddle n' est pas entre le Baltoro et le Siachen , mais entre le Baltoro et le glacier de Kondus .
C' est sur ce dernier que plonge le regard lorsqu' on est sur le col .
Le glacier de Siachen est situé plus à l' est , comme il est indiqué sur toutes les cartes du Karakorum .
La seule chose nouvelle , c' est la voie suivie par les Autrichiens , qui n' est pas la nervure médiane relativement sûre parcourue par l' E en 1934 . Ils sont montés plus à gauche dans le flanc abrupt de la montagne , en surmontant plusieurs bosses de glace , inaugurant par là une Variante dangereuse au sommet ouest du Sia Kangri .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- G.O.Dyhrenfurth , Baltoro .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Ce n' est qu' en 1947 que H.W.Tilman et E.E.Shipton s' en occupèrent . Ils parvinrent sur la calotte sommitale , mais ne purent aller jusqu' au point culminant , encore très éloigné horizontalement .
Celui-ci fut atteint le 26 juillet 1956 par une grande expédition sino-soviétique sous la direction de M.Beletski . Cinq camps furent installés au cours de l' entreprise , le dernier à 7200 m environ .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
première ascension en 1933 par E. M. Abalakow .
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
E.Beletski , Mountaineering in USSR . The Alpine Journal , n° 293 ( Nov .
1956 , p. 310-329 ) .
Considérons encore une fois la liste et l' état actuel des « 8000 » .
Ont été gravis jusqu' à ce jour :
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
6. 1955 :
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
Je souhaite de tout coeur que cette mise aux enchères des « 8000 » soit bientôt achevée , afin que les ambitions et amours-propres nationaux baissent le ton , pour le plus grand bien de l' alpinisme et du paisible travail scientifique .
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
En outre elle assurera son entretien complet et lui fournira sac de couchage et tout l' équipe pendant la durée de l' expédition .
3. Tous les frais de voyage de l' officier de liaison , à partir de Kathmandou et retour sont à la charge de l' expédition .
4. L' expédition bornera son programme d' activité à la montagne ou à la région pour lesquelles l' autorisation a été accordée .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
6. A son retour , l' expédition doit remettre au Gouvernement du Népal un rapport exact sur son activité .
7. L' expédition doit préalablement présenter un plan précis indiquant les routes népalaises qui seront suivies .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
10. En cas d' accident , l' expédition doit verser au blessé ou à la famille du défunt une indemnité proportionnelle aux circonstances .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
Copies de toutes les photographies prises au cours de l' expédition doivent être soumises au Gouvernement avant qu' aucune ne soit publiée .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette « zone interdite » inclurait presque toutes les hautes montagnes népalaises , ce qui , pratiquement , enlèverait tout sens aux expéditions himalayennes à travers le Népal .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?

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Himalaya-Chronik 1956
MIT NACHTRÄGEN AUS FRÜHEREN JAHREN VON G.O.DYHRENFURTH
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In letzter Zeit sind die Höhenzahlen der grossen Himalaya-Berge in Fluss gekommen , was zu einem argen Durcheinander führte .
Wie ist eine derartige Unsicherheit selbst bei den berühmtesten , seit hundert Jahren bekannten und oft vermessenen Bergen zu erklären ?
Es sind vor allem drei Fehlerquellen , die heute anders bewertet werden als früher :
die Grosse der Lichtbrechung , die zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten stark wechselt , die Schwere-Ablenkung durch die Massenanziehung des Himalaya und die Geoid-Korrekturen .
Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Für Chomo-Lungma ( Mount Everest ) ergaben sechs Berechnungen aus den Jahren 1849 und 1850 einen Mittelwert von 8839,8 m , sechs Berechnungen aus den Jahren 1881-1902 lieferten ein Mittel von 8882,2 m. Auch diese Zahl wurde als noch zu niedrig angezweifelt , und die ( nicht amtlichen ) Schätzungen gingen bis über 8900 m hinaus .
Die neue offizielle Kote , die 1955 ausgegeben wurde , ist jedoch nur 8847,60 oder abgerundet 8848 m. Das ist also die Zahl , an die man sich nunmehr zu halten hat .
Für den Kangchendzönga wurde bisher nur bekannt , dass die alte Höhenzahl von 8579 m um etwa 60 ft . = 18,29 m erhöht werden müsse , womit der dritthöchste Berg der Erde auf etwa 8597 m befördert wird .
Die neue offizielle Kote ist meines Wissens noch nicht publiziert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
Denn auch beim Makalu wird die seit einem Jahrhundert gültige Höhenzahl 8470 m jetzt aufgegeben ;
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Am schlimmsten ist es beim Cho Oyu , für den schon seit einiger Zeit zwei Höhenzahlen - 2 Die Alpen - 1957 - Les Alpes 17 8153 m und 8189 m - in Konkurrenz standen .
Dhaulagiri , der « Mont Blanc » des Himalaya , der einst als höchster Berg der Erde galt , wurde bisher mit 8172 oder 8167 m angegeben . Die neue Kote ist jedoch 8222 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Neuberechnung unter Berücksichtigung aller heute bekannten physikalischen Faktoren erfordert ziemlich viel Zeit .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Wir werden uns also noch etwas gedulden müssen , bis die neuen Höhenzahlen für alle grossen Berge in Himalaya und Karakorum « endgültig » - d.h. wenigstens für ein paar Jahrzehnte - festgelegt sind .
In unserem Überblick über die wichtigeren Expeditionen der jüngsten Vergangenheit beginnen wir wieder mit dem östlichsten Achttausender :
1. Vom Kangchendzönga ist bergsteigerisch nicht viel Neues zu melden .
Die grossartige Erstersteigung wurde ja bereits in unserer « Himalaya-Chronik 1955 » behandelt ( « Die Alpen » 1956 , Nr. 4 ) .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
2. Dasselbe gilt für den fünfthöchsten Berg der Erde , den formenschönen Makalu ( 8481 m ) .
Orell Füssli 1956 ) vorliegt , bringt nach den gehaltvollen Originalberichten und gegenüber unserer vorjährigen « Himalaya-Chronik » grundsätzlich nicht viel Neues .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Die Tektonik des nepalischen Hochgebirges entschleiert sich allmählich und ist tatsächlich so grandios , wie man es - schon rein gefühlsmässig - erwarten durfte .
3. Auf der Ostseite der Makalu-Gruppe hat sich der Arim-Fluss bis etwa 1200 m eingeschnitten , eines der grossartigsten Durchbruchstäler , die es auf der Erde gibt .
Schon 1930 habe ich darüber geschrieben :
« Der eigentliche Himalaya ist trotz seiner Höhe nicht Wasserscheide ; diese wird vielmehr von weiter nördlich gelegenen , niedrigeren Höhenzügen gebildet .
Flüsse wie z.B. der Arun ( zwischen Makalu- und Kangchendzönga-Gruppe ) oder die Tista ( östlich des Kangchendzönga ) entspringen auf der Nordseite des Himalaya und haben sich in ungeheuren Schluchten südwärts durch den Gebirgswall durchgefressen . Derartige Durchbruchstäler bloss durch rückschreitende Erosion zu erklären , ist nicht möglich .
Offenbar flössen diese Ströme bereits zum Indischen Ozean , als es noch keine himmelstürmende Great Himalaya Range gab , und sie hielten mit der Gebirgsaufwölbung Schritt .
Die Hebung einer südwärts gelegenen Zone zur Hauptkette erfolgte also so allmählich , dass die Flüsse sich im gleichen Tempo einschneiden und ihren alten Lauf im wesentlichen beibehalten konnten .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sein Sherpa war Da Temba ( Himalayan Club : Sherpa-Liste Nr.212 ) .
4. Die schweizerische Grossexpedition 1956 - von der SSAF sorgfältig vorbereitet und organisiert , von Albert Eggler mustergültig geleitet und von den Berner Bergsteigern in vorbildlicher Kameradschaft durchgeführt - wurde zu einer der erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte des Himalaya .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Um nicht Allbekanntes zu wiederholen , möge es hier genügen , auf einige der wichtigsten Publikationen hinzuweisen :
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
Gipfel über den Wolken .
Hallwag . - « Berge der Welt » , Bd.XI ( 1956/57 ) , S. 161-177 .
5. Für den Winter 1956/57 ist eine australische Expedition unter der Führung von Peter C. Bryne angekündigt worden , die sich in Solo Khumbu ( wieder einmal ) auf die Yeti-Suche begeben will , d.h. auf die photographische « Schneemenschen»-Jagd ( vgl. auch 12. dieser Chronik ) .
Näheres ist bisher noch nicht bekannt geworden .
6. Über die schottische Frauenexpedition , die im Frühjahr 1955 nordöstlich von Kathmandu im Jugal Himal tätig war , wurde bereits in der letztjährigen Chronik ( « Die Alpen » 1956 , S. 81 ) kurz berichtet .
Monica Jackson and Elizabeth Stark , « Tents in the Clouds » ( London :
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
7. An dem gewaltigen Manaslu ( 8125 m ) hatten die Japaner 1952 eine Kundfahrt und 1953 einen ernsthaften Angriff gemacht , bei dem sie bis 7750 m kamen . 1954 gab es schon beim Anmarsch durch das Buri-Gandaki-Tal grosse Schwierigkeiten mit der Bevölkerung , die sich gegen diese ständige Belästigung der Gottheit zur Wehr setzte .
Die Expedition musste umkehren .
1955 hatte der Berg Ruhe , doch wurden offenbar die notwendigen diplomatischen Vorarbeiten geleistet .
1956 brachte die Entscheidung :
Unter Leitung des bergerfahrenen Yuko Maki , dem 1921 mit den Grindelwaldner Führern Fritz Amatter , Fritz Steuri und Samuel Brawand der erste Aufstieg über den Mittellegigrat des Eiger gelungen war , wurde diesmal eine neue Route versucht .
Bisher hatte man sich auf der Nordostseite des Massivs gehalten : von dem Dorfe Sama ausgehend über den Manaslu-Gletscher , Naike-Col ( 5600 m ) und Nordsattel ( 7100 m ) zum Plateaugletscher , ein nicht schwieriger , aber sehr langer Weg , der neun Lager erfordert hatte .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Vier Mitglieder der Bergsteigergruppe erreichten den Gipfel -am 9.Mai Imanishi mit dem Sherpa Gyalzen ( Himalayan Club :
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Nach den bisherigen Messungen hat der Manaslu auf den Meter genau die gleiche Höhe wie der Nanga Parbat ( 8125 m ) ; beide stehen an der 8. und 9. Stelle der Rangliste .
Die Japaner haben mit einer wirklich bewunderungswürdigen Zähigkeit um diesen Berg gekämpft Auf die genauen Berichte und Bilder von ihrer erfolgreichen Expedition 1956 darf man gespannt sein .
8. Von den noch unerstiegenen Weltbergen ist der höchste der Dhaulagiri ( nach der Neuberechnung 8222m ) , um den seit vier Jahren hart gerungen wird ;
1953 die Expedition des AACZ , 1954 die erste argentinische Expedition , die bis etwa 7950 m vordrang und nur durch einen Wettersturz um den Gipfelsieg gebracht wurde , 1955 die schweizerisch-deutsche « Vegetarische Himalaya-Expedition » und 1956 die zweite argentinische Expedition .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Wenn die Pressemeldungen stimmen , wurde nur eine Höhe von etwa 7200 m erreicht .
Für 1957 scheint eine französisch-schweizerische Expedition in Vorbereitung zu sein , und falls auch dieser der Sieg versagt bleiben sollte , möchten die Argentinier 1958 zum dritten Male antreten .
Der Dhaulagiri ist eben ein technisch schwieriger und gefährlicher Berg , doch auch ihm wird die Stunde schlagen ... vielleicht sogar bald .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
In West-Nepal arbeitet seit Herbst 1956 Dr. Toni Hagen .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Der Trisul , der zum ersten Male schon 1907 von T. G. Longstaff mit A. und H. Bracherei und Kharbir bestiegen wurde , ist ein schöner , aber unschwieriger Berg südwestlich der Nanda Devi , gilt als « billiger Siebentausender » und wurde schon mehrfach besucht 10. In der Himalaya-Chronik 1955 wurde bereits erwähnt , dass Peter Aufscknaiter und George Hampson eine Exkursion in die Ronti-Gruppe südlich der Rishi Ganga-Schlucht ( Nanda Devi-Gebiet ) gemacht hätten .
Nachträglich wird bekannt , dass dabei ( 1955 ) die Erstersteigung des Ronti ( 6064 m ) gelungen ist 11. Frauenexpeditionen scheinen Mode zu werden .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
12. In das Chandra-Tal entwässert auch das im südlichen Lahul gelegene Kulti-Gletscherbecken , wo 1955 eine Expedition der Royal Air Force Mountaineering Association unter Leitung von Captain A.J.M.Smyth arbeitete ( s. « Die Alpen » 1956 , S.85 oben ) .
Darüber ist kürzlich ein höchst interessanter Bericht von Squadron Leader L.W.Davies veröffentlicht worden ( « Alpine Journal » No . 293 , Nov .
Ich bringe daraus - in Übersetzung - ein paar Ausschnitte :
« ... wir gelangten zu drei grossen Fusstapfen an der Kante einer Schneeinsel inmitten des grossen Gletscherbaches zu unserer Rechten .
Offenbar war hier ein Tier aus dem eisigen , rasch fliessenden Wasser auf die Insel hinaufgestiegen .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Hier war das Wasser etwa 1 ½ m tief , die starke Strömung hatte den Uferrand unterhöhlt - trotzdem konnten wir keine Spur von Vorderpfoten oder Händen sehen .
Was es auch war - dieses Wesen , das hier gegangen war , muss ausserordentlich gross gewesen sein , denn es war aus dem tiefen Wasser heraus einfach auf den Rand der Insel getreten .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Jetzt änderte sich diese Haltung gänzlich . ,Zarur Sahib , yeh balu nay hai ' , rief er aus .
Gestern nachmittag hatte er mir bei meinen photographischen Arbeiten 300 Schritt talaufwärts geholfen .
Wir konnten nun feststellen , dass unsere Fusstapfen sich seitdem nur um etwa 3 mm rund herum vergrössert hatten .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden .
Obendrein hatten wir dieses Gebiet am vorhergehenden Tage etwa um 15.30 Uhr verlassen . Wir wussten , dass dieses Geschöpf seitdem , zwischen dem 11. Juni 1955 , nachmittags , und dem 12. Juni , frühmorgens , das Tal gequert hatte .
Ein sorgfältiges Studium der Fusstapfen an der Kante der Insel zeigte deutlich , dass ,Es ' aus dem Fluss heraufgestiegen war , als der Schnee hart gefroren war , also in der Nacht oder am frühen Morgen .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
Jeder Fuss hatte fünf breite Zehen , und die grosse Zehe war besonders stark ausgebildet .
Der Fuss-eindruck hatte eine Länge von gut 30 cm und eine Breite von 20 cm und war an manchen Stellen etwa 28 cm tief , wo ich selbst kaum 4 cm einsank .
Dabei wiege ich 89 kg , und ich machte meine Beobachtungen in der Mittagssonne .
Stundenlang folgten wir den Spuren , was durch die vielen Schneeinseln und Gletscherbäche sehr erschwert wurde .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Der Abstand von einer Fusstapfe zur anderen war fast doppelt so gross wie meine eigene Schrittlänge .
Schliesslich gaben wir die Jagd auf und kehrten zum Basislager zurück .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Swami Pranavananda hat kürzlich einen interessanten Artikel geschrieben ( ,The abominable Snowman ' in ,The Alpine Journal ' , Nr. 292 , May 1956 , S. 110-117 ) in der offenbaren Absicht , der ,Yeti-Legende ' den Garaus zu machen .
Leider kann er nicht den Anspruch erheben , jemals eine derartige Spur gesehen und untersucht zu haben .
Er berichtet nur aus zweiter Hand , verschiedene Tibeter hätten bezeugt , dass Spuren , die anfänglich einem Yeti zugeschrieben wurden , sich dann als Fährten eines roten ( wir würden sagen : braunen ) Bären herausgestellt hätten .
Das ist natürlich nur ein Scheinargument . Es ist doch sehr bedeutsam :
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Als Chaillu mit seiner Beschreibung dieses furchtbaren Affen nach Europa zurückkehrte , empfing ihn stürmisches Hohngelächter .
Es dauerte noch so manches Jahr , bis Europa den Gorilla als Tatsache anerkannte .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Spezialisten haben die Existenz dieser unbekannten Lebewesen lange hartnäckig bestritten .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Man könnte eine Gegenfrage stellen :
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
In den weiten , unerforschten Gebieten des Himalaya hat die Fauna reichlich Gelegenheit , zu beobachten , ohne beobachtet zu werden .
Dass die meisten Yeti-Berichte von Einheimischen stammen , liegt zweifellos daran , dass diese eben dort leben und mehr Möglichkeiten haben , einem Yeti zu begegnen , als die Handvoll Europäer , die mit bergsteigerischer Zielsetzung kommen , obendrein meist in der warmen Jahreszeit , wenn die Schneegrenze hoch liegt und wenn es viel Futter gibt .
In dieser Hinsicht ist es sehr bemerkenswert , dass die Schneegrenze 1955 in Lahul ungewöhnlich weit herunter rückte . Wir mussten ja sogar unser ursprünglich vorgesehenes Forschungsgebiet , die Wasserscheide des Shigri Glacier , aufgeben und uns mit dem ( niedrigeren ) Kulti Himal begnügen .
Wladimir Tschernezky , der vielleicht als erster den Begriff ,Yeti ' wissenschaftlich untersucht hat , Verglich dieses geheimnisvolle Lebewesen mit dem jetzt ausgestorbenen Gigantopithecus .
Es sei vielleicht eher ein affenähnlicher Mensch als ein menschenähnlicher Affe .
Die ängstliche Scheu , welche die Einheimischen , insbesondere die Sherpas , gegenüber dem Yeti empfinden , sei eine Folge seiner Raublust und seiner Intelligenz .
Tschernezky bestätigte auch , dass unsere Kulti-Spuren eine sehr grosse Ähnlichkeit mit den früheren authentischen Berichten und Photographien aufwiesen ... » Soweit L.W.Davies , der mutige Fliegeroffizier , der den « Fluch der Lächerlichkeit » nicht gescheut hat .
Zwei gute , lehrreiche Photos ergänzen noch seine gewichtigen Ausführungen .
Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht , dass mit dem Schlachtruf « Bär ! » und mit ein paar spöttischen Bemerkungen das etwas unheimliche « Schneemenschen-Problem » nicht gelöst ist .
Vgl. auch Ralph Izzard : The Abominable Snowman Adventure ( London : Hodder & Stoughton 1955 ) .
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
Hervorragend gezeichnete Panoramen , hübsche Photos , eine sehr brauchbare Kammverlauf-Karte und eine Bibliographie von 55 Nummern tragen sehr wesentlich zur Kenntnis dieses bisher etwas stiefmütterlich behandelten Gebietes bei . Die Gipfelhöhen halten sich zwischen 5800 und 6300 m. Es sind also für Himalaya-Verhältnisse ziemlich bescheidene Berge , nicht überalpin , sondern bloss alpin , jedoch landschaftlich reizvoll und zum Teil noch wenig bekannt - ein gutes Arbeitsfeld für Klein-Expeditionen , die nicht viel Zeit und Geld zur Verfügung haben .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
Darüber berichtet Trevor Braham ( « The Alpine Journal » , Nr. 293,S . 296-309 ) .
Das bergsteigerische Ergebnis bestand in zwei kleinen Sechstausendern und mehreren Passüberschreitungen .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Diesem schwer zugänglichen Massiv galt die erste Expedition des Ehepaares Visser-Hooft im Jahre 1922 .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
jedenfalls wurde aber gemeldet , dass Jayal diesen Berg für hoffnungslos erklärt habe .
Obwohl noch kein Achttausender , ist er bestimmt ein sehr harter Brocken .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
Für die meisten , die das weltberühmte Bild von Vittorio Sella aus dem Jahre 1909 anstaunten , galt er fast als Symbol , als Verkörperung des Unmöglichen .
Allerdings habe ich bereits 1939 in meinem « Baltoro » ( Basel : Benno Schwabe ) auf S.66/67 geschrieben :
« Wenn man ihn vom oberen Baltoro her betrachtet , wirkt es beinahe vermessen , an eine Besteigung auch nur zu denken . Bei näherer Prüfung , auch in der Querrichtung , zeigt sich aber meines Erachtens doch eine Chance :
auch der Südostgrat , der den .Black Tooth ' trägt , ist nicht sehr vielversprechend .
Aber der West- oder , genauer gesagt , WNW-Grat ist vielleicht möglich .
» Genau auf dieser Route , die ich einst vorgeschlagen habe , wurde der Mustagh-Turm jetzt von einer britischen Expedition unter Leitung von J.Hartog erobert , und zwar sogar von zwei Seilschaften am 6. und 7. Juli 1956 .
Die erfolgreichen Bergsteiger waren :
Hartog , J. Brown , I. McNaught-Davis und Dr. Tom Patey .
Vom letzten Lager ( 6400 m ) erreichten sie den Gipfel über den Westgrat ;
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
17. So unglaublich es klingt - nur wenige Tage später wurde der Mustagh-Turm neuerdings bezwungen , und zwar über den noch schwierigeren Südostgrat von einer französischen Expedition . Leiter war Guido Magnone , dessen Name mit der Westwand der Drus , dem Cerro Fitz Roy , dem Makalu und vielen anderen der grössten und schwersten Bergfahrten verknüpft ist .
André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot und als Arzt Dr. François Florence , als pakistanischer Verbindungsoffizier Cwpt.Ali Usman .
Am 31. Mai war man in Askole , am 2. Juni hätte es in Bardumal ( « Bagdomal » ) fast eine Katastrophe gegeben , als eine mächtige Rufe das ganze Lager zu vernichten drohte , am 5. Juni war Urdokas erreicht .
Hier wurde Magnone sich darüber klar , dass die britische Expedition - « eine der besten Bergsteiger-Mannschaften , die man auf die Beine stellen kann » - sich ebenfalls den Mustagh-Turm vorgenommen und schon einen grossen Vorsprung hatte .
Seit zwei Wochen standen die Engländer , die über Mustagh- und Chagaran-Gletscher aufgestiegen waren , im Angriff auf den Westgrat , und sie waren schon hoch am Berg .
Für die Franzosen eine heikle Situation :
Der englischen Route zu folgen , kam nicht in Frage .
Man wollte die britischen Kameraden keinesfalls stören , und überdies waren diese so weit voraus , dass sie wahrscheinlich sowieso als erste auf dem Gipfel sein würden .
Sollten sich die Franzosen nicht lieber ein anderes bergsteigerisches Ziel am oberen Baltoro suchen ?
Aber daraufwar man nicht vorbereitet , und die Träger hatten dafür auch nicht genügend Proviant .
Schliesslich war man ja diesmal dazu ausgezogen , technisch schwierige Probleme zu prüfen .
Also wurde beschlossen , sich die anderen Seiten des Turmes anzusehen , ob es vielleicht über den Nordgrat oder auf der Südseite eine mögliche Route gäbe .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
- kosteten ein paar Tage .
Erst am 12. Juni konnte das Basislager bei etwa 4500 m errichtet werden , auf dem mittleren Younghusband-Gletscher ( auch Biange-Gletscher genannt ) , wo sich der östliche und der westliche Gletscherarm vereinigen , also am Fusse des Südostgrates des « Schwarzen Zahns » ( 6719 m ) .
Die erste dreitägige Exkursion führte über den östlichen Gletscherarm zum tiefsten Punkt ( etwa 5600 m ) zwischen dem « Mount Steste » und dem Mustagh-Turm , also an den Fuss seines « Nordgrates » . Welche Enttäuschung !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Also zurück zum Basislager .
Am 17. Juni gelang es , durch den 900 m hohen Eisfall des Westgletschers , also auf der Südseite des « Black Tooth » , einen Durchstieg zu finden , und sofort wurde begonnen , 300 m Kabel durch die untere Séraczone zu spannen und eine Seilwinde auf einer Felsnase über dem Gletscher zu installieren , da ... schneite es zehn Tage lang .
Das einzige , was man inzwischen machen konnte , war ein Besuch bei der « Konkurrenz » auf der anderen Seite des Berges , um die anfängliche Verstimmung durch eine offene Aussprache zu beheben .
Das gelang , Engländer und Franzosen schieden als gute Kameraden .
Endlich klarte es auf , mit allen Kräften ging man ans Werk , auch die Hunza-Träger taten ihr Bestes , und Ende Juni stand Lager 1 ( 5100 m ) , am 2. Juli Lager 2 ( 5400 m ) .
Lager 3 ( 6000 m ) musste auf dem Felssporn erstellt werden , der vom « Black Tooth » herabzieht .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Das Allerschlimmste aber war die « Grande Barrière » oberhalb Lager 3 , eine senkrechte Felsstufe , der eine 200 m dicke Eisschicht auflag , und diese Wand sperrte den Zugang zum Berg in ganzer Breite .
Das kostete wieder mehrtägige harte Arbeit und 300 m fixe Seile . Erst am Morgen des 6. Juli war es so weit :
sie standen oberhalb der Eiswand auf einem kleinen Hängegletscher .
Dr. Florence , der bergtüchtige Expeditionsarzt , und die beiden besten Hunzas , Aminula und Gerikhan , die bis hier herauf mitgekommen waren und wacker geschleppt hatten , kehrten um , und zurück blieben nur die vier Bergsteiger der Gipfelmannschaft . In brütender Hitze stampften sie mit langsamen Bewegungen den tiefen Schnee fest , den Platz für Lager 4 ( 6300 m ) .
Über ihnen erhob sich der Turm noch rund tausend Meter hoch in einer Steilheit , die auch den grössten Optimisten bedenklich stimmen konnte .
Am 7. Juli entdeckte Robert Paragot plötzlich zwei dunkle Pünktchen , die sich dort oben gegen den Himmel abzeichneten :
die britische Expedition betrat den Gipfel .
Doch die Franzosen hatten ja damit gerechnet und liessen sich dadurch gar nicht anfechten .
Vorwärts !
Die Kante des Südostgrates zu erreichen , war ungewöhnlich schwierig .
Die ersten beiden Seillängen über dem Bergschrund - noch am 7. Juli - hatten Stunden gekostet , 250 Höhenmeter erforderten zwei Tage .
Sechs Stunden Steigeisenarbeit an der Grenze des Gleichgewichts , verglaste steile Platten , die nur mit Hakentechnik zu bewältigen waren , endlich konnten sie in einer Scharte auf den Grat aussteigen .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Auf dem Grat folgte eine tiefe Scharte der anderen , es ging so langsam vorwärts , dass sie um 16 Uhr erst hundert Meter in der Hori- zontale geschafft hatten , nun fing es auch noch an zu schneien , also ... zurück nach Lager 4 !
Alles , was ihnen noch von Seilen geblieben war , wurde beim Abstieg in der Wand fixiert . Zwei Tage mussten sie nun im Zelt abwarten .
Erst am Abend des 10. Juli klarte es auf , und am 11. Juli , morgens , traten sie zum Angriff an .
Links steile , vereiste Platten , rechts fauler Schnee und Wächten über dem Younghusband-Gletscher . Um 16 Uhr standen sie am Fusse des dritten und letzten grossen Turmes , und hinter ihm erschien - scheinbar zum Greifen nahe - der Gipfel , aber in Wahrheit hatten sie die 6900-m-Linie noch nicht überschritten .
Es wurde Zeit , einen Biwakplatz herzurichten , zwei schmale Bänder , die Hakensicherung erforderten .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
Aber hinter dem grossen Turm wird der Schnee grundlos , keiner von der ganzen Seilschaft hat sicheren Stand , die Spur wird zu einem tiefen Graben , der Mann an der Spitze wühlt sich 30 , höchstens 40 Schritte aufwärts und tritt dann wortlos zur Seite , um dem nächsten Platz zu machen .
Endlich , um 13 Uhr ... der Gipfel , so scharf , dass man darauf kaum stehen kann , und nach ein paar Augenblicken wird der Abstieg angetreten , denn seit einer halben Stunde schneit es bereits !
Es geht hinunter , im Wettlauf mit der Nacht , doch umsonst :
Als sie in der Scharte sind , ist es schon vollständig dunkel .
Sie seilen sich 50 m ab und gelangen zu den fixen Seilen .
Tastend , unter dichten Schneeböen arbeiten sie sich abwärts .
Nun sind sie unter dem Bergschrund , wo Florence sie tief bewegt erwartet .
Endlich . .
La Tour de Mustagh . « La Montagne » , oct. 1956 , p.261-270 .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Hätte ich auf der I.H.E. 1934 gute Hochträger gehabt ;
dann hätte ich es ernsthaft versucht . » Das nahm sich die « Österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien zu Herzen und bereitete für 1956 eine Baltoro-Expedition mit diesem Hauptziel vor .
Die Mannschaft setzte sich aus sechs Bergsteigern und zwei Wissenschaftlern zusammen :
Fritz Morawec als Leiter , Sepp Lerch , Hans Ratay ( Photograph ) , Richard Reinagl , Heinrich Roiss und Hans Willenpart , Dr. Georg Weiler als Arzt , Dr. Erich Traugott Gattinger als Geologe .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
Die Aufnahme in Pakistan war sehr freundlich , doch trotz aller Hilfsbereitschaft der Behörden mussten die Österreicher in Rawalpindi neun Tage warten , bis das Wetter ihren Flug mit dem ge^ samten Gepäck nach Skardu gestattete ; denn dieser landschaftlich einzigartige Flug dicht am Nanga Parbat vorbei und durch das enge Industal gilt als eine der gefährlichsten Luftrouten überhaupt und kann nur bei tadelloser Sicht gewagt werden .
So wurde Skardu , die Hauptstadt von Baltistan , erst am 27. April erreicht .
Auf Verlangen des Verbindungsoffiziers Captain Quain Ali Shah wurden die zu schweren Traglasten auf je 27 kg umgepackt .
Die Trägerlöhne sind auch in Pakistan stark erhöht worden :
Im besiedelten Gebiet bekommt ein « Talträger » 3 Rupies ( Fr. 2.70 ) pro Tag und muss sich davon selbst beköstigen .
Oberhalb Askole ( 3050 m ) steigt der Tagessatz auf 4 Rupies ( Fr. 3.60 ) , und die Verpflegung geht zu Lasten der Expedition .
Die Österreicher brauchten von Skardu bis Askole 168 Kulis , von dort an wegen des zusätzlichen Proviants 263 Mann .
In Paiju , der letzten Oase vor dem Baltoro-Gletscher , verlangten die Träger die ihnen laut Reglement zustehenden Schuhe .
Man hatte 250 Paar mitgebracht , aber leider die normale , d. h. zu schmale europäische Form .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Das wird leider immer wieder vergessen , was zu grossen Unannehmlichkeiten führt .
Das Oberleder ( die Steifkappe ) musste aufgeschlitzt werden , damit die armen Kerle ihre gutgeformten ( nicht durch europäisches Schuhwerk deformierten ! ) breiten Füsse überhaupt hineinzwängen konnten .
Natürlich gab es nun zahlreiche Fusskranke , und der Expeditionsarzt hatte stundenlang Wundstellen , Blut- und Wasserblasen zu verbinden .
In Urdokas ( 4057 m ) gab es den üblichen Streik , von dem wohl noch keine Baltoro-Expedition verschont geblieben ist , aber durch das energische Eingreifen des Verbindungsoffiziers kam die Sache bald wieder in Ordnung .
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Das Gros rückte in drei Tagemärschen bis auf den berühmten Concordia-Platz vor , geriet dort aber in einen Schneesturm .
Nun waren die meisten « Talträger » nicht mehr zu halten und kehrten in ihre Heimatdörfer zurück .
Nur 68 Mann erklärten sich nach langen Verhandlungen bereit , wenigstens das Gepäck vom Depot Urdokas nach Concordia zu schaffen .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Für die Österreicher war es nur ein Zwischenlager , weil sie ihr Standlager ja beim Einfluss des « Südlichen Gasherbrum-Gletschers » in den « Abruzzi-Gletscher » errichten mussten , etwa dort , wo 1934 das Lager 5a ( 5250 m ) der I.H.E , auf der Moräne gestanden hatte . Am 25. Mai trafen die ersten Bergsteiger und Träger dort ein .
Nach einer zehntägigen Akklimatisierungsperiode wurde ein Weg durch den sehr zerrissenen « Südlichen Gasherbrum-Gletscher »zum Fusse des Gasherbrum II erkundet . Aus dem oberen Gletscherbecken ziehen zwei Gratrippen durch den Steilwandgürtel zur grossen Firnterrasse des Gasherbrum II hinauf .
Ich hatte den rechts gelegenen grossenteils felsigen Südostsporn empfohlen , weil er ganz lawinensicher ist .
Es sei hier bloss an die Lawinenkatastrophe 1937 am Nanga Parbat erinnert , die 16 Opfer gefordert hatte .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Wenn man sich nicht geschlagen geben wollte , musste man das ganze Programm umstellen und das Risiko eines Blitzangriffes auf sich nehmen :
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 3. Juli kamen Larch und Reinagl nach Lager II und legten am 4. Juli eine Spur über Eiswülste bis zu einer Gratschulter , dem Platz für Lager III ( 7150 m ) . Dieser Aufstieg war für die vier Hochträger , die am 6. Juli hier eingesetzt wurden , eine harte Arbeit , aber die Balti-Tiger hielten sich sehr tapfer und beförderten - von ihren Sahibs gut gesichert - ihre schweren Lasten bis auf die Gratschulter .
Allerdings waren sie dann stark abgekämpft .
Um auch hier die Träger verwenden zu können , hätte der Hang in vieltägiger Arbeit sorgfältig hergerichtet werden müssen , und dafür reichte die Zeit keinesfalls aus .
Also mussten die Bergsteiger von hier ab ihre Lasten selbst tragen , was bedeutete , auf das ursprünglich vorgesehene Lager IV zu verzichten und von einem Hochbiwak aus den Gipfelsturm zu wagen .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Die Neuschneedecke auf Eis machte jede Sicherung illusorisch ; darum gingen sie seilfrei , um sich nicht gegenseitig zu gefährden .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Jeder kroch in seinen leichten Dralon-Schlafsack ;
ausserdem hatten sie noch einen gemeinsamen Biwaksack .
Es wurde eine grimmig kalte Nacht , so dass es zu leichten Erfrierungen kam , Larch an den Zehen , Moravec an den Daumen .
Endlich wurde es hell .
Heisse Milch und etwas Weizenkeimbrot mussten als Verpflegung für den ganzen Tag ausreichen .
Eine ansteigende Querung unter der Südostwand des Gasherbrum II machte viel Mühe .
Erst kurz vor 9 Uhr gelangten sie zu einer kleinen Scharte ( etwa 7700 m ) im Ostgrat .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Noch 335 Höhenmeter bis zum Gipfel .
In der sehr steilen Firnwand war der Schnee von den Strahlen der Morgensonne bereits aufgeweicht , das Spuren eine furchtbare Strapaze .
Alle paar Schritte mussten sie rasten und nach Luft ringen .
Nur mit äusserstem Willenseinsatz kämpften sie sich aufwärts , Meter um Meter . Das letzte Hindernis war eine Felsstufe und - am 7. Juli um 13.30 Uhr betraten sie den Gipfel des Gasherbrum II ( 8035 m ) , ein kleines Firnplateau , das von zwei kaum mannshohen Felszacken gekrönt ist .
Erschöpft sanken sie in den Schnee .
Erst nach einiger Zeit waren sie imstande , die unerlässlichen « Kulthandlungen » auszuführen :
Eispickel mit dem österreichischen und dem pakistanischen Wimpel , Bau eines Steinmanns , Ersteigungsdaten in einer leeren Filmdose , Muttergottes-Medaillon usw. Es war so warm , dass sie sogar die Anoraks ausziehen konnten und eine Stunde auf dem Gipfel blieben .
Das Wetter war strahlend schön , die Aussicht klar bis in die weitesten Fernen .
Der Abstieg verlief glatt , und obwohl es abends wieder zu schneien begann , waren sie um 19.30 Uhr in Lager III ( 7150 m ) . Am nächsten Tage , in Lager II , wurden sie von den Hochträgern begeistert begrüsst und stürmisch gefeiert .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Dieser bewunderungswürdige Erfolg tröstet die « österreichische Himalaya-Gesellschaft » in Wien hoffentlich über eine etwas bittere Enttäuschung hinweg : Zwölf Tage nach der Bezwingung des Gasherbrum n , also am 19. Juli 1956 , machten drei Teilnehmer der « österreichischen Himalaya-Karakorum-Expedition 1956 » - Hans Ratay , Heinrich Roiss und Dr. Georg Weiler - die zweite Ersteigung des Sia-Kangri-Westgipfels ( ca.7315 m ) .
Die Erstersteigung war am 3. August 1934 vier Mitgliedern der « Internationalen Himalaya-Expedition 1934 » gelungen - Hans Erti , Albert Höcht , Frau Hettie Dyhrenfurth und G.O.Dyhrenfurth .
Ich würde unseren Nachfolgern - nach 22 Jahren - gern herzlich zu ihrem Erfolg gratulieren , aber ... sie haben leider geglaubt , die Erstersteigung eines noch ganz unbekannten und 7729 m hohen Berges gemacht zu haben , sie haben diesen Gipfel « Austria-Peak » getauft und in der « österreichischen Touristenzeitung » vom Januar 1957 auch sonst allerlei Irrtümer publiziert , deren sachliche Berichtigung unvermeidlich ist :
( 1 ) Wie ist die merkwürdig genau klingende Höhenzahl 7729 m zustande gekommen ?
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Die « I.H.E. 1934 » hat sicherheitshalber alle vier Gipfel erstiegen .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
( 3 ) Ein seit Jahrzehnten bekannter , bestiegener und von der « Karakoram Conference » offiziell Sia Kangri benannter Berg darf natürlich nicht plötzlich ohne jeden Grund umgetauft werden .
Der Name « Austria-Peak » ist also schleunigst wieder einzuziehen - auch wenn Staatspräsident Iskander Mirza auf Grund ganz irriger Voraussetzungen diese Taufe genehmigt hat ( 4 ) Der breite Sattel zwischen Baltoro Kangri ( früher « Golden Throne » , 7312 m ) und Sia Kangri ist der seit einem halben Jahrhundert wohlbekannte Conway Saddle ( 6300 m ) , der von der italienischen Karakorum-Expedition ( Herzog von Spoleto , Prof. Desio ) 1929 wiederholt besucht und vermessen worden ist Die « I.H.E. 1934 » hatte im Conway-Sattel sogar wochenlang ihr oberes Standlager , und sie hat ja von dort aus alle Gipfel des Sia Kangri und den Südostgipfel des Baltoro Kangri erstiegen .
Die Neutaufe « Vierma-Sattel » ist natürlich völlig indiskutabel ! Übrigens liegt der Conway-Sattel nicht zwischen Baltoro und Siachen , sondern zwischen Baltoro und Kondus-Gletscher .
Das ist der Eisstrom , auf den man von der Passhöhe hinunterblickt . Der Siachen-Gletscher liegt weiter östlich , wie jede Karakorum-Karte zeigt .
Neu ist nur , dass die Österreicher nicht die von der « I.H.E. 1934 » wiederholt begangene und relativ sichere « Mittelrippe » benützt haben , sondern anscheinend links von unserer Route durch die steile Flanke und über mehrere Eiswülste aufgestiegen sind , also eine neue , gefährliche Variante auf den Sia-Kangri-Westgipfel gemacht haben .
Bei aller Anerkennung dieser technischen Leistung bleibt die vollständige Unkenntnis der einschlägigen Literatur erstaunlich .
Literatur :
G.O.Dyhrenfurth :
Benno Schwabe 1935 ) .
- G.O.Dyhrenfurth :
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
1956 versuchte es eine englisch-amerikanische Vier-Mann-Expedition unter Leitung von Capt .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Erst 1947 wandten sich E.E.Shipton und H.W.Tilman diesem Berge zu und gelangten auf die Gipfel-Kalotte , aber nicht bis auf den - horizontal noch ziemlich weit entfernten -höchsten Punkt .
Das wurde am 26. Juli 1956 von einer grossen chinesisch-sowjetischen Expedition unter Führung von M.Beletzky nachgeholt Es waren fünf Lager errichtet worden , das oberste bei etwa 7200 m.
21. Nördlich des Mustagh Ata , ebenfalls am Ostrande des Pamir-Plateaus , liegt der Kongur Debe ( 7681 m ) , weit und breit der höchste Berg , ein imposantes , stark vergletschertes Massiv von Himalaya-Charakter , augenscheinlich sehr viel schwerer als sein gutmütiger Nachbar .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden .
22. Nachdem wir den Bereich des Himalaya und Karakorum sowieso schon verlassen haben , werfen wir noch einen Blick auf die höchsten Berge in der Sowjetunion :
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Khan Tengri ( = « Fürst der Geister » ) , 6995 m , nach der Neuvermessung also kein Siebentausender mehr , im Tien-Schan ( = « Himmelsgebirge » ) .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Erstersteigung 1933 durch B.M . Abalakow , seitdem wiederholt besucht .
Pik Korzhenewskaya , 7105 m , im Alai-Pamir , 15 km vom Pik Stalin entfernt , schwer zugänglich , erst 1953 bestiegen .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
die bisherigen Angriffsversuche haben nur bis zu einer Höhe von etwa 7000 m geführt .
Mountaineeringintheü.S.S.R.«The Alpine Journal » , N° 293 ( Nov .
1956 ) , p.310-329 .
Überblicken wir noch einmal den derzeitigen « Achttausender-Status » .
Bisher wurden erstiegen :
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m , Expeditionsleiter M.Herzog , Gipfelmannschaft M. Herzog und L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
5. Cho Oyu , 8189 m ( ? ) , Leiter H.Tichy , Gipfelmannschaft H.Tichy , S. Jöchler und Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m , Leiter J. Franco , Gipfelmannschaften L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G. Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux-A . Vialatte .
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
Luchsinger , ferner Mount Everest , Gipfelmannschaften J. Marmet-E . Schmied , H.von Gunten-A . Reist .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
Shisha Pangma steht hinter dem « Eisernen Vorhang » und dürfte also noch einige Zeit unberührt bleiben , aber auf die anderen drei hat schon längst ein gewaltiger Ansturm im politischen Bereich eingesetzt - es geht um die Bewilligung für 1957 , schlimmstenfalls für 1958 .
Ich wünsche von Herzen , dass dieser « Ausverkauf der Achttausender » baldigst abgeschlossen sein möge , damit nationaler und persönlicher Ehrgeiz allmählich abklingen , zum Wohle echten Bergsteigertums und ruhiger wissenschaftlicher Arbeit !
« Ein garstig Lied ! Pfui !
Ein politisch Lied ! » Die neuen Vorschriften der Regierung Nepals für ausländische Expeditionen - frisch aus Kathmandu gekommen und genau übersetzt - besagen :
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
Ausserdem ist er voll zu verpflegen und mit Schlafsäcken und allen anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen während der Expeditionsdauer zu versehen .
3. Die Expedition hat alle Reisekosten des Verbindungsoffiziers von und nach Kathmandu zu tragen .
4. Die Expedition hat ihre Tätigkeit ausschliesslich auf den Berg oder die Gegend zu beschränken , für die sie die Genehmigung von der Regierung von Nepal erhalten hat .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
6. Nach ihrer Rückkehr hat die Expedition der Regierung von Nepal einen genauen Expeditionsbericht vorzulegen .
7. Die Expedition hat im voraus einen genauen Plan zu unterbreiten , welche Route innerhalb von Nepal begangen werden soll .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
8. Die Mitnahme von Sendegeräten , Waffen , Munition und anderen Explosivstoffen ist verboten , es sei denn , dass die Regierung von Nepal für einen besonderen Zweck eine Spezial-Lizenz erteilt .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
10. Bei einem Unfall hat die Expedition dem Verletzten oder der Familie des Verstorbenen Schadenersatz zu leisten , je nachdem wie die Verhältnisse liegen .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
Kopien aller photographischen Aufnahmen der Expedition sind der Regierung zu unterbreiten , bevor irgend etwas publiziert werden darf .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Nur persönliche Berichte sind frei . Alles ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es irgendwo publiziert werden darf .
14. Alle Gesuche , im nepalischen Himalaya eine Expedition machen zu dürfen , sind von der Regierung des Antragstellers zu bestätigen und der Regierung von Nepal zur Prüfung vorzulegen .
Diese neuen Bestimmungen sind bereits in Kraft getreten .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese « verbotene Zone » würde fast das gesamte nepalische Hochgebirge umfassen und damit praktisch jede von Nepal ausgehende Himalaya-Expedition sinnlos machen .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .
Immerhin sind auch die vorstehenden neuen Bedingungen , die schon mehrfach beglaubigt wurden , sehr einschneidend .
Insbesondere § 11 und § 13 dürften sich als ein schwerer Hemmschuh erweisen .
Soll der verantwortliche Expeditionsleiter vielleicht Tausende von photographischen Aufnahmen ( schwarzweiss und farbig ) und zahlreiche Filmrollen ( Bild und Ton ) in Kathmandu entwickeln , kopieren und von den Behörden zensurieren lassen , bis seine Ausreise aus Nepal gnädigst gestattet wird ?
Es ist nicht jedermanns Sache , einen tatsächlich unerfüllbaren Knebelvertrag zu unterschreiben .
« Allzu straff gespannt , zerspringt der Bogen . » Nach der Erstersteigung des Dhaulagiri , des letzten nepalischen Achttausenders , wird der Karakorum-Himalaya stark in den Vordergrund rücken , und die pakistanische Regierung - von rotchinesischen und auch von indischen Wünschen nicht abhängig - hat so mancher Expedition in den letzten Jahren Verständnis und Hilfsbereitschaft gezeigt .

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Chronique himalayenne 1956
AVEC NOTES COMPLÉMENTAIRES SUR LES ANNÉES PRÉCÉDENTES PAR G. O. DYHRENFURTH
Avec 3 illustrations
II nous est parvenu récemment un flot de cotes d' altitude des grands sommets himalayens , ce qui a amené de regrettables confusions .
Comment expliquer une pareille incertitude au sujet de sommités très célèbres , connues et mesurées depuis un siècle ?
Il y a en premier lieu trois sources d' erreurs , dont les estimations sont aujourd' hui différentes de ce qu' elles étaient auparavant :
b ) la déviation des forces d' attraction ( pesanteur ) due au voisinage de la masse de l' Himalaya ; c ) les réductions au géoïde .
On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Pour le Chomo Lungma ( Mont Everest ) , les six mesures effectuées en 1849 et 1850 donnaient une moyenne de 8839,8 m. La moyenne des six mensurations faites de 1881 à 1902 était de 8882,2 m , mais ce chiffre fut encore considéré trop bas ;
des estimations ( non officielles ) le portaient jusqu' au de 8900 m. La nouvelle cote officielle publiée en 1955 ramène la hauteur de l' Everest à 8847,6 m , soit 8848 m en chiffres ronds .
Il conviendra désormais de s' en tenir à ce chiffre . Quant au Kanchenjunga , on savait que l' ancienne cote de 8579 devait être relevée de 60 pieds ( 19,29 m ) , ce qui donnait environ 8597 m au troisième sommet du globe .
A ma connaissance , la nouvelle cote officielle n' a pas encore été publiée .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Car la cote de ce dernier , 8470 , admise pendant un siècle , doit être abandonnée .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
L' écart est encore plus grand pour le Cho Oyu auquel , depuis quelque temps déjà , on attribue deux altitudes concurrentes , 8153 et 8189 m. Il semble qu' il n' y ait pas eu de nouvelle mensuration à ce jour .
Le Dhaulagiri , le Mont Blanc de l' Himalaya , qui passait jadis pour être le plus haut sommet du globe , était coté jusqu' ici 8172 ou 8167 m. La nouvelle cote lui donne 8222 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
Les nouveaux calculs , en tenant compte de tous les facteurs géophysiques connus actuellement , exigent passablement de temps .
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Il faut donc patienter encore avant de pouvoir enregistrer définitivement - c' est pour quelques décennies - les nouvelles altitudes des grands sommets de l' Himalaya et du Karakorum .
Cette fois encore , nous commencerons à l' est notre revue des principales récentes expéditions à l' Himalaya .
1. Kangchenjunga .
Au point de vue alpinistique , il n' y a pas grand' chose à ajouter à ce que nous avons dit dans notre chronique himalayenne 1955 ( voir Les Alpes , avril 1956 ) de la magnifique « première » du Kantch .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
2. Il en est de même pour le Makalu , à la silhouette élégante , la cinquième , par rang de hauteur , des montagnes du globe .
Le beau livre de Jean Franco {Makalu , Arthaud ) n' ajoute guère à la relation originale et à notre chronique de l' an dernier .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
La tectonique des hautes chaînes népalaises nous est peu à peu dévoilée et s' avère aussi grandiose que nos anticipations le prévoyaient .
3. A l' est du massif du Makalu , le fleuve Arun s' est creusé jusqu' à 1200 m audessus du niveau de la mer , une cluse , un des plus formidables canons taillés dans l' écorce terrestre .
En 1930 déjà , j' écrivais à ce sujet :
« Malgré son altitude , l' Himalaya , à proprement parler , n' est pas la ligne de partage des eaux ;
Des fleuves comme l' Arun , entre les massifs du Makalu et du Kantch , ou la Tista , à l' est de ce dernier , ont leur source sur le versant nord de l' Himalaya , et se sont frayé un passage vers le sud par des gorges fantastiques entaillées dans la barrière des montagnes .
Incontestablement , ces cours d' eau se déversaient déjà dans l' Océan indien avant que l' Himalaya ne dresse ses cimes vers le ciel ; le travail d' érosion a progressé 2 Les Alpes - 1957 - Die Alpen 17 synchroniquement avec la tectonique .
Le soulèvement de la haute chaîne s' est produit graduellement , ce qui a permis aux fleuves , dans le même temps , de creuser leur lit à travers la masse et de conserver , grosso modo , leur ancien parcours .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Il était accompagné du sherpa Da Temba ( n° 212 de la liste de l' Himalayan Club ) .
4. La grande expédition suisse de 1956 , organisée et préparée avec soin par la Fondation suisse pour explorations alpines , dirigée magistralement par Albert Eggler , et dans laquelle les alpinistes bernois firent preuve d' un esprit de camaraderie exemplaire , fut couronnée d' un succès que l' on peut qualifier d' exceptionnel .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
Pour ne pas répéter ce qui est connu de chacun , il suffira ici de mentionner les publications les plus importantes sur cette expédition :
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
c ) Albert Eggler , Gipfel über den Wolken .
Hallwag , Bern . - Berge der Welt , Bd. XI , 1956/57 .
5. Une expédition australienne dirigée par Peter C.Bryne est annoncée pour l' hiver 1956/57 . Elle se rendra à Solo Khumbu afin d' y poursuivre les recherches sur le « Yèti » , c' est qu' elle se livrera à la chasse à l' homme des neiges ( cf. le n° 12 de la présente chronique ) .
C' est tout ce que l' on sait pour le moment .
6. La chronique himalayenne de l' an dernier ( voir Les Alpes 1956 , p. 80 ) , a déjà brièvement parlé de l' expédition féminine écossaise qui a opéré au printemps 1955 dans la région du Jugal Himal , au NE de Kathmandu .
Entre temps a paru le livre de Mrs. Monica Jackson et Elizabeth Stark , Tents in the Clouds ( Collins , London ) , écrit allègrement et joliment illustré .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
7. Dès 1952 , les Japonais avaient fait une reconnaissance au puissant Manaslu , 8125 m. La première attaque , en 1953 , les amena jusqu' à 7750 m. Ils revinrent à la charge en 1954 , mais déjà pendant la marche d' approche par la vallée de Buri Gandaki , ils furent en butte à l' hostilité des habitants , qui voyaient dans l' entreprise une insulte à la divinité .
L' expédition dut faire demi-tour .
La montagne fut laissée en repos en 1955 , tandis que se poursuivait l' inévitable préparation diplomatique à son sujet .
L' année 1956 apporta la décision .
Sous la direction de Yuko Maki , l' alpiniste chevronné qui a accompli en 1921 , avec les guides Fritz Amatter , Fritz Steuri et Samuel Brawand , de Grindelwald , la première ascension de l' arête du Mittellegi à l' Eiger , les Japonais essayèrent une nouvelle route .
Jusqu' alors , toutes les tentatives s' étaient faites sur le flanc NE , à partir du village de Sama , par le glacier de Manaslu , le col Naiké , 5600 m , la selle N , 7100 m , et le plateau glaciaire supérieur , itinéraire qui ne présente pas de difficultés majeures , mais ex- trêmement long et nécessitant l' installation de neuf camps .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
Le sommet fut atteint tout d' abord le 9 mai par Imanishi et le sherpa Gyalzen ( n° 57 du rôle des sherpas de l' H .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
D' après les dernières mensurations , le Manaslu a exactement la même altitude que le Nanga Parbat , soit 8125 m. Ces deux cimes occupent les 8e et 9e rangs dans la liste des montagnes du globe .
Les Japonais ont fait preuve dans cette conquête d' une ténacité vraiment admirable . On attend avec impatience le récit complet et les photos de leur expédition victorieuse de 1956 .
8. Le Dhaulagiri , 8222 m , est la plus élevée des montagnes du monde encore vierges ; depuis quatre ans il résiste aux plus durs assauts :
expédition suisse de l' AACZ en 1953 ; en 1954 , première expédition argentine , qui parvint à 7950 m , et que le mauvais temps seul priva de la victoire . En 1955 s' intercale une expédition germano-suisse dite « expédition végétarienne » à l' Hima .
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Si les informations données par la presse sont exactes , on n' aurait pas dépassé 7200 m.
On dit qu' une expédition franco-suisse est en gestation pour 1957 . En cas d' échec de celle-ci , les Argentins pourraient revenir à la charge pour la troisième fois .
Le Dhaulagiri est une montagne difficile et dangereuse ; toutefois son heure viendra aussi , peut-être même bientôt .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
Toni Hagen est au travail depuis l' automne 1956 dans le Népal occidental .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
Elle passe pour être le plus facile des « 7000 » et a été gravie plusieurs fois . 10. La chronique himalayenne de 1955 a déjà mentionné que Peter Aufschnaiter et George Hampson ont fait une excursion dans le massif du Ronti , au sud de la gorge de la Rishi Ganga ( région de la Nanda Devi ) .
On a appris par la suite qu' ils ont fait la première ascension du Ronti , 6064 m. 11. Les expéditions féminines semblent venir à la mode .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
12. Dans cette même vallée de Chandra débouche aussi le glacier de Kulti , au sud du Lahul , où la Royal Air Force Mountaineering Association a fait en 1955 une expédition sous la direction du capt . A. J.M.Smyth ( voir Les Alpes , 1956 , p. 83 ) .
U Alpine Journal ( n° 293 , novembre 1956 ) a publié récemment une très intéressante relation de cette campagne par le chef d' escadrille L. W.Davies .
J' en traduis ici quelques passages :
... « Un peu plus haut dans la vallée nous rencontrâmes trois larges empreintes de pas sur la lisière d' un des îlots de neige séparant les bras du torrent glaciaire à notre droite .
C' était indubitablement la trace d' un animal qui était sorti du courant rapide et glacial pour prendre pied sur l' îlot .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
L' eau , à cet endroit , était profonde de 1,50 m , le courant avait miné la berge , et cependant nous ne pûmes découvrir aucune empreinte de mains ou de pattes antérieures .
Quelle que soit la créature qui avait passé là , elle devait être d' une taille extraordinaire pour avoir pu sortir de l' eau profonde en posant le pied directement sur la lisière de l' îlot .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
« Zarur sahib , s' exclama , y eh bah nay hai » ( ce n' est certainement pas un ours ) .
La veille , il m' avait accompagné , portant mes caméras , 300 m en amont .
Nous pûmes constater que nos propres empreintes ne s' étaient élargies que d' Vs de pouce ( 3 millimètres ) sur leur pourtour .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
Au surplus , étant donné que nous avions quitté ces lieux , la veille , vers 15 h. 30 , nous savions que la créature avait traversé la vallée entre ce moment-là ( 11 juin ) et le début de la matinée du 12 juin .
L' examen attentif des empreintes indiquait qu' elle était sortie de l' eau alors que la neige était durcie par le gel , c' est durant la nuit ou très tôt le matin .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
Celles-ci mesuraient en moyenne 12 pouces ( 305 mm ) de longueur sur 8 ( 203 mm ) de large .
En certains endroits , elles étaient profondes de 28 centimètres , là où moi-même , avec mes 89 kg , n' enfonçais que de 4 cm à peine dans la neige ramollie par le soleil de midi .
Des empreintes si profondes dans la neige durcie dénotent un poids très lourd .
« Pendant des heures , nous suivîmes ces traces qui se prolongeaient sur près d' un kilomètre , fort embarrassés par les îlots de neige et les bras de la rivière .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nulle part elle n' avait marché à quatre pattes ; la longueur de ses pas était presque le double des miens .
Finalement nous abandonnâmes cette chasse et revînmes au camp .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
« Swami Pranavananda a récemment publié un intéressant article ( voir Les Alpes , octobre 1955 ) dans le but évident de mettre fin à la légende de F,homme des neiges ' .
Malheureusement , il ne peut prétendre avoir jamais lui-même rencontré et observé ses traces . Son information n' est que de seconde main .
Des Tibétains lui ont assuré que des empreintes attribuées d' abord au ,yéti ' étaient en réalité celles d' un ours rouge ( nous dirions plutôt brun ) . Ce n' est là , il va sans dire , qu' un témoignage fallacieux .
« Ce qui est très significatif , c' est que chaque fois qu' on a annoncé la découverte d' une nouvelle espèce animale , il y a toujours eu des savants spécialistes pour affirmer qu' une telle créature ne pouvait exister .
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Lorsque Chaillu , à son retour en Europe , donna la description de ce redoutable singe , elle fut accueillie par des tempêtes de rires .
Il fallut encore plusieurs années pour que l' Europe admette l' existence du gorille .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
Les savants ont longtemps et obstinément nié l' existence de ces animaux .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
On pourrait leur répondre par une contre-question :
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
Dans les vastes solitudes inexplorées de l' Hima , les animaux ont toute possibilité d' observer sans être vus .
Le fait que la plupart des renseignements sur le ,yéti ' proviennent des indigènes est dû incontestablement à ceci : que justement ces gens habitent le pays , et ont plus d' occasions de voir un ,yéti ' que la poignée d' Européens qui y viennent pour gravir des sommets , et encore généralement dans la saison chaude , lorsque la limite des neiges est haute et que la nourriture est abondante .
A ce propos , il est intéressant de noter qu' en 1955 la limite des neiges était exceptionnellement basse , à tel point que nous avons dû abandonner le district que nous avions l' intention d' explorer , la chaîne du Shigri qui marque la ligne de partage des eaux , et nous rabattre sur le Kulti Himal .
« Wladimir Tschernezky , qui fut peut-être le premier à faire une étude scientifique du concept ,yéti ' , a comparé cette mystérieuse créature au Gigantopithecus actuellement disparu .
Selon lui , ce pourrait bien être un homme-singe plutôt qu' un singe-homme .
Il pense que la terreur que le ,yéti ' inspire aux indigènes , particulièrement aux sherpas , est due à ses instincts pillards et à son intelligence , qui ne le cède qu' à celle de l' homme .
Tschernezky nous a confirmé que les empreintes que nous avons rencontrées présentent une très grande analogie avec les documents et photographies authentiques que nous possédons déjà ... » Tel est le témoignage de L. W. Davies , courageux officier d' aviation qui ne craint pas d' affronter le ridicule .
Deux bonnes photos , très significatives , illustrent son exposé .
Personnellement , j' ai toujours pensé que la question de l' homme des neiges ne sera pas résolue par le cri de guerre « A l' ours ! » , ou par quelques remarques ironiques .
( Cf. également Ralph Izzard , The Abominable Snowman Adventure , London , Hodder and Stoughton 1955 .
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
De belles photos , des panoramas remarquablement dessinés , un croquis très précis de l' ossature du massif , avec une bibliographie de 55 numéros , contribuent grandement à la connaissance de cette région fort négligée jusqu' ici , dont les sommets cotent de 5800 à 6200 m. A l' échelle de l' Himalaya , ce sont donc des montagnes relativement modestes , de caractère simplement alpin et non super-alpin , néanmoins très pittoresques et attrayantes , la plupart encore peu connues , qui peuvent offrir un beau champ d' activité à de petites expéditions disposant de peu de temps et de moyens .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
L' expédition de l' Université de Cambridge y fut en 1955 ( voir Alpine Journal , n° 293 , p. 296-309 ) .
Elle a enregistré l' ascension de deux modestes « 6000 » et de nombreuses traversées de cols .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Ce massif d' approche difficile fut l' objectif de la première expédition du couple Visser-Hooft en 1922 .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
On manque encore de détails sur cette campagne , cependant on a annoncé que Jayal aurait déclaré cette sommité inaccessible .
Bien que n' atteignant pas les 8000 , c' est certainement un dur morceau .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Pour tous ceux qui ont contemplé avec un sentiment d' admiration et de stupeur la célèbre photo rapportée par Vittorio Sella en 1909 , cette cime était comme le symbole de l' inaccessible .
Pourtant , dès 1939 , j' avais écrit dans mon ouvrage Baltoro ( Bâle , p. 66-67 ) :
Mais à la considérer de plus près , sous un autre angle , il y a , à mon avis , une chance . Les parois , il est vrai , ne laissent aucun espoir :
l' arête SE , qui porte le ,BlackTooth ' , n' est guère encourageante ;
mais l' arête ouest - ou , plus exactement W.NW - est peut-être possible .
Il faudrait chercher à atteindre , à partir du glacier de Chagaran , la selle au pied de l' arête W. » C' est précisément par cette route que j' avais alors proposée , que la Tour de Muztagh a été gravie l' an dernier par une équipe britannique sous la conduite de / .
Hartog , et même deux cordées , à un jour d' intervalle , ont atteint le sommet :
le 6 juillet 1956 J.Hartog et Tom Patey ; le 7 J. Brown et I. McNaugh-Davis .
Du dernier camp , placé à 6400 m , ils suivirent l' arête ouest .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
17. Si incroyable que cela paraisse , la Tour de Muztagh fut de nouveau escaladée quelques jours plus tard par une expédition française qui força une voie par l' arête SE , encore plus difficile que l' arête W. Le chef était Guido Magnone , dont le nom est lié à ceux des Drus ( face ouest ) , du Fitz Roy , du Makalu et de maintes autres cimes farouches parmi les plus difficiles .
Les autres membres de l' équipe étaient André Contamine , Paul Keller , Robert Paragot et le médecin François Florence . Leur officier de liaison était le capt .
Le 31 mai ils étaient à Askolé , dernier hameau de la vallée . Le 2 juin , à Bardumal ( Bagdomal ) , un formidable éboulement faillit anéantir tout le camp .
Urdokas fut atteint le 5 juin . C' est là que Magnone apprit qu' une expédition britannique , la meilleure équipe qu' on pût mettre sur pied , se trouvait dans la région et visait bien la Tour de Muztagh ;
elle avait une avance considérable . Depuis quinze jours les Anglais , montés par les glaciers du Muztagh et de Chagaran , menaient l' attaque à l' arête ouest ;
ils étaient déjà parvenus assez haut .
La situation , pour les Français , était délicate : Pas question de prendre la même voie que les Britanniques ;
il ne faut les gêner en aucune manière . En outre , ils sont déjà si haut que de toutes façons ils arriveront vraisemblablement au sommet les premiers .
Les Français ne feraient-ils pas mieux de choisir un autre objectif parmi les cimes du Haut Baltoro ?
A cela on n' était pas préparé ; il n' y aurait pas eu assez de vivres pour les porteurs .
Et puis , n' était pas équipé pour examiner les problèmes d' ascensions techniquement difficiles ?
Il fut donc décidé d' aller reconnaître les autres faces de la Tour et voir s' il n' y aurait pas sur l' arête nord , ou peut-être dans la paroi sud , une voie possible .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
- retardèrent l' expédition de quelques jours ;
ce n' est que le 12 juin que le camp de base put être installé , à environ 4500 m , sur le glacier Younghusband médian ( appelé aussi glacier Biange ) , au point de jonction des branches E et W du glacier , soit au pied de l' arête SE du Black Tooth , 6179 m , et que les reconnaissances purent commencer .
Une première excursion les conduisit par la branche orientale du glacier au point le plus bas ( 5600 m environ ) entre le Mont Steste et la Tour de Muztagh , donc au pied de sa prétendue arête nord .
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Alors , retour au camp de base .
Le 17 juin , on réussit à forcer le passage de la chute de séracs de 900 m qui forme la branche ouest du glacier , donc au sud du Black Tooth . Sans tarder , on tendit à travers la zone inférieure des séracs un câble actionné par un treuil fixé sur un éperon rocheux dominant le glacier , puis ... il ne cessa de neiger pendant dix jours .
Tout ce qu' on put entreprendre fut une visite aux concurrents anglais sur l' autre versant de la montagne . Une franche explication de vive voix dissipa tous les malentendus :
Anglais et Français se séparèrent en bons camarades .
Le temps finit par s' améliorer ; toutes les forces se mirent au travail , les porteurs hunzas euxmêmes faisant de leur mieux .
Fin juin le camp I était installé à 5100 m , le 2 juillet le camp II à 5400. Le camp III dut être placé sur un éperon rocheux au pied du Black Tooth .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
Toutefois le plus scabreux fut la Grande Barrière audessus du camp III , constituée par un ressaut rocheux vertical dominé par une falaise de séracs de 200 m. La seule possibilité de surmonter l' obstacle se trouvait à l' extrême droite , un goulet de glace effroyablement raide .
Il fallut plusieurs jours de besogne acharnée et 300 m de cordes fixes pour en venir à bout ;
le 6 juillet seulement l' équipe put prendre pied sur un petit plateau incliné audessus de la paroi de glace .
Le Dr Florence , médecin de l' expédition , et les deux meilleurs porteurs hunzas , Aminula et Gerikhan , qui étaient montés jusque-là portant vaillamment leurs charges , redescendent , laissant les quatre hommes de l' équipe d' assaut piétiner et tasser la neige profonde , à gestes lents , sous le soleil accablant , pour y placer la tente du camp IV ( 6300 m ) .
Le 7 juillet , R. Parangot aperçut tout à coup deux petits points noirs se détachant dans le ciel sur la crête terminale :
les Britanniques arrivaient au sommet .
C' était prévu ;
les Français ne se laissèrent pas décourager .
En avant !
L' accès à l' arête SE s' avéra extrêmement difficile .
Les deux premières longueurs de corde audessus de la rimaye - le 7 juillet - coûtèrent des heures d' efforts .
Il fallut deux jours pour gravir 250 m. Six heures de cramponnage à la limite de l' équilibre , des dalles verglacées surmontées à l' aide de pitons , pour déboucher enfin dans une échancrure de l' arête .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
A midi , le soleil disparut derrière un écran d' épaisses nuées . Sur l' arête , les brèches profondes se succédaient , qui rendaient l' avance si lente qu' à 16 heures ils n' avaient franchi qu' une centaine de mètres en distance horizontale .
Et voilà qu' il se met à neiger ... retour obligé au camp IV. Tout ce qui leur restait de cordes disponibles fut fixé à la descente de la paroi .
Le soir du 10 juillet le ciel s' éclaircit enfin , et le 11 au matin ils repartent à l' attaque .
A 16 heures , ils sont au pied de la troisième et dernière tour , au delà de laquelle apparaît le sommet - à portée de la main semblet-il - alors qu' en fait ils n' ont pas encore dépassé l' altitude de 6900 m. Il s' agit de chercher une place de bivouac pendant qu' il en est temps :
deux étroites banquettes , où il faut s' assurer au moyen de pitons .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
mais la nuit sera cruellement glaciale et douloureuse .
L' aube du 12 juillet se lève dans un ciel où rampent des traînées de cirrus :
il faut se hâter .
Mais au delà de la grosse tour , la neige est sans consistance ;
L' obscurité est complète lorsqu' ils arrivent à la brèche .
Un rappel de 50 m pour atteindre les cordes fixes où ils dévalent à tâtons .
Au-dessous de la rimaye , ils sont accueillis par le Dr Florence , ému aux larmes .
Enfin ... le camp IV .
CVoir le récit de Guido Magnolie dans La Montagne , octobre 1956 , p. 261-270 . )
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Si j' avais eu dans l' expédition internationale de 1934 de bons porteurs d' altitude , je l' aurais sérieusement entrepris .
» L' Oesterreichische Himalaya-Gesellschaft de Vienne prit cela à coeur et mit sur pied , en 1956 , une expédition au Baltoro dont cette ascension était le but principal .
Outre le chef Fritz Morawec , l' équipe comprenait cinq alpinistes et deux « scientifiques » :
Sepp Larch , Hans Ratay ( photographe ) , Richard Reìnagl , Heinrich Roiss et Hans Willenpart . Comme médecin le Dr Georg Weiler et Erich Traugott Gattinger comme géologue .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
toutefois les Autrichiens , malgré toute la bonne volonté des autorités , durent attendre neuf jours à Rawalpindi que les conditions météorologiques permissent le transport aérien de l' équipe et de ses bagages , car le vol jusqu' à Skardu , dans un paysage unique en son genre , le long de l' étroite vallée de l' Indus et au voisinage du Nanga Parbat , passe pour être la route aérienne la plus dangereuse et ne peut être tenté que lorsque la visibilité est parfaite .
C' est pourquoi Skardu , la capitale du Baltistan , ne fut atteinte que le 27 avril .
Quain Ali Shah , il fallut refaire toutes les charges pour les réduire à 27 kg .
Les tarifs des porteurs ont fortement augmenté aussi au Pakistan .
Dans les régions habitées , un porteur ordinaire reçoit 3 roupies ( 2 fr .
70 ) par jour , à charge de pourvoir lui-même à son entretien . Audessus d' Askolé , 3050 m , le salaire journalier monte à 4 roupies ( 3 fr . 60 ) , et la nourriture est fournie par l' expédition .
De Skardu à Askolé les Autrichiens utilisèrent 168 coulies et de là 263 hommes , à cause des vivres supplémentaires .
A Païju , dernière oasis avant le glacier de Baltoro , les porteurs réclamèrent les souliers que le règlement ordonne de mettre à leur disposition .
On en avait apporté 250 paires , malheureusement de forme normale , c' est européenne .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
On l' oublie presque toujours , ce qui ne manque pas de créer de grosses difficultés .
On fut obligé de fendre la cape rigide des souliers , afin que les pauvres types puissent y introduire leurs pieds de forme naturelle , c' est très larges , non défigurés par des chaussures européennes .
Il y eut naturellement beaucoup de pieds blessés , et le médecin de l' expédition passait des heures à panser les écorchures et les ampoules .
A Urdokas , 4057 m , il y eut la grève habituelle des porteurs , qui n' a été épargnée à aucune expédition dans le Baltoro ; mais l' énergique intervention de l' officier de liaison remit bientôt les choses en ordre .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Le gros de la troupe monta en trois étapes à la célèbre Place de la Concorde , où elle subit une tempête de neige .
la plupart abandonnèrent pour rentrer dans leur village .
Après de longues discussions , 68 hommes seulement acceptèrent de transporter les colis du dépôt d' Urdokas à Concordia .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
ils devaient placer leur camp de base plus haut , là où le glacier de Gasherbrum sud rejoint le glacier des Abruzzes , à peu près à l' endroit de la moraine où , en 1934 , nous avions établi notre camp V a , à 5250 m. La première escouade y parvint le 25 mai .
Après une période d' acclimatation de dix jours , on reconnut une route à travers les innombrables crevasses de la partie inférieure du glacier de Gasherbrum sud , jusqu' au pied du Gasherbrum II. De la partie supérieure de ce glacier deux nervures s' élèvent vers la grande terrasse de névé du Gasherbrum II. J' avais préconisé l' éperon de droite ( SE ) en grande partie rocheux , parce que tout à fait à l' abri des avalanches .
Ils avaient cru le site tout à fait à l' abri des avalanches :
Il suffit de rappeler ici la catastrophe de 1937 au Nanga Parbat , qui fit 16 morts .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Si l' on ne voulait pas s' avouer battu , il fallait modifier tout le programme et accepter les risques d' une campagne-éclair .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Le 3 , Larch et Reinagl montent à leur tour au camp II et le lendemain ouvrent la route sur des bosses de glace jusqu' à une épaule de l' arête où fut placé le camp III , 7150 m. La montée à ce point fut une dure épreuve pour les quatre porteurs d' altitude qui y furent installés le 6 juillet , mais ces « tigres » baltis , bien assurés , il est vrai , par leurs sahibs , se comportèrent vaillamment et hissèrent leurs charges jusqu' à l' épaule .
Pour pouvoir y utiliser les porteurs , un travail d' aménagement de plusieurs jours eut été nécessaire ;
on n' en avait pas le temps . Les grimpeurs durent donc , à partir de ce point , transporter euxmêmes leur matériel , ce qui impliquait la suppression du camp IV prévu à l' origine .
L' assaut final devra être tenté en partant d' un haut bivouac .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
La neige folle qui recouvrait la glace rendait tout assurage illusoire , aussi avançaient-ils non encordés , afin de ne pas se gêner réciproquement .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
Chacun se glissa dans son sac de couchage en « dralon » ;
ils disposaient en outre d' un sac de bivouac commun .
La nuit fut horriblement froide ; Larch eut de légères gelures aux orteils , Morawec au mains .
Enfin le jour parut .
Du lait chaud et un peu de pain de germes de blé devait être leur unique repas de la journée .
Une traversée en écharpe sous la paroi SE du Gasherbrum II fut très pénible .
Il était près de 9 heures quand ils atteignirent une petite échancrure de l' arête est , 7700 m environ .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Sur les pentes très inclinées , le soleil matinal avait déjà ramolli la neige ;
ouvrir la trace était terriblement fatigant . Quelques pas , et il fallait s' arrêter pour reprendre son souffle .
Ce n' est qu' en bandant leur volonté à l' extrême qu' ils s' élevaient mètre après mètre .
Le dernier obstacle était un ressaut rocheux , puis , le 7 juillet , à 13 h. 30 , ils foulèrent le sommet du Gasherbrum II , 8035 m , formé d' une étroite plateforme neigeuse couronnée de deux petites dents de rocher à peine de la hauteur d' un homme .
Ils s' affalèrent épuisés sur la neige .
Ce n' est qu' au bout d' un certain temps qu' ils furent en état d' accomplir les rites obligés du culte des sommets :
photographie du piolet avec les fanions autrichiens et pakistanais , construction d' un cairn , inscription des noms et dates qui furent placés dans une boîte à film vide , médaille de la Vierge , etc. Il faisait si chaud qu' ils purent rester une heure au sommet et même enlever l' anorak .
la vue claire jusqu' aux plus lointains horizons . La descente fut rapide et sans histoire .
Bien qu' il se soit remis à neiger vers le soir , à 19 h. 30 ils étaient de retour au camp III , 7150 m. Le 8 juillet , au camp II , ils furent accueillis avec effusion et bruyamment fêtés par les porteurs .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Douze jours après la conquête du Gasherbrum II , soit le 19 juillet 1956 , trois des participants à l' expédition autrichienne à l' Himalaya 1956 - Hans Ratay , Heinrich Roiss et le Dr Georg Weiler -faisaient encore la deuxième ascension du sommet ouest du Sia Kangri , environ 7315 m. La première ascension de cette montagne avait été accomplie le 3 août 1934 par quatre membres de l' expédition internationale himalayenne 1934 :
Hans Erti , Albertliöcht , Mme Hettie Dyhrenfurthet G.O. Dyhrenfurth . Cette course décrite dans deux livres ( voir ci-dessous ) , souvent mentionnée dans la littérature alpine , est bien connue .
Elle avait en son temps établi le record d' altitude de l' alpinisme féminin . J' aimerais pouvoir - après 22 ans - féliciter cordialement nos successeurs de leur réussite , mais ... ils ont malheureusement cru avoir gravi un sommet de 7729 m tout à fait inconnu qu' ils ont baptisé « Austria Peak » .
1° Comment cette cote de 7729 m , qui prend un air de précision exacte , a-t-elle été obtenue ?
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Par souci d' exactitude , l' E . 1934 les a gravis les quatre .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
3° II va sans dire qu' une montagne connue et gravie depuis des décennies , et à laquelle la Conférence du Karakorum a officiellement conféré le nom de Sìa Kangri , ne peut être tout à coup rebaptisée sans raison valable .
Le nom d'« Austria Peak » doit donc disparaître au plus tôt , même si le chef de l' Etat Iskander Mirza , trompé par des suppositions erronées , a confirmé cette appellation . 4° Le large ensellement qui s' ouvre entre le Baltoro Kangri ( ancien « Golden Throne » , 7312 m ) et le Sia Kangri est le Conway Saddle , 6300 m , bien connu depuis un demi-siècle , qui fut atteint et mesuré à nouveau par l' expédition italienne au Karakorum 1929 ( duc de Spoleto-Prof . A. Desio ) .
Au surplus , le Conway Saddle n' est pas entre le Baltoro et le Siachen , mais entre le Baltoro et le glacier de Kondus .
La seule chose nouvelle , c' est la voie suivie par les Autrichiens , qui n' est pas la nervure médiane relativement sûre parcourue par l' E en 1934 .
Ils sont montés plus à gauche dans le flanc abrupt de la montagne , en surmontant plusieurs bosses de glace , inaugurant par là une Variante dangereuse au sommet ouest du Sia Kangri .
Tout en reconnaissant la valeur de cette performance , on ne peut que s' étonner de leur totale ignorance de la littérature correspondante .
Bibliographie :
G.O.Dyhrenfurth , Dämon Himalaya .
Benno Schwabe , Basel 1935 .
- G.O.Dyhrenfurth , Baltoro .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
En 1956 , une expédition anglo-américaine sous la conduite du capt .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Ce n' est qu' en 1947 que H.W.Tilman et E.E.Shipton s' en occupèrent . Ils parvinrent sur la calotte sommitale , mais ne purent aller jusqu' au point culminant , encore très éloigné horizontalement .
Celui-ci fut atteint le 26 juillet 1956 par une grande expédition sino-soviétique sous la direction de M.Beletski .
Cinq camps furent installés au cours de l' entreprise , le dernier à 7200 m environ . 18. Au nord du Muztagh Ata , également à la lisière orientale du Plateau du Pamir , se dresse le Kongur Débé , 7681 m , qui domine toutes les autres montagnes loin à la ronde .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
On ne possède pas encore de récit circonstancié de cette expédition .
22. Nous avons déjà quitté les domaines de l' Himalaya et du Karakorum ; jetons encore un coup d' oeil sur les plus hautes montagnes des territoires de l' URSS :
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
Khan Tengri ( Prince des Esprits ) , 6995 m , d' après les mesures les plus récentes ( n' appartient donc plus à la catégorie des « 7000 » ) , dans le Tian Chan ( MontsCélestes ) ;
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
première ascension en 1933 par E. M. Abalakow .
Souvent visité depuis . Pik Korzhenewskaya , 7105 m , dans l' Alaï Pamir , à 15 km du Pik Stalin ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
les tentatives faites jusqu' ici n' ont pas dépassé 7000 m. Bibliographie :
E.Beletski , Mountaineering in USSR . The Alpine Journal , n° 293 ( Nov .
1956 , p. 310-329 ) .
Considérons encore une fois la liste et l' état actuel des « 8000 » .
Ont été gravis jusqu' à ce jour :
1. 1950 :
Annapurna I , 8078 m. Chef de l' expédition M.Herzog ; équipe du sommet M.Herzog et L.Lachenal .
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
Chef H.Tichy ; équipe du sommet H.Tichy , S.Jöchler et Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
Makalu , 8481 m. Chef J.Franco ; équipes du sommet L.Terray-J.Couzy , J.Franco- G.Magnone-Gyalzen Norbu , J.Bouvier-S.Coupé-P.Leroux et A. Vialatte .
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
au sommet J.Marmet-E.Schmied , H. von Gunten-A.Reist .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
mais la course aux trois autres a déclanché une formidable offensive politique : il s' agit de s' assurer les autorisations pour 1957 , ou au moins pour 1958 .
Je souhaite de tout coeur que cette mise aux enchères des « 8000 » soit bientôt achevée , afin que les ambitions et amours-propres nationaux baissent le ton , pour le plus grand bien de l' alpinisme et du paisible travail scientifique .
- « Chanson politique - Vilaine chanson !
» - Les nouvelles prescriptions du Gouvernement népalais pour les expéditions étrangères - arrivées tout récemment de Kathmandou - scrupuleusement traduites , disent ceci :
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
En outre elle assurera son entretien complet et lui fournira sac de couchage et tout l' équipe pendant la durée de l' expédition .
3. Tous les frais de voyage de l' officier de liaison , à partir de Kathmandou et retour sont à la charge de l' expédition .
4. L' expédition bornera son programme d' activité à la montagne ou à la région pour lesquelles l' autorisation a été accordée .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
6. A son retour , l' expédition doit remettre au Gouvernement du Népal un rapport exact sur son activité .
7. L' expédition doit préalablement présenter un plan précis indiquant les routes népalaises qui seront suivies .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
8. Il est interdit aux expéditions d' emporter des appareils de transmission , armes , munitions , explosifs , sauf permission spéciale du Gouvernement népalais pour des buts particuliers .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
10. En cas d' accident , l' expédition doit verser au blessé ou à la famille du défunt une indemnité proportionnelle aux circonstances .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
Copies de toutes les photographies prises au cours de l' expédition doivent être soumises au Gouvernement avant qu' aucune ne soit publiée .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
Tout doit être soumis au Gouvernement népalais avant d' être publié où que ce soit . Seuls sont libres les renseignements personnels .
14. Toutes les demandes d' autorisation pour une expédition dans l' Himalaya népalais doivent être légalisées par le Gouvernement de l' impétrant avant d' être présentées au Gouvernement du Népal .
Ces nouvelles prescriptions sont déjà en vigueur .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette « zone interdite » inclurait presque toutes les hautes montagnes népalaises , ce qui , pratiquement , enlèverait tout sens aux expéditions himalayennes à travers le Népal .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .
Toujours est-il que les nouvelles conditions , qui ont été attestées à plusieurs reprises , sont très dures .
Les articles 11 et 13 en particulier risquent d' être un lourd sabot .
Le chef responsable d' une expédition devra-t-il , au retour de la course , demeurer à Kathmandou pour y faire développer les milliers de photos ( en noir et blanc et en couleurs ) et ses rouleaux de films ( images et sons ) , faire tirer des copies des premières , les soumettre à la censure des autorités , avant de recevoir son visa de départ ?
Chacun n' est pas disposé à signer un contrat qui vous lie les mains et qui est , au surplus , irréalisable en fait .
» Lorsque le Dhaulagiri , dernier « 8000 » népalais , aura été gravi , c' est le Karakorum qui attirera les grimpeurs , et le Gouvernement pakistanais , qui n' a pas à tenir compte des voeux de l' Inde ou de la Chine rouge , a montré ces dernières années beaucoup de compréhension et de bonne volonté à l' égard de maintes expéditions .

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Es wäre also eigentlich zu erwarten , dass die seit 1952 im Gange befindliche Neuvermessung und Neuberechnung sehr starke Abweichungen gegenüber den alten Roten liefern sollten , aber glücklicherweise haben sich die früher gemachten Fehler grossenteils kompensiert .
Jedenfalls erweist sich die Höhenzahl 8603 m , die auf der Karte von Marcel Kurz 1930 eingesetzt wurde , als recht gut .
Der Lhotse misst amtlich noch immer 8501 m , wird aber wahrscheinlich demnächst auf etwa 8510 m heraufgesetzt werden müssen - entsprechend seinen Nachbarn Everest und Makalu .
der neue amtliche Wert ist 8481 m.
Über Manaslu ( 8125 m ) , Nanga Parbat ( 8125 m ) , Annapurna I ( 8078 oder 8074 m ) , Shisha Pangma ( 8013 m ) und die vier pakistanischen Achttausender K2 ( 8611 m ) , Hidden Peak ( 8068 m ) , Broad Peak ( 8047 m ) und Gasherbrum II ( 8035 m ) ist vorläufig nichts Neues zu vermelden .
Die Kaschmirfrage mit der zwischen Indien und Pakistan strittigen Grenze tut ein übriges .
Aber geologisch hat die planmässig fortschreitende Arbeit von Dr. Toni Hagen unsere Kenntnis des Kangchendzönga-Massivs sehr wesentlich bereichert .
« Die Alpen » 1956 , S.298-303 ( November ) bringen in Text , Kartenskizze und Profilen einen ersten gewichtigen Vorbericht .
Aber die Begehungen des Makalu-Gebietes durch Dr. Toni Hagen im Winter 1954/55 und im Herbst 1955 , über deren Ergebnisse erst kürzlich einiges bekannt wurde ( « Die Alpen » 1956 , S. 295-298 ) , waren wissenschaftlich von grösster Bedeutung und lieferten auch bildlich eine prächtige Ausbeute .
Diese Flüsse sind älter als der Himalaya .
» Das Arun-Tal ist auch botanisch und pflanzengeographisch sehr interessant .
Im Auftrage des Britischen Museums arbeitete und sammelte dort J.D.A.Stainton im Sommer 1956 .
Sie gipfelte in der Erstersteigung des Lhotse ( 8501 m bzw. ca. 8510 m ) am 18. Mai 1956 durch Ernst Reiss und Fritz Luchsinger , der zweiten Ersteigung des Mount Everest ( 8848 m ) am 23. Mai durch Jürg Marmet und Ernst Schmied und der dritten Ersteigung am 24. Mai durch Adolf Reist und Hansrudolf von Gunten .
Die Originalberichte in « Der Bund » und « Neue Zürcher Zeitung » von Mai bis Oktober 1956 .
- « Die Alpen » 1956 , Varia S.91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 und Frühjahrsheft 1957 .
Collins 1956 ) , flott geschrieben und hübsch illustriert , wenn wir auch - H.W.Tilman beistimmend - daran erinnern möchten , dass « human interest » nicht übertrieben werden sollte und dass die Berge im allgemeinen schöner sind als die auf ihnen herumkriechenden Menschen .
Jetzt aber erfolgte der Schlussangriff von Süden , und man kam mit sechs Lagern aus .
Sherpa-Liste Nr.57 ) und am 11. Mai Kato und Higeta. Von den vier Zacken , die den Gipfel bilden , ist der höchste so scharf , dass nur ein Mensch darauf Platz hat .
Von diesem Unternehmen unter Leitung von Oberst E.Huerta hat man nicht sehr viel gehört Zwei Angriffsversuche am 15. und 25. Mai verliefen jedenfalls erfolglos .
Vom Dhaulagiri Himal , diesem mächtigen Kamm mit sechs kotierten Siebentausendern ( s. « Die Alpen » 1956 , S.83 ) , ist vorläufig noch nichts Neues zu melden .
9. In Garhwal wurde der Trisul ( 7120 m ) neuerdings zweimal bestiegen , und zwar von K.Bunshah aus Bombay mit zwei Sherpas und von zwei Deutschen , F. und A. Hieber .
Im Mai und Juni 1956 war die « Abinger Expedition » unter der Leitung von Mrs. Joyce Dunsheath im östlichen Kulu tätig .
Es waren vier Mitglieder vom Ladies Alpine Club , London , die von Manali über den Hampta-Pass ins Chandra-Tal reisten , am Bara Shigri Glacier ihr Basislager aufschlugen und von dort aus sechs Gipfel zwischen 5800 und 6100 m erstiegen .
Betreut wurden sie von dem sehr zuverlässigen alten Ang Tsering UJ ( « Pansy » , H.C. Nr. 51 ) und noch drei anderen Sherpas .
Wir wollten den Fluss gern überschreiten , aber er war zu tief und schrecklich kalt .
Wie seine Ladakhi-Kameraden hatte auch Nawa Ram früher über die Vorsichtsmassnahmen unserer Sherpas gegen die ,Yeti ' gespottet .
Die Theorie , dass ,Yeti'-Spuren nur ( durch die Ausschmelzung ) vergrösserte Tapfen von Bärenpfoten sind , konnte also in diesem Falle ausgeschaltet werden .
Auf meinen bisherigen sechs Himalaya-Fahrten habe ich oft schwarze und rote Bären und ihre Fährten gesehen , aber diese Fusstapfen hier im Kulti-Tal waren etwas ganz anderes .
,Es ' hatte mindestens fünf dieser eisig kalten Flüsse durchschwömmen , und die Fährte wurde schliesslich auf dem felsigen Osthang des Tales unkenntlich .
Unsere Sherpas waren fest davon überzeugt , dass es sich um einen ,Yeti ' gehandelt hatte .
Genau vor hundert Jahren schoss Paul Belloni du Chaillu , der französisch-amerikanische Forscher , den ersten Gorilla , der von einem Weissen erlegt wurde .
Mehr als 2000 Jahre lang hatte Europa den Gorilla für eine blosse Legende gehalten , etwa wie die Seeschlange oder den Drachen .
Ähnlich ging es später z. B. mit dem Riesen-Panda , dem Coelacanthus ( Quasten-flosser ) und dem Okapi , der Urwald-Giraffe .
Skeptiker mögen fragen , warum Begegnungen mit dem ,Yeti ' gar so selten gewesen sind , und meist waren es nur Einheimische , die ihn zu Gesicht bekamen .
Wie viele Menschen auf der kleinen , dicht bevölkerten Insel Grossbritannien ( oder in der Schweiz ! ) haben schon einen Dachs ( in freier Wildbahn ) gesehen ?
13. Aus dem Jahre 1955 ist auch die « Central-Lahul-Expedition » unter der Leitung von Hamish McArthur nachzutragen .
Wie der Bericht ( « The Alpine Journal » , Nr. 293 , S. 279-295 ) zeigt , wurde nicht nur bergsteigerisch , sondern auch topographisch sorgfältig gearbeitet .
14. Dasselbe gilt für das benachbarte , geologisch besonders interessante , fossilreiche Spiti , wo 1955 die « Cambridge University Expedition » tätig war .
15. Den Südostflügel des Karakorum bildet die Gruppe des Sasir Kangri ( 7672 m ) in der grossen Schlinge des Shayok-Flusses .
Nach einer langen Pause - 1946 - versuchte eine britische Expedition unter Führung von J. O. M. Roberts ihr Glück , hatte aber gleichfalls so wenig Erfolg , dass alle Karakorum-Kandidaten abgeschreckt wurden .
Da der Sasir Kangri zum indischen Teil von Kaschmir gehört , war er für das « Himalayan Mountaineering Institute » in Darjiling von besonderem Interesse .
Unter Leitung des bergerfahrenen Major N.D. Jayal wurde 1956 ein neuer Angriff vorbereitet , doch auch diesmal umsonst .
16. Einer der kühnsten Gipfel des Karakorum ist der auf der Nordseite des Baltoro-Gletschers gelegene Mustagh-Turm ( 7273 m ) .
beim Abstieg mussten beide Seilschaften biwakieren , was Hartog leider böse Erfrierungen kostete .
Schlechtes Wetter und ein dadurch ausgelöster Trägerstreik - wie viele Expeditionen haben schon mit den Baltis schweren Verdruss gehabt !
Diesen Grat gibt es gar nicht , nur eine mindestens 1600 m hohe , furchtbar steile , von Eislawinen bestrichene Wand , der reinste Selbstmord .
Diese Strecke zwischen Camp 2 und 3 war ein böses Stück , rechts trotz 400 m fixer Seile etwa so schwer wie die Nordwand der Courtes , auf der linken Seite von Eislawinen bedroht .
Es war sicher eine der härtesten Klettereien , die bisher im Himalaya und in dieser Höhe gemacht worden sind .
Die Aussicht vom K2 über Broad Peak , Gasherbrum-Gruppe und Hidden Peak bis zum trotzigen Masherbrum gegenüber war unvergleichlich , aber es wurde eine grimmig kalte , bitterböse Nacht .
18. Bereits in meinem Buch « Baltoro » 1939 hatte ich einen Besteigungsversuch des Gasherbrum II ( 8035 m ) warm empfohlen . Im « Dritten Pol » 1952 wiederholte ich :
« Der Gasherbrum II ist nicht leicht , aber wahrscheinlich möglich und relativ sicher .
Auf Grund der Erfahrungen in einem Trainingslager entschied man sich für Reform-Ernährung , was das Gewicht des Expeditionsgepäcks nicht unerheblich verringerte .
So wurde Skardu , die Hauptstadt von Baltistan , erst am 27. April erreicht .
Ich habe schon oft darauf hingewiesen , dass man für Himalaya-Träger hauptsächlich die Nummern 42-44 ( nur einige wenige Nummern 41 und 45 ) braucht , aber extra breit !
Immerhin mussten 68 Lasten unter der Aufsicht des zweiten pakistanischen Begleiters , des Studenten Hayat Ali Shah , zunächst in Urdokas zurückbleiben .
Inzwischen pendelten die Österreicher mit elf Balti-Hochträgern ( « Balti-Tiger » ) ihre Lasten weiter nach dem Platz , wo meine « I. H. E. » ( Internationale Himalaya-Expedition ) 1934 ihr Hauptlager ( Camp 4 ) gehabt hatte , also am Südfuss des Gasherbrum VI ( 7190 m ) , an der Talecke , wo der « Abruzzi Glacier » zum eigentlichen Baltoro wird .
Diesmal hatte es glücklicherweise - weil das Lager nicht besetzt war -keine Menschenleben gekostet , aber ein grosser Teil der wichtigsten Ausrüstung und Verpflegung lag fünf bis zehn Meter tief unter Lawinenschnee .
Wenn man sich nicht geschlagen geben wollte , musste man das ganze Programm umstellen und das Risiko eines Blitzangriffes auf sich nehmen :
Ratay und Roiss machten am 2. Juli den Eisgrat zwischen Lager I ( 6000 m ) und Lager II ( 6700 m ) gangbar , wobei viel Stufenarbeit zu leisten war und fixe Seile angebracht werden mussten .
Am 6. Juli , nachmittags , sicherte Reinagl die Träger hinunter , während Moravec , der Expeditionsleiter , Larch und Willenpart sich mit schweren Rucksäcken aufwärtsarbeiteten .
Um 20.30 Uhr waren sie bei etwa 7500 m am Fuss der Gipfelpyramide und richteten sich unter einem Felsblock für die Nacht ein .
Es ist der Hauptkamm zwischen Baltoro und Shaksgam , also die Wasserscheide zwischen Indus und Tarim , zwischen dem Indischen Ozean und dem abflusslosen Innerasien .
Es ist sehr erfreulich , dass es jetzt - ausser den berühmten Sherpas und den zum Teil recht guten Hunzas - auch unter den Baltis Männer gibt , die sich zu echten Bergsteigern entwickeln und « Tiger » zu werden versprechen .
Der Gasherbrum II ist der dritte Achttausender , den die Österreicher für sich buchen können :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
Durch eine ( übrigens nicht ganz korrekte ) Umrechnung von 25 350 ft .
Die Kote , die seit 1917 auf allen Karakorum-Karten steht , ist aber 24 350 ft . = 7422 m , und das ist eben die amtliche Höhenzahl des « Queen Mary Peak » , der seit 1938 offiziell Sia Kangri heisst .
( 2 ) Die Kote 7422 m geht auf die trigonometrische Vermessung durch den Topographen C. Grant Peterkin ( Bullock-Workman-Expedition 1912 ) zurück und bezieht sich wahrscheinlich auf den Hauptgipfel des viergipfligen Sia-Kangri-Massivs .
Der Westgipfel ist gut 100 m niedriger als der Hauptgipfel , also ca. 7315 m. Das ist der Punkt , den die Österreicher bei ihrer Zweitbesteigung erreicht haben .
- Heinrich Roiss :
« Erste Besteigung des Austria-Peak ( 7729 m ) » ( Österr. Touristenzeitung , 70. Jahrgang , Folge 1 , Wien , im Jänner 1957 ) .
19. Der Rakaposhi ( = « Drachenschwanz » ) ( 7788 m ) liegt unweit Gilgit , das einen Flugplatz hat Dieser günstigen Verkehrslage ist es zuzuschreiben , dass der prachtvolle Berg an der Grenze des Hunzalandes schon so oft bestürmt wurde , wie wohl kein anderer Siebentausender , aber bisher immer vergeblich .
M.E.B.Banks von neuem , gelangte aber nur bis etwa 7000 m. Der Rakaposhi ist nicht leicht , und das Wetter scheint ganz besonders schlecht gewesen zu sein .
20. Der Mustagh Ata ( = « Eisberg-Vater » ) ( 7433 m ) ist eine technisch unschwierige Kuppel im chinesischen Teile des Pamir-Plateaus .
Nach den vergeblichen Versuchen von Sven Hedin - der ja kein Bergsteiger war - im Jahre 1894 Hess man diesen « billigen » Siebentausender merkwürdig lange in Ruhe .
Am 19. August 1956 wurde er von sechs russischen und zwei chinesischen Bergsteigern bezwungen , wobei die modernen technischen Hilfsmittel - auch Sauerstoff - zur Anwendung gelangten .
Pik Lenin ( früher Pik Kaufmann ) , 7134 m , im Transalai , Erstersteigung 1928 durch E. Allwein , E.Schneider und K.Wien , seitdem wiederholt von sowjetischen Bergsteigern besucht , technisch unschwierig .
Erstersteigung 1931 durch M.T.Pogre-bezki , F. Sauberer und B.Tjurin , seitdem wiederholt bestiegen , so 1936 von Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( früher Garmo ) , 7495 m , im Alai-Pamir .
Der Kulminationspunkt des Tien-Schan und anscheinend der zweithöchste Berg der Sowjetunion ist Pik Pobeda ( = « Siegesspitze » ) , 7439 m , erst 1943 entdeckt und vermessen .
Dieser für uns westliche Menschen etwas geheimnisvolle Berg ist noch unbezwungen ;
1956 ) , p.310-329 .
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m , Leiter J.Hunt , Gipfelmannschaft E.P.Hillary und Tensing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m , Leiter K. Herrligkoffer , Gipfel H.Buhl im Alleingang .
4. 1954 :
K2 , 8611 m , Leiter A.Desio , Gipfelmannschaft A.Compagnoni und L.Lacedelli .
5. Cho Oyu , 8189 m ( ? ) , Leiter H.Tichy , Gipfelmannschaft H.Tichy , S. Jöchler und Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
7. Kangchendzönga , ca. 8597 m , Leiter Ch .
Evans , Gipfelmannschaften G. Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotse , ca.8510 , Leiter A.Eggler , Gipfelmannschaft E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m , Leiter Y. Maki , Gipfelmannschaften Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrian II , 8035 m , Leiter F.Morawec , Gipfelmannschaft S.Larch-F.Morawec- H.Wfflenpart .
« Da waren's nur noch vier » unbestiegene Achttausender , nämlich Dhaulagiri ( 8222 m ) in Nepal , Shisha Pangma oder Gosainthan ( 8013 m ) in Tibet , Hidden Peak ( 8068 m ) und BroadPeak ( 8047 m ) im pakistanischen Karakorum ( Baltoro-Gebiet ) .
1. Die Expeditionen haben einen nepalischen Verbindungsoffizier mitzunehmen , der ihnen von der Regierung von Nepal zugeteilt wird .
2. Dem Verbindungsoffizier sind von der Expedition monatlich 200.- indische Rupies ( = 180.-SFr. ) zu zahlen .
5. Die Regierung kann diese Bewilligung jederzeit widerrufen , wenn sie glaubt , dass das Benehmen oder die Tätigkeit der Expedition unerwünscht sind .
An diese festgelegte Route hat sie sich beim Anmarsch und bei der Abreise strikt zu halten .
9. Die Expedition soll nichts tun oder zulassen , was die religiösen Gefühle und die moralischen und sozialen Bräuche der einheimischen Bevölkerung verletzen könnte .
11. Alles , was im Verlaufe der Expedition gesammelt wurde , ist der Regierung von Nepal vorzulegen , bevor es gestattet wird , von Nepal abzureisen .
12. Für die Genehmigung , eine Expedition zu unternehmen , ist an die Regierung eine Abgabe von 500.- bis 3000.- indischen Rupies ( also bis 2700.- SFr. ) zu entrichten .
13. Die Nachrichten über die Tätigkeit der Expedition ( z.B. Erfolge , Fehlschläge , Unfälle usw. ) dürfen nicht dem Urheberrecht ( Copyright ) unterstellt sein .
Es wurde sogar gemeldet , dass eine Zone von 50 Meilen ( gut 76 km ) Tiefe längs der nepalisch-tibetischen Grenze auf der nepalischen Seite gesperrt werden solle .
Diese alarmierende Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt und wahrscheinlich nicht ganz zutreffend , denn die Regierung von Nepal ist an der « Fremden-Industrie » interessiert und weiss sehr genau , dass jede Himalaya-Expedition eine Masse Geld und Sachwerte ins Land bringt .

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On aurait pu s' attendre que les nouveaux calculs et travaux de mensurations en cours depuis 1952 fassent apparaître de très fortes différences d' avec les anciennes cotes , mais heureusement la plupart des erreurs commises dans le passé se sont compensées réciproquement .
Quoi qu' il en soit , l' altitude de 8603 m qui figure sur la carte de Marcel Kurz peut être considérée comme exacte .
Officiellement , le Lhotsé mesure toujours 8501 m , mais ce chiffre devra vraisemblablement être élevé à 8510 m , proportionnellement à ses voisins , l' Everest et le Makalu .
Le nouveau chiffre officiel est 8481 m.
Rien de nouveau à signaler pour l' instant concernant l' altitude du Manaslu , 8125 m , du Nanga Parbat , 8125 m , de l' Annapurna I , 8078 ou 8074 m , du Shisha Pangma , 8013 m , et des quatre « 8000 » pakistanais : K 2 , 8611 m , Hidden Peak , 8068 m , Broad Peak , 8047 m , et Gasherbrum II , 8035 m.
La question du Cachemire , dont la frontière est disputée par l' Inde et le Pakistan , y ajoute encore .
Par contre , au point de vue géologique , l' oeuvre que poursuit méthodiquement le Dr Toni Hagen a considérablement enrichi notre connaissance de ce massif .
Les Alpes ont publié là-dessus ( novembre 1956 , p. 298-303 ) un rapport provisoire avec texte , profils et esquisses cartographiques ) .
Mais l' exploration du massif du Makalu par Toni Hagen au cours de l' hiver 1954/55 et en automne 1955 , dont les résultats ont été brièvement esquissés dans cette revue {Les Alpes , p. 295-298 ) est d' une grande importance scientifique , et nous a valu une riche moisson de documents iconographiques .
Ces fleuves sont plus vieux que l' Himalaya .
» La vallée de l' Arun est également très intéressante au point de vue de la flore et de la géobotanique .
J.D.A.Stainton y a travaillé en été 1956 pour le compte du British Museum .
Son principal exploit fut la première ascension du Lhotsé , 8501 à 8510 m , le 18 mai 1956 , par Ernest Reiss et Fritz Luchsinger . En outre , deux cordées réussirent les 2e et 3e ascensions de l' Everest , Jürg Marmet et Ernest Schmied le 23 mai 1956 , Adolphe Reist et H.R. von Gunten le 24 mai 1956 .
a ) Les articles originaux dans le Bund et la Neue Zürcher Zeitung de mai à octobre 1956 .
b ) Les Alpes 1956 , Varia p. 91/92 , 132/133 , 147-151 , 175-177 et le fascicule de mars 1957 .
Peut-être convient-il de rappeler ici avec H.W.Tilman qu' il ne faut pas exagérer 1'«Human Interest » et que les montagnes en général sont plus belles que les hommes qui rampent sur leurs flancs .
Cette fois l' assaut définitif fut lancé sur le versant sud , et l' on s' en tira avec six camps seulement .
C ) . Deux jours plus tard , le 11 mai , Kato et Higeta touchaient à leur tour le point culminant . Le sommet est formé de quatre clochetons ;
Enfin , 1956 a vu la 2e expédition argentine , dirigée par le colonel E.Huerta . On ne sait pas grand' chose de cette entreprise , sinon que deux assauts , les 15 et 25 mai , échouèrent .
Rien de nouveau à signaler au Dhaulagiri Himal , formidable muraille couronnée de six sommets dépassant les 7000 m ( voir Les Alpes 1956 , p. 82 ) .
9. Au Garhwal , le Trisul , 7120 m , a été gravi de nouveau deux fois , par K.Bunshah de Bombay , avec Gyalzen Minchung ( n° 163 de l' H . C ) , et par les Allemands F. et A. Hieber avec deux sherpas .
En mai et juin 1956 l' expédition Abinger comprenant quatre membres du Ladies Alpine Club de Londres sous la conduite de Mrs.Joyce Dunsheath , était à l' oeuvre dans la région du Kulu oriental .
De Manali , elles ont passé dans la vallée de la Chandra par le col Hampta pour installer un camp de base sur le glacier de Bara Shigri ;
de là elles ont gravi six sommets de 5800 à 6200 m. Elles s' étaient mises sous la garde éprouvée du vieux et fidèle Ang Tsering III ( Pansy , n° 51 de l' H ) et de trois autres sherpas .
Nous essayâmes de passer la rivière , mais le flot était trop froid et trop profond .
« Tout comme ses camarades ladakhis , notre sirdar Nawa Ram avait jusque-là raillé les précautions « anti-yéti » prises par nos sherpas .
L' hypothèse que les prétendues empreintes du « yèti » ne sont que des pas d' ours agrandis par la fonte devait dans le cas présent être éliminée .
« Au cours des six voyages que j' ai faits dans l' Himalaya , j' ai souvent vu des ours noirs ou rouges et observé leurs traces , mais ces empreintes de la vallée de Kulti étaient très différentes .
La bête avait traversé au moins cinq de ces chenals avant que ses traces aillent se perdre sur les pentes rocheuses du flanc est de la vallée .
Nos sherpas étaient très persuadés que c' étaient là les traces d' un ,yéti ' ...
Il y a juste 100 ans que l' explorateur franco-américain Paul Belloni du Chaillu tira le premier gorille abattu par un Blanc .
Or , pendant plus de 2000 ans , l' Europe avait tenu le gorille pour une pure légende , un peu comme le serpent de mer ou les ,dragons ' du moyen âge .
Il en fut de même plus tard du Panda Géant , du Coelacanthus et de l' Okapi , la girafe des forêts primitives .
« Les sceptiques demanderont pourquoi les rencontres avec le ,yéti ' ont été si rares , et pourquoi seuls des indigènes l' ont aperçu .
Combien de personnes , dans cette île étroite et surpeuplée qu' est la Grande-Bretagne - ou en Suisse -combien ont jamais vu un blaireau en liberté ?
) 13. L' année 1955 a vu également l' expédition Hamish McArthur dans le Lahul central .
La relation publiée par Y Alpine Journal ( n° 293 , p. 279-295 ) montre que cette équipe ne se borna pas à faire des ascensions , mais qu' elle a accompli un gros travail de topographie .
14. Les mêmes remarques peuvent s' appliquer à la région voisine du Spiti , riche en fossiles et particulièrement intéressante au point de vue géologique .
15. Le groupe du Sasir Kangri , 7672 m , dans la grande boucle du fleuve Shayok , constitue l' aile sud-est du Karakorum .
Après un long intervalle , une expédition britannique conduite par /.O.M.Roberts s' en fut en 1946 tenter sa chance , mais les résultats furent si minces que tous les candidats au Karakorum se désistèrent .
Comme le Sasir Kangri se trouve dans la partie indienne du Cachemire , il présentait un intérêt particulier pour l' Himalayan Mountaineering Institute de Darjiling .
Une nouvelle tentative fut faite en 1956 sous la conduite du montagnard expérimenté qu' est le major N.D.Jayal , mais sans plus de succès .
16. Un des plus fiers sommets du Karakorum est la Tour de Muztagh , 7273 m , sur la rive nord du grand glacier de Baltoro .
Les deux cordées durent bivouaquer à la descente , ce qui valut à Hartog de graves gelures ( voir Alpine Journal , n° 293 ) .
Le mauvais temps et une grève des porteurs - combien d' expéditions ont eu de graves ennuis avec les Baltis !
Il n' y a pas d' arête nord , mais une immense paroi d' au moins 1600 m de hauteur , effroyablement raide , balayée par les avalanches de glace .
Le parcours entre le camp II et le camp III était extrêmement mauvais , aussi difficile , malgré 400 m de cordes fixes , que la paroi nord des Courtes , et menacé sur la gauche par des avalanches de glace .
C' est là certainement une des plus dures escalades qu' on ait faites jusqu' ici dans l' Himalaya et à cette altitude .
La vue sur la couronne de cimes qui les entoure , du K 2 à l' arrogant Masherbrum , en passant par le Broad Peak , les Gasherbrums et le Hidden Peak , est unique ;
18. Dans mon livre Baltoro ( 1939 ) , j' avais chaudement recommandé une tentative au Gasherbrum II , 8035 m. Je suis revenu à la charge dans Der dritte Pol ( 1952 ) :
« Le Gasherbrum II n' est pas facile , mais probablement possible et relativement sûr .
Sur la base des expériences faites dans un camp d' entraînement , on choisit le système d' alimentation dit « Reform-Ernährung » , ce qui réduisit sensiblement le poids des bagages .
C' est pourquoi Skardu , la capitale du Baltistan , ne fut atteinte que le 27 avril .
J' ai déjà souvent attiré l' attention sur ce point , que pour les porteurs himalayens il faut principalement des pointures 42-44 ( quelques paires seulement de 41 et 45 ) , mais très larges .
Toutefois 68 charges durent être laissées à Urdokas , sous la garde du second assistant pakistanais , l' étudiant Hayat Ali Shah .
Pendant ce temps les Autrichiens , aidés de onze porteurs d' altitude baltis ( les tigres baltis ) , transportaient les charges jusqu' à l' endroit où mon expédition de 1934 ( E.I.H .) avait eu son camp principal ( IV ) , soit au pied sud du Gasherbrum VI , 7190 m , à l' angle de la vallée où le glacier des Abruzzes devient glacier de Baltoro proprement dit .
Cette fois , heureusement , le camp n' étant pas occupé , il n' y eut pas de victime , mais une grande partie du précieux matériel et des approvisionnements gisait sous une couche de neige de cinq à dix mètres .
Si l' on ne voulait pas s' avouer battu , il fallait modifier tout le programme et accepter les risques d' une campagne-éclair .
Le 2 juillet , Ratay et Roiss aménagent le passage sur l' arête de glace entre le camp I et le camp II , 6700 m , au prix d' un gros travail de taille et pose de cordes fixes .
Dans l' après du 6 juillet , tandis que Reinagl assurait la descente des porteurs , Morawec , Larch et Willenpart , lourdement chargés , entamaient la montée .
A 20 h. 30 ils étaient au pied de la pyramide finale , 7500 m environ , et ils s' ins pour la nuit sous un rocher .
C' est la chaîne faîtière entre le Baltoro et le Shaksgam , et la ligne de partage des eaux entre l' Indus et le Tarim , l' Océan indien et les bassins fermés de l' Asie centrale .
Il est très réjouissant de constater qu' il y a maintenant , à part les célèbres sherpas et aussi quelques vraiment bons Hunzas , des hommes parmi les Baltis qui montrent des qualités de vrais alpinistes et promettent de devenir des « tigres » .
Le Gasherbrum II est le troisième « 8000 » que les Autrichiens inscrivent à leur tableau :
Nanga Parbat , Cho Oyu , Gasherbrum .
En exprimant en mètres - et encore le calcul n' est pas tout à fait juste - le chiffre de 25 350 pieds .
Or la cote qui depuis 1917 figure sur toutes les cartes du Karakorum est de 24 350 pieds , soit 7422 m , qui est justement l' altitude du « Queen Mary Peak » , lequel , depuis 1937 , s' appelle officiellement Sia Kangri .
2° La cote 7422 m a été fixée trigonométriquement par le topographe C. Grant Peterkin ( Expédition Bullock-Workman 1912 ) et se rapporte vraisemblablement au point culminant du groupe du Sia Kangri qui a quatre sommets .
Le sommet ouest a bien 100 m de moins que le sommet principal , soit 7315 m. C' est ce point-là que les Autrichiens ont gravi lors de leur deuxième ascension .
Benno Schwabe , Basel 1939 .
- H. Roiss , Erste Besteigung des Austria Peak , 7729 m. Oesterr. Touristen-Zeitung , 7O.Jahrgang , Folge 1. Wien 1957 .
19. Le Rakaposhi ( Queue du Dragon ) , 7788 m , se dresse non loin de Gilgit , où il y a un aérodrome . Cette facilité d' accès explique pourquoi cette belle sommité , à la frontière du-pays Hunza , a été l' objet de si nombreuses tentatives , vaines jusqu' à ce jour .
M. E. B. Banks s' y attaqua de nouveau , mais ces quatre hommes ne dépassèrent pas les 7000 m. Le Rakaposhi n' est pas facile , et les conditions météorologiques semblent avoir été particulièrement mauvaises .
20. Le Muztagh Ata ( Père des Glaces ) , 7433 m , est une coupole glaciaire dans la partie chinoise du Pamir .
Après les stériles tentatives de Sven Hedin - qui n' était pas montagnard - en 1894 , ce facile « 7000 » fut laissé longtemps en repos .
Elle a été gravie le 19 août 1956 par une équipe de six alpinistes russes et deux chinois , à l' aide de tous les moyens techniques de l' alpinisme moderne , y compris l' oxygène .
Pik Lenin ( ancien Pic Kaufmann ) , 7134 m , dans le Transalaï ; première ascension en 1928 par E.AUwein , E. Schneider et K.Wien ; souvent visités depuis par les alpinistes soviétiques .
première ascension en 1931 par M.T.Pogrebezki , F.Sauberer et B.Tjurin ; gravi plusieurs fois depuis , nommément en 1936 par le Bâlois Lorenz Saladin .
Pik Stalin ( ancien Garmo ) , 7495 m , dans l' Alaï Pamir ;
Le point culminant des Monts Tian Chan et apparemment la deuxième montagne de l' URSS par rang d' altitude est le Pik Pobjeda ( Pic de la Victoire ) , 7439 m , découvert et mesuré en 1943 seulement .
Cette cime , pour nous Occidentaux quelque peu mystérieuse , est encore intacte ;
1956 , p. 310-329 ) .
1. 1950 :
2. 1953 :
Mount Everest , 8848 m. Chef J. Hunt ; équipe du sommet E. P. Hillary et Tenzing Norkay .
3. Nanga Parbat , 8125 m. Chef K.Herrligkoffer ; H.Buhl a atteint le sommet en solitaire .
28 vv '.;, . - 4. 1954 :
K2 , 8611 m. Chef A. Desio ; équipe du sommet A.Compagnoni et L.Lacedelli .
Chef H.Tichy ; équipe du sommet H.Tichy , S.Jöchler et Pasang Dawa Lama .
6. 1955 :
7. Kangchenjunga , environ 8597 m. Chef Ch.Evans ;
équipes du sommet G.Band-J .
Brown , N. Hardie-T .
Streather .
8. 1956 :
Lhotsé , environ 8510 m. Chef A.Eggler ; équipe du sommet E. Reiss-F .
9. Manaslu , 8125 m. Chef Y. Maki ; équipes du sommet Imanishi-Gyalzen , Kato-Higeta .
10. Gasherbrum II , 8035 m. Chef F.Morawec ; équipe du sommet H. Larch-F .
Il ne reste donc plus que quatre « 8000 » à gravir , soit le Dhaulagiri , 8222 m , au Népal , le Shisha Pangma ou Gosainthan , 8013 m , au Tibet , le Hidden Peak , 8068 m , et le Broad Peak , 8047 m , dans le Karakorum pakistanais ( région du Baltoro ) .
1. Les expéditions doivent prendre un officier de liaison qui leur sera attribué par le Gouvernement du Népal .
2. L' expédition payera à l' officier de liaison un salaire mensuel de 200 roupies indiennes ( 180 francs suisses ) .
5. Le Gouvernement népalais peut en tout temps retirer son autorisation s' il estime que le comportement ou l' activité de l' expédition sont indésirables .
Elle s' en tiendra strictement , à l' aller et au retour , aux routes fixées .
9. L' expédition évitera de rien faire ou permettre qui pourrait blesser le sentiment religieux , offenser les moeurs et usages des populations autochtones .
11. Tout ce qui aura été recueilli au cours de l' expédition doit être présenté au Gouvernement népalais avant que l' expédition soit autorisée à quitter le pays .
12. Un dépôt de 500 à 3000 roupies indiennes ( soit jusqu' à 2700 francs suisses ) doit être versé au Gouvernement en adressant la demande d' autorisation pour une expédition .
13. Les nouvelles sur l' activité de l' expédition ( par exemple succès , échecs , accidents , etc. ) ne peuvent bénéficier du copyright .
On a même annoncé qu' une zone de 50 milles de largeur ( 76 km ) tout le long de la frontière tibéto-népalaise , côté Népal , devait être fermée .
Cette nouvelle alarmante n' a toutefois pas été confirmée et ne le sera vraisemblablement pas , car le Gouvernement népalais est intéressé à 1'«industrie des étrangers » , et sait très exactement que chaque expédition himalayenne apporte de l' argent et des valeurs tangibles dans le pays .

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
9. September 1988 , bei Tagesanbruch
Dring ... dring ...
Wie mühsam ist das Aufstehen noch vor dem Morgengrauen ( es ist 4.45 Uhr morgens ) , vor allem , wenn man im warmen Bett zu Hause liegt und nicht in einer Hütte oder einem Biwak !
Die Enge und Unbequemlichkeit eines solchen <Basislagers> fördert naturgemäss einen ziemlich schnellen Wechsel in die Senkrechte . Und das gleiche gilt für den durch das bevorstehende Unternehmen ( Anmarschweg oder Klettertour ) ausgelösten Wunsch nach Bewegung .
Ausserdem braucht man die Unannehmlichkeiten nicht allein zu ertragen !
Dagegen fehlt zu Hause , wenn die ganze Stadt noch schläft , erschöpft von der Arbeit des Tages oder einem stürmischen Samstagabend , ein solcher Anreiz vollkommen .
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Schnell ziehe ich mich an , esse eine Schale Getreideflocken mit gutem Zitronensaft , nehme den am Vorabend sorgfältig gepackten Sack auf meinen noch vom Schlaf steifen Rücken und öffne die Tür : Alles scheint in Ordnung , einige blasse Sterne schimmern durch den üblichen Smog der Stadt ;
es wird heute schön werden . Bus , Bahnschalter , Abfahrtsgleis :
Einfahrt des Intercity-Zuges von Genf/Aeroport nach Bern , Abfahrt 6.02 Uhr , Wagen 2. Klasse an der Spitze , Speisewagen in der Mitte , ...> Bequem in einem leeren Wagen installiert , sinne ich darüber nach , wie diese beiden Klettertage mit Daniel Anker , einem meiner getreuen Gefährten des Sommers , wohl sein werden .
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
Ein Heer von Arbeitern ergiesst sich aus den Wagen und verschwindet in der Tiefe des Bahnhofs . In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? )
Mir bricht der Schweiss aus :
Wir haben versäumt , einen Treffpunkt auszumachen !
Was tun , damit wir uns in dieser Menschenflut finden ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Mit der Überlegung , dass der durchschnittliche Beschäftigte im Dienstleistungssektor im allgemeinen nicht solche Attribute hat , beginne ich eine wilde Verfolgungsjagd , die mich bald in die Nähe des fraglichen Schuhs bringt , neben dem netterweise ein zweiter auftaucht , so dass sie ein Paar bilden . Diese beiden setzen sich , wie es sich gehört , nach oben in zwei Röhren fort , den Beinen , dann ein Körper , ein offenes und echtes Lächeln , zwei Arme , deren einer mir bereits herzlich die Hand schüttelt :
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Der einzige und schwere Verstoss gegen die sportliche Herausforderung ist die Eröffnung der Routen von oben ( vor allem im Gebirge ) , ein Vorgehen , das die Ausrüstung von Routen erlaubt , deren Schwierigkeitsgrade der Autor nicht notwendigerweise beherrscht .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen . Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir dieser Route noch einige Seillängen gefolgt sind , um uns in dem Plattenlabyrinth zu orientieren , kehren wir auf die Höhe des Sockels zurück , um uns links einer markanten braunen Ader zuzuwenden , deren Fels etwas stärker strukturiert wirkt als die benachbarten schwärzlichen Platten .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Gleich darauf bestätigt sich diese Verheissung .
Doch die auftretenden Gleichgewichtsund Adhäsionsprobleme können uns nicht daran hindern , Gedanken und Blicke über die Grate und Gipfel rings um uns schweifen zu lassen .
So bewundern wir mit Vergnügen zwei Seilschaften , die den Westpfeiler der Vorderspitze ersteigen .
Es ist eine sehr schöne klassische Route des oberen vierten Schwierigkeitsgrades ;
die Form des Pfeilers hebt sich dank des Spiels von Licht und Schatten , in dem der Fels irisiert , verblüffend klar ab .
Wir selbst bleiben an unserer kalten Nordostwand im Schatten .
Darum halten wir , als wir beschliessen , unser Material am fünften Standplatz zu deponieren , unsere Faserpelzjacken nicht für überflüssig .
Danach kehren wir um , seilen uns ab in Richtung Hütte , wo wir kurz vor Einbruch der Nacht eintreffen .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Die an der Waldgrenze erbaute Hütte weckt zusammen mit ihrer bukolischen Umgebung im Besucher ein schwer zu beschreibendes Gefühl , eine Art inneren Frieden und Heiterkeit , Garanten für Erholung und einen unvergleichlichen Schlaf .
Wir beeilen uns , das zu beweisen !
Samstag , 10. September 1988 :
Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen . Wir sind besonders froh über ihn , als ein zischendes Geräusch herunterkommende Steine ankündigt ;
aber die zum Glück bemerkenswerte Seltenheit herunterregnenden Gerölls verdient es , die Korrektheit und Meisterschaft der uns benachbarten Seilschaften zu betonen .
Im Plattenpanzer der Kingspitz-Nordostwand Im Augenblick , als wir unser Materialdepot erreichen , kommen wir in den Genuss der einzigen , allerdings nur kurzen sonnigen Phase des Tages . Wir nehmen die Fortsetzung unserer Route in Angriff , an unserem achten Stand kreuzen wir die klassische Route von 1938 .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Der zweite Teil unserer Route , oberhalb von Stand 8 , erfordert bald grössere Vorsicht wegen der Qualität des Gesteins , dies um so mehr , als wir jetzt oberhalb der in der klassischen Route kletternden Seilschaften sind .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Unsere Zeit geht zu Ende , wir können den Gipfel heute nicht mehr erreichen .
Darum beginnen wir nach einer letzten , mit der klassischen Route von 1938 zusammenfallenden Seillänge - zur Beruhigung meines Gewissens - , uns abzuseilen . Wir erreichen das Tal in Rekordzeit .
Vergebene Mühe :
Wenn Daniel sein schönes Bern erreicht , wird das Nachtessen kalt sein und die Tischgesellschaft etwas enttäuscht . Mir bleiben dann noch einige Stunden Bahn und Bus , ehe ich wieder in das schöne weiche Bett schlüpfen kann , das ich kaum vierzig Stunden vorher verlassen habe .
.... ..„pitz- Nordostwand auf Vorderspitze ( rechts ) und Gross Simelistock ( links ) Technische Angaben Vgl. MB 3/89 , S. 116 Nordostwand des Kingspitz :
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Stellenweise erfordert der Fels einige Vorsicht .
Material :
Friends und Klemmkeile / 45-m-Seile / Heim ratsam Zugang :
Bern-Meiringen-Willigen-Rosen-laui , dann Aufstieg zur Engelhornhütte ( 1901 m ) in 1 Std. 30 Min. , von der Hütte 40 Min. bis an den Wandfuss des Kingspitz ( Gipfel 2621 m ) Eröffnung :
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Inhalt 61 Peter Donatsch Korsika - ein Gebirge fällt ins Meer 69 Andreas und Claudine Mühle-bach-Métrailler Skitouren in Kalifornien 80 Daniel Santschi Am Huascaran in der Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Bergtouren im Altai , Sowjetunion 96 Johann Jakob Burckhardt Eine Alpenreise von Rudolf Wolf im Jahre 1835 Herausgeber Redaktion Schweizer AlpenClub , Zentralkomitee ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Publikationenchef CC Gotthard 1989-1991 Dr. Hansjörg Abt , Telefon 01/2581261 , Telefax 01/251 4424 .
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Blick vom Hochland auf die Gipfel der Cordillera Blanca ( Peru ) Photo :
Daniel Santschi , Solothurn 102 Michel Ziegenhagen Ein Berg der Überraschungen 114 Michel Marthaler Die penninischen Decken in den Walliser Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ) :
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Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
lin Berg der Überraschungen
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Erster Angriff
Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
Wir hatten uns diesem Sport fast gleichzeitig und spät , lange nach dem dreissigsten Lebensjahr , zugewandt , um die schlimmen psychosomati-schen Folgen einer allzu sesshaften Lebensweise erfolgreich zu bekämpfen .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Glücklich sind die Ahnungslosen !
Es gibt Gipfel , die sich beim ersten Versuch ohne Widerstand besteigen lassen , als hätten sie von vornherein ihr Einverständnis erklärt .
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski ! Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag . Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
Auf diese Weise brachte mich der Genfer Bettag des Jahres 1971 unter tragikomischen Umständen zum Nadelhorn .
Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten . Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge .
Der Aufstieg verlief ereignislos , doch der Gipfel schien uns nicht bequem genug , wir verlegten darum den Picknickplatz zum Windjoch , das sich als sehr freundlich erwies , weil es seinen Namen an diesem Tag nicht verdiente .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher . Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! ) Eine eher scherzhafte Antwort ;
ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte . Einen Augenblick später springt mein Fragesteller , im Glauben , er hätte ein Zeichen von mir erhalten , mit einem Satz über die Gratkante .
Während er in die Südostwand stürzt , die hier bei einer Neigung von 45 Grad dreihundert Meter hoch ist und im oberen Teil gänzlich mit vereistem Schnee bedeckt , verschwindet er aus meinem Blickfeld . Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
Paul spürt den Zug an seinem Seilstück , dreht sich unverzüglich um und stemmt sich auf seinen Pickel und die Steigeisen , als wolle er sich in den entgegengesetzten Hang stützen : reiner Reflex .
Eine perfekte Verankerung , nichts rührt sich , und unser ( Experimentator ) zögert nicht , gut gesichert wieder aufzutauchen ; er scheint mit seiner gefährlichen Posse recht zufrieden .
Wir hätten ihn mit Vorwürfen überhäufen sollen , waren aber viel zu froh , dass alles so gut abgelaufen war , und haben darum kaum daran gedacht .
Übrigens hatte ich bis dahin nur einfache Abrutscher zu halten gehabt und war gar nicht böse , meine Ansichten auf diese Weise bestätigt zu sehen .
Das Picknick am Das Nadelhorn vom Stecknadelhorn Vom Gipfel des Nadelhorns .
Rechts der Dom .
Im Hintergrund Rimpfischhorn und Monte Rosa Windjoch wurde eins der fröhlichsten , verschönt durch eine auf meinem kleinen Kocher bereitete Bouillon , eine Köstlichkeit , die uns der ( Waffenstillstand ) der Winde an diesem Tag zugestand . Zurück in der ( Höhle des Bären> .
Was können wir von diesem übellaunigen Hüttenwart zur Stillung unseres Durstes anderes erbitten als Wasser ?
<Das gibt es nicht . Ich öffne die Küche erst um 18.00 Uhrb Wir hätten jedoch gern geholfen .
Er hat es so gewollt : Jetzt kommt es zum Gewaltstreich !
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen . Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
- ( Einverstanden , aber wir wollen Wasser ! ) Zögern .
Wenn wir nur zwei wären , hätte er genug Kraft , um uns hinauszuwerfen . Aber bei fünf entschlossenen Burschen sollte man doch besser überlegen .
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) . Die Feuer werden gelöscht , die Aschenreste der Metatabletten ( Trockensprit ) fliegen in gräulichen Flocken davon .
Während des Blick vom Gipfel des Ulrichshorns auf Nadelhorn , Stecknadelhorn und Höhberghorn Abends lässt sich der Zerberus zu dem Geständnis hinreissen :
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Ich plante - bescheidener - , als guten Abschluss der Saison 1977 den Nadelgrat zu begehen . Mich trieb dazu noch ein weiteres Anliegen :
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
Mir lag daran anzukommen .
Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Am Sonntagmorgen nahmen wir nach einem langen Umweg über den Riedgletscher den Nordosthang des Galenjochs in Angriff .
Als derjenige , der die Tour vorgeschlagen hatte , führte ich die Seilschaft , und Jean-Luc hatte , obgleich er seit ganz kurzer Zeit Berg führerAspirant war , diese Ordnung stillschweigend akzeptiert .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Misstrauisch tappe ich auf dem steilen Hang voran , prüfe die Schneehöhe dabei mit dem Pickel ; der harte Grund verschwindet immer mehr .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Einen kurzen Augenblick lang verstehe ich nichts ;
kein Gefühl zu stürzen , so wie man es in einem Lift spürt , der bei der Fahrt nach unten beschleunigt oder bei der Aufwärtsfahrt verlangsamt , wobei man meint , der Magen steige einem bis in den Hals .
Ein Stoss von hinten , dann einer von vorn , und jetzt ist alles schwarz :
Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Diese Folgerung hätte mich vor Entsetzen zu Eis erstarren lassen sollen .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Einen Kameraden versinken zu sehen , hätte mir mein ganzes Innere zusammengezogen .
Aber nichts dergleichen :
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ; wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
Alles ist grau und unscharf .
Mechanisch fahre ich mit einer Hand über meine Nase .
Meine Brille ?
Sie ist sieben oder acht Meter tiefer ( so viel bin auch ich gestürzt ) auf dem Grund des Bergschrundes verschwunden , in einem finstern und unergründlichen , zwischen Eis und Fels gähnenden Trichter . Mir ist als einziges Andenken an sie ein Kratzer auf der Nase geblieben .
Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels . Hinaus , und schnell !
Wo ist mein Pickel geblieben ?
Er muss mir fortgerutscht sein .
Unwahrscheinliches Glück : Er ist anderthalb Meter unter mir in einem Loch hängengeblieben .
Ich recke die Arme , strecke die Hände aus , nichts nützt , mir fehlen mehrere Dezimeter .
Ein Schrei :
<Seil geben ! )
Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
Ein verzweifelter Entschluss :
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Zu meiner Linken zeigt eine unbestimmte , schräge und gekrümmte Rampe , in die ich Stufen und Griffe schlagen muss , die Ausstiegsmöglichkeit an .
Der Überhang tritt betonter hervor . Jean-Luc wacht :
Jedem Schritt folgt das Seil , stets straff gespannt .
Nach einigen Metern dringt es , schräg zur Talseite hin , in den Schnee ein und hat eine lästige Neigung , mich gegen die Wand zu drängen .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt . Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt .
<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg . <Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist . Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
Seilschaften in der Nordwand der Lenzspitze ( im Aufstieg zum Nadelhorn ) Ein letzter Blick :
Das Seil hat von dem an der unteren Lippe des Bergschrunds zusammengewehten und aufgehäuften Schnee eine grosse Ecke abgeschnitten , so dass ich doppelt so tief stürzte .
Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun .
Ein Wunsch , der zur allgemeinen Erleichterung erhört wurde . Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
Ihm schien die Sache einleuchtend ;
er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet . Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
Dieser Bursche musste ohne Seil die beiden Bergschründe des Windjochs und Gott weiss wieviele Spalten , die einem den Schauder einjagen können , passiert haben . Verrückt oder ahnungslos ?
Ganz bestimmt ist das Gebirge eins der letzten Gebiete der Erde , wo ständig Wunder geschehen , aber sich darauf zu verlassen , wäre der Beweis einer sehr ungesunden Naivität . Und ich habe die Bergschründe für lächerliche Risse gehalten !
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Mit ihr verbrannte das Hüttenbuch voll der kostbaren Erinnerungen .
Freunde von einst , wer wird euch jetzt aus der ewigen Nacht erstehen lassen ?
Die hundertunderste der schönsten Touren Die Abdachung der Rieder Seite hatte also zwei zu null gesiegt , uns im Frühjahr und im Sommer zu Boden gezwungen .
Verärgert hatte ich sie während einiger Jahre aus meinen Plänen gestrichen . Erst Anfang August 1986 bin ich mit drei Mitgliedern des sympathischen Skiclubs von Epalinges - alle erprobte Alpinisten - dorthin zurückgekehrt .
Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
Um alle Chancen auf unserer Seite zu haben und Abwechslung in das Vergnügen zu bringen , hatten wir geplant , das Galenjoch von rechts her , vom Pfad zur Bordierhütte aus , in Angriff zu nehmen . So wollten wir den Weg über den Riedgletscher vermeiden , dann den Grat und die steilsten , in dieser Jahreszeit vermutlich vereisten Schneepartien hinaufsteigen .
Ein verdriesslicher Zwischenfall machte diesen schönen Plan zunichte :
Einer von uns vieren wurde zurückgehalten und würde die Hütte erst sehr spät erreichen können . Es schien mir aber nicht klug , ihn die untere Zunge des Gletschers , eine nicht zu umgehende Passage auf dem Weg zur Hütte , allein und bei Nacht traversieren zu lassen .
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte . Es folgte eine Reihe angenehmer Überraschungen .
Hinter der alten war eine neue Hütte gebaut worden ( ich hatte es vergessen ) , grösser und schöner .
Die alte bot nun zusätzlichen Schlafraum , wahrscheinlich war sie auch das Winterlokal . Über dem Eingang ein Schutzdach , unter dem sich - zwar im Freien , doch vor schlechtem Wetter geschützt - bequem zehn Seilschaften bereit machen oder ihre Ausrüstung ablegen können ;
dann eine reichlich mit Bänken ausgestattete Halle , ebenso mit Kästen , in denen Schuhe und Material in guter Ordnung unter Folgende Doppelseite : Balfrin ( links ) und Ulrichshorn vom Nadelhorn aus gebracht werden können , ein wirksames Mittel gegen Materialverwechslungen , wie es am frühen Morgen bei schlecht ausgeschlafenen Seilschaften passieren kann .
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
Als Essraum dient ein regelrechtes Panorama-Restaurant , in dem eifriges , liebenswürdiges Personal bedient .
Ich muss hinzufügen , dass die Hütte an jenem Abend mehr als vollbesetzt war , wir wurden sogar zum Schlafen ins alte Gebäude geschickt .
Das hatte den Vorteil , dass wir dort weniger gestört wurden . Und nun zum Hüttenwart :
Es war wirklich derselbe wie 1971 , aber ich erkannte ihn nicht wieder .
Ich schaute verstohlen durch den Schalter , durch den Bestellungen aufgegeben und das Essen gereicht wird , und sah , wie er friedlich seine Küchenmannschaft ( man könnte fast von einer Brigade sprechen ) leitete . Als der ( Grosskampf ) vorbei war , ging er vor die Hütte , um Luft zu schöpfen und mit einigen seiner Gäste zu plaudern , wie es irgendein anderer Wirt auch tun würde .
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Den brummenden Bären , der uns einst so schlecht behandelt hatte , gab es nur noch ganz unscharf und blass in der Erinnerung . Unser vierter Mann stiess mitten in der Nacht zu uns ;
er hatte von Saas Fee her nur zwei Stunden gebraucht .
Er verlor keine Spur seiner guten Laune , als sich herausstellte , dass der Rest an Trinkbarem , den ich für seinen Durst beiseite gebracht hatte , in der Kehle eines Skrupellosen verschwunden war .
Obgleich die Nacht für ihn sehr kurz wurde , brachen wir doch mit dem Hauptharst auf , um als erste auf dem Gipfel des Nadelhorns zu sein und uns einen ordentlichen Imbiss zu leisten . ( Die nächsten Stunden verliefen eindeutig weniger angenehm , es sei hier nur ganz allgemein darauf angespielt ! )
Und nun der Nadelgrat !
In unserer Hast , die Gipfelfelsen hinunterzusteigen , verpassen wir die kurze Traverse , die auf die Gratkante führt ; ein erster falscher Weg , weil ich einen Augenblick nicht aufmerksam war .
Wieder aufsteigen ?
Das kommt nicht in Frage , das hiesse , den Irrtum öffentlich zuzugeben , und ausserdem scheint sich eine Seilschaft in der richtigen Passage auch nicht wohler zu fühlen .
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
Wer hat wohl in dem stumpfen Gipfel ■# * des Stecknadelhorns eine Stecknadel gesehen und dem Berg diesen komischen Namen gegeben ?
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis . Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
Auf uns warten aber noch ernsthaftere Aufgaben .
Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
Folgen wir der Route nicht genau genug ?
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Aufgrund der vorherigen Erfahrung nehmen wir den Grat , der darauf zum Hohbergjoch abfällt , ohne Steigeisen in Angriff .
Eine etwas heikle Seillänge auf nicht verfestigtem Schnee , immer noch über Eis , veranlasst uns , reuig wieder die Steigeisen hervorzuholen .
Liebenswürdige Scherzbolde versichern uns gleich darauf , dass sie zu gar nichts gut sein werden .
Diese falschen Prediger !
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Zum Glück bewirkt der Abstieg zum Dürrenjoch ein Wiedererwachen des Interesses : Eine Seillänge ist zu sichern , wobei man sich auf schlecht mit dem Untergrund verbundenen Platten möglichst leicht machen muss ;
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Stecknadelhorn , Höhberghorn und Dürrenhorn Rutsche abgeschreckt :
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
.in Tag in Uschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Uschenen ( Weg der Jugend )
Ein Klettergebiet macht Geschichte In der Anfangsphase , als sich in der Schweiz die Entwicklung zum Freiklettern erst abzuzeichnen begann , wurden am Felsband von Üschenen , oberhalb von Kandersteg , Anstiege eröffnet , die zu den schwierigsten der Schweiz zählten .
Die Routen bewegten sich zunächst im Bereich des sechsten , dann des siebten und schliesslich des achten Grades .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Und so konzentrierte sich das Interesse auf Gebiete , die noch weniger erschlossen waren .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
In der Zwischenzeit hatte man auch gelernt , die verschiedenen Aspekte mit mehr Objektivität und der nötigen Toleranz zu betrachten , sind doch die Unterschiede zwischen von unten und von oben eingerichteten Klettereien nun jedem klar und Vor und Nachteile bekannt geworden .
Beides ist möglich , beides hat seine Berechtigung und nicht zuletzt auch seinen besonderen Reiz .
Es gibt anspruchsvolle Anstiege wie zum Beispiel die von unten eröffnete Route Kumulus von Martin Stettier , die eine gesunde Moral und hohes Können erfordern und damit auch über einen ganz eigenen Erlebniswert verfügen .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Dies , nachdem die Route neu eingerichtet und die Linienführung im obersten Teil noch bestimmt werden musste .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Jene Augenblicke , in denen alle Voraussetzungen gegeben sind , damit eine Route im 10. Schwierigkeitsgrad in sehr kurzer Zeit gelingt , lassen sich kaum im voraus bestimmen oder planen .
Zumindest mir scheint diese Fähigkeit nicht gegeben zu sein - selbst wenn ich mich vorher lange und intensiv mit mir und meinem Ziel auseinandergesetzt habe .
Vielleicht kann man aber eine solche Herausforderung auch nur bestehen , wenn ihr eine besondere Situation vorausgegangen ist .
Eine Situation , die , von jedem Erfolgsdruck befreit , hemmende Blockierungen löst und so erst die notwendige Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe ermöglicht . Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
Allerdings zeigt sich dann meist einige Zeit später , dass solche nicht zuletzt durch Im weit ausladenden Dach der Route « Fusion » ( 10- )
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
Und damit scheint auch der Traum von der Fusion für dieses Jahr ausgeträumt zu sein .
Heinz weilt in Südfrankreich , er hat dort Ziele , die ihm eher machbar erscheinen .
Und Gabriele will nach Italien .
Sie mag den Nebel hier nicht und befürchtet , um diese Jahreszeit an den voralpinen Felsen ohnehin nur zu frieren .
Am heutigen warmen und windstillen Tag sollte dies jedoch nicht der Fall sein , weshalb ich mich entschliesse , nochmals die Fusion zu versuchen und dann abends loszufahren .
So können wir den vielleicht letzten sonnigen Herbsttag nützen , und Gabriele hätte die Möglichkeit , sich etwas von ihrer weiten nächtlichen Anfahrt aus Deutschland zu erholen .
Die eigenen Ziele zu nennen ist oft gar nicht so leicht .
Geklettert wird nach wie vor zu zweit , und meist haben beide Partner ihre Routenziele und Vorstellungen , die auf einen zufriedenstellenden Nenner gebracht werden müssen .
Deshalb scheint es mir manchmal recht schwierig , die eigenen Interessen vor mir selbst und dem Partner einzugestehen und gegebenenfalls sogar durchzusetzen , befürchte ich dabei doch , im Falle eines Misserfolges seine Hilfe zu Unrecht beansprucht zu haben .
Andererseits sollten wir trotz derartiger Bedenken vielleicht vermehrt daran glauben , dass solche Unterstützung gerne geleistet wird und von Herzen kommt , wenn der Partner spürt , dass der richtige Moment da ist , um dem andern zu helfen , sein Ziel zu erreichen .
In der Route « Bschütti-gütti ) ( 10 ) , der schwierigsten Route im Klettergebiet von Üschpnpn Und es ist der richtige Moment ! Üschenen präsentiert sich von seiner allerschönsten Seite .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Immer wieder fasziniert mich diese Linie durch die steil aufschiessende Platte mit ihren nur winzigen Einkerbungen .
Ich fühle mich gut .
Ausgewogen und ruhig .
Vielleicht deshalb , weil es mir in diesem Moment hier oben , inmitten einer wunderschönen Landschaft , an nichts fehlt .
Die Pause ist um , und ich muss wieder etwas tun :
Den nächsten Versuch wagen .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Selber fällt mir der kleine Fehler aber kaum auf .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
Ein kurzes Nachfassen und ich habe ihn richtig in der Hand .
Die Traverse hat begonnen und muss jetzt noch konzentriert zu Ende geführt werden - bis an das vordere Dachende .
Einhängen des letzten Hakens und ein entschlossener weiter Zug an den Ausstiegsgriff .
Die letzten Sonnenstrahlen und die freundliche Sicherungshilfe von Ernst Müller - er ist alleine hier oben unterwegs - erlauben uns sogar noch , den Quergang ein zweites Mal zu klettern , dabei einige Bilder zu machen und den schönen Moment noch etwas auszukosten .
In bester Laune packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von diesem einzigartigen Ort .
Die Sonne ist hinter dem Lohner verschwunden , und es wird schnell kalt .
Die Bewegung auf dem Abstieg wärmt uns aber bald wieder auf .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Der über der Linth-schlucht thronende Selbsanft ( vom Tierfed aus )
Über die Nordostflanke zum Luegboden
Vom ersten Mast der KLL-Seilbahn ( Kraftwerke Linth-Limmeren ) steigen wir über den BaumgartenAlpweg hinab zum Schwamm , bis eine Wegspur den Hang und eine Waldlichtung quert , wo viele Jahre ein Einsiedlerpärchen gehaust hat . Von seinen Besitzern aufgegeben , vergandet nun auch ihr Wild-kräutergärtchen .
Hier öffnet Eine verlockende Tour Im vorangehenden Beitrag über das alte Gipfelbuch war viel die Rede vom Nordgrat , ohne dass sich der Leser bei den meist wortkargen Eintragungen seiner Begeher ein Bild über ihn machen konnte .
Deshalb soll hier noch das Erlebnis einer Besteigung über diesen geheimnisvollen Grat geschildert werden .
Prächtiges warmes Spätsommerwetter , keine Gewitter mehr und deshalb eine trockene Route - einmal mehr lockt uns der Berg in seine gewaltigen Nordabstürze .
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Der Eindruck , den diese wild-bedrohliche Gebirgswelt auf den Menschen macht , ist wahrhaft erschütternd , und Caspar Hausers eingangs zitierte Schilderung ( vgl. S. 31 ) hätte hier noch vermehrt Gültigkeit .
Manch einer , der mit den Bergen nicht so vertraut ist , würde sich an dieser Stelle wohl keinen Schritt mehr weiter wagen .
Auf der Wegspur queren wir in die Felsenschlucht . Damit dringen wir in ein Verlies des Gebirges ein .
Innert Kürze rücken die uns vorher noch in geräumigem Halbrund umgebenden Wandfluchten bis auf wenige Meter Distanz zusammen .
Wir betreten eine andere Welt , fern der unsrigen .
Jetzt bei SommerEnde liegen , trotz der Höhe von nur 1200 Metern , immer noch vereiste Lawinenreste in der Kluft .
Mühsam bahnen wir uns den Weg durch das Bachbett empor , überwinden dabei die zerbrochenen Altschneepfropfen und zwängen uns an glattpolierten Felsblöcken vorbei .
Wie würde es hier tosen und brausen , wenn die Limmerenwasser nicht weiter oben von der Staumauer zurückgehalten würden !
Bei sommerlicher Wasserführung gäbe es hier keine Durchkommen .
Das geht auch aus der Empfehlung in den alten Clubführern hervor , diese Tour nur während der trockenen Herbstzeit zu wagen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Die Route wird jetzt allein ihrer Steilheit wegen unübersichtlich , und es braucht einiges Gespür , den richtigen Durchstieg zu finden .
In der bergseitigen Hand den Pickel , in der andern einen Skistock als Stütze , so erklimmt man am sichersten die mit anstehenden Felsen , aber auch mit lockerem Gestein durchsetzten Grasflanken .
Vom zweiten Absatz , dem Luegboden , queren wir über Schrofen und Geröll steil in die Limmeren-flanke hinein , um bald einmal auf dem kräuterbewachsenen Band vor dem Biwakplatz zu stehen .
<Balm> statt Höhle wäre allerdings die treffendere Bezeichnung für die beiden Einbuchtungen am Fusse der sich senkrecht auftürmenden Felswand .
Im Biwak Noch liegt goldenes Licht auf den Muttsee-gipfeln ;
die Sonne geht , von unserem Standort aus schon nicht mehr sichtbar , hinter dem Berg unter .
Rasch fällt die Dämmerung ein und hüllt die Limmerenschlucht in dunkle Schatten .
Wir suchen ein günstiges Plätzchen in der Balm , rollen unsere Biwakmatte und den Schlafsack aus .
Dann setzen wir die Kocher in Betrieb , um unser Abendessen zuzubereiten . Unter fröhlichem ( Tischgespräch ) vergeht die Essenszeit .
Meinen Kameraden erzähle ich , wie wir hier vor drei Jahren unsere Becher unter dem Überhang hervor in den prasselnden und mit Steinschlag durchsetzten Gewitterregen halten mussten , weil wir vergessen hatten , vom Limmerenbach Wasser mitzunehmen !
Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit beginnt sich oben hinter den Muttsee-wänden eine Helligkeit am dunkelblauen Nachthimmel auszudehnen , und um 20.30 Uhr steigt der Vollmond über dem Kamm des Kistenpasses auf .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Hier in der Falte des riesigen Berges fühlen wir uns ebenso geborgen wie zu Hause .
Um fünf Uhr piepst eine Uhr unerbittlich Tagwache .
Als erfahrene Biwakfüchse beherrschen wir allerdings die Technik , im Schlafsack liegend heisses Wasser zuzubereiten und so das Morgenessen - einen Becher Bircher-müesli und Kaffee-einzunehmen .
Im schmalen Ausschnitt , der zwischen Höhlendach und dem Muttseehorizont sichtbar ist , verblassen schnell die Sterne .
Um sechs Uhr verlassen wir im ersten Dämmerlicht unser romantisches Nachtlager .
Am Nordgrat Wirtraversieren zum Luegboden und steigen über die abschüssigen Gras und Schro-fenflanken dem ersten grossen Aufschwung des Nordgrates entgegen .
Auf den Bändern der Sandalpflanke entdecken wir einige Gemsen bei der Morgenäsung .
Hier oben hätten sie auch während der Jagdzeit wohl kaum etwas zu befürchten .
In einer gestuften Rinne geht es in leichter Kletterei hinauf zu einer schmalen Scharte im Nordgrat , wo uns die ersten Strahlen des aufsteigenden Tagesgestirns treffen - hundertfach erlebt und doch immer ein wundervoller Augenblick .
Wir seilen uns an und klettern direkt über die Gratkante weiter .
Auf den Leisten und Bändern liegt wohl viel Schutt , aber die steilen Vollmondnacht im Biwak Luegboden Aufschwünge bestehen aus recht gutem Jura-Malmkalk .
Eine Zone aus stark verwittertem , braunem Gestein erheischt anschliessend wieder vorsichtiges Klettern .
Wir gewinnen rasch an Höhe und stehen bald unter dem markanten gelbbraunen Gratturm , dem die früheren Begeher des Grates den phantasievollen Namen ( Goldenes Horn> gegeben haben .
Anstelle von Goldadern sind es aber die letzten Rasenpolster , die den festen Fels in der Ostflanke des Turmes durchziehen .
Der ebene Platz oben auf der Bergzinne lädt geradezu zu einer Rast ein .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
In die Stille hier oben dringt zu dieser frühen Stunde nur das leise Rauschen des Sandbaches .
Nach dem breiten Schuttband hinter dem ( Goldenen Horn> zieht sich senkrecht und überhängend ein Felsband um den ganzen Bergstock . Die günstigste Route führt Auf dem Höhenrücken des Mittler Selbsanft ( Plattas Alvas ) ;
Heute folgen wir der Route , um oben am Fusse eines wilden Grataufschwungs wieder die Kante zu erreichen . Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt : Johnny , athletischer Sportkletterer aus dem berühmten ( Dorf mit drei Buchstaben ) der Kreuzworträtsel , wird mit Lobesworten über seine Kletterkunst losgeschickt !
Er wird die Seillänge doch ( mit singä und pfiiffä ) packen ! Schadenfreudig grinsen wir uns an , als er sich wenig später im abdrängenden Kamin , in das die Sonne hineinbrennt , hocharbeitet , schwitzt , dann mit dem Rucksack hängenbleibt , um schliesslich angesichts des festen , glattgescheuerten Felsens nicht ganz gerechtfertigt - über den ( Glarner Alpenbruch ) zu lamentieren .
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Ein Anstieg über brüchiges Gelände führt uns zum obersten , dunklen Turm , der aus rau hem Nummuliten-Sandstein besteht .
Voll Freude klettern wir die halbe Seillänge über die Kante hinauf zur Spitze des Hauserhorns .
Gipfelrast Es ist erst zehn Uhr an diesem herrlichen Spätsommertag , und wir können uns eine ausgedehnte Gipfelrast leisten .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Wir blättern ein wenig darin und tragen unsere Besteigung ein , dankbar dafür , dass wir die Reihe begeisterter Alpinisten seit 1863 fortsetzen können .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Unübersehbar breitet sich die ganze Alpenwelt Graubündens im Osten und Süden aus , wird nur über dem Lim-merenfirn vom langgezogenen Eisrücken des Bifertenstocks verdeckt .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Die Scherben und Platten des schneefreien Gipfelkammes klirren leise unter unsern Sohlen .
Zuweilen bilden sie merkwürdige Muster , deren Struktur erst aus höherer Warte erkennbar wäre . Ein langer Abstieg Nach der Mittagsrast in einer sonnenwarmen Firnmulde steigen wir zuerst über den Griessfirn , dann über zerrissene helle Platten , Moränen , Schutt und Geröll zum Ende des Limmerenfirns hinunter .
Von dort geht es dem Gletscherbach entlang , bis er über eine überhängende Felswand in die Tiefe fällt .
Unter uns im Talkessel erstreckt sich der schnee-wasserhelle Limmeren-Stausee . Von den zwölf alpinen Kilometern , die allein den Rückweg vom Hauserhorngipfel bis zum ( Chalchtrittli ) ausmachen , haben wir hier erst die Hälfte zurückgelegt .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
Im Och-senstäfeli wird uns schliesslich der schwarze , nasskalte Kraftwerktunnel aufnehmen , der uns durch den Berg zur Seilbahn bringt .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
Die mit Seil , Pickel , Berg und Biwakausrüstung beladenen Rucksäcke werden dabei schwer am Rücken hängen , mit strapazierten Knien und Fussen , verschwitzt und durstig werden wir im Tal ankommen .
Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Mühsal und Anstrengung : Der weite Weg durch die verlassenste Region der Glarner Alpen hat uns um ein Bergabenteuer mehr mit dem Selbsanft verbunden ;
mit jenem Berg , der mit den Menschen erst seit 125 Jahren - einem winzigen Augenblick in seinem eigenen , sich über Jahrmillionen erstreckenden Dasein - ein bisschen vertraut geworden ist und der uns , seinen Besuchern , durch sein abgeschiedenes Felsenreich und seine Urtümlichkeit ans Herz gewachsen ist .
Vivant amici montium !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Piz Platta im Oberhalbstein
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Dies erinnert mich an mein den damaligen Teilnehmern gegebenes Versprechen , die persönlichen Eindrücke niederzuschreiben , ebenso aber auch an die Gründe , warum es dann doch nicht dazu gekommen ist .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Unten in der Talebene , wo sich noch eine dünne , aber harte Schneeschicht hat halten können , gleitet ein Langläufer den schneefreien Rändern des einstigen Bachverlaufs des Beverin ausweichend , leicht auf und absteigend dahin .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Bei einzelnen Vorkommnissen haben sich die Konturen zum Teil verwischt , sie wirken verschwommen und leben erst dann wieder auf , wenn zu gegebener Zeit , in Anwesenheit der damaligen Teilnehmer , die Eindrücke rekonstruiert werden können . Davon ausgenommen sind natürlich jene Erleb- Nächste Doppelseite :
Im Aufstieg über den Ostgrat von der Fuorcla Buin zum Piz Buin Grond nisse , denen eine starke subjektive Komponente anhaftet .
Jede Tour setzt sich aus einer Aneinanderreihung von vielen einzelnen Details zusammen , die erst in ihrem gegenseitigen Verhältnis wieder einen Gesamteindruck vermitteln .
Eigentlich nichts Aussergewöhnliches , etwas , das sich im täglichen Leben im Gemsen , eine auf Skitouren stets wieder anzutreffende Wildart mer wieder abspielt .
Eine Tour kann aus grandiosen Eindrücken bestehen , aber es kann auch sein , dass Einzelheiten eine derart grosse Bedeutung erhalten , dass sie alles andere überstrahlen ;
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Es ist nicht so , dass ■<©•■ . Die beiden Buin , Piz Buin Grond und Piz Buin Pitschen , im Silvrettagebiet ( Unterengadin ) Flechtengesellschaft im Sonnenlicht ich den Schwierigkeiten entgehen möchte , im Gegenteil .
Die dabei gewonnene Distanz bietet mir die Möglichkeit , das , was mich beschäftigt , von einer anderen Seite anzupacken oder nach neuen Wegen zu suchen .
Es kam schon vor , dass es mich in meiner periodisch auftretenden Isoliertheit grosse innere Überwindung kostete , an einer Sektionstour teilzunehmen , von der ich dann aber frohen Mutes und in meiner inneren Welt bestärkt zurückkehrte .
Dabei Messen sich öfters gute Lebensgefühle , die in schwierigen Zeiten um so seltener werden , wieder erwecken .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Dies ist sein Alltag , in dem es gilt , sich durchzuschlagen .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
Lässt man sich dann genügend Zeit , mag es sogar gelingen , nicht nur äusseren Geheimnissen auf die Spur zu kommen , sondern auch einen Weg zu seinem inneren Wesen zu finden .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals . Ich erzähle George die Geschichte vom Zervreila-Blau und vom Stausee Lampertschalp .
Eine SAC-Hütte mit Seeanstoss ! Die Einwohner von Vals haben jedoch im Frühling 1989 das Konzessionsgesuch für einen Stausee Lampertschalp abgelehnt , womit - hoffentlich - alles so bleiben wird , wie es ist .
Der schmale Steig führt im unberührten Tal über Moränenhügel auf und ab , schlängelt sich um mächtige Felsblöcke , springt über Bachläufe und versteckt sich abschnittweise fast ganz unter den Blacktenstauden , so dass er stets nur auf wenige Meter einsehbar bleibt und jede Windung neue Überraschungen bereit hält .
Unsere Gedanken konzentrieren sich auf den Weg , was die Zukunftsängste für einige Momente verdrängt .
Ähnlich unserem Pfad , der sich in unzähligen Windungen zwischen den Hindernissen durchschlängelt , Alphütte am Eingang zum Läntatal mäandriert auch der Bach im Kiesbett des Talgrundes hin und her , untergräbt hier einen Steinhügel und schafft dort eine kleine Insel .
( Jetzt musst du aber deinen Fotoapparat zük-ken!> reisst mich die Stimme meines Kameraden aus den Gedanken . Ich schaue nach vorn .
Die Wolken haben sich bis auf einen kleinen Rest verzogen und den Blick freigegeben auf ein makellos weisses , grazil in den Himmel strebendes Spitzchen , das uns zu unserem scheinbar so überflüssigen und sinnlosen Tun motiviert : das Rheinwaldhorn .
In den späten Morgenstunden des folgenden Tages befinden wir uns bereits wieder auf dem Rückmarsch . Zwischen wirr aufeinandergetürmten Felstrümmern am Gletschertor su chen wir uns den Weg zum Talausgang , wo ein heller Sonnenfleck den Bachlauf silbern schimmern lässt .
Hier aber regnet es noch wie aus Kübeln . Über Georges Wangen läuft ein helles Rinnsal - ist es Regenwasser oder der Schweiss der Anstrengung ?
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Zyklopenhaftes Chaos am Fuss der Eiszunge , Blöcke , labil auf schmalen Eisgrätchen balancierend , jederzeit absturzbereit . Bergauf und bergab klettern wir über Steine und rutschen auf dem Gletschereis aus , das sich unter einer feinen Staubschicht versteckt hält .
Längst schon sind wir völlig durchnässt . Losgetretene Steine kollern übers Eis und platschen spritzend ins milchigweisse Gletscherwasser .
Die Zähne der Steigeisen knirschen und quietschen bei jedem Schritt auf dem groben Steingrus . Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan . Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren . George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen . Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
hinüber - mit zwei Schuhen voll Wasser . Manchmal ist der direkteste Weg auch der beste .
In den Schuhen quatscht es . Jeder Schritt drückt das Nass aus den durchtränkten Socken zwischen den aufgeweichten Zehen nach oben .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben . Immer wieder taucht es auf , ruft mich mit unwiderstehlicher Macht , wird zum Zwang .
In solchen Momenten wird mir klar , dass wir Bergsteiger Süchtige sind , die einfach auf Berge steigen müssen : Da gibt es nichts anderes .
Basta . Bisweilen allerdings verfluche ich diesen Zwang , denn Bergsteigen kann doch auch ziemlich unbequem sein .
Und ist der Mensch im Grunde nicht ein Wesen , das eher ein angenehmes Leben sucht ? Leise drängt sich dann etwa die Frage auf , ob man sich's am Samstagabend nicht besser im Lehnstuhl bei Bier und Thomas Gottschalk bequem machen sollte , als in einer kalten Berghütte unter einer mief igen Wolldecke nach Schlaf zu suchen .
Mit leisem Knacken bricht die Schneedecke unter meinem Schuh ein , und wieder stecke ich bis zum Oberschenkel im grundlosen Weiss .
Die Sichel des halbvollen Mondes steht fahl und gelblich im Zenit und wirft ihr diffuses Licht dorthin , wo sie will .
Die linke Talseite schimmert hell , während die Bergwand auf der rechten in undurchdringliches Dunkel getaucht ist .
Ich arbeite mich stöhnend aus dem Schneeloch . Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Der Rucksack reisst mich beinahe von den Beinen und treibt mir dabei Tränen in die Augen . Ich schimpfe vor mich hin , manchmal laut , manchmal leise .
Ich verwünsche den unerwartet tiefen Schnee , das schwache Mondlicht , den schweren Rucksack . Aber im Grund verwünsche ich mich selbst , ärgere mich , dass ich dem Zwang , heute Abend noch in die Läntahütte aufzusteigen , nachgegeben habe , obwohl wir den ganzen Tag in einem verrauchten Zimmer an irgendwelchen Sitzungen teilgenommen und Weisswein getrunken haben .
Im Kopf hämmert es <Du schaffst es nicht , du schaffst es nicht , du schaffst es nicht ) . Schwäche und das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit lähmen den Körper .
Stehenbleiben und den Rucksack in den Schnee werfen .
Die Augen zusammenkneifen und angestrengt in die Nacht starren : Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Ich fasse neue Kraft und tappe weiter , lasse mich von einer unsichtbaren Macht in unsichtbare Schneeverwehungen werfen , arbeite mich daraus wieder hervor und stapfe weiter .
Mein Schimpfen verhallt ungehört : Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Erneut bleibe ich stehen und starre ins Dunkel . Die vermeintliche Hütte entpuppt sich als Felsblock und der Holzstoss als ein Haufen von Zaunpfosten , die der Hirt im Herbst hier aufgeschichtet hat .
Das Mondlicht verleiht der Landschaft um die Lampertschalp ein ganz eigenes trügerisches , überirdisches Relief .
Ich stolpere vorwärts und denke zurück .
Kam nicht gleich nach diesem Felsblock die Hütte , als wir im letzten Sommer hier waren ? Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Von der Hütte immer noch keine Spur . Auch Pius sehe ich nicht mehr , die Einsamkeit ist total .
Mir ist , als ob ich mich im Kreise drehen würde , nach jedem Felsblock kommt wieder eine Ebene , auf jede Ebene folgt ein neuer Felsblock .
Nur der Zeiger der Armbanduhr deutet den Fortschritt an , doch das nützt mir nichts . Ich muss die Hütte erreichen .
Der Mond sinkt herab , dem gefrässigen Maul eines grossen Haifisches gleich steigt der schwarze Schatten nun auch an der linken Talseite hoch . Ich werfe den Rucksack ab , die Beine bleischwer , die Seele mutlos .
Der Wind singt seine Melodie , während er über diese verfluchten , nicht enden wollenden Schneefelder mit ihren tückischen Löchern und Verwehungen hinwegstreicht . Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Den Schirm aufziehen , ein leichtes Rauschen und Abheben , keine schweren Güferhorn und Rheinwaldhorn , die beiden beherrschenden Gipfel der Adulagruppe Beine mehr , kein böser Rucksack , keine unsichtbaren Schneefallen , die mich in die Tiefe reissen wollen .
Beinahe wäre ickeingeschla-fen ! Weiter , weiter , hämmert es jetzt in meinem Kopf , und die Kälte unter dem nassge-schwitzten Hemd treibt mich voran .
Wieder einen Hang hinauf und um einen Felsblock herum . Jeder Schritt ist mittlerweile zur Qual geworden .
Plötzlich - ich erlebe den Moment wie eine Offenbarung : Weit vorn , und nur noch ganz schwach vom untergehenden Mond beleuch- tet , da glänzt und gleisst das Spitzchen - das Ziel .
( Nur noch ein paar Schritte ) , ruft es mir zu , und neue Kraft strömt in meine Beine . Es ist die Kraft , die zahllose Male das weisse Spitzchen in meinen Gedanken gemalt hat , und es ist jene Kraft , die uns immer wieder in die Berge treibt .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Die tiefe , hinter uns zurückbleibende Spur ist unser Gemeinschaftsweg , an dem wir alle unsern Anteil haben .
Später finden wir eine apere Rippe , über die wir wie auf einer Treppe höhersteigen können .
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Wir sind allein mit uns und dem leise Ausblick vom Rheinwaldhorn .
knirschenden Geräusch des hartgefrorenen Schnees unter unsern Schuhen und dem Laut des eigenen Atems . Unter dem höchsten Punkt legen wir unsere Gleitschirme aus .
Farbige Tupfer im ebenmässigen Weiss der Gipfelpyramide . Klein wie Käfer , die sich in dieser Wüste von ewigem Schnee , Eis und Fels verirrt haben .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus . Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Nun noch die Leinen entwirren , ins Gurtzeug schlüpfen und das Fähnchen in den Wind strecken .
Aus den kurzbeinigen Erdgebundenen werden farbige Vögel .
Gleitschirmstart vom Rheinwaldhorn Richtung Westen . Hinter dem tiefen Einschnitt des Bleniotales erheben sich die Ketten der Tessiner Berge .
Photo Markus Stähet '
Wv
ss Wändli
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Der Gr .
Mythen von Süden , links die konkave Westwand , die Mythenmatt und der Gipfelaufbau 141
Harmonie
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten . Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
Denn zu jener Zeit , in den Kriegsjahren , so hat mir mein Freund schon oft versichert , sei es meist recht schwierig gewesen , im Wald Fallholz zu fin den , so dass er sich mit beträchtlichem Risiko sogar an Legföhren und Krüppeltannchen herangemacht habe , die , an Felssätze und Nossen geklammert , klagend ihre toten Arme von sich gestreckt hätten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Gibt es nicht Tage , an denen man als Bergsteiger von einem grenzenlosen Misstrauen erfüllt ist , an denen man keinem Griff mehr traut und dauernd den Boden unter den Fussen zu verlieren glaubt ?
Heute geht es recht gut .
Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
Mächtig wölbt sich die Wand über mir auf :
Hier ist kein Durchkommen mehr für Genusskletterer !
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Und weil mich meine Erinnerungen an den unbequemen Schuhwechsel mit stillem Vergnügen zum Genfer Alpinisten Félix Genecand ( 1878-1957 ) hinzuführen pflegen . Genecand war nämlich der Erfinder des Tricouninagels !
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete .
Und dann die Bergsteiger !
Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
Seltsam , der Weg über das Wyss Wändli am Grossen Mythen :
für die Schuhe vielfach eine Gras und Erdroute , für die Hände eine Felskletterei .
An Griffen fehlt es hier tatsächlich nicht :
schöne , scharfkantige Leisten , Henkelgriffe , schmale horizontale Spalten , Nocken ... Sie alle bieten den suchenden Fingern zuverlässigen , sympathischen Halt .
<Salü , alter Geselle ! )
lacht mein Herz dem kleinen Ahornbaum am Fuss der Rinne entgegen , die dem Mittelteil der Route das Gepräge gibt .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Einst haben wir mit starker Hand an dir gerüttelt und eine ebenso feste Antwort erhalten .
Dann pflegten wir das Seil um deinen Stamm zu legen und vertrauensvoll den Seilgefährten nachzusichern .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
Und plötzlich gewahre ich Menschen , die geschäftig zum Fuss unserer Wandflucht hinaufkrabbeln .
Einer von ihnen muss Wisel sein .
Dies erinnert mich erneut an Félix Genecand , habe ich diesem welschen Bergsteiger doch nicht nur als Erfinder ein Denkmal gesetzt ( warum sollte Genecand nicht in der Zentralschweiz eine bescheidene Erinnerungsstätte haben , wenn es in Genf doch auch eine <rue Guillaume-Tell> gibt ! ) , sondern auch als Menschen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Ich stand an dieser ausgesetzten Stelle eine furchtbare Angst aus .
Unbeeindruckt von meinem Gejammer liess sich Thedy oben , am Standplatz , nur mit einem belustigten Lachen vernehmen .
Er glaubte an mich , mehr als ich selbst , und rief mir , über die Weite und Tiefe hinweg , dann doch noch einige Anweisungen zu .
,Du musst nur ...
Der oberste Schuh verfügt über einen sog. Berner-Oberländer-Führer-Beschlag ( mit speziellen handgeschmiedeten , hohen Nägeln , die einen scharfgriffigen Kranz bilden ) .
Der unterste Schuh hat eine Gummisohle . ( Alle drei Schuhe befinden sich im Alpinen Museum in Bern . )
der Gefahr eines unfreiwilligen Pendlers vor Augen , ist auch der Seilzweite ein einsamer Mann .
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern . Nie mehr !
Franzi , das unvergessene Skiidol unseres östlichen Nachbarlandes , hat einmal nach einigen verpfuschten Wintern einem Radioreporter erklärt , er wisse nicht , ob er jemals wieder die ,absolute Brutalität ' erlangen werde , die nötig sei , um ein Abfahrtsrennen zu gewinnen .
Genau sie ist es eben , meine Lieben , die ,absolute Brutalität ' , die mir leider für diese und andere Routen fehlt ! ) Lachen tut gut !
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind . Geladene Gäste haben gut lachen !
Ein Jauchzer , hoch über der schräg ansteigenden , zerfransten Kante der Mythenmatt , erinnert uns daran , dass heute alle Zweibeiner , auch die gefiederten , zum Festmahl und zur Gedenkstunde eingeladen sind .
Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit : Es heisst sich sputen !
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns .
Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
Aber ausgerechnet jetzt muss der Nebel aus dem Abgrund steigen .
<lhr müsst hier ausgiebig in die Tiefe schauen ! ) hätte ich ihnen angeraten , wie ich es vor Jahren Seffi empfohlen habe .
Aber Seffi war ein Dickkopf ! An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
Deutlich beginnt sich das System von Grasrinnen und Bändern abzuzeichnen , dem die Wyss-Wändli-Route am Gr .
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge ! Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! ) würde ich antworten .
Nah und doch recht weit entfernt ist meine Liebeser- Die MythenWestwand aus der Froschperspektive : Die Wyss-Wändli-Route folgt dem auffälligen System von Rinnen , Bändern und Felsköpfen , das die Wand von links unten nach rechts oben durchzieht .
Die Einstiegsplatte , schwierigste Stelle der Wyss-Wändli-Route . Nicht zur besonderen Freude der Kletterer pflegt - nach längeren Regenfällen - Wasser aus den Löchern und Rissen der Wand zu quellen .
klärung von derjenigen eines Kameraden , der mich , vor Jahrzehnten , genau an dieser Stelle mit einem Mädchen , meiner Zukünftigen , auftauchen gesehen hatte .
Verdutzt und etwas spöttisch hatte der Besagte aufgelacht , mit der flachen Hand über sich den senkrechten Fels des Wyss Nollen getätschelt und uns übermütig zugerufen : ( Dies hier ist halt meine Braut ! )
Der Mann , von dem die Rede ist , hiess Franz , doch war es nicht der Franz vom ( Altar-stein> und selbstverständlich auch nicht der Franzi aus dem Land des Kaiserschmarrens , sondern der Franz , dem in den kommenden Jahrzehnten Dutzende von Erstbegehungen gelingen sollten und der sich - zu seiner Ehrenrettung sei es verraten - später auch noch eine fleischliche Braut angelacht hat .
Mit ihm hatte ich einige Jahre zuvor kiloweise technisches Material in der Bergwelt spazieren geführt , was uns am Ufer des Wägitalersees einmal sogar polizeilich bestätigt wurde . Zwei Hüter des Gesetzes mussten dort in uns , aufgrund des mitleiderregenden Zustandes unserer Hände , die klassischen Blumenräuber gerochen haben .
Jedenfalls wurden wir von ihnen höflich aufgefordert , die Rucksäcke zu öffnen .
Doch nachdem sie einige Zeit darin gewühlt , der eine in Franzens , der andere in meinem Sack , hatten sie unter ihren Dächli-mützen hervor einen vielsagenden Blick ausgetauscht und dann ganz offensichtlich enttäuscht , für jedermann deutlich hörbar , zu Protokoll gegeben : ( Die haben ja nichts als Eisen bei sich ! )
Das Eisen , unsere schweren Haken und Karabiner ( man wusste damals noch nichts von legiertem Bergsteigermaterial ) , pflegte Franz vorwiegend in die Ritzen unserer Felstürme Peter und Paul am Kleinen Mythen einzutreiben , während ich , getreu einer in Paris bei einem Bouquinisten am Ufer der Seine preisgünstig erstandenen Anleitung , die Seilstränge bediente .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
So hing denn unser ganzes Kletterglück von der dünnen Broschüre aus der Grossstadt ab , deren Titel La technique de la varappe artificielle oder ähnlich lautete .
Er hätte ebensogut ( Die Technik des Mehlsack-hissens> heissen können , denn die ( Methode ) verurteilte den Seilführer zu einer Haltung , die statisch nur geringfügig von derjenigen eben eines Mehlsackes abwich .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Mythenmatt ( Hier muss es Pfefferminz geben ) , stellt Susi bei den Karrenfeldern am Rand der Mythenmatt fest .
Beim Namen Seidelbast hätte ich aufgemerkt .
Seidelbast ist für mich gleichbedeutend mit Bergfrühling , Wiedererwachen der alten Kletterleidenschaft , Aufbruch .
Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
Nun , dass es so weit von den Teestuben entfernt nach Pfefferminz duftet , scheint mir trotzdem recht erstaunlich , so bemerkenswert wie die Tatsache , dass in frühern Jahrzehnten Schafe an diesem Kraut gerochen haben .
Die Mythenmatt-jene auffällige , schiefe Grasfläche unter dem rötlichen Gipfelkopf-wurde früher tatsächlich nicht nur von Gemsen beweidet .
Darüber zu rätseln , auf welchem Weg die Schafe hier hinaufgelangten , ist erlaubt .
Jedenfalls muss Schafhirt Kälin , wie seine eventuellen Vorgänger , gute Schuhe getragen haben , wahrscheinlich solche mitTricounibe-schlag . Wie es auch sei , es geht auch mit Gummischuhen , heutzutage , allen Unkenrufen der Nachkriegszeit zum Trotz .
( Eure Gummisohlen mögen ja recht und gut sein , aber wenn euch einmal auf der Mythenmatt ein Regenschauer überrascht , dann möchte ich euch sehen ... nasses Gras und Gummi , das wirkt doch wie Schmierseife .
Dann werdet ihr wie eingesalbte Ölgötzen in die Tiefe fahren ! )
Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Erhebend , später , der Augenblick , in dem der Präsident sein Manuskript hervorkramt und seinen Mund öffnet .
Doch genau in dieser Sekunde werden Bild und Ton von einem dichten Nebelschwaden verschluckt . Ein , zwei Minuten nur - die Zeit für einige Schlückchen - , dann ist der Spuk vorbei , und ich sehe mich zu meinem grossen Erstaunen ( Wirklichkeit oder Halluzination ? )
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
Es sind die Gründer des Vereins , die Männer , die mit ihrer Begeisterung und ihrem Geldbeutel den Berg für den Wanderer erschlossen haben , die Concierges des Mythenwegs , die ich bis heute nur aus der Jubiläumsschrift gekannt habe .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei ! Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein :
Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Au petit matin du 9 septembre 1988
Dring ... Dring ...
! Qu' ils sont pénibles , ces levers avant l' aube ( il est 4 h 45 du matin ) , surtout lorsque l' on est allongé bien au chaud dans son lit , à la maison , et non pas en refuge ou au bivouac .
La promiscuité ou l' inconfort des « camps de base » , en effet , favorisent généralement un passage relativement rapide à la station debout et , malgré des gestes encore imprécis , une volonté de mouvement excitée par l' imminence de l' action : marche d' ap ou escalade .
De plus , vous n' êtes pas seul à subir les désagréments de la situation !
Alors qu' à la maison , lorsque autour de vous la ville entière dort encore , alanguie par le travail de la journée ... ou la fièvre du samedi soir , cette émulation fait totalement défaut .
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Je m' habille rapidement , avale un bol de céréales arrosé d' un bon jus de citron , plaque sur mon dos encore raidi de sommeil le sac minutieusement préparé la veille , et entrouvre la porte .
Tout va bien , l' habituel smog urbain laisse filtrer quelques pâles étoiles ;
il fera beau aujourd' hui ... Confortablement installé dans une voiture déserte de l' Intercity Genève-Berne , je réfléchis à ce que seront probablement ces deux jours d' escalade prévus avec Daniel Anker , un de mes fidèles compagnons de l' été , Daniel qui m' a fait part au téléphone de son souhait d' ouvrir une nouvelle voie à la Kingspitz , célèbre sommet des Engelhörner .
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée ! Berne déjà .
Une cohorte de travailleurs se déverse de chaque wagon pour envahir les souterrains de la gare .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Une chape de sueur s' étoile entre mes omoplates ...
Nous avons omis de nous fixer un Neu de rendezvous !
Comment faire pour nous retrouver au milieu de cette marée humaine ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
Considérant que le travailleur tertiaire moyen n' a en règle générale que faire de ces étranges attributs , je me lance dans une poursuite effrénée m' amenant bientôt à proximité de la chaussure en question , qui a le bon goût de présenter un double faisant paire , ces deux éléments étant raisonnablement prolongés par deux tuyaux en forme de jambes , un torse bien réel , un grand et vrai sourire et deux bras dont l' un me secoue déjà chaleureusement la main :
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Tout d' abord , malgré le grand plaisir que nous éprouvons à bivouaquer en plein air ( nous le faisons le plus souvent possible ) , nous optons pour la formule du refuge , ce qui nous soulage d' un poids conséquent puisque nous n' avons qu' une nuit à passer en montagne .
allons-nous laisser les longueurs et les relais entièrement équipés de pitons à expansion , comme on le fait généralement en école d' escalade , ou suivre un raisonnement médian consistant à n' équiper que les relais ( pour les rappels ) et les passages en zone compacte impossibles à protéger à l' aide de coinceurs ? Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Le fait de devoir placer soi-même ses coinceurs , de gérer tant soit peu son itinéraire et de prendre parfois en compte son environnement immédiat favorise , nous semble-t-il , une certaine maturation du grimpeur . Cette technique dite de « l' équipement minimum » est la méthode généralement utilisée en haute montagne , principalement dans les parois granitiques où les fissures franches permettent un assurage relativement aisé .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante . Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Si l' on soustrait les pitons à expansion placés aux relais , il ne reste en effet qu' une trentaine de points de protection pour les longueurs , à savoir une moyenne d' environ trois gollots par longueur . « Responsabiliser le grimpeur » ne veut d' ail pas dire l' envoyer au casse-pipe ou le a ;.
V Lors de l' ouver de « Trumpfkönig » , dans la face nordest de la Kingspitz
condamner au fauteuil pour paraplégique ! Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Enfin , ultime question d' éthique : l' emploi de la perceuse à accumulateurs ...
Problématique pour nous sans fondement , la seule et grande entorse au défi sportif étant à nos yeux l' ouverture de voies depuis le haut ( en montagne surtout ) , procédé qui permet l' équipe d' itinéraires dans un registre de difficultés que l' auteur ne maîtrise pas forcément .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte . Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
Après avoir suivi cette voie sur quelques longueurs encore pour nous situer dans ce dédale de dalles , nous revenons au haut du socle pour aborder à gauche une veine brune très caractéristique et qui semble offrir un rocher un peu plus travaillé que les dalles noirâtres voisines .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique ! Et tout de suite la prédiction se réalise !
Cependant , les problèmes d' équilibre et d' adhé que nous rencontrons ne parviennent pas à empêcher nos pensées et nos regards de s' égarer sur les crêtes et sommets alentour ... Ainsi avons-nous le plaisir d' admirer deux cordées effectuant l' ascension du pilier ouest de la Vorderspitze , un très bel et classique itinéraire de quatrième degré supérieur , pilier dont le profil se détache avec une netteté stupéfiante , générée par les jeux de la lumière et de l' ombre irisant le rocher .
Nous restons quant à nous environnés d' ombre dans notre froide paroi nordest , et le port de notre veste en fourrure polaire n' est pas superflu lorsque nous décidons de déposer notre matériel au cinquième relais , avant de nous en retourner en rappel en direction du refuge , que nous atteignons peu avant la tombée de la nuit . [.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine . Erigé à la limite supérieure de la forêt , le refuge et ses bucoliques alentours font naître chez le visiteur un sentiment difficile à exprimer ;
une sorte de paix intime et une sérénité garantes d' un repos et d' un sommeil sans pareils ... auquel nous nous empressons de nous abandonner !
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
mais en l' oc heureusement , la rareté du phénomène nous permet de relever la correction et la maîtrise des cordées voisines .
Dans les dalles de la face nordest de la Kingspitz Au moment d' atteindre notre dépôt de matériel , nous jouissons de la seule et courte période de soleil de la journée , avant d' entamer la suite de l' itinéraire en plein centre de la paroi , coupant la voie classique 1938 à notre huitième relais .
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
La seconde partie de l' itinéraire , au-dessus de R8 , exige bientôt plus de précautions quant à la qualité du rocher , d' autant que c' est à nous maintenant de surplomber les cordées engagées dans la voie classique .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
Notre temps est compté et nous ne pouvons gagner le sommet aujourd' hui ;
c' est pourquoi . après une dernière longueur commune avec la voie classique 1938 effectuée pour apaiser ma conscience , nous entamons bientôt une longue série de rappels , et regagnons la vallée en un temps record .
Mais peine perdue :
le souper sera froid et les convives un peu déçus lorsque Daniel regagnera sa bonne ville de Berne , alors qu' il me faudra encore quelques heures de train et de bus pour réintégrer un certain lit bien douillet , quitté à peine 40 heures plus tôt !
Vue sur la Vorderspitze ( à droite ) et le Gross Simelistock ( à gauche ) depuis la face nordest de la Kingspitz Données techniques Face nordest de la Kingspitz :
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Rocher demandant par endroits certaines précautions .
Emporter :
Friends + coinceurs , cordes de 45 m , casque conseillé .
Approche : Berne-Meiringen-Willigen-Ro-senlaui , puis montée à l' Engelhornhütte ( 1901 m ) en 1 h 30. Depuis le refuge en 40 minutes au pied de la Kingspitz ( sommet à 2621 m ) .
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
^J*S Cordillera Blanca Sommaire 61 Peter Donatsch La Corse : un massif montagneux tombé en mer 69 Andreas et Claudine Mühlebach-Métrailler Courses à ski en Californie 80 Daniel Santschi Au Huascaran , dans la Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Ascensions dans l' Altaï ( Union soviétique ) 96 Johann Jakob Burckhardt Rudolf Wolf :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Préposé du CC aux publications CCGothard , 1989-1991 Dr Hansjörg Abt , téléphone 01/2581261 , telefax 01/251 4424 .
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Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins . Photo :
Daniel Santschi , Soleure 102 Michel Ziegenhagen Nadelhorn : une montagne à surprises 114 Michel Marthaler Les nappes penniques dans les Alpes valaisannes : quelques explications géologiques Prix Abonnement ( pour les non-membres ) :
Suisse 42 fr ., étranger 58 fr . Cahier trimestriel séparé , pour les membres du CAS :
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Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
une montagne à surprises
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Première escarmouche
Le Nadelhorn figurait dans la liste des sommets sur lesquels nous avions jeté notre dévolu , mon collègue et ami André Berney et moi-même , au chapitre des montagnes à gravir en saison de ski , car il nous semblait incongru d' escalader en été une sommité qui pouvait l' être au printemps .
Nous étions à notre deuxième saison d' alpinisme , une activité que nous avions abordée presque simultanément et tardivement , la trentaine largement passée , afin de combattre avec succès les détestables effets psychosomatiques d' une existence trop sédentaire .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille . Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
Aux innocents les mains pleines ! En ce printemps 1970 , le Nadelhorn fut donc impérativement désigné comme prochaine « victime » .
Il nous fit savoir qu' il n' était pas consentant .
Peu avant la course , je dus annon- II est des sommets qui se laissent gravir au premier essai , sans coup férir , comme s' ils vous avaient accordé d' emblée leur complicité .
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
Tel fut pour moi le Nadelhorn , mais après avoir personnifié la montagne comme ne peut manquer de le faire celui qui s' est souvent mesuré à elle , je m' em de dire que la cause principale des avatars qui vont être rapportés doit être recherchée dans le comportement humain , ce que démontreront à l' évidence les propos suivants .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Mais que sont ces mots devant la disparition d' un ami ?
Même pas une manière d' oraison funèbre .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Entre autres particularités , ils fêtent le Jeûne dix jours avant les autres Suisses ( mais n' en respectent pas plus l' austérité pour cela ) , c' est un jeudi , ce qui leur donne l' occasion d' organiser à chaque début de septembre un pont de vacances de quatre jours et de relancer leurs activités de loisir .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
Au Windjoch , le pique-nique fut des plus gais et agrémenté d' un bouillon préparé sur mon minuscule réchaud , délice accordé par la trêve conclue entre les vents ce jour-là . Retour à la cabane du grizzli .
Que pouvons-nous demander à ce gardien mal embouché pour apaiser notre soif , sinon de l' eau ?
- Il n' y en a pas .
Je n' ouvre la cuisine qu' à dix-huit heures !
Le Nadelhorn , vu du Stecknadelhorn M A gauche , le sommet du Nadelhorn .
A droite , le Dom des Mischabel , et à l' arrière , le Rimpfischhorn et le Mont Rose Pourtant , nous aurions volontiers exécuté la corvée .
Il l' a bien voulu , c' est le coup de force !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- D' accord , mais on veut de l' eau !
Hésitations .
Si nous n' étions que deux , il serait de force à nous jeter dehors , mais cinq gars décidés , cela donne à réfléchir .
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
Extinction des feux , le méta s' envole en flocons grisâtres .
Pendant la soirée , le cerbère se laisse aller aux confidences :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
En pareil cas , les Ecritures commandent de passer l' éponge ...
Le lendemain , joyeuse fut la descente sur Saas en compagnie d' un des guides , homme Photo Jean-Louis Barbey Du sommet de l' Ulrichs :
Nadelhorn , Stecknadelhorn , Höhberghorn disert et patron du premier bistrot rencontré , qui nous fit oublier nos déboires en nous servant la bière à satiété .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
Plus modestement , j' envisageais de parcourir le Nadelgrat pour bien finir la saison 77 , avec un motif supplémentaire :
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Aux premiers jours d' octobre , nous montions à la cabane Bordier , admirant au passage un vallon morainique aussi original par sa conformation que par sa végétation .
Il me tardait d' arriver .
La cabane devait être fermée le lendemain soir et son livre d' hiver était déjà mis à la disposition des visiteurs .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Souvenir mélancolique de l' ami décédé , du temps envolé .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Le dimanche matin , après un long détour par le glacier de Ried , nous abordions le versant nordest du Galenjoch .
Comme promoteur de la course , je conduisais la cordée et Jean-Luc avait tacitement admis cet ordre malgré sa toute récente qualité d' aspirant .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Méfiant , j' avance à tâtons dans la pente pas bien raide , sondant la neige du piolet , le fond dur se dérobant progressivement .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Pour un bref instant , je n' y comprends rien :
aucune sensation de chute , comme celle que l' on ressent dans un ascen- seur qui accélère à la descente ou ralentit à la montée , avec l' impression que l' estomac remonte dans la gorge .
Un choc par derrière , un autre par devant , maintenant tout est noir :
plus de doute , je tombe dans la rimaye .
Le deuxième choc m' a fait basculer à gauche et en arrière ( je m' en rendrai compte à l' atterris ) , j' ai donc tout loisir de voir le trou qui m' a livré passage , seul objet lumineux pour l' instant , s' enfuir à toute vitesse , déjà à quatre ou cinq mètres au-dessus de moi .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Cette conclusion aurait dû me glacer de terreur .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
Voir tomber un camarade m' aurait noué les tripes .
Rien de pareil ici :
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Un dernier choc , plus violent que les autres , met un terme à la dégringolade :
une étroite banquette de glace en saillie sur la paroi aval stoppe la chute et , si le deuxième choc ne m' avait pas renvoyé obliquement sous le surplomb , je passais tout droit ...
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Progressivement tendue en fin de chute , la corde a aussi contribué à amortir la réception .
Il me faut quelques secondes pour reprendre mon souffle et accommoder ma vue à l' obscu .
Tout est gris et flou .
Machinalement , je passe une main sur mon nez .
Mes lunettes ?
Elles ont disparu au fond de la rimaye , sept à huit mètres plus bas ( je suis tombé d' autant ) , dans un entonnoir obscur et insondable , béant entre glace et roc , me laissant une égratignure sur le nez pour tout souvenir .
Accoudé sur la banquette , je dois extraire les lunettes de rechange de la poche du sac .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Où est donc passé mon piolet ?
Il a dû m' échapper et , veine incroyable , il s' est fiché dans un trou un mètre et demi au-dessous de moi .
Etirements de bras , de mains , rien n' y fait , il me manque quelques décimètres .
Hurlements :
- Du mou !
Malgré des secousses frénétiques , la corde reste tendue à bloc .
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
Mais enfin , cet idiot là-haut ne pourrait-il pas venir voir ?
La solution du désespoir :
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Au tour des crampons , maintenant , et gare à ne rien lâcher en les laçant .
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Sur ma gauche , une vague rampe oblique et déversée où il me faut tailler marches et prises de main montre la sortie . Le surplomb s' accentue , Jean-Luc veille :
à chaque pas , la corde suit , toujours aussi tendue . Après quelques mètres , elle pénètre dans la neige obliquement vers l' aval , avec une fâcheuse tendance à me plaquer contre la paroi .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
Une douzaine de mètres en contrebas , campé dans une position d' assurage parfaite avec un large sourire aux lèvres , Jean-Luc m' envoie une de ses expressions imagées : - Hein , dis donc , je l' ai bien tendu , ce nylon !
Mais m' en plaindre serait pure ingratitude car une demi-heure au plus s' est écoulée depuis ma chute . Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
- Dis donc , s' il y a autant de neige ici , ça sera pire en haut , on va patauger !
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Pourtant facile , le retour me paraîtra d' ailleurs par moments un peu pénible et , de toute évidence , je ne serais pas allé beaucoup plus loin . Un dernier coup d' œil :
la corde a tranché un grand coin de neige soufflée et amoncelée sur la lèvre inférieure de la rimaye , doublant ainsi la hauteur de ma chute .
Voyant le sol se fendre sur plusieurs mètres dans sa direction et craignant l' effondrement d' un vaste pont de neige , Jean-Luc s' est interdit de faire un pas de plus , avec l' espoir que j' y mette du mien , vœu exaucé dans le soulagement général .
Mais je me suis parfois demandé ce qu' il aurait fait s' il avait eu à sa corde un client inerte ...
A la cabane , le gardien ne manifesta aucune surprise en apprenant notre mésaventure , que nous n' étions d' ailleurs pas particulièrement fiers de raconter .
La chose lui parut aller de soi et , plus avisé que nous , il avait réussi sa course en menant quelques compagnons au Balfrin .
Dans l' après parut un Allemand seul , porteur d' un lourd sac à claie , en provenance de la cabane des Mischabel .
Ce gaillard avait dû passer sans corde les deux rimayes du Windjoch et Dieu sait combien de crevasses à vous faire froid dans le dos .
Fou ou inconscient ?
Aussurément , la montagne est l' un des derniers endroits de ce monde où le miracle se manifeste en permanence , mais En montant au Nadelhorn ;
vue sur la face nord de la Lenzspitze compter là-dessus serait faire preuve d' une très malsaine naïveté .
Et moi qui prenais les ri-mayes pour des fentes ridicules , jugement révisé sans peine !
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Avec elle , brûlait le livre aux précieux souvenirs ...
Amis d' autrefois , qui vous fera désormais ressurgir de la nuit éternelle ?
La cent unième plus belle course Le versant de Ried restait donc vainqueur par deux à zéro , nous ayant fait mordre la poussière au printemps comme en été .
Vexé , je le tins plusieurs années à l' écart de mes projets pour n' y reparaître qu' au début d' août 1986 avec trois membres du sympathique skiclub d' Epalinges , tous alpinistes confirmés .
Cette démonstration de masse ne me semblait pas exagérée pour une revanche qui traînait depuis seize ans et le Nadelgrat dut mettre les pouces , nous réservant toutefois quelques facéties de son cru .
Pour mettre toutes les chances de notre côté et varier les plaisirs , nous avions prévu d' attaquer le Galenjoch par la droite , depuis le sentier de la cabane Bordier , évitant ainsi le détour par le glacier de Ried , puis de remonter l' arête et particulièrement les tronçons neigeux les plus raides , vraisemblablement glacés en cette saison .
Un contretemps mit tout ce beau plan parterre .
Empêché , l' un des quatre ne pouvait gagner la cabane que très tard et il ne me paraissait pas judicieux de le laisser traverser seul et nuitamment la langue inférieure du glacier , un passage obligatoire pour atteindre le gîte .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
Ce fut une suite d' agréables surprises .
Une nouvelle cabane avait été édifiée ( je l' avais oublié ) derrière l' ancienne , plus vaste et plus belle , reléguant la première construction au rang de dortoir additionnel et probablement aussi de local d' hiver .
A l' entrée , un auvent sous lequel dix cordées peuvent s' équiper ou se défaire à l' aise , en plein air mais à l' abri des intempéries , puis un hall abondamment pourvu de bancs et de casiers propres à recevoir chaussures et matériel en bon ordre , antidote efficace aux échanges d' objets commis de bon matin par les cordées les plus mal réveillées .
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
jusqu' ici , je ne l' avais rencontré qu' aux Dolomites de Brenta , où la plus haute cabane ne dépasse guère 2500 mètres .
En guise de réfectoire , un véritable restaurant panoramique desservi par un personnel actif et aimable .
Il me faut encore préciser que ce soir-là , la cabane était plus que remplie puisqu' on nous envoya dormir dans l' ancienne bâtisse avec l' avantage d' y être moins dérangés .
Quant au gardien , il était bien le même qu' en 1971 , mais je ne le reconnus pas .
Lorgnant par le guichet où l' on passe les commandes et les plats , je l' aperçus qui dirigeait paisiblement son équipe de cuisine ( je devrais presque dire sa brigade ) et après le coup de feu , il s' en vint prendre l' air devant la cabane et deviser avec quelques-uns de ses hôtes comme l' aurait fait n' importe quel patron de café .
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
L' ours grognon qui nous avait si mal reçu jadis n' était plus qu' un souvenir effacé ! Notre quatrième nous rejoignit au milieu de la nuit , en deux heures seulement depuis Double page suivante :
le Balfrin et l' Ulrichs , vus du Nadelhorn SaasFee .
Il ne perdit pas un atome de sa bonne humeur en constatant qu' un reste de liquide que j' avais mis de côté pour le désaltérer , s' était évaporé dans le gosier de quelque personnage peu scrupuleux .
Malgré la courte nuit qui fut la sienne , nous partîmes avec le gros de la troupe pour arriver bons premiers au sommet du Nadelhorn et nous octroyer un solide casse-croûte ( les horaires suivants étant nettement moins flatteurs , il n' y sera plus fait qu' une allusion ... globale !)
Et maintenant , le Nadelgrat !
Dans notre empressement à redescendre les rochers sommi-taux , nous manquons la brève traversée qui conduit sur le fil de l' arête , première faute d' itinéraire due à ma vigilance un moment relâchée .
Remonter , pas question :
ce serait avouer publiquement l' erreur et puis , une cordée engagée dans le bon passage ne paraît pas plus à l' aise pour autant .
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Les crampons , qui avaient été remis au sac pour le fin sommet du Nadelhorn , y retournent pour un bon moment , le temps de suivre une jolie arête de bonne neige , de traverser le Stecknadelhorn tout rocheux et de remonter au Höhberghorn par une brève arête où la neige ramollie commence à glisser sur son substrat de glace .
Qui a bien pu voir une épingle dans le sommet émoussé du Stecknadelhorn et baptiser celui-ci aussi bizarrement ?
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Le Höhberghorn était réputé entièrement neigeux , mais aujourd' hui , une étroite crête de rocher émerge tout juste des glaces sommi-tales , fournissant avec un bon nombre de sièges naturels le prétexte d' un pique-nique .
Des choses plus sérieuses nous attendent .
A tout hasard , nous remettons les crampons , manœuvre peut-être superflue car il nous faut les quitter peu après pour la descente d' un ressaut rocheux , qualifié de superbe escalier dans le Guide des Alpes valaisannes .
Ne suivons-nous pas le fil avec assez de rigueur ?
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
Forts de l' ex précédente , nous abordons sans crampons l' arête qui descend ensuite au Hohbergjoch .
Une longueur peu sûre dans la neige inconsistante , toujours sur de la glace . .-^ !
A nous conduit au repentir :
les crampons rentrent dans la danse !
D' aimables plaisantins nous assureront tout à l' heure que ces engins ne nous serviront plus à rien . Les bons apôtres !
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner . La descente sur le Dürrenjoch produit heureusement un regain d' intérêt :
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
journée a Üschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Dans les faces d' Üsche ( voie « Jugend » )
r \ Un site d' escalade historique Au moment où l' escalade libre en Suisse en était encore à ses premiers balbutiements , des voies qui ont compté parmi les plus dures du pays ont été ouvertes dans la bande rocheuse d' Üschenen .
Leurs difficultés , d' abord aux alentours du 6e degré , ont atteint ensuite le 7e , et finalement le 8e degré .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ainsi l' intérêt s' est déplacé vers des régions moins explorées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
On avait également appris dans l' intervalle à considérer les deux « idéologies » avec plus d' objecti et de tolérance . Les différences entre voies ouvertes depuis le bas et celles qu' on ouvre depuis le haut , leurs avantages et inconvénients respectifs , tout cela est désormais clair pour tout le monde .
Les deux méthodes sont concevables et peuvent se justifier .
Certains itinéraires , la voie Kumulus par exemple , ouverte depuis le bas par Martin Stettler et nécessitant une parfaite santé morale et une grande habileté , constituent des expériences uniques .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas .
elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur . Il est impossible de fixer à l' avance le moment où toutes les conditions d' un succès rapide dans une voie du 10e degré sont réunies .
J' en suis du moins incapable , même après une longue et intensive préparation . Peut-être ne peut-on s' élever à la hauteur d' un défi de ce genre qu' à la faveur d' une situation particulière , qui libère de toute obligation de réussir , dénoue les blocages et donne aux enchaînements de mouvements la fluidité nécessaire .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade . Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
De fait , il s' avère en général rapidement qu' une performance ainsi favorisée,par les circonstances extérieures s' accompagne d' une énorme dépense de force .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Ainsi donc , situation personnelle , « atmosphère » , conditions du jour , personnalité du compagnon qui assure : c' est la conjonction idéale de tous ces éléments ( et peut-être d' autres encore ) qui finit par créer des circonstances entièrement favorables .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite . Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ; et avec elle , le rêve de Fusion s' envole pour l' année .
Heinz séjourne dans le Midi de la France , où il a des objectifs qui lui semblent plus accessibles . Et Gabriele veut aller en Italie .
Elle déteste le brouillard , et craint en cette saison de ne faire que grelotter sur les rochers des Préalpes . Mais aujourd' hui , il ne devrait pas en être ainsi :
la journée est chaude et sans vent . Je décide donc de faire une nouvelle tentative de Fusion , avant d' entamer notre voyage le soir .
Nous profiterons ainsi de la journée ensoleillée , la dernière peut-être de l' automne , et Gabriele pourra se reposer de son long trajet de nuit depuis l' Allemagne .
On a souvent quelque difficulté à faire part de ses objectifs .
Aujourd' hui comme autrefois , on grimpe à deux , ce qui signifie que les objectifs et manières de voir de chaque partenaire doivent être ramenés à un dénominateur commun satisfaisant .
C' est pourquoi je trouve parfois difficile d' avouer , à mon compagnon comme à moi-même , où sont mes intérêts et , le cas échéant , de les lui imposer .
En cas d' échec , je crains de l' avoir sollicité à mauvais escient. Mais d' autre part , il vaudrait mieux que de tels scrupules ne nous empêchent pas de croire que c' est de grand cœur que le partenaire nous offre son soutien , lorsqu' il sent que le bon moment est là et qu' il peut nous aider à atteindre notre but .
Et c' est le bon moment ! Clschenen se présente sous son plus bel aspect .
L' air est frais , mais un bon soleil invite à s' étendre au pied des rochers . La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Je me mets dans l' ambiance par un 7e degré d' échauffement , puis quelques mouvements-tests dans les passages difficiles de la voie , en portant une attention particulière sur le mouvement-clé .
La position de mes doigts , sollicités à l' extrême sur une prise ronde , me provoque une douleur au poignet gauche . La verrue imperceptible que j' ai à l' index droit se vrille dans la chair .
Ce n' est qu' en m' agrippant de toutes mes forces que l' ample mouvement dy- Dans la voie « Bschiitti-giitti » ( 10 ) , la plus difficile du site d' Uschenen namique en direction de la petite fissure devient possible .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Cette ligne à travers la dalle verticale , avec ses minuscules entailles , ne cesse de me fasciner .
Je me sens bien .
Equilibré et calme .
Peut-être parce qu' en ce moment , au milieu de ce paysage magnifique , il ne me manque rien .
La pause est terminée .
Agir de nouveau , risquer l' essai suivant .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Mais je suis à peine conscient de cette petite erreur .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main .
Le franchissement du toit a commencé ; je dois rester concentré pour le réussir .
Mousquetonnage du dernier piton et une traction résolue sur la prise de sortie .
Les derniers rayons du soleil , et l' assurage amical d' Ernst Müller , qui se promène tout seul par ici , nous permettent même de répéter l' escalade , d' en prendre quelques photos et de savourer encore un peu ce beau moment .
C' est de très bonne humeur que nous remballons nos affaires et prenons congé de cet endroit unique . Le soleil a disparu derrière le Lohner .
La température baisse rapidement , mais le mouvement de la descente ne tarde pas à nous réchauffer .
( Traduction de Denis Stulz )
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Vu de Tierfed , le Selbsanft trônant au-dessus de la gorge de la Linth
Montée à Luegboden par le versant nordest
A partir du premier pylône du téléphérique des KLL ( Kraftwerke Linth-Limmeren ) , nous descendons par le chemin d' alpage de Baumgarten jusqu' à Schwamm et empruntons une sente qui traverse la pente à flanc de coteau , en passant par une clairière où un couple d' er 39 Une course bien tentante L' article précédent , consacré au livre de sommet du Selbsanft , évoque à plus d' une reprise l' arête nord de cette montagne ;
pourtant , le lecteur ne peut guère se faire une idée de cette arête , tant les alpinistes ayant inscrit leur passage dans le livre sont laconiques à son sujet . C' est pourquoi je vais raconter ici l' aventure que représente l' ascension de cette arête .
II fait un magnifique temps automnal , sans risque d' orage .
La voie est sèche . Une fois de plus , nous sommes tentés par les puissantes falaises nord de la montagne .
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
la description de Caspar Hauser citée plus haut cf. p.31 ) s' appliquerait bien à la vision que nous en avons depuis là .
Parvenus à cet endroit , les promeneurs peu familiarisés avec la montagne risquent bien de ne pas oser faire un pas de plus !
En suivant la trace de sentier , nous nous engageons dans la gorge , avec l' impression de nous perdre dans les oubliettes d' une forteresse .
Les parois rocheuses qui formaient un demi-cercle autour de nous se resserrent jusqu' à ne laisser que quelques mètres de l' une à l' autre .
Nous pénétrons dans un autre monde , bien loin de notre univers quotidien .
Même en cette saison et à l' altitude de 1200 mètres , des restes durcis d' avalanches subsistent au fond de la gorge .
Nous nous frayons avec peine un chemin en remontant le lit du ruisseau , enjambant des barrages de vieille neige et passant le long de blocs de rocher polis par les eaux .
Quel déluge ce serait si les eaux de la Limmeren n' étaient pas retenues en amont par le barrage !
On ne pourrait pas emprunter ce passage en été .
Les anciennes éditions du guide du Club alpin indiquent d' ail que cette course n' est possible qu' en 41 automne .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
La pente devient si raide qu' on ne voit plus où l' on va , si bien qu' il faut un peu de flair pour trouver le meilleur cheminement .
Le piolet dans la main côté montagne , un bâton de ski comme appui dans l' autre : c' est ainsi qu' on remonte le mieux ce versant herbeux interrompu de rochers et de cailloux branlants .
Arrivés au deuxième épaulement , le Luegboden , nous rejoignons le versant Limmeren par des pierriers raides pour nous retrouver bientôt sur une vire herbeuse devant l' emplacement de bivouac , qui est plutôt un abri qu' une grotte et se compose de deux renfoncements au pied de la falaise verticale .
Le bivouac Une lumière dorée s' attarde encore sur les sommets dominant le Muttsee .
L' obscurité monte rapidement de la gorge du Limmerenbach .
Nous cherchons le meilleur endroit pour dérouler nos matelas et nos sacs de couchage .
Puis nous allumons les réchauds pour préparer le souper . Le repas est agrémenté de joyeux « propos de table » .
Je raconte à mes camarades l' épisode de l' orage que j' ai vécu ici trois ans auparavant .
Nous avions rempli nos gobelets en les tenant sous la pluie battante , car nous avions oublié de prendre de l' eau au ruisseau de Limmeren !
Une demi-heure après le crépuscule , une clarté commence à monter derrière les parois du Muttsee pour envahir bientôt tout le ciel bleu sombre , et à 20 h 30 la pleine lune se lève au-dessus du Kistenpass .
Elle éclaire d' abord notre abri , puis à mesure qu' elle s' élève , elle diffuse une douce lumière dans les profondeurs de la gorge et étend un voile transparent sur les silhouettes très noires des montagnes .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Nous nous sentons en sécurité dans le creux de cette montagne gigantesque .
A 5 heures , le bip-bip d' une montre nous tire impitoyablement de notre sommeil .
En vieux habitués des bivouacs , nous nous débrouillons pour chauffer de l' eau et déguster notre petit déjeuner ( un bol de birchermüesli et du café ) sans sortir de nos sacs de couchage .
Dans le petit espace de ciel que nous apercevons entre le plafond de la caverne et l' horizon du Muttsee , les étoiles pâlissent rapidement .
A 6 heures , aux premières lueurs de l' aube , nous quittons notre logis romantique .
Sur l' arête nord Nous gagnons le Luegboden puis remontons le premier ressaut en direction de l' arête nord , une raide pente d' herbe et d' éboulis .
Sur les vires du versant Sandalp , nous découvrons quelques chamois en train de brouter .
Sur ces hauteurs ils n' ont rien à craindre , même à la saison de la chasse .
Nous remontons un couloir en escalier par une varappe facile et atteignons une étroite brèche dans l' arête nord , où les premiers rayons du soleil nous accueillent . Quel instant merveilleux , même si nous l' avons déjà vécu cent fois !
Nous nous encordons et escaladons l' arête sur son fil .
Sur les vires , on rencontre beaucoup de caillasse , mais les ressauts plus raides sont en bon calcaire jurassique ( malm ) . Plus loin , un passage de rocher brun très délité requiert une grande prudence .
Nous gagnons rapidement de la hauteur et nous arrivons au pied du gendarme jaune-brun caractéristique auquel les alpinistes ont donné le nom de « corne d' or » .
Mais au Neu de filons d' or , ce sont des coussinets de gazon qui rayent le rocher du côté est du gendarme . Le sommet de la tour , bien plat , invite au repos .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore . Seul le léger grondement du Sandbach monte jusqu' ici en cette heure matinale .
Derrière la « corne d' or » nous trouvons une large vire d' éboulis , puis un banc de rocher surplombant qui fait tout le tour de la montagne .
La voie la plus logique mène à un angle d' où on traverse horizontalement sous de puissants surplombs pour gagner une pente de rochers délités . Nous suivons ce cheminement pour atteindre à nouveau l' arête au pied d' un ressaut très redressé .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée . En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
nous envoyons au combat notre camarade Johnny , grimpeur sportif venu du « village en trois lettres » bien connu des cruciverbistes , en Plattas Alvas , sur les hauteurs du Mittler Selbsanft .
A l' arrière , le Bifertenstock l' abreuvant de flatteries sur sa technique d' es !
Il va faire cette longueur « les doigts dans le nez » !
Moqueurs , nous échangeons un regard entendu lorsqu' il s' échine et transpire dans la cheminée brûlante de soleil , puis reste coincé à cause de son sac , pour finalement se lamenter sur la « désagrégation des Alpes gla-ronaises » , couplet pourtant malvenu ici , dans ce rocher ferme et poli .
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
Nous remontons ensuite un terrain délité jusqu' au dernier gendarme , le plus sombre , formé de grès nummulitique .
Tout joyeux , nous parcourons la dernière demi-longueur sur l' arête et atteignons la cime du Hauserhorn .
Au sommet II n' est que dix heures , la journée est magnifique , nous pouvons donc nous accorder une longue pause au sommet .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Nous le feuilletons un instant avant de nous y inscrire , reconnaissants de pouvoir allonger la liste des alpinistes qui y ont écrit leur nom depuis 1863 .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil : une telle expérience est vraiment réservée aux seuls alpinistes .
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Les débris rocheux et les pierres plates de cette arête sommitale libre de neige crissent doucement sous nos semelles .
Parfois ils forment pour l' œil des motifs étranges , dont la structure d' ensemble ne se révélerait que depuis un poste d' observation plus élevé .
Une longue descente Après la pause de midi dans un creux neigeux exposé au soleil , nous descendons d' abord par le Griessfirn , puis , par des dalles claires fissurées , des moraines et des éboulis , jusqu' au bout du glacier de Limmeren .
De là nous suivons le torrent glaciaire jusqu' à la cascade qu' il forme par-dessus une paroi rocheuse surplombante .
Au-dessous de nous , au fond de la vallée , s' étend le lac artificiel de Limmeren , qui a la couleur claire de l' eau de fonte . Nous ne sommes encore qu' à mi-chemin des 12 km que compte le retour ( du sommet du Hauserhorn au « Chalchtrittli » ) .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
Enfin , à l' Och , ce sera le tunnel humide et froid de la route du barrage , puis le téléphérique .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
Les sacs bourrés étaient lourds ( corde , piolet , équipement de montagne et de bivouac ) , et c' est en sueur et assoiffés , genoux sifflants et pieds en compote , que nous sommes arrivés dans la vallée .
Mais malgré ces peines et ces efforts ( ou justement à cause d' eux ) , nous sommes désormais liés au Selbsanft par ce long chemin parcouru dans la région la plus solitaire des Alpes glaronaises .
Nous sommes liés à cette montagne que les alpinistes gravissent depuis 125 ans , laps très court dans son existence de plusieurs millions d' années . Elle nous a conquis par la beauté de son univers rocheux , sa solitude et sa nature intacte .
Vivant amici montium !
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Le Piz Platta , dans ( ' Oberhalbstein ( Alpes rhétiques )
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
Je me souviens que j' avais alors promis aux participants de mettre par écrit mes impressions de l' une de ces courses , et je me souviens aussi pourquoi je n' ai pas tenu ma promesse :
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Au fond de la vallée , là où une couche de neige mince mais dure s' est maintenue , un fondeur glisse , montant et descendant légèrement , en évitant les rives libres de neige de l' ancien lit du ruisseau de Beverin .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Les contours de certains événements se sont effacés ou restent flous , bien qu' ils reprennent vie quand je suis en présence des participants à ces courses ; je peux alors retrouver les impressions d' autrefois .
Je me souviens naturellement bien mieux des faits qui ont eu pour moi une importance particulière . Quand une partie de mon passé qui n' est pas encore entièrement « digérée » se met à se dérouler , n' importe quand , n' importe où , comme un film accéléré , je parviens souvent à Double page suivante :
En montant au Piz Buin Grond par l' arête est , depuis la Fuorcla Buin une autre compréhension des choses .
Chaque course de montagne se compose de nombreux détails séparés , qui ne transmettent une impression globale que par leurs relations réciproques .
Rien d' extraordinaire à cela , d' ail ; c' est quelque chose qui se produit souvent dans la vie quotidienne .
Le souvenir d' une course peut se composer d' impressions grandioses , mais il arrive aussi que certains détails prennent une importance telle qu' ils Des chamois : une rencontre fréquente lors d' excursions à ski éclipsent tout le reste ;
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
En pleine nature , je peux prendre de la distance par rapport à ma vie quotidienne et je parviens à une compréhension plus profonde de moi-même . Non que je veuille fuir les difficultés , au contraire .
La distance que je prends m' offre la possibilité d' aborder mes préoccupations sous un autre angle et de chercher de nouvelles solutions .
Il m' est arrivé plusieurs fois de devoir me faire violence pour participer à une course de section , tant j' étais enfermé dans un isolement farouche . Mais je rentrais chaque fois heureux et réconforté intérieurement .
Souvent m' envahissaient des sentiments de joie et de plénitude que je ne connaissais guère dans les temps difficiles que je vivais .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
C' est là son lieu quotidien , celui où il doit s' affirmer .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
Si l' on en prend le temps , il peut même arriver qu' on découvre alors non seulement le chemin de secrets extérieurs , mais celui de son propre être intérieur . ( Traduction d' Annelise Rigo )
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
A intervalles , elle refait surface , me lance un appel irrésistible , devient une nécessité .
Je comprends alors que nous autres alpinistes sommes des drogués .
Simplement , nous devons monter sur les montagnes . Un point , c' est tout .
Il m' arrive tout de même de maudire cette dépendance , car l' alpinisme a ses désagréments .
Fondamentalement , l' homme n' est pas un être à la recherche d' une vie facile ?
Le moment de chercher le sommeil , dans une cabane froide et sous une couverture poussiéreuse , donne l' occasion de se demander , par exemple s' il n' aurait pas mieux valu passer la soirée du samedi bien douillettement dans son fauteuil , devant une bière et une émission de variétés .
Avec un petit craquement , la croûte de neige lâche sous mon pied ;
une fois encore , enfoncé jusqu' à la cuisse dans la masse inconsistante .
La faucille de la lune , pâle et jaunâtre au zénith , jette une lumière diffuse sur le versant gauche de la vallée , tandis qu' à droite , la paroi de la montagne est plongée dans une obscurité impénétrable .
Geignant , je m' extrais de mon trou .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
Presque impossible de tenir debout avec le sac .
Les larmes me viennent aux yeux .
Je jure , parfois tout haut , parfois doucement , maudissant la neige profonde que je n' avais pas prévue , le clair de lune insuffisant , le poids du sac .
Mais au fond , c' est à moi-même que j' en veux , de m' être laissé entraîner à partir ce soir encore pour la Läntahütte , après toute une journée dans une pièce enfumée , je ne sais quelle réunion , des verres de vin blanc .
Je me rabâche :
« Tu n' y arriveras jamais , jamais .
» La faiblesse et un sentiment d' impuissance me paralysent .
M' arrêter , jeter le sac dans la neige .
Cligner des yeux , tenter de percer la nuit :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Je reprends des forces , me traîne un peu plus loin .
Une puissance invisible me précipite dans d' invisibles congères de neige soufflée .
Je réémerge , poursuis mon tâtonnement .
Mes imprécations sont emportées par le vent :
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Une fois encore , je fais halte , inspecte les ténèbres .
La cabane que j' apercevais se réduit à un rocher , la pile de bûches , à un tas de piquets de clôture que le berger a rassemblés là en automne .
Le clair de lune métamorphose la Lampertschalp en un paysage extraterrestre , un mirage .
Je trébuche et tente de me rappeler .
L' été passé , la cabane venait pourtant bien juste après le rocher ?
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Toujours pas trace de cabane .
Pius a disparu , la solitude est totale .
J' ai l' impression de tourner en rond , un rocher , un replat , un nouveau rocher , et ainsi de suite .
L' aiguille de ma montre , elle , poursuit sa course , mais à quoi bon la consulter .
Je dois arriver à la cabane .
Semblable à la gueule ouverte d' un gros requin , l' ombre projetée par le coucher de lune escalade les pentes gauches de la vallée .
Je me débarrasse de mon sac , les jambes de plomb , découragé .
Le vent siffle sa chanson en balayant ces champs de neige traîtres et interminables .
Je pense au parapente dans mon sac .
Le déplier , décoller dans un chuintement , laisser là la fatigue , l' odieux sac , les pièges de la neige prêts à m' engloutir .
Une onde glacée et humide me remonte brusquement le dos .
J' ai failli m' endormir ! Encore , encore , le mot cogne dans ma tête , le Güferhorn et Rheinwaldhorn , les deux sommets principaux du groupe de l' Adula froid de la chemise trempée de sueur m' aiguillonne .
Encore une pente , contourner un rocher .
Chaque pas est une souffrance .
Soudain , comme une révélation , très loin , à peine éclairée par le dernier rayon de lune , la petite pointe cristalline , notre but .
« Plus que quelques pas » , me souffle une voix , et dans mes jambes afflue une force neuve , celle-là même qui nous pousse tous vers la montagne et qui , mille fois , m' a fait imaginer la petite pointe .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
La piste profonde que nous laissons est une œuvre solidaire , à laquelle chacun a participé .
Plus loin , nous trouvons une nervure dégagée que nous gravissons comme un escalier .
L' arête terminale est en neige glacée .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
Insectes Vue depuis le Rheinwaldhorn .
Un léger voile de vapeur baigne les sommets éloignés dans une immensité infinie minuscules , égarés dans ce désert de neiges éternelles , de pierre et de glace .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Démêler les suspentes , se glisser dans le harnais , tendre au vent le ruban-témoin .
Les reptiles se changent en oiseaux de couleur .
( Traduction de Denis Stulz ) Départ en parapente depuis le Rheinwaldhorn en direction de l' ouest .
Au-delà de la profonde entaille du Val Blenio se dressent les montagnes du Tessin Photo Markus Stähelin
Wv
ss Wändli ,
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Le Gr .
A gauche , la concave paroi ouest , la Mythenmatt et l' édifice sommital
Harmonie
L' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
C' était la « pierre de l' autel » , un bloc qui présente au promeneur son côté surplombant , mais qui est facile à escalader par l' autre côté .
Mon cher ami Franz y avait quelquefois célébré un office divin quand il était gosse .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
J' ai donc essayé de faire surgir devant eux l' image du gamin blond , si sérieux , qui dépassait juste de la tête et de la poitrine le bord de l' autel , entouré d' un parterre de feuilles argentées qui semblaient regarder vers lui , chantant son « Gloria in excelsis Deo » les bras écartés , accompagné par le clair pépiement des oiseaux et le murmure grave des sapins barbus .
Au pied de la « pierre de l' autel » , je leur ai encore décrit la croix : le timon dressé du petit char à échelle , peut-être déjà chargé de bois mort , peut-être encore vide .
Car à cette époque c' était pendant la guerre - mon ami m' affir qu' il était difficile de trouver du bois mort dans la forêt , si bien qu' il devait se hisser en prenant des risques jusqu' aux pins tombés et aux petits sapins agrippés à des rochers , dressant plaintivement leurs bras morts .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Dans n' importe quel livre de montagne , les héros franchiraient ce passage , d' une si faible difficulté , avec une aisance divine .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
N' y a-t-il pas pour tout alpiniste des jours où il est envahi d' une méfiance sans limite ? Où il n' ose plus se fier à aucune prise et croit toujours sentir le sol se dérober sous ses pieds ?
Aujourd' hui , heureusement , tout va bien .
J' arrive au relais de la vire Genecand .
Au-dessus de moi , la paroi présente un bombement puissant :
pas de passage ici pour les varappeurs !
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Et le souvenir de ce changement de chaussures malcommode me fait penser avec une joie secrète à l' alpiniste genevois Félix Genecand ( 1878-1957 ) , l' inven du tricouni !
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Pas un paysan de montagne , pas un garde-forestier , un bûcheron ou un chasseur qui n' en ait équipé ses chaussures .
Et les alpinistes , donc !
Le clou tricouni leur a ouvert de nouveaux horizons , a renforcé leur confiance en eux-mêmes et leur a donné bien des joies .
C' était un vrai plaisir de marcher dans la rue le dimanche matin , d' un pas ferme , chaussé des lourds souliers à tricounis .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
Des herbes nous caressent la figure , tandis que les fleurs , le rocher et la terre répandent leur parfum discret .
Elle est bizarre , cette voie du VVyss Wändli au Grand Mythen :
pour les souliers , c' est en grande partie une voie herbeuse et terreuse , mais pour les mains , c' est une voie rocheuse .
Il ne manque vraiment pas de prises ici :
de jolies réglettes aux bords francs , des poignées , d' étroites fentes horizontales , des bourrelets saillants ... toutes offrent aux doigts un appui sûr et agréable .
« Salut , mon vieux !
» dis-je au petit érable qui pousse dans la fissure caractéristique de la partie médiane de la voie .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Autrefois tu restais ferme quand je te secouais .
Je passais la corde autour de ton tronc pour assurer mon compagnon de cordée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Tout à coup j' aperçois des hommes qui arrivent au pied de notre paroi .
Wisel est sûrement parmi eux .
Et cela me rappelle à nouveau Félix Genecand , à qui je veux rendre hommage non seulement comme alpiniste , mais aussi comme homme ( et pourquoi Genecand le Romand n' aurait pas son monument en Suisse centrale , puisqu' il y a bien à Genève une « rue Guillaume-Tell » ?) .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Ceci lui avait valu le surnom de « concierge du Grépon » .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
Je connais ainsi un concierge du Salbit-sud , un du Chaiserstock , un du Lauchernstöckli , un du Wildspitz et je ne serais pas étonné d' apprendre que toute montagne suisse a son concierge !
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
J' ai été saisi d' une trouille affreuse à ce passage exposé .
Sans se laisser impressionner par mes lamentations , Thedy rigolait du haut du relais .
Il avait confiance en moi , plus que moi-même , et il m' a crié quelques encouragements :
« Tu n' as qu' à ...
la chaussure du haut est garnie d' un cloutage dit « de guide de l' Oberland bernois » ( clous spéciaux , hauts , forgés main , formant une couronne tranchante ) .
Au milieu , une chaussure équipée de tricounis .
Enfin , en bas :
l' avène de la semelle caoutchouc .
me manque malheureusement pour refaire cette voie , et bien d' autres !
Ça fait du bien de rire !
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
les fourmis qui se hâtent sur la paroi , un magnifique tychodrome échelette en train de faire sa promenade verticale , les chocards entraînés dans les courants ascendants .
Soudain , un cri de joie venu d' en haut , au-delà de l' arête oblique et effrangée de la Mythenmatt , nous rappelle que tous les bipèdes , même ceux à plumes , sont invités aujourd' hui à un repas de fête et à une commémoration .
En effet , l'«Association des amis des Mythen » , fondée en 1863 , fête son 125eme anniversaire .
Peut-être qu' on débouche déjà les bouteilles , il s' agit de se dépêcher !
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
Une traversée superbe nous attend .
La main gauche s' agrippe au bord de blocs bien solides , tandis que les pieds suivent une corniche large comme quatre chaussures .
Comme j' aimerais que mes compagnons puissent admirer la vue qui s' ouvre vers le bas !
Mais le brouillard se met justement à monter de l' abîme .
« Regardez donc en bas » leur aurais-je conseillé , comme je l' avais fait pour Seffi il y a bien des années .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
On commence à distinguer clairement le système de couloirs herbeux et de vires que suit la voie « Wyss Wändli » au Gr .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
Cette longueur est un régal tant pour le sens de l' équilibre que pour le besoin de mouvement et le sens du toucher !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
Ma réponse ? « Parce que j' aime notre mère la terre , parce que je veux la caresser et l' embrasser ... mais que je n' aime pas ramper !
» Cette déclaration d' amour est à la fois proche et différente de La dalle d' attaque :
le passage le plus difficile de la voie « Wyss Wändli » celle d' un camarade qui , m' ayant vu surgir à ce même endroit avec une jeune fille , ma fiancée , avait eu un rire un peu moqueur et nous avait déclaré en caressant le rocher :
« La voilà , ma fiancée à moi ! » L' homme dont je parle ici s' appelle aussi Franz , mais ce n' est ni le Franz de la « pierre de l' autel » , ni bien sûr le Franzi du pays voisin . Il La face ouest du Mythen .
La voie « Wyss Wändli » suit le système de couloirs , vires et têtes rocheuses qui traverse la paroi en montant de gauche à droite allait réussir les années suivantes des douzaines de premières , et par la suite il a aussi trouvé une fiancée en chair et en os .
C' est avec lui que j' avais transporté des kilos de matériel dans les montagnes .
Au bord du lac du Wägital , deux gardiens de la loi crurent voir en nous , d' après l' état pitoyable de nos mains , des voleurs de plantes protégées , car ils nous donnèrent l' ordre d' ouvrir nos sacs . Mais après avoir bien fouillé , ils avaient échangé un regard sous la visière de leur képi , avant d' an , visiblement déçus :
« Ils n' ont que de la ferraille là-dedans ! » Toute cette ferraille , les pitons et les mousquetons très lourds ( on ne disposait pas encore à l' époque de matériel d' escalade léger ) , Franz l' utilisait surtout dans les fissures des tours rocheuses nommées Peter et Paul , au Petit Mythen .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
C' est ainsi que nous dépendions uniquement de cette brochure venue de la métropole , dont le titre était à peu près celui-ci : La technique de la varappe artificielle .
Il aurait tout aussi bien pu s' intituler La technique du hissage des sacs de farine , car cette méthode condamnait le premier de cordée à une attitude qui ressemblait beaucoup , justement , à celle d' un sac de farine .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
La Mythenmatt « II doit y avoir de la menthe par ici » dit Susi en traversant les lappiaz au bord de la Mythenmatt .
Mais pour moi , la menthe ne présente guère d' intérêt ;
la plante qui me plaît , c' est le bois-gentil . Il est synonyme pour moi de printemps en montagne , de réveil de ma passion de grimper , de départ .
Je sais où trouver du bois-gentil odorant , dans les coins secs et protégés , partout dans les pentes des Mythen orientées au sud , là où le soleil tape dès le mois d' avril , lorsque l' alpiniste doit encore sauter d' une île rocheuse à l' autre pour éviter la neige fondante .
Avec le bois-gentil , j' ai une relation presque mystique , mais avec la menthe , non !
Du reste , je trouve étonnant que cela sente la menthe ici , loin de tout salon de thé ! Tout aussi étonnant d' ailleurs , le fait que des moutons , il y a quelques décennies , aient eu l' oc de humer le parfum de cette plante .
En effet , les moutons paissaient autrefois à côté des chamois sur la Mythenmatt , ce pan d' herbe incliné bien visible en dessous de la tête sommitale rougeâtre .
Par quel chemin les troupeaux arrivaient-ils là-haut ?
Cela reste pour moi un mystère . Quoi qu' il en soit , le moutonnier Kälin et ses prédécesseurs éventuels devaient avoir de bonnes chaussures , probablement des chaussures à tricounis .
Maintenant , ça va aussi avec des semelles caoutchouc , n' en déplaise aux pessimistes de l' après . « Vos semelles caoutchouc sont peut-être bonnes , mais si vous êtes surpris par l' averse sur la Mythenmatt , j' aimerais bien vous voir ...
Vous allez glisser dans le vide , vite fait bien fait !
» L' homme qui nous prédisait ces malheurs avait de petits yeux malicieux plissés par le sourire alors que sa tête se prolongeait en haut par un chapeau pointu et en bas par une barbiche .
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Le président sort son manuscrit pour commencer son discours ;
l' instant est solennel . Mais juste à ce moment , le son et l' image sont happés par une traînée de brouillard .
Cela dure une minute ou deux , le temps de boire quelques gorgées , puis le nuage glisse plus loin , mais je me vois alors , à ma grande stupéfaction ( réalité ou hallucination ?) , entouré de beaux garçons en uniforme à tresses d' or .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Mais il y a là aussi un groupe de messieurs moustachus et très dignes , bien alignés pour la photo , en chapeau , col fermé , gilet , chaîne de montre . dans une main un grand bâton de noisetier et dans l' autre leur taste-vin personnel .
Ce sont les fondateurs de l' association , les hommes qui ont ouvert la montagne aux randonneurs en payant de leur personne et de leurs deniers ... Ce sont les concierges du sentier des Mythen , des hommes que je ne connaissais jusqu' ici que par les récits de la plaquette du jubilé .
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
9. September 1988 , bei Tagesanbruch
Dring ... dring ...
Wie mühsam ist das Aufstehen noch vor dem Morgengrauen ( es ist 4.45 Uhr morgens ) , vor allem , wenn man im warmen Bett zu Hause liegt und nicht in einer Hütte oder einem Biwak !
Die Enge und Unbequemlichkeit eines solchen <Basislagers> fördert naturgemäss einen ziemlich schnellen Wechsel in die Senkrechte . Und das gleiche gilt für den durch das bevorstehende Unternehmen ( Anmarschweg oder Klettertour ) ausgelösten Wunsch nach Bewegung .
Ausserdem braucht man die Unannehmlichkeiten nicht allein zu ertragen !
Dagegen fehlt zu Hause , wenn die ganze Stadt noch schläft , erschöpft von der Arbeit des Tages oder einem stürmischen Samstagabend , ein solcher Anreiz vollkommen .
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Schnell ziehe ich mich an , esse eine Schale Getreideflocken mit gutem Zitronensaft , nehme den am Vorabend sorgfältig gepackten Sack auf meinen noch vom Schlaf steifen Rücken und öffne die Tür :
Alles scheint in Ordnung , einige blasse Sterne schimmern durch den üblichen Smog der Stadt ;
es wird heute schön werden .
Einfahrt des Intercity-Zuges von Genf/Aeroport nach Bern , Abfahrt 6.02 Uhr , Wagen 2. Klasse an der Spitze , Speisewagen in der Mitte , ...> Bequem in einem leeren Wagen installiert , sinne ich darüber nach , wie diese beiden Klettertage mit Daniel Anker , einem meiner getreuen Gefährten des Sommers , wohl sein werden . Mit Daniel , der mir am Telefon von seinem Wunsch erzählt hat , am Kingspitz , einem berühmten Gipfel in der Gruppe der Engelhörner , eine neue Route zu eröffnen .
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
Ein Heer von Arbeitern ergiesst sich aus den Wagen und verschwindet in der Tiefe des Bahnhofs .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Mir bricht der Schweiss aus :
Wir haben versäumt , einen Treffpunkt auszumachen !
Was tun , damit wir uns in dieser Menschenflut finden ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Mit der Überlegung , dass der durchschnittliche Beschäftigte im Dienstleistungssektor im allgemeinen nicht solche Attribute hat , beginne ich eine wilde Verfolgungsjagd , die mich bald in die Nähe des fraglichen Schuhs bringt , neben dem netterweise ein zweiter auftaucht , so dass sie ein Paar bilden .
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Zum Kingspitz Zuerst müssen wir das für unsere Besteigung notwendige Material auswählen , wobei einige wichtige Entscheidungen nötig werden .
Obgleich uns das Biwakieren im Freien viel Freude macht ( wir tun es so oft wie möglich ) , entschliessen wir uns gleich zu Beginn , in der Hütte zu übernachten . Das erspart uns Gewicht , weil wir nur eine Nacht in den Bergen zubringen werden .
Anschliessend müssen wir uns entscheiden , welche Taktik wir für die Ausrüstung der Route wählen wollen :
Sollen wir die Seillängen und Standplätze vollkommen mit Bohrhaken ausgerüstet lassen , wie man es im allgemeinen im Klettergarten macht ? Oder sollen wir einen Mittelweg einschlagen , der darin besteht , nur die Standplätze ( zum Abseilen ) und jene kompakten Partien auszurüsten , bei denen eine Sicherung mit Klemmkeilen nicht möglich ist ?
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Die Tatsache , die Klemmkeile selbst anbringen zu müssen , seine Route sowenig wie möglich auszurüsten und manchmal Rücksicht auf die direkte Umgebung zu nehmen , begünstigt , wie uns scheint , einen Reifeprozess beim Kletterer .
Diese sogenannte Technik der ( Minimalabsicherung ) ist die im allgemeinen im Hochgebirge angewandte Methode , vor allem in Granitwänden , in denen die freiliegenden Risse eine verhältnismässig einfache Sicherung ermöglichen .
Sie wird dagegen in Kalkwänden selten benutzt , weil sich einerseits diese Gesteinsart weniger gut eignet und andererseits der Einfluss der Klettergärten , wo die ganze Ausrüstung an Ort und Stelle vorhanden ist , sich dort entscheidend bemerkbar macht .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Aber man muss diese Zahl im richtigen Verhältnis sehen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Schliesslich ein letztes , ethisches Problem :
die Verwendung des batteriebetriebenen Bohrers .
Für uns gibt es keinen Grund , sie in Frage zu stellen . Der einzige und schwere Verstoss gegen die sportliche Herausforderung ist die Eröffnung der Routen von oben ( vor allem im Gebirge ) , ein Vorgehen , das die Ausrüstung von Routen erlaubt , deren Schwierigkeitsgrade der Autor nicht notwendigerweise beherrscht .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir dieser Route noch einige Seillängen gefolgt sind , um uns in dem Plattenlabyrinth zu orientieren , kehren wir auf die Höhe des Sockels zurück , um uns links einer markanten braunen Ader zuzuwenden , deren Fels etwas stärker strukturiert wirkt als die benachbarten schwärzlichen Platten .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Doch die auftretenden Gleichgewichtsund Adhäsionsprobleme können uns nicht daran hindern , Gedanken und Blicke über die Grate und Gipfel rings um uns schweifen zu lassen . So bewundern wir mit Vergnügen zwei Seilschaften , die den Westpfeiler der Vorderspitze ersteigen .
Es ist eine sehr schöne klassische Route des oberen vierten Schwierigkeitsgrades ; die Form des Pfeilers hebt sich dank des Spiels von Licht und Schatten , in dem der Fels irisiert , verblüffend klar ab .
Wir selbst bleiben an unserer kalten Nordostwand im Schatten . Darum halten wir , als wir beschliessen , unser Material am fünften Standplatz zu deponieren , unsere Faserpelzjacken nicht für überflüssig . Danach kehren wir um , seilen uns ab in Richtung Hütte , wo wir kurz vor Einbruch der Nacht eintreffen .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Die an der Waldgrenze erbaute Hütte weckt zusammen mit ihrer bukolischen Umgebung im Besucher ein schwer zu beschreibendes Gefühl , eine Art inneren Frieden und Heiterkeit , Garanten für Erholung und einen unvergleichlichen Schlaf . Wir beeilen uns , das zu beweisen !
Samstag , 10. September 1988 :
zweiter Akt Während wir am Vorabend allein in der Wand waren , gibt es heute mehr als zehn Seilschaften , Anwärter auf die klassische Route . Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen .
aber die zum Glück bemerkenswerte Seltenheit herunterregnenden Gerölls verdient es , die Korrektheit und Meisterschaft der uns benachbarten Seilschaften zu betonen .
Im Plattenpanzer der Kingspitz-Nordostwand Im Augenblick , als wir unser Materialdepot erreichen , kommen wir in den Genuss der einzigen , allerdings nur kurzen sonnigen Phase des Tages . Wir nehmen die Fortsetzung unserer Route in Angriff , an unserem achten Stand kreuzen wir die klassische Route von 1938 .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Der zweite Teil unserer Route , oberhalb von Stand 8 , erfordert bald grössere Vorsicht wegen der Qualität des Gesteins , dies um so mehr , als wir jetzt oberhalb der in der klassischen Route kletternden Seilschaften sind .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Unsere Zeit geht zu Ende , wir können den Gipfel heute nicht mehr erreichen .
Darum beginnen wir nach einer letzten , mit der klassischen Route von 1938 zusammenfallenden Seillänge - zur Beruhigung meines Gewissens - , uns abzuseilen . Wir erreichen das Tal in Rekordzeit .
Vergebene Mühe :
Wenn Daniel sein schönes Bern erreicht , wird das Nachtessen kalt sein und die Tischgesellschaft etwas enttäuscht . Mir bleiben dann noch einige Stunden Bahn und Bus , ehe ich wieder in das schöne weiche Bett schlüpfen kann , das ich kaum vierzig Stunden vorher verlassen habe .
.... ..„pitz- Nordostwand auf Vorderspitze ( rechts ) und Gross Simelistock ( links ) Technische Angaben Vgl. MB 3/89 , S. 116 Nordostwand des Kingspitz :
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Stellenweise erfordert der Fels einige Vorsicht .
Material :
Friends und Klemmkeile / 45-m-Seile / Heim ratsam Zugang :
Bern-Meiringen-Willigen-Rosen-laui , dann Aufstieg zur Engelhornhütte ( 1901 m ) in 1 Std. 30 Min. , von der Hütte 40 Min. bis an den Wandfuss des Kingspitz ( Gipfel 2621 m ) Eröffnung :
von unten Belassenes Material :
Haken , 58 Bohrhaken Abstieg :
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Daniel Anker und Michel Piola , 9. und 10. September 1988 Aus dem französischsprachigen Teil .
Inhalt 61 Peter Donatsch Korsika - ein Gebirge fällt ins Meer 69 Andreas und Claudine Mühle-bach-Métrailler Skitouren in Kalifornien 80 Daniel Santschi Am Huascaran in der Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Bergtouren im Altai , Sowjetunion 96 Johann Jakob Burckhardt Eine Alpenreise von Rudolf Wolf im Jahre 1835 Herausgeber Redaktion Schweizer AlpenClub , Zentralkomitee ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Publikationenchef CC Gotthard 1989-1991 Dr. Hansjörg Abt , Telefon 01/2581261 , Telefax 01/251 4424 .
Etienne Gross , Thorackerstr. 3 , 3074 Muri , Telefon 031/525787 , Telefax 031/521570 ( verantwortlich für den deutschsprachigen Teil ) .
François Bonnet , Eplatures-Jaune 99 , 2304 La ChauxdeFonds , Telefon 039/26 7364 ( verantwortlich für den französischen , italienischen und rätoromanischen Teil ) .
Graphische Gestaltung Gottschalk+Ash Int'l Layout Thomas Petraschke G + A Markus Lehmann , Stämpfli + Cie AG Anzeigenverwaltung Künzler-Bachmann AG , Geltenwilenstrasse 8a , Postfach 926 , 9001 St.Gallen , Telefon 071/235555 , Telefax 071/236745 .
Anzeigenleiter :
Albert Signer .
Druck und Expedition Stämpfli + Cie AG , Postfach , 3001 Bern , Telefax 031/240435 , Postscheck 30-169-8 .
Erscheinungsweise Monatsbulletin in der zweiten Monatshälfte , Quartalsheft in der zweiten Hälfte des letzten Quartalsmonats .
Blick vom Hochland auf die Gipfel der Cordillera Blanca ( Peru ) Photo :
Daniel Santschi , Solothurn 102 Michel Ziegenhagen Ein Berg der Überraschungen 114 Michel Marthaler Die penninischen Decken in den Walliser Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ) :
Schweiz , jährlich Fr. 42.- , Ausland , jährlich Fr. 58.- .
Quartalsheft einzeln für SAC-Mitglieder Fr. 7.- , für Nichtmitglieder Fr. 10.- ;
Monatsbulletin Fr. 2.- .
Allgemeine Angaben Adressänderungen : auf PTT-Formular 257.04 .
Inhalt :
Diese muss nicht unbedingt mit derjenigen des SAC übereinstimmen .
Nachdruck :
Alle Rechte vorbehalten .
Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genehmigung der Redaktion gestattet .
Zugeschickte Beiträge :
Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Die Redaktion entscheidet über die Annahme , die Ablehnung , den Zeitpunkt und die Art und Weise der Veröffentlichung .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
lin Berg der Überraschungen
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Erster Angriff
Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
Wir hatten uns diesem Sport fast gleichzeitig und spät , lange nach dem dreissigsten Lebensjahr , zugewandt , um die schlimmen psychosomati-schen Folgen einer allzu sesshaften Lebensweise erfolgreich zu bekämpfen .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Ein solcher Gipfel war für mich das Nadelhorn . Doch wenn ich das Gebirge schon personifiziert habe , wie es jeder , der sich oft an ihm misst , unweigerlich tut , will ich doch schleunigst erklären , dass die wichtigste Ursache der schlimmen Ereignisse , die berichtet werden , im menschlichen Verhalten zu suchen ist . Die folgenden Zeilen werden das deutlich zeigen .
Es liess uns allerdings rasch wissen , dass es unseren Plänen nicht zustimmte . Kurz vor der Tour musste ich aus einem zwingenden Grund , der mir nicht im Gedächtnis geblieben ist , absagen .
Es hätte aber mehr gebraucht , um André zu entmutigen , der mit seiner unermüdlichen Unternehmungslust in einem andern Kollegen einen Gefährten fand .
Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
Am nächsten Tag ereignete sich während der Tour ein äusserst seltener doppelter Zwischenfall .
Beim Aufstieg versank der Kollege , der auf dem Riedgletscher voranging , plötzlich , mit den Ski an den Fussen , zur Hälfte in einer Spalte . Es gelang ihm , sich zu befreien .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich mir diese abschätzige Bewertung der Passage erlaube , dann , weil ich mehrfach aus geringerer Höhe gestürzt bin ( von einem dieser Stürze wird später noch die Rede sein ) - ohne einen Pendel ( in diesem Fall freiwillig ) in gleicher Grössenordnung zu erwähnen - , das Ganze mit unbedeutenden Schrammen .
Glück ?
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag . Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
ebenso halten es andere Genfer Clubs .
Auf diese Weise brachte mich der Genfer Bettag des Jahres 1971 unter tragikomischen Umständen zum Nadelhorn .
Das ( Basislager ) befand sich in einem sympathischen familiären Hotel , das von einem jener Supersaxo geführt wurde , die als Bergführer oder als meisterhafte Skifahrer den Ruhm dieses Namens begründet haben .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Vielleicht durch den zu dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Besucherstrom überrascht , machte sich auch der Hüttenwart auf , marschierte in gutem Tempo und überholte uns mühelos .
Wir rechneten darum damit , das notwendige Bier für unsern wachsenden Durst zu erhalten .
Wie gross war unser Kummer , als wir feststellen mussten , dass uns das kostbare Nass , das an den andern Tischen in Strömen floss , ohne Erklärung oder sichtbaren Grund verweigert wurde .
Beim Nachtessen spielte sich dasselbe mit dem Wein ab , der Hüttenwart behauptete sogar zu Unrecht , wir hätten unsere Bestellung nicht früh genug aufgegeben !
Wir erhielten nur gerade das uns reglementarisch zustehende Wasser .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Der Aufstieg verlief ereignislos , doch der Gipfel schien uns nicht bequem genug , wir verlegten darum den Picknickplatz zum Windjoch , das sich als sehr freundlich erwies , weil es seinen Namen an diesem Tag nicht verdiente .
Wir sind also unter den Gipfelfelsen , steigen mit kleinen Schritten über Blankeisplatten ab .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Eine eher scherzhafte Antwort ; ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte .
Einen Augenblick später springt mein Fragesteller , im Glauben , er hätte ein Zeichen von mir erhalten , mit einem Satz über die Gratkante . Während er in die Südostwand stürzt , die hier bei einer Neigung von 45 Grad dreihundert Meter hoch ist und im oberen Teil gänzlich mit vereistem Schnee bedeckt , verschwindet er aus meinem Blickfeld .
Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
Paul spürt den Zug an seinem Seilstück , dreht sich unverzüglich um und stemmt sich auf seinen Pickel und die Steigeisen , als wolle er sich in den entgegengesetzten Hang stützen :
reiner Reflex . Eine perfekte Verankerung , nichts rührt sich , und unser ( Experimentator ) zögert nicht , gut gesichert wieder aufzutauchen ;
Wir hätten ihn mit Vorwürfen überhäufen sollen , waren aber viel zu froh , dass alles so gut abgelaufen war , und haben darum kaum daran gedacht .
Übrigens hatte ich bis dahin nur einfache Abrutscher zu halten gehabt und war gar nicht böse , meine Ansichten auf diese Weise bestätigt zu sehen .
Rechts der Dom . Im Hintergrund Rimpfischhorn und Monte Rosa Windjoch wurde eins der fröhlichsten , verschönt durch eine auf meinem kleinen Kocher bereitete Bouillon , eine Köstlichkeit , die uns der ( Waffenstillstand ) der Winde an diesem Tag zugestand .
Zurück in der ( Höhle des Bären> .
Was können wir von diesem übellaunigen Hüttenwart zur Stillung unseres Durstes anderes erbitten als Wasser ?
<Das gibt es nicht .
Ich öffne die Küche erst um 18.00 Uhrb Wir hätten jedoch gern geholfen .
Er hat es so gewollt : Jetzt kommt es zum Gewaltstreich !
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
- ( Einverstanden , aber wir wollen Wasser ! )
Wenn wir nur zwei wären , hätte er genug Kraft , um uns hinauszuwerfen . Aber bei fünf entschlossenen Burschen sollte man doch besser überlegen .
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
Während des Blick vom Gipfel des Ulrichshorns auf Nadelhorn , Stecknadelhorn und Höhberghorn Abends lässt sich der Zerberus zu dem Geständnis hinreissen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
In einem solchen Fall fordert die Heilige Schrift , dass man verzeiht .
Am nächsten Morgen dann eine fröhliche Abfahrt nach Saas in Gesellschaft eines Bergführers , eines gesprächigen Manns und Patrons der ersten Wirtschaft , auf die wir treffen .
Er lässt uns unser Elend vergessen , indem er uns soviel Bier serviert , wie wir wollen .
Danach rät man mir , wegen unseres Missgeschicks der hüttenbesitzenden Sektion ( dem Akademischen Alpenclub von Zürich ) zu schreiben und mich zu beklagen .
Ich habe nichts unternommen ;
es schien mir unpassend , die Gebirgsatmosphäre durch kleinliche Verwaltungsstreitigkeiten zu vergiften , die in der Ebene gerade noch hingehen mögen . Bald gewannen die guten Erinnerungen Oberhand über die schlechteren ;
meine Faulheit besorgte den Rest .
Die Zukunft sollte mir Recht geben .
Die Drohung der Bergschründe :
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Ich plante - bescheidener - , als guten Abschluss der Saison 1977 den Nadelgrat zu begehen .
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
Mir lag daran anzukommen .
Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Am Sonntagmorgen nahmen wir nach einem langen Umweg über den Riedgletscher den Nordosthang des Galenjochs in Angriff .
Als derjenige , der die Tour vorgeschlagen hatte , führte ich die Seilschaft , und Jean-Luc hatte , obgleich er seit ganz kurzer Zeit Berg führerAspirant war , diese Ordnung stillschweigend akzeptiert .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Misstrauisch tappe ich auf dem steilen Hang voran , prüfe die Schneehöhe dabei mit dem Pickel ; der harte Grund verschwindet immer mehr .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Einen kurzen Augenblick lang verstehe ich nichts ;
kein Gefühl zu stürzen , so wie man es in einem Lift spürt , der bei der Fahrt nach unten beschleunigt oder bei der Aufwärtsfahrt verlangsamt , wobei man meint , der Magen steige einem bis in den Hals .
Ein Stoss von hinten , dann einer von vorn , und jetzt ist alles schwarz :
Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Diese Folgerung hätte mich vor Entsetzen zu Eis erstarren lassen sollen .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Einen Kameraden versinken zu sehen , hätte mir mein ganzes Innere zusammengezogen .
Aber nichts dergleichen :
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ; wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
Alles ist grau und unscharf .
Mechanisch fahre ich mit einer Hand über meine Nase .
Meine Brille ?
Sie ist sieben oder acht Meter tiefer ( so viel bin auch ich gestürzt ) auf dem Grund des Bergschrundes verschwunden , in einem finstern und unergründlichen , zwischen Eis und Fels gähnenden Trichter . Mir ist als einziges Andenken an sie ein Kratzer auf der Nase geblieben .
Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
Hinaus , und schnell !
Wo ist mein Pickel geblieben ?
Er ist anderthalb Meter unter mir in einem Loch hängengeblieben .
Ich recke die Arme , strecke die Hände aus , nichts nützt , mir fehlen mehrere Dezimeter .
<Seil geben ! )
Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
Ein verzweifelter Entschluss :
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Zu meiner Linken zeigt eine unbestimmte , schräge und gekrümmte Rampe , in die ich Stufen und Griffe schlagen muss , die Ausstiegsmöglichkeit an .
Der Überhang tritt betonter hervor . Jean-Luc wacht :
Jedem Schritt folgt das Seil , stets straff gespannt .
Nach einigen Metern dringt es , schräg zur Talseite hin , in den Schnee ein und hat eine lästige Neigung , mich gegen die Wand zu drängen .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt . Mir tönt eine seiner prächtigen Bemerkungen entgegen :
<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
<Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
Seilschaften in der Nordwand der Lenzspitze ( im Aufstieg zum Nadelhorn ) Ein letzter Blick :
Das Seil hat von dem an der unteren Lippe des Bergschrunds zusammengewehten und aufgehäuften Schnee eine grosse Ecke abgeschnitten , so dass ich doppelt so tief stürzte .
Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun . Ein Wunsch , der zur allgemeinen Erleichterung erhört wurde .
Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet .
Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
Dieser Bursche musste ohne Seil die beiden Bergschründe des Windjochs und Gott weiss wieviele Spalten , die einem den Schauder einjagen können , passiert haben .
Verrückt oder ahnungslos ?
Ganz bestimmt ist das Gebirge eins der letzten Gebiete der Erde , wo ständig Wunder geschehen , aber sich darauf zu verlassen , wäre der Beweis einer sehr ungesunden Naivität .
Und ich habe die Bergschründe für lächerliche Risse gehalten !
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Mit ihr verbrannte das Hüttenbuch voll der kostbaren Erinnerungen .
Freunde von einst , wer wird euch jetzt aus der ewigen Nacht erstehen lassen ?
Die hundertunderste der schönsten Touren Die Abdachung der Rieder Seite hatte also zwei zu null gesiegt , uns im Frühjahr und im Sommer zu Boden gezwungen .
Verärgert hatte ich sie während einiger Jahre aus meinen Plänen gestrichen . Erst Anfang August 1986 bin ich mit drei Mitgliedern des sympathischen Skiclubs von Epalinges - alle erprobte Alpinisten - dorthin zurückgekehrt .
Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
Um alle Chancen auf unserer Seite zu haben und Abwechslung in das Vergnügen zu bringen , hatten wir geplant , das Galenjoch von rechts her , vom Pfad zur Bordierhütte aus , in Angriff zu nehmen . So wollten wir den Weg über den Riedgletscher vermeiden , dann den Grat und die steilsten , in dieser Jahreszeit vermutlich vereisten Schneepartien hinaufsteigen .
Einer von uns vieren wurde zurückgehalten und würde die Hütte erst sehr spät erreichen können .
Es schien mir aber nicht klug , ihn die untere Zunge des Gletschers , eine nicht zu umgehende Passage auf dem Weg zur Hütte , allein und bei Nacht traversieren zu lassen .
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
Es folgte eine Reihe angenehmer Überraschungen . Hinter der alten war eine neue Hütte gebaut worden ( ich hatte es vergessen ) , grösser und schöner .
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
bis jetzt hatte ich das nur in den BrentaDolomiten erlebt , wo die höchste Hütte nicht viel über 2500 Metern liegt .
Als Essraum dient ein regelrechtes Panorama-Restaurant , in dem eifriges , liebenswürdiges Personal bedient .
Ich muss hinzufügen , dass die Hütte an jenem Abend mehr als vollbesetzt war , wir wurden sogar zum Schlafen ins alte Gebäude geschickt . Das hatte den Vorteil , dass wir dort weniger gestört wurden .
Und nun zum Hüttenwart : Es war wirklich derselbe wie 1971 , aber ich erkannte ihn nicht wieder .
Ich schaute verstohlen durch den Schalter , durch den Bestellungen aufgegeben und das Essen gereicht wird , und sah , wie er friedlich seine Küchenmannschaft ( man könnte fast von einer Brigade sprechen ) leitete . Als der ( Grosskampf ) vorbei war , ging er vor die Hütte , um Luft zu schöpfen und mit einigen seiner Gäste zu plaudern , wie es irgendein anderer Wirt auch tun würde .
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Den brummenden Bären , der uns einst so schlecht behandelt hatte , gab es nur noch ganz unscharf und blass in der Erinnerung .
Unser vierter Mann stiess mitten in der Nacht zu uns ; er hatte von Saas Fee her nur zwei Stunden gebraucht .
Er verlor keine Spur seiner guten Laune , als sich herausstellte , dass der Rest an Trinkbarem , den ich für seinen Durst beiseite gebracht hatte , in der Kehle eines Skrupellosen verschwunden war .
Obgleich die Nacht für ihn sehr kurz wurde , brachen wir doch mit dem Hauptharst auf , um als erste auf dem Gipfel des Nadelhorns zu sein und uns einen ordentlichen Imbiss zu leisten . ( Die nächsten Stunden verliefen eindeutig weniger angenehm , es sei hier nur ganz allgemein darauf angespielt ! )
Und nun der Nadelgrat !
In unserer Hast , die Gipfelfelsen hinunterzusteigen , verpassen wir die kurze Traverse , die auf die Gratkante führt ; ein erster falscher Weg , weil ich einen Augenblick nicht aufmerksam war .
Das kommt nicht in Frage , das hiesse , den Irrtum öffentlich zuzugeben , und ausserdem scheint sich eine Seilschaft in der richtigen Passage auch nicht wohler zu fühlen .
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
Wer hat wohl in dem stumpfen Gipfel ■# * des Stecknadelhorns eine Stecknadel gesehen und dem Berg diesen komischen Namen gegeben ?
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis . Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
Folgen wir der Route nicht genau genug ?
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Eine etwas heikle Seillänge auf nicht verfestigtem Schnee , immer noch über Eis , veranlasst uns , reuig wieder die Steigeisen hervorzuholen .
Liebenswürdige Scherzbolde versichern uns gleich darauf , dass sie zu gar nichts gut sein werden . Diese falschen Prediger !
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Zum Glück bewirkt der Abstieg zum Dürrenjoch ein Wiedererwachen des Interesses :
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Vom Pass senkt sich ein steiles verschneites Couloir zum Riedgletscher .
Mir scheint , meine Gefährten schauen begehrlich dorthin , rechnen sich eine Abkürzung aus , werden jedoch alsbald durch kleine , von der Wärme des Nachmittags ausgelöste Aussicht vom Gipfel des Nadelhorns :
Das Programm wird nicht gestutzt .
Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
Grosse Verblüffung , als wir dort ankommen :
Die Kollegen haben - ungeduldig abzusteigen und dank der ausschliesslichen Lektüre der Cent plus belles courses des Alpes valaisannes schlecht informiert - den zum Galenjoch führenden Grat verpasst und sind einen riesigen Geröllhang , dessen unteres Ende nicht abzusehen ist , hinuntergestiegen .
Alles Rufen nützt nichts :
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
Die Freunde wollen greifbarere Beweise , die Karte liefert sie ihnen reichlich .
Während eines stärkenden Imbisses an einem Bach , wo wir die Feldflaschen wieder auffüllen können , beschliessen wir :
Es geht zum Galenjoch :
Eine Halde mit verfestigtem Geröll sollte , selbst wenn sie steil ist , keine Schwierigkeiten bereiten , und das bestätigt sich schon bei den ersten Schritten .
Das Vergnügen der Tour neigt sich seinem Ende entgegen , darum - und weil ich wieder zu Atem kommen möchte , der mir durch die Müdigkeit etwas knapp geworden ist - habe ich begonnen , ein wenig zu bummeln und die Blümchen auf der Moräne zu bewundern , die sich bemühen , diesen tristen Ort etwas aufzuheitern .
.in Tag in Uschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
( Weg der Jugend )
Ein Klettergebiet macht Geschichte In der Anfangsphase , als sich in der Schweiz die Entwicklung zum Freiklettern erst abzuzeichnen begann , wurden am Felsband von Üschenen , oberhalb von Kandersteg , Anstiege eröffnet , die zu den schwierigsten der Schweiz zählten .
Die Routen bewegten sich zunächst im Bereich des sechsten , dann des siebten und schliesslich des achten Grades .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Und so konzentrierte sich das Interesse auf Gebiete , die noch weniger erschlossen waren .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
In der Zwischenzeit hatte man auch gelernt , die verschiedenen Aspekte mit mehr Objektivität und der nötigen Toleranz zu betrachten , sind doch die Unterschiede zwischen von unten und von oben eingerichteten Klettereien nun jedem klar und Vor und Nachteile bekannt geworden .
Beides ist möglich , beides hat seine Berechtigung und nicht zuletzt auch seinen besonderen Reiz .
Es gibt anspruchsvolle Anstiege wie zum Beispiel die von unten eröffnete Route Kumulus von Martin Stettier , die eine gesunde Moral und hohes Können erfordern und damit auch über einen ganz eigenen Erlebniswert verfügen .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Dies , nachdem die Route neu eingerichtet und die Linienführung im obersten Teil noch bestimmt werden musste .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Jene Augenblicke , in denen alle Voraussetzungen gegeben sind , damit eine Route im 10. Schwierigkeitsgrad in sehr kurzer Zeit gelingt , lassen sich kaum im voraus bestimmen oder planen .
Zumindest mir scheint diese Fähigkeit nicht gegeben zu sein - selbst wenn ich mich vorher lange und intensiv mit mir und meinem Ziel auseinandergesetzt habe .
Vielleicht kann man aber eine solche Herausforderung auch nur bestehen , wenn ihr eine besondere Situation vorausgegangen ist . Eine Situation , die , von jedem Erfolgsdruck befreit , hemmende Blockierungen löst und so erst die notwendige Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe ermöglicht .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
A äussere Faktoren zustande gekommenen Leistungen mit enormem Kraftaufwand verbunden sind .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Die persönliche Situation , die ( Atmosphäre ) , der Tag , die Person des Sichernden all das und vielleicht noch mehr müssen ideal zusammenpassen , um ein durchgehend positives Umfeld zu schaffen .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Der Ort , wo die ( Fusion ) stattfinden soll , ist gleichzeitig auch die Schlüsselstelle der gesamten Tour .
Nach einer steilen , mit messerscharfen kleinen Griffen bestückten Passage und einem eindrücklich ausladenden Dach folgt die Stelle , an der sich alles entscheidet .
Das Vor und Nachher ist verhältnismässig leicht in den Griff zu bekommen , nicht aber die Loslösung von der ursprünglichen Linie , die gerade aufwärts weiterführen würde .
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
Und damit scheint auch der Traum von der Fusion für dieses Jahr ausgeträumt zu sein .
Heinz weilt in Südfrankreich , er hat dort Ziele , die ihm eher machbar erscheinen .
Und Gabriele will nach Italien .
Sie mag den Nebel hier nicht und befürchtet , um diese Jahreszeit an den voralpinen Felsen ohnehin nur zu frieren .
Am heutigen warmen und windstillen Tag sollte dies jedoch nicht der Fall sein , weshalb ich mich entschliesse , nochmals die Fusion zu versuchen und dann abends loszufahren .
So können wir den vielleicht letzten sonnigen Herbsttag nützen , und Gabriele hätte die Möglichkeit , sich etwas von ihrer weiten nächtlichen Anfahrt aus Deutschland zu erholen .
Die eigenen Ziele zu nennen ist oft gar nicht so leicht .
Geklettert wird nach wie vor zu zweit , und meist haben beide Partner ihre Routenziele und Vorstellungen , die auf einen zufriedenstellenden Nenner gebracht werden müssen .
Deshalb scheint es mir manchmal recht schwierig , die eigenen Interessen vor mir selbst und dem Partner einzugestehen und gegebenenfalls sogar durchzusetzen , befürchte ich dabei doch , im Falle eines Misserfolges seine Hilfe zu Unrecht beansprucht zu haben .
Andererseits sollten wir trotz derartiger Bedenken vielleicht vermehrt daran glauben , dass solche Unterstützung gerne geleistet wird und von Herzen kommt , wenn der Partner spürt , dass der richtige Moment da ist , um dem andern zu helfen , sein Ziel zu erreichen .
Üschenen präsentiert sich von seiner allerschönsten Seite .
Die Luft ist frisch , und am Fusse der Felsen kann man sich noch in die warme Sonne legen .
Die Berge sind schon weit hinunter eingeschneit , und bis auf einen einzelnen Kletterer , der am Einrichten einer neuen Route ist , sind wir hier oben allein .
Ein 7. Grad zum Einklettern und einige kurze Testzüge in den schwierigen Passagen der Route mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Schlüsselzug dienen der Einstimmung .
Das linke Handgelenk schmerzt bei der extrem aufgestellten Fingerhaltung an dem runden Griff . Die kleine , unscheinbare Warze bohrt sich in die Fingerkuppe des rechten Zeigefingers .
Hier muss ich mich mit aller Kraft festhalten , nur dann ist der weite dynamische Zug an den Fingerschlitz möglich .
Dieser erste Vorstiegsversuch gelingt gar nicht schlecht . Beim Einhängen der blauen fixen Schlinge bin ich aber instabil und brauche deshalb viel Kraft .
Zudem liegt die Hand unter dem Seil .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ein zweiter Anlauf erfolgt nur wenig später , solange der richtige Teil der Bewegungsabläufe noch im Gefühl ist .
Gabriele hat mich für das schwierige Einhängemanöver beruhigt und mir Mut gemacht .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Nur um wenige Millimeter verfehle ich den Griff .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Immer wieder fasziniert mich diese Linie durch die steil aufschiessende Platte mit ihren nur winzigen Einkerbungen .
Ich fühle mich gut .
Ausgewogen und ruhig .
Vielleicht deshalb , weil es mir in diesem Moment hier oben , inmitten einer wunderschönen Landschaft , an nichts fehlt .
Die Pause ist um , und ich muss wieder etwas tun :
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Selber fällt mir der kleine Fehler aber kaum auf .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
Ein kurzes Nachfassen und ich habe ihn richtig in der Hand .
Die Traverse hat begonnen und muss jetzt noch konzentriert zu Ende geführt werden - bis an das vordere Dachende .
Einhängen des letzten Hakens und ein entschlossener weiter Zug an den Ausstiegsgriff .
Die letzten Sonnenstrahlen und die freundliche Sicherungshilfe von Ernst Müller - er ist alleine hier oben unterwegs - erlauben uns sogar noch , den Quergang ein zweites Mal zu klettern , dabei einige Bilder zu machen und den schönen Moment noch etwas auszukosten .
In bester Laune packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von diesem einzigartigen Ort .
Die Sonne ist hinter dem Lohner verschwunden , und es wird schnell kalt .
Die Bewegung auf dem Abstieg wärmt uns aber bald wieder auf .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Der über der Linth-schlucht thronende Selbsanft ( vom Tierfed aus ) Über die Nordostflanke zum Luegboden
Vom ersten Mast der KLL-Seilbahn ( Kraftwerke Linth-Limmeren ) steigen wir über den BaumgartenAlpweg hinab zum Schwamm , bis eine Wegspur den Hang und eine Waldlichtung quert , wo viele Jahre ein Einsiedlerpärchen gehaust hat . Von seinen Besitzern aufgegeben , vergandet nun auch ihr Wild-kräutergärtchen .
Hier öffnet Eine verlockende Tour Im vorangehenden Beitrag über das alte Gipfelbuch war viel die Rede vom Nordgrat , ohne dass sich der Leser bei den meist wortkargen Eintragungen seiner Begeher ein Bild über ihn machen konnte .
Deshalb soll hier noch das Erlebnis einer Besteigung über diesen geheimnisvollen Grat geschildert werden .
Prächtiges warmes Spätsommerwetter , keine Gewitter mehr und deshalb eine trockene Route - einmal mehr lockt uns der Berg in seine gewaltigen Nordabstürze .
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Der Eindruck , den diese wild-bedrohliche Gebirgswelt auf den Menschen macht , ist wahrhaft erschütternd , und Caspar Hausers eingangs zitierte Schilderung ( vgl. S. 31 ) hätte hier noch vermehrt Gültigkeit .
Manch einer , der mit den Bergen nicht so vertraut ist , würde sich an dieser Stelle wohl keinen Schritt mehr weiter wagen .
Auf der Wegspur queren wir in die Felsenschlucht .
Damit dringen wir in ein Verlies des Gebirges ein . Innert Kürze rücken die uns vorher noch in geräumigem Halbrund umgebenden Wandfluchten bis auf wenige Meter Distanz zusammen .
Wir betreten eine andere Welt , fern der unsrigen .
Das geht auch aus der Empfehlung in den alten Clubführern hervor , diese Tour nur während der trockenen Herbstzeit zu wagen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
In der bergseitigen Hand den Pickel , in der andern einen Skistock als Stütze , so erklimmt man am sichersten die mit anstehenden Felsen , aber auch mit lockerem Gestein durchsetzten Grasflanken .
Vom zweiten Absatz , dem Luegboden , queren wir über Schrofen und Geröll steil in die Limmeren-flanke hinein , um bald einmal auf dem kräuterbewachsenen Band vor dem Biwakplatz zu stehen . <Balm> statt Höhle wäre allerdings die treffendere Bezeichnung für die beiden Einbuchtungen am Fusse der sich senkrecht auftürmenden Felswand .
Im Biwak Noch liegt goldenes Licht auf den Muttsee-gipfeln ;
Rasch fällt die Dämmerung ein und hüllt die Limmerenschlucht in dunkle Schatten .
Wir suchen ein günstiges Plätzchen in der Balm , rollen unsere Biwakmatte und den Schlafsack aus .
Dann setzen wir die Kocher in Betrieb , um unser Abendessen zuzubereiten .
Unter fröhlichem ( Tischgespräch ) vergeht die Essenszeit .
Meinen Kameraden erzähle ich , wie wir hier vor drei Jahren unsere Becher unter dem Überhang hervor in den prasselnden und mit Steinschlag durchsetzten Gewitterregen halten mussten , weil wir vergessen hatten , vom Limmerenbach Wasser mitzunehmen !
Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit beginnt sich oben hinter den Muttsee-wänden eine Helligkeit am dunkelblauen Nachthimmel auszudehnen , und um 20.30 Uhr steigt der Vollmond über dem Kamm des Kistenpasses auf .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Hier in der Falte des riesigen Berges fühlen wir uns ebenso geborgen wie zu Hause .
Um fünf Uhr piepst eine Uhr unerbittlich Tagwache .
Als erfahrene Biwakfüchse beherrschen wir allerdings die Technik , im Schlafsack liegend heisses Wasser zuzubereiten und so das Morgenessen - einen Becher Bircher-müesli und Kaffee-einzunehmen .
Im schmalen Ausschnitt , der zwischen Höhlendach und dem Muttseehorizont sichtbar ist , verblassen schnell die Sterne .
Um sechs Uhr verlassen wir im ersten Dämmerlicht unser romantisches Nachtlager .
Am Nordgrat Wirtraversieren zum Luegboden und steigen über die abschüssigen Gras und Schro-fenflanken dem ersten grossen Aufschwung des Nordgrates entgegen .
Auf den Bändern der Sandalpflanke entdecken wir einige Gemsen bei der Morgenäsung .
Hier oben hätten sie auch während der Jagdzeit wohl kaum etwas zu befürchten .
In einer gestuften Rinne geht es in leichter Kletterei hinauf zu einer schmalen Scharte im Nordgrat , wo uns die ersten Strahlen des aufsteigenden Tagesgestirns treffen - hundertfach erlebt und doch immer ein wundervoller Augenblick .
Wir seilen uns an und klettern direkt über die Gratkante weiter .
Auf den Leisten und Bändern liegt wohl viel Schutt , aber die steilen Vollmondnacht im Biwak Luegboden Aufschwünge bestehen aus recht gutem Jura-Malmkalk .
Eine Zone aus stark verwittertem , braunem Gestein erheischt anschliessend wieder vorsichtiges Klettern .
Wir gewinnen rasch an Höhe und stehen bald unter dem markanten gelbbraunen Gratturm , dem die früheren Begeher des Grates den phantasievollen Namen ( Goldenes Horn> gegeben haben .
Anstelle von Goldadern sind es aber die letzten Rasenpolster , die den festen Fels in der Ostflanke des Turmes durchziehen .
Der ebene Platz oben auf der Bergzinne lädt geradezu zu einer Rast ein .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Nach dem breiten Schuttband hinter dem ( Goldenen Horn> zieht sich senkrecht und überhängend ein Felsband um den ganzen Bergstock . Die günstigste Route führt Auf dem Höhenrücken des Mittler Selbsanft ( Plattas Alvas ) ;
im Hintergrund der Bifertenstock zu einer Ecke empor , von der aus über einen Quergang unter einem Dach eine verwitterte Flanke zu gewinnen ist .
Heute folgen wir der Route , um oben am Fusse eines wilden Grataufschwungs wieder die Kante zu erreichen .
Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Johnny , athletischer Sportkletterer aus dem berühmten ( Dorf mit drei Buchstaben ) der Kreuzworträtsel , wird mit Lobesworten über seine Kletterkunst losgeschickt ! Er wird die Seillänge doch ( mit singä und pfiiffä ) packen !
Schadenfreudig grinsen wir uns an , als er sich wenig später im abdrängenden Kamin , in das die Sonne hineinbrennt , hocharbeitet , schwitzt , dann mit dem Rucksack hängenbleibt , um schliesslich angesichts des festen , glattgescheuerten Felsens nicht ganz gerechtfertigt - über den ( Glarner Alpenbruch ) zu lamentieren .
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Ein Anstieg über brüchiges Gelände führt uns zum obersten , dunklen Turm , der aus rau hem Nummuliten-Sandstein besteht .
Voll Freude klettern wir die halbe Seillänge über die Kante hinauf zur Spitze des Hauserhorns .
Gipfelrast Es ist erst zehn Uhr an diesem herrlichen Spätsommertag , und wir können uns eine ausgedehnte Gipfelrast leisten .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Wir blättern ein wenig darin und tragen unsere Besteigung ein , dankbar dafür , dass wir die Reihe begeisterter Alpinisten seit 1863 fortsetzen können .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Unübersehbar breitet sich die ganze Alpenwelt Graubündens im Osten und Süden aus , wird nur über dem Lim-merenfirn vom langgezogenen Eisrücken des Bifertenstocks verdeckt .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Die Scherben und Platten des schneefreien Gipfelkammes klirren leise unter unsern Sohlen .
Zuweilen bilden sie merkwürdige Muster , deren Struktur erst aus höherer Warte erkennbar wäre .
Ein langer Abstieg Nach der Mittagsrast in einer sonnenwarmen Firnmulde steigen wir zuerst über den Griessfirn , dann über zerrissene helle Platten , Moränen , Schutt und Geröll zum Ende des Limmerenfirns hinunter .
Von dort geht es dem Gletscherbach entlang , bis er über eine überhängende Felswand in die Tiefe fällt .
Unter uns im Talkessel erstreckt sich der schnee-wasserhelle Limmeren-Stausee . Von den zwölf alpinen Kilometern , die allein den Rückweg vom Hauserhorngipfel bis zum ( Chalchtrittli ) ausmachen , haben wir hier erst die Hälfte zurückgelegt .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
Im Och-senstäfeli wird uns schliesslich der schwarze , nasskalte Kraftwerktunnel aufnehmen , der uns durch den Berg zur Seilbahn bringt .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
Die mit Seil , Pickel , Berg und Biwakausrüstung beladenen Rucksäcke werden dabei schwer am Rücken hängen , mit strapazierten Knien und Fussen , verschwitzt und durstig werden wir im Tal ankommen .
Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Mühsal und Anstrengung :
Der weite Weg durch die verlassenste Region der Glarner Alpen hat uns um ein Bergabenteuer mehr mit dem Selbsanft verbunden ;
Vivant amici montium !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Piz Platta im Oberhalbstein
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Dies erinnert mich an mein den damaligen Teilnehmern gegebenes Versprechen , die persönlichen Eindrücke niederzuschreiben , ebenso aber auch an die Gründe , warum es dann doch nicht dazu gekommen ist .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Unten in der Talebene , wo sich noch eine dünne , aber harte Schneeschicht hat halten können , gleitet ein Langläufer den schneefreien Rändern des einstigen Bachverlaufs des Beverin ausweichend , leicht auf und absteigend dahin .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Bei einzelnen Vorkommnissen haben sich die Konturen zum Teil verwischt , sie wirken verschwommen und leben erst dann wieder auf , wenn zu gegebener Zeit , in Anwesenheit der damaligen Teilnehmer , die Eindrücke rekonstruiert werden können .
Davon ausgenommen sind natürlich jene Erleb- Nächste Doppelseite :
Im Aufstieg über den Ostgrat von der Fuorcla Buin zum Piz Buin Grond nisse , denen eine starke subjektive Komponente anhaftet .
Jede Tour setzt sich aus einer Aneinanderreihung von vielen einzelnen Details zusammen , die erst in ihrem gegenseitigen Verhältnis wieder einen Gesamteindruck vermitteln .
Eigentlich nichts Aussergewöhnliches , etwas , das sich im täglichen Leben im Gemsen , eine auf Skitouren stets wieder anzutreffende Wildart mer wieder abspielt .
Eine Tour kann aus grandiosen Eindrücken bestehen , aber es kann auch sein , dass Einzelheiten eine derart grosse Bedeutung erhalten , dass sie alles andere überstrahlen ;
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Es ist nicht so , dass ■<©•■ . Die beiden Buin , Piz Buin Grond und Piz Buin Pitschen , im Silvrettagebiet ( Unterengadin ) Flechtengesellschaft im Sonnenlicht ich den Schwierigkeiten entgehen möchte , im Gegenteil .
Die dabei gewonnene Distanz bietet mir die Möglichkeit , das , was mich beschäftigt , von einer anderen Seite anzupacken oder nach neuen Wegen zu suchen .
Es kam schon vor , dass es mich in meiner periodisch auftretenden Isoliertheit grosse innere Überwindung kostete , an einer Sektionstour teilzunehmen , von der ich dann aber frohen Mutes und in meiner inneren Welt bestärkt zurückkehrte .
Dabei Messen sich öfters gute Lebensgefühle , die in schwierigen Zeiten um so seltener werden , wieder erwecken .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Dies ist sein Alltag , in dem es gilt , sich durchzuschlagen .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
Lässt man sich dann genügend Zeit , mag es sogar gelingen , nicht nur äusseren Geheimnissen auf die Spur zu kommen , sondern auch einen Weg zu seinem inneren Wesen zu finden .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Erster Akt
Ein strahlender Augustmorgen .
Am Nachmittag werden wir in die Berge fahren .
Aber noch bin ich im Büro eingeschlossen , und so scheinen sich die Morgenstunden endlos in die Länge zu ziehen .
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
Das fahle Grün des Bildschirms beginnt zu verschwimmen , die Buchstaben tanzen vor den Augen - innerlich habe ich den PC bereits abgeschaltet .
Zeit , sich loszulösen .
George holt mich ab .
George ist Hotelier und trägt die ganze Woche piekfeine Anzüge , alles perfekt assortiert .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Doch noch fast lieber trägt George Jeans und steigt auf Berge .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals .
Ich erzähle George die Geschichte vom Zervreila-Blau und vom Stausee Lampertschalp .
Als Vorspeicher des Zervreila-sees hätte - nach den Vorstellungen einer Kraftwerkgesellschaft - dessen Mauer hier am Taleingang errichtet werden sollen , worauf der Wasserspiegel bis etwa 50 Meter unter die Läntahütte gestiegen wäre und der Zervreila-see durch den verschlammten Zufluss sein schönes Blau verloren hätte .
Die Einwohner von Vals haben jedoch im Frühling 1989 das Konzessionsgesuch für einen Stausee Lampertschalp abgelehnt , womit - hoffentlich - alles so bleiben wird , wie es ist .
Der schmale Steig führt im unberührten Tal über Moränenhügel auf und ab , schlängelt sich um mächtige Felsblöcke , springt über Bachläufe und versteckt sich abschnittweise fast ganz unter den Blacktenstauden , so dass er stets nur auf wenige Meter einsehbar bleibt und jede Windung neue Überraschungen bereit hält .
Unsere Gedanken konzentrieren sich auf den Weg , was die Zukunftsängste für einige Momente verdrängt .
Ähnlich unserem Pfad , der sich in unzähligen Windungen zwischen den Hindernissen durchschlängelt , Alphütte am Eingang zum Läntatal mäandriert auch der Bach im Kiesbett des Talgrundes hin und her , untergräbt hier einen Steinhügel und schafft dort eine kleine Insel .
( Jetzt musst du aber deinen Fotoapparat zük-ken!> reisst mich die Stimme meines Kameraden aus den Gedanken .
Ich schaue nach vorn . Die Wolken haben sich bis auf einen kleinen Rest verzogen und den Blick freigegeben auf ein makellos weisses , grazil in den Himmel strebendes Spitzchen , das uns zu unserem scheinbar so überflüssigen und sinnlosen Tun motiviert : das Rheinwaldhorn .
In den späten Morgenstunden des folgenden Tages befinden wir uns bereits wieder auf dem Rückmarsch .
Zwischen wirr aufeinandergetürmten Felstrümmern am Gletschertor su chen wir uns den Weg zum Talausgang , wo ein heller Sonnenfleck den Bachlauf silbern schimmern lässt .
Hier aber regnet es noch wie aus Kübeln .
Über Georges Wangen läuft ein helles Rinnsal - ist es Regenwasser oder der Schweiss der Anstrengung ?
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Zyklopenhaftes Chaos am Fuss der Eiszunge , Blöcke , labil auf schmalen Eisgrätchen balancierend , jederzeit absturzbereit .
Bergauf und bergab klettern wir über Steine und rutschen auf dem Gletschereis aus , das sich unter einer feinen Staubschicht versteckt hält .
Längst schon sind wir völlig durchnässt .
Losgetretene Steine kollern übers Eis und platschen spritzend ins milchigweisse Gletscherwasser .
Die Zähne der Steigeisen knirschen und quietschen bei jedem Schritt auf dem groben Steingrus .
Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan .
Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
hinüber - mit zwei Schuhen voll Wasser .
Manchmal ist der direkteste Weg auch der beste .
In den Schuhen quatscht es .
Jeder Schritt drückt das Nass aus den durchtränkten Socken zwischen den aufgeweichten Zehen nach oben .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Immer wieder taucht es auf , ruft mich mit unwiderstehlicher Macht , wird zum Zwang .
Und ist der Mensch im Grunde nicht ein Wesen , das eher ein angenehmes Leben sucht ?
Leise drängt sich dann etwa die Frage auf , ob man sich's am Samstagabend nicht besser im Lehnstuhl bei Bier und Thomas Gottschalk bequem machen sollte , als in einer kalten Berghütte unter einer mief igen Wolldecke nach Schlaf zu suchen .
Die Sichel des halbvollen Mondes steht fahl und gelblich im Zenit und wirft ihr diffuses Licht dorthin , wo sie will .
Die linke Talseite schimmert hell , während die Bergwand auf der rechten in undurchdringliches Dunkel getaucht ist . Ich arbeite mich stöhnend aus dem Schneeloch .
Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Der Rucksack reisst mich beinahe von den Beinen und treibt mir dabei Tränen in die Augen .
Ich schimpfe vor mich hin , manchmal laut , manchmal leise . Ich verwünsche den unerwartet tiefen Schnee , das schwache Mondlicht , den schweren Rucksack .
Aber im Grund verwünsche ich mich selbst , ärgere mich , dass ich dem Zwang , heute Abend noch in die Läntahütte aufzusteigen , nachgegeben habe , obwohl wir den ganzen Tag in einem verrauchten Zimmer an irgendwelchen Sitzungen teilgenommen und Weisswein getrunken haben .
Im Kopf hämmert es <Du schaffst es nicht , du schaffst es nicht , du schaffst es nicht ) .
Schwäche und das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit lähmen den Körper .
Stehenbleiben und den Rucksack in den Schnee werfen .
Die Augen zusammenkneifen und angestrengt in die Nacht starren :
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Erneut bleibe ich stehen und starre ins Dunkel .
Die vermeintliche Hütte entpuppt sich als Felsblock und der Holzstoss als ein Haufen von Zaunpfosten , die der Hirt im Herbst hier aufgeschichtet hat .
Das Mondlicht verleiht der Landschaft um die Lampertschalp ein ganz eigenes trügerisches , überirdisches Relief .
Kam nicht gleich nach diesem Felsblock die Hütte , als wir im letzten Sommer hier waren ?
Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Von der Hütte immer noch keine Spur .
Auch Pius sehe ich nicht mehr , die Einsamkeit ist total .
Mir ist , als ob ich mich im Kreise drehen würde , nach jedem Felsblock kommt wieder eine Ebene , auf jede Ebene folgt ein neuer Felsblock .
Nur der Zeiger der Armbanduhr deutet den Fortschritt an , doch das nützt mir nichts .
Ich muss die Hütte erreichen .
Der Mond sinkt herab , dem gefrässigen Maul eines grossen Haifisches gleich steigt der schwarze Schatten nun auch an der linken Talseite hoch .
Ich werfe den Rucksack ab , die Beine bleischwer , die Seele mutlos .
Der Wind singt seine Melodie , während er über diese verfluchten , nicht enden wollenden Schneefelder mit ihren tückischen Löchern und Verwehungen hinwegstreicht .
Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Den Schirm aufziehen , ein leichtes Rauschen und Abheben , keine schweren Güferhorn und Rheinwaldhorn , die beiden beherrschenden Gipfel der Adulagruppe Beine mehr , kein böser Rucksack , keine unsichtbaren Schneefallen , die mich in die Tiefe reissen wollen .
Auf einmal kriecht es feucht und kalt den Rücken hinauf .
Beinahe wäre ickeingeschla-fen ! Weiter , weiter , hämmert es jetzt in meinem Kopf , und die Kälte unter dem nassge-schwitzten Hemd treibt mich voran .
Wieder einen Hang hinauf und um einen Felsblock herum .
Jeder Schritt ist mittlerweile zur Qual geworden .
Plötzlich - ich erlebe den Moment wie eine Offenbarung :
( Nur noch ein paar Schritte ) , ruft es mir zu , und neue Kraft strömt in meine Beine . Es ist die Kraft , die zahllose Male das weisse Spitzchen in meinen Gedanken gemalt hat , und es ist jene Kraft , die uns immer wieder in die Berge treibt .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Die tiefe , hinter uns zurückbleibende Spur ist unser Gemeinschaftsweg , an dem wir alle unsern Anteil haben .
Später finden wir eine apere Rippe , über die wir wie auf einer Treppe höhersteigen können .
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Keiner spürt mehr die müden Beine und das Gewicht des Rucksacks .
Es ist beinahe windstill .
knirschenden Geräusch des hartgefrorenen Schnees unter unsern Schuhen und dem Laut des eigenen Atems .
Unter dem höchsten Punkt legen wir unsere Gleitschirme aus .
Farbige Tupfer im ebenmässigen Weiss der Gipfelpyramide . Klein wie Käfer , die sich in dieser Wüste von ewigem Schnee , Eis und Fels verirrt haben .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Nun noch die Leinen entwirren , ins Gurtzeug schlüpfen und das Fähnchen in den Wind strecken .
Aus den kurzbeinigen Erdgebundenen werden farbige Vögel .
Gleitschirmstart vom Rheinwaldhorn Richtung Westen .
Hinter dem tiefen Einschnitt des Bleniotales erheben sich die Ketten der Tessiner Berge . Photo Markus Stähet '
Wv
ss Wändli
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Der Gr .
Mythen von Süden , links die konkave Westwand , die Mythenmatt und der Gipfelaufbau
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Knackende Zweige , knirschender Splitt und fallende Steine künden den äsenden Gemsen am heutigen , frischen Morgen das Nahen der Menschen .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
<Seht euch von , beginne ich mit prophetischer Gebärde , <wir stehen hier vor der schwierigsten Stelle der Kletterei , der Einstiegsplatte , die schon manchen Mythenkletterer in Angst und Schrecken versetzt hat . )
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hurtig klinkt Ruedi den Schraubkarabiner in die Lasche des Standhakens , dieweil seine Angetraute mit abgedrehter Hand das Partieseil in den blanken Metallkreis legt .
<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
<Es ist schon beglückend , mit einer bestimmten Kletterstelle , mit einem Berg auf du und du zu stehen ) , denke ich mir dabei , und wie ich zehn Meter höher in einer Nische meine Seilgefährten nachsichere , wandert mein Blick zu einem rundgeschliffenen Loch im Randbereich des Plattenschildes hinüber , von dem ich weiss , dass es einer leider noch nicht blühenden Feuerlilie Gastrecht gewährt .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
Am Fuss des <Altarsteins> malte ich noch das Kreuz hin :
die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
Denn zu jener Zeit , in den Kriegsjahren , so hat mir mein Freund schon oft versichert , sei es meist recht schwierig gewesen , im Wald Fallholz zu fin den , so dass er sich mit beträchtlichem Risiko sogar an Legföhren und Krüppeltannchen herangemacht habe , die , an Felssätze und Nossen geklammert , klagend ihre toten Arme von sich gestreckt hätten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Gibt es nicht Tage , an denen man als Bergsteiger von einem grenzenlosen Misstrauen erfüllt ist , an denen man keinem Griff mehr traut und dauernd den Boden unter den Fussen zu verlieren glaubt ?
Heute geht es recht gut .
Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
Mächtig wölbt sich die Wand über mir auf :
Hier ist kein Durchkommen mehr für Genusskletterer !
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Und weil mich meine Erinnerungen an den unbequemen Schuhwechsel mit stillem Vergnügen zum Genfer Alpinisten Félix Genecand ( 1878-1957 ) hinzuführen pflegen . Genecand war nämlich der Erfinder des Tricouninagels !
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete .
Und dann die Bergsteiger !
Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Man fühlte sich bärenstark in diesem Schuhwerk .
Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Am gefrässigsten aber zeigten sie sich auf schlüpfrigen Erdtritten und im steilen Gras .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
<Weil ich innerlich soeben das Rad der Zeit etwas zurückgedreht und in Route 13 , am Geissstock , unsern unvergesslichen Altmeister Kari habe stehen sehen .
Eben befand er sich unter einem kleinen Aufschwung , die starken Beine ins Erdreich gestemmt , den Kopf unter ein Grasbüschel gedrückt .
Und wisst ihr , warum ?
Weil sich ihm Gemsen über den Kopf hinwegsetzten und dabei einen Hagel feuchter Erdklumpen auf seinen alten Filzhut prasseln liessen .
Unvorstellbar , nicht wahr , dass einem heutigen Spitzenkletterer ( auch Kari war einer ! )
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
Seltsam , der Weg über das Wyss Wändli am Grossen Mythen : für die Schuhe vielfach eine Gras und Erdroute , für die Hände eine Felskletterei .
An Griffen fehlt es hier tatsächlich nicht :
schöne , scharfkantige Leisten , Henkelgriffe , schmale horizontale Spalten , Nocken ... Sie alle bieten den suchenden Fingern zuverlässigen , sympathischen Halt .
<Salü , alter Geselle ! )
lacht mein Herz dem kleinen Ahornbaum am Fuss der Rinne entgegen , die dem Mittelteil der Route das Gepräge gibt .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Einst haben wir mit starker Hand an dir gerüttelt und eine ebenso feste Antwort erhalten .
Dann pflegten wir das Seil um deinen Stamm zu legen und vertrauensvoll den Seilgefährten nachzusichern .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
Und plötzlich gewahre ich Menschen , die geschäftig zum Fuss unserer Wandflucht hinaufkrabbeln .
Einer von ihnen muss Wisel sein .
Dies erinnert mich erneut an Félix Genecand , habe ich diesem welschen Bergsteiger doch nicht nur als Erfinder ein Denkmal gesetzt ( warum sollte Genecand nicht in der Zentralschweiz eine bescheidene Erinnerungsstätte haben , wenn es in Genf doch auch eine <rue Guillaume-Tell> gibt ! ) , sondern auch als Menschen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Ich stand an dieser ausgesetzten Stelle eine furchtbare Angst aus .
Unbeeindruckt von meinem Gejammer liess sich Thedy oben , am Standplatz , nur mit einem belustigten Lachen vernehmen .
Er glaubte an mich , mehr als ich selbst , und rief mir , über die Weite und Tiefe hinweg , dann doch noch einige Anweisungen zu .
,Du musst nur ...
' Ja , ja : Du musst nur !
Rasch gesagt , aber in diesen vertrackten Quergängen , mit <Drei Generationen ) : Der oberste Schuh verfügt über einen sog. Berner-Oberländer-Führer-Beschlag ( mit speziellen handgeschmiedeten , hohen Nägeln , die einen scharfgriffigen Kranz bilden ) .
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Nie mehr !
Franzi , das unvergessene Skiidol unseres östlichen Nachbarlandes , hat einmal nach einigen verpfuschten Wintern einem Radioreporter erklärt , er wisse nicht , ob er jemals wieder die ,absolute Brutalität ' erlangen werde , die nötig sei , um ein Abfahrtsrennen zu gewinnen .
Genau sie ist es eben , meine Lieben , die ,absolute Brutalität ' , die mir leider für diese und andere Routen fehlt ! )
Lachen tut gut !
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind .
Ein Jauchzer , hoch über der schräg ansteigenden , zerfransten Kante der Mythenmatt , erinnert uns daran , dass heute alle Zweibeiner , auch die gefiederten , zum Festmahl und zur Gedenkstunde eingeladen sind .
Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit : Es heisst sich sputen !
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns .
Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
Aber ausgerechnet jetzt muss der Nebel aus dem Abgrund steigen .
hätte ich ihnen angeraten , wie ich es vor Jahren Seffi empfohlen habe .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
dem Weg zum Einstieg die Namen der Bäume und Sträucher genannt , mit dem Schuh Pferdeäpfel aus dem Weg geschoben , verirrte Weinbergschnecken ins taufrische Gras gesetzt .
Ein Naturfreund , aber kein Freund von Tiefblicken , denn mein Ansinnen hatte er entrüstet vom Tisch gewischt .
<Hinunterschauen , nie !
Ein alter Wildheuer aus den Muotathaler-bergen hat mir einmal gesagt , man solle nur nie in die Tiefe schauen , dann könne einem nichts passieren ! )
An diesen Ratschlag hat er sich an diesem nebelfreien , durchsichtigen Herbsttag gehalten .
Und in der Tat :
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! ) würde ich antworten .
Nah und doch recht weit entfernt ist meine Liebeser- Die MythenWestwand aus der Froschperspektive :
klärung von derjenigen eines Kameraden , der mich , vor Jahrzehnten , genau an dieser Stelle mit einem Mädchen , meiner Zukünftigen , auftauchen gesehen hatte .
Der Mann , von dem die Rede ist , hiess Franz , doch war es nicht der Franz vom ( Altar-stein> und selbstverständlich auch nicht der Franzi aus dem Land des Kaiserschmarrens , sondern der Franz , dem in den kommenden Jahrzehnten Dutzende von Erstbegehungen gelingen sollten und der sich - zu seiner Ehrenrettung sei es verraten - später auch noch eine fleischliche Braut angelacht hat .
Mit ihm hatte ich einige Jahre zuvor kiloweise technisches Material in der Bergwelt spazieren geführt , was uns am Ufer des Wägitalersees einmal sogar polizeilich bestätigt wurde .
Zwei Hüter des Gesetzes mussten dort in uns , aufgrund des mitleiderregenden Zustandes unserer Hände , die klassischen Blumenräuber gerochen haben . Jedenfalls wurden wir von ihnen höflich aufgefordert , die Rucksäcke zu öffnen .
Doch nachdem sie einige Zeit darin gewühlt , der eine in Franzens , der andere in meinem Sack , hatten sie unter ihren Dächli-mützen hervor einen vielsagenden Blick ausgetauscht und dann ganz offensichtlich enttäuscht , für jedermann deutlich hörbar , zu Protokoll gegeben :
Das Eisen , unsere schweren Haken und Karabiner ( man wusste damals noch nichts von legiertem Bergsteigermaterial ) , pflegte Franz vorwiegend in die Ritzen unserer Felstürme Peter und Paul am Kleinen Mythen einzutreiben , während ich , getreu einer in Paris bei einem Bouquinisten am Ufer der Seine preisgünstig erstandenen Anleitung , die Seilstränge bediente .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
So hing denn unser ganzes Kletterglück von der dünnen Broschüre aus der Grossstadt ab , deren Titel La technique de la varappe artificielle oder ähnlich lautete .
Er hätte ebensogut ( Die Technik des Mehlsack-hissens> heissen können , denn die ( Methode ) verurteilte den Seilführer zu einer Haltung , die statisch nur geringfügig von derjenigen eben eines Mehlsackes abwich .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Mythenmatt ( Hier muss es Pfefferminz geben ) , stellt Susi bei den Karrenfeldern am Rand der Mythenmatt fest .
Beim Namen Seidelbast hätte ich aufgemerkt .
Seidelbast ist für mich gleichbedeutend mit Bergfrühling , Wiedererwachen der alten Kletterleidenschaft , Aufbruch .
Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
Nun , dass es so weit von den Teestuben entfernt nach Pfefferminz duftet , scheint mir trotzdem recht erstaunlich , so bemerkenswert wie die Tatsache , dass in frühern Jahrzehnten Schafe an diesem Kraut gerochen haben .
Die Mythenmatt-jene auffällige , schiefe Grasfläche unter dem rötlichen Gipfelkopf-wurde früher tatsächlich nicht nur von Gemsen beweidet . Darüber zu rätseln , auf welchem Weg die Schafe hier hinaufgelangten , ist erlaubt .
Jedenfalls muss Schafhirt Kälin , wie seine eventuellen Vorgänger , gute Schuhe getragen haben , wahrscheinlich solche mitTricounibe-schlag .
( Eure Gummisohlen mögen ja recht und gut sein , aber wenn euch einmal auf der Mythenmatt ein Regenschauer überrascht , dann möchte ich euch sehen ... nasses Gras und Gummi , das wirkt doch wie Schmierseife .
Dann werdet ihr wie eingesalbte Ölgötzen in die Tiefe fahren ! )
Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Erhebend , später , der Augenblick , in dem der Präsident sein Manuskript hervorkramt und seinen Mund öffnet .
Doch genau in dieser Sekunde werden Bild und Ton von einem dichten Nebelschwaden verschluckt .
Ein , zwei Minuten nur - die Zeit für einige Schlückchen - , dann ist der Spuk vorbei , und ich sehe mich zu meinem grossen Erstaunen ( Wirklichkeit oder Halluzination ? ) von einer Runde netter Kerle in goldbetressten Uniformen umringt .
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
Es sind die Gründer des Vereins , die Männer , die mit ihrer Begeisterung und ihrem Geldbeutel den Berg für den Wanderer erschlossen haben , die Concierges des Mythenwegs , die ich bis heute nur aus der Jubiläumsschrift gekannt habe .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

View File

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Au petit matin du 9 septembre 1988
Dring ... Dring ...
Qu' ils sont pénibles , ces levers avant l' aube ( il est 4 h 45 du matin ) , surtout lorsque l' on est allongé bien au chaud dans son lit , à la maison , et non pas en refuge ou au bivouac .
La promiscuité ou l' inconfort des « camps de base » , en effet , favorisent généralement un passage relativement rapide à la station debout et , malgré des gestes encore imprécis , une volonté de mouvement excitée par l' imminence de l' action : marche d' ap ou escalade .
De plus , vous n' êtes pas seul à subir les désagréments de la situation !
Alors qu' à la maison , lorsque autour de vous la ville entière dort encore , alanguie par le travail de la journée ... ou la fièvre du samedi soir , cette émulation fait totalement défaut .
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Je m' habille rapidement , avale un bol de céréales arrosé d' un bon jus de citron , plaque sur mon dos encore raidi de sommeil le sac minutieusement préparé la veille , et entrouvre la porte .
Tout va bien , l' habituel smog urbain laisse filtrer quelques pâles étoiles ;
il fera beau aujourd' hui ...
Confortablement installé dans une voiture déserte de l' Intercity Genève-Berne , je réfléchis à ce que seront probablement ces deux jours d' escalade prévus avec Daniel Anker , un de mes fidèles compagnons de l' été , Daniel qui m' a fait part au téléphone de son souhait d' ouvrir une nouvelle voie à la Kingspitz , célèbre sommet des Engelhörner .
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Une cohorte de travailleurs se déverse de chaque wagon pour envahir les souterrains de la gare .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Une chape de sueur s' étoile entre mes omoplates ...
Nous avons omis de nous fixer un Neu de rendezvous !
Comment faire pour nous retrouver au milieu de cette marée humaine ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
Considérant que le travailleur tertiaire moyen n' a en règle générale que faire de ces étranges attributs , je me lance dans une poursuite effrénée m' amenant bientôt à proximité de la chaussure en question , qui a le bon goût de présenter un double faisant paire , ces deux éléments étant raisonnablement prolongés par deux tuyaux en forme de jambes , un torse bien réel , un grand et vrai sourire et deux bras dont l' un me secoue déjà chaleureusement la main :
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Vers la Kingspitz II s' agit en premier lieu de trier le matériel nécessaire à notre ascension , ce qui implique quelques choix importants .
Tout d' abord , malgré le grand plaisir que nous éprouvons à bivouaquer en plein air ( nous le faisons le plus souvent possible ) , nous optons pour la formule du refuge , ce qui nous soulage d' un poids conséquent puisque nous n' avons qu' une nuit à passer en montagne .
Il nous faut ensuite définir notre tactique d' équipement de la voie :
allons-nous laisser les longueurs et les relais entièrement équipés de pitons à expansion , comme on le fait généralement en école d' escalade , ou suivre un raisonnement médian consistant à n' équiper que les relais ( pour les rappels ) et les passages en zone compacte impossibles à protéger à l' aide de coinceurs ?
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Le fait de devoir placer soi-même ses coinceurs , de gérer tant soit peu son itinéraire et de prendre parfois en compte son environnement immédiat favorise , nous semble-t-il , une certaine maturation du grimpeur .
Cette technique dite de « l' équipement minimum » est la méthode généralement utilisée en haute montagne , principalement dans les parois granitiques où les fissures franches permettent un assurage relativement aisé .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Mais il faut relativiser ce chiffre .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Enfin , ultime question d' éthique :
l' emploi de la perceuse à accumulateurs ...
Problématique pour nous sans fondement , la seule et grande entorse au défi sportif étant à nos yeux l' ouverture de voies depuis le haut ( en montagne surtout ) , procédé qui permet l' équipe d' itinéraires dans un registre de difficultés que l' auteur ne maîtrise pas forcément .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
Après avoir suivi cette voie sur quelques longueurs encore pour nous situer dans ce dédale de dalles , nous revenons au haut du socle pour aborder à gauche une veine brune très caractéristique et qui semble offrir un rocher un peu plus travaillé que les dalles noirâtres voisines .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
Et tout de suite la prédiction se réalise ! Cependant , les problèmes d' équilibre et d' adhé que nous rencontrons ne parviennent pas à empêcher nos pensées et nos regards de s' égarer sur les crêtes et sommets alentour ...
Ainsi avons-nous le plaisir d' admirer deux cordées effectuant l' ascension du pilier ouest de la Vorderspitze , un très bel et classique itinéraire de quatrième degré supérieur , pilier dont le profil se détache avec une netteté stupéfiante , générée par les jeux de la lumière et de l' ombre irisant le rocher .
Nous restons quant à nous environnés d' ombre dans notre froide paroi nordest , et le port de notre veste en fourrure polaire n' est pas superflu lorsque nous décidons de déposer notre matériel au cinquième relais , avant de nous en retourner en rappel en direction du refuge , que nous atteignons peu avant la tombée de la nuit .
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Erigé à la limite supérieure de la forêt , le refuge et ses bucoliques alentours font naître chez le visiteur un sentiment difficile à exprimer ; une sorte de paix intime et une sérénité garantes d' un repos et d' un sommeil sans pareils ... auquel nous nous empressons de nous abandonner !
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
mais en l' oc heureusement , la rareté du phénomène nous permet de relever la correction et la maîtrise des cordées voisines .
Dans les dalles de la face nordest de la Kingspitz Au moment d' atteindre notre dépôt de matériel , nous jouissons de la seule et courte période de soleil de la journée , avant d' entamer la suite de l' itinéraire en plein centre de la paroi , coupant la voie classique 1938 à notre huitième relais .
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
La seconde partie de l' itinéraire , au-dessus de R8 , exige bientôt plus de précautions quant à la qualité du rocher , d' autant que c' est à nous maintenant de surplomber les cordées engagées dans la voie classique .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
Notre temps est compté et nous ne pouvons gagner le sommet aujourd' hui ; c' est pourquoi .
après une dernière longueur commune avec la voie classique 1938 effectuée pour apaiser ma conscience , nous entamons bientôt une longue série de rappels , et regagnons la vallée en un temps record .
Mais peine perdue :
le souper sera froid et les convives un peu déçus lorsque Daniel regagnera sa bonne ville de Berne , alors qu' il me faudra encore quelques heures de train et de bus pour réintégrer un certain lit bien douillet , quitté à peine 40 heures plus tôt !
Vue sur la Vorderspitze ( à droite ) et le Gross Simelistock ( à gauche ) depuis la face nordest de la Kingspitz Données techniques Face nordest de la Kingspitz :
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Rocher demandant par endroits certaines précautions .
Emporter :
Friends + coinceurs , cordes de 45 m , casque conseillé .
Approche : Berne-Meiringen-Willigen-Ro-senlaui , puis montée à l' Engelhornhütte ( 1901 m ) en 1 h 30. Depuis le refuge en 40 minutes au pied de la Kingspitz ( sommet à 2621 m ) . Ouverture :
Depuis le bas .
Pitons + 58 gollots . Descente :
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
/reasc : D.Anker/M.Piola les 9/10 septembre 1988 .
^J*S Cordillera Blanca Sommaire 61 Peter Donatsch La Corse : un massif montagneux tombé en mer 69 Andreas et Claudine Mühlebach-Métrailler Courses à ski en Californie 80 Daniel Santschi Au Huascaran , dans la Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Ascensions dans l' Altaï ( Union soviétique ) 96 Johann Jakob Burckhardt Rudolf Wolf :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Préposé du CC aux publications CCGothard , 1989-1991 Dr Hansjörg Abt , téléphone 01/2581261 , telefax 01/251 4424 .
Couverture :
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Conception graphique Gottschalk+Ash Int'l Layout Thomas Petraschke , G + A Markus Lehmann , Staempfli + Cie SA Administration des annonces Künzler-Bachmann SA , Geltenwilenstr. 8a , case postale 926 , 9001 St-Gall , téléphone 071/235555 , telefax 071/236745 .
Responsable :
Albert Signer .
Impression et expédition Staempf li + Cie SA , case postale , 3001 Berne , telefax 031/240435 , CCP 30-169-8 .
Parution Bulletin mensuel : dans la deuxième moitié du mois . Revue trimestrielle :
Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins . Photo :
Daniel Santschi , Soleure 102 Michel Ziegenhagen Nadelhorn : une montagne à surprises 114 Michel Marthaler Les nappes penniques dans les Alpes valaisannes : quelques explications géologiques Prix Abonnement ( pour les non-membres ) :
Bulletin mensuel et cahier trimestriel-ensemble ( pas d' abonnements séparés ) , par année :
Suisse 42 fr ., étranger 58 fr . Cahier trimestriel séparé , pour les membres du CAS :
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L' acceptation ou le refus des articles ainsi que le moment et la forme de leur parution sont de la compétence de la rédaction .
Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
une montagne à surprises
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Première escarmouche
Le Nadelhorn figurait dans la liste des sommets sur lesquels nous avions jeté notre dévolu , mon collègue et ami André Berney et moi-même , au chapitre des montagnes à gravir en saison de ski , car il nous semblait incongru d' escalader en été une sommité qui pouvait l' être au printemps .
Nous étions à notre deuxième saison d' alpinisme , une activité que nous avions abordée presque simultanément et tardivement , la trentaine largement passée , afin de combattre avec succès les détestables effets psychosomatiques d' une existence trop sédentaire .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
Tel fut pour moi le Nadelhorn , mais après avoir personnifié la montagne comme ne peut manquer de le faire celui qui s' est souvent mesuré à elle , je m' em de dire que la cause principale des avatars qui vont être rapportés doit être recherchée dans le comportement humain , ce que démontreront à l' évidence les propos suivants .
cer ma défection pour une raison non moins imperative , qui ne m' est pourtant pas restée en mémoire .
Il en fallait plus pour décourager André , qui , avec son infatigable esprit d' entre , trouva un compagnon en la personne d' un autre collègue .
Tous deux s' en furent à la cabane Bordier .
Le lendemain , la course fut marquée par un double incident rarissime .
A la montée , le collègue , qui cheminait devant sur le glacier de Ried , s' enfonça brusquement jusqu' à mi-corps dans une crevasse , skis aux pieds , et s' en dépêtra avec l' effroi que l' on imagine .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Pour quelque temps , il ne fut plus question du Nadelhorn qui avait si froidement accueilli ses visiteurs .
En fait , il n' en fut plus du tout question entre nous deux .
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Si je me permets d' utiliser ce qualificatif dérisoire , c' est après être tombé moi-même à quelques reprises d' une hauteur peu inférieure ( l' une de ces chutes sera rapportée plus loin ) , sans parler d' un pendule ( volontaire , celui-là ) de même amplitude , le tout avec des égratignures insignifiantes .
La chance ?
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Mais que sont ces mots devant la disparition d' un ami ?
Même pas une manière d' oraison funèbre .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Entre autres particularités , ils fêtent le Jeûne dix jours avant les autres Suisses ( mais n' en respectent pas plus l' austérité pour cela ) , c' est un jeudi , ce qui leur donne l' occasion d' organiser à chaque début de septembre un pont de vacances de quatre jours et de relancer leurs activités de loisir .
Traditionnellement , L' Arole fixe à cette période la date de sa grande sortie annuelle , à l' instar d' autres clubs genevois .
C' est ainsi que le Jeûne genevois de 1971 devait me ramener au Nadelhorn dans des circonstances tragi-comiques .
La station de SaasFee avait été choisie comme centre des activités et le « camp de base » fut établi dans un sympathique hôtel de tradition familiale , tenu par l' un de ces Supersaxo qui ont fait la gloire du nom soit comme guides , soit comme champions de ski .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Peut-être surpris par cette affluence inhabituelle en telle saison , le gardien ( lui aussi ) se mit en devoir de gagner son perchoir et nous dépassa sans peine , marchant à grande allure .
Nous supputions donc l' octroi des bières nécessaires à étancher notre soif grandissante .
Quelle ne fut pas notre douleur de constater que le précieux liquide nous était refusé , alors qu' il coulait à flots sur les tables voisines , sans explication ni raison apparente !
Au souper , la même scène se reproduisit à propos du vin , et le gardien se montra même de mauvaise foi en prétextant que nous n' avions pas passé la commande assez tôt !
Nous eûmes tout juste droit à l' eau réglementaire .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
Une cordée de deux s' exécuta rapidement et regagna la cabane sans plus attendre .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
La montée fut sans histoire , mais le sommet ne nous parut pas assez confortable et le lieu du pique-nique fut reporté au Windjoch , qui voulut bien se montrer accueillant en ne méritant pas son nom ce jour-là . 1 Petit club montagnard genevois .
Nous voilà donc sous les rochers sommi-taux , descendant à petits pas des plaques de glace vive .
A la montée , ces passages nous avaient paru banals , mais lorsqu' on se retrouve le nez dans le vide , les conséquences d' une chute se font soudain beaucoup plus évidentes .
Inspirent-elles quelques réflexions à notre néophyte ?
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Réponse en manière de plaisanterie et je suis loin d' imaginer qu' elle va être prise au sérieux .
Un instant plus tard , croyant avoir perçu un signal de ma part , mon interlocuteur saute le file de l' arête d' un bond et disparaît à ma vue , chutant dans le flanc sud-est , haut ici de trois cents mètres avec quarante-cinq degrés de pente , tout en neige glacée dans sa partie supérieure .
Aussitôt accroupi et incliné vers l' arrière , je donne un grand coup de piolet de la main gauche en retenant la corde de la droite .
Sentant la traction de son brin , Paul ne perd pas de temps à se retourner et s' arc sur son piolet et ses crampons comme s' il voulait se jeter dans la pente opposée : de purs réflexes .
Ancrage parfait , rien ne bouge et notre « expérimentateur » ne tarde pas à reparaître dûment assuré , l' air assez satisfait de sa dangereuse blague .
Nous aurions dû l' accabler de réprimandes , mais , trop contents de nous en tirer à si bon compte , nous y avons à peine songé .
D' ail , pour ma part , je n' avais eu jusqu' alors qu' à retenir de simples glissades et je n' étais pas fâché de voir mes opinions ainsi confortées .
Au Windjoch , le pique-nique fut des plus gais et agrémenté d' un bouillon préparé sur mon minuscule réchaud , délice accordé par la trêve conclue entre les vents ce jour-là .
Retour à la cabane du grizzli .
Que pouvons-nous demander à ce gardien mal embouché pour apaiser notre soif , sinon de l' eau ?
- Il n' y en a pas .
Je n' ouvre la cuisine qu' à dix-huit heures !
Il l' a bien voulu , c' est le coup de force !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- D' accord , mais on veut de l' eau ! Hésitations .
Si nous n' étions que deux , il serait de force à nous jeter dehors , mais cinq gars décidés , cela donne à réfléchir .
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
Extinction des feux , le méta s' envole en flocons grisâtres . Pendant la soirée , le cerbère se laisse aller aux confidences :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
En pareil cas , les Ecritures commandent de passer l' éponge ...
Le lendemain , joyeuse fut la descente sur Saas en compagnie d' un des guides , homme Photo Jean-Louis Barbey Du sommet de l' Ulrichs :
Nadelhorn , Stecknadelhorn , Höhberghorn disert et patron du premier bistrot rencontré , qui nous fit oublier nos déboires en nous servant la bière à satiété .
Par la suite , à l' ouïe de nos mésaventures , on me conseilla d' écrire à la section propriétaire de la cabane ( en fait le Club alpin académique de Zurich ) pour me plaindre .
Je n' en fis rien :
il ne me paraissait pas opportun d' empoisonner l' atmosphère de la montagne avec de basses querelles d' inten tout juste bonnes pour la plaine , et les bons souvenirs prirent rapidement le pas sur les mauvais ;
ma fainéantise fit le reste !
L' ave devait me donner raison .
Le mal des rimayes :
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
Plus modestement , j' envisageais de parcourir le Nadelgrat pour bien finir la saison 77 , avec un motif supplémentaire :
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Aux premiers jours d' octobre , nous montions à la cabane Bordier , admirant au passage un vallon morainique aussi original par sa conformation que par sa végétation .
Il me tardait d' arriver .
La cabane devait être fermée le lendemain soir et son livre d' hiver était déjà mis à la disposition des visiteurs .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Souvenir mélancolique de l' ami décédé , du temps envolé .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Le dimanche matin , après un long détour par le glacier de Ried , nous abordions le versant nordest du Galenjoch .
Comme promoteur de la course , je conduisais la cordée et Jean-Luc avait tacitement admis cet ordre malgré sa toute récente qualité d' aspirant .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Méfiant , j' avance à tâtons dans la pente pas bien raide , sondant la neige du piolet , le fond dur se dérobant progressivement .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Pour un bref instant , je n' y comprends rien :
aucune sensation de chute , comme celle que l' on ressent dans un ascen- seur qui accélère à la descente ou ralentit à la montée , avec l' impression que l' estomac remonte dans la gorge .
Un choc par derrière , un autre par devant , maintenant tout est noir :
plus de doute , je tombe dans la rimaye .
Le deuxième choc m' a fait basculer à gauche et en arrière ( je m' en rendrai compte à l' atterris ) , j' ai donc tout loisir de voir le trou qui m' a livré passage , seul objet lumineux pour l' instant , s' enfuir à toute vitesse , déjà à quatre ou cinq mètres au-dessus de moi .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Cette conclusion aurait dû me glacer de terreur .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
Voir tomber un camarade m' aurait noué les tripes .
Rien de pareil ici :
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Un dernier choc , plus violent que les autres , met un terme à la dégringolade :
une étroite banquette de glace en saillie sur la paroi aval stoppe la chute et , si le deuxième choc ne m' avait pas renvoyé obliquement sous le surplomb , je passais tout droit ...
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Progressivement tendue en fin de chute , la corde a aussi contribué à amortir la réception .
Il me faut quelques secondes pour reprendre mon souffle et accommoder ma vue à l' obscu .
Tout est gris et flou .
Machinalement , je passe une main sur mon nez .
Mes lunettes ?
Elles ont disparu au fond de la rimaye , sept à huit mètres plus bas ( je suis tombé d' autant ) , dans un entonnoir obscur et insondable , béant entre glace et roc , me laissant une égratignure sur le nez pour tout souvenir .
Accoudé sur la banquette , je dois extraire les lunettes de rechange de la poche du sac .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Où est donc passé mon piolet ?
Il a dû m' échapper et , veine incroyable , il s' est fiché dans un trou un mètre et demi au-dessous de moi .
Etirements de bras , de mains , rien n' y fait , il me manque quelques décimètres . Hurlements :
- Du mou !
Malgré des secousses frénétiques , la corde reste tendue à bloc .
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
Mais enfin , cet idiot là-haut ne pourrait-il pas venir voir ?
La solution du désespoir :
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Au tour des crampons , maintenant , et gare à ne rien lâcher en les laçant .
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Sur ma gauche , une vague rampe oblique et déversée où il me faut tailler marches et prises de main montre la sortie .
Le surplomb s' accentue , Jean-Luc veille :
à chaque pas , la corde suit , toujours aussi tendue .
Après quelques mètres , elle pénètre dans la neige obliquement vers l' aval , avec une fâcheuse tendance à me plaquer contre la paroi .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
Une douzaine de mètres en contrebas , campé dans une position d' assurage parfaite avec un large sourire aux lèvres , Jean-Luc m' envoie une de ses expressions imagées :
- Hein , dis donc , je l' ai bien tendu , ce nylon !
- Ouais , et même un peu fort ! Mais m' en plaindre serait pure ingratitude car une demi-heure au plus s' est écoulée depuis ma chute .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
- Dis donc , s' il y a autant de neige ici , ça sera pire en haut , on va patauger !
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Pourtant facile , le retour me paraîtra d' ailleurs par moments un peu pénible et , de toute évidence , je ne serais pas allé beaucoup plus loin .
Un dernier coup d' œil :
la corde a tranché un grand coin de neige soufflée et amoncelée sur la lèvre inférieure de la rimaye , doublant ainsi la hauteur de ma chute .
Voyant le sol se fendre sur plusieurs mètres dans sa direction et craignant l' effondrement d' un vaste pont de neige , Jean-Luc s' est interdit de faire un pas de plus , avec l' espoir que j' y mette du mien , vœu exaucé dans le soulagement général .
Mais je me suis parfois demandé ce qu' il aurait fait s' il avait eu à sa corde un client inerte ...
A la cabane , le gardien ne manifesta aucune surprise en apprenant notre mésaventure , que nous n' étions d' ailleurs pas particulièrement fiers de raconter .
La chose lui parut aller de soi et , plus avisé que nous , il avait réussi sa course en menant quelques compagnons au Balfrin .
Dans l' après parut un Allemand seul , porteur d' un lourd sac à claie , en provenance de la cabane des Mischabel .
Ce gaillard avait dû passer sans corde les deux rimayes du Windjoch et Dieu sait combien de crevasses à vous faire froid dans le dos .
Fou ou inconscient ?
Aussurément , la montagne est l' un des derniers endroits de ce monde où le miracle se manifeste en permanence , mais En montant au Nadelhorn ; vue sur la face nord de la Lenzspitze compter là-dessus serait faire preuve d' une très malsaine naïveté .
Et moi qui prenais les ri-mayes pour des fentes ridicules , jugement révisé sans peine !
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Avec elle , brûlait le livre aux précieux souvenirs ...
Amis d' autrefois , qui vous fera désormais ressurgir de la nuit éternelle ?
La cent unième plus belle course Le versant de Ried restait donc vainqueur par deux à zéro , nous ayant fait mordre la poussière au printemps comme en été .
Vexé , je le tins plusieurs années à l' écart de mes projets pour n' y reparaître qu' au début d' août 1986 avec trois membres du sympathique skiclub d' Epalinges , tous alpinistes confirmés .
Cette démonstration de masse ne me semblait pas exagérée pour une revanche qui traînait depuis seize ans et le Nadelgrat dut mettre les pouces , nous réservant toutefois quelques facéties de son cru .
Pour mettre toutes les chances de notre côté et varier les plaisirs , nous avions prévu d' attaquer le Galenjoch par la droite , depuis le sentier de la cabane Bordier , évitant ainsi le détour par le glacier de Ried , puis de remonter l' arête et particulièrement les tronçons neigeux les plus raides , vraisemblablement glacés en cette saison .
Un contretemps mit tout ce beau plan parterre .
Empêché , l' un des quatre ne pouvait gagner la cabane que très tard et il ne me paraissait pas judicieux de le laisser traverser seul et nuitamment la langue inférieure du glacier , un passage obligatoire pour atteindre le gîte .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
Une nouvelle cabane avait été édifiée ( je l' avais oublié ) derrière l' ancienne , plus vaste et plus belle , reléguant la première construction au rang de dortoir additionnel et probablement aussi de local d' hiver .
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
jusqu' ici , je ne l' avais rencontré qu' aux Dolomites de Brenta , où la plus haute cabane ne dépasse guère 2500 mètres .
En guise de réfectoire , un véritable restaurant panoramique desservi par un personnel actif et aimable .
Il me faut encore préciser que ce soir-là , la cabane était plus que remplie puisqu' on nous envoya dormir dans l' ancienne bâtisse avec l' avantage d' y être moins dérangés .
Quant au gardien , il était bien le même qu' en 1971 , mais je ne le reconnus pas .
Lorgnant par le guichet où l' on passe les commandes et les plats , je l' aperçus qui dirigeait paisiblement son équipe de cuisine ( je devrais presque dire sa brigade ) et après le coup de feu , il s' en vint prendre l' air devant la cabane et deviser avec quelques-uns de ses hôtes comme l' aurait fait n' importe quel patron de café .
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
L' ours grognon qui nous avait si mal reçu jadis n' était plus qu' un souvenir effacé !
Notre quatrième nous rejoignit au milieu de la nuit , en deux heures seulement depuis Double page suivante :
Il ne perdit pas un atome de sa bonne humeur en constatant qu' un reste de liquide que j' avais mis de côté pour le désaltérer , s' était évaporé dans le gosier de quelque personnage peu scrupuleux .
Malgré la courte nuit qui fut la sienne , nous partîmes avec le gros de la troupe pour arriver bons premiers au sommet du Nadelhorn et nous octroyer un solide casse-croûte ( les horaires suivants étant nettement moins flatteurs , il n' y sera plus fait qu' une allusion ... globale !)
Et maintenant , le Nadelgrat !
Dans notre empressement à redescendre les rochers sommi-taux , nous manquons la brève traversée qui conduit sur le fil de l' arête , première faute d' itinéraire due à ma vigilance un moment relâchée .
Remonter , pas question : ce serait avouer publiquement l' erreur et puis , une cordée engagée dans le bon passage ne paraît pas plus à l' aise pour autant .
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Les crampons , qui avaient été remis au sac pour le fin sommet du Nadelhorn , y retournent pour un bon moment , le temps de suivre une jolie arête de bonne neige , de traverser le Stecknadelhorn tout rocheux et de remonter au Höhberghorn par une brève arête où la neige ramollie commence à glisser sur son substrat de glace .
Qui a bien pu voir une épingle dans le sommet émoussé du Stecknadelhorn et baptiser celui-ci aussi bizarrement ?
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Le Höhberghorn était réputé entièrement neigeux , mais aujourd' hui , une étroite crête de rocher émerge tout juste des glaces sommi-tales , fournissant avec un bon nombre de sièges naturels le prétexte d' un pique-nique .
Des choses plus sérieuses nous attendent . A tout hasard , nous remettons les crampons , manœuvre peut-être superflue car il nous faut les quitter peu après pour la descente d' un ressaut rocheux , qualifié de superbe escalier dans le Guide des Alpes valaisannes .
Ne suivons-nous pas le fil avec assez de rigueur ?
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
Forts de l' ex précédente , nous abordons sans crampons l' arête qui descend ensuite au Hohbergjoch . Une longueur peu sûre dans la neige inconsistante , toujours sur de la glace .
D' aimables plaisantins nous assureront tout à l' heure que ces engins ne nous serviront plus à rien .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
La descente sur le Dürrenjoch produit heureusement un regain d' intérêt :
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
après avoir traversé un pointement de l' arête et remettre les crampons pour gagner le col .
D' ici plonge un couloir raide et neigeux sur le glacier de Ried et il me semble que les copains y regardent avec envie , supputant une échappée expéditive , aussitôt dissuadés par de petites coulées déclenchées par la chaleur de l' après :
le programme ne sera pas écourté .
C' est en traversant le sommet du Chli Dürrenhorn que nous trouvons le meilleur rocher de la journée , sur le fil même , dans quelques jolis passages de varappe , hélas ! bien courts et pas obligatoires .
Deux des comparses en profitent pour prendre de l' avance , éviter le sommet par la gauche et disparaître derrière une crête .
Le temps d' y parvenir nous-mêmes , c' est la consternation :
impatients de descendre et mal renseignés par la lecture exclusive des Cent plus belles courses des Alpes valaisannes , les collègues ont manqué l' arête conduisant au Galenjoch pour dévaler un immense versant d' éboulis dont le bas est invisible . Du sommet du Nadelhorn :
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
Il est question de rallier directement le val de Saint-Nicolas .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
Les amis exigent des preuves plus tangibles : la carte les leur fournit en abondance .
Le temps d' un casse-croûte reconstituant , avec un ruisseau pour rétablir le niveau dans les gourdes , la décision est prise :
ce sera le Galenjoch .
Même raide , une pente d' éboulis stable ne devrait d' ailleurs pas causer de difficulté et cela se confirme dès les premiers pas .
La joie du programme en passe de s' achever et plus prosaïquement la récupération d' un souffle raccourci par la fatigue m' incitent à musarder un peu en admirant les petites fleurs de moraine qui ont bien voulu égayer ce Neu austère . Je rejoins les amis réunis au col même en un cénacle muet de réprobation .
journée a Üschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Dans les faces d' Üsche ( voie « Jugend » )
r \ Un site d' escalade historique Au moment où l' escalade libre en Suisse en était encore à ses premiers balbutiements , des voies qui ont compté parmi les plus dures du pays ont été ouvertes dans la bande rocheuse d' Üschenen .
Leurs difficultés , d' abord aux alentours du 6e degré , ont atteint ensuite le 7e , et finalement le 8e degré .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ainsi l' intérêt s' est déplacé vers des régions moins explorées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
On avait également appris dans l' intervalle à considérer les deux « idéologies » avec plus d' objecti et de tolérance . Les différences entre voies ouvertes depuis le bas et celles qu' on ouvre depuis le haut , leurs avantages et inconvénients respectifs , tout cela est désormais clair pour tout le monde .
Les deux méthodes sont concevables et peuvent se justifier .
Certains itinéraires , la voie Kumulus par exemple , ouverte depuis le bas par Martin Stettler et nécessitant une parfaite santé morale et une grande habileté , constituent des expériences uniques .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
Cette dernière réalisation a exigé de rééquiper la voie et préciser la ligne de la partie supérieure .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Il est impossible de fixer à l' avance le moment où toutes les conditions d' un succès rapide dans une voie du 10e degré sont réunies .
J' en suis du moins incapable , même après une longue et intensive préparation .
Peut-être ne peut-on s' élever à la hauteur d' un défi de ce genre qu' à la faveur d' une situation particulière , qui libère de toute obligation de réussir , dénoue les blocages et donne aux enchaînements de mouvements la fluidité nécessaire .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
De fait , il s' avère en général rapidement qu' une performance ainsi favorisée,par les circonstances extérieures s' accompagne d' une énorme dépense de force .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Ainsi donc , situation personnelle , « atmosphère » , conditions du jour , personnalité du compagnon qui assure : c' est la conjonction idéale de tous ces éléments ( et peut-être d' autres encore ) qui finit par créer des circonstances entièrement favorables .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Le point où la « fusion » est censée se produire est en même temps le passage clé de l' ascension .
A un endroit raide et muni de petites prises acérées , puis un toit impressionnant , succède le passage décisif .
Ce qui le précède , comme ce qui le suit , est relativement facile à maîtriser . Par contre , quitter la ligne primitive qui continuerait tout droit pose problème .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
et avec elle , le rêve de Fusion s' envole pour l' année .
Heinz séjourne dans le Midi de la France , où il a des objectifs qui lui semblent plus accessibles .
Et Gabriele veut aller en Italie .
Elle déteste le brouillard , et craint en cette saison de ne faire que grelotter sur les rochers des Préalpes .
la journée est chaude et sans vent . Je décide donc de faire une nouvelle tentative de Fusion , avant d' entamer notre voyage le soir .
Nous profiterons ainsi de la journée ensoleillée , la dernière peut-être de l' automne , et Gabriele pourra se reposer de son long trajet de nuit depuis l' Allemagne .
On a souvent quelque difficulté à faire part de ses objectifs .
Aujourd' hui comme autrefois , on grimpe à deux , ce qui signifie que les objectifs et manières de voir de chaque partenaire doivent être ramenés à un dénominateur commun satisfaisant .
C' est pourquoi je trouve parfois difficile d' avouer , à mon compagnon comme à moi-même , où sont mes intérêts et , le cas échéant , de les lui imposer .
En cas d' échec , je crains de l' avoir sollicité à mauvais escient. Mais d' autre part , il vaudrait mieux que de tels scrupules ne nous empêchent pas de croire que c' est de grand cœur que le partenaire nous offre son soutien , lorsqu' il sent que le bon moment est là et qu' il peut nous aider à atteindre notre but .
Et c' est le bon moment ! Clschenen se présente sous son plus bel aspect .
L' air est frais , mais un bon soleil invite à s' étendre au pied des rochers .
La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Je me mets dans l' ambiance par un 7e degré d' échauffement , puis quelques mouvements-tests dans les passages difficiles de la voie , en portant une attention particulière sur le mouvement-clé .
La position de mes doigts , sollicités à l' extrême sur une prise ronde , me provoque une douleur au poignet gauche .
Ce n' est qu' en m' agrippant de toutes mes forces que l' ample mouvement dy- Dans la voie « Bschiitti-giitti » ( 10 ) , la plus difficile du site d' Uschenen namique en direction de la petite fissure devient possible .
Cette première tentative ne se déroule pas mal du tout , mais au mousque-tonnage de la sangle bleue en place , je manque de stabilité et par conséquent dépense beaucoup de force .
De plus , ma main est passée sous la corde .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Un deuxième assaut suit peu après , avant que la sensation de l' enchaînement correct des mouvements n' ait disparu .
Gabriele m' a rendu le calme et le courage nécessaires à la délicate manœuvre de mousquetonnage .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Il ne me manque que quelques millimètres pour atteindre la prise .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Cette ligne à travers la dalle verticale , avec ses minuscules entailles , ne cesse de me fasciner .
Je me sens bien .
Equilibré et calme .
Peut-être parce qu' en ce moment , au milieu de ce paysage magnifique , il ne me manque rien .
La pause est terminée . Agir de nouveau , risquer l' essai suivant .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Mais je suis à peine conscient de cette petite erreur .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main .
Le franchissement du toit a commencé ; je dois rester concentré pour le réussir .
Mousquetonnage du dernier piton et une traction résolue sur la prise de sortie .
Les derniers rayons du soleil , et l' assurage amical d' Ernst Müller , qui se promène tout seul par ici , nous permettent même de répéter l' escalade , d' en prendre quelques photos et de savourer encore un peu ce beau moment .
C' est de très bonne humeur que nous remballons nos affaires et prenons congé de cet endroit unique .
Le soleil a disparu derrière le Lohner .
La température baisse rapidement , mais le mouvement de la descente ne tarde pas à nous réchauffer .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Vu de Tierfed , le Selbsanft trônant au-dessus de la gorge de la Linth Montée à Luegboden par le versant nordest
A partir du premier pylône du téléphérique des KLL ( Kraftwerke Linth-Limmeren ) , nous descendons par le chemin d' alpage de Baumgarten jusqu' à Schwamm et empruntons une sente qui traverse la pente à flanc de coteau , en passant par une clairière où un couple d' er 39 Une course bien tentante L' article précédent , consacré au livre de sommet du Selbsanft , évoque à plus d' une reprise l' arête nord de cette montagne ;
pourtant , le lecteur ne peut guère se faire une idée de cette arête , tant les alpinistes ayant inscrit leur passage dans le livre sont laconiques à son sujet .
C' est pourquoi je vais raconter ici l' aventure que représente l' ascension de cette arête .
La voie est sèche . Une fois de plus , nous sommes tentés par les puissantes falaises nord de la montagne .
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
Ce monde sauvage et menaçant nous impressionne profondément ; la description de Caspar Hauser citée plus haut cf. p.31 ) s' appliquerait bien à la vision que nous en avons depuis là .
Parvenus à cet endroit , les promeneurs peu familiarisés avec la montagne risquent bien de ne pas oser faire un pas de plus !
En suivant la trace de sentier , nous nous engageons dans la gorge , avec l' impression de nous perdre dans les oubliettes d' une forteresse .
Les parois rocheuses qui formaient un demi-cercle autour de nous se resserrent jusqu' à ne laisser que quelques mètres de l' une à l' autre .
Nous pénétrons dans un autre monde , bien loin de notre univers quotidien .
Même en cette saison et à l' altitude de 1200 mètres , des restes durcis d' avalanches subsistent au fond de la gorge .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
La pente devient si raide qu' on ne voit plus où l' on va , si bien qu' il faut un peu de flair pour trouver le meilleur cheminement . Le piolet dans la main côté montagne , un bâton de ski comme appui dans l' autre :
Arrivés au deuxième épaulement , le Luegboden , nous rejoignons le versant Limmeren par des pierriers raides pour nous retrouver bientôt sur une vire herbeuse devant l' emplacement de bivouac , qui est plutôt un abri qu' une grotte et se compose de deux renfoncements au pied de la falaise verticale .
Le bivouac Une lumière dorée s' attarde encore sur les sommets dominant le Muttsee .
L' obscurité monte rapidement de la gorge du Limmerenbach .
Nous cherchons le meilleur endroit pour dérouler nos matelas et nos sacs de couchage .
Puis nous allumons les réchauds pour préparer le souper .
Le repas est agrémenté de joyeux « propos de table » .
Je raconte à mes camarades l' épisode de l' orage que j' ai vécu ici trois ans auparavant . Nous avions rempli nos gobelets en les tenant sous la pluie battante , car nous avions oublié de prendre de l' eau au ruisseau de Limmeren !
Une demi-heure après le crépuscule , une clarté commence à monter derrière les parois du Muttsee pour envahir bientôt tout le ciel bleu sombre , et à 20 h 30 la pleine lune se lève au-dessus du Kistenpass .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Nous nous sentons en sécurité dans le creux de cette montagne gigantesque .
A 5 heures , le bip-bip d' une montre nous tire impitoyablement de notre sommeil .
En vieux habitués des bivouacs , nous nous débrouillons pour chauffer de l' eau et déguster notre petit déjeuner ( un bol de birchermüesli et du café ) sans sortir de nos sacs de couchage .
Dans le petit espace de ciel que nous apercevons entre le plafond de la caverne et l' horizon du Muttsee , les étoiles pâlissent rapidement .
A 6 heures , aux premières lueurs de l' aube , nous quittons notre logis romantique .
Sur l' arête nord Nous gagnons le Luegboden puis remontons le premier ressaut en direction de l' arête nord , une raide pente d' herbe et d' éboulis .
Sur les vires du versant Sandalp , nous découvrons quelques chamois en train de brouter .
Sur ces hauteurs ils n' ont rien à craindre , même à la saison de la chasse .
Nous remontons un couloir en escalier par une varappe facile et atteignons une étroite brèche dans l' arête nord , où les premiers rayons du soleil nous accueillent .
Nous nous encordons et escaladons l' arête sur son fil .
Sur les vires , on rencontre beaucoup de caillasse , mais les ressauts plus raides sont en bon calcaire jurassique ( malm ) .
Plus loin , un passage de rocher brun très délité requiert une grande prudence .
Nous gagnons rapidement de la hauteur et nous arrivons au pied du gendarme jaune-brun caractéristique auquel les alpinistes ont donné le nom de « corne d' or » .
Mais au Neu de filons d' or , ce sont des coussinets de gazon qui rayent le rocher du côté est du gendarme .
Le sommet de la tour , bien plat , invite au repos .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
Seul le léger grondement du Sandbach monte jusqu' ici en cette heure matinale . Derrière la « corne d' or » nous trouvons une large vire d' éboulis , puis un banc de rocher surplombant qui fait tout le tour de la montagne .
La voie la plus logique mène à un angle d' où on traverse horizontalement sous de puissants surplombs pour gagner une pente de rochers délités .
Nous suivons ce cheminement pour atteindre à nouveau l' arête au pied d' un ressaut très redressé .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
nous envoyons au combat notre camarade Johnny , grimpeur sportif venu du « village en trois lettres » bien connu des cruciverbistes , en Plattas Alvas , sur les hauteurs du Mittler Selbsanft .
Il va faire cette longueur « les doigts dans le nez » ! Moqueurs , nous échangeons un regard entendu lorsqu' il s' échine et transpire dans la cheminée brûlante de soleil , puis reste coincé à cause de son sac , pour finalement se lamenter sur la « désagrégation des Alpes gla-ronaises » , couplet pourtant malvenu ici , dans ce rocher ferme et poli .
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
Nous remontons ensuite un terrain délité jusqu' au dernier gendarme , le plus sombre , formé de grès nummulitique .
Tout joyeux , nous parcourons la dernière demi-longueur sur l' arête et atteignons la cime du Hauserhorn .
Au sommet II n' est que dix heures , la journée est magnifique , nous pouvons donc nous accorder une longue pause au sommet .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Nous le feuilletons un instant avant de nous y inscrire , reconnaissants de pouvoir allonger la liste des alpinistes qui y ont écrit leur nom depuis 1863 .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Toutes les Alpes grisonnes se déploient à l' est et au sud , masquées seulement , au-dessus du Limmerenfirn , par les longs bombements glacés du Bifertenstock .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Les débris rocheux et les pierres plates de cette arête sommitale libre de neige crissent doucement sous nos semelles .
Parfois ils forment pour l' œil des motifs étranges , dont la structure d' ensemble ne se révélerait que depuis un poste d' observation plus élevé .
Une longue descente Après la pause de midi dans un creux neigeux exposé au soleil , nous descendons d' abord par le Griessfirn , puis , par des dalles claires fissurées , des moraines et des éboulis , jusqu' au bout du glacier de Limmeren .
De là nous suivons le torrent glaciaire jusqu' à la cascade qu' il forme par-dessus une paroi rocheuse surplombante .
Au-dessous de nous , au fond de la vallée , s' étend le lac artificiel de Limmeren , qui a la couleur claire de l' eau de fonte .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
Enfin , à l' Och , ce sera le tunnel humide et froid de la route du barrage , puis le téléphérique .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
Les sacs bourrés étaient lourds ( corde , piolet , équipement de montagne et de bivouac ) , et c' est en sueur et assoiffés , genoux sifflants et pieds en compote , que nous sommes arrivés dans la vallée .
Mais malgré ces peines et ces efforts ( ou justement à cause d' eux ) , nous sommes désormais liés au Selbsanft par ce long chemin parcouru dans la région la plus solitaire des Alpes glaronaises .
Elle nous a conquis par la beauté de son univers rocheux , sa solitude et sa nature intacte .
( Vivent les amis de la montagne !) ( Traduction d' Annelise Rigo )
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Le Piz Platta , dans ( ' Oberhalbstein ( Alpes rhétiques )
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
Je me souviens que j' avais alors promis aux participants de mettre par écrit mes impressions de l' une de ces courses , et je me souviens aussi pourquoi je n' ai pas tenu ma promesse :
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Au fond de la vallée , là où une couche de neige mince mais dure s' est maintenue , un fondeur glisse , montant et descendant légèrement , en évitant les rives libres de neige de l' ancien lit du ruisseau de Beverin .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
Les contours de certains événements se sont effacés ou restent flous , bien qu' ils reprennent vie quand je suis en présence des participants à ces courses ; je peux alors retrouver les impressions d' autrefois .
Quand une partie de mon passé qui n' est pas encore entièrement « digérée » se met à se dérouler , n' importe quand , n' importe où , comme un film accéléré , je parviens souvent à Double page suivante :
En montant au Piz Buin Grond par l' arête est , depuis la Fuorcla Buin une autre compréhension des choses .
Chaque course de montagne se compose de nombreux détails séparés , qui ne transmettent une impression globale que par leurs relations réciproques .
Rien d' extraordinaire à cela , d' ail ; c' est quelque chose qui se produit souvent dans la vie quotidienne .
Le souvenir d' une course peut se composer d' impressions grandioses , mais il arrive aussi que certains détails prennent une importance telle qu' ils Des chamois :
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
En pleine nature , je peux prendre de la distance par rapport à ma vie quotidienne et je parviens à une compréhension plus profonde de moi-même . Non que je veuille fuir les difficultés , au contraire .
La distance que je prends m' offre la possibilité d' aborder mes préoccupations sous un autre angle et de chercher de nouvelles solutions .
Il m' est arrivé plusieurs fois de devoir me faire violence pour participer à une course de section , tant j' étais enfermé dans un isolement farouche . Mais je rentrais chaque fois heureux et réconforté intérieurement .
Souvent m' envahissaient des sentiments de joie et de plénitude que je ne connaissais guère dans les temps difficiles que je vivais .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
C' est là son lieu quotidien , celui où il doit s' affirmer .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
Si l' on en prend le temps , il peut même arriver qu' on découvre alors non seulement le chemin de secrets extérieurs , mais celui de son propre être intérieur .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Premier acte
Radieuse matinée d' août .
Cet après-midi nous partons en montagne .
Mais je suis encore enfermé au bureau , et les heures semblent s' éterniser .
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
Le vert pâle de l' écran s' efface peu à peu , les lettres dansent devant mes yeux - en pensée , j' ai déjà déconnecté l' ordinateur .
Temps de gagner le large .
George passe me prendre .
Il est hôtelier et , la semaine durant , porte des costumes de la meilleure coupe , toujours impeccablement assortis .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Mais il préfère encore porter des jeans ou escalader les sommets .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Deux heures plus tard , à une éternité déjà du quotidien , nous laissons derrière nous le miroir azuré du lac de Zervreila et entrons dans l' univers minéral du Läntatal .
Selon le projet d' une société électrique , le second aurait dû devenir le bassin de préaccumulation du premier .
Un mur serait venu obstruer l' entrée de la vallée , faisant monter le niveau des eaux jusqu' à 50 mètres en dessous de la Läntahütte , et le beau bleu du lac de Zervreila aurait été noyé dans les flots boueux .
Une cabane du cas avec débarcadère ! Mais les habitants de Vals ont rejeté au printemps 1989 la demande de concession de l' entreprise . Ainsi , tout sera préservé .
Dans la vallée vierge , le petit sentier traverse des collines morainiques , serpente entre de puissants blocs de rochers , bondit par-dessus les torrents et , par endroits , disparaît presque entièrement dans les vernes : la vue se limite à quelques mètres , et chaque détour réserve de nouvelles surprises .
Nos pensées se concentrent sur le chemin , chassant provisoirement l' angoisse du lendemain .
Le torrent , à l' exemple de notre sentier dont les mille virages se faufilent entre les obstacles , déploie ses méandres dans le gravier du fond de la vallée , rongeant ici une colline pierreuse , Chalet d' alpage à l' en du Läntatal Photos :
« C' est le moment de sortir ton appareil ! » La voix de mon camarade m' ar à ma rêverie .
Je lève les yeux . Les nuages sont réduits à un dernier lambeau , la vue est dégagée sur une petite pointe immaculée , gracieusement dressée dans le ciel : le Rheinwaldhorn vient donner son sens à notre entreprise , apparemment si oiseuse .
Les dernières heures du lendemain matin nous trouvent déjà dans la descente .
Parmi les blocs amoncelés au voisinage du portail glaciaire , nous cherchons une issue vers la vallée où une tache de soleil vient argenter le cours du torrent .
Mais ici , il continue de pleuvoir des seules .
Un filet dévale sur la joue de George -est-ce l' eau du ciel ou la sueur de l' effort ?
Des nuages enveloppent le Rheinwaldhorn et roulent lourdement sur le glacier .
Au pied de la langue , un chaos cyclopéen , des blocs en équilibre instable sur des nervures de glace , prêts à dégringoler .
Monter et descendre dans les rochers , déraper sur la glace recouverte d' une fine couche de sable ...
Nous sommes trempés .
Des cailloux , détachés sous nos pieds , rebondissent sur la pente et plongent dans l' eau laiteuse , au milieu des éclabous-sures .
Les pointes des crampons grincent à chaque pas dans la pierraille .
Aujourd' hui , le Rheinwaldhorn ne semble pas vouloir de nous .
« En montagne , la ligne droite n' est pas toujours la plus courte » , professé-je , plaidant l' abandon de notre descente sur la langue du glacier et un détour par la pente d' éboulis .
Aussitôt dit , aussitôt fait .
Mais le torrent , gonflé par les pluies , ne tarde pas à nous arrêter .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
George tente sa chance à un élargissement où , grâce à des pierres émergées , on devrait pouvoir passer en quelques bonds .
Je préfère longer l' obstacle dans l' espoir de rencontrer plus bas un étranglement .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
hardiment à gué , au prix de deux chaussures pleines d' eau .
Parfois , la ligne droite est tout de même la plus courte .
Un clapotis dans les chaussures .
Chaque pas tire de nos chaussettes un suc où marinent nos orteils ramollis .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
Il m' arrive tout de même de maudire cette dépendance , car l' alpinisme a ses désagréments .
Fondamentalement , l' homme n' est pas un être à la recherche d' une vie facile ?
Le moment de chercher le sommeil , dans une cabane froide et sous une couverture poussiéreuse , donne l' occasion de se demander , par exemple s' il n' aurait pas mieux valu passer la soirée du samedi bien douillettement dans son fauteuil , devant une bière et une émission de variétés .
Avec un petit craquement , la croûte de neige lâche sous mon pied ; une fois encore , enfoncé jusqu' à la cuisse dans la masse inconsistante .
La faucille de la lune , pâle et jaunâtre au zénith , jette une lumière diffuse sur le versant gauche de la vallée , tandis qu' à droite , la paroi de la montagne est plongée dans une obscurité impénétrable .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
Presque impossible de tenir debout avec le sac . Les larmes me viennent aux yeux .
Je jure , parfois tout haut , parfois doucement , maudissant la neige profonde que je n' avais pas prévue , le clair de lune insuffisant , le poids du sac .
Mais au fond , c' est à moi-même que j' en veux , de m' être laissé entraîner à partir ce soir encore pour la Läntahütte , après toute une journée dans une pièce enfumée , je ne sais quelle réunion , des verres de vin blanc . Je me rabâche :
« Tu n' y arriveras jamais , jamais .
» La faiblesse et un sentiment d' impuissance me paralysent .
M' arrêter , jeter le sac dans la neige .
Cligner des yeux , tenter de percer la nuit :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Une fois encore , je fais halte , inspecte les ténèbres .
La cabane que j' apercevais se réduit à un rocher , la pile de bûches , à un tas de piquets de clôture que le berger a rassemblés là en automne .
Le clair de lune métamorphose la Lampertschalp en un paysage extraterrestre , un mirage .
Je trébuche et tente de me rappeler . L' été passé , la cabane venait pourtant bien juste après le rocher ?
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Toujours pas trace de cabane .
Pius a disparu , la solitude est totale .
J' ai l' impression de tourner en rond , un rocher , un replat , un nouveau rocher , et ainsi de suite .
L' aiguille de ma montre , elle , poursuit sa course , mais à quoi bon la consulter .
Je dois arriver à la cabane .
Semblable à la gueule ouverte d' un gros requin , l' ombre projetée par le coucher de lune escalade les pentes gauches de la vallée .
Je me débarrasse de mon sac , les jambes de plomb , découragé .
Le vent siffle sa chanson en balayant ces champs de neige traîtres et interminables .
Je pense au parapente dans mon sac .
Le déplier , décoller dans un chuintement , laisser là la fatigue , l' odieux sac , les pièges de la neige prêts à m' engloutir .
Une onde glacée et humide me remonte brusquement le dos .
Encore , encore , le mot cogne dans ma tête , le Güferhorn et Rheinwaldhorn , les deux sommets principaux du groupe de l' Adula froid de la chemise trempée de sueur m' aiguillonne .
Encore une pente , contourner un rocher .
Chaque pas est une souffrance .
Soudain , comme une révélation , très loin , à peine éclairée par le dernier rayon de lune , la petite pointe cristalline , notre but .
« Plus que quelques pas » , me souffle une voix , et dans mes jambes afflue une force neuve , celle-là même qui nous pousse tous vers la montagne et qui , mille fois , m' a fait imaginer la petite pointe .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
La piste profonde que nous laissons est une œuvre solidaire , à laquelle chacun a participé .
Plus loin , nous trouvons une nervure dégagée que nous gravissons comme un escalier .
L' arête terminale est en neige glacée .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
Personne ne sent plus la fatigue , ni le poids du sac .
Le vent est presque tombé .
Seuls nous accompagnent le crissement de la neige dure sous les souliers et le bruit de notre respiration .
Mouchoirs multicolores sur le blanc uniforme de cette pyramide .
Insectes Vue depuis le Rheinwaldhorn . Un léger voile de vapeur baigne les sommets éloignés dans une immensité infinie minuscules , égarés dans ce désert de neiges éternelles , de pierre et de glace .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Démêler les suspentes , se glisser dans le harnais , tendre au vent le ruban-témoin .
Les reptiles se changent en oiseaux de couleur .
( Traduction de Denis Stulz ) Départ en parapente depuis le Rheinwaldhorn en direction de l' ouest .
Au-delà de la profonde entaille du Val Blenio se dressent les montagnes du Tessin Photo Markus Stähelin
Wv
ss Wändli ,
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Mythen , vu du sud .
A gauche , la concave paroi ouest , la Mythenmatt et l' édifice sommital Harmonie
L' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
Mais voici que des branches craquent , des graviers roulent , des pierres tombent , révélant notre approche à des chamois qui broutent dans la fraîcheur du matin .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
« Regardez bien » , fais-je avec un grand geste , « nous sommes devant le passage le plus difficile de l' escalade , la première dalle , qui a déjà effrayé plus d' un grimpeur des Mythen » .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Vite , Ruedi passe le mousqueton à vis dans la sangle du piton de relais , tandis que son épouse y introduit la corde .
« Alors , attention » , dis-je encore , « il faut absolument coincer la chaussure droite , je répète , la chaussure droite , dans cette fissure , mettre la gauche en adhérence sur la dalle , décoller le derrière le plus loin possible et monter : un jeu d' enfant !
A l' arrière , les Alpes uranaises . ( Photo aérienne ) Et je me lance tout de suite dans la démonstration , en ce jour de brouillard , comme je l' ai vu faire il y a bien des années .
« C' est vraiment une joie que d' être à tu et à toi avec tel passage , telle montagne » , pensé-je en grimpant . Dix mètres plus haut , je m' installe dans une niche pour assurer mes camarades de cordée et je cherche du regard un trou rond au bord du bouclier de dalles là-bas , dont je sais qu' il abrite un lis orangé ; mais celui-ci n' est pas encore en fleur .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
C' était la « pierre de l' autel » , un bloc qui présente au promeneur son côté surplombant , mais qui est facile à escalader par l' autre côté .
Mon cher ami Franz y avait quelquefois célébré un office divin quand il était gosse .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
J' ai donc essayé de faire surgir devant eux l' image du gamin blond , si sérieux , qui dépassait juste de la tête et de la poitrine le bord de l' autel , entouré d' un parterre de feuilles argentées qui semblaient regarder vers lui , chantant son « Gloria in excelsis Deo » les bras écartés , accompagné par le clair pépiement des oiseaux et le murmure grave des sapins barbus .
Au pied de la « pierre de l' autel » , je leur ai encore décrit la croix :
le timon dressé du petit char à échelle , peut-être déjà chargé de bois mort , peut-être encore vide .
Car à cette époque c' était pendant la guerre - mon ami m' affir qu' il était difficile de trouver du bois mort dans la forêt , si bien qu' il devait se hisser en prenant des risques jusqu' aux pins tombés et aux petits sapins agrippés à des rochers , dressant plaintivement leurs bras morts .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Dans n' importe quel livre de montagne , les héros franchiraient ce passage , d' une si faible difficulté , avec une aisance divine .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
N' y a-t-il pas pour tout alpiniste des jours où il est envahi d' une méfiance sans limite ? Où il n' ose plus se fier à aucune prise et croit toujours sentir le sol se dérober sous ses pieds ?
Aujourd' hui , heureusement , tout va bien .
J' arrive au relais de la vire Genecand .
Au-dessus de moi , la paroi présente un bombement puissant :
pas de passage ici pour les varappeurs !
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Et le souvenir de ce changement de chaussures malcommode me fait penser avec une joie secrète à l' alpiniste genevois Félix Genecand ( 1878-1957 ) , l' inven du tricouni !
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Pas un paysan de montagne , pas un garde-forestier , un bûcheron ou un chasseur qui n' en ait équipé ses chaussures .
Et les alpinistes , donc !
Le clou tricouni leur a ouvert de nouveaux horizons , a renforcé leur confiance en eux-mêmes et leur a donné bien des joies .
C' était un vrai plaisir de marcher dans la rue le dimanche matin , d' un pas ferme , chaussé des lourds souliers à tricounis .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
On se sentait fort comme un ours dans de telles chaussures .
Et avec raison , car les clous tricounis étaient comme de petits animaux griffus :
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Mais leur appétit se révélait encore plus vorace dans les pentes de terre glissante et d' herbe .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
« Parce que je suis remonté un peu dans le temps , et j' ai revu sur la voie 13 du Geissstock notre inoubliable exchampion Karl .
Il se trouvait sous un petit ressaut , les jambes bien plantées en terre , la tête à l' abri d' une touffe d' herbe .
Savez-vous pourquoi ?
Parce qu' en s' enfuyant , des chamois envoyaient sur son vieux feutre une grêle de mottes de terre humide .
Aujourd' hui , il est tout à fait inconcevable que des chamois passent juste au-dessus d' un grimpeur de pointe ( et Karl en était un ) !
Mais ceci se passait en un temps que vous n' avez pas connu , à l' époque héroïque des tricounis ! » .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
Des herbes nous caressent la figure , tandis que les fleurs , le rocher et la terre répandent leur parfum discret .
pour les souliers , c' est en grande partie une voie herbeuse et terreuse , mais pour les mains , c' est une voie rocheuse .
Il ne manque vraiment pas de prises ici :
de jolies réglettes aux bords francs , des poignées , d' étroites fentes horizontales , des bourrelets saillants ... toutes offrent aux doigts un appui sûr et agréable .
« Salut , mon vieux !
» dis-je au petit érable qui pousse dans la fissure caractéristique de la partie médiane de la voie .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Autrefois tu restais ferme quand je te secouais .
Je passais la corde autour de ton tronc pour assurer mon compagnon de cordée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Tout à coup j' aperçois des hommes qui arrivent au pied de notre paroi .
Wisel est sûrement parmi eux .
Et cela me rappelle à nouveau Félix Genecand , à qui je veux rendre hommage non seulement comme alpiniste , mais aussi comme homme ( et pourquoi Genecand le Romand n' aurait pas son monument en Suisse centrale , puisqu' il y a bien à Genève une « rue Guillaume-Tell » ?) .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Ceci lui avait valu le surnom de « concierge du Grépon » .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
Je connais ainsi un concierge du Salbit-sud , un du Chaiserstock , un du Lauchernstöckli , un du Wildspitz et je ne serais pas étonné d' apprendre que toute montagne suisse a son concierge !
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
J' ai été saisi d' une trouille affreuse à ce passage exposé .
Sans se laisser impressionner par mes lamentations , Thedy rigolait du haut du relais .
Il avait confiance en moi , plus que moi-même , et il m' a crié quelques encouragements :
« Tu n' as qu' à ...
» Oui , oui , tu n' as qu' à !
C' est vite dit , mais dans ces fâcheuses traversées , avec le risque de faire un pendule involontaire , même le second de cordée est un homme seul .
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Plus jamais !
Franzi , le champion de ski inoubliable de notre voisin de l' est , a déclaré à un journaliste , après plusieurs hivers ratés , qu' il ne savait pas s' il aurait encore cette « brutalité absolue » indispensable pour gagner une descente .
l' avène de la semelle caoutchouc . me manque malheureusement pour refaire cette voie , et bien d' autres !
Ça fait du bien de rire !
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
les fourmis qui se hâtent sur la paroi , un magnifique tychodrome échelette en train de faire sa promenade verticale , les chocards entraînés dans les courants ascendants .
Soudain , un cri de joie venu d' en haut , au-delà de l' arête oblique et effrangée de la Mythenmatt , nous rappelle que tous les bipèdes , même ceux à plumes , sont invités aujourd' hui à un repas de fête et à une commémoration .
En effet , l'«Association des amis des Mythen » , fondée en 1863 , fête son 125eme anniversaire .
Peut-être qu' on débouche déjà les bouteilles , il s' agit de se dépêcher !
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
Une traversée superbe nous attend .
La main gauche s' agrippe au bord de blocs bien solides , tandis que les pieds suivent une corniche large comme quatre chaussures .
Comme j' aimerais que mes compagnons puissent admirer la vue qui s' ouvre vers le bas !
Mais le brouillard se met justement à monter de l' abîme .
« Regardez donc en bas » leur aurais-je conseillé , comme je l' avais fait pour Seffi il y a bien des années .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
» avait-il annoncé à la ronde , et il s' était inscrit sur la liste d' attente auprès de moi pour la course convoitée .
Le jour venu , il me nomma les arbres et les plantes que nous rencontrions durant la marche d' approche , il enleva les pives du chemin et remit dans l' herbe fraîche des escargots égarés .
C' était un ami de la nature ... mais pas un ami des vues plongeantes , car il avait refusé fermement de suivre mon invitation .
Jamais !
Un vieux garde-chasse du Muotatal m' a dit qu' on n' avait qu' à ne pas regarder en bas , et alors il ne pouvait rien nous arriver !
On commence à distinguer clairement le système de couloirs herbeux et de vires que suit la voie « Wyss Wändli » au Gr .
Mythen cette belle journée d' automne à l' air transparent .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
Cette longueur est un régal tant pour le sens de l' équilibre que pour le besoin de mouvement et le sens du toucher !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
« Parce que j' aime notre mère la terre , parce que je veux la caresser et l' embrasser ... mais que je n' aime pas ramper !
» Cette déclaration d' amour est à la fois proche et différente de La dalle d' attaque :
le passage le plus difficile de la voie « Wyss Wändli » celle d' un camarade qui , m' ayant vu surgir à ce même endroit avec une jeune fille , ma fiancée , avait eu un rire un peu moqueur et nous avait déclaré en caressant le rocher :
« La voilà , ma fiancée à moi ! » L' homme dont je parle ici s' appelle aussi Franz , mais ce n' est ni le Franz de la « pierre de l' autel » , ni bien sûr le Franzi du pays voisin . Il La face ouest du Mythen .
C' est avec lui que j' avais transporté des kilos de matériel dans les montagnes .
Au bord du lac du Wägital , deux gardiens de la loi crurent voir en nous , d' après l' état pitoyable de nos mains , des voleurs de plantes protégées , car ils nous donnèrent l' ordre d' ouvrir nos sacs .
Mais après avoir bien fouillé , ils avaient échangé un regard sous la visière de leur képi , avant d' an , visiblement déçus : « Ils n' ont que de la ferraille là-dedans !
» Toute cette ferraille , les pitons et les mousquetons très lourds ( on ne disposait pas encore à l' époque de matériel d' escalade léger ) , Franz l' utilisait surtout dans les fissures des tours rocheuses nommées Peter et Paul , au Petit Mythen . Quant à moi , je m' occupais du maniement des cordes en suivant les conseils d' un petit livre acheté à Paris chez un bouquiniste des quais de la Seine .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
C' est ainsi que nous dépendions uniquement de cette brochure venue de la métropole , dont le titre était à peu près celui-ci : La technique de la varappe artificielle .
Il aurait tout aussi bien pu s' intituler La technique du hissage des sacs de farine , car cette méthode condamnait le premier de cordée à une attitude qui ressemblait beaucoup , justement , à celle d' un sac de farine .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
La Mythenmatt « II doit y avoir de la menthe par ici » dit Susi en traversant les lappiaz au bord de la Mythenmatt .
la plante qui me plaît , c' est le bois-gentil .
Il est synonyme pour moi de printemps en montagne , de réveil de ma passion de grimper , de départ .
Je sais où trouver du bois-gentil odorant , dans les coins secs et protégés , partout dans les pentes des Mythen orientées au sud , là où le soleil tape dès le mois d' avril , lorsque l' alpiniste doit encore sauter d' une île rocheuse à l' autre pour éviter la neige fondante .
Avec le bois-gentil , j' ai une relation presque mystique , mais avec la menthe , non !
Du reste , je trouve étonnant que cela sente la menthe ici , loin de tout salon de thé ! Tout aussi étonnant d' ailleurs , le fait que des moutons , il y a quelques décennies , aient eu l' oc de humer le parfum de cette plante .
En effet , les moutons paissaient autrefois à côté des chamois sur la Mythenmatt , ce pan d' herbe incliné bien visible en dessous de la tête sommitale rougeâtre . Par quel chemin les troupeaux arrivaient-ils là-haut ?
Quoi qu' il en soit , le moutonnier Kälin et ses prédécesseurs éventuels devaient avoir de bonnes chaussures , probablement des chaussures à tricounis .
Maintenant , ça va aussi avec des semelles caoutchouc , n' en déplaise aux pessimistes de l' après . « Vos semelles caoutchouc sont peut-être bonnes , mais si vous êtes surpris par l' averse sur la Mythenmatt , j' aimerais bien vous voir ...
Vous allez glisser dans le vide , vite fait bien fait !
» L' homme qui nous prédisait ces malheurs avait de petits yeux malicieux plissés par le sourire alors que sa tête se prolongeait en haut par un chapeau pointu et en bas par une barbiche .
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination . Et il n' était pas le seul à être si sceptique .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
Pas une minute trop tôt , ni trop tard , car la bouteille de blanc commence juste à circuler devant le décor formé par le refuge des Mythen .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Le président sort son manuscrit pour commencer son discours ; l' instant est solennel .
Mais juste à ce moment , le son et l' image sont happés par une traînée de brouillard .
Cela dure une minute ou deux , le temps de boire quelques gorgées , puis le nuage glisse plus loin , mais je me vois alors , à ma grande stupéfaction ( réalité ou hallucination ?) , entouré de beaux garçons en uniforme à tresses d' or .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Mais il y a là aussi un groupe de messieurs moustachus et très dignes , bien alignés pour la photo , en chapeau , col fermé , gilet , chaîne de montre .
Ce sont les fondateurs de l' association , les hommes qui ont ouvert la montagne aux randonneurs en payant de leur personne et de leurs deniers ...
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

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Die Routen bewegten sich zunächst im Bereich des sechsten , dann des siebten und schliesslich des achten Grades .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Und so konzentrierte sich das Interesse auf Gebiete , die noch weniger erschlossen waren .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
In der Zwischenzeit hatte man auch gelernt , die verschiedenen Aspekte mit mehr Objektivität und der nötigen Toleranz zu betrachten , sind doch die Unterschiede zwischen von unten und von oben eingerichteten Klettereien nun jedem klar und Vor und Nachteile bekannt geworden .
Beides ist möglich , beides hat seine Berechtigung und nicht zuletzt auch seinen besonderen Reiz .
Es gibt anspruchsvolle Anstiege wie zum Beispiel die von unten eröffnete Route Kumulus von Martin Stettier , die eine gesunde Moral und hohes Können erfordern und damit auch über einen ganz eigenen Erlebniswert verfügen .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Dies , nachdem die Route neu eingerichtet und die Linienführung im obersten Teil noch bestimmt werden musste .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Jene Augenblicke , in denen alle Voraussetzungen gegeben sind , damit eine Route im 10. Schwierigkeitsgrad in sehr kurzer Zeit gelingt , lassen sich kaum im voraus bestimmen oder planen .
Zumindest mir scheint diese Fähigkeit nicht gegeben zu sein - selbst wenn ich mich vorher lange und intensiv mit mir und meinem Ziel auseinandergesetzt habe .
Vielleicht kann man aber eine solche Herausforderung auch nur bestehen , wenn ihr eine besondere Situation vorausgegangen ist . Eine Situation , die , von jedem Erfolgsdruck befreit , hemmende Blockierungen löst und so erst die notwendige Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe ermöglicht .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Die persönliche Situation , die ( Atmosphäre ) , der Tag , die Person des Sichernden all das und vielleicht noch mehr müssen ideal zusammenpassen , um ein durchgehend positives Umfeld zu schaffen .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Der Ort , wo die ( Fusion ) stattfinden soll , ist gleichzeitig auch die Schlüsselstelle der gesamten Tour .
Nach einer steilen , mit messerscharfen kleinen Griffen bestückten Passage und einem eindrücklich ausladenden Dach folgt die Stelle , an der sich alles entscheidet .
Das Vor und Nachher ist verhältnismässig leicht in den Griff zu bekommen , nicht aber die Loslösung von der ursprünglichen Linie , die gerade aufwärts weiterführen würde .
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
Und damit scheint auch der Traum von der Fusion für dieses Jahr ausgeträumt zu sein .
Heinz weilt in Südfrankreich , er hat dort Ziele , die ihm eher machbar erscheinen .
Und Gabriele will nach Italien .
Sie mag den Nebel hier nicht und befürchtet , um diese Jahreszeit an den voralpinen Felsen ohnehin nur zu frieren .
Geklettert wird nach wie vor zu zweit , und meist haben beide Partner ihre Routenziele und Vorstellungen , die auf einen zufriedenstellenden Nenner gebracht werden müssen .
Deshalb scheint es mir manchmal recht schwierig , die eigenen Interessen vor mir selbst und dem Partner einzugestehen und gegebenenfalls sogar durchzusetzen , befürchte ich dabei doch , im Falle eines Misserfolges seine Hilfe zu Unrecht beansprucht zu haben .
Andererseits sollten wir trotz derartiger Bedenken vielleicht vermehrt daran glauben , dass solche Unterstützung gerne geleistet wird und von Herzen kommt , wenn der Partner spürt , dass der richtige Moment da ist , um dem andern zu helfen , sein Ziel zu erreichen .
Die Luft ist frisch , und am Fusse der Felsen kann man sich noch in die warme Sonne legen .
Die Berge sind schon weit hinunter eingeschneit , und bis auf einen einzelnen Kletterer , der am Einrichten einer neuen Route ist , sind wir hier oben allein .
Dieser erste Vorstiegsversuch gelingt gar nicht schlecht . Beim Einhängen der blauen fixen Schlinge bin ich aber instabil und brauche deshalb viel Kraft .
Zudem liegt die Hand unter dem Seil .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ein zweiter Anlauf erfolgt nur wenig später , solange der richtige Teil der Bewegungsabläufe noch im Gefühl ist .
Gabriele hat mich für das schwierige Einhängemanöver beruhigt und mir Mut gemacht .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Nur um wenige Millimeter verfehle ich den Griff .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Immer wieder fasziniert mich diese Linie durch die steil aufschiessende Platte mit ihren nur winzigen Einkerbungen .
Ich fühle mich gut .
Ausgewogen und ruhig .
Vielleicht deshalb , weil es mir in diesem Moment hier oben , inmitten einer wunderschönen Landschaft , an nichts fehlt .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Selber fällt mir der kleine Fehler aber kaum auf .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
Ein kurzes Nachfassen und ich habe ihn richtig in der Hand .
Die Traverse hat begonnen und muss jetzt noch konzentriert zu Ende geführt werden - bis an das vordere Dachende .
Einhängen des letzten Hakens und ein entschlossener weiter Zug an den Ausstiegsgriff .
Die letzten Sonnenstrahlen und die freundliche Sicherungshilfe von Ernst Müller - er ist alleine hier oben unterwegs - erlauben uns sogar noch , den Quergang ein zweites Mal zu klettern , dabei einige Bilder zu machen und den schönen Moment noch etwas auszukosten .
In bester Laune packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von diesem einzigartigen Ort .
Die Sonne ist hinter dem Lohner verschwunden , und es wird schnell kalt .
Die Bewegung auf dem Abstieg wärmt uns aber bald wieder auf .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Der Eindruck , den diese wild-bedrohliche Gebirgswelt auf den Menschen macht , ist wahrhaft erschütternd , und Caspar Hausers eingangs zitierte Schilderung ( vgl. S. 31 ) hätte hier noch vermehrt Gültigkeit .
Manch einer , der mit den Bergen nicht so vertraut ist , würde sich an dieser Stelle wohl keinen Schritt mehr weiter wagen .
Wir betreten eine andere Welt , fern der unsrigen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Vom zweiten Absatz , dem Luegboden , queren wir über Schrofen und Geröll steil in die Limmeren-flanke hinein , um bald einmal auf dem kräuterbewachsenen Band vor dem Biwakplatz zu stehen . <Balm> statt Höhle wäre allerdings die treffendere Bezeichnung für die beiden Einbuchtungen am Fusse der sich senkrecht auftürmenden Felswand .
Im Biwak Noch liegt goldenes Licht auf den Muttsee-gipfeln ;
Rasch fällt die Dämmerung ein und hüllt die Limmerenschlucht in dunkle Schatten .
Wir suchen ein günstiges Plätzchen in der Balm , rollen unsere Biwakmatte und den Schlafsack aus .
Dann setzen wir die Kocher in Betrieb , um unser Abendessen zuzubereiten .
Unter fröhlichem ( Tischgespräch ) vergeht die Essenszeit .
Meinen Kameraden erzähle ich , wie wir hier vor drei Jahren unsere Becher unter dem Überhang hervor in den prasselnden und mit Steinschlag durchsetzten Gewitterregen halten mussten , weil wir vergessen hatten , vom Limmerenbach Wasser mitzunehmen !
Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit beginnt sich oben hinter den Muttsee-wänden eine Helligkeit am dunkelblauen Nachthimmel auszudehnen , und um 20.30 Uhr steigt der Vollmond über dem Kamm des Kistenpasses auf .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Hier in der Falte des riesigen Berges fühlen wir uns ebenso geborgen wie zu Hause .
Um fünf Uhr piepst eine Uhr unerbittlich Tagwache .
Als erfahrene Biwakfüchse beherrschen wir allerdings die Technik , im Schlafsack liegend heisses Wasser zuzubereiten und so das Morgenessen - einen Becher Bircher-müesli und Kaffee-einzunehmen .
Im schmalen Ausschnitt , der zwischen Höhlendach und dem Muttseehorizont sichtbar ist , verblassen schnell die Sterne .
Um sechs Uhr verlassen wir im ersten Dämmerlicht unser romantisches Nachtlager .
Am Nordgrat Wirtraversieren zum Luegboden und steigen über die abschüssigen Gras und Schro-fenflanken dem ersten grossen Aufschwung des Nordgrates entgegen .
Auf den Bändern der Sandalpflanke entdecken wir einige Gemsen bei der Morgenäsung .
Hier oben hätten sie auch während der Jagdzeit wohl kaum etwas zu befürchten .
In einer gestuften Rinne geht es in leichter Kletterei hinauf zu einer schmalen Scharte im Nordgrat , wo uns die ersten Strahlen des aufsteigenden Tagesgestirns treffen - hundertfach erlebt und doch immer ein wundervoller Augenblick .
Wir seilen uns an und klettern direkt über die Gratkante weiter .
Auf den Leisten und Bändern liegt wohl viel Schutt , aber die steilen Vollmondnacht im Biwak Luegboden Aufschwünge bestehen aus recht gutem Jura-Malmkalk .
Eine Zone aus stark verwittertem , braunem Gestein erheischt anschliessend wieder vorsichtiges Klettern .
Wir gewinnen rasch an Höhe und stehen bald unter dem markanten gelbbraunen Gratturm , dem die früheren Begeher des Grates den phantasievollen Namen ( Goldenes Horn> gegeben haben .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Nach dem breiten Schuttband hinter dem ( Goldenen Horn> zieht sich senkrecht und überhängend ein Felsband um den ganzen Bergstock . Die günstigste Route führt Auf dem Höhenrücken des Mittler Selbsanft ( Plattas Alvas ) ;
im Hintergrund der Bifertenstock zu einer Ecke empor , von der aus über einen Quergang unter einem Dach eine verwitterte Flanke zu gewinnen ist .
Heute folgen wir der Route , um oben am Fusse eines wilden Grataufschwungs wieder die Kante zu erreichen .
Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Ein Anstieg über brüchiges Gelände führt uns zum obersten , dunklen Turm , der aus rau hem Nummuliten-Sandstein besteht .
Voll Freude klettern wir die halbe Seillänge über die Kante hinauf zur Spitze des Hauserhorns .
Gipfelrast Es ist erst zehn Uhr an diesem herrlichen Spätsommertag , und wir können uns eine ausgedehnte Gipfelrast leisten .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Wir blättern ein wenig darin und tragen unsere Besteigung ein , dankbar dafür , dass wir die Reihe begeisterter Alpinisten seit 1863 fortsetzen können .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Unübersehbar breitet sich die ganze Alpenwelt Graubündens im Osten und Süden aus , wird nur über dem Lim-merenfirn vom langgezogenen Eisrücken des Bifertenstocks verdeckt .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Die Scherben und Platten des schneefreien Gipfelkammes klirren leise unter unsern Sohlen .
Zuweilen bilden sie merkwürdige Muster , deren Struktur erst aus höherer Warte erkennbar wäre .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
Im Och-senstäfeli wird uns schliesslich der schwarze , nasskalte Kraftwerktunnel aufnehmen , der uns durch den Berg zur Seilbahn bringt .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
Die mit Seil , Pickel , Berg und Biwakausrüstung beladenen Rucksäcke werden dabei schwer am Rücken hängen , mit strapazierten Knien und Fussen , verschwitzt und durstig werden wir im Tal ankommen .
Vivant amici montium !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Dies erinnert mich an mein den damaligen Teilnehmern gegebenes Versprechen , die persönlichen Eindrücke niederzuschreiben , ebenso aber auch an die Gründe , warum es dann doch nicht dazu gekommen ist .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Unten in der Talebene , wo sich noch eine dünne , aber harte Schneeschicht hat halten können , gleitet ein Langläufer den schneefreien Rändern des einstigen Bachverlaufs des Beverin ausweichend , leicht auf und absteigend dahin .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Bei einzelnen Vorkommnissen haben sich die Konturen zum Teil verwischt , sie wirken verschwommen und leben erst dann wieder auf , wenn zu gegebener Zeit , in Anwesenheit der damaligen Teilnehmer , die Eindrücke rekonstruiert werden können .
Davon ausgenommen sind natürlich jene Erleb- Nächste Doppelseite :
Im Aufstieg über den Ostgrat von der Fuorcla Buin zum Piz Buin Grond nisse , denen eine starke subjektive Komponente anhaftet .
Jede Tour setzt sich aus einer Aneinanderreihung von vielen einzelnen Details zusammen , die erst in ihrem gegenseitigen Verhältnis wieder einen Gesamteindruck vermitteln .
Eigentlich nichts Aussergewöhnliches , etwas , das sich im täglichen Leben im Gemsen , eine auf Skitouren stets wieder anzutreffende Wildart mer wieder abspielt .
Eine Tour kann aus grandiosen Eindrücken bestehen , aber es kann auch sein , dass Einzelheiten eine derart grosse Bedeutung erhalten , dass sie alles andere überstrahlen ;
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Die dabei gewonnene Distanz bietet mir die Möglichkeit , das , was mich beschäftigt , von einer anderen Seite anzupacken oder nach neuen Wegen zu suchen .
Es kam schon vor , dass es mich in meiner periodisch auftretenden Isoliertheit grosse innere Überwindung kostete , an einer Sektionstour teilzunehmen , von der ich dann aber frohen Mutes und in meiner inneren Welt bestärkt zurückkehrte .
Dabei Messen sich öfters gute Lebensgefühle , die in schwierigen Zeiten um so seltener werden , wieder erwecken .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Dies ist sein Alltag , in dem es gilt , sich durchzuschlagen .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
Lässt man sich dann genügend Zeit , mag es sogar gelingen , nicht nur äusseren Geheimnissen auf die Spur zu kommen , sondern auch einen Weg zu seinem inneren Wesen zu finden .
Wv
ss Wändli
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Knackende Zweige , knirschender Splitt und fallende Steine künden den äsenden Gemsen am heutigen , frischen Morgen das Nahen der Menschen .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
<Seht euch von , beginne ich mit prophetischer Gebärde , <wir stehen hier vor der schwierigsten Stelle der Kletterei , der Einstiegsplatte , die schon manchen Mythenkletterer in Angst und Schrecken versetzt hat . )
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hurtig klinkt Ruedi den Schraubkarabiner in die Lasche des Standhakens , dieweil seine Angetraute mit abgedrehter Hand das Partieseil in den blanken Metallkreis legt .
<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
<Es ist schon beglückend , mit einer bestimmten Kletterstelle , mit einem Berg auf du und du zu stehen ) , denke ich mir dabei , und wie ich zehn Meter höher in einer Nische meine Seilgefährten nachsichere , wandert mein Blick zu einem rundgeschliffenen Loch im Randbereich des Plattenschildes hinüber , von dem ich weiss , dass es einer leider noch nicht blühenden Feuerlilie Gastrecht gewährt .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
Am Fuss des <Altarsteins> malte ich noch das Kreuz hin :
die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
Denn zu jener Zeit , in den Kriegsjahren , so hat mir mein Freund schon oft versichert , sei es meist recht schwierig gewesen , im Wald Fallholz zu fin den , so dass er sich mit beträchtlichem Risiko sogar an Legföhren und Krüppeltannchen herangemacht habe , die , an Felssätze und Nossen geklammert , klagend ihre toten Arme von sich gestreckt hätten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete .
Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Man fühlte sich bärenstark in diesem Schuhwerk .
Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Am gefrässigsten aber zeigten sie sich auf schlüpfrigen Erdtritten und im steilen Gras .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
<Weil ich innerlich soeben das Rad der Zeit etwas zurückgedreht und in Route 13 , am Geissstock , unsern unvergesslichen Altmeister Kari habe stehen sehen .
Eben befand er sich unter einem kleinen Aufschwung , die starken Beine ins Erdreich gestemmt , den Kopf unter ein Grasbüschel gedrückt .
Und wisst ihr , warum ?
Weil sich ihm Gemsen über den Kopf hinwegsetzten und dabei einen Hagel feuchter Erdklumpen auf seinen alten Filzhut prasseln liessen .
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
schöne , scharfkantige Leisten , Henkelgriffe , schmale horizontale Spalten , Nocken ... Sie alle bieten den suchenden Fingern zuverlässigen , sympathischen Halt .
<Salü , alter Geselle ! )
lacht mein Herz dem kleinen Ahornbaum am Fuss der Rinne entgegen , die dem Mittelteil der Route das Gepräge gibt .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
Und plötzlich gewahre ich Menschen , die geschäftig zum Fuss unserer Wandflucht hinaufkrabbeln .
Einer von ihnen muss Wisel sein .
Dies erinnert mich erneut an Félix Genecand , habe ich diesem welschen Bergsteiger doch nicht nur als Erfinder ein Denkmal gesetzt ( warum sollte Genecand nicht in der Zentralschweiz eine bescheidene Erinnerungsstätte haben , wenn es in Genf doch auch eine <rue Guillaume-Tell> gibt ! ) , sondern auch als Menschen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Ich stand an dieser ausgesetzten Stelle eine furchtbare Angst aus .
Unbeeindruckt von meinem Gejammer liess sich Thedy oben , am Standplatz , nur mit einem belustigten Lachen vernehmen .
Er glaubte an mich , mehr als ich selbst , und rief mir , über die Weite und Tiefe hinweg , dann doch noch einige Anweisungen zu .
,Du musst nur ...
' Ja , ja : Du musst nur !
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Lachen tut gut !
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind .
Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit : Es heisst sich sputen !
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns .
Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
Aber ausgerechnet jetzt muss der Nebel aus dem Abgrund steigen .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
<Hinunterschauen , nie !
Ein alter Wildheuer aus den Muotathaler-bergen hat mir einmal gesagt , man solle nur nie in die Tiefe schauen , dann könne einem nichts passieren ! )
An diesen Ratschlag hat er sich an diesem nebelfreien , durchsichtigen Herbsttag gehalten .
Und in der Tat :
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! ) würde ich antworten .
Mit ihm hatte ich einige Jahre zuvor kiloweise technisches Material in der Bergwelt spazieren geführt , was uns am Ufer des Wägitalersees einmal sogar polizeilich bestätigt wurde .
Zwei Hüter des Gesetzes mussten dort in uns , aufgrund des mitleiderregenden Zustandes unserer Hände , die klassischen Blumenräuber gerochen haben . Jedenfalls wurden wir von ihnen höflich aufgefordert , die Rucksäcke zu öffnen .
Doch nachdem sie einige Zeit darin gewühlt , der eine in Franzens , der andere in meinem Sack , hatten sie unter ihren Dächli-mützen hervor einen vielsagenden Blick ausgetauscht und dann ganz offensichtlich enttäuscht , für jedermann deutlich hörbar , zu Protokoll gegeben :
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
So hing denn unser ganzes Kletterglück von der dünnen Broschüre aus der Grossstadt ab , deren Titel La technique de la varappe artificielle oder ähnlich lautete .
Er hätte ebensogut ( Die Technik des Mehlsack-hissens> heissen können , denn die ( Methode ) verurteilte den Seilführer zu einer Haltung , die statisch nur geringfügig von derjenigen eben eines Mehlsackes abwich .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Mythenmatt ( Hier muss es Pfefferminz geben ) , stellt Susi bei den Karrenfeldern am Rand der Mythenmatt fest .
Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
Nun , dass es so weit von den Teestuben entfernt nach Pfefferminz duftet , scheint mir trotzdem recht erstaunlich , so bemerkenswert wie die Tatsache , dass in frühern Jahrzehnten Schafe an diesem Kraut gerochen haben .
Jedenfalls muss Schafhirt Kälin , wie seine eventuellen Vorgänger , gute Schuhe getragen haben , wahrscheinlich solche mitTricounibe-schlag .
Dann werdet ihr wie eingesalbte Ölgötzen in die Tiefe fahren ! )
Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

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Leurs difficultés , d' abord aux alentours du 6e degré , ont atteint ensuite le 7e , et finalement le 8e degré .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ainsi l' intérêt s' est déplacé vers des régions moins explorées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
On avait également appris dans l' intervalle à considérer les deux « idéologies » avec plus d' objecti et de tolérance . Les différences entre voies ouvertes depuis le bas et celles qu' on ouvre depuis le haut , leurs avantages et inconvénients respectifs , tout cela est désormais clair pour tout le monde .
Les deux méthodes sont concevables et peuvent se justifier .
Certains itinéraires , la voie Kumulus par exemple , ouverte depuis le bas par Martin Stettler et nécessitant une parfaite santé morale et une grande habileté , constituent des expériences uniques .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
Cette dernière réalisation a exigé de rééquiper la voie et préciser la ligne de la partie supérieure .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Il est impossible de fixer à l' avance le moment où toutes les conditions d' un succès rapide dans une voie du 10e degré sont réunies .
J' en suis du moins incapable , même après une longue et intensive préparation .
Peut-être ne peut-on s' élever à la hauteur d' un défi de ce genre qu' à la faveur d' une situation particulière , qui libère de toute obligation de réussir , dénoue les blocages et donne aux enchaînements de mouvements la fluidité nécessaire .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Ainsi donc , situation personnelle , « atmosphère » , conditions du jour , personnalité du compagnon qui assure : c' est la conjonction idéale de tous ces éléments ( et peut-être d' autres encore ) qui finit par créer des circonstances entièrement favorables .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Le point où la « fusion » est censée se produire est en même temps le passage clé de l' ascension .
A un endroit raide et muni de petites prises acérées , puis un toit impressionnant , succède le passage décisif .
Ce qui le précède , comme ce qui le suit , est relativement facile à maîtriser . Par contre , quitter la ligne primitive qui continuerait tout droit pose problème .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
et avec elle , le rêve de Fusion s' envole pour l' année .
Heinz séjourne dans le Midi de la France , où il a des objectifs qui lui semblent plus accessibles .
Et Gabriele veut aller en Italie .
Elle déteste le brouillard , et craint en cette saison de ne faire que grelotter sur les rochers des Préalpes .
Aujourd' hui comme autrefois , on grimpe à deux , ce qui signifie que les objectifs et manières de voir de chaque partenaire doivent être ramenés à un dénominateur commun satisfaisant .
C' est pourquoi je trouve parfois difficile d' avouer , à mon compagnon comme à moi-même , où sont mes intérêts et , le cas échéant , de les lui imposer .
En cas d' échec , je crains de l' avoir sollicité à mauvais escient. Mais d' autre part , il vaudrait mieux que de tels scrupules ne nous empêchent pas de croire que c' est de grand cœur que le partenaire nous offre son soutien , lorsqu' il sent que le bon moment est là et qu' il peut nous aider à atteindre notre but .
L' air est frais , mais un bon soleil invite à s' étendre au pied des rochers .
La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Cette première tentative ne se déroule pas mal du tout , mais au mousque-tonnage de la sangle bleue en place , je manque de stabilité et par conséquent dépense beaucoup de force .
De plus , ma main est passée sous la corde .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Un deuxième assaut suit peu après , avant que la sensation de l' enchaînement correct des mouvements n' ait disparu .
Gabriele m' a rendu le calme et le courage nécessaires à la délicate manœuvre de mousquetonnage .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Il ne me manque que quelques millimètres pour atteindre la prise .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Cette ligne à travers la dalle verticale , avec ses minuscules entailles , ne cesse de me fasciner .
Je me sens bien .
Equilibré et calme .
Peut-être parce qu' en ce moment , au milieu de ce paysage magnifique , il ne me manque rien .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Mais je suis à peine conscient de cette petite erreur .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main .
Le franchissement du toit a commencé ; je dois rester concentré pour le réussir .
Mousquetonnage du dernier piton et une traction résolue sur la prise de sortie .
Les derniers rayons du soleil , et l' assurage amical d' Ernst Müller , qui se promène tout seul par ici , nous permettent même de répéter l' escalade , d' en prendre quelques photos et de savourer encore un peu ce beau moment .
C' est de très bonne humeur que nous remballons nos affaires et prenons congé de cet endroit unique .
Le soleil a disparu derrière le Lohner .
La température baisse rapidement , mais le mouvement de la descente ne tarde pas à nous réchauffer .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
Ce monde sauvage et menaçant nous impressionne profondément ; la description de Caspar Hauser citée plus haut cf. p.31 ) s' appliquerait bien à la vision que nous en avons depuis là .
Parvenus à cet endroit , les promeneurs peu familiarisés avec la montagne risquent bien de ne pas oser faire un pas de plus !
Nous pénétrons dans un autre monde , bien loin de notre univers quotidien .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
Arrivés au deuxième épaulement , le Luegboden , nous rejoignons le versant Limmeren par des pierriers raides pour nous retrouver bientôt sur une vire herbeuse devant l' emplacement de bivouac , qui est plutôt un abri qu' une grotte et se compose de deux renfoncements au pied de la falaise verticale .
Le bivouac Une lumière dorée s' attarde encore sur les sommets dominant le Muttsee .
L' obscurité monte rapidement de la gorge du Limmerenbach .
Nous cherchons le meilleur endroit pour dérouler nos matelas et nos sacs de couchage .
Puis nous allumons les réchauds pour préparer le souper .
Le repas est agrémenté de joyeux « propos de table » .
Je raconte à mes camarades l' épisode de l' orage que j' ai vécu ici trois ans auparavant . Nous avions rempli nos gobelets en les tenant sous la pluie battante , car nous avions oublié de prendre de l' eau au ruisseau de Limmeren !
Une demi-heure après le crépuscule , une clarté commence à monter derrière les parois du Muttsee pour envahir bientôt tout le ciel bleu sombre , et à 20 h 30 la pleine lune se lève au-dessus du Kistenpass .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Nous nous sentons en sécurité dans le creux de cette montagne gigantesque .
A 5 heures , le bip-bip d' une montre nous tire impitoyablement de notre sommeil .
En vieux habitués des bivouacs , nous nous débrouillons pour chauffer de l' eau et déguster notre petit déjeuner ( un bol de birchermüesli et du café ) sans sortir de nos sacs de couchage .
Dans le petit espace de ciel que nous apercevons entre le plafond de la caverne et l' horizon du Muttsee , les étoiles pâlissent rapidement .
A 6 heures , aux premières lueurs de l' aube , nous quittons notre logis romantique .
Sur l' arête nord Nous gagnons le Luegboden puis remontons le premier ressaut en direction de l' arête nord , une raide pente d' herbe et d' éboulis .
Sur les vires du versant Sandalp , nous découvrons quelques chamois en train de brouter .
Sur ces hauteurs ils n' ont rien à craindre , même à la saison de la chasse .
Nous remontons un couloir en escalier par une varappe facile et atteignons une étroite brèche dans l' arête nord , où les premiers rayons du soleil nous accueillent .
Nous nous encordons et escaladons l' arête sur son fil .
Sur les vires , on rencontre beaucoup de caillasse , mais les ressauts plus raides sont en bon calcaire jurassique ( malm ) .
Plus loin , un passage de rocher brun très délité requiert une grande prudence .
Nous gagnons rapidement de la hauteur et nous arrivons au pied du gendarme jaune-brun caractéristique auquel les alpinistes ont donné le nom de « corne d' or » .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
Seul le léger grondement du Sandbach monte jusqu' ici en cette heure matinale . Derrière la « corne d' or » nous trouvons une large vire d' éboulis , puis un banc de rocher surplombant qui fait tout le tour de la montagne .
La voie la plus logique mène à un angle d' où on traverse horizontalement sous de puissants surplombs pour gagner une pente de rochers délités .
Nous suivons ce cheminement pour atteindre à nouveau l' arête au pied d' un ressaut très redressé .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
Nous remontons ensuite un terrain délité jusqu' au dernier gendarme , le plus sombre , formé de grès nummulitique .
Tout joyeux , nous parcourons la dernière demi-longueur sur l' arête et atteignons la cime du Hauserhorn .
Au sommet II n' est que dix heures , la journée est magnifique , nous pouvons donc nous accorder une longue pause au sommet .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Nous le feuilletons un instant avant de nous y inscrire , reconnaissants de pouvoir allonger la liste des alpinistes qui y ont écrit leur nom depuis 1863 .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Toutes les Alpes grisonnes se déploient à l' est et au sud , masquées seulement , au-dessus du Limmerenfirn , par les longs bombements glacés du Bifertenstock .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Les débris rocheux et les pierres plates de cette arête sommitale libre de neige crissent doucement sous nos semelles .
Parfois ils forment pour l' œil des motifs étranges , dont la structure d' ensemble ne se révélerait que depuis un poste d' observation plus élevé .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
Enfin , à l' Och , ce sera le tunnel humide et froid de la route du barrage , puis le téléphérique .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
Les sacs bourrés étaient lourds ( corde , piolet , équipement de montagne et de bivouac ) , et c' est en sueur et assoiffés , genoux sifflants et pieds en compote , que nous sommes arrivés dans la vallée .
( Vivent les amis de la montagne !) ( Traduction d' Annelise Rigo )
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
Je me souviens que j' avais alors promis aux participants de mettre par écrit mes impressions de l' une de ces courses , et je me souviens aussi pourquoi je n' ai pas tenu ma promesse :
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Au fond de la vallée , là où une couche de neige mince mais dure s' est maintenue , un fondeur glisse , montant et descendant légèrement , en évitant les rives libres de neige de l' ancien lit du ruisseau de Beverin .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
Les contours de certains événements se sont effacés ou restent flous , bien qu' ils reprennent vie quand je suis en présence des participants à ces courses ; je peux alors retrouver les impressions d' autrefois .
Quand une partie de mon passé qui n' est pas encore entièrement « digérée » se met à se dérouler , n' importe quand , n' importe où , comme un film accéléré , je parviens souvent à Double page suivante :
En montant au Piz Buin Grond par l' arête est , depuis la Fuorcla Buin une autre compréhension des choses .
Chaque course de montagne se compose de nombreux détails séparés , qui ne transmettent une impression globale que par leurs relations réciproques .
Rien d' extraordinaire à cela , d' ail ; c' est quelque chose qui se produit souvent dans la vie quotidienne .
Le souvenir d' une course peut se composer d' impressions grandioses , mais il arrive aussi que certains détails prennent une importance telle qu' ils Des chamois :
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
La distance que je prends m' offre la possibilité d' aborder mes préoccupations sous un autre angle et de chercher de nouvelles solutions .
Il m' est arrivé plusieurs fois de devoir me faire violence pour participer à une course de section , tant j' étais enfermé dans un isolement farouche . Mais je rentrais chaque fois heureux et réconforté intérieurement .
Souvent m' envahissaient des sentiments de joie et de plénitude que je ne connaissais guère dans les temps difficiles que je vivais .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
C' est là son lieu quotidien , celui où il doit s' affirmer .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
Si l' on en prend le temps , il peut même arriver qu' on découvre alors non seulement le chemin de secrets extérieurs , mais celui de son propre être intérieur .
Wv
ss Wändli ,
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
L' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
Mais voici que des branches craquent , des graviers roulent , des pierres tombent , révélant notre approche à des chamois qui broutent dans la fraîcheur du matin .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
« Regardez bien » , fais-je avec un grand geste , « nous sommes devant le passage le plus difficile de l' escalade , la première dalle , qui a déjà effrayé plus d' un grimpeur des Mythen » .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Vite , Ruedi passe le mousqueton à vis dans la sangle du piton de relais , tandis que son épouse y introduit la corde .
« Alors , attention » , dis-je encore , « il faut absolument coincer la chaussure droite , je répète , la chaussure droite , dans cette fissure , mettre la gauche en adhérence sur la dalle , décoller le derrière le plus loin possible et monter : un jeu d' enfant !
A l' arrière , les Alpes uranaises . ( Photo aérienne ) Et je me lance tout de suite dans la démonstration , en ce jour de brouillard , comme je l' ai vu faire il y a bien des années .
« C' est vraiment une joie que d' être à tu et à toi avec tel passage , telle montagne » , pensé-je en grimpant . Dix mètres plus haut , je m' installe dans une niche pour assurer mes camarades de cordée et je cherche du regard un trou rond au bord du bouclier de dalles là-bas , dont je sais qu' il abrite un lis orangé ; mais celui-ci n' est pas encore en fleur .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
C' était la « pierre de l' autel » , un bloc qui présente au promeneur son côté surplombant , mais qui est facile à escalader par l' autre côté .
Mon cher ami Franz y avait quelquefois célébré un office divin quand il était gosse .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
J' ai donc essayé de faire surgir devant eux l' image du gamin blond , si sérieux , qui dépassait juste de la tête et de la poitrine le bord de l' autel , entouré d' un parterre de feuilles argentées qui semblaient regarder vers lui , chantant son « Gloria in excelsis Deo » les bras écartés , accompagné par le clair pépiement des oiseaux et le murmure grave des sapins barbus .
Au pied de la « pierre de l' autel » , je leur ai encore décrit la croix :
le timon dressé du petit char à échelle , peut-être déjà chargé de bois mort , peut-être encore vide .
Car à cette époque c' était pendant la guerre - mon ami m' affir qu' il était difficile de trouver du bois mort dans la forêt , si bien qu' il devait se hisser en prenant des risques jusqu' aux pins tombés et aux petits sapins agrippés à des rochers , dressant plaintivement leurs bras morts .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Dans n' importe quel livre de montagne , les héros franchiraient ce passage , d' une si faible difficulté , avec une aisance divine .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Pas un paysan de montagne , pas un garde-forestier , un bûcheron ou un chasseur qui n' en ait équipé ses chaussures .
C' était un vrai plaisir de marcher dans la rue le dimanche matin , d' un pas ferme , chaussé des lourds souliers à tricounis .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
On se sentait fort comme un ours dans de telles chaussures .
Et avec raison , car les clous tricounis étaient comme de petits animaux griffus :
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Mais leur appétit se révélait encore plus vorace dans les pentes de terre glissante et d' herbe .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
« Parce que je suis remonté un peu dans le temps , et j' ai revu sur la voie 13 du Geissstock notre inoubliable exchampion Karl .
Il se trouvait sous un petit ressaut , les jambes bien plantées en terre , la tête à l' abri d' une touffe d' herbe .
Savez-vous pourquoi ?
Parce qu' en s' enfuyant , des chamois envoyaient sur son vieux feutre une grêle de mottes de terre humide .
Mais ceci se passait en un temps que vous n' avez pas connu , à l' époque héroïque des tricounis ! » .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
Des herbes nous caressent la figure , tandis que les fleurs , le rocher et la terre répandent leur parfum discret .
de jolies réglettes aux bords francs , des poignées , d' étroites fentes horizontales , des bourrelets saillants ... toutes offrent aux doigts un appui sûr et agréable .
« Salut , mon vieux !
» dis-je au petit érable qui pousse dans la fissure caractéristique de la partie médiane de la voie .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Tout à coup j' aperçois des hommes qui arrivent au pied de notre paroi .
Wisel est sûrement parmi eux .
Et cela me rappelle à nouveau Félix Genecand , à qui je veux rendre hommage non seulement comme alpiniste , mais aussi comme homme ( et pourquoi Genecand le Romand n' aurait pas son monument en Suisse centrale , puisqu' il y a bien à Genève une « rue Guillaume-Tell » ?) .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Ceci lui avait valu le surnom de « concierge du Grépon » .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
Je connais ainsi un concierge du Salbit-sud , un du Chaiserstock , un du Lauchernstöckli , un du Wildspitz et je ne serais pas étonné d' apprendre que toute montagne suisse a son concierge !
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
J' ai été saisi d' une trouille affreuse à ce passage exposé .
Sans se laisser impressionner par mes lamentations , Thedy rigolait du haut du relais .
Il avait confiance en moi , plus que moi-même , et il m' a crié quelques encouragements :
« Tu n' as qu' à ...
» Oui , oui , tu n' as qu' à !
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Ça fait du bien de rire !
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
les fourmis qui se hâtent sur la paroi , un magnifique tychodrome échelette en train de faire sa promenade verticale , les chocards entraînés dans les courants ascendants .
En effet , l'«Association des amis des Mythen » , fondée en 1863 , fête son 125eme anniversaire .
Peut-être qu' on débouche déjà les bouteilles , il s' agit de se dépêcher !
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
Une traversée superbe nous attend .
La main gauche s' agrippe au bord de blocs bien solides , tandis que les pieds suivent une corniche large comme quatre chaussures .
Comme j' aimerais que mes compagnons puissent admirer la vue qui s' ouvre vers le bas !
Mais le brouillard se met justement à monter de l' abîme .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
» avait-il annoncé à la ronde , et il s' était inscrit sur la liste d' attente auprès de moi pour la course convoitée .
Jamais !
Un vieux garde-chasse du Muotatal m' a dit qu' on n' avait qu' à ne pas regarder en bas , et alors il ne pouvait rien nous arriver !
On commence à distinguer clairement le système de couloirs herbeux et de vires que suit la voie « Wyss Wändli » au Gr .
Mythen cette belle journée d' automne à l' air transparent .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
Cette longueur est un régal tant pour le sens de l' équilibre que pour le besoin de mouvement et le sens du toucher !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
« Parce que j' aime notre mère la terre , parce que je veux la caresser et l' embrasser ... mais que je n' aime pas ramper !
C' est avec lui que j' avais transporté des kilos de matériel dans les montagnes .
Au bord du lac du Wägital , deux gardiens de la loi crurent voir en nous , d' après l' état pitoyable de nos mains , des voleurs de plantes protégées , car ils nous donnèrent l' ordre d' ouvrir nos sacs .
Mais après avoir bien fouillé , ils avaient échangé un regard sous la visière de leur képi , avant d' an , visiblement déçus : « Ils n' ont que de la ferraille là-dedans !
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
C' est ainsi que nous dépendions uniquement de cette brochure venue de la métropole , dont le titre était à peu près celui-ci : La technique de la varappe artificielle .
Il aurait tout aussi bien pu s' intituler La technique du hissage des sacs de farine , car cette méthode condamnait le premier de cordée à une attitude qui ressemblait beaucoup , justement , à celle d' un sac de farine .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
La Mythenmatt « II doit y avoir de la menthe par ici » dit Susi en traversant les lappiaz au bord de la Mythenmatt .
Je sais où trouver du bois-gentil odorant , dans les coins secs et protégés , partout dans les pentes des Mythen orientées au sud , là où le soleil tape dès le mois d' avril , lorsque l' alpiniste doit encore sauter d' une île rocheuse à l' autre pour éviter la neige fondante .
Avec le bois-gentil , j' ai une relation presque mystique , mais avec la menthe , non !
Du reste , je trouve étonnant que cela sente la menthe ici , loin de tout salon de thé ! Tout aussi étonnant d' ailleurs , le fait que des moutons , il y a quelques décennies , aient eu l' oc de humer le parfum de cette plante .
Quoi qu' il en soit , le moutonnier Kälin et ses prédécesseurs éventuels devaient avoir de bonnes chaussures , probablement des chaussures à tricounis .
Vous allez glisser dans le vide , vite fait bien fait !
» L' homme qui nous prédisait ces malheurs avait de petits yeux malicieux plissés par le sourire alors que sa tête se prolongeait en haut par un chapeau pointu et en bas par une barbiche .
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination . Et il n' était pas le seul à être si sceptique .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
Pas une minute trop tôt , ni trop tard , car la bouteille de blanc commence juste à circuler devant le décor formé par le refuge des Mythen .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Mais il y a là aussi un groupe de messieurs moustachus et très dignes , bien alignés pour la photo , en chapeau , col fermé , gilet , chaîne de montre .
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
9. September 1988 , bei Tagesanbruch
Dring ... dring ...
Wie mühsam ist das Aufstehen noch vor dem Morgengrauen ( es ist 4.45 Uhr morgens ) , vor allem , wenn man im warmen Bett zu Hause liegt und nicht in einer Hütte oder einem Biwak !
Die Enge und Unbequemlichkeit eines solchen <Basislagers> fördert naturgemäss einen ziemlich schnellen Wechsel in die Senkrechte . Und das gleiche gilt für den durch das bevorstehende Unternehmen ( Anmarschweg oder Klettertour ) ausgelösten Wunsch nach Bewegung .
Ausserdem braucht man die Unannehmlichkeiten nicht allein zu ertragen !
Dagegen fehlt zu Hause , wenn die ganze Stadt noch schläft , erschöpft von der Arbeit des Tages oder einem stürmischen Samstagabend , ein solcher Anreiz vollkommen .
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Schnell ziehe ich mich an , esse eine Schale Getreideflocken mit gutem Zitronensaft , nehme den am Vorabend sorgfältig gepackten Sack auf meinen noch vom Schlaf steifen Rücken und öffne die Tür :
Alles scheint in Ordnung , einige blasse Sterne schimmern durch den üblichen Smog der Stadt ;
es wird heute schön werden .
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
Ein Heer von Arbeitern ergiesst sich aus den Wagen und verschwindet in der Tiefe des Bahnhofs .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Mir bricht der Schweiss aus :
Wir haben versäumt , einen Treffpunkt auszumachen !
Was tun , damit wir uns in dieser Menschenflut finden ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Zum Kingspitz Zuerst müssen wir das für unsere Besteigung notwendige Material auswählen , wobei einige wichtige Entscheidungen nötig werden .
Obgleich uns das Biwakieren im Freien viel Freude macht ( wir tun es so oft wie möglich ) , entschliessen wir uns gleich zu Beginn , in der Hütte zu übernachten . Das erspart uns Gewicht , weil wir nur eine Nacht in den Bergen zubringen werden .
Anschliessend müssen wir uns entscheiden , welche Taktik wir für die Ausrüstung der Route wählen wollen :
Sollen wir die Seillängen und Standplätze vollkommen mit Bohrhaken ausgerüstet lassen , wie man es im allgemeinen im Klettergarten macht ? Oder sollen wir einen Mittelweg einschlagen , der darin besteht , nur die Standplätze ( zum Abseilen ) und jene kompakten Partien auszurüsten , bei denen eine Sicherung mit Klemmkeilen nicht möglich ist ?
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Die Tatsache , die Klemmkeile selbst anbringen zu müssen , seine Route sowenig wie möglich auszurüsten und manchmal Rücksicht auf die direkte Umgebung zu nehmen , begünstigt , wie uns scheint , einen Reifeprozess beim Kletterer .
Diese sogenannte Technik der ( Minimalabsicherung ) ist die im allgemeinen im Hochgebirge angewandte Methode , vor allem in Granitwänden , in denen die freiliegenden Risse eine verhältnismässig einfache Sicherung ermöglichen .
Sie wird dagegen in Kalkwänden selten benutzt , weil sich einerseits diese Gesteinsart weniger gut eignet und andererseits der Einfluss der Klettergärten , wo die ganze Ausrüstung an Ort und Stelle vorhanden ist , sich dort entscheidend bemerkbar macht .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir dieser Route noch einige Seillängen gefolgt sind , um uns in dem Plattenlabyrinth zu orientieren , kehren wir auf die Höhe des Sockels zurück , um uns links einer markanten braunen Ader zuzuwenden , deren Fels etwas stärker strukturiert wirkt als die benachbarten schwärzlichen Platten .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Doch die auftretenden Gleichgewichtsund Adhäsionsprobleme können uns nicht daran hindern , Gedanken und Blicke über die Grate und Gipfel rings um uns schweifen zu lassen . So bewundern wir mit Vergnügen zwei Seilschaften , die den Westpfeiler der Vorderspitze ersteigen .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
zweiter Akt Während wir am Vorabend allein in der Wand waren , gibt es heute mehr als zehn Seilschaften , Anwärter auf die klassische Route . Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen .
aber die zum Glück bemerkenswerte Seltenheit herunterregnenden Gerölls verdient es , die Korrektheit und Meisterschaft der uns benachbarten Seilschaften zu betonen .
Im Plattenpanzer der Kingspitz-Nordostwand Im Augenblick , als wir unser Materialdepot erreichen , kommen wir in den Genuss der einzigen , allerdings nur kurzen sonnigen Phase des Tages . Wir nehmen die Fortsetzung unserer Route in Angriff , an unserem achten Stand kreuzen wir die klassische Route von 1938 .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Der zweite Teil unserer Route , oberhalb von Stand 8 , erfordert bald grössere Vorsicht wegen der Qualität des Gesteins , dies um so mehr , als wir jetzt oberhalb der in der klassischen Route kletternden Seilschaften sind .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Darum beginnen wir nach einer letzten , mit der klassischen Route von 1938 zusammenfallenden Seillänge - zur Beruhigung meines Gewissens - , uns abzuseilen . Wir erreichen das Tal in Rekordzeit .
.... ..„pitz- Nordostwand auf Vorderspitze ( rechts ) und Gross Simelistock ( links ) Technische Angaben Vgl. MB 3/89 , S. 116 Nordostwand des Kingspitz :
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Stellenweise erfordert der Fels einige Vorsicht .
Material :
Friends und Klemmkeile / 45-m-Seile / Heim ratsam Zugang :
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Inhalt 61 Peter Donatsch Korsika - ein Gebirge fällt ins Meer 69 Andreas und Claudine Mühle-bach-Métrailler Skitouren in Kalifornien 80 Daniel Santschi Am Huascaran in der Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Bergtouren im Altai , Sowjetunion 96 Johann Jakob Burckhardt Eine Alpenreise von Rudolf Wolf im Jahre 1835 Herausgeber Redaktion Schweizer AlpenClub , Zentralkomitee ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Daniel Santschi , Solothurn 102 Michel Ziegenhagen Ein Berg der Überraschungen 114 Michel Marthaler Die penninischen Decken in den Walliser Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ) :
Allgemeine Angaben Adressänderungen : auf PTT-Formular 257.04 .
Inhalt :
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Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Die Redaktion entscheidet über die Annahme , die Ablehnung , den Zeitpunkt und die Art und Weise der Veröffentlichung .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
lin Berg der Überraschungen
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Erster Angriff
Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Es hätte aber mehr gebraucht , um André zu entmutigen , der mit seiner unermüdlichen Unternehmungslust in einem andern Kollegen einen Gefährten fand .
Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
Am nächsten Tag ereignete sich während der Tour ein äusserst seltener doppelter Zwischenfall .
Beim Aufstieg versank der Kollege , der auf dem Riedgletscher voranging , plötzlich , mit den Ski an den Fussen , zur Hälfte in einer Spalte . Es gelang ihm , sich zu befreien .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag . Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Vielleicht durch den zu dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Besucherstrom überrascht , machte sich auch der Hüttenwart auf , marschierte in gutem Tempo und überholte uns mühelos .
Wir rechneten darum damit , das notwendige Bier für unsern wachsenden Durst zu erhalten .
Wie gross war unser Kummer , als wir feststellen mussten , dass uns das kostbare Nass , das an den andern Tischen in Strömen floss , ohne Erklärung oder sichtbaren Grund verweigert wurde .
Beim Nachtessen spielte sich dasselbe mit dem Wein ab , der Hüttenwart behauptete sogar zu Unrecht , wir hätten unsere Bestellung nicht früh genug aufgegeben !
Wir erhielten nur gerade das uns reglementarisch zustehende Wasser .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Wir sind also unter den Gipfelfelsen , steigen mit kleinen Schritten über Blankeisplatten ab .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Eine eher scherzhafte Antwort ; ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte .
Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
Wir hätten ihn mit Vorwürfen überhäufen sollen , waren aber viel zu froh , dass alles so gut abgelaufen war , und haben darum kaum daran gedacht .
Übrigens hatte ich bis dahin nur einfache Abrutscher zu halten gehabt und war gar nicht böse , meine Ansichten auf diese Weise bestätigt zu sehen .
Zurück in der ( Höhle des Bären> .
Was können wir von diesem übellaunigen Hüttenwart zur Stillung unseres Durstes anderes erbitten als Wasser ?
<Das gibt es nicht .
Ich öffne die Küche erst um 18.00 Uhrb Wir hätten jedoch gern geholfen .
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
In einem solchen Fall fordert die Heilige Schrift , dass man verzeiht .
Am nächsten Morgen dann eine fröhliche Abfahrt nach Saas in Gesellschaft eines Bergführers , eines gesprächigen Manns und Patrons der ersten Wirtschaft , auf die wir treffen .
Er lässt uns unser Elend vergessen , indem er uns soviel Bier serviert , wie wir wollen .
Danach rät man mir , wegen unseres Missgeschicks der hüttenbesitzenden Sektion ( dem Akademischen Alpenclub von Zürich ) zu schreiben und mich zu beklagen .
meine Faulheit besorgte den Rest .
Die Zukunft sollte mir Recht geben .
Die Drohung der Bergschründe :
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
Mir lag daran anzukommen .
Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Am Sonntagmorgen nahmen wir nach einem langen Umweg über den Riedgletscher den Nordosthang des Galenjochs in Angriff .
Als derjenige , der die Tour vorgeschlagen hatte , führte ich die Seilschaft , und Jean-Luc hatte , obgleich er seit ganz kurzer Zeit Berg führerAspirant war , diese Ordnung stillschweigend akzeptiert .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Misstrauisch tappe ich auf dem steilen Hang voran , prüfe die Schneehöhe dabei mit dem Pickel ; der harte Grund verschwindet immer mehr .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Einen kurzen Augenblick lang verstehe ich nichts ;
kein Gefühl zu stürzen , so wie man es in einem Lift spürt , der bei der Fahrt nach unten beschleunigt oder bei der Aufwärtsfahrt verlangsamt , wobei man meint , der Magen steige einem bis in den Hals .
Ein Stoss von hinten , dann einer von vorn , und jetzt ist alles schwarz :
Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Diese Folgerung hätte mich vor Entsetzen zu Eis erstarren lassen sollen .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Einen Kameraden versinken zu sehen , hätte mir mein ganzes Innere zusammengezogen .
Aber nichts dergleichen :
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ; wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
Alles ist grau und unscharf .
Mechanisch fahre ich mit einer Hand über meine Nase .
Meine Brille ?
Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
Hinaus , und schnell !
Wo ist mein Pickel geblieben ?
<Seil geben ! )
Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Zu meiner Linken zeigt eine unbestimmte , schräge und gekrümmte Rampe , in die ich Stufen und Griffe schlagen muss , die Ausstiegsmöglichkeit an .
Jedem Schritt folgt das Seil , stets straff gespannt .
Nach einigen Metern dringt es , schräg zur Talseite hin , in den Schnee ein und hat eine lästige Neigung , mich gegen die Wand zu drängen .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
<Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
Seilschaften in der Nordwand der Lenzspitze ( im Aufstieg zum Nadelhorn ) Ein letzter Blick :
Das Seil hat von dem an der unteren Lippe des Bergschrunds zusammengewehten und aufgehäuften Schnee eine grosse Ecke abgeschnitten , so dass ich doppelt so tief stürzte .
Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun . Ein Wunsch , der zur allgemeinen Erleichterung erhört wurde .
Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet .
Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
Dieser Bursche musste ohne Seil die beiden Bergschründe des Windjochs und Gott weiss wieviele Spalten , die einem den Schauder einjagen können , passiert haben .
Verrückt oder ahnungslos ?
Ganz bestimmt ist das Gebirge eins der letzten Gebiete der Erde , wo ständig Wunder geschehen , aber sich darauf zu verlassen , wäre der Beweis einer sehr ungesunden Naivität .
Und ich habe die Bergschründe für lächerliche Risse gehalten !
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Mit ihr verbrannte das Hüttenbuch voll der kostbaren Erinnerungen .
Freunde von einst , wer wird euch jetzt aus der ewigen Nacht erstehen lassen ?
Die hundertunderste der schönsten Touren Die Abdachung der Rieder Seite hatte also zwei zu null gesiegt , uns im Frühjahr und im Sommer zu Boden gezwungen .
Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
Um alle Chancen auf unserer Seite zu haben und Abwechslung in das Vergnügen zu bringen , hatten wir geplant , das Galenjoch von rechts her , vom Pfad zur Bordierhütte aus , in Angriff zu nehmen . So wollten wir den Weg über den Riedgletscher vermeiden , dann den Grat und die steilsten , in dieser Jahreszeit vermutlich vereisten Schneepartien hinaufsteigen .
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
Es folgte eine Reihe angenehmer Überraschungen . Hinter der alten war eine neue Hütte gebaut worden ( ich hatte es vergessen ) , grösser und schöner .
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
bis jetzt hatte ich das nur in den BrentaDolomiten erlebt , wo die höchste Hütte nicht viel über 2500 Metern liegt .
Als Essraum dient ein regelrechtes Panorama-Restaurant , in dem eifriges , liebenswürdiges Personal bedient .
Ich muss hinzufügen , dass die Hütte an jenem Abend mehr als vollbesetzt war , wir wurden sogar zum Schlafen ins alte Gebäude geschickt . Das hatte den Vorteil , dass wir dort weniger gestört wurden .
Ich schaute verstohlen durch den Schalter , durch den Bestellungen aufgegeben und das Essen gereicht wird , und sah , wie er friedlich seine Küchenmannschaft ( man könnte fast von einer Brigade sprechen ) leitete . Als der ( Grosskampf ) vorbei war , ging er vor die Hütte , um Luft zu schöpfen und mit einigen seiner Gäste zu plaudern , wie es irgendein anderer Wirt auch tun würde .
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Den brummenden Bären , der uns einst so schlecht behandelt hatte , gab es nur noch ganz unscharf und blass in der Erinnerung .
Unser vierter Mann stiess mitten in der Nacht zu uns ; er hatte von Saas Fee her nur zwei Stunden gebraucht .
Er verlor keine Spur seiner guten Laune , als sich herausstellte , dass der Rest an Trinkbarem , den ich für seinen Durst beiseite gebracht hatte , in der Kehle eines Skrupellosen verschwunden war .
Obgleich die Nacht für ihn sehr kurz wurde , brachen wir doch mit dem Hauptharst auf , um als erste auf dem Gipfel des Nadelhorns zu sein und uns einen ordentlichen Imbiss zu leisten . ( Die nächsten Stunden verliefen eindeutig weniger angenehm , es sei hier nur ganz allgemein darauf angespielt ! )
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
Wer hat wohl in dem stumpfen Gipfel ■# * des Stecknadelhorns eine Stecknadel gesehen und dem Berg diesen komischen Namen gegeben ?
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Folgen wir der Route nicht genau genug ?
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Zum Glück bewirkt der Abstieg zum Dürrenjoch ein Wiedererwachen des Interesses :
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Vom Pass senkt sich ein steiles verschneites Couloir zum Riedgletscher .
Das Programm wird nicht gestutzt .
Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
Grosse Verblüffung , als wir dort ankommen :
Die Kollegen haben - ungeduldig abzusteigen und dank der ausschliesslichen Lektüre der Cent plus belles courses des Alpes valaisannes schlecht informiert - den zum Galenjoch führenden Grat verpasst und sind einen riesigen Geröllhang , dessen unteres Ende nicht abzusehen ist , hinuntergestiegen .
Alles Rufen nützt nichts :
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
Die Freunde wollen greifbarere Beweise , die Karte liefert sie ihnen reichlich .
Während eines stärkenden Imbisses an einem Bach , wo wir die Feldflaschen wieder auffüllen können , beschliessen wir :
Es geht zum Galenjoch :
Eine Halde mit verfestigtem Geröll sollte , selbst wenn sie steil ist , keine Schwierigkeiten bereiten , und das bestätigt sich schon bei den ersten Schritten .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Erster Akt
Ein strahlender Augustmorgen .
Am Nachmittag werden wir in die Berge fahren .
Aber noch bin ich im Büro eingeschlossen , und so scheinen sich die Morgenstunden endlos in die Länge zu ziehen .
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
Das fahle Grün des Bildschirms beginnt zu verschwimmen , die Buchstaben tanzen vor den Augen - innerlich habe ich den PC bereits abgeschaltet .
Zeit , sich loszulösen .
George holt mich ab .
George ist Hotelier und trägt die ganze Woche piekfeine Anzüge , alles perfekt assortiert .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Doch noch fast lieber trägt George Jeans und steigt auf Berge .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals .
Der schmale Steig führt im unberührten Tal über Moränenhügel auf und ab , schlängelt sich um mächtige Felsblöcke , springt über Bachläufe und versteckt sich abschnittweise fast ganz unter den Blacktenstauden , so dass er stets nur auf wenige Meter einsehbar bleibt und jede Windung neue Überraschungen bereit hält .
Unsere Gedanken konzentrieren sich auf den Weg , was die Zukunftsängste für einige Momente verdrängt .
( Jetzt musst du aber deinen Fotoapparat zük-ken!> reisst mich die Stimme meines Kameraden aus den Gedanken .
In den späten Morgenstunden des folgenden Tages befinden wir uns bereits wieder auf dem Rückmarsch .
Zwischen wirr aufeinandergetürmten Felstrümmern am Gletschertor su chen wir uns den Weg zum Talausgang , wo ein heller Sonnenfleck den Bachlauf silbern schimmern lässt .
Hier aber regnet es noch wie aus Kübeln .
Über Georges Wangen läuft ein helles Rinnsal - ist es Regenwasser oder der Schweiss der Anstrengung ?
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Zyklopenhaftes Chaos am Fuss der Eiszunge , Blöcke , labil auf schmalen Eisgrätchen balancierend , jederzeit absturzbereit .
Die Zähne der Steigeisen knirschen und quietschen bei jedem Schritt auf dem groben Steingrus .
Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan .
Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
hinüber - mit zwei Schuhen voll Wasser .
Manchmal ist der direkteste Weg auch der beste .
In den Schuhen quatscht es .
Jeder Schritt drückt das Nass aus den durchtränkten Socken zwischen den aufgeweichten Zehen nach oben .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Und ist der Mensch im Grunde nicht ein Wesen , das eher ein angenehmes Leben sucht ?
Leise drängt sich dann etwa die Frage auf , ob man sich's am Samstagabend nicht besser im Lehnstuhl bei Bier und Thomas Gottschalk bequem machen sollte , als in einer kalten Berghütte unter einer mief igen Wolldecke nach Schlaf zu suchen .
Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Ich schimpfe vor mich hin , manchmal laut , manchmal leise . Ich verwünsche den unerwartet tiefen Schnee , das schwache Mondlicht , den schweren Rucksack .
Schwäche und das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit lähmen den Körper .
Stehenbleiben und den Rucksack in den Schnee werfen .
Die Augen zusammenkneifen und angestrengt in die Nacht starren :
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Erneut bleibe ich stehen und starre ins Dunkel .
Die vermeintliche Hütte entpuppt sich als Felsblock und der Holzstoss als ein Haufen von Zaunpfosten , die der Hirt im Herbst hier aufgeschichtet hat .
Das Mondlicht verleiht der Landschaft um die Lampertschalp ein ganz eigenes trügerisches , überirdisches Relief .
Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Der Wind singt seine Melodie , während er über diese verfluchten , nicht enden wollenden Schneefelder mit ihren tückischen Löchern und Verwehungen hinwegstreicht .
Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Den Schirm aufziehen , ein leichtes Rauschen und Abheben , keine schweren Güferhorn und Rheinwaldhorn , die beiden beherrschenden Gipfel der Adulagruppe Beine mehr , kein böser Rucksack , keine unsichtbaren Schneefallen , die mich in die Tiefe reissen wollen .
Auf einmal kriecht es feucht und kalt den Rücken hinauf .
Beinahe wäre ickeingeschla-fen ! Weiter , weiter , hämmert es jetzt in meinem Kopf , und die Kälte unter dem nassge-schwitzten Hemd treibt mich voran .
Wieder einen Hang hinauf und um einen Felsblock herum .
Jeder Schritt ist mittlerweile zur Qual geworden .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Die tiefe , hinter uns zurückbleibende Spur ist unser Gemeinschaftsweg , an dem wir alle unsern Anteil haben .
Später finden wir eine apere Rippe , über die wir wie auf einer Treppe höhersteigen können .
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Keiner spürt mehr die müden Beine und das Gewicht des Rucksacks .
Es ist beinahe windstill .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Au petit matin du 9 septembre 1988
Dring ... Dring ...
Qu' ils sont pénibles , ces levers avant l' aube ( il est 4 h 45 du matin ) , surtout lorsque l' on est allongé bien au chaud dans son lit , à la maison , et non pas en refuge ou au bivouac .
La promiscuité ou l' inconfort des « camps de base » , en effet , favorisent généralement un passage relativement rapide à la station debout et , malgré des gestes encore imprécis , une volonté de mouvement excitée par l' imminence de l' action : marche d' ap ou escalade .
De plus , vous n' êtes pas seul à subir les désagréments de la situation !
Alors qu' à la maison , lorsque autour de vous la ville entière dort encore , alanguie par le travail de la journée ... ou la fièvre du samedi soir , cette émulation fait totalement défaut .
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Je m' habille rapidement , avale un bol de céréales arrosé d' un bon jus de citron , plaque sur mon dos encore raidi de sommeil le sac minutieusement préparé la veille , et entrouvre la porte .
Tout va bien , l' habituel smog urbain laisse filtrer quelques pâles étoiles ;
il fera beau aujourd' hui ...
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Une cohorte de travailleurs se déverse de chaque wagon pour envahir les souterrains de la gare .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Une chape de sueur s' étoile entre mes omoplates ...
Nous avons omis de nous fixer un Neu de rendezvous !
Comment faire pour nous retrouver au milieu de cette marée humaine ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Vers la Kingspitz II s' agit en premier lieu de trier le matériel nécessaire à notre ascension , ce qui implique quelques choix importants .
Tout d' abord , malgré le grand plaisir que nous éprouvons à bivouaquer en plein air ( nous le faisons le plus souvent possible ) , nous optons pour la formule du refuge , ce qui nous soulage d' un poids conséquent puisque nous n' avons qu' une nuit à passer en montagne .
Il nous faut ensuite définir notre tactique d' équipement de la voie :
allons-nous laisser les longueurs et les relais entièrement équipés de pitons à expansion , comme on le fait généralement en école d' escalade , ou suivre un raisonnement médian consistant à n' équiper que les relais ( pour les rappels ) et les passages en zone compacte impossibles à protéger à l' aide de coinceurs ?
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Le fait de devoir placer soi-même ses coinceurs , de gérer tant soit peu son itinéraire et de prendre parfois en compte son environnement immédiat favorise , nous semble-t-il , une certaine maturation du grimpeur .
Cette technique dite de « l' équipement minimum » est la méthode généralement utilisée en haute montagne , principalement dans les parois granitiques où les fissures franches permettent un assurage relativement aisé .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
Après avoir suivi cette voie sur quelques longueurs encore pour nous situer dans ce dédale de dalles , nous revenons au haut du socle pour aborder à gauche une veine brune très caractéristique et qui semble offrir un rocher un peu plus travaillé que les dalles noirâtres voisines .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
Et tout de suite la prédiction se réalise ! Cependant , les problèmes d' équilibre et d' adhé que nous rencontrons ne parviennent pas à empêcher nos pensées et nos regards de s' égarer sur les crêtes et sommets alentour ...
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
mais en l' oc heureusement , la rareté du phénomène nous permet de relever la correction et la maîtrise des cordées voisines .
Dans les dalles de la face nordest de la Kingspitz Au moment d' atteindre notre dépôt de matériel , nous jouissons de la seule et courte période de soleil de la journée , avant d' entamer la suite de l' itinéraire en plein centre de la paroi , coupant la voie classique 1938 à notre huitième relais .
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
La seconde partie de l' itinéraire , au-dessus de R8 , exige bientôt plus de précautions quant à la qualité du rocher , d' autant que c' est à nous maintenant de surplomber les cordées engagées dans la voie classique .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
après une dernière longueur commune avec la voie classique 1938 effectuée pour apaiser ma conscience , nous entamons bientôt une longue série de rappels , et regagnons la vallée en un temps record .
Vue sur la Vorderspitze ( à droite ) et le Gross Simelistock ( à gauche ) depuis la face nordest de la Kingspitz Données techniques Face nordest de la Kingspitz :
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Rocher demandant par endroits certaines précautions .
Emporter :
Friends + coinceurs , cordes de 45 m , casque conseillé .
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
^J*S Cordillera Blanca Sommaire 61 Peter Donatsch La Corse : un massif montagneux tombé en mer 69 Andreas et Claudine Mühlebach-Métrailler Courses à ski en Californie 80 Daniel Santschi Au Huascaran , dans la Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Ascensions dans l' Altaï ( Union soviétique ) 96 Johann Jakob Burckhardt Rudolf Wolf :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Daniel Santschi , Soleure 102 Michel Ziegenhagen Nadelhorn : une montagne à surprises 114 Michel Marthaler Les nappes penniques dans les Alpes valaisannes : quelques explications géologiques Prix Abonnement ( pour les non-membres ) :
Indications générales Changements d' adresse au moyen de la formule des PTT 257.04 .
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Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
une montagne à surprises
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Première escarmouche
Le Nadelhorn figurait dans la liste des sommets sur lesquels nous avions jeté notre dévolu , mon collègue et ami André Berney et moi-même , au chapitre des montagnes à gravir en saison de ski , car il nous semblait incongru d' escalader en été une sommité qui pouvait l' être au printemps .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
Il en fallait plus pour décourager André , qui , avec son infatigable esprit d' entre , trouva un compagnon en la personne d' un autre collègue .
Tous deux s' en furent à la cabane Bordier .
Le lendemain , la course fut marquée par un double incident rarissime .
A la montée , le collègue , qui cheminait devant sur le glacier de Ried , s' enfonça brusquement jusqu' à mi-corps dans une crevasse , skis aux pieds , et s' en dépêtra avec l' effroi que l' on imagine .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Pour quelque temps , il ne fut plus question du Nadelhorn qui avait si froidement accueilli ses visiteurs .
En fait , il n' en fut plus du tout question entre nous deux .
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Mais que sont ces mots devant la disparition d' un ami ?
Même pas une manière d' oraison funèbre .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Entre autres particularités , ils fêtent le Jeûne dix jours avant les autres Suisses ( mais n' en respectent pas plus l' austérité pour cela ) , c' est un jeudi , ce qui leur donne l' occasion d' organiser à chaque début de septembre un pont de vacances de quatre jours et de relancer leurs activités de loisir .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Peut-être surpris par cette affluence inhabituelle en telle saison , le gardien ( lui aussi ) se mit en devoir de gagner son perchoir et nous dépassa sans peine , marchant à grande allure .
Nous supputions donc l' octroi des bières nécessaires à étancher notre soif grandissante .
Quelle ne fut pas notre douleur de constater que le précieux liquide nous était refusé , alors qu' il coulait à flots sur les tables voisines , sans explication ni raison apparente !
Au souper , la même scène se reproduisit à propos du vin , et le gardien se montra même de mauvaise foi en prétextant que nous n' avions pas passé la commande assez tôt !
Nous eûmes tout juste droit à l' eau réglementaire .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
Une cordée de deux s' exécuta rapidement et regagna la cabane sans plus attendre .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
Nous voilà donc sous les rochers sommi-taux , descendant à petits pas des plaques de glace vive .
A la montée , ces passages nous avaient paru banals , mais lorsqu' on se retrouve le nez dans le vide , les conséquences d' une chute se font soudain beaucoup plus évidentes .
Inspirent-elles quelques réflexions à notre néophyte ?
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Réponse en manière de plaisanterie et je suis loin d' imaginer qu' elle va être prise au sérieux .
Aussitôt accroupi et incliné vers l' arrière , je donne un grand coup de piolet de la main gauche en retenant la corde de la droite .
Nous aurions dû l' accabler de réprimandes , mais , trop contents de nous en tirer à si bon compte , nous y avons à peine songé .
D' ail , pour ma part , je n' avais eu jusqu' alors qu' à retenir de simples glissades et je n' étais pas fâché de voir mes opinions ainsi confortées .
Retour à la cabane du grizzli .
Que pouvons-nous demander à ce gardien mal embouché pour apaiser notre soif , sinon de l' eau ?
- Il n' y en a pas .
Je n' ouvre la cuisine qu' à dix-huit heures !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
En pareil cas , les Ecritures commandent de passer l' éponge ...
Le lendemain , joyeuse fut la descente sur Saas en compagnie d' un des guides , homme Photo Jean-Louis Barbey Du sommet de l' Ulrichs :
Nadelhorn , Stecknadelhorn , Höhberghorn disert et patron du premier bistrot rencontré , qui nous fit oublier nos déboires en nous servant la bière à satiété .
Par la suite , à l' ouïe de nos mésaventures , on me conseilla d' écrire à la section propriétaire de la cabane ( en fait le Club alpin académique de Zurich ) pour me plaindre .
ma fainéantise fit le reste !
L' ave devait me donner raison .
Le mal des rimayes :
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Aux premiers jours d' octobre , nous montions à la cabane Bordier , admirant au passage un vallon morainique aussi original par sa conformation que par sa végétation .
Il me tardait d' arriver .
La cabane devait être fermée le lendemain soir et son livre d' hiver était déjà mis à la disposition des visiteurs .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Souvenir mélancolique de l' ami décédé , du temps envolé .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Le dimanche matin , après un long détour par le glacier de Ried , nous abordions le versant nordest du Galenjoch .
Comme promoteur de la course , je conduisais la cordée et Jean-Luc avait tacitement admis cet ordre malgré sa toute récente qualité d' aspirant .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Méfiant , j' avance à tâtons dans la pente pas bien raide , sondant la neige du piolet , le fond dur se dérobant progressivement .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Pour un bref instant , je n' y comprends rien :
aucune sensation de chute , comme celle que l' on ressent dans un ascen- seur qui accélère à la descente ou ralentit à la montée , avec l' impression que l' estomac remonte dans la gorge .
Un choc par derrière , un autre par devant , maintenant tout est noir :
plus de doute , je tombe dans la rimaye .
Le deuxième choc m' a fait basculer à gauche et en arrière ( je m' en rendrai compte à l' atterris ) , j' ai donc tout loisir de voir le trou qui m' a livré passage , seul objet lumineux pour l' instant , s' enfuir à toute vitesse , déjà à quatre ou cinq mètres au-dessus de moi .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Cette conclusion aurait dû me glacer de terreur .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
Voir tomber un camarade m' aurait noué les tripes .
Rien de pareil ici :
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Un dernier choc , plus violent que les autres , met un terme à la dégringolade :
une étroite banquette de glace en saillie sur la paroi aval stoppe la chute et , si le deuxième choc ne m' avait pas renvoyé obliquement sous le surplomb , je passais tout droit ...
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Progressivement tendue en fin de chute , la corde a aussi contribué à amortir la réception .
Il me faut quelques secondes pour reprendre mon souffle et accommoder ma vue à l' obscu .
Tout est gris et flou .
Machinalement , je passe une main sur mon nez .
Mes lunettes ?
Accoudé sur la banquette , je dois extraire les lunettes de rechange de la poche du sac .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Où est donc passé mon piolet ?
- Du mou !
Malgré des secousses frénétiques , la corde reste tendue à bloc .
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Au tour des crampons , maintenant , et gare à ne rien lâcher en les laçant .
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Sur ma gauche , une vague rampe oblique et déversée où il me faut tailler marches et prises de main montre la sortie .
à chaque pas , la corde suit , toujours aussi tendue .
Après quelques mètres , elle pénètre dans la neige obliquement vers l' aval , avec une fâcheuse tendance à me plaquer contre la paroi .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
- Hein , dis donc , je l' ai bien tendu , ce nylon !
- Ouais , et même un peu fort ! Mais m' en plaindre serait pure ingratitude car une demi-heure au plus s' est écoulée depuis ma chute .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
- Dis donc , s' il y a autant de neige ici , ça sera pire en haut , on va patauger !
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Pourtant facile , le retour me paraîtra d' ailleurs par moments un peu pénible et , de toute évidence , je ne serais pas allé beaucoup plus loin .
Un dernier coup d' œil :
la corde a tranché un grand coin de neige soufflée et amoncelée sur la lèvre inférieure de la rimaye , doublant ainsi la hauteur de ma chute .
Voyant le sol se fendre sur plusieurs mètres dans sa direction et craignant l' effondrement d' un vaste pont de neige , Jean-Luc s' est interdit de faire un pas de plus , avec l' espoir que j' y mette du mien , vœu exaucé dans le soulagement général .
Mais je me suis parfois demandé ce qu' il aurait fait s' il avait eu à sa corde un client inerte ...
A la cabane , le gardien ne manifesta aucune surprise en apprenant notre mésaventure , que nous n' étions d' ailleurs pas particulièrement fiers de raconter .
La chose lui parut aller de soi et , plus avisé que nous , il avait réussi sa course en menant quelques compagnons au Balfrin .
Dans l' après parut un Allemand seul , porteur d' un lourd sac à claie , en provenance de la cabane des Mischabel .
Ce gaillard avait dû passer sans corde les deux rimayes du Windjoch et Dieu sait combien de crevasses à vous faire froid dans le dos .
Fou ou inconscient ?
Aussurément , la montagne est l' un des derniers endroits de ce monde où le miracle se manifeste en permanence , mais En montant au Nadelhorn ; vue sur la face nord de la Lenzspitze compter là-dessus serait faire preuve d' une très malsaine naïveté .
Et moi qui prenais les ri-mayes pour des fentes ridicules , jugement révisé sans peine !
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Avec elle , brûlait le livre aux précieux souvenirs ...
Amis d' autrefois , qui vous fera désormais ressurgir de la nuit éternelle ?
La cent unième plus belle course Le versant de Ried restait donc vainqueur par deux à zéro , nous ayant fait mordre la poussière au printemps comme en été .
Cette démonstration de masse ne me semblait pas exagérée pour une revanche qui traînait depuis seize ans et le Nadelgrat dut mettre les pouces , nous réservant toutefois quelques facéties de son cru .
Pour mettre toutes les chances de notre côté et varier les plaisirs , nous avions prévu d' attaquer le Galenjoch par la droite , depuis le sentier de la cabane Bordier , évitant ainsi le détour par le glacier de Ried , puis de remonter l' arête et particulièrement les tronçons neigeux les plus raides , vraisemblablement glacés en cette saison .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
Une nouvelle cabane avait été édifiée ( je l' avais oublié ) derrière l' ancienne , plus vaste et plus belle , reléguant la première construction au rang de dortoir additionnel et probablement aussi de local d' hiver .
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
jusqu' ici , je ne l' avais rencontré qu' aux Dolomites de Brenta , où la plus haute cabane ne dépasse guère 2500 mètres .
En guise de réfectoire , un véritable restaurant panoramique desservi par un personnel actif et aimable .
Il me faut encore préciser que ce soir-là , la cabane était plus que remplie puisqu' on nous envoya dormir dans l' ancienne bâtisse avec l' avantage d' y être moins dérangés .
Lorgnant par le guichet où l' on passe les commandes et les plats , je l' aperçus qui dirigeait paisiblement son équipe de cuisine ( je devrais presque dire sa brigade ) et après le coup de feu , il s' en vint prendre l' air devant la cabane et deviser avec quelques-uns de ses hôtes comme l' aurait fait n' importe quel patron de café .
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
L' ours grognon qui nous avait si mal reçu jadis n' était plus qu' un souvenir effacé !
Notre quatrième nous rejoignit au milieu de la nuit , en deux heures seulement depuis Double page suivante :
Il ne perdit pas un atome de sa bonne humeur en constatant qu' un reste de liquide que j' avais mis de côté pour le désaltérer , s' était évaporé dans le gosier de quelque personnage peu scrupuleux .
Malgré la courte nuit qui fut la sienne , nous partîmes avec le gros de la troupe pour arriver bons premiers au sommet du Nadelhorn et nous octroyer un solide casse-croûte ( les horaires suivants étant nettement moins flatteurs , il n' y sera plus fait qu' une allusion ... globale !)
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Les crampons , qui avaient été remis au sac pour le fin sommet du Nadelhorn , y retournent pour un bon moment , le temps de suivre une jolie arête de bonne neige , de traverser le Stecknadelhorn tout rocheux et de remonter au Höhberghorn par une brève arête où la neige ramollie commence à glisser sur son substrat de glace .
Qui a bien pu voir une épingle dans le sommet émoussé du Stecknadelhorn et baptiser celui-ci aussi bizarrement ?
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Ne suivons-nous pas le fil avec assez de rigueur ?
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
La descente sur le Dürrenjoch produit heureusement un regain d' intérêt :
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
après avoir traversé un pointement de l' arête et remettre les crampons pour gagner le col .
le programme ne sera pas écourté .
C' est en traversant le sommet du Chli Dürrenhorn que nous trouvons le meilleur rocher de la journée , sur le fil même , dans quelques jolis passages de varappe , hélas ! bien courts et pas obligatoires .
Deux des comparses en profitent pour prendre de l' avance , éviter le sommet par la gauche et disparaître derrière une crête .
Le temps d' y parvenir nous-mêmes , c' est la consternation :
impatients de descendre et mal renseignés par la lecture exclusive des Cent plus belles courses des Alpes valaisannes , les collègues ont manqué l' arête conduisant au Galenjoch pour dévaler un immense versant d' éboulis dont le bas est invisible . Du sommet du Nadelhorn :
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
Il est question de rallier directement le val de Saint-Nicolas .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
Les amis exigent des preuves plus tangibles : la carte les leur fournit en abondance .
Le temps d' un casse-croûte reconstituant , avec un ruisseau pour rétablir le niveau dans les gourdes , la décision est prise :
ce sera le Galenjoch .
Même raide , une pente d' éboulis stable ne devrait d' ailleurs pas causer de difficulté et cela se confirme dès les premiers pas .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Premier acte
Radieuse matinée d' août .
Cet après-midi nous partons en montagne .
Mais je suis encore enfermé au bureau , et les heures semblent s' éterniser .
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
Le vert pâle de l' écran s' efface peu à peu , les lettres dansent devant mes yeux - en pensée , j' ai déjà déconnecté l' ordinateur .
Temps de gagner le large .
George passe me prendre .
Il est hôtelier et , la semaine durant , porte des costumes de la meilleure coupe , toujours impeccablement assortis .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Mais il préfère encore porter des jeans ou escalader les sommets .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Deux heures plus tard , à une éternité déjà du quotidien , nous laissons derrière nous le miroir azuré du lac de Zervreila et entrons dans l' univers minéral du Läntatal .
Dans la vallée vierge , le petit sentier traverse des collines morainiques , serpente entre de puissants blocs de rochers , bondit par-dessus les torrents et , par endroits , disparaît presque entièrement dans les vernes : la vue se limite à quelques mètres , et chaque détour réserve de nouvelles surprises .
Nos pensées se concentrent sur le chemin , chassant provisoirement l' angoisse du lendemain .
« C' est le moment de sortir ton appareil ! » La voix de mon camarade m' ar à ma rêverie .
Les dernières heures du lendemain matin nous trouvent déjà dans la descente .
Parmi les blocs amoncelés au voisinage du portail glaciaire , nous cherchons une issue vers la vallée où une tache de soleil vient argenter le cours du torrent .
Mais ici , il continue de pleuvoir des seules .
Un filet dévale sur la joue de George -est-ce l' eau du ciel ou la sueur de l' effort ?
Des nuages enveloppent le Rheinwaldhorn et roulent lourdement sur le glacier .
Au pied de la langue , un chaos cyclopéen , des blocs en équilibre instable sur des nervures de glace , prêts à dégringoler .
Les pointes des crampons grincent à chaque pas dans la pierraille .
Aujourd' hui , le Rheinwaldhorn ne semble pas vouloir de nous .
« En montagne , la ligne droite n' est pas toujours la plus courte » , professé-je , plaidant l' abandon de notre descente sur la langue du glacier et un détour par la pente d' éboulis .
Aussitôt dit , aussitôt fait .
Mais le torrent , gonflé par les pluies , ne tarde pas à nous arrêter .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
George tente sa chance à un élargissement où , grâce à des pierres émergées , on devrait pouvoir passer en quelques bonds .
Je préfère longer l' obstacle dans l' espoir de rencontrer plus bas un étranglement .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
hardiment à gué , au prix de deux chaussures pleines d' eau .
Parfois , la ligne droite est tout de même la plus courte .
Un clapotis dans les chaussures .
Chaque pas tire de nos chaussettes un suc où marinent nos orteils ramollis .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
Fondamentalement , l' homme n' est pas un être à la recherche d' une vie facile ?
Le moment de chercher le sommeil , dans une cabane froide et sous une couverture poussiéreuse , donne l' occasion de se demander , par exemple s' il n' aurait pas mieux valu passer la soirée du samedi bien douillettement dans son fauteuil , devant une bière et une émission de variétés .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
Je jure , parfois tout haut , parfois doucement , maudissant la neige profonde que je n' avais pas prévue , le clair de lune insuffisant , le poids du sac .
» La faiblesse et un sentiment d' impuissance me paralysent .
M' arrêter , jeter le sac dans la neige .
Cligner des yeux , tenter de percer la nuit :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Une fois encore , je fais halte , inspecte les ténèbres .
La cabane que j' apercevais se réduit à un rocher , la pile de bûches , à un tas de piquets de clôture que le berger a rassemblés là en automne .
Le clair de lune métamorphose la Lampertschalp en un paysage extraterrestre , un mirage .
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Le vent siffle sa chanson en balayant ces champs de neige traîtres et interminables .
Je pense au parapente dans mon sac .
Le déplier , décoller dans un chuintement , laisser là la fatigue , l' odieux sac , les pièges de la neige prêts à m' engloutir .
Une onde glacée et humide me remonte brusquement le dos .
Encore , encore , le mot cogne dans ma tête , le Güferhorn et Rheinwaldhorn , les deux sommets principaux du groupe de l' Adula froid de la chemise trempée de sueur m' aiguillonne .
Encore une pente , contourner un rocher .
Chaque pas est une souffrance .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
La piste profonde que nous laissons est une œuvre solidaire , à laquelle chacun a participé .
Plus loin , nous trouvons une nervure dégagée que nous gravissons comme un escalier .
L' arête terminale est en neige glacée .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
Personne ne sent plus la fatigue , ni le poids du sac .
Le vent est presque tombé .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .

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@@ -0,0 +1,644 @@
jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
9. September 1988 , bei Tagesanbruch
Dring ... dring ...
Wie mühsam ist das Aufstehen noch vor dem Morgengrauen ( es ist 4.45 Uhr morgens ) , vor allem , wenn man im warmen Bett zu Hause liegt und nicht in einer Hütte oder einem Biwak !
Die Enge und Unbequemlichkeit eines solchen <Basislagers> fördert naturgemäss einen ziemlich schnellen Wechsel in die Senkrechte . Und das gleiche gilt für den durch das bevorstehende Unternehmen ( Anmarschweg oder Klettertour ) ausgelösten Wunsch nach Bewegung .
Ausserdem braucht man die Unannehmlichkeiten nicht allein zu ertragen !
Dagegen fehlt zu Hause , wenn die ganze Stadt noch schläft , erschöpft von der Arbeit des Tages oder einem stürmischen Samstagabend , ein solcher Anreiz vollkommen .
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Schnell ziehe ich mich an , esse eine Schale Getreideflocken mit gutem Zitronensaft , nehme den am Vorabend sorgfältig gepackten Sack auf meinen noch vom Schlaf steifen Rücken und öffne die Tür :
Alles scheint in Ordnung , einige blasse Sterne schimmern durch den üblichen Smog der Stadt ;
es wird heute schön werden .
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
Ein Heer von Arbeitern ergiesst sich aus den Wagen und verschwindet in der Tiefe des Bahnhofs .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Mir bricht der Schweiss aus :
Wir haben versäumt , einen Treffpunkt auszumachen !
Was tun , damit wir uns in dieser Menschenflut finden ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Zum Kingspitz Zuerst müssen wir das für unsere Besteigung notwendige Material auswählen , wobei einige wichtige Entscheidungen nötig werden .
Obgleich uns das Biwakieren im Freien viel Freude macht ( wir tun es so oft wie möglich ) , entschliessen wir uns gleich zu Beginn , in der Hütte zu übernachten . Das erspart uns Gewicht , weil wir nur eine Nacht in den Bergen zubringen werden .
Anschliessend müssen wir uns entscheiden , welche Taktik wir für die Ausrüstung der Route wählen wollen :
Sollen wir die Seillängen und Standplätze vollkommen mit Bohrhaken ausgerüstet lassen , wie man es im allgemeinen im Klettergarten macht ? Oder sollen wir einen Mittelweg einschlagen , der darin besteht , nur die Standplätze ( zum Abseilen ) und jene kompakten Partien auszurüsten , bei denen eine Sicherung mit Klemmkeilen nicht möglich ist ?
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Die Tatsache , die Klemmkeile selbst anbringen zu müssen , seine Route sowenig wie möglich auszurüsten und manchmal Rücksicht auf die direkte Umgebung zu nehmen , begünstigt , wie uns scheint , einen Reifeprozess beim Kletterer .
Diese sogenannte Technik der ( Minimalabsicherung ) ist die im allgemeinen im Hochgebirge angewandte Methode , vor allem in Granitwänden , in denen die freiliegenden Risse eine verhältnismässig einfache Sicherung ermöglichen .
Sie wird dagegen in Kalkwänden selten benutzt , weil sich einerseits diese Gesteinsart weniger gut eignet und andererseits der Einfluss der Klettergärten , wo die ganze Ausrüstung an Ort und Stelle vorhanden ist , sich dort entscheidend bemerkbar macht .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir dieser Route noch einige Seillängen gefolgt sind , um uns in dem Plattenlabyrinth zu orientieren , kehren wir auf die Höhe des Sockels zurück , um uns links einer markanten braunen Ader zuzuwenden , deren Fels etwas stärker strukturiert wirkt als die benachbarten schwärzlichen Platten .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Doch die auftretenden Gleichgewichtsund Adhäsionsprobleme können uns nicht daran hindern , Gedanken und Blicke über die Grate und Gipfel rings um uns schweifen zu lassen . So bewundern wir mit Vergnügen zwei Seilschaften , die den Westpfeiler der Vorderspitze ersteigen .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
zweiter Akt Während wir am Vorabend allein in der Wand waren , gibt es heute mehr als zehn Seilschaften , Anwärter auf die klassische Route . Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen .
aber die zum Glück bemerkenswerte Seltenheit herunterregnenden Gerölls verdient es , die Korrektheit und Meisterschaft der uns benachbarten Seilschaften zu betonen .
Im Plattenpanzer der Kingspitz-Nordostwand Im Augenblick , als wir unser Materialdepot erreichen , kommen wir in den Genuss der einzigen , allerdings nur kurzen sonnigen Phase des Tages . Wir nehmen die Fortsetzung unserer Route in Angriff , an unserem achten Stand kreuzen wir die klassische Route von 1938 .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Der zweite Teil unserer Route , oberhalb von Stand 8 , erfordert bald grössere Vorsicht wegen der Qualität des Gesteins , dies um so mehr , als wir jetzt oberhalb der in der klassischen Route kletternden Seilschaften sind .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Darum beginnen wir nach einer letzten , mit der klassischen Route von 1938 zusammenfallenden Seillänge - zur Beruhigung meines Gewissens - , uns abzuseilen . Wir erreichen das Tal in Rekordzeit .
.... ..„pitz- Nordostwand auf Vorderspitze ( rechts ) und Gross Simelistock ( links ) Technische Angaben Vgl. MB 3/89 , S. 116 Nordostwand des Kingspitz :
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Stellenweise erfordert der Fels einige Vorsicht .
Material :
Friends und Klemmkeile / 45-m-Seile / Heim ratsam Zugang :
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Inhalt 61 Peter Donatsch Korsika - ein Gebirge fällt ins Meer 69 Andreas und Claudine Mühle-bach-Métrailler Skitouren in Kalifornien 80 Daniel Santschi Am Huascaran in der Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Bergtouren im Altai , Sowjetunion 96 Johann Jakob Burckhardt Eine Alpenreise von Rudolf Wolf im Jahre 1835 Herausgeber Redaktion Schweizer AlpenClub , Zentralkomitee ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Daniel Santschi , Solothurn 102 Michel Ziegenhagen Ein Berg der Überraschungen 114 Michel Marthaler Die penninischen Decken in den Walliser Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ) :
Allgemeine Angaben Adressänderungen : auf PTT-Formular 257.04 .
Inhalt :
Diese muss nicht unbedingt mit derjenigen des SAC übereinstimmen .
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Die Redaktion entscheidet über die Annahme , die Ablehnung , den Zeitpunkt und die Art und Weise der Veröffentlichung .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
lin Berg der Überraschungen
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Erster Angriff
Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Es hätte aber mehr gebraucht , um André zu entmutigen , der mit seiner unermüdlichen Unternehmungslust in einem andern Kollegen einen Gefährten fand .
Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
Am nächsten Tag ereignete sich während der Tour ein äusserst seltener doppelter Zwischenfall .
Beim Aufstieg versank der Kollege , der auf dem Riedgletscher voranging , plötzlich , mit den Ski an den Fussen , zur Hälfte in einer Spalte . Es gelang ihm , sich zu befreien .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag . Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Vielleicht durch den zu dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Besucherstrom überrascht , machte sich auch der Hüttenwart auf , marschierte in gutem Tempo und überholte uns mühelos .
Wir rechneten darum damit , das notwendige Bier für unsern wachsenden Durst zu erhalten .
Wie gross war unser Kummer , als wir feststellen mussten , dass uns das kostbare Nass , das an den andern Tischen in Strömen floss , ohne Erklärung oder sichtbaren Grund verweigert wurde .
Beim Nachtessen spielte sich dasselbe mit dem Wein ab , der Hüttenwart behauptete sogar zu Unrecht , wir hätten unsere Bestellung nicht früh genug aufgegeben !
Wir erhielten nur gerade das uns reglementarisch zustehende Wasser .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Wir sind also unter den Gipfelfelsen , steigen mit kleinen Schritten über Blankeisplatten ab .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Eine eher scherzhafte Antwort ; ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte .
Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
Wir hätten ihn mit Vorwürfen überhäufen sollen , waren aber viel zu froh , dass alles so gut abgelaufen war , und haben darum kaum daran gedacht .
Übrigens hatte ich bis dahin nur einfache Abrutscher zu halten gehabt und war gar nicht böse , meine Ansichten auf diese Weise bestätigt zu sehen .
Zurück in der ( Höhle des Bären> .
Was können wir von diesem übellaunigen Hüttenwart zur Stillung unseres Durstes anderes erbitten als Wasser ?
<Das gibt es nicht .
Ich öffne die Küche erst um 18.00 Uhrb Wir hätten jedoch gern geholfen .
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
In einem solchen Fall fordert die Heilige Schrift , dass man verzeiht .
Am nächsten Morgen dann eine fröhliche Abfahrt nach Saas in Gesellschaft eines Bergführers , eines gesprächigen Manns und Patrons der ersten Wirtschaft , auf die wir treffen .
Er lässt uns unser Elend vergessen , indem er uns soviel Bier serviert , wie wir wollen .
Danach rät man mir , wegen unseres Missgeschicks der hüttenbesitzenden Sektion ( dem Akademischen Alpenclub von Zürich ) zu schreiben und mich zu beklagen .
meine Faulheit besorgte den Rest .
Die Zukunft sollte mir Recht geben .
Die Drohung der Bergschründe :
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
Mir lag daran anzukommen .
Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Am Sonntagmorgen nahmen wir nach einem langen Umweg über den Riedgletscher den Nordosthang des Galenjochs in Angriff .
Als derjenige , der die Tour vorgeschlagen hatte , führte ich die Seilschaft , und Jean-Luc hatte , obgleich er seit ganz kurzer Zeit Berg führerAspirant war , diese Ordnung stillschweigend akzeptiert .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Misstrauisch tappe ich auf dem steilen Hang voran , prüfe die Schneehöhe dabei mit dem Pickel ; der harte Grund verschwindet immer mehr .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Einen kurzen Augenblick lang verstehe ich nichts ;
kein Gefühl zu stürzen , so wie man es in einem Lift spürt , der bei der Fahrt nach unten beschleunigt oder bei der Aufwärtsfahrt verlangsamt , wobei man meint , der Magen steige einem bis in den Hals .
Ein Stoss von hinten , dann einer von vorn , und jetzt ist alles schwarz :
Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Diese Folgerung hätte mich vor Entsetzen zu Eis erstarren lassen sollen .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Einen Kameraden versinken zu sehen , hätte mir mein ganzes Innere zusammengezogen .
Aber nichts dergleichen :
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ; wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
Alles ist grau und unscharf .
Mechanisch fahre ich mit einer Hand über meine Nase .
Meine Brille ?
Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
Hinaus , und schnell !
Wo ist mein Pickel geblieben ?
<Seil geben ! )
Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Zu meiner Linken zeigt eine unbestimmte , schräge und gekrümmte Rampe , in die ich Stufen und Griffe schlagen muss , die Ausstiegsmöglichkeit an .
Jedem Schritt folgt das Seil , stets straff gespannt .
Nach einigen Metern dringt es , schräg zur Talseite hin , in den Schnee ein und hat eine lästige Neigung , mich gegen die Wand zu drängen .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
<Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
Seilschaften in der Nordwand der Lenzspitze ( im Aufstieg zum Nadelhorn ) Ein letzter Blick :
Das Seil hat von dem an der unteren Lippe des Bergschrunds zusammengewehten und aufgehäuften Schnee eine grosse Ecke abgeschnitten , so dass ich doppelt so tief stürzte .
Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun . Ein Wunsch , der zur allgemeinen Erleichterung erhört wurde .
Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet .
Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
Dieser Bursche musste ohne Seil die beiden Bergschründe des Windjochs und Gott weiss wieviele Spalten , die einem den Schauder einjagen können , passiert haben .
Verrückt oder ahnungslos ?
Ganz bestimmt ist das Gebirge eins der letzten Gebiete der Erde , wo ständig Wunder geschehen , aber sich darauf zu verlassen , wäre der Beweis einer sehr ungesunden Naivität .
Und ich habe die Bergschründe für lächerliche Risse gehalten !
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Mit ihr verbrannte das Hüttenbuch voll der kostbaren Erinnerungen .
Freunde von einst , wer wird euch jetzt aus der ewigen Nacht erstehen lassen ?
Die hundertunderste der schönsten Touren Die Abdachung der Rieder Seite hatte also zwei zu null gesiegt , uns im Frühjahr und im Sommer zu Boden gezwungen .
Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
Um alle Chancen auf unserer Seite zu haben und Abwechslung in das Vergnügen zu bringen , hatten wir geplant , das Galenjoch von rechts her , vom Pfad zur Bordierhütte aus , in Angriff zu nehmen . So wollten wir den Weg über den Riedgletscher vermeiden , dann den Grat und die steilsten , in dieser Jahreszeit vermutlich vereisten Schneepartien hinaufsteigen .
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
Es folgte eine Reihe angenehmer Überraschungen . Hinter der alten war eine neue Hütte gebaut worden ( ich hatte es vergessen ) , grösser und schöner .
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
bis jetzt hatte ich das nur in den BrentaDolomiten erlebt , wo die höchste Hütte nicht viel über 2500 Metern liegt .
Als Essraum dient ein regelrechtes Panorama-Restaurant , in dem eifriges , liebenswürdiges Personal bedient .
Ich muss hinzufügen , dass die Hütte an jenem Abend mehr als vollbesetzt war , wir wurden sogar zum Schlafen ins alte Gebäude geschickt . Das hatte den Vorteil , dass wir dort weniger gestört wurden .
Ich schaute verstohlen durch den Schalter , durch den Bestellungen aufgegeben und das Essen gereicht wird , und sah , wie er friedlich seine Küchenmannschaft ( man könnte fast von einer Brigade sprechen ) leitete . Als der ( Grosskampf ) vorbei war , ging er vor die Hütte , um Luft zu schöpfen und mit einigen seiner Gäste zu plaudern , wie es irgendein anderer Wirt auch tun würde .
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Den brummenden Bären , der uns einst so schlecht behandelt hatte , gab es nur noch ganz unscharf und blass in der Erinnerung .
Unser vierter Mann stiess mitten in der Nacht zu uns ; er hatte von Saas Fee her nur zwei Stunden gebraucht .
Er verlor keine Spur seiner guten Laune , als sich herausstellte , dass der Rest an Trinkbarem , den ich für seinen Durst beiseite gebracht hatte , in der Kehle eines Skrupellosen verschwunden war .
Obgleich die Nacht für ihn sehr kurz wurde , brachen wir doch mit dem Hauptharst auf , um als erste auf dem Gipfel des Nadelhorns zu sein und uns einen ordentlichen Imbiss zu leisten . ( Die nächsten Stunden verliefen eindeutig weniger angenehm , es sei hier nur ganz allgemein darauf angespielt ! )
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
Wer hat wohl in dem stumpfen Gipfel ■# * des Stecknadelhorns eine Stecknadel gesehen und dem Berg diesen komischen Namen gegeben ?
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Folgen wir der Route nicht genau genug ?
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Zum Glück bewirkt der Abstieg zum Dürrenjoch ein Wiedererwachen des Interesses :
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Vom Pass senkt sich ein steiles verschneites Couloir zum Riedgletscher .
Das Programm wird nicht gestutzt .
Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
Grosse Verblüffung , als wir dort ankommen :
Die Kollegen haben - ungeduldig abzusteigen und dank der ausschliesslichen Lektüre der Cent plus belles courses des Alpes valaisannes schlecht informiert - den zum Galenjoch führenden Grat verpasst und sind einen riesigen Geröllhang , dessen unteres Ende nicht abzusehen ist , hinuntergestiegen .
Alles Rufen nützt nichts :
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
Die Freunde wollen greifbarere Beweise , die Karte liefert sie ihnen reichlich .
Während eines stärkenden Imbisses an einem Bach , wo wir die Feldflaschen wieder auffüllen können , beschliessen wir :
Es geht zum Galenjoch :
Eine Halde mit verfestigtem Geröll sollte , selbst wenn sie steil ist , keine Schwierigkeiten bereiten , und das bestätigt sich schon bei den ersten Schritten .
Die Routen bewegten sich zunächst im Bereich des sechsten , dann des siebten und schliesslich des achten Grades .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Und so konzentrierte sich das Interesse auf Gebiete , die noch weniger erschlossen waren .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
In der Zwischenzeit hatte man auch gelernt , die verschiedenen Aspekte mit mehr Objektivität und der nötigen Toleranz zu betrachten , sind doch die Unterschiede zwischen von unten und von oben eingerichteten Klettereien nun jedem klar und Vor und Nachteile bekannt geworden .
Beides ist möglich , beides hat seine Berechtigung und nicht zuletzt auch seinen besonderen Reiz .
Es gibt anspruchsvolle Anstiege wie zum Beispiel die von unten eröffnete Route Kumulus von Martin Stettier , die eine gesunde Moral und hohes Können erfordern und damit auch über einen ganz eigenen Erlebniswert verfügen .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Dies , nachdem die Route neu eingerichtet und die Linienführung im obersten Teil noch bestimmt werden musste .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Jene Augenblicke , in denen alle Voraussetzungen gegeben sind , damit eine Route im 10. Schwierigkeitsgrad in sehr kurzer Zeit gelingt , lassen sich kaum im voraus bestimmen oder planen .
Zumindest mir scheint diese Fähigkeit nicht gegeben zu sein - selbst wenn ich mich vorher lange und intensiv mit mir und meinem Ziel auseinandergesetzt habe .
Vielleicht kann man aber eine solche Herausforderung auch nur bestehen , wenn ihr eine besondere Situation vorausgegangen ist . Eine Situation , die , von jedem Erfolgsdruck befreit , hemmende Blockierungen löst und so erst die notwendige Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe ermöglicht .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Die persönliche Situation , die ( Atmosphäre ) , der Tag , die Person des Sichernden all das und vielleicht noch mehr müssen ideal zusammenpassen , um ein durchgehend positives Umfeld zu schaffen .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Der Ort , wo die ( Fusion ) stattfinden soll , ist gleichzeitig auch die Schlüsselstelle der gesamten Tour .
Nach einer steilen , mit messerscharfen kleinen Griffen bestückten Passage und einem eindrücklich ausladenden Dach folgt die Stelle , an der sich alles entscheidet .
Das Vor und Nachher ist verhältnismässig leicht in den Griff zu bekommen , nicht aber die Loslösung von der ursprünglichen Linie , die gerade aufwärts weiterführen würde .
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
Und damit scheint auch der Traum von der Fusion für dieses Jahr ausgeträumt zu sein .
Heinz weilt in Südfrankreich , er hat dort Ziele , die ihm eher machbar erscheinen .
Und Gabriele will nach Italien .
Sie mag den Nebel hier nicht und befürchtet , um diese Jahreszeit an den voralpinen Felsen ohnehin nur zu frieren .
Geklettert wird nach wie vor zu zweit , und meist haben beide Partner ihre Routenziele und Vorstellungen , die auf einen zufriedenstellenden Nenner gebracht werden müssen .
Deshalb scheint es mir manchmal recht schwierig , die eigenen Interessen vor mir selbst und dem Partner einzugestehen und gegebenenfalls sogar durchzusetzen , befürchte ich dabei doch , im Falle eines Misserfolges seine Hilfe zu Unrecht beansprucht zu haben .
Andererseits sollten wir trotz derartiger Bedenken vielleicht vermehrt daran glauben , dass solche Unterstützung gerne geleistet wird und von Herzen kommt , wenn der Partner spürt , dass der richtige Moment da ist , um dem andern zu helfen , sein Ziel zu erreichen .
Die Luft ist frisch , und am Fusse der Felsen kann man sich noch in die warme Sonne legen .
Die Berge sind schon weit hinunter eingeschneit , und bis auf einen einzelnen Kletterer , der am Einrichten einer neuen Route ist , sind wir hier oben allein .
Dieser erste Vorstiegsversuch gelingt gar nicht schlecht . Beim Einhängen der blauen fixen Schlinge bin ich aber instabil und brauche deshalb viel Kraft .
Zudem liegt die Hand unter dem Seil .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ein zweiter Anlauf erfolgt nur wenig später , solange der richtige Teil der Bewegungsabläufe noch im Gefühl ist .
Gabriele hat mich für das schwierige Einhängemanöver beruhigt und mir Mut gemacht .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Nur um wenige Millimeter verfehle ich den Griff .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Immer wieder fasziniert mich diese Linie durch die steil aufschiessende Platte mit ihren nur winzigen Einkerbungen .
Ich fühle mich gut .
Ausgewogen und ruhig .
Vielleicht deshalb , weil es mir in diesem Moment hier oben , inmitten einer wunderschönen Landschaft , an nichts fehlt .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Selber fällt mir der kleine Fehler aber kaum auf .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
Ein kurzes Nachfassen und ich habe ihn richtig in der Hand .
Die Traverse hat begonnen und muss jetzt noch konzentriert zu Ende geführt werden - bis an das vordere Dachende .
Einhängen des letzten Hakens und ein entschlossener weiter Zug an den Ausstiegsgriff .
Die letzten Sonnenstrahlen und die freundliche Sicherungshilfe von Ernst Müller - er ist alleine hier oben unterwegs - erlauben uns sogar noch , den Quergang ein zweites Mal zu klettern , dabei einige Bilder zu machen und den schönen Moment noch etwas auszukosten .
In bester Laune packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von diesem einzigartigen Ort .
Die Sonne ist hinter dem Lohner verschwunden , und es wird schnell kalt .
Die Bewegung auf dem Abstieg wärmt uns aber bald wieder auf .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Der Eindruck , den diese wild-bedrohliche Gebirgswelt auf den Menschen macht , ist wahrhaft erschütternd , und Caspar Hausers eingangs zitierte Schilderung ( vgl. S. 31 ) hätte hier noch vermehrt Gültigkeit .
Manch einer , der mit den Bergen nicht so vertraut ist , würde sich an dieser Stelle wohl keinen Schritt mehr weiter wagen .
Wir betreten eine andere Welt , fern der unsrigen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Vom zweiten Absatz , dem Luegboden , queren wir über Schrofen und Geröll steil in die Limmeren-flanke hinein , um bald einmal auf dem kräuterbewachsenen Band vor dem Biwakplatz zu stehen . <Balm> statt Höhle wäre allerdings die treffendere Bezeichnung für die beiden Einbuchtungen am Fusse der sich senkrecht auftürmenden Felswand .
Im Biwak Noch liegt goldenes Licht auf den Muttsee-gipfeln ;
Rasch fällt die Dämmerung ein und hüllt die Limmerenschlucht in dunkle Schatten .
Wir suchen ein günstiges Plätzchen in der Balm , rollen unsere Biwakmatte und den Schlafsack aus .
Dann setzen wir die Kocher in Betrieb , um unser Abendessen zuzubereiten .
Unter fröhlichem ( Tischgespräch ) vergeht die Essenszeit .
Meinen Kameraden erzähle ich , wie wir hier vor drei Jahren unsere Becher unter dem Überhang hervor in den prasselnden und mit Steinschlag durchsetzten Gewitterregen halten mussten , weil wir vergessen hatten , vom Limmerenbach Wasser mitzunehmen !
Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit beginnt sich oben hinter den Muttsee-wänden eine Helligkeit am dunkelblauen Nachthimmel auszudehnen , und um 20.30 Uhr steigt der Vollmond über dem Kamm des Kistenpasses auf .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Hier in der Falte des riesigen Berges fühlen wir uns ebenso geborgen wie zu Hause .
Um fünf Uhr piepst eine Uhr unerbittlich Tagwache .
Als erfahrene Biwakfüchse beherrschen wir allerdings die Technik , im Schlafsack liegend heisses Wasser zuzubereiten und so das Morgenessen - einen Becher Bircher-müesli und Kaffee-einzunehmen .
Im schmalen Ausschnitt , der zwischen Höhlendach und dem Muttseehorizont sichtbar ist , verblassen schnell die Sterne .
Um sechs Uhr verlassen wir im ersten Dämmerlicht unser romantisches Nachtlager .
Am Nordgrat Wirtraversieren zum Luegboden und steigen über die abschüssigen Gras und Schro-fenflanken dem ersten grossen Aufschwung des Nordgrates entgegen .
Auf den Bändern der Sandalpflanke entdecken wir einige Gemsen bei der Morgenäsung .
Hier oben hätten sie auch während der Jagdzeit wohl kaum etwas zu befürchten .
In einer gestuften Rinne geht es in leichter Kletterei hinauf zu einer schmalen Scharte im Nordgrat , wo uns die ersten Strahlen des aufsteigenden Tagesgestirns treffen - hundertfach erlebt und doch immer ein wundervoller Augenblick .
Wir seilen uns an und klettern direkt über die Gratkante weiter .
Auf den Leisten und Bändern liegt wohl viel Schutt , aber die steilen Vollmondnacht im Biwak Luegboden Aufschwünge bestehen aus recht gutem Jura-Malmkalk .
Eine Zone aus stark verwittertem , braunem Gestein erheischt anschliessend wieder vorsichtiges Klettern .
Wir gewinnen rasch an Höhe und stehen bald unter dem markanten gelbbraunen Gratturm , dem die früheren Begeher des Grates den phantasievollen Namen ( Goldenes Horn> gegeben haben .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Nach dem breiten Schuttband hinter dem ( Goldenen Horn> zieht sich senkrecht und überhängend ein Felsband um den ganzen Bergstock . Die günstigste Route führt Auf dem Höhenrücken des Mittler Selbsanft ( Plattas Alvas ) ;
im Hintergrund der Bifertenstock zu einer Ecke empor , von der aus über einen Quergang unter einem Dach eine verwitterte Flanke zu gewinnen ist .
Heute folgen wir der Route , um oben am Fusse eines wilden Grataufschwungs wieder die Kante zu erreichen .
Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Ein Anstieg über brüchiges Gelände führt uns zum obersten , dunklen Turm , der aus rau hem Nummuliten-Sandstein besteht .
Voll Freude klettern wir die halbe Seillänge über die Kante hinauf zur Spitze des Hauserhorns .
Gipfelrast Es ist erst zehn Uhr an diesem herrlichen Spätsommertag , und wir können uns eine ausgedehnte Gipfelrast leisten .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Wir blättern ein wenig darin und tragen unsere Besteigung ein , dankbar dafür , dass wir die Reihe begeisterter Alpinisten seit 1863 fortsetzen können .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Unübersehbar breitet sich die ganze Alpenwelt Graubündens im Osten und Süden aus , wird nur über dem Lim-merenfirn vom langgezogenen Eisrücken des Bifertenstocks verdeckt .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Die Scherben und Platten des schneefreien Gipfelkammes klirren leise unter unsern Sohlen .
Zuweilen bilden sie merkwürdige Muster , deren Struktur erst aus höherer Warte erkennbar wäre .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
Im Och-senstäfeli wird uns schliesslich der schwarze , nasskalte Kraftwerktunnel aufnehmen , der uns durch den Berg zur Seilbahn bringt .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
Die mit Seil , Pickel , Berg und Biwakausrüstung beladenen Rucksäcke werden dabei schwer am Rücken hängen , mit strapazierten Knien und Fussen , verschwitzt und durstig werden wir im Tal ankommen .
Vivant amici montium !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Dies erinnert mich an mein den damaligen Teilnehmern gegebenes Versprechen , die persönlichen Eindrücke niederzuschreiben , ebenso aber auch an die Gründe , warum es dann doch nicht dazu gekommen ist .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Unten in der Talebene , wo sich noch eine dünne , aber harte Schneeschicht hat halten können , gleitet ein Langläufer den schneefreien Rändern des einstigen Bachverlaufs des Beverin ausweichend , leicht auf und absteigend dahin .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Bei einzelnen Vorkommnissen haben sich die Konturen zum Teil verwischt , sie wirken verschwommen und leben erst dann wieder auf , wenn zu gegebener Zeit , in Anwesenheit der damaligen Teilnehmer , die Eindrücke rekonstruiert werden können .
Davon ausgenommen sind natürlich jene Erleb- Nächste Doppelseite :
Im Aufstieg über den Ostgrat von der Fuorcla Buin zum Piz Buin Grond nisse , denen eine starke subjektive Komponente anhaftet .
Jede Tour setzt sich aus einer Aneinanderreihung von vielen einzelnen Details zusammen , die erst in ihrem gegenseitigen Verhältnis wieder einen Gesamteindruck vermitteln .
Eigentlich nichts Aussergewöhnliches , etwas , das sich im täglichen Leben im Gemsen , eine auf Skitouren stets wieder anzutreffende Wildart mer wieder abspielt .
Eine Tour kann aus grandiosen Eindrücken bestehen , aber es kann auch sein , dass Einzelheiten eine derart grosse Bedeutung erhalten , dass sie alles andere überstrahlen ;
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Die dabei gewonnene Distanz bietet mir die Möglichkeit , das , was mich beschäftigt , von einer anderen Seite anzupacken oder nach neuen Wegen zu suchen .
Es kam schon vor , dass es mich in meiner periodisch auftretenden Isoliertheit grosse innere Überwindung kostete , an einer Sektionstour teilzunehmen , von der ich dann aber frohen Mutes und in meiner inneren Welt bestärkt zurückkehrte .
Dabei Messen sich öfters gute Lebensgefühle , die in schwierigen Zeiten um so seltener werden , wieder erwecken .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Dies ist sein Alltag , in dem es gilt , sich durchzuschlagen .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
Lässt man sich dann genügend Zeit , mag es sogar gelingen , nicht nur äusseren Geheimnissen auf die Spur zu kommen , sondern auch einen Weg zu seinem inneren Wesen zu finden .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Erster Akt
Ein strahlender Augustmorgen .
Am Nachmittag werden wir in die Berge fahren .
Aber noch bin ich im Büro eingeschlossen , und so scheinen sich die Morgenstunden endlos in die Länge zu ziehen .
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
Das fahle Grün des Bildschirms beginnt zu verschwimmen , die Buchstaben tanzen vor den Augen - innerlich habe ich den PC bereits abgeschaltet .
Zeit , sich loszulösen .
George holt mich ab .
George ist Hotelier und trägt die ganze Woche piekfeine Anzüge , alles perfekt assortiert .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Doch noch fast lieber trägt George Jeans und steigt auf Berge .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals .
Der schmale Steig führt im unberührten Tal über Moränenhügel auf und ab , schlängelt sich um mächtige Felsblöcke , springt über Bachläufe und versteckt sich abschnittweise fast ganz unter den Blacktenstauden , so dass er stets nur auf wenige Meter einsehbar bleibt und jede Windung neue Überraschungen bereit hält .
Unsere Gedanken konzentrieren sich auf den Weg , was die Zukunftsängste für einige Momente verdrängt .
( Jetzt musst du aber deinen Fotoapparat zük-ken!> reisst mich die Stimme meines Kameraden aus den Gedanken .
In den späten Morgenstunden des folgenden Tages befinden wir uns bereits wieder auf dem Rückmarsch .
Zwischen wirr aufeinandergetürmten Felstrümmern am Gletschertor su chen wir uns den Weg zum Talausgang , wo ein heller Sonnenfleck den Bachlauf silbern schimmern lässt .
Hier aber regnet es noch wie aus Kübeln .
Über Georges Wangen läuft ein helles Rinnsal - ist es Regenwasser oder der Schweiss der Anstrengung ?
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Zyklopenhaftes Chaos am Fuss der Eiszunge , Blöcke , labil auf schmalen Eisgrätchen balancierend , jederzeit absturzbereit .
Die Zähne der Steigeisen knirschen und quietschen bei jedem Schritt auf dem groben Steingrus .
Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan .
Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
hinüber - mit zwei Schuhen voll Wasser .
Manchmal ist der direkteste Weg auch der beste .
In den Schuhen quatscht es .
Jeder Schritt drückt das Nass aus den durchtränkten Socken zwischen den aufgeweichten Zehen nach oben .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Und ist der Mensch im Grunde nicht ein Wesen , das eher ein angenehmes Leben sucht ?
Leise drängt sich dann etwa die Frage auf , ob man sich's am Samstagabend nicht besser im Lehnstuhl bei Bier und Thomas Gottschalk bequem machen sollte , als in einer kalten Berghütte unter einer mief igen Wolldecke nach Schlaf zu suchen .
Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Ich schimpfe vor mich hin , manchmal laut , manchmal leise . Ich verwünsche den unerwartet tiefen Schnee , das schwache Mondlicht , den schweren Rucksack .
Schwäche und das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit lähmen den Körper .
Stehenbleiben und den Rucksack in den Schnee werfen .
Die Augen zusammenkneifen und angestrengt in die Nacht starren :
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Erneut bleibe ich stehen und starre ins Dunkel .
Die vermeintliche Hütte entpuppt sich als Felsblock und der Holzstoss als ein Haufen von Zaunpfosten , die der Hirt im Herbst hier aufgeschichtet hat .
Das Mondlicht verleiht der Landschaft um die Lampertschalp ein ganz eigenes trügerisches , überirdisches Relief .
Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Der Wind singt seine Melodie , während er über diese verfluchten , nicht enden wollenden Schneefelder mit ihren tückischen Löchern und Verwehungen hinwegstreicht .
Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Den Schirm aufziehen , ein leichtes Rauschen und Abheben , keine schweren Güferhorn und Rheinwaldhorn , die beiden beherrschenden Gipfel der Adulagruppe Beine mehr , kein böser Rucksack , keine unsichtbaren Schneefallen , die mich in die Tiefe reissen wollen .
Auf einmal kriecht es feucht und kalt den Rücken hinauf .
Beinahe wäre ickeingeschla-fen ! Weiter , weiter , hämmert es jetzt in meinem Kopf , und die Kälte unter dem nassge-schwitzten Hemd treibt mich voran .
Wieder einen Hang hinauf und um einen Felsblock herum .
Jeder Schritt ist mittlerweile zur Qual geworden .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Die tiefe , hinter uns zurückbleibende Spur ist unser Gemeinschaftsweg , an dem wir alle unsern Anteil haben .
Später finden wir eine apere Rippe , über die wir wie auf einer Treppe höhersteigen können .
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Keiner spürt mehr die müden Beine und das Gewicht des Rucksacks .
Es ist beinahe windstill .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Wv
ss Wändli
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Knackende Zweige , knirschender Splitt und fallende Steine künden den äsenden Gemsen am heutigen , frischen Morgen das Nahen der Menschen .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
<Seht euch von , beginne ich mit prophetischer Gebärde , <wir stehen hier vor der schwierigsten Stelle der Kletterei , der Einstiegsplatte , die schon manchen Mythenkletterer in Angst und Schrecken versetzt hat . )
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hurtig klinkt Ruedi den Schraubkarabiner in die Lasche des Standhakens , dieweil seine Angetraute mit abgedrehter Hand das Partieseil in den blanken Metallkreis legt .
<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
<Es ist schon beglückend , mit einer bestimmten Kletterstelle , mit einem Berg auf du und du zu stehen ) , denke ich mir dabei , und wie ich zehn Meter höher in einer Nische meine Seilgefährten nachsichere , wandert mein Blick zu einem rundgeschliffenen Loch im Randbereich des Plattenschildes hinüber , von dem ich weiss , dass es einer leider noch nicht blühenden Feuerlilie Gastrecht gewährt .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
Am Fuss des <Altarsteins> malte ich noch das Kreuz hin :
die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
Denn zu jener Zeit , in den Kriegsjahren , so hat mir mein Freund schon oft versichert , sei es meist recht schwierig gewesen , im Wald Fallholz zu fin den , so dass er sich mit beträchtlichem Risiko sogar an Legföhren und Krüppeltannchen herangemacht habe , die , an Felssätze und Nossen geklammert , klagend ihre toten Arme von sich gestreckt hätten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete .
Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Man fühlte sich bärenstark in diesem Schuhwerk .
Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Am gefrässigsten aber zeigten sie sich auf schlüpfrigen Erdtritten und im steilen Gras .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
<Weil ich innerlich soeben das Rad der Zeit etwas zurückgedreht und in Route 13 , am Geissstock , unsern unvergesslichen Altmeister Kari habe stehen sehen .
Eben befand er sich unter einem kleinen Aufschwung , die starken Beine ins Erdreich gestemmt , den Kopf unter ein Grasbüschel gedrückt .
Und wisst ihr , warum ?
Weil sich ihm Gemsen über den Kopf hinwegsetzten und dabei einen Hagel feuchter Erdklumpen auf seinen alten Filzhut prasseln liessen .
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
schöne , scharfkantige Leisten , Henkelgriffe , schmale horizontale Spalten , Nocken ... Sie alle bieten den suchenden Fingern zuverlässigen , sympathischen Halt .
<Salü , alter Geselle ! )
lacht mein Herz dem kleinen Ahornbaum am Fuss der Rinne entgegen , die dem Mittelteil der Route das Gepräge gibt .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
Und plötzlich gewahre ich Menschen , die geschäftig zum Fuss unserer Wandflucht hinaufkrabbeln .
Einer von ihnen muss Wisel sein .
Dies erinnert mich erneut an Félix Genecand , habe ich diesem welschen Bergsteiger doch nicht nur als Erfinder ein Denkmal gesetzt ( warum sollte Genecand nicht in der Zentralschweiz eine bescheidene Erinnerungsstätte haben , wenn es in Genf doch auch eine <rue Guillaume-Tell> gibt ! ) , sondern auch als Menschen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Ich stand an dieser ausgesetzten Stelle eine furchtbare Angst aus .
Unbeeindruckt von meinem Gejammer liess sich Thedy oben , am Standplatz , nur mit einem belustigten Lachen vernehmen .
Er glaubte an mich , mehr als ich selbst , und rief mir , über die Weite und Tiefe hinweg , dann doch noch einige Anweisungen zu .
,Du musst nur ...
' Ja , ja : Du musst nur !
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Lachen tut gut !
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind .
Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit : Es heisst sich sputen !
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns .
Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
Aber ausgerechnet jetzt muss der Nebel aus dem Abgrund steigen .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
<Hinunterschauen , nie !
Ein alter Wildheuer aus den Muotathaler-bergen hat mir einmal gesagt , man solle nur nie in die Tiefe schauen , dann könne einem nichts passieren ! )
An diesen Ratschlag hat er sich an diesem nebelfreien , durchsichtigen Herbsttag gehalten .
Und in der Tat :
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! ) würde ich antworten .
Mit ihm hatte ich einige Jahre zuvor kiloweise technisches Material in der Bergwelt spazieren geführt , was uns am Ufer des Wägitalersees einmal sogar polizeilich bestätigt wurde .
Zwei Hüter des Gesetzes mussten dort in uns , aufgrund des mitleiderregenden Zustandes unserer Hände , die klassischen Blumenräuber gerochen haben . Jedenfalls wurden wir von ihnen höflich aufgefordert , die Rucksäcke zu öffnen .
Doch nachdem sie einige Zeit darin gewühlt , der eine in Franzens , der andere in meinem Sack , hatten sie unter ihren Dächli-mützen hervor einen vielsagenden Blick ausgetauscht und dann ganz offensichtlich enttäuscht , für jedermann deutlich hörbar , zu Protokoll gegeben :
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
So hing denn unser ganzes Kletterglück von der dünnen Broschüre aus der Grossstadt ab , deren Titel La technique de la varappe artificielle oder ähnlich lautete .
Er hätte ebensogut ( Die Technik des Mehlsack-hissens> heissen können , denn die ( Methode ) verurteilte den Seilführer zu einer Haltung , die statisch nur geringfügig von derjenigen eben eines Mehlsackes abwich .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Mythenmatt ( Hier muss es Pfefferminz geben ) , stellt Susi bei den Karrenfeldern am Rand der Mythenmatt fest .
Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
Nun , dass es so weit von den Teestuben entfernt nach Pfefferminz duftet , scheint mir trotzdem recht erstaunlich , so bemerkenswert wie die Tatsache , dass in frühern Jahrzehnten Schafe an diesem Kraut gerochen haben .
Jedenfalls muss Schafhirt Kälin , wie seine eventuellen Vorgänger , gute Schuhe getragen haben , wahrscheinlich solche mitTricounibe-schlag .
Dann werdet ihr wie eingesalbte Ölgötzen in die Tiefe fahren ! )
Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Au petit matin du 9 septembre 1988
Dring ... Dring ...
Qu' ils sont pénibles , ces levers avant l' aube ( il est 4 h 45 du matin ) , surtout lorsque l' on est allongé bien au chaud dans son lit , à la maison , et non pas en refuge ou au bivouac .
La promiscuité ou l' inconfort des « camps de base » , en effet , favorisent généralement un passage relativement rapide à la station debout et , malgré des gestes encore imprécis , une volonté de mouvement excitée par l' imminence de l' action : marche d' ap ou escalade .
De plus , vous n' êtes pas seul à subir les désagréments de la situation !
Alors qu' à la maison , lorsque autour de vous la ville entière dort encore , alanguie par le travail de la journée ... ou la fièvre du samedi soir , cette émulation fait totalement défaut .
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Je m' habille rapidement , avale un bol de céréales arrosé d' un bon jus de citron , plaque sur mon dos encore raidi de sommeil le sac minutieusement préparé la veille , et entrouvre la porte .
Tout va bien , l' habituel smog urbain laisse filtrer quelques pâles étoiles ;
il fera beau aujourd' hui ...
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Une cohorte de travailleurs se déverse de chaque wagon pour envahir les souterrains de la gare .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Une chape de sueur s' étoile entre mes omoplates ...
Nous avons omis de nous fixer un Neu de rendezvous !
Comment faire pour nous retrouver au milieu de cette marée humaine ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Vers la Kingspitz II s' agit en premier lieu de trier le matériel nécessaire à notre ascension , ce qui implique quelques choix importants .
Tout d' abord , malgré le grand plaisir que nous éprouvons à bivouaquer en plein air ( nous le faisons le plus souvent possible ) , nous optons pour la formule du refuge , ce qui nous soulage d' un poids conséquent puisque nous n' avons qu' une nuit à passer en montagne .
Il nous faut ensuite définir notre tactique d' équipement de la voie :
allons-nous laisser les longueurs et les relais entièrement équipés de pitons à expansion , comme on le fait généralement en école d' escalade , ou suivre un raisonnement médian consistant à n' équiper que les relais ( pour les rappels ) et les passages en zone compacte impossibles à protéger à l' aide de coinceurs ?
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Le fait de devoir placer soi-même ses coinceurs , de gérer tant soit peu son itinéraire et de prendre parfois en compte son environnement immédiat favorise , nous semble-t-il , une certaine maturation du grimpeur .
Cette technique dite de « l' équipement minimum » est la méthode généralement utilisée en haute montagne , principalement dans les parois granitiques où les fissures franches permettent un assurage relativement aisé .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
Après avoir suivi cette voie sur quelques longueurs encore pour nous situer dans ce dédale de dalles , nous revenons au haut du socle pour aborder à gauche une veine brune très caractéristique et qui semble offrir un rocher un peu plus travaillé que les dalles noirâtres voisines .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
Et tout de suite la prédiction se réalise ! Cependant , les problèmes d' équilibre et d' adhé que nous rencontrons ne parviennent pas à empêcher nos pensées et nos regards de s' égarer sur les crêtes et sommets alentour ...
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
mais en l' oc heureusement , la rareté du phénomène nous permet de relever la correction et la maîtrise des cordées voisines .
Dans les dalles de la face nordest de la Kingspitz Au moment d' atteindre notre dépôt de matériel , nous jouissons de la seule et courte période de soleil de la journée , avant d' entamer la suite de l' itinéraire en plein centre de la paroi , coupant la voie classique 1938 à notre huitième relais .
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
La seconde partie de l' itinéraire , au-dessus de R8 , exige bientôt plus de précautions quant à la qualité du rocher , d' autant que c' est à nous maintenant de surplomber les cordées engagées dans la voie classique .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
après une dernière longueur commune avec la voie classique 1938 effectuée pour apaiser ma conscience , nous entamons bientôt une longue série de rappels , et regagnons la vallée en un temps record .
Vue sur la Vorderspitze ( à droite ) et le Gross Simelistock ( à gauche ) depuis la face nordest de la Kingspitz Données techniques Face nordest de la Kingspitz :
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Rocher demandant par endroits certaines précautions .
Emporter :
Friends + coinceurs , cordes de 45 m , casque conseillé .
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
^J*S Cordillera Blanca Sommaire 61 Peter Donatsch La Corse : un massif montagneux tombé en mer 69 Andreas et Claudine Mühlebach-Métrailler Courses à ski en Californie 80 Daniel Santschi Au Huascaran , dans la Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Ascensions dans l' Altaï ( Union soviétique ) 96 Johann Jakob Burckhardt Rudolf Wolf :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Daniel Santschi , Soleure 102 Michel Ziegenhagen Nadelhorn : une montagne à surprises 114 Michel Marthaler Les nappes penniques dans les Alpes valaisannes : quelques explications géologiques Prix Abonnement ( pour les non-membres ) :
Indications générales Changements d' adresse au moyen de la formule des PTT 257.04 .
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Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
une montagne à surprises
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Première escarmouche
Le Nadelhorn figurait dans la liste des sommets sur lesquels nous avions jeté notre dévolu , mon collègue et ami André Berney et moi-même , au chapitre des montagnes à gravir en saison de ski , car il nous semblait incongru d' escalader en été une sommité qui pouvait l' être au printemps .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
Il en fallait plus pour décourager André , qui , avec son infatigable esprit d' entre , trouva un compagnon en la personne d' un autre collègue .
Tous deux s' en furent à la cabane Bordier .
Le lendemain , la course fut marquée par un double incident rarissime .
A la montée , le collègue , qui cheminait devant sur le glacier de Ried , s' enfonça brusquement jusqu' à mi-corps dans une crevasse , skis aux pieds , et s' en dépêtra avec l' effroi que l' on imagine .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Pour quelque temps , il ne fut plus question du Nadelhorn qui avait si froidement accueilli ses visiteurs .
En fait , il n' en fut plus du tout question entre nous deux .
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Mais que sont ces mots devant la disparition d' un ami ?
Même pas une manière d' oraison funèbre .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Entre autres particularités , ils fêtent le Jeûne dix jours avant les autres Suisses ( mais n' en respectent pas plus l' austérité pour cela ) , c' est un jeudi , ce qui leur donne l' occasion d' organiser à chaque début de septembre un pont de vacances de quatre jours et de relancer leurs activités de loisir .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Peut-être surpris par cette affluence inhabituelle en telle saison , le gardien ( lui aussi ) se mit en devoir de gagner son perchoir et nous dépassa sans peine , marchant à grande allure .
Nous supputions donc l' octroi des bières nécessaires à étancher notre soif grandissante .
Quelle ne fut pas notre douleur de constater que le précieux liquide nous était refusé , alors qu' il coulait à flots sur les tables voisines , sans explication ni raison apparente !
Au souper , la même scène se reproduisit à propos du vin , et le gardien se montra même de mauvaise foi en prétextant que nous n' avions pas passé la commande assez tôt !
Nous eûmes tout juste droit à l' eau réglementaire .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
Une cordée de deux s' exécuta rapidement et regagna la cabane sans plus attendre .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
Nous voilà donc sous les rochers sommi-taux , descendant à petits pas des plaques de glace vive .
A la montée , ces passages nous avaient paru banals , mais lorsqu' on se retrouve le nez dans le vide , les conséquences d' une chute se font soudain beaucoup plus évidentes .
Inspirent-elles quelques réflexions à notre néophyte ?
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Réponse en manière de plaisanterie et je suis loin d' imaginer qu' elle va être prise au sérieux .
Aussitôt accroupi et incliné vers l' arrière , je donne un grand coup de piolet de la main gauche en retenant la corde de la droite .
Nous aurions dû l' accabler de réprimandes , mais , trop contents de nous en tirer à si bon compte , nous y avons à peine songé .
D' ail , pour ma part , je n' avais eu jusqu' alors qu' à retenir de simples glissades et je n' étais pas fâché de voir mes opinions ainsi confortées .
Retour à la cabane du grizzli .
Que pouvons-nous demander à ce gardien mal embouché pour apaiser notre soif , sinon de l' eau ?
- Il n' y en a pas .
Je n' ouvre la cuisine qu' à dix-huit heures !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
En pareil cas , les Ecritures commandent de passer l' éponge ...
Le lendemain , joyeuse fut la descente sur Saas en compagnie d' un des guides , homme Photo Jean-Louis Barbey Du sommet de l' Ulrichs :
Nadelhorn , Stecknadelhorn , Höhberghorn disert et patron du premier bistrot rencontré , qui nous fit oublier nos déboires en nous servant la bière à satiété .
Par la suite , à l' ouïe de nos mésaventures , on me conseilla d' écrire à la section propriétaire de la cabane ( en fait le Club alpin académique de Zurich ) pour me plaindre .
ma fainéantise fit le reste !
L' ave devait me donner raison .
Le mal des rimayes :
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Aux premiers jours d' octobre , nous montions à la cabane Bordier , admirant au passage un vallon morainique aussi original par sa conformation que par sa végétation .
Il me tardait d' arriver .
La cabane devait être fermée le lendemain soir et son livre d' hiver était déjà mis à la disposition des visiteurs .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Souvenir mélancolique de l' ami décédé , du temps envolé .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Le dimanche matin , après un long détour par le glacier de Ried , nous abordions le versant nordest du Galenjoch .
Comme promoteur de la course , je conduisais la cordée et Jean-Luc avait tacitement admis cet ordre malgré sa toute récente qualité d' aspirant .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Méfiant , j' avance à tâtons dans la pente pas bien raide , sondant la neige du piolet , le fond dur se dérobant progressivement .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Pour un bref instant , je n' y comprends rien :
aucune sensation de chute , comme celle que l' on ressent dans un ascen- seur qui accélère à la descente ou ralentit à la montée , avec l' impression que l' estomac remonte dans la gorge .
Un choc par derrière , un autre par devant , maintenant tout est noir :
plus de doute , je tombe dans la rimaye .
Le deuxième choc m' a fait basculer à gauche et en arrière ( je m' en rendrai compte à l' atterris ) , j' ai donc tout loisir de voir le trou qui m' a livré passage , seul objet lumineux pour l' instant , s' enfuir à toute vitesse , déjà à quatre ou cinq mètres au-dessus de moi .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Cette conclusion aurait dû me glacer de terreur .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
Voir tomber un camarade m' aurait noué les tripes .
Rien de pareil ici :
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Un dernier choc , plus violent que les autres , met un terme à la dégringolade :
une étroite banquette de glace en saillie sur la paroi aval stoppe la chute et , si le deuxième choc ne m' avait pas renvoyé obliquement sous le surplomb , je passais tout droit ...
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Progressivement tendue en fin de chute , la corde a aussi contribué à amortir la réception .
Il me faut quelques secondes pour reprendre mon souffle et accommoder ma vue à l' obscu .
Tout est gris et flou .
Machinalement , je passe une main sur mon nez .
Mes lunettes ?
Accoudé sur la banquette , je dois extraire les lunettes de rechange de la poche du sac .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Où est donc passé mon piolet ?
- Du mou !
Malgré des secousses frénétiques , la corde reste tendue à bloc .
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Au tour des crampons , maintenant , et gare à ne rien lâcher en les laçant .
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Sur ma gauche , une vague rampe oblique et déversée où il me faut tailler marches et prises de main montre la sortie .
à chaque pas , la corde suit , toujours aussi tendue .
Après quelques mètres , elle pénètre dans la neige obliquement vers l' aval , avec une fâcheuse tendance à me plaquer contre la paroi .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
- Hein , dis donc , je l' ai bien tendu , ce nylon !
- Ouais , et même un peu fort ! Mais m' en plaindre serait pure ingratitude car une demi-heure au plus s' est écoulée depuis ma chute .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
- Dis donc , s' il y a autant de neige ici , ça sera pire en haut , on va patauger !
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Pourtant facile , le retour me paraîtra d' ailleurs par moments un peu pénible et , de toute évidence , je ne serais pas allé beaucoup plus loin .
Un dernier coup d' œil :
la corde a tranché un grand coin de neige soufflée et amoncelée sur la lèvre inférieure de la rimaye , doublant ainsi la hauteur de ma chute .
Voyant le sol se fendre sur plusieurs mètres dans sa direction et craignant l' effondrement d' un vaste pont de neige , Jean-Luc s' est interdit de faire un pas de plus , avec l' espoir que j' y mette du mien , vœu exaucé dans le soulagement général .
Mais je me suis parfois demandé ce qu' il aurait fait s' il avait eu à sa corde un client inerte ...
A la cabane , le gardien ne manifesta aucune surprise en apprenant notre mésaventure , que nous n' étions d' ailleurs pas particulièrement fiers de raconter .
La chose lui parut aller de soi et , plus avisé que nous , il avait réussi sa course en menant quelques compagnons au Balfrin .
Dans l' après parut un Allemand seul , porteur d' un lourd sac à claie , en provenance de la cabane des Mischabel .
Ce gaillard avait dû passer sans corde les deux rimayes du Windjoch et Dieu sait combien de crevasses à vous faire froid dans le dos .
Fou ou inconscient ?
Aussurément , la montagne est l' un des derniers endroits de ce monde où le miracle se manifeste en permanence , mais En montant au Nadelhorn ; vue sur la face nord de la Lenzspitze compter là-dessus serait faire preuve d' une très malsaine naïveté .
Et moi qui prenais les ri-mayes pour des fentes ridicules , jugement révisé sans peine !
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Avec elle , brûlait le livre aux précieux souvenirs ...
Amis d' autrefois , qui vous fera désormais ressurgir de la nuit éternelle ?
La cent unième plus belle course Le versant de Ried restait donc vainqueur par deux à zéro , nous ayant fait mordre la poussière au printemps comme en été .
Cette démonstration de masse ne me semblait pas exagérée pour une revanche qui traînait depuis seize ans et le Nadelgrat dut mettre les pouces , nous réservant toutefois quelques facéties de son cru .
Pour mettre toutes les chances de notre côté et varier les plaisirs , nous avions prévu d' attaquer le Galenjoch par la droite , depuis le sentier de la cabane Bordier , évitant ainsi le détour par le glacier de Ried , puis de remonter l' arête et particulièrement les tronçons neigeux les plus raides , vraisemblablement glacés en cette saison .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
Une nouvelle cabane avait été édifiée ( je l' avais oublié ) derrière l' ancienne , plus vaste et plus belle , reléguant la première construction au rang de dortoir additionnel et probablement aussi de local d' hiver .
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
jusqu' ici , je ne l' avais rencontré qu' aux Dolomites de Brenta , où la plus haute cabane ne dépasse guère 2500 mètres .
En guise de réfectoire , un véritable restaurant panoramique desservi par un personnel actif et aimable .
Il me faut encore préciser que ce soir-là , la cabane était plus que remplie puisqu' on nous envoya dormir dans l' ancienne bâtisse avec l' avantage d' y être moins dérangés .
Lorgnant par le guichet où l' on passe les commandes et les plats , je l' aperçus qui dirigeait paisiblement son équipe de cuisine ( je devrais presque dire sa brigade ) et après le coup de feu , il s' en vint prendre l' air devant la cabane et deviser avec quelques-uns de ses hôtes comme l' aurait fait n' importe quel patron de café .
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
L' ours grognon qui nous avait si mal reçu jadis n' était plus qu' un souvenir effacé !
Notre quatrième nous rejoignit au milieu de la nuit , en deux heures seulement depuis Double page suivante :
Il ne perdit pas un atome de sa bonne humeur en constatant qu' un reste de liquide que j' avais mis de côté pour le désaltérer , s' était évaporé dans le gosier de quelque personnage peu scrupuleux .
Malgré la courte nuit qui fut la sienne , nous partîmes avec le gros de la troupe pour arriver bons premiers au sommet du Nadelhorn et nous octroyer un solide casse-croûte ( les horaires suivants étant nettement moins flatteurs , il n' y sera plus fait qu' une allusion ... globale !)
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Les crampons , qui avaient été remis au sac pour le fin sommet du Nadelhorn , y retournent pour un bon moment , le temps de suivre une jolie arête de bonne neige , de traverser le Stecknadelhorn tout rocheux et de remonter au Höhberghorn par une brève arête où la neige ramollie commence à glisser sur son substrat de glace .
Qui a bien pu voir une épingle dans le sommet émoussé du Stecknadelhorn et baptiser celui-ci aussi bizarrement ?
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Ne suivons-nous pas le fil avec assez de rigueur ?
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
La descente sur le Dürrenjoch produit heureusement un regain d' intérêt :
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
après avoir traversé un pointement de l' arête et remettre les crampons pour gagner le col .
le programme ne sera pas écourté .
C' est en traversant le sommet du Chli Dürrenhorn que nous trouvons le meilleur rocher de la journée , sur le fil même , dans quelques jolis passages de varappe , hélas ! bien courts et pas obligatoires .
Deux des comparses en profitent pour prendre de l' avance , éviter le sommet par la gauche et disparaître derrière une crête .
Le temps d' y parvenir nous-mêmes , c' est la consternation :
impatients de descendre et mal renseignés par la lecture exclusive des Cent plus belles courses des Alpes valaisannes , les collègues ont manqué l' arête conduisant au Galenjoch pour dévaler un immense versant d' éboulis dont le bas est invisible . Du sommet du Nadelhorn :
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
Il est question de rallier directement le val de Saint-Nicolas .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
Les amis exigent des preuves plus tangibles : la carte les leur fournit en abondance .
Le temps d' un casse-croûte reconstituant , avec un ruisseau pour rétablir le niveau dans les gourdes , la décision est prise :
ce sera le Galenjoch .
Même raide , une pente d' éboulis stable ne devrait d' ailleurs pas causer de difficulté et cela se confirme dès les premiers pas .
Leurs difficultés , d' abord aux alentours du 6e degré , ont atteint ensuite le 7e , et finalement le 8e degré .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ainsi l' intérêt s' est déplacé vers des régions moins explorées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
On avait également appris dans l' intervalle à considérer les deux « idéologies » avec plus d' objecti et de tolérance . Les différences entre voies ouvertes depuis le bas et celles qu' on ouvre depuis le haut , leurs avantages et inconvénients respectifs , tout cela est désormais clair pour tout le monde .
Les deux méthodes sont concevables et peuvent se justifier .
Certains itinéraires , la voie Kumulus par exemple , ouverte depuis le bas par Martin Stettler et nécessitant une parfaite santé morale et une grande habileté , constituent des expériences uniques .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
Cette dernière réalisation a exigé de rééquiper la voie et préciser la ligne de la partie supérieure .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Il est impossible de fixer à l' avance le moment où toutes les conditions d' un succès rapide dans une voie du 10e degré sont réunies .
J' en suis du moins incapable , même après une longue et intensive préparation .
Peut-être ne peut-on s' élever à la hauteur d' un défi de ce genre qu' à la faveur d' une situation particulière , qui libère de toute obligation de réussir , dénoue les blocages et donne aux enchaînements de mouvements la fluidité nécessaire .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Ainsi donc , situation personnelle , « atmosphère » , conditions du jour , personnalité du compagnon qui assure : c' est la conjonction idéale de tous ces éléments ( et peut-être d' autres encore ) qui finit par créer des circonstances entièrement favorables .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Le point où la « fusion » est censée se produire est en même temps le passage clé de l' ascension .
A un endroit raide et muni de petites prises acérées , puis un toit impressionnant , succède le passage décisif .
Ce qui le précède , comme ce qui le suit , est relativement facile à maîtriser . Par contre , quitter la ligne primitive qui continuerait tout droit pose problème .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
et avec elle , le rêve de Fusion s' envole pour l' année .
Heinz séjourne dans le Midi de la France , où il a des objectifs qui lui semblent plus accessibles .
Et Gabriele veut aller en Italie .
Elle déteste le brouillard , et craint en cette saison de ne faire que grelotter sur les rochers des Préalpes .
Aujourd' hui comme autrefois , on grimpe à deux , ce qui signifie que les objectifs et manières de voir de chaque partenaire doivent être ramenés à un dénominateur commun satisfaisant .
C' est pourquoi je trouve parfois difficile d' avouer , à mon compagnon comme à moi-même , où sont mes intérêts et , le cas échéant , de les lui imposer .
En cas d' échec , je crains de l' avoir sollicité à mauvais escient. Mais d' autre part , il vaudrait mieux que de tels scrupules ne nous empêchent pas de croire que c' est de grand cœur que le partenaire nous offre son soutien , lorsqu' il sent que le bon moment est là et qu' il peut nous aider à atteindre notre but .
L' air est frais , mais un bon soleil invite à s' étendre au pied des rochers .
La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Cette première tentative ne se déroule pas mal du tout , mais au mousque-tonnage de la sangle bleue en place , je manque de stabilité et par conséquent dépense beaucoup de force .
De plus , ma main est passée sous la corde .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Un deuxième assaut suit peu après , avant que la sensation de l' enchaînement correct des mouvements n' ait disparu .
Gabriele m' a rendu le calme et le courage nécessaires à la délicate manœuvre de mousquetonnage .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Il ne me manque que quelques millimètres pour atteindre la prise .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Cette ligne à travers la dalle verticale , avec ses minuscules entailles , ne cesse de me fasciner .
Je me sens bien .
Equilibré et calme .
Peut-être parce qu' en ce moment , au milieu de ce paysage magnifique , il ne me manque rien .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Mais je suis à peine conscient de cette petite erreur .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main .
Le franchissement du toit a commencé ; je dois rester concentré pour le réussir .
Mousquetonnage du dernier piton et une traction résolue sur la prise de sortie .
Les derniers rayons du soleil , et l' assurage amical d' Ernst Müller , qui se promène tout seul par ici , nous permettent même de répéter l' escalade , d' en prendre quelques photos et de savourer encore un peu ce beau moment .
C' est de très bonne humeur que nous remballons nos affaires et prenons congé de cet endroit unique .
Le soleil a disparu derrière le Lohner .
La température baisse rapidement , mais le mouvement de la descente ne tarde pas à nous réchauffer .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
Ce monde sauvage et menaçant nous impressionne profondément ; la description de Caspar Hauser citée plus haut cf. p.31 ) s' appliquerait bien à la vision que nous en avons depuis là .
Parvenus à cet endroit , les promeneurs peu familiarisés avec la montagne risquent bien de ne pas oser faire un pas de plus !
Nous pénétrons dans un autre monde , bien loin de notre univers quotidien .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
Arrivés au deuxième épaulement , le Luegboden , nous rejoignons le versant Limmeren par des pierriers raides pour nous retrouver bientôt sur une vire herbeuse devant l' emplacement de bivouac , qui est plutôt un abri qu' une grotte et se compose de deux renfoncements au pied de la falaise verticale .
Le bivouac Une lumière dorée s' attarde encore sur les sommets dominant le Muttsee .
L' obscurité monte rapidement de la gorge du Limmerenbach .
Nous cherchons le meilleur endroit pour dérouler nos matelas et nos sacs de couchage .
Puis nous allumons les réchauds pour préparer le souper .
Le repas est agrémenté de joyeux « propos de table » .
Je raconte à mes camarades l' épisode de l' orage que j' ai vécu ici trois ans auparavant . Nous avions rempli nos gobelets en les tenant sous la pluie battante , car nous avions oublié de prendre de l' eau au ruisseau de Limmeren !
Une demi-heure après le crépuscule , une clarté commence à monter derrière les parois du Muttsee pour envahir bientôt tout le ciel bleu sombre , et à 20 h 30 la pleine lune se lève au-dessus du Kistenpass .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Nous nous sentons en sécurité dans le creux de cette montagne gigantesque .
A 5 heures , le bip-bip d' une montre nous tire impitoyablement de notre sommeil .
En vieux habitués des bivouacs , nous nous débrouillons pour chauffer de l' eau et déguster notre petit déjeuner ( un bol de birchermüesli et du café ) sans sortir de nos sacs de couchage .
Dans le petit espace de ciel que nous apercevons entre le plafond de la caverne et l' horizon du Muttsee , les étoiles pâlissent rapidement .
A 6 heures , aux premières lueurs de l' aube , nous quittons notre logis romantique .
Sur l' arête nord Nous gagnons le Luegboden puis remontons le premier ressaut en direction de l' arête nord , une raide pente d' herbe et d' éboulis .
Sur les vires du versant Sandalp , nous découvrons quelques chamois en train de brouter .
Sur ces hauteurs ils n' ont rien à craindre , même à la saison de la chasse .
Nous remontons un couloir en escalier par une varappe facile et atteignons une étroite brèche dans l' arête nord , où les premiers rayons du soleil nous accueillent .
Nous nous encordons et escaladons l' arête sur son fil .
Sur les vires , on rencontre beaucoup de caillasse , mais les ressauts plus raides sont en bon calcaire jurassique ( malm ) .
Plus loin , un passage de rocher brun très délité requiert une grande prudence .
Nous gagnons rapidement de la hauteur et nous arrivons au pied du gendarme jaune-brun caractéristique auquel les alpinistes ont donné le nom de « corne d' or » .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
Seul le léger grondement du Sandbach monte jusqu' ici en cette heure matinale . Derrière la « corne d' or » nous trouvons une large vire d' éboulis , puis un banc de rocher surplombant qui fait tout le tour de la montagne .
La voie la plus logique mène à un angle d' où on traverse horizontalement sous de puissants surplombs pour gagner une pente de rochers délités .
Nous suivons ce cheminement pour atteindre à nouveau l' arête au pied d' un ressaut très redressé .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
Nous remontons ensuite un terrain délité jusqu' au dernier gendarme , le plus sombre , formé de grès nummulitique .
Tout joyeux , nous parcourons la dernière demi-longueur sur l' arête et atteignons la cime du Hauserhorn .
Au sommet II n' est que dix heures , la journée est magnifique , nous pouvons donc nous accorder une longue pause au sommet .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Nous le feuilletons un instant avant de nous y inscrire , reconnaissants de pouvoir allonger la liste des alpinistes qui y ont écrit leur nom depuis 1863 .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Toutes les Alpes grisonnes se déploient à l' est et au sud , masquées seulement , au-dessus du Limmerenfirn , par les longs bombements glacés du Bifertenstock .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Les débris rocheux et les pierres plates de cette arête sommitale libre de neige crissent doucement sous nos semelles .
Parfois ils forment pour l' œil des motifs étranges , dont la structure d' ensemble ne se révélerait que depuis un poste d' observation plus élevé .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
Enfin , à l' Och , ce sera le tunnel humide et froid de la route du barrage , puis le téléphérique .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
Les sacs bourrés étaient lourds ( corde , piolet , équipement de montagne et de bivouac ) , et c' est en sueur et assoiffés , genoux sifflants et pieds en compote , que nous sommes arrivés dans la vallée .
( Vivent les amis de la montagne !) ( Traduction d' Annelise Rigo )
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
Je me souviens que j' avais alors promis aux participants de mettre par écrit mes impressions de l' une de ces courses , et je me souviens aussi pourquoi je n' ai pas tenu ma promesse :
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Au fond de la vallée , là où une couche de neige mince mais dure s' est maintenue , un fondeur glisse , montant et descendant légèrement , en évitant les rives libres de neige de l' ancien lit du ruisseau de Beverin .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
Les contours de certains événements se sont effacés ou restent flous , bien qu' ils reprennent vie quand je suis en présence des participants à ces courses ; je peux alors retrouver les impressions d' autrefois .
Quand une partie de mon passé qui n' est pas encore entièrement « digérée » se met à se dérouler , n' importe quand , n' importe où , comme un film accéléré , je parviens souvent à Double page suivante :
En montant au Piz Buin Grond par l' arête est , depuis la Fuorcla Buin une autre compréhension des choses .
Chaque course de montagne se compose de nombreux détails séparés , qui ne transmettent une impression globale que par leurs relations réciproques .
Rien d' extraordinaire à cela , d' ail ; c' est quelque chose qui se produit souvent dans la vie quotidienne .
Le souvenir d' une course peut se composer d' impressions grandioses , mais il arrive aussi que certains détails prennent une importance telle qu' ils Des chamois :
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
La distance que je prends m' offre la possibilité d' aborder mes préoccupations sous un autre angle et de chercher de nouvelles solutions .
Il m' est arrivé plusieurs fois de devoir me faire violence pour participer à une course de section , tant j' étais enfermé dans un isolement farouche . Mais je rentrais chaque fois heureux et réconforté intérieurement .
Souvent m' envahissaient des sentiments de joie et de plénitude que je ne connaissais guère dans les temps difficiles que je vivais .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
C' est là son lieu quotidien , celui où il doit s' affirmer .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
Si l' on en prend le temps , il peut même arriver qu' on découvre alors non seulement le chemin de secrets extérieurs , mais celui de son propre être intérieur .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Premier acte
Radieuse matinée d' août .
Cet après-midi nous partons en montagne .
Mais je suis encore enfermé au bureau , et les heures semblent s' éterniser .
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
Le vert pâle de l' écran s' efface peu à peu , les lettres dansent devant mes yeux - en pensée , j' ai déjà déconnecté l' ordinateur .
Temps de gagner le large .
George passe me prendre .
Il est hôtelier et , la semaine durant , porte des costumes de la meilleure coupe , toujours impeccablement assortis .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Mais il préfère encore porter des jeans ou escalader les sommets .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Deux heures plus tard , à une éternité déjà du quotidien , nous laissons derrière nous le miroir azuré du lac de Zervreila et entrons dans l' univers minéral du Läntatal .
Dans la vallée vierge , le petit sentier traverse des collines morainiques , serpente entre de puissants blocs de rochers , bondit par-dessus les torrents et , par endroits , disparaît presque entièrement dans les vernes : la vue se limite à quelques mètres , et chaque détour réserve de nouvelles surprises .
Nos pensées se concentrent sur le chemin , chassant provisoirement l' angoisse du lendemain .
« C' est le moment de sortir ton appareil ! » La voix de mon camarade m' ar à ma rêverie .
Les dernières heures du lendemain matin nous trouvent déjà dans la descente .
Parmi les blocs amoncelés au voisinage du portail glaciaire , nous cherchons une issue vers la vallée où une tache de soleil vient argenter le cours du torrent .
Mais ici , il continue de pleuvoir des seules .
Un filet dévale sur la joue de George -est-ce l' eau du ciel ou la sueur de l' effort ?
Des nuages enveloppent le Rheinwaldhorn et roulent lourdement sur le glacier .
Au pied de la langue , un chaos cyclopéen , des blocs en équilibre instable sur des nervures de glace , prêts à dégringoler .
Les pointes des crampons grincent à chaque pas dans la pierraille .
Aujourd' hui , le Rheinwaldhorn ne semble pas vouloir de nous .
« En montagne , la ligne droite n' est pas toujours la plus courte » , professé-je , plaidant l' abandon de notre descente sur la langue du glacier et un détour par la pente d' éboulis .
Aussitôt dit , aussitôt fait .
Mais le torrent , gonflé par les pluies , ne tarde pas à nous arrêter .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
George tente sa chance à un élargissement où , grâce à des pierres émergées , on devrait pouvoir passer en quelques bonds .
Je préfère longer l' obstacle dans l' espoir de rencontrer plus bas un étranglement .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
hardiment à gué , au prix de deux chaussures pleines d' eau .
Parfois , la ligne droite est tout de même la plus courte .
Un clapotis dans les chaussures .
Chaque pas tire de nos chaussettes un suc où marinent nos orteils ramollis .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
Fondamentalement , l' homme n' est pas un être à la recherche d' une vie facile ?
Le moment de chercher le sommeil , dans une cabane froide et sous une couverture poussiéreuse , donne l' occasion de se demander , par exemple s' il n' aurait pas mieux valu passer la soirée du samedi bien douillettement dans son fauteuil , devant une bière et une émission de variétés .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
Je jure , parfois tout haut , parfois doucement , maudissant la neige profonde que je n' avais pas prévue , le clair de lune insuffisant , le poids du sac .
» La faiblesse et un sentiment d' impuissance me paralysent .
M' arrêter , jeter le sac dans la neige .
Cligner des yeux , tenter de percer la nuit :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Une fois encore , je fais halte , inspecte les ténèbres .
La cabane que j' apercevais se réduit à un rocher , la pile de bûches , à un tas de piquets de clôture que le berger a rassemblés là en automne .
Le clair de lune métamorphose la Lampertschalp en un paysage extraterrestre , un mirage .
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Le vent siffle sa chanson en balayant ces champs de neige traîtres et interminables .
Je pense au parapente dans mon sac .
Le déplier , décoller dans un chuintement , laisser là la fatigue , l' odieux sac , les pièges de la neige prêts à m' engloutir .
Une onde glacée et humide me remonte brusquement le dos .
Encore , encore , le mot cogne dans ma tête , le Güferhorn et Rheinwaldhorn , les deux sommets principaux du groupe de l' Adula froid de la chemise trempée de sueur m' aiguillonne .
Encore une pente , contourner un rocher .
Chaque pas est une souffrance .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
La piste profonde que nous laissons est une œuvre solidaire , à laquelle chacun a participé .
Plus loin , nous trouvons une nervure dégagée que nous gravissons comme un escalier .
L' arête terminale est en neige glacée .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
Personne ne sent plus la fatigue , ni le poids du sac .
Le vent est presque tombé .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Wv
ss Wändli ,
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
L' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
Mais voici que des branches craquent , des graviers roulent , des pierres tombent , révélant notre approche à des chamois qui broutent dans la fraîcheur du matin .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
« Regardez bien » , fais-je avec un grand geste , « nous sommes devant le passage le plus difficile de l' escalade , la première dalle , qui a déjà effrayé plus d' un grimpeur des Mythen » .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Vite , Ruedi passe le mousqueton à vis dans la sangle du piton de relais , tandis que son épouse y introduit la corde .
« Alors , attention » , dis-je encore , « il faut absolument coincer la chaussure droite , je répète , la chaussure droite , dans cette fissure , mettre la gauche en adhérence sur la dalle , décoller le derrière le plus loin possible et monter : un jeu d' enfant !
A l' arrière , les Alpes uranaises . ( Photo aérienne ) Et je me lance tout de suite dans la démonstration , en ce jour de brouillard , comme je l' ai vu faire il y a bien des années .
« C' est vraiment une joie que d' être à tu et à toi avec tel passage , telle montagne » , pensé-je en grimpant . Dix mètres plus haut , je m' installe dans une niche pour assurer mes camarades de cordée et je cherche du regard un trou rond au bord du bouclier de dalles là-bas , dont je sais qu' il abrite un lis orangé ; mais celui-ci n' est pas encore en fleur .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
C' était la « pierre de l' autel » , un bloc qui présente au promeneur son côté surplombant , mais qui est facile à escalader par l' autre côté .
Mon cher ami Franz y avait quelquefois célébré un office divin quand il était gosse .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
J' ai donc essayé de faire surgir devant eux l' image du gamin blond , si sérieux , qui dépassait juste de la tête et de la poitrine le bord de l' autel , entouré d' un parterre de feuilles argentées qui semblaient regarder vers lui , chantant son « Gloria in excelsis Deo » les bras écartés , accompagné par le clair pépiement des oiseaux et le murmure grave des sapins barbus .
Au pied de la « pierre de l' autel » , je leur ai encore décrit la croix :
le timon dressé du petit char à échelle , peut-être déjà chargé de bois mort , peut-être encore vide .
Car à cette époque c' était pendant la guerre - mon ami m' affir qu' il était difficile de trouver du bois mort dans la forêt , si bien qu' il devait se hisser en prenant des risques jusqu' aux pins tombés et aux petits sapins agrippés à des rochers , dressant plaintivement leurs bras morts .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Dans n' importe quel livre de montagne , les héros franchiraient ce passage , d' une si faible difficulté , avec une aisance divine .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Pas un paysan de montagne , pas un garde-forestier , un bûcheron ou un chasseur qui n' en ait équipé ses chaussures .
C' était un vrai plaisir de marcher dans la rue le dimanche matin , d' un pas ferme , chaussé des lourds souliers à tricounis .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
On se sentait fort comme un ours dans de telles chaussures .
Et avec raison , car les clous tricounis étaient comme de petits animaux griffus :
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Mais leur appétit se révélait encore plus vorace dans les pentes de terre glissante et d' herbe .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
« Parce que je suis remonté un peu dans le temps , et j' ai revu sur la voie 13 du Geissstock notre inoubliable exchampion Karl .
Il se trouvait sous un petit ressaut , les jambes bien plantées en terre , la tête à l' abri d' une touffe d' herbe .
Savez-vous pourquoi ?
Parce qu' en s' enfuyant , des chamois envoyaient sur son vieux feutre une grêle de mottes de terre humide .
Mais ceci se passait en un temps que vous n' avez pas connu , à l' époque héroïque des tricounis ! » .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
Des herbes nous caressent la figure , tandis que les fleurs , le rocher et la terre répandent leur parfum discret .
de jolies réglettes aux bords francs , des poignées , d' étroites fentes horizontales , des bourrelets saillants ... toutes offrent aux doigts un appui sûr et agréable .
« Salut , mon vieux !
» dis-je au petit érable qui pousse dans la fissure caractéristique de la partie médiane de la voie .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Tout à coup j' aperçois des hommes qui arrivent au pied de notre paroi .
Wisel est sûrement parmi eux .
Et cela me rappelle à nouveau Félix Genecand , à qui je veux rendre hommage non seulement comme alpiniste , mais aussi comme homme ( et pourquoi Genecand le Romand n' aurait pas son monument en Suisse centrale , puisqu' il y a bien à Genève une « rue Guillaume-Tell » ?) .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Ceci lui avait valu le surnom de « concierge du Grépon » .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
Je connais ainsi un concierge du Salbit-sud , un du Chaiserstock , un du Lauchernstöckli , un du Wildspitz et je ne serais pas étonné d' apprendre que toute montagne suisse a son concierge !
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
J' ai été saisi d' une trouille affreuse à ce passage exposé .
Sans se laisser impressionner par mes lamentations , Thedy rigolait du haut du relais .
Il avait confiance en moi , plus que moi-même , et il m' a crié quelques encouragements :
« Tu n' as qu' à ...
» Oui , oui , tu n' as qu' à !
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Ça fait du bien de rire !
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
les fourmis qui se hâtent sur la paroi , un magnifique tychodrome échelette en train de faire sa promenade verticale , les chocards entraînés dans les courants ascendants .
En effet , l'«Association des amis des Mythen » , fondée en 1863 , fête son 125eme anniversaire .
Peut-être qu' on débouche déjà les bouteilles , il s' agit de se dépêcher !
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
Une traversée superbe nous attend .
La main gauche s' agrippe au bord de blocs bien solides , tandis que les pieds suivent une corniche large comme quatre chaussures .
Comme j' aimerais que mes compagnons puissent admirer la vue qui s' ouvre vers le bas !
Mais le brouillard se met justement à monter de l' abîme .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
» avait-il annoncé à la ronde , et il s' était inscrit sur la liste d' attente auprès de moi pour la course convoitée .
Jamais !
Un vieux garde-chasse du Muotatal m' a dit qu' on n' avait qu' à ne pas regarder en bas , et alors il ne pouvait rien nous arriver !
On commence à distinguer clairement le système de couloirs herbeux et de vires que suit la voie « Wyss Wändli » au Gr .
Mythen cette belle journée d' automne à l' air transparent .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
Cette longueur est un régal tant pour le sens de l' équilibre que pour le besoin de mouvement et le sens du toucher !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
« Parce que j' aime notre mère la terre , parce que je veux la caresser et l' embrasser ... mais que je n' aime pas ramper !
C' est avec lui que j' avais transporté des kilos de matériel dans les montagnes .
Au bord du lac du Wägital , deux gardiens de la loi crurent voir en nous , d' après l' état pitoyable de nos mains , des voleurs de plantes protégées , car ils nous donnèrent l' ordre d' ouvrir nos sacs .
Mais après avoir bien fouillé , ils avaient échangé un regard sous la visière de leur képi , avant d' an , visiblement déçus : « Ils n' ont que de la ferraille là-dedans !
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
C' est ainsi que nous dépendions uniquement de cette brochure venue de la métropole , dont le titre était à peu près celui-ci : La technique de la varappe artificielle .
Il aurait tout aussi bien pu s' intituler La technique du hissage des sacs de farine , car cette méthode condamnait le premier de cordée à une attitude qui ressemblait beaucoup , justement , à celle d' un sac de farine .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
La Mythenmatt « II doit y avoir de la menthe par ici » dit Susi en traversant les lappiaz au bord de la Mythenmatt .
Je sais où trouver du bois-gentil odorant , dans les coins secs et protégés , partout dans les pentes des Mythen orientées au sud , là où le soleil tape dès le mois d' avril , lorsque l' alpiniste doit encore sauter d' une île rocheuse à l' autre pour éviter la neige fondante .
Avec le bois-gentil , j' ai une relation presque mystique , mais avec la menthe , non !
Du reste , je trouve étonnant que cela sente la menthe ici , loin de tout salon de thé ! Tout aussi étonnant d' ailleurs , le fait que des moutons , il y a quelques décennies , aient eu l' oc de humer le parfum de cette plante .
Quoi qu' il en soit , le moutonnier Kälin et ses prédécesseurs éventuels devaient avoir de bonnes chaussures , probablement des chaussures à tricounis .
Vous allez glisser dans le vide , vite fait bien fait !
» L' homme qui nous prédisait ces malheurs avait de petits yeux malicieux plissés par le sourire alors que sa tête se prolongeait en haut par un chapeau pointu et en bas par une barbiche .
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination . Et il n' était pas le seul à être si sceptique .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
Pas une minute trop tôt , ni trop tard , car la bouteille de blanc commence juste à circuler devant le décor formé par le refuge des Mythen .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Mais il y a là aussi un groupe de messieurs moustachus et très dignes , bien alignés pour la photo , en chapeau , col fermé , gilet , chaîne de montre .
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

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Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
Ein verzweifelter Entschluss :
Alles Rufen nützt nichts :
.in Tag in Uschenen
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Nach einer steilen , mit messerscharfen kleinen Griffen bestückten Passage und einem eindrücklich ausladenden Dach folgt die Stelle , an der sich alles entscheidet .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
iweimal Rheinwaldhorn
George holt mich ab .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Wv
- Weg der Erinnerungen
Visionen tauchen in mir auf :
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Mythen .

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Mais enfin , cet idiot là-haut ne pourrait-il pas venir voir ?
La solution du désespoir :
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
journée a Üschenen
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
A un endroit raide et muni de petites prises acérées , puis un toit impressionnant , succède le passage décisif .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
jëte nord du Selbsanft
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
fois le Rheinwaldhorn
George passe me prendre .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
L' arête terminale est en neige glacée .
Wv
chemin des souvenirs
Des images surgissent devant mes yeux :
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
J' arrive au relais de la vire Genecand .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Mythen

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
Dring ... dring ...
Dring ... dring ...
los , auf !
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
zweiter Akt Während wir am Vorabend allein in der Wand waren , gibt es heute mehr als zehn Seilschaften , Anwärter auf die klassische Route . Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Publikationenchef CC Gotthard 1989-1991 Dr. Hansjörg Abt , Telefon 01/2581261 , Telefax 01/251 4424 .
Druck und Expedition Stämpfli + Cie AG , Postfach , 3001 Bern , Telefax 031/240435 , Postscheck 30-169-8 .
Blick vom Hochland auf die Gipfel der Cordillera Blanca ( Peru ) Photo :
Monatsbulletin Fr. 2.- .
Nachdruck :
Zugeschickte Beiträge :
Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
Während des Blick vom Gipfel des Ulrichshorns auf Nadelhorn , Stecknadelhorn und Höhberghorn Abends lässt sich der Zerberus zu dem Geständnis hinreissen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Mir lag daran anzukommen .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Alles ist grau und unscharf .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
Hinaus , und schnell !
Er ist anderthalb Meter unter mir in einem Loch hängengeblieben .
<Seil geben ! )
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt . Mir tönt eine seiner prächtigen Bemerkungen entgegen :
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis . Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Das Programm wird nicht gestutzt .
Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Das Vor und Nachher ist verhältnismässig leicht in den Griff zu bekommen , nicht aber die Loslösung von der ursprünglichen Linie , die gerade aufwärts weiterführen würde .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
So können wir den vielleicht letzten sonnigen Herbsttag nützen , und Gabriele hätte die Möglichkeit , sich etwas von ihrer weiten nächtlichen Anfahrt aus Deutschland zu erholen .
Die Berge sind schon weit hinunter eingeschneit , und bis auf einen einzelnen Kletterer , der am Einrichten einer neuen Route ist , sind wir hier oben allein .
Ein 7. Grad zum Einklettern und einige kurze Testzüge in den schwierigen Passagen der Route mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Schlüsselzug dienen der Einstimmung .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Ich fühle mich gut .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Prächtiges warmes Spätsommerwetter , keine Gewitter mehr und deshalb eine trockene Route - einmal mehr lockt uns der Berg in seine gewaltigen Nordabstürze .
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Ein langer Abstieg Nach der Mittagsrast in einer sonnenwarmen Firnmulde steigen wir zuerst über den Griessfirn , dann über zerrissene helle Platten , Moränen , Schutt und Geröll zum Ende des Limmerenfirns hinunter .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Piz Platta im Oberhalbstein
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Peter Donatsch , Mastrils
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
Das fahle Grün des Bildschirms beginnt zu verschwimmen , die Buchstaben tanzen vor den Augen - innerlich habe ich den PC bereits abgeschaltet .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals .
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Längst schon sind wir völlig durchnässt .
Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Aber im Grund verwünsche ich mich selbst , ärgere mich , dass ich dem Zwang , heute Abend noch in die Läntahütte aufzusteigen , nachgegeben habe , obwohl wir den ganzen Tag in einem verrauchten Zimmer an irgendwelchen Sitzungen teilgenommen und Weisswein getrunken haben .
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Von der Hütte immer noch keine Spur .
Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
,Du musst nur ...
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
hätte ich ihnen angeraten , wie ich es vor Jahren Seffi empfohlen habe .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
Ein Naturfreund , aber kein Freund von Tiefblicken , denn mein Ansinnen hatte er entrüstet vom Tisch gewischt .
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Ich hab's ja immer gesagt :
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Dring ... Dring ...
Dring ... Dring !
hop debout !
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Préposé du CC aux publications CCGothard , 1989-1991 Dr Hansjörg Abt , téléphone 01/2581261 , telefax 01/251 4424 .
Impression et expédition Staempf li + Cie SA , case postale , 3001 Berne , telefax 031/240435 , CCP 30-169-8 .
Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins . Photo :
10 fr . Bulletin mensuel séparé :
Reproduction :
Articles adressés à la rédaction .
La rédaction accepte volontiers les articles de tous genres et le matériel photographique , mais décline toute responsabilité à leur sujet .
Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
Extinction des feux , le méta s' envole en flocons grisâtres . Pendant la soirée , le cerbère se laisse aller aux confidences :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Il me tardait d' arriver .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Tout est gris et flou .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Il a dû m' échapper et , veine incroyable , il s' est fiché dans un trou un mètre et demi au-dessous de moi .
- Du mou !
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Une douzaine de mètres en contrebas , campé dans une position d' assurage parfaite avec un large sourire aux lèvres , Jean-Luc m' envoie une de ses expressions imagées :
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Le Höhberghorn était réputé entièrement neigeux , mais aujourd' hui , une étroite crête de rocher émerge tout juste des glaces sommi-tales , fournissant avec un bon nombre de sièges naturels le prétexte d' un pique-nique .
Des choses plus sérieuses nous attendent . A tout hasard , nous remettons les crampons , manœuvre peut-être superflue car il nous faut les quitter peu après pour la descente d' un ressaut rocheux , qualifié de superbe escalier dans le Guide des Alpes valaisannes .
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
le programme ne sera pas écourté .
C' est en traversant le sommet du Chli Dürrenhorn que nous trouvons le meilleur rocher de la journée , sur le fil même , dans quelques jolis passages de varappe , hélas ! bien courts et pas obligatoires .
Deux des comparses en profitent pour prendre de l' avance , éviter le sommet par la gauche et disparaître derrière une crête .
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Ce qui le précède , comme ce qui le suit , est relativement facile à maîtriser . Par contre , quitter la ligne primitive qui continuerait tout droit pose problème .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
Nous profiterons ainsi de la journée ensoleillée , la dernière peut-être de l' automne , et Gabriele pourra se reposer de son long trajet de nuit depuis l' Allemagne .
La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Je me mets dans l' ambiance par un 7e degré d' échauffement , puis quelques mouvements-tests dans les passages difficiles de la voie , en portant une attention particulière sur le mouvement-clé .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Je me sens bien .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
Albert Schmidt , Engi ( GL )
La voie est sèche . Une fois de plus , nous sommes tentés par les puissantes falaises nord de la montagne .
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Une longue descente Après la pause de midi dans un creux neigeux exposé au soleil , nous descendons d' abord par le Griessfirn , puis , par des dalles claires fissurées , des moraines et des éboulis , jusqu' au bout du glacier de Limmeren .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Le Piz Platta , dans ( ' Oberhalbstein ( Alpes rhétiques )
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Peter Donatsch , Mastrils
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
Le vert pâle de l' écran s' efface peu à peu , les lettres dansent devant mes yeux - en pensée , j' ai déjà déconnecté l' ordinateur .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Deux heures plus tard , à une éternité déjà du quotidien , nous laissons derrière nous le miroir azuré du lac de Zervreila et entrons dans l' univers minéral du Läntatal .
Des nuages enveloppent le Rheinwaldhorn et roulent lourdement sur le glacier .
Nous sommes trempés .
Aujourd' hui , le Rheinwaldhorn ne semble pas vouloir de nous .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
Mais au fond , c' est à moi-même que j' en veux , de m' être laissé entraîner à partir ce soir encore pour la Läntahütte , après toute une journée dans une pièce enfumée , je ne sais quelle réunion , des verres de vin blanc . Je me rabâche :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Toujours pas trace de cabane .
Je pense au parapente dans mon sac .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
A l' arrière , les Alpes uranaises . ( Photo aérienne ) Et je me lance tout de suite dans la démonstration , en ce jour de brouillard , comme je l' ai vu faire il y a bien des années .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Le clou tricouni leur a ouvert de nouveaux horizons , a renforcé leur confiance en eux-mêmes et leur a donné bien des joies .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
« Tu n' as qu' à ...
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
« Regardez donc en bas » leur aurais-je conseillé , comme je l' avais fait pour Seffi il y a bien des années .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
C' était un ami de la nature ... mais pas un ami des vues plongeantes , car il avait refusé fermement de suivre mon invitation .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Je l' ai toujours dit :
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
Dring ... dring ...
Dring ... dring ...
los , auf !
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
zweiter Akt Während wir am Vorabend allein in der Wand waren , gibt es heute mehr als zehn Seilschaften , Anwärter auf die klassische Route . Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Publikationenchef CC Gotthard 1989-1991 Dr. Hansjörg Abt , Telefon 01/2581261 , Telefax 01/251 4424 .
Druck und Expedition Stämpfli + Cie AG , Postfach , 3001 Bern , Telefax 031/240435 , Postscheck 30-169-8 .
Blick vom Hochland auf die Gipfel der Cordillera Blanca ( Peru ) Photo :
Monatsbulletin Fr. 2.- .
Nachdruck :
Zugeschickte Beiträge :
Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
Während des Blick vom Gipfel des Ulrichshorns auf Nadelhorn , Stecknadelhorn und Höhberghorn Abends lässt sich der Zerberus zu dem Geständnis hinreissen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Mir lag daran anzukommen .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Alles ist grau und unscharf .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
Hinaus , und schnell !
Er ist anderthalb Meter unter mir in einem Loch hängengeblieben .
<Seil geben ! )
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
Ein verzweifelter Entschluss :
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt . Mir tönt eine seiner prächtigen Bemerkungen entgegen :
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis . Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Das Programm wird nicht gestutzt .
Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
Alles Rufen nützt nichts :
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
.in Tag in Uschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Nach einer steilen , mit messerscharfen kleinen Griffen bestückten Passage und einem eindrücklich ausladenden Dach folgt die Stelle , an der sich alles entscheidet .
Das Vor und Nachher ist verhältnismässig leicht in den Griff zu bekommen , nicht aber die Loslösung von der ursprünglichen Linie , die gerade aufwärts weiterführen würde .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
So können wir den vielleicht letzten sonnigen Herbsttag nützen , und Gabriele hätte die Möglichkeit , sich etwas von ihrer weiten nächtlichen Anfahrt aus Deutschland zu erholen .
Die Berge sind schon weit hinunter eingeschneit , und bis auf einen einzelnen Kletterer , der am Einrichten einer neuen Route ist , sind wir hier oben allein .
Ein 7. Grad zum Einklettern und einige kurze Testzüge in den schwierigen Passagen der Route mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Schlüsselzug dienen der Einstimmung .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Ich fühle mich gut .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Prächtiges warmes Spätsommerwetter , keine Gewitter mehr und deshalb eine trockene Route - einmal mehr lockt uns der Berg in seine gewaltigen Nordabstürze .
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Ein langer Abstieg Nach der Mittagsrast in einer sonnenwarmen Firnmulde steigen wir zuerst über den Griessfirn , dann über zerrissene helle Platten , Moränen , Schutt und Geröll zum Ende des Limmerenfirns hinunter .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Piz Platta im Oberhalbstein
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
Das fahle Grün des Bildschirms beginnt zu verschwimmen , die Buchstaben tanzen vor den Augen - innerlich habe ich den PC bereits abgeschaltet .
George holt mich ab .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals .
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Längst schon sind wir völlig durchnässt .
Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Aber im Grund verwünsche ich mich selbst , ärgere mich , dass ich dem Zwang , heute Abend noch in die Läntahütte aufzusteigen , nachgegeben habe , obwohl wir den ganzen Tag in einem verrauchten Zimmer an irgendwelchen Sitzungen teilgenommen und Weisswein getrunken haben .
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Von der Hütte immer noch keine Spur .
Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Wv
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
,Du musst nur ...
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
hätte ich ihnen angeraten , wie ich es vor Jahren Seffi empfohlen habe .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
Ein Naturfreund , aber kein Freund von Tiefblicken , denn mein Ansinnen hatte er entrüstet vom Tisch gewischt .
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

View File

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Dring ... Dring ...
Dring ... Dring !
hop debout !
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Préposé du CC aux publications CCGothard , 1989-1991 Dr Hansjörg Abt , téléphone 01/2581261 , telefax 01/251 4424 .
Impression et expédition Staempf li + Cie SA , case postale , 3001 Berne , telefax 031/240435 , CCP 30-169-8 .
Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins . Photo :
10 fr . Bulletin mensuel séparé :
Reproduction :
Articles adressés à la rédaction .
La rédaction accepte volontiers les articles de tous genres et le matériel photographique , mais décline toute responsabilité à leur sujet .
Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
Extinction des feux , le méta s' envole en flocons grisâtres . Pendant la soirée , le cerbère se laisse aller aux confidences :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Il me tardait d' arriver .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Tout est gris et flou .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Il a dû m' échapper et , veine incroyable , il s' est fiché dans un trou un mètre et demi au-dessous de moi .
- Du mou !
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
Mais enfin , cet idiot là-haut ne pourrait-il pas venir voir ?
La solution du désespoir :
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Une douzaine de mètres en contrebas , campé dans une position d' assurage parfaite avec un large sourire aux lèvres , Jean-Luc m' envoie une de ses expressions imagées :
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Le Höhberghorn était réputé entièrement neigeux , mais aujourd' hui , une étroite crête de rocher émerge tout juste des glaces sommi-tales , fournissant avec un bon nombre de sièges naturels le prétexte d' un pique-nique .
Des choses plus sérieuses nous attendent . A tout hasard , nous remettons les crampons , manœuvre peut-être superflue car il nous faut les quitter peu après pour la descente d' un ressaut rocheux , qualifié de superbe escalier dans le Guide des Alpes valaisannes .
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
le programme ne sera pas écourté .
C' est en traversant le sommet du Chli Dürrenhorn que nous trouvons le meilleur rocher de la journée , sur le fil même , dans quelques jolis passages de varappe , hélas ! bien courts et pas obligatoires .
Deux des comparses en profitent pour prendre de l' avance , éviter le sommet par la gauche et disparaître derrière une crête .
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
journée a Üschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
A un endroit raide et muni de petites prises acérées , puis un toit impressionnant , succède le passage décisif .
Ce qui le précède , comme ce qui le suit , est relativement facile à maîtriser . Par contre , quitter la ligne primitive qui continuerait tout droit pose problème .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
Nous profiterons ainsi de la journée ensoleillée , la dernière peut-être de l' automne , et Gabriele pourra se reposer de son long trajet de nuit depuis l' Allemagne .
La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Je me mets dans l' ambiance par un 7e degré d' échauffement , puis quelques mouvements-tests dans les passages difficiles de la voie , en portant une attention particulière sur le mouvement-clé .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Je me sens bien .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
La voie est sèche . Une fois de plus , nous sommes tentés par les puissantes falaises nord de la montagne .
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Une longue descente Après la pause de midi dans un creux neigeux exposé au soleil , nous descendons d' abord par le Griessfirn , puis , par des dalles claires fissurées , des moraines et des éboulis , jusqu' au bout du glacier de Limmeren .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Le Piz Platta , dans ( ' Oberhalbstein ( Alpes rhétiques )
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
Le vert pâle de l' écran s' efface peu à peu , les lettres dansent devant mes yeux - en pensée , j' ai déjà déconnecté l' ordinateur .
George passe me prendre .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Deux heures plus tard , à une éternité déjà du quotidien , nous laissons derrière nous le miroir azuré du lac de Zervreila et entrons dans l' univers minéral du Läntatal .
Des nuages enveloppent le Rheinwaldhorn et roulent lourdement sur le glacier .
Nous sommes trempés .
Aujourd' hui , le Rheinwaldhorn ne semble pas vouloir de nous .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
Mais au fond , c' est à moi-même que j' en veux , de m' être laissé entraîner à partir ce soir encore pour la Läntahütte , après toute une journée dans une pièce enfumée , je ne sais quelle réunion , des verres de vin blanc . Je me rabâche :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Toujours pas trace de cabane .
Je pense au parapente dans mon sac .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
L' arête terminale est en neige glacée .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Wv
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
A l' arrière , les Alpes uranaises . ( Photo aérienne ) Et je me lance tout de suite dans la démonstration , en ce jour de brouillard , comme je l' ai vu faire il y a bien des années .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
J' arrive au relais de la vire Genecand .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Le clou tricouni leur a ouvert de nouveaux horizons , a renforcé leur confiance en eux-mêmes et leur a donné bien des joies .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
« Tu n' as qu' à ...
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
« Regardez donc en bas » leur aurais-je conseillé , comme je l' avais fait pour Seffi il y a bien des années .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
C' était un ami de la nature ... mais pas un ami des vues plongeantes , car il avait refusé fermement de suivre mon invitation .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

View File

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Mir lag daran anzukommen .
<Seil geben ! )
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
iweimal Rheinwaldhorn
George holt mich ab .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
Wv
Visionen tauchen in mir auf :
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Mythen .

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Il me tardait d' arriver .
- Du mou !
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
jëte nord du Selbsanft
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
fois le Rheinwaldhorn
George passe me prendre .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
Wv
Des images surgissent devant mes yeux :
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
Mythen

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
Dring ... dring ...
Dring ... dring ...
los , auf !
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Nachdruck :
Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Heute sind die Götter mit uns :
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Peter Donatsch , Mastrils
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Ich hab's ja immer gesagt :
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Dring ... Dring ...
Dring ... Dring !
hop debout !
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Reproduction :
La rédaction accepte volontiers les articles de tous genres et le matériel photographique , mais décline toute responsabilité à leur sujet .
Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Peter Donatsch , Mastrils
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Je l' ai toujours dit :
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
Dring ... dring ...
Dring ... dring ...
los , auf !
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Nachdruck :
Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Mir lag daran anzukommen .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
<Seil geben ! )
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Heute sind die Götter mit uns :
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
George holt mich ab .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Wv
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Ich hab's ja immer gesagt :
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Dring ... Dring ...
Dring ... Dring !
hop debout !
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Reproduction :
La rédaction accepte volontiers les articles de tous genres et le matériel photographique , mais décline toute responsabilité à leur sujet .
Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
Il me tardait d' arriver .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
- Du mou !
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
George passe me prendre .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Wv
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Je l' ai toujours dit :
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

View File

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
9. September 1988 , bei Tagesanbruch
Dring ... dring ...
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
Ein Heer von Arbeitern ergiesst sich aus den Wagen und verschwindet in der Tiefe des Bahnhofs .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Die Tatsache , die Klemmkeile selbst anbringen zu müssen , seine Route sowenig wie möglich auszurüsten und manchmal Rücksicht auf die direkte Umgebung zu nehmen , begünstigt , wie uns scheint , einen Reifeprozess beim Kletterer .
Diese sogenannte Technik der ( Minimalabsicherung ) ist die im allgemeinen im Hochgebirge angewandte Methode , vor allem in Granitwänden , in denen die freiliegenden Risse eine verhältnismässig einfache Sicherung ermöglichen .
Sie wird dagegen in Kalkwänden selten benutzt , weil sich einerseits diese Gesteinsart weniger gut eignet und andererseits der Einfluss der Klettergärten , wo die ganze Ausrüstung an Ort und Stelle vorhanden ist , sich dort entscheidend bemerkbar macht .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
die Verwendung des batteriebetriebenen Bohrers .
Für uns gibt es keinen Grund , sie in Frage zu stellen .
Der einzige und schwere Verstoss gegen die sportliche Herausforderung ist die Eröffnung der Routen von oben ( vor allem im Gebirge ) , ein Vorgehen , das die Ausrüstung von Routen erlaubt , deren Schwierigkeitsgrade der Autor nicht notwendigerweise beherrscht .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir dieser Route noch einige Seillängen gefolgt sind , um uns in dem Plattenlabyrinth zu orientieren , kehren wir auf die Höhe des Sockels zurück , um uns links einer markanten braunen Ader zuzuwenden , deren Fels etwas stärker strukturiert wirkt als die benachbarten schwärzlichen Platten .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Die an der Waldgrenze erbaute Hütte weckt zusammen mit ihrer bukolischen Umgebung im Besucher ein schwer zu beschreibendes Gefühl , eine Art inneren Frieden und Heiterkeit , Garanten für Erholung und einen unvergleichlichen Schlaf . Wir beeilen uns , das zu beweisen !
Samstag , 10. September 1988 :
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Unsere Zeit geht zu Ende , wir können den Gipfel heute nicht mehr erreichen .
.... ..„pitz- Nordostwand auf Vorderspitze ( rechts ) und Gross Simelistock ( links ) Technische Angaben Vgl. MB 3/89 , S. 116 Nordostwand des Kingspitz :
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Stellenweise erfordert der Fels einige Vorsicht .
Material :
Friends und Klemmkeile / 45-m-Seile / Heim ratsam Zugang :
Bern-Meiringen-Willigen-Rosen-laui , dann Aufstieg zur Engelhornhütte ( 1901 m ) in 1 Std. 30 Min. , von der Hütte 40 Min. bis an den Wandfuss des Kingspitz ( Gipfel 2621 m ) Eröffnung :
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Inhalt 61 Peter Donatsch Korsika - ein Gebirge fällt ins Meer 69 Andreas und Claudine Mühle-bach-Métrailler Skitouren in Kalifornien 80 Daniel Santschi Am Huascaran in der Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Bergtouren im Altai , Sowjetunion 96 Johann Jakob Burckhardt Eine Alpenreise von Rudolf Wolf im Jahre 1835 Herausgeber Redaktion Schweizer AlpenClub , Zentralkomitee ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Etienne Gross , Thorackerstr. 3 , 3074 Muri , Telefon 031/525787 , Telefax 031/521570 ( verantwortlich für den deutschsprachigen Teil ) .
Albert Signer .
Druck und Expedition Stämpfli + Cie AG , Postfach , 3001 Bern , Telefax 031/240435 , Postscheck 30-169-8 .
Blick vom Hochland auf die Gipfel der Cordillera Blanca ( Peru ) Photo :
Inhalt :
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Wir hatten uns diesem Sport fast gleichzeitig und spät , lange nach dem dreissigsten Lebensjahr , zugewandt , um die schlimmen psychosomati-schen Folgen einer allzu sesshaften Lebensweise erfolgreich zu bekämpfen .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Als Zentrum unserer Unternehmen war Saas Fee ausgewählt worden . Das ( Basislager ) befand sich in einem sympathischen familiären Hotel , das von einem jener Supersaxo geführt wurde , die als Bergführer oder als meisterhafte Skifahrer den Ruhm dieses Namens begründet haben .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Der Aufstieg verlief ereignislos , doch der Gipfel schien uns nicht bequem genug , wir verlegten darum den Picknickplatz zum Windjoch , das sich als sehr freundlich erwies , weil es seinen Namen an diesem Tag nicht verdiente .
Wir sind also unter den Gipfelfelsen , steigen mit kleinen Schritten über Blankeisplatten ab .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte .
Einen Augenblick später springt mein Fragesteller , im Glauben , er hätte ein Zeichen von mir erhalten , mit einem Satz über die Gratkante . Während er in die Südostwand stürzt , die hier bei einer Neigung von 45 Grad dreihundert Meter hoch ist und im oberen Teil gänzlich mit vereistem Schnee bedeckt , verschwindet er aus meinem Blickfeld .
Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
Paul spürt den Zug an seinem Seilstück , dreht sich unverzüglich um und stemmt sich auf seinen Pickel und die Steigeisen , als wolle er sich in den entgegengesetzten Hang stützen :
Jetzt kommt es zum Gewaltstreich !
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
- ( Einverstanden , aber wir wollen Wasser ! )
Zögern .
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
In einem solchen Fall fordert die Heilige Schrift , dass man verzeiht .
es schien mir unpassend , die Gebirgsatmosphäre durch kleinliche Verwaltungsstreitigkeiten zu vergiften , die in der Ebene gerade noch hingehen mögen . Bald gewannen die guten Erinnerungen Oberhand über die schlechteren ;
meine Faulheit besorgte den Rest .
Die Zukunft sollte mir Recht geben .
Die Drohung der Bergschründe :
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Ich plante - bescheidener - , als guten Abschluss der Saison 1977 den Nadelgrat zu begehen . Mich trieb dazu noch ein weiteres Anliegen :
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
Mir lag daran anzukommen .
Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ; wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
Alles ist grau und unscharf .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
Ich recke die Arme , strecke die Hände aus , nichts nützt , mir fehlen mehrere Dezimeter .
Ein Schrei :
<Seil geben ! )
Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
Ein verzweifelter Entschluss :
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt . Mir tönt eine seiner prächtigen Bemerkungen entgegen :
<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
<Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun .
er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet .
Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
Es war wirklich derselbe wie 1971 , aber ich erkannte ihn nicht wieder .
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis . Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
Folgen wir der Route nicht genau genug ?
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Aufgrund der vorherigen Erfahrung nehmen wir den Grat , der darauf zum Hohbergjoch abfällt , ohne Steigeisen in Angriff .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Eine Seillänge ist zu sichern , wobei man sich auf schlecht mit dem Untergrund verbundenen Platten möglichst leicht machen muss ;
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
Das Vergnügen der Tour neigt sich seinem Ende entgegen , darum - und weil ich wieder zu Atem kommen möchte , der mir durch die Müdigkeit etwas knapp geworden ist - habe ich begonnen , ein wenig zu bummeln und die Blümchen auf der Moräne zu bewundern , die sich bemühen , diesen tristen Ort etwas aufzuheitern .
.in Tag in Uschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Die Routen bewegten sich zunächst im Bereich des sechsten , dann des siebten und schliesslich des achten Grades .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Und so konzentrierte sich das Interesse auf Gebiete , die noch weniger erschlossen waren .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Dies , nachdem die Route neu eingerichtet und die Linienführung im obersten Teil noch bestimmt werden musste .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Der Ort , wo die ( Fusion ) stattfinden soll , ist gleichzeitig auch die Schlüsselstelle der gesamten Tour .
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
Ein 7. Grad zum Einklettern und einige kurze Testzüge in den schwierigen Passagen der Route mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Schlüsselzug dienen der Einstimmung .
Zudem liegt die Hand unter dem Seil .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ein zweiter Anlauf erfolgt nur wenig später , solange der richtige Teil der Bewegungsabläufe noch im Gefühl ist .
Gabriele hat mich für das schwierige Einhängemanöver beruhigt und mir Mut gemacht .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Nur um wenige Millimeter verfehle ich den Griff .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Immer wieder fasziniert mich diese Linie durch die steil aufschiessende Platte mit ihren nur winzigen Einkerbungen .
Ich fühle mich gut .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Selber fällt mir der kleine Fehler aber kaum auf .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Der über der Linth-schlucht thronende Selbsanft ( vom Tierfed aus )
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Wie würde es hier tosen und brausen , wenn die Limmerenwasser nicht weiter oben von der Staumauer zurückgehalten würden !
Bei sommerlicher Wasserführung gäbe es hier keine Durchkommen .
Das geht auch aus der Empfehlung in den alten Clubführern hervor , diese Tour nur während der trockenen Herbstzeit zu wagen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Die Route wird jetzt allein ihrer Steilheit wegen unübersichtlich , und es braucht einiges Gespür , den richtigen Durchstieg zu finden .
In der bergseitigen Hand den Pickel , in der andern einen Skistock als Stütze , so erklimmt man am sichersten die mit anstehenden Felsen , aber auch mit lockerem Gestein durchsetzten Grasflanken .
Vom zweiten Absatz , dem Luegboden , queren wir über Schrofen und Geröll steil in die Limmeren-flanke hinein , um bald einmal auf dem kräuterbewachsenen Band vor dem Biwakplatz zu stehen .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Wir gewinnen rasch an Höhe und stehen bald unter dem markanten gelbbraunen Gratturm , dem die früheren Begeher des Grates den phantasievollen Namen ( Goldenes Horn> gegeben haben .
Anstelle von Goldadern sind es aber die letzten Rasenpolster , die den festen Fels in der Ostflanke des Turmes durchziehen .
Der ebene Platz oben auf der Bergzinne lädt geradezu zu einer Rast ein .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Johnny , athletischer Sportkletterer aus dem berühmten ( Dorf mit drei Buchstaben ) der Kreuzworträtsel , wird mit Lobesworten über seine Kletterkunst losgeschickt !
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Ein Anstieg über brüchiges Gelände führt uns zum obersten , dunklen Turm , der aus rau hem Nummuliten-Sandstein besteht .
Voll Freude klettern wir die halbe Seillänge über die Kante hinauf zur Spitze des Hauserhorns .
Gipfelrast Es ist erst zehn Uhr an diesem herrlichen Spätsommertag , und wir können uns eine ausgedehnte Gipfelrast leisten .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Wir blättern ein wenig darin und tragen unsere Besteigung ein , dankbar dafür , dass wir die Reihe begeisterter Alpinisten seit 1863 fortsetzen können .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Unübersehbar breitet sich die ganze Alpenwelt Graubündens im Osten und Süden aus , wird nur über dem Lim-merenfirn vom langgezogenen Eisrücken des Bifertenstocks verdeckt .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Die Scherben und Platten des schneefreien Gipfelkammes klirren leise unter unsern Sohlen . Zuweilen bilden sie merkwürdige Muster , deren Struktur erst aus höherer Warte erkennbar wäre .
Ein langer Abstieg Nach der Mittagsrast in einer sonnenwarmen Firnmulde steigen wir zuerst über den Griessfirn , dann über zerrissene helle Platten , Moränen , Schutt und Geröll zum Ende des Limmerenfirns hinunter .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
Im Och-senstäfeli wird uns schliesslich der schwarze , nasskalte Kraftwerktunnel aufnehmen , der uns durch den Berg zur Seilbahn bringt .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Dies erinnert mich an mein den damaligen Teilnehmern gegebenes Versprechen , die persönlichen Eindrücke niederzuschreiben , ebenso aber auch an die Gründe , warum es dann doch nicht dazu gekommen ist .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Unten in der Talebene , wo sich noch eine dünne , aber harte Schneeschicht hat halten können , gleitet ein Langläufer den schneefreien Rändern des einstigen Bachverlaufs des Beverin ausweichend , leicht auf und absteigend dahin .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Im Aufstieg über den Ostgrat von der Fuorcla Buin zum Piz Buin Grond nisse , denen eine starke subjektive Komponente anhaftet .
Jede Tour setzt sich aus einer Aneinanderreihung von vielen einzelnen Details zusammen , die erst in ihrem gegenseitigen Verhältnis wieder einen Gesamteindruck vermitteln .
Eigentlich nichts Aussergewöhnliches , etwas , das sich im täglichen Leben im Gemsen , eine auf Skitouren stets wieder anzutreffende Wildart mer wieder abspielt .
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Es kam schon vor , dass es mich in meiner periodisch auftretenden Isoliertheit grosse innere Überwindung kostete , an einer Sektionstour teilzunehmen , von der ich dann aber frohen Mutes und in meiner inneren Welt bestärkt zurückkehrte .
Dabei Messen sich öfters gute Lebensgefühle , die in schwierigen Zeiten um so seltener werden , wieder erwecken .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Dies ist sein Alltag , in dem es gilt , sich durchzuschlagen .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
George holt mich ab .
George ist Hotelier und trägt die ganze Woche piekfeine Anzüge , alles perfekt assortiert .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Doch noch fast lieber trägt George Jeans und steigt auf Berge .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan .
Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
hinüber - mit zwei Schuhen voll Wasser .
Manchmal ist der direkteste Weg auch der beste .
In den Schuhen quatscht es .
Jeder Schritt drückt das Nass aus den durchtränkten Socken zwischen den aufgeweichten Zehen nach oben .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Bisweilen allerdings verfluche ich diesen Zwang , denn Bergsteigen kann doch auch ziemlich unbequem sein .
Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Jeder Schritt ist mittlerweile zur Qual geworden . Plötzlich - ich erlebe den Moment wie eine Offenbarung :
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Nun noch die Leinen entwirren , ins Gurtzeug schlüpfen und das Fähnchen in den Wind strecken .
Aus den kurzbeinigen Erdgebundenen werden farbige Vögel .
Gleitschirmstart vom Rheinwaldhorn Richtung Westen .
Hinter dem tiefen Einschnitt des Bleniotales erheben sich die Ketten der Tessiner Berge . Photo Markus Stähet '
Wv
ss Wändli
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Der Gr .
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Knackende Zweige , knirschender Splitt und fallende Steine künden den äsenden Gemsen am heutigen , frischen Morgen das Nahen der Menschen .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
<Seht euch von , beginne ich mit prophetischer Gebärde , <wir stehen hier vor der schwierigsten Stelle der Kletterei , der Einstiegsplatte , die schon manchen Mythenkletterer in Angst und Schrecken versetzt hat . )
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hurtig klinkt Ruedi den Schraubkarabiner in die Lasche des Standhakens , dieweil seine Angetraute mit abgedrehter Hand das Partieseil in den blanken Metallkreis legt .
<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
<Es ist schon beglückend , mit einer bestimmten Kletterstelle , mit einem Berg auf du und du zu stehen ) , denke ich mir dabei , und wie ich zehn Meter höher in einer Nische meine Seilgefährten nachsichere , wandert mein Blick zu einem rundgeschliffenen Loch im Randbereich des Plattenschildes hinüber , von dem ich weiss , dass es einer leider noch nicht blühenden Feuerlilie Gastrecht gewährt .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Gibt es nicht Tage , an denen man als Bergsteiger von einem grenzenlosen Misstrauen erfüllt ist , an denen man keinem Griff mehr traut und dauernd den Boden unter den Fussen zu verlieren glaubt ?
Heute geht es recht gut .
Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
Mächtig wölbt sich die Wand über mir auf :
Hier ist kein Durchkommen mehr für Genusskletterer !
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete .
Und dann die Bergsteiger !
Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Am gefrässigsten aber zeigten sie sich auf schlüpfrigen Erdtritten und im steilen Gras .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
Seltsam , der Weg über das Wyss Wändli am Grossen Mythen :
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Dann pflegten wir das Seil um deinen Stamm zu legen und vertrauensvoll den Seilgefährten nachzusichern .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind .
Ein Jauchzer , hoch über der schräg ansteigenden , zerfransten Kante der Mythenmatt , erinnert uns daran , dass heute alle Zweibeiner , auch die gefiederten , zum Festmahl und zur Gedenkstunde eingeladen sind .
Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit : Es heisst sich sputen !
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns .
Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Erhebend , später , der Augenblick , in dem der Präsident sein Manuskript hervorkramt und seinen Mund öffnet .
Doch genau in dieser Sekunde werden Bild und Ton von einem dichten Nebelschwaden verschluckt . Ein , zwei Minuten nur - die Zeit für einige Schlückchen - , dann ist der Spuk vorbei , und ich sehe mich zu meinem grossen Erstaunen ( Wirklichkeit oder Halluzination ? )
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Au petit matin du 9 septembre 1988
Dring ... Dring ...
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Une cohorte de travailleurs se déverse de chaque wagon pour envahir les souterrains de la gare .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Le fait de devoir placer soi-même ses coinceurs , de gérer tant soit peu son itinéraire et de prendre parfois en compte son environnement immédiat favorise , nous semble-t-il , une certaine maturation du grimpeur .
Cette technique dite de « l' équipement minimum » est la méthode généralement utilisée en haute montagne , principalement dans les parois granitiques où les fissures franches permettent un assurage relativement aisé .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Enfin , ultime question d' éthique :
l' emploi de la perceuse à accumulateurs ...
Problématique pour nous sans fondement , la seule et grande entorse au défi sportif étant à nos yeux l' ouverture de voies depuis le haut ( en montagne surtout ) , procédé qui permet l' équipe d' itinéraires dans un registre de difficultés que l' auteur ne maîtrise pas forcément .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
Après avoir suivi cette voie sur quelques longueurs encore pour nous situer dans ce dédale de dalles , nous revenons au haut du socle pour aborder à gauche une veine brune très caractéristique et qui semble offrir un rocher un peu plus travaillé que les dalles noirâtres voisines .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Erigé à la limite supérieure de la forêt , le refuge et ses bucoliques alentours font naître chez le visiteur un sentiment difficile à exprimer ; une sorte de paix intime et une sérénité garantes d' un repos et d' un sommeil sans pareils ... auquel nous nous empressons de nous abandonner !
Samedi 10 septembre 1988 :
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
Notre temps est compté et nous ne pouvons gagner le sommet aujourd' hui ; c' est pourquoi .
Vue sur la Vorderspitze ( à droite ) et le Gross Simelistock ( à gauche ) depuis la face nordest de la Kingspitz Données techniques Face nordest de la Kingspitz :
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Rocher demandant par endroits certaines précautions .
Emporter :
Friends + coinceurs , cordes de 45 m , casque conseillé .
Approche : Berne-Meiringen-Willigen-Ro-senlaui , puis montée à l' Engelhornhütte ( 1901 m ) en 1 h 30. Depuis le refuge en 40 minutes au pied de la Kingspitz ( sommet à 2621 m ) .
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
^J*S Cordillera Blanca Sommaire 61 Peter Donatsch La Corse : un massif montagneux tombé en mer 69 Andreas et Claudine Mühlebach-Métrailler Courses à ski en Californie 80 Daniel Santschi Au Huascaran , dans la Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Ascensions dans l' Altaï ( Union soviétique ) 96 Johann Jakob Burckhardt Rudolf Wolf :
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Etienne Gross , Thorackerstrasse 3 , 3074 Muri , téléphone 031/52 57 87 , telefax 031/521570 ( responsable de la partie en langue allemande ) .
Albert Signer .
Impression et expédition Staempf li + Cie SA , case postale , 3001 Berne , telefax 031/240435 , CCP 30-169-8 .
Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins . Photo :
Contenu :
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Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
Nous étions à notre deuxième saison d' alpinisme , une activité que nous avions abordée presque simultanément et tardivement , la trentaine largement passée , afin de combattre avec succès les détestables effets psychosomatiques d' une existence trop sédentaire .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
Tous deux s' en furent à la cabane Bordier .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Pour quelque temps , il ne fut plus question du Nadelhorn qui avait si froidement accueilli ses visiteurs .
En fait , il n' en fut plus du tout question entre nous deux .
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Mais que sont ces mots devant la disparition d' un ami ?
Même pas une manière d' oraison funèbre .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
La station de SaasFee avait été choisie comme centre des activités et le « camp de base » fut établi dans un sympathique hôtel de tradition familiale , tenu par l' un de ces Supersaxo qui ont fait la gloire du nom soit comme guides , soit comme champions de ski .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
Une cordée de deux s' exécuta rapidement et regagna la cabane sans plus attendre .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
La montée fut sans histoire , mais le sommet ne nous parut pas assez confortable et le lieu du pique-nique fut reporté au Windjoch , qui voulut bien se montrer accueillant en ne méritant pas son nom ce jour-là .
Nous voilà donc sous les rochers sommi-taux , descendant à petits pas des plaques de glace vive .
A la montée , ces passages nous avaient paru banals , mais lorsqu' on se retrouve le nez dans le vide , les conséquences d' une chute se font soudain beaucoup plus évidentes .
Inspirent-elles quelques réflexions à notre néophyte ?
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Réponse en manière de plaisanterie et je suis loin d' imaginer qu' elle va être prise au sérieux .
Un instant plus tard , croyant avoir perçu un signal de ma part , mon interlocuteur saute le file de l' arête d' un bond et disparaît à ma vue , chutant dans le flanc sud-est , haut ici de trois cents mètres avec quarante-cinq degrés de pente , tout en neige glacée dans sa partie supérieure .
Aussitôt accroupi et incliné vers l' arrière , je donne un grand coup de piolet de la main gauche en retenant la corde de la droite .
Sentant la traction de son brin , Paul ne perd pas de temps à se retourner et s' arc sur son piolet et ses crampons comme s' il voulait se jeter dans la pente opposée :
Il l' a bien voulu , c' est le coup de force !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- D' accord , mais on veut de l' eau !
Hésitations .
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
En pareil cas , les Ecritures commandent de passer l' éponge ...
il ne me paraissait pas opportun d' empoisonner l' atmosphère de la montagne avec de basses querelles d' inten tout juste bonnes pour la plaine , et les bons souvenirs prirent rapidement le pas sur les mauvais ;
ma fainéantise fit le reste !
L' ave devait me donner raison .
Le mal des rimayes :
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
Plus modestement , j' envisageais de parcourir le Nadelgrat pour bien finir la saison 77 , avec un motif supplémentaire :
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Aux premiers jours d' octobre , nous montions à la cabane Bordier , admirant au passage un vallon morainique aussi original par sa conformation que par sa végétation .
Il me tardait d' arriver .
La cabane devait être fermée le lendemain soir et son livre d' hiver était déjà mis à la disposition des visiteurs .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Souvenir mélancolique de l' ami décédé , du temps envolé .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Pour un bref instant , je n' y comprends rien :
plus de doute , je tombe dans la rimaye . Le deuxième choc m' a fait basculer à gauche et en arrière ( je m' en rendrai compte à l' atterris ) , j' ai donc tout loisir de voir le trou qui m' a livré passage , seul objet lumineux pour l' instant , s' enfuir à toute vitesse , déjà à quatre ou cinq mètres au-dessus de moi .
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Un dernier choc , plus violent que les autres , met un terme à la dégringolade :
une étroite banquette de glace en saillie sur la paroi aval stoppe la chute et , si le deuxième choc ne m' avait pas renvoyé obliquement sous le surplomb , je passais tout droit ...
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Progressivement tendue en fin de chute , la corde a aussi contribué à amortir la réception .
Il me faut quelques secondes pour reprendre mon souffle et accommoder ma vue à l' obscu .
Tout est gris et flou .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
Etirements de bras , de mains , rien n' y fait , il me manque quelques décimètres .
Hurlements :
- Du mou !
Malgré des secousses frénétiques , la corde reste tendue à bloc .
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
Mais enfin , cet idiot là-haut ne pourrait-il pas venir voir ?
La solution du désespoir :
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Au tour des crampons , maintenant , et gare à ne rien lâcher en les laçant .
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
Une douzaine de mètres en contrebas , campé dans une position d' assurage parfaite avec un large sourire aux lèvres , Jean-Luc m' envoie une de ses expressions imagées :
- Hein , dis donc , je l' ai bien tendu , ce nylon !
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
- Dis donc , s' il y a autant de neige ici , ça sera pire en haut , on va patauger !
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Voyant le sol se fendre sur plusieurs mètres dans sa direction et craignant l' effondrement d' un vaste pont de neige , Jean-Luc s' est interdit de faire un pas de plus , avec l' espoir que j' y mette du mien , vœu exaucé dans le soulagement général .
La chose lui parut aller de soi et , plus avisé que nous , il avait réussi sa course en menant quelques compagnons au Balfrin .
Dans l' après parut un Allemand seul , porteur d' un lourd sac à claie , en provenance de la cabane des Mischabel .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
Quant au gardien , il était bien le même qu' en 1971 , mais je ne le reconnus pas .
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Le Höhberghorn était réputé entièrement neigeux , mais aujourd' hui , une étroite crête de rocher émerge tout juste des glaces sommi-tales , fournissant avec un bon nombre de sièges naturels le prétexte d' un pique-nique .
Des choses plus sérieuses nous attendent . A tout hasard , nous remettons les crampons , manœuvre peut-être superflue car il nous faut les quitter peu après pour la descente d' un ressaut rocheux , qualifié de superbe escalier dans le Guide des Alpes valaisannes .
Ne suivons-nous pas le fil avec assez de rigueur ?
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
Forts de l' ex précédente , nous abordons sans crampons l' arête qui descend ensuite au Hohbergjoch .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
La descente sur le Dürrenjoch produit heureusement un regain d' intérêt :
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
Il est question de rallier directement le val de Saint-Nicolas .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
l' un s' enfuit obliquement à grandes enjambées , décidé à profiter de la neige jusqu' au dernier mètre , un autre gagne les éboulis par la ligne de pente , pour s' y livrer à une sorte de danse de l' ours , libéré de ses derniers soucis , tandis que les deux derniers , toujours encordés , multiplient avec componction les manœuvres d' assurage dans une stricte orthodoxie !
journée a Üschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Leurs difficultés , d' abord aux alentours du 6e degré , ont atteint ensuite le 7e , et finalement le 8e degré .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ainsi l' intérêt s' est déplacé vers des régions moins explorées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
Cette dernière réalisation a exigé de rééquiper la voie et préciser la ligne de la partie supérieure .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Le point où la « fusion » est censée se produire est en même temps le passage clé de l' ascension .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
Je me mets dans l' ambiance par un 7e degré d' échauffement , puis quelques mouvements-tests dans les passages difficiles de la voie , en portant une attention particulière sur le mouvement-clé .
De plus , ma main est passée sous la corde .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Un deuxième assaut suit peu après , avant que la sensation de l' enchaînement correct des mouvements n' ait disparu .
Gabriele m' a rendu le calme et le courage nécessaires à la délicate manœuvre de mousquetonnage .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Il ne me manque que quelques millimètres pour atteindre la prise .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Cette ligne à travers la dalle verticale , avec ses minuscules entailles , ne cesse de me fasciner .
Je me sens bien .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Mais je suis à peine conscient de cette petite erreur .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Vu de Tierfed , le Selbsanft trônant au-dessus de la gorge de la Linth
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Quel déluge ce serait si les eaux de la Limmeren n' étaient pas retenues en amont par le barrage !
On ne pourrait pas emprunter ce passage en été .
Les anciennes éditions du guide du Club alpin indiquent d' ail que cette course n' est possible qu' en 41 automne .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
La pente devient si raide qu' on ne voit plus où l' on va , si bien qu' il faut un peu de flair pour trouver le meilleur cheminement .
Le piolet dans la main côté montagne , un bâton de ski comme appui dans l' autre : c' est ainsi qu' on remonte le mieux ce versant herbeux interrompu de rochers et de cailloux branlants .
Arrivés au deuxième épaulement , le Luegboden , nous rejoignons le versant Limmeren par des pierriers raides pour nous retrouver bientôt sur une vire herbeuse devant l' emplacement de bivouac , qui est plutôt un abri qu' une grotte et se compose de deux renfoncements au pied de la falaise verticale .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Nous gagnons rapidement de la hauteur et nous arrivons au pied du gendarme jaune-brun caractéristique auquel les alpinistes ont donné le nom de « corne d' or » .
Mais au Neu de filons d' or , ce sont des coussinets de gazon qui rayent le rocher du côté est du gendarme .
Le sommet de la tour , bien plat , invite au repos .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
nous envoyons au combat notre camarade Johnny , grimpeur sportif venu du « village en trois lettres » bien connu des cruciverbistes , en Plattas Alvas , sur les hauteurs du Mittler Selbsanft .
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
Nous remontons ensuite un terrain délité jusqu' au dernier gendarme , le plus sombre , formé de grès nummulitique .
Tout joyeux , nous parcourons la dernière demi-longueur sur l' arête et atteignons la cime du Hauserhorn .
Au sommet II n' est que dix heures , la journée est magnifique , nous pouvons donc nous accorder une longue pause au sommet .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Nous le feuilletons un instant avant de nous y inscrire , reconnaissants de pouvoir allonger la liste des alpinistes qui y ont écrit leur nom depuis 1863 .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Toutes les Alpes grisonnes se déploient à l' est et au sud , masquées seulement , au-dessus du Limmerenfirn , par les longs bombements glacés du Bifertenstock .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Parfois ils forment pour l' œil des motifs étranges , dont la structure d' ensemble ne se révélerait que depuis un poste d' observation plus élevé .
Une longue descente Après la pause de midi dans un creux neigeux exposé au soleil , nous descendons d' abord par le Griessfirn , puis , par des dalles claires fissurées , des moraines et des éboulis , jusqu' au bout du glacier de Limmeren .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
Enfin , à l' Och , ce sera le tunnel humide et froid de la route du barrage , puis le téléphérique .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Je me souviens que j' avais alors promis aux participants de mettre par écrit mes impressions de l' une de ces courses , et je me souviens aussi pourquoi je n' ai pas tenu ma promesse :
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Au fond de la vallée , là où une couche de neige mince mais dure s' est maintenue , un fondeur glisse , montant et descendant légèrement , en évitant les rives libres de neige de l' ancien lit du ruisseau de Beverin .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
En montant au Piz Buin Grond par l' arête est , depuis la Fuorcla Buin une autre compréhension des choses .
Chaque course de montagne se compose de nombreux détails séparés , qui ne transmettent une impression globale que par leurs relations réciproques .
Rien d' extraordinaire à cela , d' ail ; c' est quelque chose qui se produit souvent dans la vie quotidienne .
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
Il m' est arrivé plusieurs fois de devoir me faire violence pour participer à une course de section , tant j' étais enfermé dans un isolement farouche . Mais je rentrais chaque fois heureux et réconforté intérieurement .
Souvent m' envahissaient des sentiments de joie et de plénitude que je ne connaissais guère dans les temps difficiles que je vivais .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
C' est là son lieu quotidien , celui où il doit s' affirmer .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
George passe me prendre .
Il est hôtelier et , la semaine durant , porte des costumes de la meilleure coupe , toujours impeccablement assortis .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Mais il préfère encore porter des jeans ou escalader les sommets .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
« En montagne , la ligne droite n' est pas toujours la plus courte » , professé-je , plaidant l' abandon de notre descente sur la langue du glacier et un détour par la pente d' éboulis .
Aussitôt dit , aussitôt fait .
Mais le torrent , gonflé par les pluies , ne tarde pas à nous arrêter .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
George tente sa chance à un élargissement où , grâce à des pierres émergées , on devrait pouvoir passer en quelques bonds .
Je préfère longer l' obstacle dans l' espoir de rencontrer plus bas un étranglement .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
hardiment à gué , au prix de deux chaussures pleines d' eau .
Parfois , la ligne droite est tout de même la plus courte .
Un clapotis dans les chaussures .
Chaque pas tire de nos chaussettes un suc où marinent nos orteils ramollis .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
Il m' arrive tout de même de maudire cette dépendance , car l' alpinisme a ses désagréments .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Soudain , comme une révélation , très loin , à peine éclairée par le dernier rayon de lune , la petite pointe cristalline , notre but .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Démêler les suspentes , se glisser dans le harnais , tendre au vent le ruban-témoin .
Les reptiles se changent en oiseaux de couleur .
( Traduction de Denis Stulz ) Départ en parapente depuis le Rheinwaldhorn en direction de l' ouest .
Au-delà de la profonde entaille du Val Blenio se dressent les montagnes du Tessin Photo Markus Stähelin
Wv
ss Wändli ,
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Le Gr .
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
Mais voici que des branches craquent , des graviers roulent , des pierres tombent , révélant notre approche à des chamois qui broutent dans la fraîcheur du matin .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
« Regardez bien » , fais-je avec un grand geste , « nous sommes devant le passage le plus difficile de l' escalade , la première dalle , qui a déjà effrayé plus d' un grimpeur des Mythen » .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Vite , Ruedi passe le mousqueton à vis dans la sangle du piton de relais , tandis que son épouse y introduit la corde .
« Alors , attention » , dis-je encore , « il faut absolument coincer la chaussure droite , je répète , la chaussure droite , dans cette fissure , mettre la gauche en adhérence sur la dalle , décoller le derrière le plus loin possible et monter : un jeu d' enfant !
Dix mètres plus haut , je m' installe dans une niche pour assurer mes camarades de cordée et je cherche du regard un trou rond au bord du bouclier de dalles là-bas , dont je sais qu' il abrite un lis orangé ; mais celui-ci n' est pas encore en fleur .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
C' était la « pierre de l' autel » , un bloc qui présente au promeneur son côté surplombant , mais qui est facile à escalader par l' autre côté .
Mon cher ami Franz y avait quelquefois célébré un office divin quand il était gosse .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Dans n' importe quel livre de montagne , les héros franchiraient ce passage , d' une si faible difficulté , avec une aisance divine .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
N' y a-t-il pas pour tout alpiniste des jours où il est envahi d' une méfiance sans limite ? Où il n' ose plus se fier à aucune prise et croit toujours sentir le sol se dérober sous ses pieds ?
Aujourd' hui , heureusement , tout va bien .
J' arrive au relais de la vire Genecand .
Au-dessus de moi , la paroi présente un bombement puissant :
pas de passage ici pour les varappeurs !
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Pas un paysan de montagne , pas un garde-forestier , un bûcheron ou un chasseur qui n' en ait équipé ses chaussures .
Et les alpinistes , donc !
Le clou tricouni leur a ouvert de nouveaux horizons , a renforcé leur confiance en eux-mêmes et leur a donné bien des joies .
C' était un vrai plaisir de marcher dans la rue le dimanche matin , d' un pas ferme , chaussé des lourds souliers à tricounis .
Et avec raison , car les clous tricounis étaient comme de petits animaux griffus :
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Mais leur appétit se révélait encore plus vorace dans les pentes de terre glissante et d' herbe .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
Mais ceci se passait en un temps que vous n' avez pas connu , à l' époque héroïque des tricounis ! » .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
Des herbes nous caressent la figure , tandis que les fleurs , le rocher et la terre répandent leur parfum discret .
Elle est bizarre , cette voie du VVyss Wändli au Grand Mythen :
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Autrefois tu restais ferme quand je te secouais . Je passais la corde autour de ton tronc pour assurer mon compagnon de cordée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Ceci lui avait valu le surnom de « concierge du Grépon » .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
Je connais ainsi un concierge du Salbit-sud , un du Chaiserstock , un du Lauchernstöckli , un du Wildspitz et je ne serais pas étonné d' apprendre que toute montagne suisse a son concierge !
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
les fourmis qui se hâtent sur la paroi , un magnifique tychodrome échelette en train de faire sa promenade verticale , les chocards entraînés dans les courants ascendants .
Soudain , un cri de joie venu d' en haut , au-delà de l' arête oblique et effrangée de la Mythenmatt , nous rappelle que tous les bipèdes , même ceux à plumes , sont invités aujourd' hui à un repas de fête et à une commémoration .
En effet , l'«Association des amis des Mythen » , fondée en 1863 , fête son 125eme anniversaire .
Peut-être qu' on débouche déjà les bouteilles , il s' agit de se dépêcher !
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
Une traversée superbe nous attend .
La main gauche s' agrippe au bord de blocs bien solides , tandis que les pieds suivent une corniche large comme quatre chaussures .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
» avait-il annoncé à la ronde , et il s' était inscrit sur la liste d' attente auprès de moi pour la course convoitée .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
Cette longueur est un régal tant pour le sens de l' équilibre que pour le besoin de mouvement et le sens du toucher !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
» L' homme qui nous prédisait ces malheurs avait de petits yeux malicieux plissés par le sourire alors que sa tête se prolongeait en haut par un chapeau pointu et en bas par une barbiche .
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination . Et il n' était pas le seul à être si sceptique .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
Pas une minute trop tôt , ni trop tard , car la bouteille de blanc commence juste à circuler devant le décor formé par le refuge des Mythen .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
l' instant est solennel . Mais juste à ce moment , le son et l' image sont happés par une traînée de brouillard .
Cela dure une minute ou deux , le temps de boire quelques gorgées , puis le nuage glisse plus loin , mais je me vois alors , à ma grande stupéfaction ( réalité ou hallucination ?) , entouré de beaux garçons en uniforme à tresses d' or .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Mais il y a là aussi un groupe de messieurs moustachus et très dignes , bien alignés pour la photo , en chapeau , col fermé , gilet , chaîne de montre .
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

View File

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
9. September 1988 , bei Tagesanbruch
Dring ... dring ...
Wie mühsam ist das Aufstehen noch vor dem Morgengrauen ( es ist 4.45 Uhr morgens ) , vor allem , wenn man im warmen Bett zu Hause liegt und nicht in einer Hütte oder einem Biwak !
Die Enge und Unbequemlichkeit eines solchen <Basislagers> fördert naturgemäss einen ziemlich schnellen Wechsel in die Senkrechte . Und das gleiche gilt für den durch das bevorstehende Unternehmen ( Anmarschweg oder Klettertour ) ausgelösten Wunsch nach Bewegung .
Ausserdem braucht man die Unannehmlichkeiten nicht allein zu ertragen !
Dagegen fehlt zu Hause , wenn die ganze Stadt noch schläft , erschöpft von der Arbeit des Tages oder einem stürmischen Samstagabend , ein solcher Anreiz vollkommen .
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Schnell ziehe ich mich an , esse eine Schale Getreideflocken mit gutem Zitronensaft , nehme den am Vorabend sorgfältig gepackten Sack auf meinen noch vom Schlaf steifen Rücken und öffne die Tür :
Einfahrt des Intercity-Zuges von Genf/Aeroport nach Bern , Abfahrt 6.02 Uhr , Wagen 2. Klasse an der Spitze , Speisewagen in der Mitte , ...> Bequem in einem leeren Wagen installiert , sinne ich darüber nach , wie diese beiden Klettertage mit Daniel Anker , einem meiner getreuen Gefährten des Sommers , wohl sein werden . Mit Daniel , der mir am Telefon von seinem Wunsch erzählt hat , am Kingspitz , einem berühmten Gipfel in der Gruppe der Engelhörner , eine neue Route zu eröffnen .
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Zudem , und das wird unser Hauptproblem sein , werden wir uns beeilen müssen , denn Daniel wird morgen abend in Bern zurückerwartet .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
Ein Heer von Arbeitern ergiesst sich aus den Wagen und verschwindet in der Tiefe des Bahnhofs .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Mir bricht der Schweiss aus :
Wir haben versäumt , einen Treffpunkt auszumachen !
Was tun , damit wir uns in dieser Menschenflut finden ?
Zum Glück wird der Menschenstrom langsam etwas dünner , das Vorankommen ein bisschen leichter , und ich habe gerade noch Zeit , ein Stück einer roten Hose und einen Trek-kingschuh zu entdecken , die um eine Treppenecke verschwinden .
Mit der Überlegung , dass der durchschnittliche Beschäftigte im Dienstleistungssektor im allgemeinen nicht solche Attribute hat , beginne ich eine wilde Verfolgungsjagd , die mich bald in die Nähe des fraglichen Schuhs bringt , neben dem netterweise ein zweiter auftaucht , so dass sie ein Paar bilden .
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Zum Kingspitz Zuerst müssen wir das für unsere Besteigung notwendige Material auswählen , wobei einige wichtige Entscheidungen nötig werden .
Obgleich uns das Biwakieren im Freien viel Freude macht ( wir tun es so oft wie möglich ) , entschliessen wir uns gleich zu Beginn , in der Hütte zu übernachten . Das erspart uns Gewicht , weil wir nur eine Nacht in den Bergen zubringen werden .
Anschliessend müssen wir uns entscheiden , welche Taktik wir für die Ausrüstung der Route wählen wollen :
Sollen wir die Seillängen und Standplätze vollkommen mit Bohrhaken ausgerüstet lassen , wie man es im allgemeinen im Klettergarten macht ? Oder sollen wir einen Mittelweg einschlagen , der darin besteht , nur die Standplätze ( zum Abseilen ) und jene kompakten Partien auszurüsten , bei denen eine Sicherung mit Klemmkeilen nicht möglich ist ?
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Die Tatsache , die Klemmkeile selbst anbringen zu müssen , seine Route sowenig wie möglich auszurüsten und manchmal Rücksicht auf die direkte Umgebung zu nehmen , begünstigt , wie uns scheint , einen Reifeprozess beim Kletterer .
Diese sogenannte Technik der ( Minimalabsicherung ) ist die im allgemeinen im Hochgebirge angewandte Methode , vor allem in Granitwänden , in denen die freiliegenden Risse eine verhältnismässig einfache Sicherung ermöglichen .
Sie wird dagegen in Kalkwänden selten benutzt , weil sich einerseits diese Gesteinsart weniger gut eignet und andererseits der Einfluss der Klettergärten , wo die ganze Ausrüstung an Ort und Stelle vorhanden ist , sich dort entscheidend bemerkbar macht .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Aber man muss diese Zahl im richtigen Verhältnis sehen .
Nach Abzug der an den Standplätzen angebrachten Haken bleiben nur noch etwa dreissig Sicherungspunkte für die Seillängen , also im Schnitt drei Bohrhaken für jede .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Schliesslich ein letztes , ethisches Problem :
die Verwendung des batteriebetriebenen Bohrers .
Der einzige und schwere Verstoss gegen die sportliche Herausforderung ist die Eröffnung der Routen von oben ( vor allem im Gebirge ) , ein Vorgehen , das die Ausrüstung von Routen erlaubt , deren Schwierigkeitsgrade der Autor nicht notwendigerweise beherrscht .
Nachdem diese Probleme gelöst sind , müssen wir nur noch unsere Lasten so ordnen , dass sie dem Aufnahmevermögen unserer Rucksäcke entsprechen , und dann mit munterem Schritt den herrlichen Weg zur Engelhornhütte in Angriff nehmen .
Es ist 11 Uhr vormittags .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir dieser Route noch einige Seillängen gefolgt sind , um uns in dem Plattenlabyrinth zu orientieren , kehren wir auf die Höhe des Sockels zurück , um uns links einer markanten braunen Ader zuzuwenden , deren Fels etwas stärker strukturiert wirkt als die benachbarten schwärzlichen Platten .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Gleich darauf bestätigt sich diese Verheissung .
Doch die auftretenden Gleichgewichtsund Adhäsionsprobleme können uns nicht daran hindern , Gedanken und Blicke über die Grate und Gipfel rings um uns schweifen zu lassen .
So bewundern wir mit Vergnügen zwei Seilschaften , die den Westpfeiler der Vorderspitze ersteigen . Es ist eine sehr schöne klassische Route des oberen vierten Schwierigkeitsgrades ;
Wir selbst bleiben an unserer kalten Nordostwand im Schatten . Darum halten wir , als wir beschliessen , unser Material am fünften Standplatz zu deponieren , unsere Faserpelzjacken nicht für überflüssig . Danach kehren wir um , seilen uns ab in Richtung Hütte , wo wir kurz vor Einbruch der Nacht eintreffen .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Die an der Waldgrenze erbaute Hütte weckt zusammen mit ihrer bukolischen Umgebung im Besucher ein schwer zu beschreibendes Gefühl , eine Art inneren Frieden und Heiterkeit , Garanten für Erholung und einen unvergleichlichen Schlaf . Wir beeilen uns , das zu beweisen !
Samstag , 10. September 1988 :
zweiter Akt Während wir am Vorabend allein in der Wand waren , gibt es heute mehr als zehn Seilschaften , Anwärter auf die klassische Route . Das bestärkt uns in unserem Entschluss , den Heim zu tragen .
Wir sind besonders froh über ihn , als ein zischendes Geräusch herunterkommende Steine ankündigt ;
aber die zum Glück bemerkenswerte Seltenheit herunterregnenden Gerölls verdient es , die Korrektheit und Meisterschaft der uns benachbarten Seilschaften zu betonen . Im Plattenpanzer der Kingspitz-Nordostwand Im Augenblick , als wir unser Materialdepot erreichen , kommen wir in den Genuss der einzigen , allerdings nur kurzen sonnigen Phase des Tages .
Es sei noch bemerkt , dass wir an Stand 5 und Stand 7 zu unserer Überraschung uns unbekannte alte Reihen von Haken und Bohrhaken gekreuzt haben , zwei einstige Routenführungen , die sich offensichtlich zu unserer Linken fortsetzen .
Der zweite Teil unserer Route , oberhalb von Stand 8 , erfordert bald grössere Vorsicht wegen der Qualität des Gesteins , dies um so mehr , als wir jetzt oberhalb der in der klassischen Route kletternden Seilschaften sind .
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Unsere Zeit geht zu Ende , wir können den Gipfel heute nicht mehr erreichen .
Darum beginnen wir nach einer letzten , mit der klassischen Route von 1938 zusammenfallenden Seillänge - zur Beruhigung meines Gewissens - , uns abzuseilen . Wir erreichen das Tal in Rekordzeit .
Wenn Daniel sein schönes Bern erreicht , wird das Nachtessen kalt sein und die Tischgesellschaft etwas enttäuscht .
Mir bleiben dann noch einige Stunden Bahn und Bus , ehe ich wieder in das schöne weiche Bett schlüpfen kann , das ich kaum vierzig Stunden vorher verlassen habe .
.... ..„pitz- Nordostwand auf Vorderspitze ( rechts ) und Gross Simelistock ( links ) Technische Angaben Vgl. MB 3/89 , S. 116 Nordostwand des Kingspitz :
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Stellenweise erfordert der Fels einige Vorsicht .
Friends und Klemmkeile / 45-m-Seile / Heim ratsam Zugang :
Bern-Meiringen-Willigen-Rosen-laui , dann Aufstieg zur Engelhornhütte ( 1901 m ) in 1 Std. 30 Min. , von der Hütte 40 Min. bis an den Wandfuss des Kingspitz ( Gipfel 2621 m ) Eröffnung :
Abseilen von Stand 13 ( 45-m-Seile ; maillons rapides vorhanden ) oder vom Gipfel über die Westflanke Erstbegehung :
Daniel Anker und Michel Piola , 9. und 10. September 1988 Aus dem französischsprachigen Teil .
Inhalt 61 Peter Donatsch Korsika - ein Gebirge fällt ins Meer 69 Andreas und Claudine Mühle-bach-Métrailler Skitouren in Kalifornien 80 Daniel Santschi Am Huascaran in der Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Bergtouren im Altai , Sowjetunion 96 Johann Jakob Burckhardt Eine Alpenreise von Rudolf Wolf im Jahre 1835 Herausgeber Redaktion Schweizer AlpenClub , Zentralkomitee ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Publikationenchef CC Gotthard 1989-1991 Dr. Hansjörg Abt , Telefon 01/2581261 , Telefax 01/251 4424 .
Umschlagbild :
Etienne Gross , Thorackerstr. 3 , 3074 Muri , Telefon 031/525787 , Telefax 031/521570 ( verantwortlich für den deutschsprachigen Teil ) .
Graphische Gestaltung Gottschalk+Ash Int'l Layout Thomas Petraschke G + A Markus Lehmann , Stämpfli + Cie AG Anzeigenverwaltung Künzler-Bachmann AG , Geltenwilenstrasse 8a , Postfach 926 , 9001 St.Gallen , Telefon 071/235555 , Telefax 071/236745 .
Albert Signer .
Druck und Expedition Stämpfli + Cie AG , Postfach , 3001 Bern , Telefax 031/240435 , Postscheck 30-169-8 .
Erscheinungsweise Monatsbulletin in der zweiten Monatshälfte , Quartalsheft in der zweiten Hälfte des letzten Quartalsmonats .
Blick vom Hochland auf die Gipfel der Cordillera Blanca ( Peru ) Photo :
Daniel Santschi , Solothurn 102 Michel Ziegenhagen Ein Berg der Überraschungen 114 Michel Marthaler Die penninischen Decken in den Walliser Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ) :
Schweiz , jährlich Fr. 42.- , Ausland , jährlich Fr. 58.- .
Quartalsheft einzeln für SAC-Mitglieder Fr. 7.- , für Nichtmitglieder Fr. 10.- ;
Monatsbulletin Fr. 2.- .
auf PTT-Formular 257.04 . ( Mitglieder-Nr. beifügen ! )
Inhalt :
Die Beiträge geben die Meinung des Verfassers wieder .
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Zugeschickte Beiträge :
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Die Redaktion entscheidet über die Annahme , die Ablehnung , den Zeitpunkt und die Art und Weise der Veröffentlichung .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
lin Berg der Überraschungen
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Erster Angriff
Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
Für uns beide war es die zweite alpinistische Saison . Wir hatten uns diesem Sport fast gleichzeitig und spät , lange nach dem dreissigsten Lebensjahr , zugewandt , um die schlimmen psychosomati-schen Folgen einer allzu sesshaften Lebensweise erfolgreich zu bekämpfen .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Hatten wir nicht im vergangenen Sommer das Finsteraarhorn bestiegen , und würden wir nicht in einigen Monaten zum Montblanc und zum Matterhorn zurückkehren ?
Glücklich sind die Ahnungslosen !
Es gibt Gipfel , die sich beim ersten Versuch ohne Widerstand besteigen lassen , als hätten sie von vornherein ihr Einverständnis erklärt .
Andere dagegen zwingen durch immer neue Hindernisse zu vielfachen Versuchen , so dass man sich am Ende von ihnen verabscheut fühlt ; es scheint , als hause ein böser Geist im Berg .
Es gibt noch eine dritte Art , deren Vertreter sich zunächst in einem freundlichen Licht zeigen , dann aber einen üblen Trick bereithalten , eine Art coup de Jarnac , einen heimtückischen Streich , der die Fähigkeiten des Kletterers auf eine harte Probe stellt .
Ein solcher Gipfel war für mich das Nadelhorn . Doch wenn ich das Gebirge schon personifiziert habe , wie es jeder , der sich oft an ihm misst , unweigerlich tut , will ich doch schleunigst erklären , dass die wichtigste Ursache der schlimmen Ereignisse , die berichtet werden , im menschlichen Verhalten zu suchen ist . Die folgenden Zeilen werden das deutlich zeigen .
Es liess uns allerdings rasch wissen , dass es unseren Plänen nicht zustimmte . Kurz vor der Tour musste ich aus einem zwingenden Grund , der mir nicht im Gedächtnis geblieben ist , absagen .
Es hätte aber mehr gebraucht , um André zu entmutigen , der mit seiner unermüdlichen Unternehmungslust in einem andern Kollegen einen Gefährten fand .
Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
Am nächsten Tag ereignete sich während der Tour ein äusserst seltener doppelter Zwischenfall .
Beim Aufstieg versank der Kollege , der auf dem Riedgletscher voranging , plötzlich , mit den Ski an den Fussen , zur Hälfte in einer Spalte .
Etwas höher , in der Nähe des Windjochs , musste die Tour dann wegen überreichlicher Neuschneemengen ein Ende finden .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Für einige Zeit war das Nadelhorn , das seine Besucher so unliebenswürdig empfangen hatte , kein Thema mehr .
Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
Drei Jahre später , am ZinalRothorn , fand André sozusagen vor meinen Augen bei einem unglücklichen Pendelsturz von rund zehn Metern , in einer Passage ohne Schwierigkeit , den Tod .
Wenn ich mir diese abschätzige Bewertung der Passage erlaube , dann , weil ich mehrfach aus geringerer Höhe gestürzt bin ( von einem dieser Stürze wird später noch die Rede sein ) - ohne einen Pendel ( in diesem Fall freiwillig ) in gleicher Grössenordnung zu erwähnen - , das Ganze mit unbedeutenden Schrammen .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Aber welchen Sinn haben solche Worte , wenn ein Freund den Tod findet ?
Nicht einmal den einer Art Leichenrede .
Erinnern sich diejenigen , die uns damals geholfen haben , noch an den 12. August 1973 ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag . Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
Traditionsgemäss setzt L'Arole ( ein kleiner Genfer Club von Bergsteigern ) ihren grossen Jahresausflug auf diesen Zeitpunkt fest ;
Auf diese Weise brachte mich der Genfer Bettag des Jahres 1971 unter tragikomischen Umständen zum Nadelhorn .
Als Zentrum unserer Unternehmen war Saas Fee ausgewählt worden . Das ( Basislager ) befand sich in einem sympathischen familiären Hotel , das von einem jener Supersaxo geführt wurde , die als Bergführer oder als meisterhafte Skifahrer den Ruhm dieses Namens begründet haben .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Vielleicht durch den zu dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Besucherstrom überrascht , machte sich auch der Hüttenwart auf , marschierte in gutem Tempo und überholte uns mühelos .
Wir rechneten darum damit , das notwendige Bier für unsern wachsenden Durst zu erhalten .
Wie gross war unser Kummer , als wir feststellen mussten , dass uns das kostbare Nass , das an den andern Tischen in Strömen floss , ohne Erklärung oder sichtbaren Grund verweigert wurde .
Beim Nachtessen spielte sich dasselbe mit dem Wein ab , der Hüttenwart behauptete sogar zu Unrecht , wir hätten unsere Bestellung nicht früh genug aufgegeben !
Wir erhielten nur gerade das uns reglementarisch zustehende Wasser .
Am nächsten Tag waren wir fünf , die auf das Nadelhorn wollten .
Eine Zweierseilschaft kam schnell voran und erreichte die Hütte , ohne weiter zu warten .
Ich führte die folgende , unterstützt von Paul Delisle , dem getreuen Gefährten unzählbarer Unternehmungen im Gebirge . Zwischen uns hatten wir ein neues Mitglied .
Der Aufstieg verlief ereignislos , doch der Gipfel schien uns nicht bequem genug , wir verlegten darum den Picknickplatz zum Windjoch , das sich als sehr freundlich erwies , weil es seinen Namen an diesem Tag nicht verdiente .
Wir sind also unter den Gipfelfelsen , steigen mit kleinen Schritten über Blankeisplatten ab .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Eine eher scherzhafte Antwort ; ich bin weit davon entfernt , mir vorzustellen , dass sie ernstgenommen werden könnte .
Einen Augenblick später springt mein Fragesteller , im Glauben , er hätte ein Zeichen von mir erhalten , mit einem Satz über die Gratkante . Während er in die Südostwand stürzt , die hier bei einer Neigung von 45 Grad dreihundert Meter hoch ist und im oberen Teil gänzlich mit vereistem Schnee bedeckt , verschwindet er aus meinem Blickfeld .
Sofort vollführe ich , zusammengekauert und nach hinten geneigt , mit der linken Hand einen mächtigen Schlag mit dem Pickel , während ich mit der rechten das Seil halte .
Paul spürt den Zug an seinem Seilstück , dreht sich unverzüglich um und stemmt sich auf seinen Pickel und die Steigeisen , als wolle er sich in den entgegengesetzten Hang stützen :
reiner Reflex . Eine perfekte Verankerung , nichts rührt sich , und unser ( Experimentator ) zögert nicht , gut gesichert wieder aufzutauchen ; er scheint mit seiner gefährlichen Posse recht zufrieden .
Wir hätten ihn mit Vorwürfen überhäufen sollen , waren aber viel zu froh , dass alles so gut abgelaufen war , und haben darum kaum daran gedacht .
Übrigens hatte ich bis dahin nur einfache Abrutscher zu halten gehabt und war gar nicht böse , meine Ansichten auf diese Weise bestätigt zu sehen .
Im Hintergrund Rimpfischhorn und Monte Rosa Windjoch wurde eins der fröhlichsten , verschönt durch eine auf meinem kleinen Kocher bereitete Bouillon , eine Köstlichkeit , die uns der ( Waffenstillstand ) der Winde an diesem Tag zugestand .
Was können wir von diesem übellaunigen Hüttenwart zur Stillung unseres Durstes anderes erbitten als Wasser ?
<Das gibt es nicht .
Ich öffne die Küche erst um 18.00 Uhrb Wir hätten jedoch gern geholfen . Er hat es so gewollt :
Jetzt kommt es zum Gewaltstreich !
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Löschen Sie die sofort , das ist gefährlich ! )
- ( Einverstanden , aber wir wollen Wasser ! )
Wenn wir nur zwei wären , hätte er genug Kraft , um uns hinauszuwerfen . Aber bei fünf entschlossenen Burschen sollte man doch besser überlegen .
( Gut , ich mache Ihnen Wasser ) .
Während des Blick vom Gipfel des Ulrichshorns auf Nadelhorn , Stecknadelhorn und Höhberghorn Abends lässt sich der Zerberus zu dem Geständnis hinreissen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
In einem solchen Fall fordert die Heilige Schrift , dass man verzeiht .
Am nächsten Morgen dann eine fröhliche Abfahrt nach Saas in Gesellschaft eines Bergführers , eines gesprächigen Manns und Patrons der ersten Wirtschaft , auf die wir treffen .
Er lässt uns unser Elend vergessen , indem er uns soviel Bier serviert , wie wir wollen .
Danach rät man mir , wegen unseres Missgeschicks der hüttenbesitzenden Sektion ( dem Akademischen Alpenclub von Zürich ) zu schreiben und mich zu beklagen . Ich habe nichts unternommen ;
es schien mir unpassend , die Gebirgsatmosphäre durch kleinliche Verwaltungsstreitigkeiten zu vergiften , die in der Ebene gerade noch hingehen mögen . Bald gewannen die guten Erinnerungen Oberhand über die schlechteren ;
meine Faulheit besorgte den Rest .
Die Zukunft sollte mir Recht geben .
Die Drohung der Bergschründe :
Eine sehr kritische Situation Nachdem ich das Nadelhorn von der Saaser Seite bestiegen hatte , schien es mir angezeigt , dasselbe auch von der Seite von Ried aus zu tun .
Die Lektüre des Guide des Alpes valaisannes hatte mich begeistert .
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Ich plante - bescheidener - , als guten Abschluss der Saison 1977 den Nadelgrat zu begehen .
Es ging gewissermassen darum , nach André Berneys Fehlschlag die Herausforderung anzunehmen und der Spur des so früh verstorbenen Gefährten meiner Anfänge wieder zu begegnen .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Für einmal ging es nicht um Kletterei , sondern um reinen Alpinismus .
Anfang Oktober stiegen wir zur Bordierhütte auf , bewunderten unterwegs ein kleines , sowohl in seiner Form als auch durch seine Vegetation bemerkenswertes Moränental .
Mir lag daran anzukommen .
Die Hütte sollte am nächsten Abend geschlossen werden , und das Winterbuch stand bereits den Besuchern zur Verfügung .
Sobald wir angekommen waren , den Band durchzublättern und Andres schon sieben Jahre alte Eintragung zu finden , war Sache eines Augenblicks .
Melancholische Erinnerung an den verstorbenen Freund , die vergangene Zeit .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Am Sonntagmorgen nahmen wir nach einem langen Umweg über den Riedgletscher den Nordosthang des Galenjochs in Angriff .
Als derjenige , der die Tour vorgeschlagen hatte , führte ich die Seilschaft , und Jean-Luc hatte , obgleich er seit ganz kurzer Zeit Berg führerAspirant war , diese Ordnung stillschweigend akzeptiert .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Misstrauisch tappe ich auf dem steilen Hang voran , prüfe die Schneehöhe dabei mit dem Pickel ; der harte Grund verschwindet immer mehr .
Plötzlich ist alles um mich her weiss , als sei mein Kopf in einen Sack Mehl oder ein Federbett getaucht .
Einen kurzen Augenblick lang verstehe ich nichts ;
kein Gefühl zu stürzen , so wie man es in einem Lift spürt , der bei der Fahrt nach unten beschleunigt oder bei der Aufwärtsfahrt verlangsamt , wobei man meint , der Magen steige einem bis in den Hals .
Ein Stoss von hinten , dann einer von vorn , und jetzt ist alles schwarz :
Kein Zweifel , ich falle in den Bergschrund .
Der zweite Stoss hat mich nach links und nach hinten geworfen ( es wird mir bei der <Landung> bewusst ) , ich habe also alle Musse zu sehen , wie das Loch , durch das ich gefallen bin - es ist im Augenblick das einzig Helle - , sich in grösster Geschwindigkeit entfernt und bereits vier oder fünf Meter über mir ist .
Wir waren mit straffem Seil gegangen .
Wenn ich so tief fallen konnte , dann , weil ich aus einem unverständlichen Grund Jean-Luc nachgezogen hatte .
Diese Folgerung hätte mich vor Entsetzen zu Eis erstarren lassen sollen .
Aber nein , sie lässt mich vollkommen gleichgültig , wie irgendetwas Belangloses .
Einen Kameraden versinken zu sehen , hätte mir mein ganzes Innere zusammengezogen .
Aber nichts dergleichen :
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Doch das wäre eine zu weitgehende Interpretation .
Ich war ganz einfach eine Sekunde lang wie erstarrt , und jetzt ist es zu spät , um noch irgend etwas zu versuchen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ein letzter Stoss , heftiger als die vorhergehenden , setzt dem Fall ein Ende .
Ein schmales , aus der talseitigen Wand vorspringendes Eisbankett beendet den Sturz ; wenn mich der zweite Stoss nicht schräg unter den Überhang geworfen hätte , fiele ich jetzt glatt daran vorbei .
Der Rucksack fängt einen Teil des Schlages ab , ein praktisch abgerissener Tragriemen wird das später zeigen .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Das am Ende des Falls zunehmend stärker gespannte Seil hatte ebenso dazu beigetragen , den Aufprall zu dämpfen .
Ich brauche einige Augenblicke , um wieder zu Atem zu kommen und meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen .
Alles ist grau und unscharf .
Mechanisch fahre ich mit einer Hand über meine Nase .
Meine Brille ?
Sie ist sieben oder acht Meter tiefer ( so viel bin auch ich gestürzt ) auf dem Grund des Bergschrundes verschwunden , in einem finstern und unergründlichen , zwischen Eis und Fels gähnenden Trichter . Mir ist als einziges Andenken an sie ein Kratzer auf der Nase geblieben .
Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
grünliche , bestürzende Eiswülste , Bahnen von Faulschnee , bergwärts schwärzlicher Fels .
Hinaus , und schnell !
Er muss mir fortgerutscht sein . Unwahrscheinliches Glück :
Er ist anderthalb Meter unter mir in einem Loch hängengeblieben .
Ich recke die Arme , strecke die Hände aus , nichts nützt , mir fehlen mehrere Dezimeter .
<Seil geben ! )
Trotz wildem Rütteln bleibt das Seil straff gespannt .
Ich hatte vergessen , dass Töne aus einer verdeckten Spalte nicht hinausdringen .
Aber könnte schliesslich der Idiot da oben nicht mal kommen und nachsehen ?
Ein verzweifelter Entschluss :
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Im letzten Moment greife ich das unentbehrliche Werkzeug und kehre in eine vernünftigere Position zurück .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Jetzt die Steigeisen , und aufgepasst , dass ich nichts fallen lasse , während ich sie anschnalle .
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Der Stiel war mir einmal gebrochen . Er wurde in Chamonix durch die Hilfe des Papa Moser ersetzt , des Mitbegründers eines für die Herstellung von Bergsteigermaterial berühmten ( heute leider verschwundenen ) Hauses , in dem er der Spezialist ( der letzte ) für hölzerne Pickelstiele geworden war .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Zu meiner Linken zeigt eine unbestimmte , schräge und gekrümmte Rampe , in die ich Stufen und Griffe schlagen muss , die Ausstiegsmöglichkeit an .
Jean-Luc wacht :
Jedem Schritt folgt das Seil , stets straff gespannt .
Nach einigen Metern dringt es , schräg zur Talseite hin , in den Schnee ein und hat eine lästige Neigung , mich gegen die Wand zu drängen .
Ein heftiger Kampf , Verklemmen und Verstemmen ( die ebenfalls überhängende bergseitige Lippe des Bergschrundes ist näher gekommen ) , dann tauche ich , von der Sonne geblendet , mit halbem Körper auf , die Arme auf den Rand des Loches gestützt .
Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
Etwa ein Dutzend Meter weiter unten hat sich Jean-Luc , in perfekter Sicherungsposition und mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen , festgesetzt . Mir tönt eine seiner prächtigen Bemerkungen entgegen :
<He , hör mal , ich habe das Seil doch gut gehalten ! )
Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
<Hör mal , wenn hier so viel Schnee liegt , ist das oben noch schlimmer , wir werden Schwierigkeiten haben ! )
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
Seilschaften in der Nordwand der Lenzspitze ( im Aufstieg zum Nadelhorn ) Ein letzter Blick :
Das Seil hat von dem an der unteren Lippe des Bergschrunds zusammengewehten und aufgehäuften Schnee eine grosse Ecke abgeschnitten , so dass ich doppelt so tief stürzte .
Jean-Luc , der den Boden sich mehrere Meter in seiner Richtung spalten sah und das Einbrechen einer grossen Schneebrücke fürchtete , hatte sich jeden weiteren Schritt versagen müssen , in der Hoffnung , ich würde mein Möglichstes tun . Ein Wunsch , der zur allgemeinen Erleichterung erhört wurde .
Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
Ihm schien die Sache einleuchtend ; er , der vorsichtiger war als wir , hatte seine Tour , bei der er einige Personen zum Balfrin geführt hatte , erfolgreich beendet .
Am Nachmittag tauchte von der Mischabelhütte her ein einzelner Deutscher mit einem schweren Rucksack auf .
Dieser Bursche musste ohne Seil die beiden Bergschründe des Windjochs und Gott weiss wieviele Spalten , die einem den Schauder einjagen können , passiert haben .
Verrückt oder ahnungslos ?
Ganz bestimmt ist das Gebirge eins der letzten Gebiete der Erde , wo ständig Wunder geschehen , aber sich darauf zu verlassen , wäre der Beweis einer sehr ungesunden Naivität .
Und ich habe die Bergschründe für lächerliche Risse gehalten !
Ein mühelos revidiertes Urteil . Auf den Tag genau eine Woche später wurde die Bordierhütte durch einen Brand ( war die Gasbeleuchtung schuld ? )
Mit ihr verbrannte das Hüttenbuch voll der kostbaren Erinnerungen .
Freunde von einst , wer wird euch jetzt aus der ewigen Nacht erstehen lassen ?
Die hundertunderste der schönsten Touren Die Abdachung der Rieder Seite hatte also zwei zu null gesiegt , uns im Frühjahr und im Sommer zu Boden gezwungen .
Verärgert hatte ich sie während einiger Jahre aus meinen Plänen gestrichen . Erst Anfang August 1986 bin ich mit drei Mitgliedern des sympathischen Skiclubs von Epalinges - alle erprobte Alpinisten - dorthin zurückgekehrt .
Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
Um alle Chancen auf unserer Seite zu haben und Abwechslung in das Vergnügen zu bringen , hatten wir geplant , das Galenjoch von rechts her , vom Pfad zur Bordierhütte aus , in Angriff zu nehmen . So wollten wir den Weg über den Riedgletscher vermeiden , dann den Grat und die steilsten , in dieser Jahreszeit vermutlich vereisten Schneepartien hinaufsteigen .
Ein verdriesslicher Zwischenfall machte diesen schönen Plan zunichte :
Es schien mir aber nicht klug , ihn die untere Zunge des Gletschers , eine nicht zu umgehende Passage auf dem Weg zur Hütte , allein und bei Nacht traversieren zu lassen .
Also musste der Schlachtplan umgestossen und der Feind von hinten attackiert werden , das heisst , wir mussten das Nadelhorn von der Mischabelhütte aus traversieren und anschliessend über die Route absteigen , die wir uns für den Aufstieg vorgenommen hatten .
Übrigens , verlangt nicht ein alter militärischer Grundsatz , die Höhen zu behaupten , um die Oberhand zu behalten ?
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
Es folgte eine Reihe angenehmer Überraschungen .
Hinter der alten war eine neue Hütte gebaut worden ( ich hatte es vergessen ) , grösser und schöner . Die alte bot nun zusätzlichen Schlafraum , wahrscheinlich war sie auch das Winterlokal .
Über dem Eingang ein Schutzdach , unter dem sich - zwar im Freien , doch vor schlechtem Wetter geschützt - bequem zehn Seilschaften bereit machen oder ihre Ausrüstung ablegen können ; dann eine reichlich mit Bänken ausgestattete Halle , ebenso mit Kästen , in denen Schuhe und Material in guter Ordnung unter Folgende Doppelseite :
Auf einer Seite der Halle befinden sich Waschräume , Duschen und Toiletten mit Wasserspülung , ein Luxus in dieser Höhe ( 3300 m ) ;
bis jetzt hatte ich das nur in den BrentaDolomiten erlebt , wo die höchste Hütte nicht viel über 2500 Metern liegt .
Als Essraum dient ein regelrechtes Panorama-Restaurant , in dem eifriges , liebenswürdiges Personal bedient .
Ich muss hinzufügen , dass die Hütte an jenem Abend mehr als vollbesetzt war , wir wurden sogar zum Schlafen ins alte Gebäude geschickt . Das hatte den Vorteil , dass wir dort weniger gestört wurden .
Es war wirklich derselbe wie 1971 , aber ich erkannte ihn nicht wieder .
Ich schaute verstohlen durch den Schalter , durch den Bestellungen aufgegeben und das Essen gereicht wird , und sah , wie er friedlich seine Küchenmannschaft ( man könnte fast von einer Brigade sprechen ) leitete . Als der ( Grosskampf ) vorbei war , ging er vor die Hütte , um Luft zu schöpfen und mit einigen seiner Gäste zu plaudern , wie es irgendein anderer Wirt auch tun würde .
Trotz des Zustroms an Besuchern wurde uns zum Nachtessen ein richtiges Menü serviert , und das zu einem für diese Höhenlage sehr annehmbaren Preis , dazu alle gewünschten Getränke .
Den brummenden Bären , der uns einst so schlecht behandelt hatte , gab es nur noch ganz unscharf und blass in der Erinnerung .
Unser vierter Mann stiess mitten in der Nacht zu uns ; er hatte von Saas Fee her nur zwei Stunden gebraucht .
Er verlor keine Spur seiner guten Laune , als sich herausstellte , dass der Rest an Trinkbarem , den ich für seinen Durst beiseite gebracht hatte , in der Kehle eines Skrupellosen verschwunden war .
Obgleich die Nacht für ihn sehr kurz wurde , brachen wir doch mit dem Hauptharst auf , um als erste auf dem Gipfel des Nadelhorns zu sein und uns einen ordentlichen Imbiss zu leisten . ( Die nächsten Stunden verliefen eindeutig weniger angenehm , es sei hier nur ganz allgemein darauf angespielt ! )
Und nun der Nadelgrat !
In unserer Hast , die Gipfelfelsen hinunterzusteigen , verpassen wir die kurze Traverse , die auf die Gratkante führt ; ein erster falscher Weg , weil ich einen Augenblick nicht aufmerksam war .
Wieder aufsteigen ?
Das kommt nicht in Frage , das hiesse , den Irrtum öffentlich zuzugeben , und ausserdem scheint sich eine Seilschaft in der richtigen Passage auch nicht wohler zu fühlen .
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
Wer hat wohl in dem stumpfen Gipfel ■# * des Stecknadelhorns eine Stecknadel gesehen und dem Berg diesen komischen Namen gegeben ?
Aber was soll ich mit meinem Namen sagen , der in der Romandie , in der ich doch schon immer gelebt habe , Gegenstand nicht weniger Scherze ist ? Höchstens , dass ich vielleicht von meinen sehr fernen ziegen-haften und namensgebenden Vorfahren eine starke Vorliebe für steiles , jäh abfallendes Gelände mitbekommen habe .
Das Höhberghorn steht im Ruf , gänzlich schneebedeckt zu sein , aber heute ragt ein schmaler Felskamm grade knapp aus dem Gipfeleis . Mit einer Anzahl natürlicher Sitzplätze liefert er den Vorwand für ein Picknick .
Auf alle Fälle legen wir die Steigeisen wieder an , vielleicht eine überflüssige Massnahme , denn kurz darauf müssen wir sie für den Abstieg über einen felsigen , im Guide des Alpes valaisannes als sehr schöne Treppe bezeichneten Vorsprung wieder ablegen .
Folgen wir der Route nicht genau genug ?
Das ist möglich , die Treppe scheint uns eher aus Geröll zu bestehen , und der Einstieg beansprucht einige Augenblicke unsere ganze Aufmerksamkeit .
Aufgrund der vorherigen Erfahrung nehmen wir den Grat , der darauf zum Hohbergjoch abfällt , ohne Steigeisen in Angriff .
Eine etwas heikle Seillänge auf nicht verfestigtem Schnee , immer noch über Eis , veranlasst uns , reuig wieder die Steigeisen hervorzuholen .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
Zum Glück bewirkt der Abstieg zum Dürrenjoch ein Wiedererwachen des Interesses :
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Vom Pass senkt sich ein steiles verschneites Couloir zum Riedgletscher .
Mir scheint , meine Gefährten schauen begehrlich dorthin , rechnen sich eine Abkürzung aus , werden jedoch alsbald durch kleine , von der Wärme des Nachmittags ausgelöste Aussicht vom Gipfel des Nadelhorns : Stecknadelhorn , Höhberghorn und Dürrenhorn Rutsche abgeschreckt :
Das Programm wird nicht gestutzt .
Als wir den Gipfel des Chly Dürrenhorn traversieren , finden wir auf dem Grat selbst , bei einigen schönen , leider kurzen und nicht obligatorischen Kletterpassagen , den besten Fels des ganzen Tages .
Zwei der Beteiligten nutzen die Gelegenheit , um einen Vorsprung zu gewinnen , den Gipfel links zu umgehen und hinter einem Kamm zu verschwinden .
Grosse Verblüffung , als wir dort ankommen :
Die Kollegen haben - ungeduldig abzusteigen und dank der ausschliesslichen Lektüre der Cent plus belles courses des Alpes valaisannes schlecht informiert - den zum Galenjoch führenden Grat verpasst und sind einen riesigen Geröllhang , dessen unteres Ende nicht abzusehen ist , hinuntergestiegen .
Alles Rufen nützt nichts :
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Es bleibt nur , ihnen zu folgen .
Heute sind die Götter mit uns :
Der Ausweg ist nur um den Preis einiger Kletterschritte und eines wirklich gefährlichen Sprungs in das lockere Geröll zu finden , bei dem keiner von uns Schaden nimmt .
Wir treffen uns also nicht auf dem Gipfel , sondern auf dem Grund einer Schlucht voller Geröll , wo das Galenjoch mit einer feindselig wirkenden Wand höhnisch hundertfünfzig Meter über uns aufragt .
Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
Ich erinnere mich , dass nach dem Guide des Alpes valaisannes die Route selbst im Aufstieg nicht eindeutig ist .
Die Freunde wollen greifbarere Beweise , die Karte liefert sie ihnen reichlich .
Während eines stärkenden Imbisses an einem Bach , wo wir die Feldflaschen wieder auffüllen können , beschliessen wir :
Es geht zum Galenjoch :
Eine Halde mit verfestigtem Geröll sollte , selbst wenn sie steil ist , keine Schwierigkeiten bereiten , und das bestätigt sich schon bei den ersten Schritten .
Das Vergnügen der Tour neigt sich seinem Ende entgegen , darum - und weil ich wieder zu Atem kommen möchte , der mir durch die Müdigkeit etwas knapp geworden ist - habe ich begonnen , ein wenig zu bummeln und die Blümchen auf der Moräne zu bewundern , die sich bemühen , diesen tristen Ort etwas aufzuheitern .
.in Tag in Uschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
In den Wänden von
Ein Klettergebiet macht Geschichte In der Anfangsphase , als sich in der Schweiz die Entwicklung zum Freiklettern erst abzuzeichnen begann , wurden am Felsband von Üschenen , oberhalb von Kandersteg , Anstiege eröffnet , die zu den schwierigsten der Schweiz zählten .
Die Routen bewegten sich zunächst im Bereich des sechsten , dann des siebten und schliesslich des achten Grades .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Während die einen diese neue Praxis verärgerte , glaubten andere , die vorhandenen Möglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft .
Und so konzentrierte sich das Interesse auf Gebiete , die noch weniger erschlossen waren .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
In der Zwischenzeit hatte man auch gelernt , die verschiedenen Aspekte mit mehr Objektivität und der nötigen Toleranz zu betrachten , sind doch die Unterschiede zwischen von unten und von oben eingerichteten Klettereien nun jedem klar und Vor und Nachteile bekannt geworden .
Beides ist möglich , beides hat seine Berechtigung und nicht zuletzt auch seinen besonderen Reiz .
Es gibt anspruchsvolle Anstiege wie zum Beispiel die von unten eröffnete Route Kumulus von Martin Stettier , die eine gesunde Moral und hohes Können erfordern und damit auch über einen ganz eigenen Erlebniswert verfügen .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Diese stellen jedoch andere Anforderungen - nicht nur an den Kletterer , welcher der Besonderheit der Route mit Konsequenz und grösster Konzentration begegnen muss , sondern auch an den Sichernden , der viel zu einem schnellen Gelingen eines solch anspruchsvollen Unternehmens beitragen kann .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Dies , nachdem die Route neu eingerichtet und die Linienführung im obersten Teil noch bestimmt werden musste .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Jene Augenblicke , in denen alle Voraussetzungen gegeben sind , damit eine Route im 10. Schwierigkeitsgrad in sehr kurzer Zeit gelingt , lassen sich kaum im voraus bestimmen oder planen .
Zumindest mir scheint diese Fähigkeit nicht gegeben zu sein - selbst wenn ich mich vorher lange und intensiv mit mir und meinem Ziel auseinandergesetzt habe .
Vielleicht kann man aber eine solche Herausforderung auch nur bestehen , wenn ihr eine besondere Situation vorausgegangen ist . Eine Situation , die , von jedem Erfolgsdruck befreit , hemmende Blockierungen löst und so erst die notwendige Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe ermöglicht .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
Kaum etwas vermag mich in einem schwierigen Aufstieg mehr zu irritieren als das durch eine etwas zu hohe Temperatur hervorgerufene unangenehme Gefühl , fast unmerklich , aber ständig von jedem Griff zu rutschen .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Es kann aber auch vorkommen , dass ein <prestigegelade-nes> Umfeld , so zum Beispiel zufällig anwesende Personen , derart motivierend wirkt , dass ein Kletterer sich plötzlich mit anscheinend grösster Sicherheit am Fels bewegen kann .
Allerdings zeigt sich dann meist einige Zeit später , dass solche nicht zuletzt durch Im weit ausladenden Dach der Route « Fusion » ( 10- ) A
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Die persönliche Situation , die ( Atmosphäre ) , der Tag , die Person des Sichernden all das und vielleicht noch mehr müssen ideal zusammenpassen , um ein durchgehend positives Umfeld zu schaffen .
Routenziele Bei der Fusion handelt es sich um eine Kombination aus einer bestehenden Route im 9. Schwierigkeitsgrad und einer davon abzweigenden Traverse über ein ausladendes Dach .
Der Ort , wo die ( Fusion ) stattfinden soll , ist gleichzeitig auch die Schlüsselstelle der gesamten Tour .
Nach einer steilen , mit messerscharfen kleinen Griffen bestückten Passage und einem eindrücklich ausladenden Dach folgt die Stelle , an der sich alles entscheidet .
Das Vor und Nachher ist verhältnismässig leicht in den Griff zu bekommen , nicht aber die Loslösung von der ursprünglichen Linie , die gerade aufwärts weiterführen würde .
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
Neben einem kurzen <Vertrautwerden> mit der etwas speziellen Linienführung und den originellen Bewegungsabläufen vor und nach der Schlüsselpassage reicht es gerade noch für je einen Vorstiegsversuch .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Eine Woche später droht sich die Zeit des stabilen schönen Herbstwetters ihrem Ende zu nähern .
Und damit scheint auch der Traum von der Fusion für dieses Jahr ausgeträumt zu sein .
Heinz weilt in Südfrankreich , er hat dort Ziele , die ihm eher machbar erscheinen .
Und Gabriele will nach Italien .
Sie mag den Nebel hier nicht und befürchtet , um diese Jahreszeit an den voralpinen Felsen ohnehin nur zu frieren .
Am heutigen warmen und windstillen Tag sollte dies jedoch nicht der Fall sein , weshalb ich mich entschliesse , nochmals die Fusion zu versuchen und dann abends loszufahren .
So können wir den vielleicht letzten sonnigen Herbsttag nützen , und Gabriele hätte die Möglichkeit , sich etwas von ihrer weiten nächtlichen Anfahrt aus Deutschland zu erholen .
Die eigenen Ziele zu nennen ist oft gar nicht so leicht .
Geklettert wird nach wie vor zu zweit , und meist haben beide Partner ihre Routenziele und Vorstellungen , die auf einen zufriedenstellenden Nenner gebracht werden müssen .
Deshalb scheint es mir manchmal recht schwierig , die eigenen Interessen vor mir selbst und dem Partner einzugestehen und gegebenenfalls sogar durchzusetzen , befürchte ich dabei doch , im Falle eines Misserfolges seine Hilfe zu Unrecht beansprucht zu haben .
Andererseits sollten wir trotz derartiger Bedenken vielleicht vermehrt daran glauben , dass solche Unterstützung gerne geleistet wird und von Herzen kommt , wenn der Partner spürt , dass der richtige Moment da ist , um dem andern zu helfen , sein Ziel zu erreichen .
Üschenen präsentiert sich von seiner allerschönsten Seite .
Die Luft ist frisch , und am Fusse der Felsen kann man sich noch in die warme Sonne legen .
Die Berge sind schon weit hinunter eingeschneit , und bis auf einen einzelnen Kletterer , der am Einrichten einer neuen Route ist , sind wir hier oben allein .
Ein 7. Grad zum Einklettern und einige kurze Testzüge in den schwierigen Passagen der Route mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Schlüsselzug dienen der Einstimmung .
Das linke Handgelenk schmerzt bei der extrem aufgestellten Fingerhaltung an dem runden Griff .
Die kleine , unscheinbare Warze bohrt sich in die Fingerkuppe des rechten Zeigefingers . Hier muss ich mich mit aller Kraft festhalten , nur dann ist der weite dynamische Zug an den Fingerschlitz möglich .
Dieser erste Vorstiegsversuch gelingt gar nicht schlecht . Beim Einhängen der blauen fixen Schlinge bin ich aber instabil und brauche deshalb viel Kraft .
Zudem liegt die Hand unter dem Seil .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ein zweiter Anlauf erfolgt nur wenig später , solange der richtige Teil der Bewegungsabläufe noch im Gefühl ist .
Gabriele hat mich für das schwierige Einhängemanöver beruhigt und mir Mut gemacht .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Nur um wenige Millimeter verfehle ich den Griff .
Pause .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Immer wieder fasziniert mich diese Linie durch die steil aufschiessende Platte mit ihren nur winzigen Einkerbungen .
Ich fühle mich gut .
Ausgewogen und ruhig .
Vielleicht deshalb , weil es mir in diesem Moment hier oben , inmitten einer wunderschönen Landschaft , an nichts fehlt .
Die Pause ist um , und ich muss wieder etwas tun :
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Selber fällt mir der kleine Fehler aber kaum auf .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Gabriele gesteht mir noch einen Versuch zu , nur noch diesen einen .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Im Dach ist kein Platz für derartige Überlegungen .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Dann der Überkreuzer an den winzigen Griff , der nötige Druck auf den Fussen , der Zwischengriff , und - mit etwas Glück - erwische ich den Schlitz mit einem Teil der Fingerspitzen .
Ein kurzes Nachfassen und ich habe ihn richtig in der Hand .
Die Traverse hat begonnen und muss jetzt noch konzentriert zu Ende geführt werden - bis an das vordere Dachende .
Einhängen des letzten Hakens und ein entschlossener weiter Zug an den Ausstiegsgriff .
Die letzten Sonnenstrahlen und die freundliche Sicherungshilfe von Ernst Müller - er ist alleine hier oben unterwegs - erlauben uns sogar noch , den Quergang ein zweites Mal zu klettern , dabei einige Bilder zu machen und den schönen Moment noch etwas auszukosten .
In bester Laune packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von diesem einzigartigen Ort .
Die Sonne ist hinter dem Lohner verschwunden , und es wird schnell kalt .
Die Bewegung auf dem Abstieg wärmt uns aber bald wieder auf .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Der über der Linth-schlucht thronende Selbsanft ( vom Tierfed aus )
Hier öffnet Eine verlockende Tour Im vorangehenden Beitrag über das alte Gipfelbuch war viel die Rede vom Nordgrat , ohne dass sich der Leser bei den meist wortkargen Eintragungen seiner Begeher ein Bild über ihn machen konnte .
Deshalb soll hier noch das Erlebnis einer Besteigung über diesen geheimnisvollen Grat geschildert werden .
Prächtiges warmes Spätsommerwetter , keine Gewitter mehr und deshalb eine trockene Route - einmal mehr lockt uns der Berg in seine gewaltigen Nordabstürze .
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Blick vom Vorder Selbsanft ( Hauser-horn)auf den Tödi sich plötzlich der Blick ins Limmerentobel , aus dessen uneinsehbarer Tiefe sich die gewaltigen Kalkwände des Muttsee und Selbsanftmassivs aufbäumen .
Der Eindruck , den diese wild-bedrohliche Gebirgswelt auf den Menschen macht , ist wahrhaft erschütternd , und Caspar Hausers eingangs zitierte Schilderung ( vgl. S. 31 ) hätte hier noch vermehrt Gültigkeit .
Manch einer , der mit den Bergen nicht so vertraut ist , würde sich an dieser Stelle wohl keinen Schritt mehr weiter wagen .
Auf der Wegspur queren wir in die Felsenschlucht . Damit dringen wir in ein Verlies des Gebirges ein .
Innert Kürze rücken die uns vorher noch in geräumigem Halbrund umgebenden Wandfluchten bis auf wenige Meter Distanz zusammen .
Wir betreten eine andere Welt , fern der unsrigen .
Jetzt bei SommerEnde liegen , trotz der Höhe von nur 1200 Metern , immer noch vereiste Lawinenreste in der Kluft .
Mühsam bahnen wir uns den Weg durch das Bachbett empor , überwinden dabei die zerbrochenen Altschneepfropfen und zwängen uns an glattpolierten Felsblöcken vorbei .
Wie würde es hier tosen und brausen , wenn die Limmerenwasser nicht weiter oben von der Staumauer zurückgehalten würden !
Bei sommerlicher Wasserführung gäbe es hier keine Durchkommen .
Das geht auch aus der Empfehlung in den alten Clubführern hervor , diese Tour nur während der trockenen Herbstzeit zu wagen .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
In kurzer Zeit wächst unter uns die schwindelnde Tiefe des Limmerentobels .
Wir gehen hier unangeseilt , darum verlangt jeder Schritt Konzentration und Selbstsicherheit .
Von diesem ersten exponierten Absatz , dem Birchli , geht es nun durch Alpenerlen und über eine Felsstufe direkt den Berg hinan .
Die Route wird jetzt allein ihrer Steilheit wegen unübersichtlich , und es braucht einiges Gespür , den richtigen Durchstieg zu finden .
In der bergseitigen Hand den Pickel , in der andern einen Skistock als Stütze , so erklimmt man am sichersten die mit anstehenden Felsen , aber auch mit lockerem Gestein durchsetzten Grasflanken .
Rasch fällt die Dämmerung ein und hüllt die Limmerenschlucht in dunkle Schatten .
Wir suchen ein günstiges Plätzchen in der Balm , rollen unsere Biwakmatte und den Schlafsack aus .
Dann setzen wir die Kocher in Betrieb , um unser Abendessen zuzubereiten .
Unter fröhlichem ( Tischgespräch ) vergeht die Essenszeit .
Meinen Kameraden erzähle ich , wie wir hier vor drei Jahren unsere Becher unter dem Überhang hervor in den prasselnden und mit Steinschlag durchsetzten Gewitterregen halten mussten , weil wir vergessen hatten , vom Limmerenbach Wasser mitzunehmen !
Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit beginnt sich oben hinter den Muttsee-wänden eine Helligkeit am dunkelblauen Nachthimmel auszudehnen , und um 20.30 Uhr steigt der Vollmond über dem Kamm des Kistenpasses auf .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wir zünden eine Kerze an , die ihr warmes Licht auf unser felsiges Biwakdach wirft , dann krieche ich in die engste Spalte des Berges hinein , um auf dem Bauche liegend die einmalige Szenerie mit der Kamera einzufangen .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Die Stille der Nacht , nur unterlegt durch das leise Rauschen der verbleibenden Limmerenwas-ser , wiegt uns bald in den Schlaf .
Hier in der Falte des riesigen Berges fühlen wir uns ebenso geborgen wie zu Hause .
Um fünf Uhr piepst eine Uhr unerbittlich Tagwache .
Als erfahrene Biwakfüchse beherrschen wir allerdings die Technik , im Schlafsack liegend heisses Wasser zuzubereiten und so das Morgenessen - einen Becher Bircher-müesli und Kaffee-einzunehmen .
Im schmalen Ausschnitt , der zwischen Höhlendach und dem Muttseehorizont sichtbar ist , verblassen schnell die Sterne .
Um sechs Uhr verlassen wir im ersten Dämmerlicht unser romantisches Nachtlager .
Am Nordgrat Wirtraversieren zum Luegboden und steigen über die abschüssigen Gras und Schro-fenflanken dem ersten grossen Aufschwung des Nordgrates entgegen .
Auf den Bändern der Sandalpflanke entdecken wir einige Gemsen bei der Morgenäsung .
Hier oben hätten sie auch während der Jagdzeit wohl kaum etwas zu befürchten .
In einer gestuften Rinne geht es in leichter Kletterei hinauf zu einer schmalen Scharte im Nordgrat , wo uns die ersten Strahlen des aufsteigenden Tagesgestirns treffen - hundertfach erlebt und doch immer ein wundervoller Augenblick .
Wir seilen uns an und klettern direkt über die Gratkante weiter .
Auf den Leisten und Bändern liegt wohl viel Schutt , aber die steilen Vollmondnacht im Biwak Luegboden Aufschwünge bestehen aus recht gutem Jura-Malmkalk .
Eine Zone aus stark verwittertem , braunem Gestein erheischt anschliessend wieder vorsichtiges Klettern .
Wir gewinnen rasch an Höhe und stehen bald unter dem markanten gelbbraunen Gratturm , dem die früheren Begeher des Grates den phantasievollen Namen ( Goldenes Horn> gegeben haben .
Anstelle von Goldadern sind es aber die letzten Rasenpolster , die den festen Fels in der Ostflanke des Turmes durchziehen .
Der ebene Platz oben auf der Bergzinne lädt geradezu zu einer Rast ein .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
In die Stille hier oben dringt zu dieser frühen Stunde nur das leise Rauschen des Sandbaches .
Nach dem breiten Schuttband hinter dem ( Goldenen Horn> zieht sich senkrecht und überhängend ein Felsband um den ganzen Bergstock .
im Hintergrund der Bifertenstock zu einer Ecke empor , von der aus über einen Quergang unter einem Dach eine verwitterte Flanke zu gewinnen ist .
Heute folgen wir der Route , um oben am Fusse eines wilden Grataufschwungs wieder die Kante zu erreichen .
Die hier ansetzende senkrechte Bastion wird auf ihrer Ostseite von einer kaminartigen Verschneidung durchzogen .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Johnny , athletischer Sportkletterer aus dem berühmten ( Dorf mit drei Buchstaben ) der Kreuzworträtsel , wird mit Lobesworten über seine Kletterkunst losgeschickt !
Er wird die Seillänge doch ( mit singä und pfiiffä ) packen !
Schadenfreudig grinsen wir uns an , als er sich wenig später im abdrängenden Kamin , in das die Sonne hineinbrennt , hocharbeitet , schwitzt , dann mit dem Rucksack hängenbleibt , um schliesslich angesichts des festen , glattgescheuerten Felsens nicht ganz gerechtfertigt - über den ( Glarner Alpenbruch ) zu lamentieren .
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Ein Anstieg über brüchiges Gelände führt uns zum obersten , dunklen Turm , der aus rau hem Nummuliten-Sandstein besteht .
Voll Freude klettern wir die halbe Seillänge über die Kante hinauf zur Spitze des Hauserhorns .
Gipfelrast Es ist erst zehn Uhr an diesem herrlichen Spätsommertag , und wir können uns eine ausgedehnte Gipfelrast leisten .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Auf der Ostseite des Selbsanftmassivs liegt-weit unter uns - der Limmerensee mit seinem hellen graugrünen Wasser , gesäumt von den schattigen , zerklüfteten Bändern und Stufen des Kistenpasses .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Jetzt aber wendet sich unser Auge wieder dem Näherliegenden zu den Seiten des alten Gipfelbüchleins , das wir der blitzbeschädigten Büchse entnehmen .
Wir blättern ein wenig darin und tragen unsere Besteigung ein , dankbar dafür , dass wir die Reihe begeisterter Alpinisten seit 1863 fortsetzen können .
Die Gipfelstunde vergeht im Fluge , bis uns ein Blick auf die Uhr zum Aufbruch zwingt .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Aus dem engsten Verlies des Berges hinaufzusteigen , 1700 Meter höher , in Stunden voller Anstrengung , in schwierigem Gelände , um dann hier auf fast 3000 Meter Höhe diese helle , sonnendurchflutete Hochgebirgswelt zu erfahren - dieses Erlebnis wird nur ein Bergsteiger nachvollziehen können .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Unübersehbar breitet sich die ganze Alpenwelt Graubündens im Osten und Süden aus , wird nur über dem Lim-merenfirn vom langgezogenen Eisrücken des Bifertenstocks verdeckt .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Die Scherben und Platten des schneefreien Gipfelkammes klirren leise unter unsern Sohlen .
Zuweilen bilden sie merkwürdige Muster , deren Struktur erst aus höherer Warte erkennbar wäre .
Ein langer Abstieg Nach der Mittagsrast in einer sonnenwarmen Firnmulde steigen wir zuerst über den Griessfirn , dann über zerrissene helle Platten , Moränen , Schutt und Geröll zum Ende des Limmerenfirns hinunter .
Von dort geht es dem Gletscherbach entlang , bis er über eine überhängende Felswand in die Tiefe fällt .
Von den zwölf alpinen Kilometern , die allein den Rückweg vom Hauserhorngipfel bis zum ( Chalchtrittli ) ausmachen , haben wir hier erst die Hälfte zurückgelegt .
Die vor uns liegende Wegstrecke wird also noch einen anstrengenden zweistündigen Einsatz erfordern .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
Im Och-senstäfeli wird uns schliesslich der schwarze , nasskalte Kraftwerktunnel aufnehmen , der uns durch den Berg zur Seilbahn bringt .
Hoffentlich schaffen wir es noch , die letzte , um halb fünf talwärts fahrende Gondel zu erreichen !
Die mit Seil , Pickel , Berg und Biwakausrüstung beladenen Rucksäcke werden dabei schwer am Rücken hängen , mit strapazierten Knien und Fussen , verschwitzt und durstig werden wir im Tal ankommen .
Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Mühsal und Anstrengung : Der weite Weg durch die verlassenste Region der Glarner Alpen hat uns um ein Bergabenteuer mehr mit dem Selbsanft verbunden ;
mit jenem Berg , der mit den Menschen erst seit 125 Jahren - einem winzigen Augenblick in seinem eigenen , sich über Jahrmillionen erstreckenden Dasein - ein bisschen vertraut geworden ist und der uns , seinen Besuchern , durch sein abgeschiedenes Felsenreich und seine Urtümlichkeit ans Herz gewachsen ist .
Vivant amici montium !
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Piz Platta im Oberhalbstein
Die Skitouren der SAC-Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta in den Rhätischen Alpen gehören schon lange der Vergangenheit an .
Dies erinnert mich an mein den damaligen Teilnehmern gegebenes Versprechen , die persönlichen Eindrücke niederzuschreiben , ebenso aber auch an die Gründe , warum es dann doch nicht dazu gekommen ist .
Einmal in den hektischen Alltagsbetrieb zurückgekehrt , musste bald diesem , bald jenem Priorität gegeben werden , so dass vieles , das auf den ersten Blick weniger von Belang erschien , auf die lange Bank geschoben wurde .
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Unten in der Talebene , wo sich noch eine dünne , aber harte Schneeschicht hat halten können , gleitet ein Langläufer den schneefreien Rändern des einstigen Bachverlaufs des Beverin ausweichend , leicht auf und absteigend dahin .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Bei einzelnen Vorkommnissen haben sich die Konturen zum Teil verwischt , sie wirken verschwommen und leben erst dann wieder auf , wenn zu gegebener Zeit , in Anwesenheit der damaligen Teilnehmer , die Eindrücke rekonstruiert werden können .
Im Aufstieg über den Ostgrat von der Fuorcla Buin zum Piz Buin Grond nisse , denen eine starke subjektive Komponente anhaftet .
Wenn irgendwann , irgendwo das Vergangene , das noch nicht vollständig verdaut ist , wie ein Film im Eiltempo sich abspult , gelange ich oft zu einer differenzierteren Betrachtungsweise oder sogar zu einer anderen Sicht der Dinge .
Jede Tour setzt sich aus einer Aneinanderreihung von vielen einzelnen Details zusammen , die erst in ihrem gegenseitigen Verhältnis wieder einen Gesamteindruck vermitteln .
Eigentlich nichts Aussergewöhnliches , etwas , das sich im täglichen Leben im Gemsen , eine auf Skitouren stets wieder anzutreffende Wildart mer wieder abspielt .
Eine Tour kann aus grandiosen Eindrücken bestehen , aber es kann auch sein , dass Einzelheiten eine derart grosse Bedeutung erhalten , dass sie alles andere überstrahlen ;
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Draussen in der Natur kann ich mehr Abstand zum Alltäglichen und vertieften Zugang zu mir selber gewinnen .
Die beiden Buin , Piz Buin Grond und Piz Buin Pitschen , im Silvrettagebiet ( Unterengadin ) Flechtengesellschaft im Sonnenlicht ich den Schwierigkeiten entgehen möchte , im Gegenteil .
Die dabei gewonnene Distanz bietet mir die Möglichkeit , das , was mich beschäftigt , von einer anderen Seite anzupacken oder nach neuen Wegen zu suchen .
Es kam schon vor , dass es mich in meiner periodisch auftretenden Isoliertheit grosse innere Überwindung kostete , an einer Sektionstour teilzunehmen , von der ich dann aber frohen Mutes und in meiner inneren Welt bestärkt zurückkehrte .
Dabei Messen sich öfters gute Lebensgefühle , die in schwierigen Zeiten um so seltener werden , wieder erwecken .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Dies ist sein Alltag , in dem es gilt , sich durchzuschlagen .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Wenn ich allein und mit offenen Sinnen durch die Landschaft schweife , spüre ich bisweilen , wie es zu einer subtilen Berührung zwischen der Natur und dem Menschen kommt .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
Lässt man sich dann genügend Zeit , mag es sogar gelingen , nicht nur äusseren Geheimnissen auf die Spur zu kommen , sondern auch einen Weg zu seinem inneren Wesen zu finden .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Erster Akt
Ein strahlender Augustmorgen .
Am Nachmittag werden wir in die Berge fahren .
Aber noch bin ich im Büro eingeschlossen , und so scheinen sich die Morgenstunden endlos in die Länge zu ziehen .
Sonnenstrahlen zwängen sich durch die schmalen Ritzen der heruntergekurbelten Rolladen und malen Balken gleissenden Lichts auf den Boden .
Das fahle Grün des Bildschirms beginnt zu verschwimmen , die Buchstaben tanzen vor den Augen - innerlich habe ich den PC bereits abgeschaltet .
Zeit , sich loszulösen .
George holt mich ab .
George ist Hotelier und trägt die ganze Woche piekfeine Anzüge , alles perfekt assortiert .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Doch noch fast lieber trägt George Jeans und steigt auf Berge .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
Zwei Stunden später , schon eine Unendlichkeit vom Alltag entfernt , lassen wir den azurblauen Wasserspiegel des Zervreila-Stausees hinter uns und betreten die urtümliche Steinwelt des Läntatals .
Ich erzähle George die Geschichte vom Zervreila-Blau und vom Stausee Lampertschalp .
Als Vorspeicher des Zervreila-sees hätte - nach den Vorstellungen einer Kraftwerkgesellschaft - dessen Mauer hier am Taleingang errichtet werden sollen , worauf der Wasserspiegel bis etwa 50 Meter unter die Läntahütte gestiegen wäre und der Zervreila-see durch den verschlammten Zufluss sein schönes Blau verloren hätte . Eine SAC-Hütte mit Seeanstoss !
Die Einwohner von Vals haben jedoch im Frühling 1989 das Konzessionsgesuch für einen Stausee Lampertschalp abgelehnt , womit - hoffentlich - alles so bleiben wird , wie es ist .
Der schmale Steig führt im unberührten Tal über Moränenhügel auf und ab , schlängelt sich um mächtige Felsblöcke , springt über Bachläufe und versteckt sich abschnittweise fast ganz unter den Blacktenstauden , so dass er stets nur auf wenige Meter einsehbar bleibt und jede Windung neue Überraschungen bereit hält .
Unsere Gedanken konzentrieren sich auf den Weg , was die Zukunftsängste für einige Momente verdrängt .
Ähnlich unserem Pfad , der sich in unzähligen Windungen zwischen den Hindernissen durchschlängelt , Alphütte am Eingang zum Läntatal mäandriert auch der Bach im Kiesbett des Talgrundes hin und her , untergräbt hier einen Steinhügel und schafft dort eine kleine Insel .
( Jetzt musst du aber deinen Fotoapparat zük-ken!> reisst mich die Stimme meines Kameraden aus den Gedanken .
Ich schaue nach vorn . Die Wolken haben sich bis auf einen kleinen Rest verzogen und den Blick freigegeben auf ein makellos weisses , grazil in den Himmel strebendes Spitzchen , das uns zu unserem scheinbar so überflüssigen und sinnlosen Tun motiviert :
In den späten Morgenstunden des folgenden Tages befinden wir uns bereits wieder auf dem Rückmarsch .
Zwischen wirr aufeinandergetürmten Felstrümmern am Gletschertor su chen wir uns den Weg zum Talausgang , wo ein heller Sonnenfleck den Bachlauf silbern schimmern lässt .
Hier aber regnet es noch wie aus Kübeln .
Über Georges Wangen läuft ein helles Rinnsal - ist es Regenwasser oder der Schweiss der Anstrengung ?
Wolken umhüllen das Rheinwaldhorn und wälzen sich schwerfällig über den Gletscher hinunter .
Zyklopenhaftes Chaos am Fuss der Eiszunge , Blöcke , labil auf schmalen Eisgrätchen balancierend , jederzeit absturzbereit .
Bergauf und bergab klettern wir über Steine und rutschen auf dem Gletschereis aus , das sich unter einer feinen Staubschicht versteckt hält .
Längst schon sind wir völlig durchnässt .
Losgetretene Steine kollern übers Eis und platschen spritzend ins milchigweisse Gletscherwasser .
Die Zähne der Steigeisen knirschen und quietschen bei jedem Schritt auf dem groben Steingrus .
Das Rheinwaldhorn scheint heute keine Lust auf uns zu haben .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan .
Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
Den Pfad haben wir längst aus den Augen verloren .
George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
hinüber - mit zwei Schuhen voll Wasser .
Manchmal ist der direkteste Weg auch der beste .
In den Schuhen quatscht es .
Jeder Schritt drückt das Nass aus den durchtränkten Socken zwischen den aufgeweichten Zehen nach oben .
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zweiter Akt Das Bild vom weissen Spitzchen , dem Gipfel des Rheinwaldhorns , hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben .
Immer wieder taucht es auf , ruft mich mit unwiderstehlicher Macht , wird zum Zwang .
In solchen Momenten wird mir klar , dass wir Bergsteiger Süchtige sind , die einfach auf Berge steigen müssen :
Da gibt es nichts anderes . Basta .
Bisweilen allerdings verfluche ich diesen Zwang , denn Bergsteigen kann doch auch ziemlich unbequem sein .
Und ist der Mensch im Grunde nicht ein Wesen , das eher ein angenehmes Leben sucht ?
Leise drängt sich dann etwa die Frage auf , ob man sich's am Samstagabend nicht besser im Lehnstuhl bei Bier und Thomas Gottschalk bequem machen sollte , als in einer kalten Berghütte unter einer mief igen Wolldecke nach Schlaf zu suchen .
Mit leisem Knacken bricht die Schneedecke unter meinem Schuh ein , und wieder stecke ich bis zum Oberschenkel im grundlosen Weiss .
Die Sichel des halbvollen Mondes steht fahl und gelblich im Zenit und wirft ihr diffuses Licht dorthin , wo sie will . Die linke Talseite schimmert hell , während die Bergwand auf der rechten in undurchdringliches Dunkel getaucht ist .
Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Der Rucksack reisst mich beinahe von den Beinen und treibt mir dabei Tränen in die Augen .
Ich schimpfe vor mich hin , manchmal laut , manchmal leise . Ich verwünsche den unerwartet tiefen Schnee , das schwache Mondlicht , den schweren Rucksack .
Aber im Grund verwünsche ich mich selbst , ärgere mich , dass ich dem Zwang , heute Abend noch in die Läntahütte aufzusteigen , nachgegeben habe , obwohl wir den ganzen Tag in einem verrauchten Zimmer an irgendwelchen Sitzungen teilgenommen und Weisswein getrunken haben .
Im Kopf hämmert es <Du schaffst es nicht , du schaffst es nicht , du schaffst es nicht ) .
Die Augen zusammenkneifen und angestrengt in die Nacht starren :
Ist das nicht die Hütte da vorn , dieser dunkle Schatten ?
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Bloss seine Spur , manchmal nur oberflächlich zu sehen , meist aber deutlich ausgeprägt , weist mir den Weg .
Erneut bleibe ich stehen und starre ins Dunkel .
Die vermeintliche Hütte entpuppt sich als Felsblock und der Holzstoss als ein Haufen von Zaunpfosten , die der Hirt im Herbst hier aufgeschichtet hat .
Das Mondlicht verleiht der Landschaft um die Lampertschalp ein ganz eigenes trügerisches , überirdisches Relief .
Ich stolpere vorwärts und denke zurück .
Kam nicht gleich nach diesem Felsblock die Hütte , als wir im letzten Sommer hier waren ?
Der Gedanke gibt mir wieder Kraft für die nächsten hundert Meter .
Von der Hütte immer noch keine Spur .
Auch Pius sehe ich nicht mehr , die Einsamkeit ist total .
Mir ist , als ob ich mich im Kreise drehen würde , nach jedem Felsblock kommt wieder eine Ebene , auf jede Ebene folgt ein neuer Felsblock .
Nur der Zeiger der Armbanduhr deutet den Fortschritt an , doch das nützt mir nichts .
Ich muss die Hütte erreichen .
Der Mond sinkt herab , dem gefrässigen Maul eines grossen Haifisches gleich steigt der schwarze Schatten nun auch an der linken Talseite hoch .
Ich werfe den Rucksack ab , die Beine bleischwer , die Seele mutlos .
Der Wind singt seine Melodie , während er über diese verfluchten , nicht enden wollenden Schneefelder mit ihren tückischen Löchern und Verwehungen hinwegstreicht .
Ich denke an den Gleitschirm im Rucksack .
Den Schirm aufziehen , ein leichtes Rauschen und Abheben , keine schweren Güferhorn und Rheinwaldhorn , die beiden beherrschenden Gipfel der Adulagruppe Beine mehr , kein böser Rucksack , keine unsichtbaren Schneefallen , die mich in die Tiefe reissen wollen .
Auf einmal kriecht es feucht und kalt den Rücken hinauf .
Beinahe wäre ickeingeschla-fen !
Weiter , weiter , hämmert es jetzt in meinem Kopf , und die Kälte unter dem nassge-schwitzten Hemd treibt mich voran .
Wieder einen Hang hinauf und um einen Felsblock herum .
Jeder Schritt ist mittlerweile zur Qual geworden . Plötzlich - ich erlebe den Moment wie eine Offenbarung :
( Nur noch ein paar Schritte ) , ruft es mir zu , und neue Kraft strömt in meine Beine . Es ist die Kraft , die zahllose Male das weisse Spitzchen in meinen Gedanken gemalt hat , und es ist jene Kraft , die uns immer wieder in die Berge treibt .
Es ist eine Kraft , die ehrlich ist , die nichts vorspiegelt .
Somit ist auch der abendliche Alptraum in dem Moment schon vergessen , als wir am nächsten Morgen , zwar immer noch übertük-kisch verblasene Schneefelder , aber mit dem weissen Spitzchen vor Augen gegen den Län-tagletscher aufsteigen .
Markus , der Gewichtigste unserer kleinen Gruppe , bahnt uns einen Pfad .
Wo er nicht mehr einbricht , wird der Schnee auch uns tragen .
Auf dem Gletscher führt abwechslungsweise jeder eine kurze Strecke .
Die tiefe , hinter uns zurückbleibende Spur ist unser Gemeinschaftsweg , an dem wir alle unsern Anteil haben .
Später finden wir eine apere Rippe , über die wir wie auf einer Treppe höhersteigen können .
Auch der Gipfelgrat ist schneefrei und hart gefroren .
Ich denke zurück an unser letztes Rheinwaldhorn-Erlebnis und geniesse jeden Moment doppelt .
Wie von Meisterhand geschaffen , ebenmässig , nur den wichtigsten graphischen Linien verpflichtet , steht der Gipfel vor uns , Tor zu einer weiteren Dimension , unsichtbare Kraft , Ziel .
Keiner spürt mehr die müden Beine und das Gewicht des Rucksacks .
Es ist beinahe windstill .
knirschenden Geräusch des hartgefrorenen Schnees unter unsern Schuhen und dem Laut des eigenen Atems .
Unter dem höchsten Punkt legen wir unsere Gleitschirme aus .
Farbige Tupfer im ebenmässigen Weiss der Gipfelpyramide .
Klein wie Käfer , die sich in dieser Wüste von ewigem Schnee , Eis und Fels verirrt haben .
Unerreichbar in das unendliche Blau des Himmels aufstrebend , erscheint das Rheinwaldhorn vom Tal aus .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Nun noch die Leinen entwirren , ins Gurtzeug schlüpfen und das Fähnchen in den Wind strecken .
Aus den kurzbeinigen Erdgebundenen werden farbige Vögel .
Gleitschirmstart vom Rheinwaldhorn Richtung Westen .
Hinter dem tiefen Einschnitt des Bleniotales erheben sich die Ketten der Tessiner Berge .
Wv
ss Wändli
- Weg der Erinnerungen
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Der Gr .
Mythen von Süden , links die konkave Westwand , die Mythenmatt und der Gipfelaufbau 141
Harmonie
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Aber , o weh : Knackende Zweige , knirschender Splitt und fallende Steine künden den äsenden Gemsen am heutigen , frischen Morgen das Nahen der Menschen .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
<Seht euch von , beginne ich mit prophetischer Gebärde , <wir stehen hier vor der schwierigsten Stelle der Kletterei , der Einstiegsplatte , die schon manchen Mythenkletterer in Angst und Schrecken versetzt hat . )
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hurtig klinkt Ruedi den Schraubkarabiner in die Lasche des Standhakens , dieweil seine Angetraute mit abgedrehter Hand das Partieseil in den blanken Metallkreis legt .
<Also aufgepasst ) , fahre ich fort , ( unbedingt den rechten Schuh , ich wiederhole , den rechten Schuh , in diese Spalte hineinklemmen , den linken an die Platte pressen , den Allerwertesten möglichst weit in die Luft hinaus und aufwärtstrippeln ... ein Kinderspiel ! )
Holzegg und Mythen , im Hintergrund die Urner Alpen ( Flugaufnahme ) Ich mache es gleich vor , an diesem etwas nebligen Tag , so wie man es mir vorgemacht hat , vor vielen Jahren .
<Es ist schon beglückend , mit einer bestimmten Kletterstelle , mit einem Berg auf du und du zu stehen ) , denke ich mir dabei , und wie ich zehn Meter höher in einer Nische meine Seilgefährten nachsichere , wandert mein Blick zu einem rundgeschliffenen Loch im Randbereich des Plattenschildes hinüber , von dem ich weiss , dass es einer leider noch nicht blühenden Feuerlilie Gastrecht gewährt .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
Es war der <Altar-stein> , ein Block , der dem Spaziergänger die überhängende Seite zeigt , über seinen Buckel bis unter den Oberrand hinauf aber leicht zu besteigen ist .
Mein lieber Bergfreund Franz hatte hier in seinen Bubenjahren jeweils Gottesdienst gehalten .
Die Vision war zu erheiternd , zu erhebend auch , als dass ich sie meinen feinfühligen Seilgefährten hätte vorenthalten können .
So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
Am Fuss des <Altarsteins> malte ich noch das Kreuz hin :
die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
Denn zu jener Zeit , in den Kriegsjahren , so hat mir mein Freund schon oft versichert , sei es meist recht schwierig gewesen , im Wald Fallholz zu fin den , so dass er sich mit beträchtlichem Risiko sogar an Legföhren und Krüppeltannchen herangemacht habe , die , an Felssätze und Nossen geklammert , klagend ihre toten Arme von sich gestreckt hätten .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Es ist dies eine steile , eher griffarme Rampe .
In jedem Bergbuch würden die Akteure in einer Kletterstelle von derart geringer Schwierigkeit wie Götter über die Szene stolzieren .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Gibt es nicht Tage , an denen man als Bergsteiger von einem grenzenlosen Misstrauen erfüllt ist , an denen man keinem Griff mehr traut und dauernd den Boden unter den Fussen zu verlieren glaubt ? Heute geht es recht gut .
Ich erreiche den Standplatz auf dem Genecand-Gesims .
Mächtig wölbt sich die Wand über mir auf :
Hier ist kein Durchkommen mehr für Genusskletterer !
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
Den Dingen einen Namen zu geben , ohne dass es jemand ahnt , ist nämlich meine heimliche Leidenschaft .
Das Gesims habe ich so getauft , weil wir hier in meinen alpinen Lehrjahren jeweils die Schuhe gewechselt haben :
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Und weil mich meine Erinnerungen an den unbequemen Schuhwechsel mit stillem Vergnügen zum Genfer Alpinisten Félix Genecand ( 1878-1957 ) hinzuführen pflegen .
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Kaum ein Bergbauer , kaum ein Wildheuer , kaum ein Holzer , kaum ein Jäger , der nicht sein Schuhwerk damit ausrüstete . Und dann die Bergsteiger !
Ihnen schenkte der Tricouninägel neue Horizonte , ein erstarktes Selbstbewusstsein und viel Lebensfreude .
Es war aber auch beglückend , an einem frühen Sonntagmorgen in schweren , tricounibeschla-genen Schuhen mit festem Schritt zwischen den Häuserreihen dem Berge zuzuwandern .
Das Klirren und Geixen des griffigen Beschlags auf abgeschliffenem Kopfsteinpflaster war schönste Musik , auch wenn sich darob verwunderte Frühmessegänger um drehten , Katzen um die Hausecken huschten und Vorhänge in Bewegung gerieten ( wer weiss , aus welchem Garn damals die Träume der jungen Mädchen - und stellvertretend ihrer Mütter noch gewoben waren ! ) .
Man fühlte sich bärenstark in diesem Schuhwerk .
Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Am gefrässigsten aber zeigten sie sich auf schlüpfrigen Erdtritten und im steilen Gras .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
<Weil ich innerlich soeben das Rad der Zeit etwas zurückgedreht und in Route 13 , am Geissstock , unsern unvergesslichen Altmeister Kari habe stehen sehen .
Eben befand er sich unter einem kleinen Aufschwung , die starken Beine ins Erdreich gestemmt , den Kopf unter ein Grasbüschel gedrückt . Und wisst ihr , warum ?
Weil sich ihm Gemsen über den Kopf hinwegsetzten und dabei einen Hagel feuchter Erdklumpen auf seinen alten Filzhut prasseln liessen .
Unvorstellbar , nicht wahr , dass einem heutigen Spitzenkletterer ( auch Kari war einer ! ) Gemsen über den Kopf hinwegspringen würden .
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
Grashalme streichen uns ins Gesicht , Blumen und Sträucher , Fels und Erde verströmen ihren diskreten Duft .
Seltsam , der Weg über das Wyss Wändli am Grossen Mythen : für die Schuhe vielfach eine Gras und Erdroute , für die Hände eine Felskletterei .
An Griffen fehlt es hier tatsächlich nicht : schöne , scharfkantige Leisten , Henkelgriffe , schmale horizontale Spalten , Nocken ...
lacht mein Herz dem kleinen Ahornbaum am Fuss der Rinne entgegen , die dem Mittelteil der Route das Gepräge gibt .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Einst haben wir mit starker Hand an dir gerüttelt und eine ebenso feste Antwort erhalten .
Dann pflegten wir das Seil um deinen Stamm zu legen und vertrauensvoll den Seilgefährten nachzusichern .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
Einer von ihnen muss Wisel sein .
Dies erinnert mich erneut an Félix Genecand , habe ich diesem welschen Bergsteiger doch nicht nur als Erfinder ein Denkmal gesetzt ( warum sollte Genecand nicht in der Zentralschweiz eine bescheidene Erinnerungsstätte haben , wenn es in Genf doch auch eine <rue Guillaume-Tell> gibt ! ) , sondern auch als Menschen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
Dies hat ihm damals den Übernamen ( Concierge du Grépon ) eingetragen .
Sympathisch , dieser Genecand , so sympathisch wie Wisel , den ich am Einstieg heute einmal mehr einen Neuling an sein Seil knüpfen sehe und den ich wiederum nur insgeheim - <Concierge des Wyssen Wändlis> nenne .
Concierges gibt es übrigens viele in den Bergen .
So kenne ich einen ( Concierge des Salbit-Süd> , einen des Chaiserstocks , einen des Lauchernstöcklis , einen des Wildspitzes und wäre deshalb keineswegs erstaunt , wenn sogar jeder Berg in der Schweiz seinen Concierge hätte .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Ich stand an dieser ausgesetzten Stelle eine furchtbare Angst aus .
Unbeeindruckt von meinem Gejammer liess sich Thedy oben , am Standplatz , nur mit einem belustigten Lachen vernehmen .
Er glaubte an mich , mehr als ich selbst , und rief mir , über die Weite und Tiefe hinweg , dann doch noch einige Anweisungen zu .
,Du musst nur ...
' Ja , ja : Du musst nur !
Rasch gesagt , aber in diesen vertrackten Quergängen , mit <Drei Generationen ) :
Die Belastung war rein psychologischer Art , und darum werde ich diese Route nie mehr klettern .
Nie mehr !
Franzi , das unvergessene Skiidol unseres östlichen Nachbarlandes , hat einmal nach einigen verpfuschten Wintern einem Radioreporter erklärt , er wisse nicht , ob er jemals wieder die ,absolute Brutalität ' erlangen werde , die nötig sei , um ein Abfahrtsrennen zu gewinnen .
Genau sie ist es eben , meine Lieben , die ,absolute Brutalität ' , die mir leider für diese und andere Routen fehlt ! )
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
die Ameisen , die geschäftig über die Wandstufen eilen , ein herrlicher Mauerläufer auf seinem senkrechten Morgenspaziergang , die Dohlen im Aufwind .
Geladene Gäste haben gut lachen ! Ein Jauchzer , hoch über der schräg ansteigenden , zerfransten Kante der Mythenmatt , erinnert uns daran , dass heute alle Zweibeiner , auch die gefiederten , zum Festmahl und zur Gedenkstunde eingeladen sind .
Der ( Verein der Mythenfreunde ) ( Gründung 1863 ) feiert heute auf dem Gipfel des Grossen Mythens sein 125jähriges Bestehen .
Der Ehren-trunk steht vielleicht schon bereit : Es heisst sich sputen !
Am Quergangband Wir sind auf dem Band angelangt , das uns an seinem südlichen Ende den Ausstieg auf die Mythenmatt vermitteln wird .
Ein landschaftlich herrlicher Quergang erwartet uns . Die linke Hand hakt sich hier an den Kanten fester abgespaltener Blöcke ein , während die Beine flink ein viermal schuhbreites Gesims entlang eilen .
Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
<lhr müsst hier ausgiebig in die Tiefe schauen ! )
hätte ich ihnen angeraten , wie ich es vor Jahren Seffi empfohlen habe .
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
Am Tag des grossen Ereignisses hatte er mir auf Das Gesims über den Einstiegsseillängen , auf dem wir in früheren Jahren jeweils die Schuhe gewechselt haben .
Ein Naturfreund , aber kein Freund von Tiefblicken , denn mein Ansinnen hatte er entrüstet vom Tisch gewischt .
<Hinunterschauen , nie !
Ein alter Wildheuer aus den Muotathaler-bergen hat mir einmal gesagt , man solle nur nie in die Tiefe schauen , dann könne einem nichts passieren ! )
An diesen Ratschlag hat er sich an diesem nebelfreien , durchsichtigen Herbsttag gehalten .
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
Ein Fest für den Gleichgewichtssinn , den Bewegungsdrang , den Tastsinn ... diese Seillänge !
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! ) würde ich antworten .
Nah und doch recht weit entfernt ist meine Liebeser- Die MythenWestwand aus der Froschperspektive :
klärung von derjenigen eines Kameraden , der mich , vor Jahrzehnten , genau an dieser Stelle mit einem Mädchen , meiner Zukünftigen , auftauchen gesehen hatte . Verdutzt und etwas spöttisch hatte der Besagte aufgelacht , mit der flachen Hand über sich den senkrechten Fels des Wyss Nollen getätschelt und uns übermütig zugerufen :
Der Mann , von dem die Rede ist , hiess Franz , doch war es nicht der Franz vom ( Altar-stein> und selbstverständlich auch nicht der Franzi aus dem Land des Kaiserschmarrens , sondern der Franz , dem in den kommenden Jahrzehnten Dutzende von Erstbegehungen gelingen sollten und der sich - zu seiner Ehrenrettung sei es verraten - später auch noch eine fleischliche Braut angelacht hat .
Mit ihm hatte ich einige Jahre zuvor kiloweise technisches Material in der Bergwelt spazieren geführt , was uns am Ufer des Wägitalersees einmal sogar polizeilich bestätigt wurde .
Zwei Hüter des Gesetzes mussten dort in uns , aufgrund des mitleiderregenden Zustandes unserer Hände , die klassischen Blumenräuber gerochen haben . Jedenfalls wurden wir von ihnen höflich aufgefordert , die Rucksäcke zu öffnen .
Doch nachdem sie einige Zeit darin gewühlt , der eine in Franzens , der andere in meinem Sack , hatten sie unter ihren Dächli-mützen hervor einen vielsagenden Blick ausgetauscht und dann ganz offensichtlich enttäuscht , für jedermann deutlich hörbar , zu Protokoll gegeben :
Das Eisen , unsere schweren Haken und Karabiner ( man wusste damals noch nichts von legiertem Bergsteigermaterial ) , pflegte Franz vorwiegend in die Ritzen unserer Felstürme Peter und Paul am Kleinen Mythen einzutreiben , während ich , getreu einer in Paris bei einem Bouquinisten am Ufer der Seine preisgünstig erstandenen Anleitung , die Seilstränge bediente .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
So hing denn unser ganzes Kletterglück von der dünnen Broschüre aus der Grossstadt ab , deren Titel La technique de la varappe artificielle oder ähnlich lautete .
Er hätte ebensogut ( Die Technik des Mehlsack-hissens> heissen können , denn die ( Methode ) verurteilte den Seilführer zu einer Haltung , die statisch nur geringfügig von derjenigen eben eines Mehlsackes abwich .
Sie verlangte , dass der Vordermann abwechslungsweise den einen , dann den andern Strang des Doppelseils in die Hakenreihe einführte , und weil auf den primitiven Zeichnungen weder eine Stehschlinge noch eine Trittleiter zu entdecken war , musste es offensichtlich Aufgabe des Seilzweiten sein , den Kameraden hochzuhis-sen und das Seil so lange strammzuhalten , bis der nächste Haken geschlagen war .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Mythenmatt ( Hier muss es Pfefferminz geben ) , stellt Susi bei den Karrenfeldern am Rand der Mythenmatt fest .
Beim Namen Seidelbast hätte ich aufgemerkt .
Seidelbast ist für mich gleichbedeutend mit Bergfrühling , Wiedererwachen der alten Kletterleidenschaft , Aufbruch .
Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
Nun , dass es so weit von den Teestuben entfernt nach Pfefferminz duftet , scheint mir trotzdem recht erstaunlich , so bemerkenswert wie die Tatsache , dass in frühern Jahrzehnten Schafe an diesem Kraut gerochen haben .
Die Mythenmatt-jene auffällige , schiefe Grasfläche unter dem rötlichen Gipfelkopf-wurde früher tatsächlich nicht nur von Gemsen beweidet .
Darüber zu rätseln , auf welchem Weg die Schafe hier hinaufgelangten , ist erlaubt .
Jedenfalls muss Schafhirt Kälin , wie seine eventuellen Vorgänger , gute Schuhe getragen haben , wahrscheinlich solche mitTricounibe-schlag .
Wie es auch sei , es geht auch mit Gummischuhen , heutzutage , allen Unkenrufen der Nachkriegszeit zum Trotz .
( Eure Gummisohlen mögen ja recht und gut sein , aber wenn euch einmal auf der Mythenmatt ein Regenschauer überrascht , dann möchte ich euch sehen ... nasses Gras und Gummi , das wirkt doch wie Schmierseife .
Dann werdet ihr wie eingesalbte Ölgötzen in die Tiefe fahren ! )
Der dies weissagte , hatte zwei listige , von Lachfalten eingerahmte Äuglein und einen Kopf , der oben in einen Spitzhut und unten in einen Spitzbart auslief .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Köbel sah sich später ins Unrecht versetzt , den Tricouninägeln ist er aber meines Wissens trotzdem sein ganzes Leben lang treu geblieben .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Alpinisten pflegen darin Bergbilder aufzuhängen , und da der Eintritt in diesen Raum an keinerlei Formalitäten gebunden ist , lassen sich diese aufbauenden Gemälde im Alltag bei jeder beliebigen Gelegenheit betrachten .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Keinen Augenblick zu früh und keinen zu spät , denn eben beginnt vor der Kulisse des Mythenhauses die Weissweinflasche ihre Runden zu drehen .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Erhebend , später , der Augenblick , in dem der Präsident sein Manuskript hervorkramt und seinen Mund öffnet .
Doch genau in dieser Sekunde werden Bild und Ton von einem dichten Nebelschwaden verschluckt .
Ein , zwei Minuten nur - die Zeit für einige Schlückchen - , dann ist der Spuk vorbei , und ich sehe mich zu meinem grossen Erstaunen ( Wirklichkeit oder Halluzination ? ) von einer Runde netter Kerle in goldbetressten Uniformen umringt .
Es sind all die Concierges , denen ich im Aufstieg nachgesonnen .
Doch gibt es da , höchst verwunderlich , noch eine Gruppe schnauzbärtiger , würdiger Herren zu bestaunen , mit breitrandigen Hüten , geschlossenen Kragen , Gilets , Uhrenketten und hohen Haselstöcken , mit eigenem Mundschenk , malerisch zum Fototermin angeordnet .
Es sind die Gründer des Vereins , die Männer , die mit ihrer Begeisterung und ihrem Geldbeutel den Berg für den Wanderer erschlossen haben , die Concierges des Mythenwegs , die ich bis heute nur aus der Jubiläumsschrift gekannt habe .
Sie alle heben prostend ihr Glas , zwinkern und lachen mir freundlich zu .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Au petit matin du 9 septembre 1988
Dring ... Dring ...
Qu' ils sont pénibles , ces levers avant l' aube ( il est 4 h 45 du matin ) , surtout lorsque l' on est allongé bien au chaud dans son lit , à la maison , et non pas en refuge ou au bivouac .
La promiscuité ou l' inconfort des « camps de base » , en effet , favorisent généralement un passage relativement rapide à la station debout et , malgré des gestes encore imprécis , une volonté de mouvement excitée par l' imminence de l' action :
De plus , vous n' êtes pas seul à subir les désagréments de la situation !
Alors qu' à la maison , lorsque autour de vous la ville entière dort encore , alanguie par le travail de la journée ... ou la fièvre du samedi soir , cette émulation fait totalement défaut .
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Je m' habille rapidement , avale un bol de céréales arrosé d' un bon jus de citron , plaque sur mon dos encore raidi de sommeil le sac minutieusement préparé la veille , et entrouvre la porte .
il fera beau aujourd' hui ... Confortablement installé dans une voiture déserte de l' Intercity Genève-Berne , je réfléchis à ce que seront probablement ces deux jours d' escalade prévus avec Daniel Anker , un de mes fidèles compagnons de l' été , Daniel qui m' a fait part au téléphone de son souhait d' ouvrir une nouvelle voie à la Kingspitz , célèbre sommet des Engelhörner .
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
Enfin , et cela sera notre problème principal , nous de vrons faire vite ; Daniel est attendu à Berne demain soir .
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Une cohorte de travailleurs se déverse de chaque wagon pour envahir les souterrains de la gare .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
Une chape de sueur s' étoile entre mes omoplates ...
Nous avons omis de nous fixer un Neu de rendezvous !
Comment faire pour nous retrouver au milieu de cette marée humaine ?
Heureusement , la source tarit quelque peu , la circulation devient plus aisée et j' ai juste le temps d' apercevoir un morceau de pantalon rouge et une chaussure de trekking s' échap au coin d' un escalier .
Considérant que le travailleur tertiaire moyen n' a en règle générale que faire de ces étranges attributs , je me lance dans une poursuite effrénée m' amenant bientôt à proximité de la chaussure en question , qui a le bon goût de présenter un double faisant paire , ces deux éléments étant raisonnablement prolongés par deux tuyaux en forme de jambes , un torse bien réel , un grand et vrai sourire et deux bras dont l' un me secoue déjà chaleureusement la main :
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Vers la Kingspitz II s' agit en premier lieu de trier le matériel nécessaire à notre ascension , ce qui implique quelques choix importants .
Tout d' abord , malgré le grand plaisir que nous éprouvons à bivouaquer en plein air ( nous le faisons le plus souvent possible ) , nous optons pour la formule du refuge , ce qui nous soulage d' un poids conséquent puisque nous n' avons qu' une nuit à passer en montagne .
Il nous faut ensuite définir notre tactique d' équipement de la voie :
allons-nous laisser les longueurs et les relais entièrement équipés de pitons à expansion , comme on le fait généralement en école d' escalade , ou suivre un raisonnement médian consistant à n' équiper que les relais ( pour les rappels ) et les passages en zone compacte impossibles à protéger à l' aide de coinceurs ?
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Le fait de devoir placer soi-même ses coinceurs , de gérer tant soit peu son itinéraire et de prendre parfois en compte son environnement immédiat favorise , nous semble-t-il , une certaine maturation du grimpeur .
Cette technique dite de « l' équipement minimum » est la méthode généralement utilisée en haute montagne , principalement dans les parois granitiques où les fissures franches permettent un assurage relativement aisé .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Mais il faut relativiser ce chiffre .
Si l' on soustrait les pitons à expansion placés aux relais , il ne reste en effet qu' une trentaine de points de protection pour les longueurs , à savoir une moyenne d' environ trois gollots par longueur .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Enfin , ultime question d' éthique :
l' emploi de la perceuse à accumulateurs ...
Problématique pour nous sans fondement , la seule et grande entorse au défi sportif étant à nos yeux l' ouverture de voies depuis le haut ( en montagne surtout ) , procédé qui permet l' équipe d' itinéraires dans un registre de difficultés que l' auteur ne maîtrise pas forcément .
Ces problèmes résolus , il ne nous reste plus qu' à ordonner nos charges pour les rendre compatibles avec le volume de nos sacs à dos , puis à nous engager d' un pas alerte sur le magnifique sentier menant à ( ' Engelhornhütte .
Il est 11 heures du matin ...
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
Après avoir suivi cette voie sur quelques longueurs encore pour nous situer dans ce dédale de dalles , nous revenons au haut du socle pour aborder à gauche une veine brune très caractéristique et qui semble offrir un rocher un peu plus travaillé que les dalles noirâtres voisines .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
Et tout de suite la prédiction se réalise !
Cependant , les problèmes d' équilibre et d' adhé que nous rencontrons ne parviennent pas à empêcher nos pensées et nos regards de s' égarer sur les crêtes et sommets alentour ...
Ainsi avons-nous le plaisir d' admirer deux cordées effectuant l' ascension du pilier ouest de la Vorderspitze , un très bel et classique itinéraire de quatrième degré supérieur , pilier dont le profil se détache avec une netteté stupéfiante , générée par les jeux de la lumière et de l' ombre irisant le rocher .
Nous restons quant à nous environnés d' ombre dans notre froide paroi nordest , et le port de notre veste en fourrure polaire n' est pas superflu lorsque nous décidons de déposer notre matériel au cinquième relais , avant de nous en retourner en rappel en direction du refuge , que nous atteignons peu avant la tombée de la nuit .
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Erigé à la limite supérieure de la forêt , le refuge et ses bucoliques alentours font naître chez le visiteur un sentiment difficile à exprimer ; une sorte de paix intime et une sérénité garantes d' un repos et d' un sommeil sans pareils ... auquel nous nous empressons de nous abandonner !
Samedi 10 septembre 1988 :
deuxième acte Alors que la veille nous étions seuls dans la paroi , plus d' une dizaine de cordées se portent aujourd' hui candidates à la voie classique , ce qui nous conforte dans notre choix du port du casque , accessoire bénit entre tous lorsque quelques chuintements de l' air nous annoncent l' arrivée de pierres ;
mais en l' oc heureusement , la rareté du phénomène nous permet de relever la correction et la maîtrise des cordées voisines .
Dans les dalles de la face nordest de la Kingspitz Au moment d' atteindre notre dépôt de matériel , nous jouissons de la seule et courte période de soleil de la journée , avant d' entamer la suite de l' itinéraire en plein centre de la paroi , coupant la voie classique 1938 à notre huitième relais .
Signalons qu' à R5 et R7 , nous avons la surprise de croiser d' anciennes lignes de pitons et de gollots inconnues de nous , deux tracés d' itinéraires continuant de toute évidence sur notre gauche .
La seconde partie de l' itinéraire , au-dessus de R8 , exige bientôt plus de précautions quant à la qualité du rocher , d' autant que c' est à nous maintenant de surplomber les cordées engagées dans la voie classique .
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
Notre temps est compté et nous ne pouvons gagner le sommet aujourd' hui ;
après une dernière longueur commune avec la voie classique 1938 effectuée pour apaiser ma conscience , nous entamons bientôt une longue série de rappels , et regagnons la vallée en un temps record .
Mais peine perdue :
le souper sera froid et les convives un peu déçus lorsque Daniel regagnera sa bonne ville de Berne , alors qu' il me faudra encore quelques heures de train et de bus pour réintégrer un certain lit bien douillet , quitté à peine 40 heures plus tôt !
Vue sur la Vorderspitze ( à droite ) et le Gross Simelistock ( à gauche ) depuis la face nordest de la Kingspitz Données techniques Face nordest de la Kingspitz : Voie « Trumpfkönig » ( Roi d' Atout ) .
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Rocher demandant par endroits certaines précautions . Emporter :
Friends + coinceurs , cordes de 45 m , casque conseillé . Approche :
Berne-Meiringen-Willigen-Ro-senlaui , puis montée à l' Engelhornhütte ( 1901 m ) en 1 h 30. Depuis le refuge en 40 minutes au pied de la Kingspitz ( sommet à 2621 m ) . Ouverture :
En rappel depuis R 13 ( cordes de 45 m./maillons rapides en place ) ou par le versant W depuis le sommet .
/reasc : D.Anker/M.Piola les 9/10 septembre 1988 .
^J*S Cordillera Blanca Sommaire 61 Peter Donatsch La Corse : un massif montagneux tombé en mer 69 Andreas et Claudine Mühlebach-Métrailler Courses à ski en Californie 80 Daniel Santschi Au Huascaran , dans la Cordillera Blanca 88 Christian Weiss Ascensions dans l' Altaï ( Union soviétique ) 96 Johann Jakob Burckhardt Rudolf Wolf : un voyage dans les Alpes en 1835 Editeur Rédaction Club alpin suisse , Comité central ;
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Préposé du CC aux publications CCGothard , 1989-1991 Dr Hansjörg Abt , téléphone 01/2581261 , telefax 01/251 4424 .
Couverture :
Etienne Gross , Thorackerstrasse 3 , 3074 Muri , téléphone 031/52 57 87 , telefax 031/521570 ( responsable de la partie en langue allemande ) .
Conception graphique Gottschalk+Ash Int'l Layout Thomas Petraschke , G + A Markus Lehmann , Staempfli + Cie SA Administration des annonces Künzler-Bachmann SA , Geltenwilenstr. 8a , case postale 926 , 9001 St-Gall , téléphone 071/235555 , telefax 071/236745 . Responsable :
Albert Signer .
Impression et expédition Staempf li + Cie SA , case postale , 3001 Berne , telefax 031/240435 , CCP 30-169-8 .
dans la deuxième moitié du dernier mois du trimestre . Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins .
Les sommets de la Cordillera Blanca ( Pérou ) , vus des hauts plateaux andins . Photo :
Daniel Santschi , Soleure 102 Michel Ziegenhagen Nadelhorn : une montagne à surprises 114 Michel Marthaler Les nappes penniques dans les Alpes valaisannes : quelques explications géologiques Prix Abonnement ( pour les non-membres ) :
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Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
une montagne à surprises
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Première escarmouche
Le Nadelhorn figurait dans la liste des sommets sur lesquels nous avions jeté notre dévolu , mon collègue et ami André Berney et moi-même , au chapitre des montagnes à gravir en saison de ski , car il nous semblait incongru d' escalader en été une sommité qui pouvait l' être au printemps .
Nous étions à notre deuxième saison d' alpinisme , une activité que nous avions abordée presque simultanément et tardivement , la trentaine largement passée , afin de combattre avec succès les détestables effets psychosomatiques d' une existence trop sédentaire .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
N' avions pas escaladé le Finsteraarhorn l' été précédent et n' allions pas récidiver au Mont Blanc et au Cervin dans quelques mois ?
En ce printemps 1970 , le Nadelhorn fut donc impérativement désigné comme prochaine « victime » . Il nous fit savoir qu' il n' était pas consentant .
Peu avant la course , je dus annon- II est des sommets qui se laissent gravir au premier essai , sans coup férir , comme s' ils vous avaient accordé d' emblée leur complicité .
D' autres , au contraire , vous obligent à multiplier les tentatives en accumulant les obstacles , de sorte que l' on finit par se croire détesté , comme si un mauvais esprit était niché dans la montagne .
Il y a une troisième espèce , dont les représentants se montrent de prime abord sous un jour débonnaire , vous réservant ensuite quelque tour sournois , une sorte de coup de Jarnac qui mettra vos facultés à rude épreuve .
Tel fut pour moi le Nadelhorn , mais après avoir personnifié la montagne comme ne peut manquer de le faire celui qui s' est souvent mesuré à elle , je m' em de dire que la cause principale des avatars qui vont être rapportés doit être recherchée dans le comportement humain , ce que démontreront à l' évidence les propos suivants .
cer ma défection pour une raison non moins imperative , qui ne m' est pourtant pas restée en mémoire .
Il en fallait plus pour décourager André , qui , avec son infatigable esprit d' entre , trouva un compagnon en la personne d' un autre collègue .
Tous deux s' en furent à la cabane Bordier .
Le lendemain , la course fut marquée par un double incident rarissime .
A la montée , le collègue , qui cheminait devant sur le glacier de Ried , s' enfonça brusquement jusqu' à mi-corps dans une crevasse , skis aux pieds , et s' en dépêtra avec l' effroi que l' on imagine .
La course devait d' ailleurs se terminer un peu plus haut , à proximité du Windjoch , à cause de la neige fraîche trop abondante .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
Pour quelque temps , il ne fut plus question du Nadelhorn qui avait si froidement accueilli ses visiteurs .
En fait , il n' en fut plus du tout question entre nous deux .
Trois ans plus tard , André se tuait pour ainsi dire sous mes yeux au Rothorn de Zinal , après une misérable chute pendulaire d' une dizaine de mètres dans un passage sans difficulté .
Si je me permets d' utiliser ce qualificatif dérisoire , c' est après être tombé moi-même à quelques reprises d' une hauteur peu inférieure ( l' une de ces chutes sera rapportée plus loin ) , sans parler d' un pendule ( volontaire , celui-là ) de même amplitude , le tout avec des égratignures insignifiantes . La chance ?
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Mais que sont ces mots devant la disparition d' un ami ?
Même pas une manière d' oraison funèbre .
Se souviennent-ils du 12 août 1973 , ceux qui nous prêtèrent main-forte ce jour-là ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Entre autres particularités , ils fêtent le Jeûne dix jours avant les autres Suisses ( mais n' en respectent pas plus l' austérité pour cela ) , c' est un jeudi , ce qui leur donne l' occasion d' organiser à chaque début de septembre un pont de vacances de quatre jours et de relancer leurs activités de loisir .
Traditionnellement , L' Arole fixe à cette période la date de sa grande sortie annuelle , à l' instar d' autres clubs genevois .
C' est ainsi que le Jeûne genevois de 1971 devait me ramener au Nadelhorn dans des circonstances tragi-comiques .
La station de SaasFee avait été choisie comme centre des activités et le « camp de base » fut établi dans un sympathique hôtel de tradition familiale , tenu par l' un de ces Supersaxo qui ont fait la gloire du nom soit comme guides , soit comme champions de ski .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Peut-être surpris par cette affluence inhabituelle en telle saison , le gardien ( lui aussi ) se mit en devoir de gagner son perchoir et nous dépassa sans peine , marchant à grande allure .
Nous supputions donc l' octroi des bières nécessaires à étancher notre soif grandissante .
Quelle ne fut pas notre douleur de constater que le précieux liquide nous était refusé , alors qu' il coulait à flots sur les tables voisines , sans explication ni raison apparente !
Au souper , la même scène se reproduisit à propos du vin , et le gardien se montra même de mauvaise foi en prétextant que nous n' avions pas passé la commande assez tôt !
Nous eûmes tout juste droit à l' eau réglementaire .
Le lendemain , nous étions à cinq pour le Nadelhorn .
Une cordée de deux s' exécuta rapidement et regagna la cabane sans plus attendre .
J' emmenais la suivante , assisté par Paul Delisle , fidèle complice de je ne sais plus combien d' escapades en montagne , et un nouveau membre entre nous deux .
La montée fut sans histoire , mais le sommet ne nous parut pas assez confortable et le lieu du pique-nique fut reporté au Windjoch , qui voulut bien se montrer accueillant en ne méritant pas son nom ce jour-là .
Nous voilà donc sous les rochers sommi-taux , descendant à petits pas des plaques de glace vive .
A la montée , ces passages nous avaient paru banals , mais lorsqu' on se retrouve le nez dans le vide , les conséquences d' une chute se font soudain beaucoup plus évidentes .
Inspirent-elles quelques réflexions à notre néophyte ?
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Réponse en manière de plaisanterie et je suis loin d' imaginer qu' elle va être prise au sérieux .
Un instant plus tard , croyant avoir perçu un signal de ma part , mon interlocuteur saute le file de l' arête d' un bond et disparaît à ma vue , chutant dans le flanc sud-est , haut ici de trois cents mètres avec quarante-cinq degrés de pente , tout en neige glacée dans sa partie supérieure .
Aussitôt accroupi et incliné vers l' arrière , je donne un grand coup de piolet de la main gauche en retenant la corde de la droite .
Sentant la traction de son brin , Paul ne perd pas de temps à se retourner et s' arc sur son piolet et ses crampons comme s' il voulait se jeter dans la pente opposée :
Ancrage parfait , rien ne bouge et notre « expérimentateur » ne tarde pas à reparaître dûment assuré , l' air assez satisfait de sa dangereuse blague .
Nous aurions dû l' accabler de réprimandes , mais , trop contents de nous en tirer à si bon compte , nous y avons à peine songé .
D' ail , pour ma part , je n' avais eu jusqu' alors qu' à retenir de simples glissades et je n' étais pas fâché de voir mes opinions ainsi confortées .
Au Windjoch , le pique-nique fut des plus gais et agrémenté d' un bouillon préparé sur mon minuscule réchaud , délice accordé par la trêve conclue entre les vents ce jour-là . Retour à la cabane du grizzli .
Que pouvons-nous demander à ce gardien mal embouché pour apaiser notre soif , sinon de l' eau ?
Je n' ouvre la cuisine qu' à dix-huit heures !
Le Nadelhorn , vu du Stecknadelhorn M A gauche , le sommet du Nadelhorn . A droite , le Dom des Mischabel , et à l' arrière , le Rimpfischhorn et le Mont Rose Pourtant , nous aurions volontiers exécuté la corvée .
Il l' a bien voulu , c' est le coup de force !
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Eteignez ça tout de suite , c' est dangereux !
- D' accord , mais on veut de l' eau ! Hésitations .
Si nous n' étions que deux , il serait de force à nous jeter dehors , mais cinq gars décidés , cela donne à réfléchir .
- C' est bon , je vais vous faire de l' eau !
Extinction des feux , le méta s' envole en flocons grisâtres . Pendant la soirée , le cerbère se laisse aller aux confidences :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
En pareil cas , les Ecritures commandent de passer l' éponge ...
Le lendemain , joyeuse fut la descente sur Saas en compagnie d' un des guides , homme Photo Jean-Louis Barbey Du sommet de l' Ulrichs :
Nadelhorn , Stecknadelhorn , Höhberghorn disert et patron du premier bistrot rencontré , qui nous fit oublier nos déboires en nous servant la bière à satiété .
Par la suite , à l' ouïe de nos mésaventures , on me conseilla d' écrire à la section propriétaire de la cabane ( en fait le Club alpin académique de Zurich ) pour me plaindre .
il ne me paraissait pas opportun d' empoisonner l' atmosphère de la montagne avec de basses querelles d' inten tout juste bonnes pour la plaine , et les bons souvenirs prirent rapidement le pas sur les mauvais ;
ma fainéantise fit le reste !
L' ave devait me donner raison .
Le mal des rimayes :
une crise aiguë Après être monté au Nadelhorn par le côté de Saas , il me parut indiqué d' en faire autant par celui de Ried .
La lecture du Guide des Alpes valaisannes m' avait enthousiasmé :
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
Plus modestement , j' envisageais de parcourir le Nadelgrat pour bien finir la saison 77 , avec un motif supplémentaire :
il s' agissait en quelque sorte de relever le gant après l' échec d' André Berney et de retrouver la trace de ce compagnon de la première heure trop tôt disparu .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
pour une fois , ce ne serait pas de la « grimpe » , mais du bel et bon alpinisme .
Aux premiers jours d' octobre , nous montions à la cabane Bordier , admirant au passage un vallon morainique aussi original par sa conformation que par sa végétation .
Il me tardait d' arriver .
La cabane devait être fermée le lendemain soir et son livre d' hiver était déjà mis à la disposition des visiteurs .
Sitôt arrivé , feuilleter le volume et retrouver les inscriptions d' André , déjà vieilles de sept ans , fut l' affaire d' un instant .
Souvenir mélancolique de l' ami décédé , du temps envolé .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Le dimanche matin , après un long détour par le glacier de Ried , nous abordions le versant nordest du Galenjoch .
Comme promoteur de la course , je conduisais la cordée et Jean-Luc avait tacitement admis cet ordre malgré sa toute récente qualité d' aspirant .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
Méfiant , j' avance à tâtons dans la pente pas bien raide , sondant la neige du piolet , le fond dur se dérobant progressivement .
Soudain , tout est blanc autour de moi , comme si ma tête avait été plongée dans un sac de farine ou de duvet .
Pour un bref instant , je n' y comprends rien :
aucune sensation de chute , comme celle que l' on ressent dans un ascen- seur qui accélère à la descente ou ralentit à la montée , avec l' impression que l' estomac remonte dans la gorge .
Un choc par derrière , un autre par devant , maintenant tout est noir :
plus de doute , je tombe dans la rimaye .
Le deuxième choc m' a fait basculer à gauche et en arrière ( je m' en rendrai compte à l' atterris ) , j' ai donc tout loisir de voir le trou qui m' a livré passage , seul objet lumineux pour l' instant , s' enfuir à toute vitesse , déjà à quatre ou cinq mètres au-dessus de moi .
Nous marchions à corde tendue .
Si je suis descendu aussi bas , c' est que , pour une raison incompréhensible , j' entraîne Jean-Luc à ma suite .
Cette conclusion aurait dû me glacer de terreur .
Mais non , elle me laisse complètement indifférent , comme un fait divers .
Voir tomber un camarade m' aurait noué les tripes .
Rien de pareil ici :
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Ce serait pousser l' interprétation trop loin .
Simplement , j' ai été frappé pendant une seconde d' une sorte de stupeur et maintenant , il est trop tard pour tenter quoi que ce soit .
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Un dernier choc , plus violent que les autres , met un terme à la dégringolade :
une étroite banquette de glace en saillie sur la paroi aval stoppe la chute et , si le deuxième choc ne m' avait pas renvoyé obliquement sous le surplomb , je passais tout droit ...
Le sac encaisse une partie du coup , une bretelle pratiquement arrachée en témoignera .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Progressivement tendue en fin de chute , la corde a aussi contribué à amortir la réception .
Il me faut quelques secondes pour reprendre mon souffle et accommoder ma vue à l' obscu .
Tout est gris et flou .
Machinalement , je passe une main sur mon nez .
Mes lunettes ?
Elles ont disparu au fond de la rimaye , sept à huit mètres plus bas ( je suis tombé d' autant ) , dans un entonnoir obscur et insondable , béant entre glace et roc , me laissant une égratignure sur le nez pour tout souvenir .
Accoudé sur la banquette , je dois extraire les lunettes de rechange de la poche du sac .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
bourrelets de glace glauque et bavante , pans de neige pourrie , rocher noirâtre en amont .
Dehors , et vite !
Où est donc passé mon piolet ?
Il a dû m' échapper et , veine incroyable , il s' est fiché dans un trou un mètre et demi au-dessous de moi .
Etirements de bras , de mains , rien n' y fait , il me manque quelques décimètres . Hurlements :
- Du mou !
Malgré des secousses frénétiques , la corde reste tendue à bloc .
Je l' avais oublié , les sons ne sortent pas d' une crevasse bouchée .
Mais enfin , cet idiot là-haut ne pourrait-il pas venir voir ?
La solution du désespoir :
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
In extremis , j' attrape l' indispensable outil et reviens à une position plus orthodoxe .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Au tour des crampons , maintenant , et gare à ne rien lâcher en les laçant .
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Cassé une fois , le manche avait été remplacé à Chamonix par les bons soins du papa Moser , cofondateur d' une maison célèbre pour sa production de matériel d' alpi ( malheureusement disparue aujourd' hui ) , dans laquelle il était devenu le spécialiste ( le dernier lui aussi ) des manches de piolets en bois .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Sur ma gauche , une vague rampe oblique et déversée où il me faut tailler marches et prises de main montre la sortie .
Le surplomb s' accentue , Jean-Luc veille :
à chaque pas , la corde suit , toujours aussi tendue .
Après quelques mètres , elle pénètre dans la neige obliquement vers l' aval , avec une fâcheuse tendance à me plaquer contre la paroi .
Lutte furieuse , arc-boutement d' un côté , opposition de l' autre ( également surplombante , la lèvre amont de la rimaye s' est rapprochée ) pour émerger à mi-corps , ébloui par le soleil , les coudes sur le bord du trou .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
Une douzaine de mètres en contrebas , campé dans une position d' assurage parfaite avec un large sourire aux lèvres , Jean-Luc m' envoie une de ses expressions imagées :
- Hein , dis donc , je l' ai bien tendu , ce nylon !
- Ouais , et même un peu fort ! Mais m' en plaindre serait pure ingratitude car une demi-heure au plus s' est écoulée depuis ma chute .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
- Dis donc , s' il y a autant de neige ici , ça sera pire en haut , on va patauger !
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Pourtant facile , le retour me paraîtra d' ailleurs par moments un peu pénible et , de toute évidence , je ne serais pas allé beaucoup plus loin .
Un dernier coup d' œil :
la corde a tranché un grand coin de neige soufflée et amoncelée sur la lèvre inférieure de la rimaye , doublant ainsi la hauteur de ma chute .
Voyant le sol se fendre sur plusieurs mètres dans sa direction et craignant l' effondrement d' un vaste pont de neige , Jean-Luc s' est interdit de faire un pas de plus , avec l' espoir que j' y mette du mien , vœu exaucé dans le soulagement général .
Mais je me suis parfois demandé ce qu' il aurait fait s' il avait eu à sa corde un client inerte ...
A la cabane , le gardien ne manifesta aucune surprise en apprenant notre mésaventure , que nous n' étions d' ailleurs pas particulièrement fiers de raconter .
La chose lui parut aller de soi et , plus avisé que nous , il avait réussi sa course en menant quelques compagnons au Balfrin .
Dans l' après parut un Allemand seul , porteur d' un lourd sac à claie , en provenance de la cabane des Mischabel .
Ce gaillard avait dû passer sans corde les deux rimayes du Windjoch et Dieu sait combien de crevasses à vous faire froid dans le dos .
Fou ou inconscient ?
Aussurément , la montagne est l' un des derniers endroits de ce monde où le miracle se manifeste en permanence , mais En montant au Nadelhorn ;
Et moi qui prenais les ri-mayes pour des fentes ridicules , jugement révisé sans peine !
Une semaine plus tard , jour pour jour , la cabane Bordier était entièrement détruite par un incendie ( le gaz d' éclairage ?) .
Avec elle , brûlait le livre aux précieux souvenirs ...
Amis d' autrefois , qui vous fera désormais ressurgir de la nuit éternelle ?
La cent unième plus belle course Le versant de Ried restait donc vainqueur par deux à zéro , nous ayant fait mordre la poussière au printemps comme en été .
Vexé , je le tins plusieurs années à l' écart de mes projets pour n' y reparaître qu' au début d' août 1986 avec trois membres du sympathique skiclub d' Epalinges , tous alpinistes confirmés .
Cette démonstration de masse ne me semblait pas exagérée pour une revanche qui traînait depuis seize ans et le Nadelgrat dut mettre les pouces , nous réservant toutefois quelques facéties de son cru .
Pour mettre toutes les chances de notre côté et varier les plaisirs , nous avions prévu d' attaquer le Galenjoch par la droite , depuis le sentier de la cabane Bordier , évitant ainsi le détour par le glacier de Ried , puis de remonter l' arête et particulièrement les tronçons neigeux les plus raides , vraisemblablement glacés en cette saison .
Un contretemps mit tout ce beau plan parterre .
Empêché , l' un des quatre ne pouvait gagner la cabane que très tard et il ne me paraissait pas judicieux de le laisser traverser seul et nuitamment la langue inférieure du glacier , un passage obligatoire pour atteindre le gîte .
Il fallut changer le fusil d' épaule et prendre l' ennemi à revers , c' est traverser le Nadelhorn en partant de la cabane des Mischabel pour descendre ensuite ce que nous avions pensé monter d' abord .
D' ailleurs , un vieux principe militaire ne com-mande-t-il pas de tenir les hauteurs pour garder l' avantage ?
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
Ce fut une suite d' agréables surprises .
Une nouvelle cabane avait été édifiée ( je l' avais oublié ) derrière l' ancienne , plus vaste et plus belle , reléguant la première construction au rang de dortoir additionnel et probablement aussi de local d' hiver .
A l' entrée , un auvent sous lequel dix cordées peuvent s' équiper ou se défaire à l' aise , en plein air mais à l' abri des intempéries , puis un hall abondamment pourvu de bancs et de casiers propres à recevoir chaussures et matériel en bon ordre , antidote efficace aux échanges d' objets commis de bon matin par les cordées les plus mal réveillées .
Sur un côté du hall , lavabos , douches et toilettes à l' eau courante , un luxe exceptionnel à cette altitude ( 3300 m ) :
jusqu' ici , je ne l' avais rencontré qu' aux Dolomites de Brenta , où la plus haute cabane ne dépasse guère 2500 mètres .
En guise de réfectoire , un véritable restaurant panoramique desservi par un personnel actif et aimable .
Il me faut encore préciser que ce soir-là , la cabane était plus que remplie puisqu' on nous envoya dormir dans l' ancienne bâtisse avec l' avantage d' y être moins dérangés .
Quant au gardien , il était bien le même qu' en 1971 , mais je ne le reconnus pas .
Lorgnant par le guichet où l' on passe les commandes et les plats , je l' aperçus qui dirigeait paisiblement son équipe de cuisine ( je devrais presque dire sa brigade ) et après le coup de feu , il s' en vint prendre l' air devant la cabane et deviser avec quelques-uns de ses hôtes comme l' aurait fait n' importe quel patron de café .
Malgré l' affluence , un véritable menu nous fut servi à souper et à un prix très acceptable pour l' altitude , avec toutes les boissons convoitées .
L' ours grognon qui nous avait si mal reçu jadis n' était plus qu' un souvenir effacé !
Notre quatrième nous rejoignit au milieu de la nuit , en deux heures seulement depuis Double page suivante :
Il ne perdit pas un atome de sa bonne humeur en constatant qu' un reste de liquide que j' avais mis de côté pour le désaltérer , s' était évaporé dans le gosier de quelque personnage peu scrupuleux .
Malgré la courte nuit qui fut la sienne , nous partîmes avec le gros de la troupe pour arriver bons premiers au sommet du Nadelhorn et nous octroyer un solide casse-croûte ( les horaires suivants étant nettement moins flatteurs , il n' y sera plus fait qu' une allusion ... globale !)
Et maintenant , le Nadelgrat !
Dans notre empressement à redescendre les rochers sommi-taux , nous manquons la brève traversée qui conduit sur le fil de l' arête , première faute d' itinéraire due à ma vigilance un moment relâchée .
Remonter , pas question :
ce serait avouer publiquement l' erreur et puis , une cordée engagée dans le bon passage ne paraît pas plus à l' aise pour autant .
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Les crampons , qui avaient été remis au sac pour le fin sommet du Nadelhorn , y retournent pour un bon moment , le temps de suivre une jolie arête de bonne neige , de traverser le Stecknadelhorn tout rocheux et de remonter au Höhberghorn par une brève arête où la neige ramollie commence à glisser sur son substrat de glace .
Qui a bien pu voir une épingle dans le sommet émoussé du Stecknadelhorn et baptiser celui-ci aussi bizarrement ?
Mais qu' ai à dire de mon propre nom , sujet à pas mal de plaisanteries dans cette terre romande que j' ai pourtant toujours habitée , sinon que je tiens peut-être de mes lointains ancêtres patronymiques et caprins un sérieux penchant pour le terrain escarpé ?
Le Höhberghorn était réputé entièrement neigeux , mais aujourd' hui , une étroite crête de rocher émerge tout juste des glaces sommi-tales , fournissant avec un bon nombre de sièges naturels le prétexte d' un pique-nique .
Des choses plus sérieuses nous attendent . A tout hasard , nous remettons les crampons , manœuvre peut-être superflue car il nous faut les quitter peu après pour la descente d' un ressaut rocheux , qualifié de superbe escalier dans le Guide des Alpes valaisannes .
Ne suivons-nous pas le fil avec assez de rigueur ?
C' est possible , mais l' escalier nous paraît plutôt « caillasseux » et le pas d' entrée retient notre attention quelques instants .
Forts de l' ex précédente , nous abordons sans crampons l' arête qui descend ensuite au Hohbergjoch .
Une longueur peu sûre dans la neige inconsistante , toujours sur de la glace . .-^ !
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
La descente sur le Dürrenjoch produit heureusement un regain d' intérêt :
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
après avoir traversé un pointement de l' arête et remettre les crampons pour gagner le col .
D' ici plonge un couloir raide et neigeux sur le glacier de Ried et il me semble que les copains y regardent avec envie , supputant une échappée expéditive , aussitôt dissuadés par de petites coulées déclenchées par la chaleur de l' après :
le programme ne sera pas écourté .
C' est en traversant le sommet du Chli Dürrenhorn que nous trouvons le meilleur rocher de la journée , sur le fil même , dans quelques jolis passages de varappe , hélas ! bien courts et pas obligatoires .
Deux des comparses en profitent pour prendre de l' avance , éviter le sommet par la gauche et disparaître derrière une crête .
Le temps d' y parvenir nous-mêmes , c' est la consternation :
impatients de descendre et mal renseignés par la lecture exclusive des Cent plus belles courses des Alpes valaisannes , les collègues ont manqué l' arête conduisant au Galenjoch pour dévaler un immense versant d' éboulis dont le bas est invisible . Du sommet du Nadelhorn :
Stecknadelhorn , Höhberghorn , Dürrenhorn Cris inutiles :
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Il ne reste plus qu' à leur emboîter le pas .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
la découverte de l' issue ne sera qu' au prix de quelques pas de varappe et d' un véritable saut périlleux exécuté sans dommage par l' un de nous dans de la caillasse roulante .
Réunion non pas au sommet , mais au fond d' une combe d' éboulis où le Galenjoch nous domine narquoisement de cent cinquante mètres , par une pente d' apparence hostile .
Il est question de rallier directement le val de Saint-Nicolas .
D' après mes souvenirs du Guide des Alpes valaisannes , l' itinéraire manque d' évi même à la montée .
Les amis exigent des preuves plus tangibles : la carte les leur fournit en abondance .
Le temps d' un casse-croûte reconstituant , avec un ruisseau pour rétablir le niveau dans les gourdes , la décision est prise :
ce sera le Galenjoch .
Même raide , une pente d' éboulis stable ne devrait d' ailleurs pas causer de difficulté et cela se confirme dès les premiers pas .
La joie du programme en passe de s' achever et plus prosaïquement la récupération d' un souffle raccourci par la fatigue m' incitent à musarder un peu en admirant les petites fleurs de moraine qui ont bien voulu égayer ce Neu austère . Je rejoins les amis réunis au col même en un cénacle muet de réprobation .
journée a Üschenen
Hanspeter Sigrist , Oberbalm
Dans les faces d' Üsche ( voie « Jugend » )
r \ Un site d' escalade historique Au moment où l' escalade libre en Suisse en était encore à ses premiers balbutiements , des voies qui ont compté parmi les plus dures du pays ont été ouvertes dans la bande rocheuse d' Üschenen .
Leurs difficultés , d' abord aux alentours du 6e degré , ont atteint ensuite le 7e , et finalement le 8e degré .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Certains s' irritaient de cette nouvelle pratique , d' autres pensaient simplement que les possibilités du secteur étaient pour l' essentiel épuisées .
Ainsi l' intérêt s' est déplacé vers des régions moins explorées .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
On avait également appris dans l' intervalle à considérer les deux « idéologies » avec plus d' objecti et de tolérance . Les différences entre voies ouvertes depuis le bas et celles qu' on ouvre depuis le haut , leurs avantages et inconvénients respectifs , tout cela est désormais clair pour tout le monde .
Les deux méthodes sont concevables et peuvent se justifier .
Certains itinéraires , la voie Kumulus par exemple , ouverte depuis le bas par Martin Stettler et nécessitant une parfaite santé morale et une grande habileté , constituent des expériences uniques .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces dernières posent toutefois des exigences d' un autre ordre , non seulement au grimpeur de tête , qui doit affronter le parcours avec détermination et la plus grande concentration , mais aussi au compagnon qui l' assure , dont le rôle peut être important dans la réussite rapide d' une entreprise de ce niveau .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
Cette dernière réalisation a exigé de rééquiper la voie et préciser la ligne de la partie supérieure .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Il est impossible de fixer à l' avance le moment où toutes les conditions d' un succès rapide dans une voie du 10e degré sont réunies .
J' en suis du moins incapable , même après une longue et intensive préparation .
Peut-être ne peut-on s' élever à la hauteur d' un défi de ce genre qu' à la faveur d' une situation particulière , qui libère de toute obligation de réussir , dénoue les blocages et donne aux enchaînements de mouvements la fluidité nécessaire .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Rien ne m' irrite plus , dans une voie difficile , par température un peu trop élevée , que le sentiment désagréable de glisser imperceptiblement mais irrémédiablement de chaque prise !
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Il peut aussi arriver qu' un environnement où « le prestige est en jeu » ( présence de certaines personnes par exemple ) , agisse de manière si motivante sur le grimpeur qu' il devient subitement capable d' évoluer avec une sûreté apparemment totale .
De fait , il s' avère en général rapidement qu' une performance ainsi favorisée,par les circonstances extérieures s' accompagne d' une énorme dépense de force .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
c' est la conjonction idéale de tous ces éléments ( et peut-être d' autres encore ) qui finit par créer des circonstances entièrement favorables .
Dans le grand toit de la voie « Fusion » ( 10 — ) Objectifs La voie Fusion combine une voie existante du 9e degré et une traversée qui s' en détache pour surmonter un toit proéminent .
Le point où la « fusion » est censée se produire est en même temps le passage clé de l' ascension .
A un endroit raide et muni de petites prises acérées , puis un toit impressionnant , succède le passage décisif .
Ce qui le précède , comme ce qui le suit , est relativement facile à maîtriser . Par contre , quitter la ligne primitive qui continuerait tout droit pose problème .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Après avoir brièvement « apprivoisé » la ligne un peu bizarre et les mouvements originaux avant et après le passage-clé , c' est tout juste si nous avons encore le temps de faire chacun une tentative .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
Une semaine plus tard , la période de beau temps touche à sa fin ;
et avec elle , le rêve de Fusion s' envole pour l' année .
Heinz séjourne dans le Midi de la France , où il a des objectifs qui lui semblent plus accessibles .
Et Gabriele veut aller en Italie .
Elle déteste le brouillard , et craint en cette saison de ne faire que grelotter sur les rochers des Préalpes .
la journée est chaude et sans vent . Je décide donc de faire une nouvelle tentative de Fusion , avant d' entamer notre voyage le soir .
Nous profiterons ainsi de la journée ensoleillée , la dernière peut-être de l' automne , et Gabriele pourra se reposer de son long trajet de nuit depuis l' Allemagne .
On a souvent quelque difficulté à faire part de ses objectifs .
Aujourd' hui comme autrefois , on grimpe à deux , ce qui signifie que les objectifs et manières de voir de chaque partenaire doivent être ramenés à un dénominateur commun satisfaisant .
C' est pourquoi je trouve parfois difficile d' avouer , à mon compagnon comme à moi-même , où sont mes intérêts et , le cas échéant , de les lui imposer .
En cas d' échec , je crains de l' avoir sollicité à mauvais escient. Mais d' autre part , il vaudrait mieux que de tels scrupules ne nous empêchent pas de croire que c' est de grand cœur que le partenaire nous offre son soutien , lorsqu' il sent que le bon moment est là et qu' il peut nous aider à atteindre notre but .
Clschenen se présente sous son plus bel aspect .
L' air est frais , mais un bon soleil invite à s' étendre au pied des rochers .
La neige descend déjà très bas sur les montagnes et , à l' exception d' un grimpeur solitaire occupé à l' équipement d' une nouvelle voie , nous sommes seuls .
Je me mets dans l' ambiance par un 7e degré d' échauffement , puis quelques mouvements-tests dans les passages difficiles de la voie , en portant une attention particulière sur le mouvement-clé .
La position de mes doigts , sollicités à l' extrême sur une prise ronde , me provoque une douleur au poignet gauche .
Ce n' est qu' en m' agrippant de toutes mes forces que l' ample mouvement dy- Dans la voie « Bschiitti-giitti » ( 10 ) , la plus difficile du site d' Uschenen namique en direction de la petite fissure devient possible .
Cette première tentative ne se déroule pas mal du tout , mais au mousque-tonnage de la sangle bleue en place , je manque de stabilité et par conséquent dépense beaucoup de force .
De plus , ma main est passée sous la corde .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Un deuxième assaut suit peu après , avant que la sensation de l' enchaînement correct des mouvements n' ait disparu .
Gabriele m' a rendu le calme et le courage nécessaires à la délicate manœuvre de mousquetonnage .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Il ne me manque que quelques millimètres pour atteindre la prise .
Pause .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Cette ligne à travers la dalle verticale , avec ses minuscules entailles , ne cesse de me fasciner .
Je me sens bien .
Equilibré et calme .
Peut-être parce qu' en ce moment , au milieu de ce paysage magnifique , il ne me manque rien .
La pause est terminée . Agir de nouveau , risquer l' essai suivant .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Mais je suis à peine conscient de cette petite erreur .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Gabriele m' accorde encore une chance , la dernière .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
Le toit n' est guère l' endroit propice à de telles réflexions ;
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Puis le croisé sur la prise minuscule , la pression nécessaire sur les pieds , la prise intermédiaire et - avec un peu de chance je saisis la rainure du bout des doigts .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main . Le franchissement du toit a commencé ;
Mousquetonnage du dernier piton et une traction résolue sur la prise de sortie .
Les derniers rayons du soleil , et l' assurage amical d' Ernst Müller , qui se promène tout seul par ici , nous permettent même de répéter l' escalade , d' en prendre quelques photos et de savourer encore un peu ce beau moment .
C' est de très bonne humeur que nous remballons nos affaires et prenons congé de cet endroit unique .
Le soleil a disparu derrière le Lohner .
La température baisse rapidement , mais le mouvement de la descente ne tarde pas à nous réchauffer .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Vu de Tierfed , le Selbsanft trônant au-dessus de la gorge de la Linth
pourtant , le lecteur ne peut guère se faire une idée de cette arête , tant les alpinistes ayant inscrit leur passage dans le livre sont laconiques à son sujet .
II fait un magnifique temps automnal , sans risque d' orage .
La voie est sèche . Une fois de plus , nous sommes tentés par les puissantes falaises nord de la montagne .
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Vue depuis le Vorder Selbsanft ( ou Hauserhorn ) sur le Tödi mites a vécu durant de longues années . Abandonné par ses propriétaires , leur jardinet est maintenant envahi par les mauvaises herbes .
la description de Caspar Hauser citée plus haut cf. p.31 ) s' appliquerait bien à la vision que nous en avons depuis là .
Parvenus à cet endroit , les promeneurs peu familiarisés avec la montagne risquent bien de ne pas oser faire un pas de plus !
En suivant la trace de sentier , nous nous engageons dans la gorge , avec l' impression de nous perdre dans les oubliettes d' une forteresse .
Les parois rocheuses qui formaient un demi-cercle autour de nous se resserrent jusqu' à ne laisser que quelques mètres de l' une à l' autre .
Nous pénétrons dans un autre monde , bien loin de notre univers quotidien .
Même en cette saison et à l' altitude de 1200 mètres , des restes durcis d' avalanches subsistent au fond de la gorge .
Nous nous frayons avec peine un chemin en remontant le lit du ruisseau , enjambant des barrages de vieille neige et passant le long de blocs de rocher polis par les eaux .
Quel déluge ce serait si les eaux de la Limmeren n' étaient pas retenues en amont par le barrage !
On ne pourrait pas emprunter ce passage en été .
Les anciennes éditions du guide du Club alpin indiquent d' ail que cette course n' est possible qu' en 41 automne .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Très vite se creuse en dessous de nous un abîme vertigineux .
Nous ne sommes pas encore encordés et chaque pas exige une grande concentration .
A partir de cette épaule exposée , le « Birchli » , on monte tout droit à travers des vernes , puis on escalade un ressaut rocheux .
La pente devient si raide qu' on ne voit plus où l' on va , si bien qu' il faut un peu de flair pour trouver le meilleur cheminement .
Le piolet dans la main côté montagne , un bâton de ski comme appui dans l' autre : c' est ainsi qu' on remonte le mieux ce versant herbeux interrompu de rochers et de cailloux branlants .
L' obscurité monte rapidement de la gorge du Limmerenbach .
Nous cherchons le meilleur endroit pour dérouler nos matelas et nos sacs de couchage .
Puis nous allumons les réchauds pour préparer le souper .
Le repas est agrémenté de joyeux « propos de table » .
Je raconte à mes camarades l' épisode de l' orage que j' ai vécu ici trois ans auparavant . Nous avions rempli nos gobelets en les tenant sous la pluie battante , car nous avions oublié de prendre de l' eau au ruisseau de Limmeren !
Une demi-heure après le crépuscule , une clarté commence à monter derrière les parois du Muttsee pour envahir bientôt tout le ciel bleu sombre , et à 20 h 30 la pleine lune se lève au-dessus du Kistenpass .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Nous allu- il mons une bougie qui projette sa lumière || chaude sur le plafond rocheux au-dessus de nos têtes , puis je me glisse en rampant dans la fente la plus étroite , au fond de la grotte , pour photographier de là ce décor exceptionnel .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Le silence de la nuit , souligné par le murmure de l' eau du lac de Limmeren , nous berce et nous endort .
Nous nous sentons en sécurité dans le creux de cette montagne gigantesque .
A 5 heures , le bip-bip d' une montre nous tire impitoyablement de notre sommeil .
En vieux habitués des bivouacs , nous nous débrouillons pour chauffer de l' eau et déguster notre petit déjeuner ( un bol de birchermüesli et du café ) sans sortir de nos sacs de couchage .
Dans le petit espace de ciel que nous apercevons entre le plafond de la caverne et l' horizon du Muttsee , les étoiles pâlissent rapidement .
A 6 heures , aux premières lueurs de l' aube , nous quittons notre logis romantique .
Sur l' arête nord Nous gagnons le Luegboden puis remontons le premier ressaut en direction de l' arête nord , une raide pente d' herbe et d' éboulis .
Sur les vires du versant Sandalp , nous découvrons quelques chamois en train de brouter .
Sur ces hauteurs ils n' ont rien à craindre , même à la saison de la chasse .
Nous remontons un couloir en escalier par une varappe facile et atteignons une étroite brèche dans l' arête nord , où les premiers rayons du soleil nous accueillent . Quel instant merveilleux , même si nous l' avons déjà vécu cent fois !
Nous nous encordons et escaladons l' arête sur son fil .
Sur les vires , on rencontre beaucoup de caillasse , mais les ressauts plus raides sont en bon calcaire jurassique ( malm ) .
Plus loin , un passage de rocher brun très délité requiert une grande prudence .
Nous gagnons rapidement de la hauteur et nous arrivons au pied du gendarme jaune-brun caractéristique auquel les alpinistes ont donné le nom de « corne d' or » .
Mais au Neu de filons d' or , ce sont des coussinets de gazon qui rayent le rocher du côté est du gendarme .
Le sommet de la tour , bien plat , invite au repos .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
Seul le léger grondement du Sandbach monte jusqu' ici en cette heure matinale .
Derrière la « corne d' or » nous trouvons une large vire d' éboulis , puis un banc de rocher surplombant qui fait tout le tour de la montagne .
La voie la plus logique mène à un angle d' où on traverse horizontalement sous de puissants surplombs pour gagner une pente de rochers délités .
Nous suivons ce cheminement pour atteindre à nouveau l' arête au pied d' un ressaut très redressé .
Ce bastion vertical est interrompu sur son flanc est par un dièdre-cheminée .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
nous envoyons au combat notre camarade Johnny , grimpeur sportif venu du « village en trois lettres » bien connu des cruciverbistes , en Plattas Alvas , sur les hauteurs du Mittler Selbsanft .
Il va faire cette longueur « les doigts dans le nez » !
Moqueurs , nous échangeons un regard entendu lorsqu' il s' échine et transpire dans la cheminée brûlante de soleil , puis reste coincé à cause de son sac , pour finalement se lamenter sur la « désagrégation des Alpes gla-ronaises » , couplet pourtant malvenu ici , dans ce rocher ferme et poli .
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
Nous remontons ensuite un terrain délité jusqu' au dernier gendarme , le plus sombre , formé de grès nummulitique .
Tout joyeux , nous parcourons la dernière demi-longueur sur l' arête et atteignons la cime du Hauserhorn .
Au sommet II n' est que dix heures , la journée est magnifique , nous pouvons donc nous accorder une longue pause au sommet .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
A l' est du massif du Selbsanft , on voit tout en bas le lac de Limmeren , gris-vert clair , bordé par les bancs de rochers crevassés et les gradins étages du Kistenpass .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Mais notre regard se tourne maintenant vers ce qui est tout près de nous , le petit livre de sommet , que nous sortons de sa boîte abîmée par la foudre .
Nous le feuilletons un instant avant de nous y inscrire , reconnaissants de pouvoir allonger la liste des alpinistes qui y ont écrit leur nom depuis 1863 .
Ce moment de pause passe trop vite , déjà un coup d' œil à la montre nous indique qu' il est temps de nous remettre en route .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
S' être élevé d' un repli caché dans les soubassements de la montagne , avoir grimpé 1700 m , s' être dépensé durant des heures dans un terrain difficile , pour déboucher ensuite ici , à près de 3000 mètres sur cette haute montagne éblouissante , inondée de soleil :
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Toutes les Alpes grisonnes se déploient à l' est et au sud , masquées seulement , au-dessus du Limmerenfirn , par les longs bombements glacés du Bifertenstock .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Les débris rocheux et les pierres plates de cette arête sommitale libre de neige crissent doucement sous nos semelles .
Parfois ils forment pour l' œil des motifs étranges , dont la structure d' ensemble ne se révélerait que depuis un poste d' observation plus élevé .
Une longue descente Après la pause de midi dans un creux neigeux exposé au soleil , nous descendons d' abord par le Griessfirn , puis , par des dalles claires fissurées , des moraines et des éboulis , jusqu' au bout du glacier de Limmeren .
De là nous suivons le torrent glaciaire jusqu' à la cascade qu' il forme par-dessus une paroi rocheuse surplombante .
Au-dessous de nous , au fond de la vallée , s' étend le lac artificiel de Limmeren , qui a la couleur claire de l' eau de fonte .
La distance qui nous reste exigera donc encore un effort de deux heures .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
Enfin , à l' Och , ce sera le tunnel humide et froid de la route du barrage , puis le téléphérique .
Espérons que nous attraperons la dernière benne , à 4 heures et demie !
Les sacs bourrés étaient lourds ( corde , piolet , équipement de montagne et de bivouac ) , et c' est en sueur et assoiffés , genoux sifflants et pieds en compote , que nous sommes arrivés dans la vallée .
Mais malgré ces peines et ces efforts ( ou justement à cause d' eux ) , nous sommes désormais liés au Selbsanft par ce long chemin parcouru dans la région la plus solitaire des Alpes glaronaises .
Nous sommes liés à cette montagne que les alpinistes gravissent depuis 125 ans , laps très court dans son existence de plusieurs millions d' années . Elle nous a conquis par la beauté de son univers rocheux , sa solitude et sa nature intacte .
Vivant amici montium !
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Romedi Reinalter , S-chanf
Le Piz Platta , dans ( ' Oberhalbstein ( Alpes rhétiques )
Les courses à ski organisées par la section Bernina du CAS au Piz Buin et au Piz Platta , dans les Alpes rhétiques , appartiennent à un passé déjà ancien .
Je me souviens que j' avais alors promis aux participants de mettre par écrit mes impressions de l' une de ces courses , et je me souviens aussi pourquoi je n' ai pas tenu ma promesse :
repris par les soucis quotidiens , j' avais été accaparé par d' autres priorités , et c' est ainsi que bien des travaux d' une urgence apparemment secondaire ont été reportés à plus tard .
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Au fond de la vallée , là où une couche de neige mince mais dure s' est maintenue , un fondeur glisse , montant et descendant légèrement , en évitant les rives libres de neige de l' ancien lit du ruisseau de Beverin .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
Les contours de certains événements se sont effacés ou restent flous , bien qu' ils reprennent vie quand je suis en présence des participants à ces courses ; je peux alors retrouver les impressions d' autrefois .
Je me souviens naturellement bien mieux des faits qui ont eu pour moi une importance particulière .
Quand une partie de mon passé qui n' est pas encore entièrement « digérée » se met à se dérouler , n' importe quand , n' importe où , comme un film accéléré , je parviens souvent à Double page suivante :
Chaque course de montagne se compose de nombreux détails séparés , qui ne transmettent une impression globale que par leurs relations réciproques .
Rien d' extraordinaire à cela , d' ail ; c' est quelque chose qui se produit souvent dans la vie quotidienne .
Le souvenir d' une course peut se composer d' impressions grandioses , mais il arrive aussi que certains détails prennent une importance telle qu' ils Des chamois : une rencontre fréquente lors d' excursions à ski éclipsent tout le reste ;
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
En pleine nature , je peux prendre de la distance par rapport à ma vie quotidienne et je parviens à une compréhension plus profonde de moi-même .
Non que je veuille fuir les difficultés , au contraire .
La distance que je prends m' offre la possibilité d' aborder mes préoccupations sous un autre angle et de chercher de nouvelles solutions .
Il m' est arrivé plusieurs fois de devoir me faire violence pour participer à une course de section , tant j' étais enfermé dans un isolement farouche .
Souvent m' envahissaient des sentiments de joie et de plénitude que je ne connaissais guère dans les temps difficiles que je vivais .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
C' est là son lieu quotidien , celui où il doit s' affirmer .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Quand je parcours la montagne seul , les sens en éveil , je sens quelquefois passer un courant subtil entre la nature et moi .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
Si l' on en prend le temps , il peut même arriver qu' on découvre alors non seulement le chemin de secrets extérieurs , mais celui de son propre être intérieur .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Premier acte
Radieuse matinée d' août .
Cet après-midi nous partons en montagne .
Mais je suis encore enfermé au bureau , et les heures semblent s' éterniser .
Des rayons de soleil se glissent par les interstices des stores et tracent des lignes de lumière étincelante sur le sol .
Le vert pâle de l' écran s' efface peu à peu , les lettres dansent devant mes yeux - en pensée , j' ai déjà déconnecté l' ordinateur .
Temps de gagner le large .
George passe me prendre .
Il est hôtelier et , la semaine durant , porte des costumes de la meilleure coupe , toujours impeccablement assortis .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Mais il préfère encore porter des jeans ou escalader les sommets .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
Deux heures plus tard , à une éternité déjà du quotidien , nous laissons derrière nous le miroir azuré du lac de Zervreila et entrons dans l' univers minéral du Läntatal .
La couleur du lac de Zervreila et le lac artificiel de la Lampertschalp ont une histoire que je conte à George .
Un mur serait venu obstruer l' entrée de la vallée , faisant monter le niveau des eaux jusqu' à 50 mètres en dessous de la Läntahütte , et le beau bleu du lac de Zervreila aurait été noyé dans les flots boueux . Une cabane du cas avec débarcadère !
Mais les habitants de Vals ont rejeté au printemps 1989 la demande de concession de l' entreprise . Ainsi , tout sera préservé .
Dans la vallée vierge , le petit sentier traverse des collines morainiques , serpente entre de puissants blocs de rochers , bondit par-dessus les torrents et , par endroits , disparaît presque entièrement dans les vernes : la vue se limite à quelques mètres , et chaque détour réserve de nouvelles surprises .
Nos pensées se concentrent sur le chemin , chassant provisoirement l' angoisse du lendemain .
Le torrent , à l' exemple de notre sentier dont les mille virages se faufilent entre les obstacles , déploie ses méandres dans le gravier du fond de la vallée , rongeant ici une colline pierreuse , Chalet d' alpage à l' en du Läntatal Photos : P»tar Donatscfi créant là un îlot .
« C' est le moment de sortir ton appareil ! » La voix de mon camarade m' ar à ma rêverie .
Je lève les yeux . Les nuages sont réduits à un dernier lambeau , la vue est dégagée sur une petite pointe immaculée , gracieusement dressée dans le ciel :
Les dernières heures du lendemain matin nous trouvent déjà dans la descente .
Parmi les blocs amoncelés au voisinage du portail glaciaire , nous cherchons une issue vers la vallée où une tache de soleil vient argenter le cours du torrent .
Mais ici , il continue de pleuvoir des seules .
Un filet dévale sur la joue de George -est-ce l' eau du ciel ou la sueur de l' effort ?
Des nuages enveloppent le Rheinwaldhorn et roulent lourdement sur le glacier .
Au pied de la langue , un chaos cyclopéen , des blocs en équilibre instable sur des nervures de glace , prêts à dégringoler .
Monter et descendre dans les rochers , déraper sur la glace recouverte d' une fine couche de sable ...
Nous sommes trempés .
Des cailloux , détachés sous nos pieds , rebondissent sur la pente et plongent dans l' eau laiteuse , au milieu des éclabous-sures .
Les pointes des crampons grincent à chaque pas dans la pierraille .
Aujourd' hui , le Rheinwaldhorn ne semble pas vouloir de nous .
« En montagne , la ligne droite n' est pas toujours la plus courte » , professé-je , plaidant l' abandon de notre descente sur la langue du glacier et un détour par la pente d' éboulis .
Aussitôt dit , aussitôt fait .
Mais le torrent , gonflé par les pluies , ne tarde pas à nous arrêter .
Nous avons perdu de vue le sentier depuis longtemps .
George tente sa chance à un élargissement où , grâce à des pierres émergées , on devrait pouvoir passer en quelques bonds .
Je préfère longer l' obstacle dans l' espoir de rencontrer plus bas un étranglement .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
hardiment à gué , au prix de deux chaussures pleines d' eau .
Parfois , la ligne droite est tout de même la plus courte .
Un clapotis dans les chaussures .
Chaque pas tire de nos chaussettes un suc où marinent nos orteils ramollis .
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deuxième acte L' image de la petite pointe , le sommet du Rheinwaldhorn , s' est profondément ancrée dans ma mémoire .
A intervalles , elle refait surface , me lance un appel irrésistible , devient une nécessité .
Je comprends alors que nous autres alpinistes sommes des drogués . Simplement , nous devons monter sur les montagnes .
Un point , c' est tout .
Il m' arrive tout de même de maudire cette dépendance , car l' alpinisme a ses désagréments .
Fondamentalement , l' homme n' est pas un être à la recherche d' une vie facile ?
Le moment de chercher le sommeil , dans une cabane froide et sous une couverture poussiéreuse , donne l' occasion de se demander , par exemple s' il n' aurait pas mieux valu passer la soirée du samedi bien douillettement dans son fauteuil , devant une bière et une émission de variétés .
Avec un petit craquement , la croûte de neige lâche sous mon pied ; une fois encore , enfoncé jusqu' à la cuisse dans la masse inconsistante .
La faucille de la lune , pâle et jaunâtre au zénith , jette une lumière diffuse sur le versant gauche de la vallée , tandis qu' à droite , la paroi de la montagne est plongée dans une obscurité impénétrable . Geignant , je m' extrais de mon trou .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
Presque impossible de tenir debout avec le sac . Les larmes me viennent aux yeux .
Je jure , parfois tout haut , parfois doucement , maudissant la neige profonde que je n' avais pas prévue , le clair de lune insuffisant , le poids du sac .
Mais au fond , c' est à moi-même que j' en veux , de m' être laissé entraîner à partir ce soir encore pour la Läntahütte , après toute une journée dans une pièce enfumée , je ne sais quelle réunion , des verres de vin blanc . Je me rabâche :
» La faiblesse et un sentiment d' impuissance me paralysent . M' arrêter , jeter le sac dans la neige .
Cligner des yeux , tenter de percer la nuit :
cette ombre là devant , n' est pas la cabane ?
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Seule sa trace m' indique le chemin , parfois à peine marquée , mais le plus souvent profonde .
Une fois encore , je fais halte , inspecte les ténèbres .
La cabane que j' apercevais se réduit à un rocher , la pile de bûches , à un tas de piquets de clôture que le berger a rassemblés là en automne .
Le clair de lune métamorphose la Lampertschalp en un paysage extraterrestre , un mirage .
Je trébuche et tente de me rappeler .
L' été passé , la cabane venait pourtant bien juste après le rocher ?
Cette pensée me revigore pour les prochains cent mètres .
Toujours pas trace de cabane .
Pius a disparu , la solitude est totale .
J' ai l' impression de tourner en rond , un rocher , un replat , un nouveau rocher , et ainsi de suite .
L' aiguille de ma montre , elle , poursuit sa course , mais à quoi bon la consulter .
Je dois arriver à la cabane .
Semblable à la gueule ouverte d' un gros requin , l' ombre projetée par le coucher de lune escalade les pentes gauches de la vallée .
Je me débarrasse de mon sac , les jambes de plomb , découragé .
Le vent siffle sa chanson en balayant ces champs de neige traîtres et interminables .
Je pense au parapente dans mon sac .
Le déplier , décoller dans un chuintement , laisser là la fatigue , l' odieux sac , les pièges de la neige prêts à m' engloutir .
Une onde glacée et humide me remonte brusquement le dos .
J' ai failli m' endormir !
Encore , encore , le mot cogne dans ma tête , le Güferhorn et Rheinwaldhorn , les deux sommets principaux du groupe de l' Adula froid de la chemise trempée de sueur m' aiguillonne .
Encore une pente , contourner un rocher .
Soudain , comme une révélation , très loin , à peine éclairée par le dernier rayon de lune , la petite pointe cristalline , notre but .
« Plus que quelques pas » , me souffle une voix , et dans mes jambes afflue une force neuve , celle-là même qui nous pousse tous vers la montagne et qui , mille fois , m' a fait imaginer la petite pointe .
Une force loyale , qui ne vous berce pas d' illusions .
C' est ainsi que le cauchemar du soir est oublié le lendemain matin , lorsque nous nous élevons vers le glacier de Länta : toujours des champs de neige croûtée , mais désormais , le regard fixé sur la petite pointe .
Markus , le plus lourd de notre petit groupe , nous ouvre la trace .
Là où la neige résiste sous lui , elle nous portera aussi .
Sur le glacier , nous nous relayons en tête .
La piste profonde que nous laissons est une œuvre solidaire , à laquelle chacun a participé .
Plus loin , nous trouvons une nervure dégagée que nous gravissons comme un escalier .
L' arête terminale est en neige glacée .
Je repense à notre précédente tentative et jouis doublement de chaque instant .
Comme sorti de la main d' un maître , régulier , épure contenue en quelques lignes , le sommet se dresse devant nous , porte ouvrant sur une autre dimension , aimant invisible , but .
Personne ne sent plus la fatigue , ni le poids du sac .
Le vent est presque tombé .
Seuls nous accompagnent le crissement de la neige dure sous les souliers et le bruit de notre respiration .
Mouchoirs multicolores sur le blanc uniforme de cette pyramide .
Insectes Vue depuis le Rheinwaldhorn .
Un léger voile de vapeur baigne les sommets éloignés dans une immensité infinie minuscules , égarés dans ce désert de neiges éternelles , de pierre et de glace .
De la vallée , le Rheinwaldhorn semble inaccessible , suspendu dans le bleu infini du ciel .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Démêler les suspentes , se glisser dans le harnais , tendre au vent le ruban-témoin .
Les reptiles se changent en oiseaux de couleur .
( Traduction de Denis Stulz ) Départ en parapente depuis le Rheinwaldhorn en direction de l' ouest .
Au-delà de la profonde entaille du Val Blenio se dressent les montagnes du Tessin Photo Markus Stähelin
Wv
ss Wändli ,
chemin des souvenirs
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Le Gr .
A gauche , la concave paroi ouest , la Mythenmatt et l' édifice sommital
Harmonie
L' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
Mais voici que des branches craquent , des graviers roulent , des pierres tombent , révélant notre approche à des chamois qui broutent dans la fraîcheur du matin .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
« Regardez bien » , fais-je avec un grand geste , « nous sommes devant le passage le plus difficile de l' escalade , la première dalle , qui a déjà effrayé plus d' un grimpeur des Mythen » .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Vite , Ruedi passe le mousqueton à vis dans la sangle du piton de relais , tandis que son épouse y introduit la corde .
« Alors , attention » , dis-je encore , « il faut absolument coincer la chaussure droite , je répète , la chaussure droite , dans cette fissure , mettre la gauche en adhérence sur la dalle , décoller le derrière le plus loin possible et monter : un jeu d' enfant !
A l' arrière , les Alpes uranaises . ( Photo aérienne ) Et je me lance tout de suite dans la démonstration , en ce jour de brouillard , comme je l' ai vu faire il y a bien des années .
Dix mètres plus haut , je m' installe dans une niche pour assurer mes camarades de cordée et je cherche du regard un trou rond au bord du bouclier de dalles là-bas , dont je sais qu' il abrite un lis orangé ; mais celui-ci n' est pas encore en fleur .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
C' était la « pierre de l' autel » , un bloc qui présente au promeneur son côté surplombant , mais qui est facile à escalader par l' autre côté .
Mon cher ami Franz y avait quelquefois célébré un office divin quand il était gosse .
Cette vision était trop belle pour que je ne la partage pas avec mes camarades de cordée d' aujourd .
J' ai donc essayé de faire surgir devant eux l' image du gamin blond , si sérieux , qui dépassait juste de la tête et de la poitrine le bord de l' autel , entouré d' un parterre de feuilles argentées qui semblaient regarder vers lui , chantant son « Gloria in excelsis Deo » les bras écartés , accompagné par le clair pépiement des oiseaux et le murmure grave des sapins barbus .
Au pied de la « pierre de l' autel » , je leur ai encore décrit la croix :
le timon dressé du petit char à échelle , peut-être déjà chargé de bois mort , peut-être encore vide .
Car à cette époque c' était pendant la guerre - mon ami m' affir qu' il était difficile de trouver du bois mort dans la forêt , si bien qu' il devait se hisser en prenant des risques jusqu' aux pins tombés et aux petits sapins agrippés à des rochers , dressant plaintivement leurs bras morts .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
C' est une rampe raide , plutôt pauvre en prises .
Dans n' importe quel livre de montagne , les héros franchiraient ce passage , d' une si faible difficulté , avec une aisance divine .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
N' y a-t-il pas pour tout alpiniste des jours où il est envahi d' une méfiance sans limite ? Où il n' ose plus se fier à aucune prise et croit toujours sentir le sol se dérober sous ses pieds ?
J' arrive au relais de la vire Genecand .
Au-dessus de moi , la paroi présente un bombement puissant :
pas de passage ici pour les varappeurs !
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
En effet , baptiser des endroits à l' insu de tous est ma passion secrète .
J' ai nommé cette vire ainsi parce que c' est ici que nous changions de chaussures durant mes années d' apprentissage alpin .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Et le souvenir de ce changement de chaussures malcommode me fait penser avec une joie secrète à l' alpiniste genevois Félix Genecand ( 1878-1957 ) , l' inven du tricouni !
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Pas un paysan de montagne , pas un garde-forestier , un bûcheron ou un chasseur qui n' en ait équipé ses chaussures . Et les alpinistes , donc !
Le clou tricouni leur a ouvert de nouveaux horizons , a renforcé leur confiance en eux-mêmes et leur a donné bien des joies .
C' était un vrai plaisir de marcher dans la rue le dimanche matin , d' un pas ferme , chaussé des lourds souliers à tricounis .
Le cliquetis des clous sur le pavé poli était pour nous la plus belle des musiques , même si quelque passant se rendant à la messe se retournait , si les chats disparaissaient vite au coin des maisons et si des rideaux bougeaient aux fenêtres ( qui sait de quel tissu les rêves des jeunes filles ou de leurs mères étaient faits en ce temps-là !) .
On se sentait fort comme un ours dans de telles chaussures .
Et avec raison , car les clous tricounis étaient comme de petits animaux griffus :
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Mais leur appétit se révélait encore plus vorace dans les pentes de terre glissante et d' herbe .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
« Parce que je suis remonté un peu dans le temps , et j' ai revu sur la voie 13 du Geissstock notre inoubliable exchampion Karl .
Il se trouvait sous un petit ressaut , les jambes bien plantées en terre , la tête à l' abri d' une touffe d' herbe .
Savez-vous pourquoi ? Parce qu' en s' enfuyant , des chamois envoyaient sur son vieux feutre une grêle de mottes de terre humide .
Aujourd' hui , il est tout à fait inconcevable que des chamois passent juste au-dessus d' un grimpeur de pointe ( et Karl en était un ) !
Mais ceci se passait en un temps que vous n' avez pas connu , à l' époque héroïque des tricounis ! » .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
Des herbes nous caressent la figure , tandis que les fleurs , le rocher et la terre répandent leur parfum discret .
pour les souliers , c' est en grande partie une voie herbeuse et terreuse , mais pour les mains , c' est une voie rocheuse .
de jolies réglettes aux bords francs , des poignées , d' étroites fentes horizontales , des bourrelets saillants ... toutes offrent aux doigts un appui sûr et agréable .
« Salut , mon vieux ! » dis-je au petit érable qui pousse dans la fissure caractéristique de la partie médiane de la voie .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Autrefois tu restais ferme quand je te secouais .
Je passais la corde autour de ton tronc pour assurer mon compagnon de cordée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Tout à coup j' aperçois des hommes qui arrivent au pied de notre paroi .
Wisel est sûrement parmi eux . Et cela me rappelle à nouveau Félix Genecand , à qui je veux rendre hommage non seulement comme alpiniste , mais aussi comme homme ( et pourquoi Genecand le Romand n' aurait pas son monument en Suisse centrale , puisqu' il y a bien à Genève une « rue Guillaume-Tell » ?) .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
Ceci lui avait valu le surnom de « concierge du Grépon » .
Il est bien sympathique , ce Genecand , autant que Wisel , que je vois une fois de plus attacher un débutant à sa corde et qui mériterait , lui , d' être appelle le « concierge du Wyss Wändli » .
Des concierges , il y en a d' ailleurs beaucoup dans les montagnes .
Je connais ainsi un concierge du Salbit-sud , un du Chaiserstock , un du Lauchernstöckli , un du Wildspitz et je ne serais pas étonné d' apprendre que toute montagne suisse a son concierge !
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
J' ai été saisi d' une trouille affreuse à ce passage exposé .
Sans se laisser impressionner par mes lamentations , Thedy rigolait du haut du relais .
Il avait confiance en moi , plus que moi-même , et il m' a crié quelques encouragements :
« Tu n' as qu' à ...
» Oui , oui , tu n' as qu' à !
C' est vite dit , mais dans ces fâcheuses traversées , avec le risque de faire un pendule involontaire , même le second de cordée est un homme seul .
L' obstacle était purement psychologique chez moi , et c' est pourquoi je ne referai plus jamais cette voie .
Plus jamais !
Franzi , le champion de ski inoubliable de notre voisin de l' est , a déclaré à un journaliste , après plusieurs hivers ratés , qu' il ne savait pas s' il aurait encore cette « brutalité absolue » indispensable pour gagner une descente .
C' est exactement cela , chers amis , c' est cette « brutalité absolue » qui « Trois générations » :
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
les fourmis qui se hâtent sur la paroi , un magnifique tychodrome échelette en train de faire sa promenade verticale , les chocards entraînés dans les courants ascendants .
Soudain , un cri de joie venu d' en haut , au-delà de l' arête oblique et effrangée de la Mythenmatt , nous rappelle que tous les bipèdes , même ceux à plumes , sont invités aujourd' hui à un repas de fête et à une commémoration .
En effet , l'«Association des amis des Mythen » , fondée en 1863 , fête son 125eme anniversaire .
Peut-être qu' on débouche déjà les bouteilles , il s' agit de se dépêcher !
La traversée Nous sommes arrivés à la vire qui nous permettra , à son extrémité sud , de rejoindre la Mythenmatt .
Une traversée superbe nous attend . La main gauche s' agrippe au bord de blocs bien solides , tandis que les pieds suivent une corniche large comme quatre chaussures .
Comme j' aimerais que mes compagnons puissent admirer la vue qui s' ouvre vers le bas !
Mais le brouillard se met justement à monter de l' abîme .
« Regardez donc en bas » leur aurais-je conseillé , comme je l' avais fait pour Seffi il y a bien des années .
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
» avait-il annoncé à la ronde , et il s' était inscrit sur la liste d' attente auprès de moi pour la course convoitée .
Le jour venu , il me nomma les arbres et les plantes que nous rencontrions durant la marche d' approche , il enleva les pives du chemin et remit dans l' herbe fraîche des escargots égarés .
C' était un ami de la nature ... mais pas un ami des vues plongeantes , car il avait refusé fermement de suivre mon invitation .
« Regarder en bas ?
Jamais ! Un vieux garde-chasse du Muotatal m' a dit qu' on n' avait qu' à ne pas regarder en bas , et alors il ne pouvait rien nous arriver !
Mythen cette belle journée d' automne à l' air transparent .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
Cette longueur est un régal tant pour le sens de l' équilibre que pour le besoin de mouvement et le sens du toucher !
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
« Parce que j' aime notre mère la terre , parce que je veux la caresser et l' embrasser ... mais que je n' aime pas ramper !
» Cette déclaration d' amour est à la fois proche et différente de La dalle d' attaque :
le passage le plus difficile de la voie « Wyss Wändli » celle d' un camarade qui , m' ayant vu surgir à ce même endroit avec une jeune fille , ma fiancée , avait eu un rire un peu moqueur et nous avait déclaré en caressant le rocher : « La voilà , ma fiancée à moi !
La voie « Wyss Wändli » suit le système de couloirs , vires et têtes rocheuses qui traverse la paroi en montant de gauche à droite allait réussir les années suivantes des douzaines de premières , et par la suite il a aussi trouvé une fiancée en chair et en os . C' est avec lui que j' avais transporté des kilos de matériel dans les montagnes .
C' est avec lui que j' avais transporté des kilos de matériel dans les montagnes .
Au bord du lac du Wägital , deux gardiens de la loi crurent voir en nous , d' après l' état pitoyable de nos mains , des voleurs de plantes protégées , car ils nous donnèrent l' ordre d' ouvrir nos sacs .
Mais après avoir bien fouillé , ils avaient échangé un regard sous la visière de leur képi , avant d' an , visiblement déçus : « Ils n' ont que de la ferraille là-dedans !
» Toute cette ferraille , les pitons et les mousquetons très lourds ( on ne disposait pas encore à l' époque de matériel d' escalade léger ) , Franz l' utilisait surtout dans les fissures des tours rocheuses nommées Peter et Paul , au Petit Mythen . Quant à moi , je m' occupais du maniement des cordes en suivant les conseils d' un petit livre acheté à Paris chez un bouquiniste des quais de la Seine .
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
C' est ainsi que nous dépendions uniquement de cette brochure venue de la métropole , dont le titre était à peu près celui-ci : La technique de la varappe artificielle .
Il aurait tout aussi bien pu s' intituler La technique du hissage des sacs de farine , car cette méthode condamnait le premier de cordée à une attitude qui ressemblait beaucoup , justement , à celle d' un sac de farine .
Elle l' engageait à passer alternativement un brin de la corde puis l' autre dans la série de pitons , et comme on ne voyait sur les dessins assez sommaires ni sangle pour mettre le pied , ni échelle , le devoir du second devait être apparemment de hisser son camarade et de maintenir la corde tendue jusqu' à ce que le prochain piton soit planté .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
La Mythenmatt « II doit y avoir de la menthe par ici » dit Susi en traversant les lappiaz au bord de la Mythenmatt .
la plante qui me plaît , c' est le bois-gentil .
Il est synonyme pour moi de printemps en montagne , de réveil de ma passion de grimper , de départ .
Je sais où trouver du bois-gentil odorant , dans les coins secs et protégés , partout dans les pentes des Mythen orientées au sud , là où le soleil tape dès le mois d' avril , lorsque l' alpiniste doit encore sauter d' une île rocheuse à l' autre pour éviter la neige fondante .
Avec le bois-gentil , j' ai une relation presque mystique , mais avec la menthe , non !
Du reste , je trouve étonnant que cela sente la menthe ici , loin de tout salon de thé ! Tout aussi étonnant d' ailleurs , le fait que des moutons , il y a quelques décennies , aient eu l' oc de humer le parfum de cette plante .
En effet , les moutons paissaient autrefois à côté des chamois sur la Mythenmatt , ce pan d' herbe incliné bien visible en dessous de la tête sommitale rougeâtre .
Par quel chemin les troupeaux arrivaient-ils là-haut ? Cela reste pour moi un mystère .
Quoi qu' il en soit , le moutonnier Kälin et ses prédécesseurs éventuels devaient avoir de bonnes chaussures , probablement des chaussures à tricounis .
Maintenant , ça va aussi avec des semelles caoutchouc , n' en déplaise aux pessimistes de l' après .
« Vos semelles caoutchouc sont peut-être bonnes , mais si vous êtes surpris par l' averse sur la Mythenmatt , j' aimerais bien vous voir ... De l' herbe mouillée et du caoutchouc , mais c' est du savon noir !
Vous allez glisser dans le vide , vite fait bien fait !
» L' homme qui nous prédisait ces malheurs avait de petits yeux malicieux plissés par le sourire alors que sa tête se prolongeait en haut par un chapeau pointu et en bas par une barbiche .
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination . Et il n' était pas le seul à être si sceptique .
Köbel a vu plus tard qu' il s' était trompé , mais autant que je sache , il est malgré tout resté fidèle aux tricounis toute sa vie .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Les alpinistes y mettent naturellement des peintures de montagne , et comme l' entrée à ce musée n' est liée à aucune formalité , ils peuvent contempler ces tableaux exaltants chaque fois qu' ils en ont l' envie .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
Pas une minute trop tôt , ni trop tard , car la bouteille de blanc commence juste à circuler devant le décor formé par le refuge des Mythen .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Le président sort son manuscrit pour commencer son discours ; l' instant est solennel .
Mais juste à ce moment , le son et l' image sont happés par une traînée de brouillard .
Cela dure une minute ou deux , le temps de boire quelques gorgées , puis le nuage glisse plus loin , mais je me vois alors , à ma grande stupéfaction ( réalité ou hallucination ?) , entouré de beaux garçons en uniforme à tresses d' or .
Ce sont tous les concierges auxquels j' ai repensé au cours de l' escalade .
Mais il y a là aussi un groupe de messieurs moustachus et très dignes , bien alignés pour la photo , en chapeau , col fermé , gilet , chaîne de montre . dans une main un grand bâton de noisetier et dans l' autre leur taste-vin personnel .
Ce sont les fondateurs de l' association , les hommes qui ont ouvert la montagne aux randonneurs en payant de leur personne et de leurs deniers ...
Ils lèvent leur verre tous ensemble , me font un clin d' œil et me sourient amicalement .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

View File

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jngspitz-Nordostwand direkt
Michel Piola , Vernier
Die ca. 600 m hohe Nordostwand des Kingspitz ( Engelhörner , BO )
Dring ... dring ...
Dagegen fehlt zu Hause , wenn die ganze Stadt noch schläft , erschöpft von der Arbeit des Tages oder einem stürmischen Samstagabend , ein solcher Anreiz vollkommen .
Dring ... dring ...
Diesmal muss ich reagieren ;
los , auf !
Da ich dieses Massiv in den Berner Alpen noch nicht kenne , kann ich mir nur ausmalen , was es wohl mit dieser fast 600 Meter hohen Kalkwand auf sich hat , die in einer Region liegt , in der es nur wenig Wände von dieser Art und Ausdehnung gibt ( natürlich abgesehen von der 1650 Meter hohen Eigernordwand ) .
Und wie wird die Qualität des Gesteins sein ?
Die von M.Lüthy , H.Haidegger und H.Steuri 1938 eröffnete klassische Route der Nordostwand geniesst einen besonderen Ruf :
Im Führer ist von einem im ganzen guten Fels die Rede , dann wird aber präzisiert , dass es sich um eine dolomitenähnliche Wand handelt und darum gewisse Vorsichtsmassnahmen nötig sind , vor allem , wenn sich andere Seilschaften in der Route befinden .
Das Rennen gegen die Uhr hat begonnen !
Schon Bern .
In dieser Menge , zwischen einer nach billigem Parfum duftenden Sekretärin und zwei sehr ( zu ? ) dynamischen Kaderleuten , kann ich nicht anders , als mit meinem Rucksack in der von der Menge bestimmten Richtung zu treiben und dabei zu hoffen , das Gedränge möge ein wenig nachlassen und mir eine Chance geben , zu entwischen und Daniel zu treffen - aber wo eigentlich ?
Es ist wirklich Daniel !
Wir steigen in seinen kleinen Wagen , um den Ausgangspunkt unserer Unternehmung zu erreichen , den Parkplatz oberhalb Rosenlaui , kurz hinter Meiringen .
Anschliessend müssen wir uns entscheiden , welche Taktik wir für die Ausrüstung der Route wählen wollen :
Wir entscheiden uns für diese zweite Lösung , einerseits aus finanziellen Gründen , dann aber auch , weil wir meinen , es sei heutzutage wichtig , Kletterer zu grösserer Verantwortung im Gebirge zu veranlassen .
Sie wird dagegen in Kalkwänden selten benutzt , weil sich einerseits diese Gesteinsart weniger gut eignet und andererseits der Einfluss der Klettergärten , wo die ganze Ausrüstung an Ort und Stelle vorhanden ist , sich dort entscheidend bemerkbar macht .
Mancher wird sich wundern , dass wir nach dem Gesagten nicht weniger als 58 Bohrhaken in der Route beliessen .
Ganz besondere Aufmerksamkeit muss in dieser Hinsicht dem Problem eines Sturzes auf den Boden und des möglichen Anpralls gegen eine Besonderheit im Gelände ( z. B. gegen eine Ver-schneidungswand oder von einem Überhang auf eine geneigte Platte ) gewidmet werden .
Ende des ersten Aktes Über die Kletterei selbst ist eigentlich wenig zu sagen , ausser dass wir am Anfang des Nachmittags die Besteigung des Sockels der klassischen Route von 1938 bis zum Beginn des ersten steilen Aufschwungs ( etwa 100 Meter über dem Wandfuss ) in Angriff nehmen .
Nachdem wir zweieinhalb Seillängen in diesem merkwürdigen Felsband geklettert sind , können wir uns nach rechts wenden , um den Anfang der zentralen Zone grauer Platten zu erreichen , eine grossartige kompakte Rutschbahn , die eine anhaltende , schwierige und technisch anspruchsvolle Kletterei verheisst .
Die Engelhornhütte besitzt noch den etwas altmodischen , aber so liebenswerten Reiz einer echten Berghütte , die von unmässigen Vergrösserungen und Modernisierung verschont geblieben ist .
Der Bau hat bescheidene Ausmasse , die Schlafräume sind merkwürdig ineinandergeschachtelt , und die Küche bildet einen Teil des Aufenthaltsraumes , der dadurch eine gewisse gesellige Note erhält .
Samstag , 10. September 1988 :
Eine letzte Verschneidung , eine letzte abdrängende Stelle , und wir sind wieder in der Nähe der klassischen Route , am Ende der Schwierigkeiten und wenig unterhalb des Gipfels . Dort erleben wir die Überraschung - sie ist gegenseitig - , unsern Freund Kaspar Ochsner zu treffen , den grossen Spezialisten dieser Region ( Kaspar hat zahlreiche , sehr schöne Routen gerade gegenüber , am Simelistock , eröffnet ) .
Route <Trumpf-könig> .
AS-/ 550 m / Passagen 6b zwingend / 6c in Freikletterei .
Sehr interessante Kletterei , besonders in der mittleren Zone , die ein gewisses Engagement verlangt und den Charakter einer grossen Kalkwand bietet .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Bern , Telefon 031/433611 , Telefax 031/446063 .
Etienne Gross , Thorackerstr. 3 , 3074 Muri , Telefon 031/525787 , Telefax 031/521570 ( verantwortlich für den deutschsprachigen Teil ) .
Daniel Santschi , Solothurn 102 Michel Ziegenhagen Ein Berg der Überraschungen 114 Michel Marthaler Die penninischen Decken in den Walliser Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ) :
Nachdruck :
Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen , doch wird jede Haftung abgelehnt .
Die Redaktion entscheidet über die Annahme , die Ablehnung , den Zeitpunkt und die Art und Weise der Veröffentlichung .
Beglaubigte Auflage :
71 176 Exemplare .
lin Berg der Überraschungen
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Erster Angriff
Das Nadelhorn stand für meinen Kollegen und Freund André Berney und mich auf der Liste jener Gipfel , die wir uns für eine Besteigung mit Ski vorgenommen hatten , denn es schien uns unangebracht , einen Gipfel im Sommer in Angriff zu nehmen , wenn das auch im Frühjahr möglich wäre .
Unsere Erfahrung war sehr gering , unsere Ausrüstung rudimentär , unsere Begeisterung dagegen ansteckend und unsere Entschlossenheit ohne Fehl .
Wir wussten kaum , dass es einen Alpenclub gab , und konnten uns nicht vorstellen , wozu er gut sein könnte .
Die beiden begaben sich zur Bordierhütte .
Bei der Abfahrt sind die beiden mutigen Gesellen offenbar ihrer eigenen Spur auf etwa zehn Zentimeter genau gefolgt , denn André stürzte in dasselbe Loch und hing dort an seinen quer in der Spalte verklemmten Ski !
Tatsächlich war zwischen uns beiden nie mehr die Rede davon .
Wenn ich aber glaube , was Livanos über den grossen Riccardo Cassin gesagt hat , so genügt es nicht , auf das Glück zu warten , man muss es auch mit der nötigen Entschiedenheit herbeirufen .
Das Wesentliche wäre also , das Unglück zu vermeiden ?
Äusserst tüchtige Retter von der Air-Zermatt , Bergführer und Alpinisten , deren Namen ich nicht kenne ( mit Ausnahme von Alain Junod und Denis Berger , Sektion Diablerets , die den Alarm auslösten ) , denn ich habe in dem Durcheinander des Geschehens nicht daran gedacht , sie danach zu fragen .
Ein schändlicher Streich Die Genfer haben ihre eigenen Gewohnheiten , das sei ohne die geringste Anspielung auf den etwas abgenutzten Witz gesagt , mit dem die Miteidgenossen die Redeleistung und das ewig mäklige Temperament der Leute vom Ende des Genfersees mit dem Umfang ihrer Stimmorgane in Verbindung bringen .
Unter andern Besonderheiten feiern die Genfer le Jeûne - den Bettag - zehn Tage vor den andern Schweizern ( beachten aber deswegen Mässigkeit und Sittenstrenge auch nicht mehr ) , also an einem Donnerstag . Das gibt ihnen jedesmal Anfang September Gelegenheit , die ( Brücke zu schlagen ) und sich an vier aufeinanderfolgenden Tagen ihrer Freizeitbeschäftigung zu widmen .
Am Freitag stiegen acht der Muntersten zur Mischabelhütte auf , was andere Alpinisten und sogar einige Führer veranlasste , ebenfalls aufzusteigen .
Wie gross war unser Kummer , als wir feststellen mussten , dass uns das kostbare Nass , das an den andern Tischen in Strömen floss , ohne Erklärung oder sichtbaren Grund verweigert wurde .
Der Aufstieg verlief ereignislos , doch der Gipfel schien uns nicht bequem genug , wir verlegten darum den Picknickplatz zum Windjoch , das sich als sehr freundlich erwies , weil es seinen Namen an diesem Tag nicht verdiente .
Beim Aufstieg waren uns diese Passagen einfach erschienen , doch wenn man sich dann dort mit dem Blick ins Leere wiederfindet , werden die Folgen eines möglichen Sturzes plötzlich sehr viel deutlicher .
Veranlassen sie unsern Neuling zu einigen Überlegungen ?
Er richtet unvermutet eine Frage an mich :
( Wenn ich falle , hältst du mich dann?> - <Du kannst es immerhin versuchen ! )
Paul spürt den Zug an seinem Seilstück , dreht sich unverzüglich um und stemmt sich auf seinen Pickel und die Steigeisen , als wolle er sich in den entgegengesetzten Hang stützen :
Fünf Trockensprit-Kocher stehen sofort in einer Reihe auf dem Tisch , um Schnee zu schmelzen .
Wütend fährt der Hüttenwart dazwischen :
( Wissen Sie , ich mag die Romands nicht leiden , nur die Deutschen und die Deutschschweizer . )
Wirklich !
Wir begannen fast so etwas zu ahnen !
Es war darin von gewaltigen Traversierungen der Mischabelkette die Rede , die innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wurden , und das schon vor mehr als einem halben Jahrhundert .
Der Plan interessierte Jean-Luc Amstutz .
Mir lag daran anzukommen .
Ich hatte noch die Möglichkeit , die Geschichte sehr viel weiter zurück zu verfolgen : Auf den in den dreissiger Jahren gefüllten Seiten standen die Namenszüge berühmter Bergführer , Josef Knubel und Franz Lochmatter .
Er sollte sehr schnell über das Ausmass meiner Kompetenz belehrt werden , denn eine ordentliche Schicht frischen Schnees hatte den ganzen Hang bedeckt , den Bergschrund verschwinden lassen und über Hunderte von Metern , bis ins Unendliche , alles nivelliert .
Ich habe das Gefühl , meinen eigenen Sturz mitzuerleben , ohne wirklich beteiligt zu sein , die verschiedensten Eindrücke wahrzunehmen , die zu schnell aufeinanderfolgen , als dass ich sie zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden könnte .
Eine Art Persönlichkeitsspaltung , ein unbekümmertes Gefühl , in der Luft zu treiben , keine Geste der Gegenwehr .
Fatalismus , die Würfel sind gefallen , ich habe einen Fehler gemacht , also muss ich dafür büssen .
Als ich mich später an diesen Sturz erinnerte , kam mir der Gedanke , die Vorstellung der Trennung von Körper und Seele im Augenblick des Todes könnte in solchen Augenblicken entstanden sein .
Ohne den Sack wäre ich nach meinem Sturz auf den Rücken vielleicht nicht mehr aufgestanden .
Auf das Bankett gestützt , muss ich die Ersatzbrille aus der Rucksacktasche holen .
Endlich sehe ich klar , aber die Umgebung ist unheimlich :
<Seil geben ! )
Von den Riemen des Anseilgurtes gehalten , kehre ich mich mit dem Kopf nach unten .
Yoga , von mir aus , aber bitte auf dem Teppich !
Ganz ehrlich , ich wäre sehr traurig gewesen , hätte ich diesen Pickel verloren , den mir Pierre Bovier , der letzte Schmied von Evolène , nach Mass gemacht hatte .
Was ich an diesem Tag gerettet habe , ist weit mehr als ein einfacher Pickel , es ist eine Reliquie der Handwerkskunst .
Mit einer letzten heftigen Bewegung aus den Hüften bin ich draussen !
Ja , und sogar ein bisschen sehr fest , aber es wäre reiner Undank , wollte ich mich beklagen , denn seit meinem Sturz ist höchstens eine halbe Stunde vergangen .
Wieder unterwegs , als sei nichts geschehen , wende ich mich zurück , um eine günstigere Passage zu suchen , und fühle mich plötzlich von einer übermächtigen Müdigkeit zu Boden gedrückt , meine Beine sind bleischwer .
Jean-Luc hat das bereits begriffen und übernimmt die Seilführung für den Rückweg .
Das stimmt weiss Gott , und da mich die Affäre zudem sehr ermüdet hat , muss ich , wenn auch widerwillig , zugeben , dass die Angelegenheit für heute erledigt ist .
Obgleich der Rückweg einfach war , schien er mir zeitweise etwas mühsam , ganz offensichtlich wäre ich nicht sehr viel weiter gekommen .
Aber ich habe mich manchmal gefragt , was er wohl gemacht hätte , wenn er einen weniger aktiven Klienten an seinem Seil gehabt hätte .
In der Hütte zeigte der Hüttenwart keinerlei Überraschung , als er von unserm Missgeschick hörte , das wir übrigens nicht mit besonderem Stolz erzählt haben .
Verrückt oder ahnungslos ?
Diese Massendemonstration schien mir für eine seit sechzehn Jahren fällige Vergeltung nicht übertrieben , und der Nadelgrat musste aufgeben , hielt jedoch einige seiner besonderen Possen für uns bereit .
Drei Stunden genügten uns , um von Saas Fee zur Hütte aufzusteigen , die ich seit 1971 nicht mehr betreten hatte .
bis jetzt hatte ich das nur in den BrentaDolomiten erlebt , wo die höchste Hütte nicht viel über 2500 Metern liegt .
Es war wirklich derselbe wie 1971 , aber ich erkannte ihn nicht wieder .
Und nun der Nadelgrat !
Zwei Seillängen in einem ziemlich steilen Eisstück - die erste eine horizontale Traverse , um einige Felsen zu umgehen - bringen uns auf den richtigen Weg am Fuss eines kleinen , vergnüglich zu überquerenden Felszackens .
Die Steigeisen , die für die letzte Gipfelstrecke des Nadelhorns im Rucksack verschwunden waren , werden jetzt wieder für einige Zeit nötig , solange wir einem schönen Grat mit gutem Schnee folgen , das felsige Stecknadelhorn traversieren und über einen kurzen Grat , wo der weiche Schnee auf seiner Eisunterlage abzurutschen beginnt , zum Höhberghorn aufsteigen .
Der Aufstieg zum Dürrenhorn scheint mir ein wenig langweilig , sicher eine Wirkung der Müdigkeit , denn ich beginne zurückzubleiben .
nach der Traversierung eines Gratabschnittes muss guter Fels gesucht werden ( es gibt welchen ! ) , dann schnallen wir für das Stück bis zum Pass wieder die Steigeisen an .
Sie wollen nicht wieder aufsteigen und können den Grat , von dem sie erschreckende , zerklüftete Couloirs trennen , nicht mehr erreichen .
Heute sind die Götter mit uns :
Es erhebt sich die Frage , ob wir direkt das Tal von St. Niklaus erreichen wollen .
Besonders Aufsehen erregten die konsequent von unten eröffneten Routen wie Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro Corda und Kolibri .
Als man aber auch in Üschenen begann , die ersten , meist kürzeren Anstiege abseilend zu eröffnen , wurde es plötzlich etwas stiller um dieses Klettergebiet .
Erst 1988 rückten durch die Eröffnung neuer Routen die landschaftlich überaus reizvoll gelegenen Felsen von Üschenen wieder ins Blickfeld .
Dasselbe gilt für die von den rein klettertechnischen Schwierigkeiten her gesehenen Spitzenrouten und Anziehungspunkte für leistungsstarke Kletterer Bscbüttigütti{\Q ) und Fusion ( 10- ) .
Die beiden Spitzenrouten wurden 1988 erstmals Rotpunkt geklettert :
die Fusion durch Jürg von Känel im Oktober , und das langjährige Projekt Bschüttigüttigelang dem Autor an einem neblig-kalten Tag im Sommer .
Die Durchsteigung derartiger Routen bietet - besonders wenn sie , wie in diesem Fall , nach nur sehr kurzer Vorbereitungszeit bereits im ersten Vorstiegsversuch gelingt sehr intensive Klettererlebnisse und gehört deshalb zu den Höhepunkten im Leben eines Kletterers .
Vielleicht kann man aber eine solche Herausforderung auch nur bestehen , wenn ihr eine besondere Situation vorausgegangen ist . Eine Situation , die , von jedem Erfolgsdruck befreit , hemmende Blockierungen löst und so erst die notwendige Ausgewogenheit der Bewegungsabläufe ermöglicht .
Manchmal spielen aber auch klimatische Bedingungen eine grosse Rolle , indem sie erlauben , die Kraft voll auszuspielen - oder eben nicht .
In solchen Fällen konzentriere ich mich dann ganz von selbst auf dieses Problem und werde damit vom Klettern abgelenkt .
Um so wertvoller und erlebnisintensiver werden deshalb jene Momente empfunden , in denen man sich den Anforderungen gewachsen fühlt , selbst wenn die Ziele sehr hoch gesteckt sind .
Der Ort , wo die ( Fusion ) stattfinden soll , ist gleichzeitig auch die Schlüsselstelle der gesamten Tour .
Ich habe mir die Route zusammen mit Heinz Gut ein erstes Mal an einem wunderschönen Herbstnachmittag im November angeschaut .
An der Schlüsselstelle sind wir aber bereits völlig ausgepumpt , chancenlos , den ( Absprung ) von der geraden Linie überhaupt zu wagen .
Voller Ehrfurcht beginnen wir auf der Heimfahrt von der neuesten <Jürg-von-Känel-Kreation> zu sprechen .
Und damit scheint auch der Traum von der Fusion für dieses Jahr ausgeträumt zu sein .
Heinz weilt in Südfrankreich , er hat dort Ziele , die ihm eher machbar erscheinen .
Die kleine , unscheinbare Warze bohrt sich in die Fingerkuppe des rechten Zeigefingers . Hier muss ich mich mit aller Kraft festhalten , nur dann ist der weite dynamische Zug an den Fingerschlitz möglich .
Das kostet zu viel Zeit , um sie für das schwierige Nachgreifen freizubekommen .
Ihre Anweisungen helfen mir in diesem Moment sehr viel , und es geht auch gleich deutlich besser .
Nur um wenige Millimeter verfehle ich den Griff .
Wir wandern ein wenig umher und schauen uns den neuen kleinen Klettergarten an .
Dann auch das Bschüttigütti .
Wiederum bekunde ich Mühe , die Bewegung im entscheidenden Moment genau zu erfühlen und zu kontrollieren .
Vor dem dynamischen Zug nehme ich noch zu viel Schwung , was bei der Kleinheit der Griffe ohnehin ein Unsinn ist .
Ich spüre nur , dass etwas noch nicht ganz stimmt .
Beim Losklettern frage ich mich kurz , ob sie wohl ungeduldig ist oder ob andere Überlegungen dahinterstecken .
Bestimmt würde sie mich noch einen weiteren Anlauf machen lassen , selbst wenn ich genau weiss , dass Konzentration und Kraft dazu nicht mehr ausreichen , dass die Haut an der Fingerspitze bald durchreisst und bei aller Feilscherei um einen fünften Versuch dieser mit Sicherheit danebengehen würde .
Die weiten Züge erfordern volle Aufmerksamkeit .
Ein kurzes Nachfassen und ich habe ihn richtig in der Hand .
Einhängen des letzten Hakens und ein entschlossener weiter Zug an den Ausstiegsgriff .
Die letzten Sonnenstrahlen und die freundliche Sicherungshilfe von Ernst Müller - er ist alleine hier oben unterwegs - erlauben uns sogar noch , den Quergang ein zweites Mal zu klettern , dabei einige Bilder zu machen und den schönen Moment noch etwas auszukosten .
In bester Laune packen wir unsere Sachen zusammen und verabschieden uns von diesem einzigartigen Ort .
■rlebnis Selbsanft-Nordgrat
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Für das Wochenende vom 28./29 . September 1985 habe ich mich mit meinen Seilkameraden Johann Stoffel und Harry Zweifel verabredet .
Besonders Harry , der im Tierfed unter den Selbsanftwänden aufgewachsen ist , freut sich , endlich einmal auf die hohe Spitze zu kommen , auf der schon sein Vater zur Zeit des Kraftwerkbaus gestanden hat .
Bei einer Wasserfassung der KLL beginnt oben in der rechten Felswand der ( Birchen-gang> , ein schmales , abschüssiges Schrofen 41 und Felsband , das steil zur untersten Schulter der Nordflanke hinaufzieht .
Eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit beginnt sich oben hinter den Muttsee-wänden eine Helligkeit am dunkelblauen Nachthimmel auszudehnen , und um 20.30 Uhr steigt der Vollmond über dem Kamm des Kistenpasses auf .
Er leuchtet direkt in unsere Höhle , und mit zunehmender Höhe fällt sein 42____________________________________ mildes Licht in die Tiefe der Limmeren-schlucht , breitet einen transparenten Schleier über die vorher harten , tiefschwarzen Flächen und Konturen der Bergwände .
Wahrscheinlich kommen wir wieder einmal hierher , aber eine solche Nacht werden wir wohl nie mehr erleben können .
Allmählich nähert sich der Mond der hohen Horizontlinie des Selbsanft , berührt sie und verschwindet .
In unserer Balm wird es dunkel , und wir schlüpfen in die Schlafsäcke .
Auf den Leisten und Bändern liegt wohl viel Schutt , aber die steilen Vollmondnacht im Biwak Luegboden Aufschwünge bestehen aus recht gutem Jura-Malmkalk .
Eine Zone aus stark verwittertem , braunem Gestein erheischt anschliessend wieder vorsichtiges Klettern .
Die Firnflächen der Claridengruppe und die Gletscher des Tödi leuchten blendend weiss in der Morgensonne , während im schon weit unten liegenden Tal immer noch dunkle Schatten lagern .
Als alte Schlaumeier wissen wir , wie man eine solche Stelle anpackt :
Bald einmal sind wir an der Reihe , uns mit dieser tückischen Stelle auseinanderzusetzen .
Neben dem Klotz des Mittler Selbsanft thront im Süden der Tödi in seiner ganzen Wucht über den Matten und Felsen des Bifertenalpli und der Röti .
Drüben aus der schuttgrauen Mulde zwischen Nüschenstock und Ruchi schaut das blaue Auge des Muttsees hervor , und rechts davon können wir noch die gleichnamige Hütte entdecken .
Talwärts gewandt , fasziniert uns der überwältigende Tiefblick fast 2000 Meter hinunter ins Tierfed , in die Abgründe der Sandalp , des Limmerentobels und der Linthschlucht .
Auf den Höhen des Selbsanftmassivs Wir klettern vom Gipfelturm hinunter und wandern über die öde Gratsenke zum Mittler Selbsanft , den wir nach derTraversierung eines Geröllhangs durch ein Firncouloir ersteigen .
Oben auf dem Plateau öffnet sich ein weiter Horizont unter einem ebenso weitgespannten Himmel .
Über die weitgeschwungenen Höhenrücken von Plattas Alvas gelangen wir im Glanz der Firnfelder südwärts .
Hier oben , auf dem gewölbten , rauhen Rücken des mächtigen Berges , wird die Verlassenheit und die Urtümlichkeit dieser Region beinahe körperlich spürbar .
Wir werden zunächst über die exponierte , drahtseilgesicherte Wand zum SeeEnde hinabsteigen müssen , um dann in der nachmittäglichen Hitze dem Pfad folgen zu können , der sich in ständigem Auf und Ab dem steil abfallenden Ufer des Limmerensees entlangzieht .
■rinnerungen Piz Buin und Piz Platta
Aber aufgeschoben ist nicht aufgeho- ben , denn ein solches Versprechen wirkt weiter , macht sich bemerkbar , bleibt als ständiger leiser Vorwurf bestehen .
Soeben habe ich am Fusse der Crasta Mora , auf einem südexponierten Hang gepicknickt .
Meine Augen folgen ihm , bis er in der Ferne verschwindet , und meine Gedanken schweifen zurück . Zurück zu den Skitouren der Sektion Bernina auf den Piz Buin und den Piz Platta .
Wenn ich mich jetzt zu erinnern versuche , was damals vorgefallen ist , muss ich geste hen , dass mir viele kleine , lustige Einzelgeschichten und Anekdoten , die sich in der Gruppe abgespielt haben , nicht mehr vollständig präsent sind .
Bei einzelnen Vorkommnissen haben sich die Konturen zum Teil verwischt , sie wirken verschwommen und leben erst dann wieder auf , wenn zu gegebener Zeit , in Anwesenheit der damaligen Teilnehmer , die Eindrücke rekonstruiert werden können .
so zum Beispiel die Schmerzen , die eine Blase beim Laufen verursacht , der Tanz mit hohen Bergschuhen in einer kleinen , getäferten Wirtsstube im abgelegenen Maiensäss , die Wolkenbilder , die am Fuss des Piz Platta bei einem Wirbelsturm entstanden , oder die Laute der Schneehühner , die frühmorgens beim Wegmarsch von der Buinhütte zu vernehmen waren .
Für mich wäre es nun sinnlos , die ganze Tour schriftlich nachzuvollziehen , vielleicht auch zu mühsam , die Erinnerungsbruchstücke aneinanderzureihen .
Immer wieder frage ich mich - fragt sich wohl jeder - , weshalb man in aller Frühe aufsteht , bei klirrender Kälte schlotternd am Parkplatz bei der Post in St. Moritz Bad auf die Tourenkameraden wartet , einen langen , beschwerlichen Aufstieg auf sich nimmt und schwierige Passagen bei der Abfahrt meistert .
Trotzdem bieten die Berge dem mit Schwierigkeiten behafteten Menschen keinen Ausweg aus einem unerfüllten Leben .
Jeder von uns verfügt über einen Lebensraum , der ihm mehr oder weniger vertraut ist .
Man pflegt zu sagen , der Mensch sei ein ( Gewohnheitstier ) , doch stets wird die andere , neue Welt , die <Terra incognita ) , eine Morgenstimmung im hintersten Val Tuoi grosse Anziehungskraft ausüben .
Denn damit dieses Leben lebenswert sein kann und auch eine gewisse Spannung enthält , damit der Mut zum Risiko nicht vergeht , braucht und sucht jeder für sich ihm noch ferne oder sogar noch unbekannte Lebensbereiche .
Eine Tour wird zum Genuss , zum Erlebnis , wenn äussere und innere Natur in Einklang stehen und sich verbinden können .
Lässt man sich dann genügend Zeit , mag es sogar gelingen , nicht nur äusseren Geheimnissen auf die Spur zu kommen , sondern auch einen Weg zu seinem inneren Wesen zu finden .
iweimal Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Ein strahlender Augustmorgen .
Aber noch bin ich im Büro eingeschlossen , und so scheinen sich die Morgenstunden endlos in die Länge zu ziehen .
George holt mich ab .
George ist Hotelier und trägt die ganze Woche piekfeine Anzüge , alles perfekt assortiert .
Ich sehe ihn vor mir , wie er diskret durch die Hallen schreitet , sich in höflichster Art seinen Gästen widmet , in fünf Sprachen sich fliessend mit ihnen unterhält , Lob freundlich lächelnd entgegennimmt und bei Tadel sofortige Abhilfe verspricht .
Doch noch fast lieber trägt George Jeans und steigt auf Berge .
Bis Ilanz sprechen wir noch von Geschäft und Arbeit , aber dann auf der Fahrt durchs enge Tal den Valserrhein entlang nimmt uns die Bergwelt endgültig gefangen .
<ln den Bergen ist der direkteste Weg nicht immer der beste ) , doziere ich fachmännisch und plädiere dafür , nicht weiter über die Gletscherzunge abzusteigen , sondern den Umweg über die Geröllflanke zu nehmen .
Gesagt , getan .
Doch dafür versperrt uns nun der vom Regen stark angeschwollene Bach den Weiterweg .
George versucht sein Glück an einer breiten Stelle , wo einige Blöcke im Bachbett ein Springen von Insel zu Insel erlauben sollten .
Ich hingegen folge dem Bach talauswärts , in der Hoffnung , noch auf eine schmälere Stelle zu treffen .
Das erweist sich jedoch als Irrtum , da neue Zuflüsse das Gewässer nur noch verbreitern .
Somit gibt es nur eines :
Wir <schwimmen> buchstäblich auf dem Weglein abwärts , um der Sonne entgegenzueilen , die im untersten Teil der Lampertschalp - welch ein Hohn - den ganzen Vormittag geschienen hat .
Zwei , drei vorsichtige Schritte - dann verliere ich erneut das Gleichgewicht .
Pius hat mindestens eine Viertelstunde Vorsprung .
Für uns aber ist es nur ein Schritt auf dem Weg zu jenem Ziel , zu dem wir während unseres ganzen Lebens unterwegs sind .
Wv
ss Wändli
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Der Gr .
Wo sie fehlt , erstarren Gesichter zu Masken , verkommen Gespräche zu Gerede , bleiben Seilstränge in den Ästen hängen ( weil der eine Kletterer rechts , der andere links der Legföhre aufsteigt ) .
Harmonie braucht meist wenig Worte , ist diskret , leise , so leise , wie es unsere Schritte heute sein möchten , im Bergwald und in den ersten , gestuften Felsen über den Baumwipfeln .
Die Einstiegsplatte Schweigen könnte auch eine Art Egoismus sein , vermute ich , und da ich bei meinen beiden Weggefährten - Neulingen im Umgang mit bestandenen Bergsteigern - nicht den Eindruck von Selbstsucht oder Eigenbrötelei erwecken möchte , fühle ich mich am eigentlichen Einstieg zum Wyss Wändli , der leichtesten der Westwandrouten am Grossen Mythen , bemüssigt , Akzente in die tote Stille zu setzen .
Visionen tauchen in mir auf :
verkniffene Gesichter , Gestalten , die auf den Knien über die geschliffene , helle Fläche hinaufkriechen , die zwei grossen Obdörfler , die wie Rosenkranzperlen am Ende meines Seils hängen , nachdem der eine ins Rutschen gekommen und den andern aus dem Stand gerissen hat .
<lch will euch aber sagen , wie sie problemlos zu meistern ist> , füge ich gnädig lächelnd hinzu .
Die Gesichtszüge von Susi und Ruedi entspannen sich .
Hätte die Goldrose , wie die Blume bei uns genannt wird , ihren formvollendeten Kelch im Winde gewiegt , mein Mund wäre ein weiteres Mal übergelaufen , wie er es auch schon in der ersten halben Stunde unseres Aufstiegs , im Mythenbann , getan hatte , als wir an einem zweimal mannshohen grünlichgrauen Felsblock vorbeiwanderten .
So hatte ich denn versucht , den blonden , ernsten Buben vor ihr geistiges Auge zu zaubern , wie er , die Kante des Blocks nur gerade mit Kopf und Brust überragend , inmitten eines Meeres silbern aufblitzender Blätter mit ausgebreiteten Armen sein <Gloria in excelsis Deo> in den Wald hineinsang , begleitet vom hellen Gezwitscher der Vögel und dem ernsten Gemurmel bärtiger Tannen .
die aufgerichtete , seitlich eingeknickte Deichsel des Leiterwägeiis , das möglicherweise bereits mit dürren Asten beladen , vielleicht aber auch noch leer war .
Auf der Rampe Inzwischen sind meine Gefährten unbeschadet bei mir angekommen , und so kann ich die zweite Seillänge in Angriff nehmen .
Ich aber muss zu meiner Schande gestehen , dass mich in diesen fünf , sechs Metern schon öfters eine leichte Unruhe überfallen hat .
Unser Heil liegt drüben , hinter einer abschüssigen , grasdurchsetzten Rippe , in einem System von Rinnen und Bändern .
Das Genecand-Gesims Fragen Sie niemanden , wo dieses zu finden sei .
die Kletterfinken mit den Hanfsohlen in den Rucksack , die Tricouni-Bergschuhe heraus .
Die Tricouninägel , zu gezackten Randbeschlägen aneinandergereiht , haben seinerzeit den Alltag in den Bergen auf den Kopf gestellt .
Nicht ganz zu Unrecht , denn die Tricouninägel waren wie kleine , hungrige Raubtiere :
Im harten Firn , im Geröll , im rauhen Granit , überall bissen sie herzhaft zu .
Hier waren sie in ihrer Gier kaum mehr zu bremsen , und deshalb war die Zeitepoche der Tricouninägel auch diejenige der grossen Grasrouten .
<Warum ich euch so erheitert entgegenblicke ? )
Susi und Ruedi schauen mich erwartungsvoll an .
Aber dies geschah halt eben in einer Zeit , die Ihr nicht mehr gekannt habt ... in der heroischen Zeit des Tricouninagels ! )
Im Banne des Wyss Wändli Wir klettern flüssig weiter , schräg aufwärts , der Wand entlang .
( Hohlwangig bist du geworden , pocken narbig dein hellgefleckter Stamm , trocken und klapprig das in den Rissen der Wand verankerte Wurzelwerk , schütter dein Blätterdach .
Aber heute ?
Heute liebe ich dich wie einst , das Seil aber hänge ich wenig daneben in den Bohrhaken ein , den ich vor Jahren noch verflucht habe , weil er dir den Rang ablaufen wollte . )
Aus der Enge der Rinne , die uns in hoher Wand die Geborgenheit einer <guten Stube ) vermittelt , wandert unser Blick in die Tiefe , auf ein Meer spitzer Tannenwipfel , auf grüne Matten und einen Ausschnitt des Talbodens von Schwyz , aus dem die Geräusche des Alltags zu uns heraufdringen .
In der Jubiläumsausgabe der ALPEN ( 2/1963 ) zum 1OOjäh-rigen Bestehen des SAC wird über Genecand nämlich unter anderm berichtet , dass er als tüchtiger , unerschrockener Gänger mehr als zwanzigmal den Grépon - den Prüfstein der damaligen Elite - überschritten und dabei ungezählte Anfänger in die Mühen und Freuden des Kletterns eingeführt habe .
( Seht ihr dort oben , links über der Schlucht , die Schlingen in der Wand ?
Dort ist der Quergang der südlichen Westwand , die ich einmal mit Thedy gegangen bin .
Susi lacht , Ruedi auch , ich lache , unsere ganze kleine Welt lacht mit :
Wie möchte ich meinen Begleitern doch den eindrucksvollen Tiefblick gönnen !
An meinem Seil befand er sich , weil er vernommen hatte , dass auch schon Vertreter des schönen Geschlechts über das Wyss Wändli geklettert seien .
( Was das Weibervolk kann , kann ich auch ! )
hatte er darauf selbstsicher verkündet und sich bei mir auf die Warteliste für die begehrte Wandroute setzen lassen .
Es ist ihm an meinem Seil an diesem Tag auch wirklich nichts passiert , dem Seffi !
Das Ausstiegswändli Nebelschwaden hin oder her , die Freude am Ausstiegswändli können sie uns nicht verderben .
Hier und jetzt , über der Legföhre , unter der ich durchgeschlüpft bin , mitten in der Wandstufe mit den sauberen , waagrechten Leisten müsste man mich fragen , warum ich klettere .
<Weil ich die Mutter Erde liebe , sie streicheln und liebkosen will , aber nicht kriechen mag ! ) würde ich antworten .
Kein Mensch , nicht einmal unsere alpinen Lehrmeister , hätten uns damals erklären können , wie das technische Klettern geht .
Von allen Nachteilen abgesehen , verschaffte mir diese ( Technik ) in kurzer Zeit ganz hübsche Oberarmmuskeln , während sich Franz , der um die Weichteile angeseilt war , zunehmend über Bauchschmerzen beklagen musste .
Ich weiss die Staude mit den starkduftenden Blüten in geschützten , trockenen Felswinkeln , allüberall in den südgewandten Flanken der Mythen , an Stellen , welche die Sonne schon im April auszubrennen pflegt , wenn die Bergsteiger noch von Felsinsel zu Felsinsel hüpfen , um dem dahinfaulenden Schnee auszuweichen .
Zu Seidelbast unterhalte ich eine fast mystische Beziehung , aber zu Pfefferminz ... !
Die Mythenmatt-jene auffällige , schiefe Grasfläche unter dem rötlichen Gipfelkopf-wurde früher tatsächlich nicht nur von Gemsen beweidet .
Wie es auch sei , es geht auch mit Gummischuhen , heutzutage , allen Unkenrufen der Nachkriegszeit zum Trotz .
( Eure Gummisohlen mögen ja recht und gut sein , aber wenn euch einmal auf der Mythenmatt ein Regenschauer überrascht , dann möchte ich euch sehen ... nasses Gras und Gummi , das wirkt doch wie Schmierseife .
Es war Köbel , der Bildhauer und phantasiereiche Unterhalter , und er war nur einer von den vielen Skeptikern .
Ist dies nicht ein Grund , sein Andenken noch besonders in Ehren zu halten !
Jeder Mensch trägt eine Galerie in sich , die er nach eigenem Wunsch mit Bildern bestük-ken kann .
Eine Örtlichkeit , wo sich solche Bilder sammeln lassen , ist das Rot Grätli am Gipfelkopf des Grossen Mythen .
Die Bilder sind hier dreidimensional , gehen in die Höhe , in einen Himmel , an dem die rote Schweizerfahne flattert , in die Weite , zum Zürichseebecken , zum Alpstein , in die Urner und Unterwaldner Alpen , in die Tiefe , auf die dunkeln Wälder und blühenden Weiden des Alptals , auf den bunt gefleckten , mit Seen geschmückten Talkessel von Schwyz .
Zuoberst schliesst sich der Kreis Das Rot Grätli trägt uns in schiefrigem Fels und auf weichen Rasenpolstern in Kürze auf die felsige , karge Gipfelfläche .
Auch uns drückt man , wie erwartet , ein funkelndes Glas in die Hand .
Ich hab's ja immer gesagt :
Harmonie ist das A und 0 der ganzen Bergsteigerei !
Es muss nicht immer Bilderbuchwetter sein : Aufbruch vom Einstiegssattel der Wyss-Wändli-Route am Gr .
Mythen .

View File

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face nordest directe
Michel Piola , Vernier
La face nordest de la Kingspitz , haute d' environ 600 m ( Engelhörner , ob )
Dring ... Dring ...
Alors qu' à la maison , lorsque autour de vous la ville entière dort encore , alanguie par le travail de la journée ... ou la fièvre du samedi soir , cette émulation fait totalement défaut .
Dring ... Dring !
Cette fois il va falloir y aller ;
hop debout !
Ne connaissant pas encore ce massif des Alpes bernoises , j' en suis réduit à imaginer ce que peut représenter cette face calcaire haute de près de 600 mètres , dans une région qui ne compte finalement que peu de parois de ce type accusant une telle ampleur ( hormis bien sûr la face nord de l' Eiger et ses 1650 mètres de haut ) .
Et quelle sera la qualité du rocher ?
La voie classique de la face nordest , tracée en 1938 par M. Lüthy , H. Haidegger et H. Steuri , jouit d' une réputation toute particulière .
Le guide signale un rocher bon dans l' ensemble , mais précise qu' il s' agit d' une paroi de type dolomitique et que certaines précautions s' imposent par conséquent , surtout si d' autres cordées sont engagées dans le même itinéraire ...
La course contre la montre est engagée !
Berne déjà .
Pris dans ce flot entre une secrétaire fleurant le parfum bon marché et deux jeunes cadres très dynamiques ( trop ?) , je ne peux que précéder mon bagage à dos dans le sens voulu par la foule , en formulant l' espoir qu' un petit relâchement de la pression humaine me permettra de m' échap pour retrouver Daniel à ... mais au fait où donc ?
c' est Daniel !
Nous sautons dans sa petite voiture pour gagner le point de départ de nos véritables efforts : le parc automobile au-dessus de Rosenlaui , peu après Meiringen .
Il nous faut ensuite définir notre tactique d' équipement de la voie :
Cette deuxième solution emporte notre adhésion , pour des raisons financières d' une part , mais aussi parce que nous pensons qu' il est important aujourd' hui d' en les grimpeurs à plus de responsabilité en montagne .
Elle est en revanche peu usitée en paroi calcaire , car d' une part ce type de roche s' y prête moins bien , et d' autre part l' influence des écoles d' escalade , où tout l' équipement se trouve en place , s' y exerce de manière prépondérante .
Certains s' étonneront peut-être de lire que , tenant pareil langage , nous allons néanmoins poser près de 58 gollots dans la voie .
Une attention toute particulière doit à ce propos être portée au problème de la chute au sol et du possible rebond contre une particularité du terrain ( contre un pan de dièdre ou depuis un surplomb sur une dalle inclinée , par exemple ) .
Fin du premier acte II y a en fait peu de choses à dire sur l' esca en elle-même , si ce n' est qu' en ce début d' après nous entamons la remontée du socle de la voie classique 1938 jusqu' au pied du premier ressaut raide , à environ 100 mètres du pied de la paroi .
En effet , après deux longueurs et demie d' escalade sur cet étrange serpent de roc , nous pouvons nous échapper à droite pour gagner le début de la zone centrale de dalles grises , magnifique toboggan compact présageant une escalade difficile , soutenue et technique !
[.'Engelhornhütte possède encore ce charme un peu désuet , mais combien apprécié , d' un authentique refuge de montagne épargné par le gigantisme et le modernisme :
le bâtiment est de dimensions modestes , les dortoirs s' enchevêtrent curieusement les uns dans les autres et la cuisine fait partie intégrante de la salle commune , ce qui confère au Neu une note de convivialité certaine .
Samedi 10 septembre 1988 :
Un dernier dièdre , un ultime bombement , et nous voilà à nouveau à proximité de l' itinéraire de la voie classique , à la fin des difficultés et peu en dessous du sommet , où nous avons la surprise ( réciproque ) de croiser notre ami Kaspar Ochsner , le grand spécialiste de la région ( Kaspar a ouvert de nombreuses et très belles voies juste en face , au Simelistock ) .
ED inf .
/ 550 m / passages de 6b obligatoires / 6c en libre .
Escalade très intéressante , particulièrement dans la zone médiane , proposant une certaine ampleur et une ambiance de grande face calcaire .
Helvetiaplatz 4 , 3005 Berne , téléphone 031/43 36 11 , telefax 031/446063 .
Etienne Gross , Thorackerstrasse 3 , 3074 Muri , téléphone 031/52 57 87 , telefax 031/521570 ( responsable de la partie en langue allemande ) .
Daniel Santschi , Soleure 102 Michel Ziegenhagen Nadelhorn : une montagne à surprises 114 Michel Marthaler Les nappes penniques dans les Alpes valaisannes : quelques explications géologiques Prix Abonnement ( pour les non-membres ) :
Reproduction :
La rédaction accepte volontiers les articles de tous genres et le matériel photographique , mais décline toute responsabilité à leur sujet .
L' acceptation ou le refus des articles ainsi que le moment et la forme de leur parution sont de la compétence de la rédaction .
Tirage attesté :
71 176 exemplaires .
une montagne à surprises
Michel Ziegenhagen , Lausanne
Première escarmouche
Le Nadelhorn figurait dans la liste des sommets sur lesquels nous avions jeté notre dévolu , mon collègue et ami André Berney et moi-même , au chapitre des montagnes à gravir en saison de ski , car il nous semblait incongru d' escalader en été une sommité qui pouvait l' être au printemps .
Notre expérience était mince , notre matériel rudimentaire , mais notre enthousiasme contagieux et notre détermination sans faille .
Nous savions à peine qu' il existait un club alpin et nous n' imaginions pas à quoi cela pouvait bien servir .
Tous deux s' en furent à la cabane Bordier .
En descendant , les deux lascars devaient suivre leur trace au décimètre près , car André chuta dans le même trou et resta suspendu à ses skis coincés en travers de la faille !
En fait , il n' en fut plus du tout question entre nous deux .
Sans doute , mais si je crois ce que Livanos en dit à propos du grand Riccardo Cassin , il ne suffit pas de l' attendre , encore faut-il la solliciter avec la vigueur nécessaire .
L' im serait donc d' éviter la malchance ?
Sauveteurs d' Air à l' efficacité parfaite , guides et alpinistes dont je ne sais même pas le nom ( exception faite d' Alain Junod et Denis Berger , de la section des Diablerets , qui donnèrent l' alarme a la cabane ) , car je n' ai pas pensé le leur demander dans la bousculade des événements .
Un tour pendable Les Genevois ont des coutumes bien à eux , cela dit sans la moindre allusion au « witz » un peu éculé par lequel les Confédérés associent le débit verbal et le tempérament râleur des gens du bout du Léman aux dimensions de leurs organes vocaux .
Entre autres particularités , ils fêtent le Jeûne dix jours avant les autres Suisses ( mais n' en respectent pas plus l' austérité pour cela ) , c' est un jeudi , ce qui leur donne l' occasion d' organiser à chaque début de septembre un pont de vacances de quatre jours et de relancer leurs activités de loisir .
Le vendredi , huit des plus ingambes montèrent à la cabane des Mischabel' par un temps radieux , qui incita d' autres alpinistes et même quelques guides à faire de même .
Quelle ne fut pas notre douleur de constater que le précieux liquide nous était refusé , alors qu' il coulait à flots sur les tables voisines , sans explication ni raison apparente !
La montée fut sans histoire , mais le sommet ne nous parut pas assez confortable et le lieu du pique-nique fut reporté au Windjoch , qui voulut bien se montrer accueillant en ne méritant pas son nom ce jour-là .
A la montée , ces passages nous avaient paru banals , mais lorsqu' on se retrouve le nez dans le vide , les conséquences d' une chute se font soudain beaucoup plus évidentes .
Inspirent-elles quelques réflexions à notre néophyte ?
Celui-ci m' adresse une question à brûle-pourpoint :
- Si je tombe , tu me retiens ? - Tu peux toujours essayer !
Sentant la traction de son brin , Paul ne perd pas de temps à se retourner et s' arc sur son piolet et ses crampons comme s' il voulait se jeter dans la pente opposée :
Cinq réchauds à méta sont aussitôt mis en batterie sur une table afin de fondre de la neige .
Irruption du gardien , furieux :
- Vous savez , moi , je n' aime pas les Romands , mais seulement les Allemands et les Suisses allemands .
Pas vrai !
On commençait tout juste à s' en douter .
il y était question de traversées gigantesques des Mischabel , exécutées dans les vingt-quatre heures , il y a plus d' un demi-siècle déjà .
Le projet intéressa Jean-Luc Amstutz :
Il me tardait d' arriver .
Il devait m' être donné de remonter bien plus loin le cours de l' histoire , car aux pages remplies dans les années trente figuraient les signatures de guides prestigieux , Josef Knubel et Franz Lochmatter .
Il allait être rapidement édifié sur l' étendue de mes compétences , car une bonne couche de neige fraîche avait recouvert tout le versant , faisant disparaître la rimaye , complètement nivelée , sur des centaines de mètres , voire à perte de vue .
j' ai le curieux sentiment d' assister à ma propre chute sans vraiment y participer , enregistrant au passage des impressions disparates et se succédant trop rapidement pour que je puisse les relier en un tout cohérent .
Une sorte de dédoublement , une sensation insouciante de flotter dans l' air , aucun geste de défense .
Fatalisme , le sort en est jeté , j' ai commis l' erreur , je dois payer !
Par la suite , me remémorant cette chute , il me viendra à l' esprit que l' idée de la séparation entre l' âme et le corps au moment de la mort pourrait bien être née en de pareils instants .
Sans lui , tombant sur le dos , je ne me serais peut-être pas relevé .
Accoudé sur la banquette , je dois extraire les lunettes de rechange de la poche du sac .
Enfin j' y vois clair , mais l' environnement est sinistre :
- Du mou !
me renverser la tête en bas , retenu par les bretelles du baudrier .
Le yoga , d' accord , mais sur la moquette !
Sincèrement , j' aurais été désolé de perdre ce piolet , qui m' avait été confectionné sur mesure par Pierre Bovier , le dernier forgeron d' Evolène .
Bien plus qu' un simple piolet , c' est une relique artisanale que j' ai sauvée ce jour-là .
Avec un dernier coup de reins , c' est sorti !
- Ouais , et même un peu fort ! Mais m' en plaindre serait pure ingratitude car une demi-heure au plus s' est écoulée depuis ma chute .
Repris par la course , comme si rien ne s' était passé , je me retourne pour chercher un meilleur passage lorsque je me sens tout à coup écrasé par une immense fatigue , avec l' impression d' avoir les membres en plomb .
Jean-Luc , qui a déjà compris , reprend un peu de corde pour le retour .
C' est ma foi vrai , et comme j' ai reçu un bon « coup de bambou » en plus , il me faut admettre , même à contrecœur , que l' affaire est classée pour aujourd' hui .
Pourtant facile , le retour me paraîtra d' ailleurs par moments un peu pénible et , de toute évidence , je ne serais pas allé beaucoup plus loin .
Mais je me suis parfois demandé ce qu' il aurait fait s' il avait eu à sa corde un client inerte ...
A la cabane , le gardien ne manifesta aucune surprise en apprenant notre mésaventure , que nous n' étions d' ailleurs pas particulièrement fiers de raconter .
Fou ou inconscient ?
Cette démonstration de masse ne me semblait pas exagérée pour une revanche qui traînait depuis seize ans et le Nadelgrat dut mettre les pouces , nous réservant toutefois quelques facéties de son cru .
Trois heures nous suffirent pour monter de SaasFee à la cabane où je n' avais pas remis les pieds depuis 1971 .
jusqu' ici , je ne l' avais rencontré qu' aux Dolomites de Brenta , où la plus haute cabane ne dépasse guère 2500 mètres .
Quant au gardien , il était bien le même qu' en 1971 , mais je ne le reconnus pas .
Et maintenant , le Nadelgrat !
Deux longueurs de corde dans un pan de glace assez raide , la première en traversée horizontale pour contourner quelques rochers , nous ramènent sur la bonne route , au pied d' un petit gendarme rocheux amusant à traverser .
Les crampons , qui avaient été remis au sac pour le fin sommet du Nadelhorn , y retournent pour un bon moment , le temps de suivre une jolie arête de bonne neige , de traverser le Stecknadelhorn tout rocheux et de remonter au Höhberghorn par une brève arête où la neige ramollie commence à glisser sur son substrat de glace .
La montée au Diirrenhorn me semble un peu fastidieuse , effet de la fatigue sans doute , car je commence à traîner .
il faut assurer une longueur en se faisant léger sur des feuillets délicatement soudés au rocher , chercher le bon rocher ( il y en a !)
ils ne veulent pas remonter et ne peuvent plus regagner l' arête dont ils sont séparés par d' affreux couloirs déchiquetés .
Aujourd' hui , les dieux sont avec nous :
Il est question de rallier directement le val de Saint-Nicolas .
Parmi les plus remarquées de ces voies , signalons Le Toit , Quo Vadis , Via del Ladro , Corda et Kolibri , toutes ouvertes depuis le bas .
Mais lorsqu' on s' est mis à équiper des itinéraires ( généralement courts ) au moyen de rappels , le silence est soudain retombé sur le site .
Ce n' est qu' en 1988 que l' ouverture de nouvelles voies a ramené l' attention sur les rochers d' Üschenen et le magnifique paysage environnant .
Cela vaut également pour Bschütti-grt/rt/(1O ) et Fusion ( 10 — ) , voies extrêmes par leurs difficultés techniques , et objectifs de rêve pour de forts grimpeurs .
Ces deux voies ont été gravies en libre pour la première fois en 1988 :
Fusion par Jürg von Känel , en octobre , et Bschüttigütti par l' auteur de ces lignes , lors d' une journée d' été froide et brumeuse .
L' escalade de tels itinéraires , en particulier si , comme dans ce cas . elle est réussie sans longue préparation et dès la première tentative , procure des sensations très intenses , qui font date dans la vie d' un grimpeur .
Peut-être ne peut-on s' élever à la hauteur d' un défi de ce genre qu' à la faveur d' une situation particulière , qui libère de toute obligation de réussir , dénoue les blocages et donne aux enchaînements de mouvements la fluidité nécessaire .
Les conditions météo jouent parfois également un rôle important , permettant ou au contraire interdisant à la force du grimpeur de s' exercer pleinement .
Mon attention se porte alors involontairement sur ce problème , et j' en oublie l' escalade .
Les occasions où l' on se sent à la hauteur des exigences , même si le but est placé très haut , en deviennent d' autant plus précieuses et intenses .
Le point où la « fusion » est censée se produire est en même temps le passage clé de l' ascension .
Par un splendide après-midi de novembre , je suis allé avec Heinz Gut examiner une première fois la voie .
Mais à l' endroit crucial , nous sommes déjà complètement vi dés , et nous ne nous risquons plus à décoller de la ligne droite .
Au retour , c' est pleins de respect que nous commentons la dernière création de Jürg von Känel .
et avec elle , le rêve de Fusion s' envole pour l' année .
Heinz séjourne dans le Midi de la France , où il a des objectifs qui lui semblent plus accessibles .
Ce n' est qu' en m' agrippant de toutes mes forces que l' ample mouvement dy- Dans la voie « Bschiitti-giitti » ( 10 ) , la plus difficile du site d' Uschenen namique en direction de la petite fissure devient possible .
La libérer pour le difficile mouvement suivant me prend trop de temps .
Ses indications me sont d' un grand secours en ce moment , et cela va tout de suite nettement mieux .
Il ne me manque que quelques millimètres pour atteindre la prise .
Nous nous promenons un peu dans les environs et examinons la nouvelle petite école d' escalade .
Et aussi Bschüttigütti .
Une fois de plus , j' ai de la peine à sentir et contrôler exactement le mouvement à l' instant crucial .
Je prends encore trop d' élan , ce qui est absurde sur des prises aussi minimes .
Je sens seulement que quelque chose ne joue pas encore tout à fait .
Au moment de m' élancer , je me demande une seconde si elle s' impatiente , ou si elle cache d' autres arrière-pensées .
Je suis sûr qu' elle me laisserait essayer encore une fois , mais je sais bien que la concentration et les forces me feraient défaut , que la peau de mon doigt ne résisterait pas , et que tous les palabres autour d' une cinquième tentative ne m' empêcheraient pas d' échouer .
les grands mouvements réclament toute mon attention .
Une brève correction de ma position , et je l' ai bien en main .
Mousquetonnage du dernier piton et une traction résolue sur la prise de sortie .
Les derniers rayons du soleil , et l' assurage amical d' Ernst Müller , qui se promène tout seul par ici , nous permettent même de répéter l' escalade , d' en prendre quelques photos et de savourer encore un peu ce beau moment .
C' est de très bonne humeur que nous remballons nos affaires et prenons congé de cet endroit unique .
jëte nord du Selbsanft
Albert Schmidt , Engi ( GL )
Mes camarades Johann Stoffel , Harry Zweifel et moi-même , nous avons réservé pour cette escalade le weekend des 28-29 septembre 1985 .
Harry surtout , qui a grandi au Tierfed , au pied de ces parois , se réjouit de grimper enfin sur la haute cime que son père a déjà foulée à l' époque des travaux du barrage .
Près d' une prise d' eau du barrage , dans la paroi à droite , nous prenons le « Birchengang » , une raide vire rocheuse qui s' élève jusqu' à l' épaule inférieure du versant nord .
Une demi-heure après le crépuscule , une clarté commence à monter derrière les parois du Muttsee pour envahir bientôt tout le ciel bleu sombre , et à 20 h 30 la pleine lune se lève au-dessus du Kistenpass .
Même si nous avons vécu d' autres nuits de pleine lune en montagne , nous res 42__________________________________________ sentons tout particulièrement ce soir , dans notre bivouac solitaire du Selbsanft , la magie et la beauté de cette atmosphère .
Peut-être bien que nous reviendrons ici , mais il ne nous sera certainement pas donnée de revivre une telle nuit .
Peu à peu , la lune approche du Selbsanft , puis disparaît derrière lui .
Notre grotte s' obs complètement , et nous nous glissons dans les sacs de couchage .
Sur les vires , on rencontre beaucoup de caillasse , mais les ressauts plus raides sont en bon calcaire jurassique ( malm ) .
Plus loin , un passage de rocher brun très délité requiert une grande prudence .
Les névés du groupe des Clariden et les glaciers du Tödi scintillent au soleil , tandis que dans la vallée , déjà bien lointaine , les ombres s' attardent encore .
En rusés goupils que nous sommes , nous savons comment attaquer un tel passage :
Bientôt c' est à notre tour de nous battre avec ce passage vicieux .
A côté de la masse du Mittler Selbsanft , le Tödi trône au sud dans toute sa puissance , au-dessus des prairies et des rochers de la Bifertenalpli et de la Röti .
En face , dans la cuvette d' éboulis grise entre Nüschenstock et Ruchi , on aperçoit l' œil bleu du Muttsee , et à sa droite la cabane du même nom .
Si nous nous tournons vers la vallée , c' est la vue vertigineuse sur le Tierfed , près de 2000 m plus bas , sur les abîmes de la Sandalp , des gorges du Limmerenbach et de la Linth .
Sur les hauteurs du massif Nous dévarappons le gendarme sommital et poursuivons l' ascension de l' arête en direction du Mittler Selbsanft , que nous escaladons par un couloir neigeux , après avoir traversé une pente d' éboulis .
Sur le plateau sommital s' ouvre alors un vaste horizon , sous un ciel immense .
Par les crêtes arrondies de Plattas Alvas , nous nous dirigeons vers le sud , vers l' éclat des glaciers .
Sur ces hauteurs , sur le dos voûté de la puissante montagne , nous éprouvons presque physiquement la solitude et la sauvagerie de cette région .
Nous devrons d' abord descendre au bout du lac par un passage exposé protégé par des câbles , avant de suivre le sentier qui longe la rive abrupte du lac en d' incessantes montées et descentes , tout cela dans la chaleur de l' après .
' ouvenirs du Piz Buin et du Piz Platta
Mais partie remise n' est pas perdue , car cette promesse continuait à se rappeler à moi comme un léger reproche .
Je viens de pique-niquer au pied de la Crasta Mora , sur une pente exposée au sud .
Mes yeux le suivent jusqu' à ce qu' il disparaisse au loin , puis mes pensées s' envolent vers les courses de la section Bernina au Piz Buin et au Piz Platta .
Lorsque j' essaie de me souvenir de ce qui s' est passé alors , je dois reconnaître que bien des anecdotes et des petits faits amusants survenus dans notre groupe ne me sont plus entièrement présents à l' esprit .
Les contours de certains événements se sont effacés ou restent flous , bien qu' ils reprennent vie quand je suis en présence des participants à ces courses ; je peux alors retrouver les impressions d' autrefois .
par exemple , la souffrance provoquée par une ampoule au pied , ou un pas de danse en gros souliers dans la petite salle boisée d' un mayen perdu dans la nature , ou bien les nuages qui naissent dans un tourbillon au pied du Piz Platta , ou encore les appels des perdrix des neiges qu' on entendait à l' aube en quittant la Buinhütte .
Cela n' aurait guère de sens pour moi de relater par écrit toute la course , et il serait peut-être aussi trop difficile de rassembler des bribes de souvenirs .
Je ne cesse de me demander , et je pense qu' il en va de même pour chacun , ce qui nous pousse à nous lever avant le jour , à claquer des dents sur le parking de la poste à St. Moritz-Bad en attendant les camarades , puis à entamer une montée longue et pénible , pour enfin affronter des passages difficiles à la descente .
Toutefois , la montagne ne saurait à elle seule guérir tous les maux ni servir de compensation à une existence insatisfaisante .
Chacun d' entre nous dispose d' un territoire qui lui est plus ou moins familier .
Et l' on dit aussi que l' homme est pétri d' habitudes . Pourtant le « nouveau monde » , la « terra incognita » , exercera toujours sa fascination sur lui .
Car pour que cette vie reste digne d' être vécue et conserve une certaine tension , pour Ambiance matinale au fond du Val Tuoi que le goût du risque ne se perde pas , chacun a besoin de rechercher et de vivre des expériences lointaines , nouvelles .
Une course devient une expérience authentique et profonde quand la nature extérieure est en harmonie avec ma nature intérieure , quand elles sont reliées l' une à l' autre .
Si l' on en prend le temps , il peut même arriver qu' on découvre alors non seulement le chemin de secrets extérieurs , mais celui de son propre être intérieur .
fois le Rheinwaldhorn
Peter Donatsch , Mastrils
Radieuse matinée d' août .
Mais je suis encore enfermé au bureau , et les heures semblent s' éterniser .
George passe me prendre .
Il est hôtelier et , la semaine durant , porte des costumes de la meilleure coupe , toujours impeccablement assortis .
Je le vois traversant discrètement les salles , se consacrant à ses hôtes avec une politesse exquise , s' entretenant avec eux dans les cinq langues qu' il maîtrise couramment , acceptant d' un sourire un compliment ou s' empressant de remédier à une erreur .
Mais il préfère encore porter des jeans ou escalader les sommets .
Jusqu' à Ilanz , nous parlons des affaires et du travail , mais ensuite , pendant le trajet dans l' étroite vallée du Valserrhein , le monde de la montagne s' empare définitivement de nous .
« En montagne , la ligne droite n' est pas toujours la plus courte » , professé-je , plaidant l' abandon de notre descente sur la langue du glacier et un détour par la pente d' éboulis .
Aussitôt dit , aussitôt fait .
Mais le torrent , gonflé par les pluies , ne tarde pas à nous arrêter .
George tente sa chance à un élargissement où , grâce à des pierres émergées , on devrait pouvoir passer en quelques bonds .
Je préfère longer l' obstacle dans l' espoir de rencontrer plus bas un étranglement .
Hélas , bien au contraire , des affluents viennent grossir les flots .
Une seule solution :
Nous « surfons » littéralement sur le petit chemin , nous hâtant à la rencontre du soleil qui , suprême ironie , a brillé toute la matinée au bas de la Lampertschalp .
Deux , trois pas prudents ... pour perdre à nouveau l' équilibre .
Pius a au moins un quart d' heure d' avance .
Mais pour nous , il n' est qu' une étape vers le but que nous poursuivons durant toute notre vie .
Wv
ss Wändli ,
Willy Auf der Maur , Seewen ( sz )
Le Gr .
Lorsqu' elle n' est pas au rendezvous , les visages se figent , les conversations deviennent bavardage , les cordes se coincent dans les branches ( car l' un passe à gauche du pin et l' autre à droite ) .
L' harmonie n' a pas besoin de beaucoup de mots , elle est discrète , silencieuse ... aussi silencieuse que nos pas aimeraient l' être aujourd' hui dans cette forêt de montagne et dans les premiers gradins rocheux au-dessus des arbres .
La première dalle Le silence pourrait aussi être une sorte d' égoïsme , et comme je ne veux pas donner à mes deux compagnons - qui n' ont pas l' habi de partir en course avec des alpinistes plus expérimentés - l' impression de me mettre en avant , ni passer pour un original , je me sens obligé de briser le silence de mort qui règne ici , à l' attaque de la Wyss Wändli , la plus facile des voies ouest du Grand Mythen .
Des images surgissent devant mes yeux :
celles de visages crispés , de silhouettes qui progressent à genoux sur la surface claire et polie de la dalle , les deux grands gaillards suspendus à ma corde comme les grains d' un chapelet après que l' un ait glissé et entraîné l' autre dans sa chute .
« Mais je vais vous dire comment la franchir sans problème » , ajouté-je avec un sourire compatissant .
Les traits de Susi et de Ruedi se détendent .
Si la rose d' or , comme nous appelons cette fleur chez nous , avait balancé sa merveilleuse corolle dans le vent , j' aurais crié de joie , comme tout à l' heure durant notre montée vers le Mythen , lorsque nous avons passé à côté d' un bloc de rocher gris-vert aussi haut que deux hommes .
J' ai donc essayé de faire surgir devant eux l' image du gamin blond , si sérieux , qui dépassait juste de la tête et de la poitrine le bord de l' autel , entouré d' un parterre de feuilles argentées qui semblaient regarder vers lui , chantant son « Gloria in excelsis Deo » les bras écartés , accompagné par le clair pépiement des oiseaux et le murmure grave des sapins barbus .
le timon dressé du petit char à échelle , peut-être déjà chargé de bois mort , peut-être encore vide .
Sur la rampe Entre-temps , mes compagnons sont bien arrivés jusqu' à moi et je peux attaquer la deuxième longueur .
Quant à moi , je dois avouer pour ma honte que j' ai souvent ressenti une légère inquiétude le long de ces cinq ou six mètres .
Notre salut se trouve plus loin , derrière une côte abrupte pleine d' herbe , dans un système de petits couloirs et de vires .
La vire Genecand Ne demandez pas autour de vous où elle peut bien se trouver .
Nous fourrions dans le sac les espadrilles aux semelles de chanvre et nous en sortions les chaussures de montagne à tricounis .
Les clous tricounis , rangés en zigzag sur le pourtour des semelles , ont à l' époque complètement bouleversé la vie des montagnards .
Et avec raison , car les clous tricounis étaient comme de petits animaux griffus :
dans la neige duré , dans les éboulis , dans le granite rugueux ... partout ils mordaient joyeusement .
Là , ils s' en donnaient vraiment à cœur joie , et c' est pourquoi l' époque des tricounis a aussi été celle des grandes voies herbeuses .
« Pourquoi j' ai l' air si gai ?
» Susi et Ruedi attendent mes explications .
Mais ceci se passait en un temps que vous n' avez pas connu , à l' époque héroïque des tricounis ! » .
Sous le charme du Wyss Wändli Nous continuons à grimper en nous élevant en diagonale le long de la paroi .
« Tu as bien maigri , ton tronc aux taches claires est tout grêlé maintenant , tes racines fixées dans les fissures de la paroi sont sèches et rabougries , ta couronne de feuilles bien clairsemée .
Mais aujourd' hui ?
Je t' aime autant que jadis , pourtant je passe ma corde dans le piton à expansion juste à côté de toi , celui-là même que je maudissais il y a quelques années , parce qu' il prétendait te remplacer .
» Du haut d' un relais , dans une niche agréable en pleine paroi , notre regard embrasse le paysage à nos pieds , d' abord une mer de sapins aux cimes pointues , puis des pâturages verts et une partie de la vallée de Schwyz , d' où des bruits familiers montent jusque vers nous .
Dans le numéro spécial des ALPES publié lors du 100e anniversaire du CAS ( 2/1963 ) , on peut lire que Genecand a gravi plus de vingt fois le Grépon - la pierre de touche des grimpeurs d' élite à l' épo - et qu' il a ainsi fait découvrir les peines et les joies de la varappe à d' innombrables débutants .
« Vous voyez là-haut , à gauche de la gorge , les anneaux qui pendent dans la paroi ?
C' est la traversée de la paroi sudouest , une voie que j' ai faite un jour avec Thedy .
Susi rit , Ruedi et moi aussi , tout notre petit monde rit à l' unisson :
Comme j' aimerais que mes compagnons puissent admirer la vue qui s' ouvre vers le bas !
Seffi l' obs , qui avait voulu faire cette voie parce qu' il avait entendu dire que des représentantes du beau sexe avaient déjà escaladé le Wyss Wändli !
« Ce que des femmes peuvent faire , je le ferai aussi !
» avait-il annoncé à la ronde , et il s' était inscrit sur la liste d' attente auprès de moi pour la course convoitée .
Et c' est vrai qu' il ne lui est rien arrivé ce jour-là , à Seffi !
La facette de sortie Brouillard ou pas , nous ne nous laisserons pas gâter le plaisir d' escalader la dernière petite paroi , celle de la sortie .
C' est ici et maintenant , près de ce pin couché sous lequel je me suis glissé , au milieu de cette paroi avec ses petites listes horizontales bien propres , qu' on devrait me demander pourquoi je grimpe .
« Parce que j' aime notre mère la terre , parce que je veux la caresser et l' embrasser ... mais que je n' aime pas ramper !
Personne , même pas nos maîtres en alpinisme , n' aurait pu nous enseigner à l' époque l' escalade technique .
Indépendamment des autres inconvénients , cette « technique » me dota rapidement d' ex biceps , tandis que Franz , qui était encordé à la taille , se plaignait de plus en plus de maux de ventre .
Je sais où trouver du bois-gentil odorant , dans les coins secs et protégés , partout dans les pentes des Mythen orientées au sud , là où le soleil tape dès le mois d' avril , lorsque l' alpiniste doit encore sauter d' une île rocheuse à l' autre pour éviter la neige fondante .
Avec le bois-gentil , j' ai une relation presque mystique , mais avec la menthe , non !
En effet , les moutons paissaient autrefois à côté des chamois sur la Mythenmatt , ce pan d' herbe incliné bien visible en dessous de la tête sommitale rougeâtre .
Maintenant , ça va aussi avec des semelles caoutchouc , n' en déplaise aux pessimistes de l' après .
« Vos semelles caoutchouc sont peut-être bonnes , mais si vous êtes surpris par l' averse sur la Mythenmatt , j' aimerais bien vous voir ... De l' herbe mouillée et du caoutchouc , mais c' est du savon noir !
C' était Köbel , un sculpteur et conteur plein d' imagination . Et il n' était pas le seul à être si sceptique .
N' est pas une bonne raison d' honorer sa mémoire encore davantage ?
Chacun porte en soi une galerie de peinture dont il peut choisir les tableaux à sa guise .
Un lieu particulièrement propice à l' élaboration de tels tableaux , c' est le Rot Grätli , au sommet du Grand Mythen .
Les images ont ici trois dimensions , s' élèvent dans un ciel où flotte le drapeau suisse , s' étendent au loin jusqu' au bassin du lac de Zurich , à l' Alpstein , aux Alpes d' Uri et d' Unterwald , plongent jusqu' aux fo rets sombres et aux prairies fleuries de l' Alptal et à la vallée de Schwyz , avec ses taches de couleur et ses lacs .
Tout en haut , le cercle se referme En suivant le Rot Grätli , où alternent des bancs d' ardoises et des tertres gazonnés , nous arrivons rapidement au sommet , un petit plateau rocheux .
A nous aussi , comme il fallait s' y attendre , on nous tend un verre étin-celant .
Je l' ai toujours dit :
l' harmonie est l' alpha et l' oméga de tout l' alpinisme !
( Traduction d' Annelise Rigo ) Pourquoi faudrait-il toujours un ciel bleu de calendrier?Départ du collet d' attaque de la voie « Wyss Wändli » , au Gr .
Mythen

1
bin/bleualign/test/result/.gitignore vendored Normal file
View File

@@ -0,0 +1 @@
/eval*

View File

@@ -0,0 +1,185 @@
import unittest
from command_utils import load_arguments
import os
import bleualign
import io
from bleualign.align import Aligner
from test.utils import Utils
class TestByEval(unittest.TestCase, Utils):
def setUp(self):
pass
def test_originalFileName(self):
self.main_test('fileNameOptions', remove_file = 'removeFile')
def test_fileObject(self):
self.main_test('fileObjectOptions',
close_file_object = 'closeAllFiles',
remove_file = 'removeFile')
def test_stringIo(self):
self.main_test('stringIoOptions')
def test_string(self):
self.main_test('stringOptions')
def test_differentTypeOptions(self):
self.main_test('differentTypeOptions',
remove_file = 'removeTargetFile')
def main_test(self, option_function,
close_file_object = None, remove_file = None):
test_dir = os.path.dirname(os.path.abspath(__file__))
eval_dir = os.path.join(test_dir, '..', 'eval')
result_dir = os.path.join(test_dir, 'result')
refer_dir = os.path.join(test_dir, 'refer')
bleualign.log = lambda a, b:None
compare_files = []
for test_set, test_argument in [('eval1957', '-d'), ('eval1989', '-e')]:
fr_text = []
de_text = []
for filename in os.listdir(eval_dir):
if filename.startswith(test_set):
attr = filename.split('.')
if len(attr) == 3:
filepath = os.path.join(eval_dir, filename)
if attr[1] != 'clean':
if attr[2] == 'fr':
fr_text.append(filepath)
elif attr[2] == 'de':
de_text.append(filepath)
fr_text.sort()
de_text.sort()
test_files = []
test_files.append((fr_text[0:1], de_text[-3:-2]))
test_files.append((fr_text, []))
test_files.append((fr_text[1::3], de_text[-2:-1]))
test_files.append((fr_text[2:3], de_text[3:4]))
test_files.append((fr_text[0:1], []))
test_files.append((fr_text[2:], de_text[:3]))
test_files.append((fr_text, de_text))
# test_files.append(([], [])) add in another test after
# test_files.append(([], de_text))
# test_files.append(([], de_text[-1:]))
for fr_file, de_file in test_files:
srctotarget_file = fr_file
targettosrc_file = de_file
output_file = self.output_file_path(srctotarget_file, targettosrc_file)
output_path = os.path.join(result_dir , output_file)
options = getattr(self, option_function)(test_argument,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_path)
a = Aligner(options)
a.mainloop()
output_src, output_target = a.results()
if close_file_object != None:
getattr(self, close_file_object)([output_src, output_target])
getattr(self, close_file_object)([options['targetfile']])
getattr(self, close_file_object)(options['targettosrc'])
if option_function == 'fileObjectOptions':
getattr(self, close_file_object)([options['srcfile']])
getattr(self, close_file_object)(options['srctotarget'])
refer_path = os.path.join(refer_dir , output_file)
compare_files.append((output_path + '-s', refer_path + '-s', output_src))
compare_files.append((output_path + '-t', refer_path + '-t', output_target))
# compare result with data in refer
for result_path, refer_path, output_object in compare_files:
self.cmp_files(result_path, refer_path, output_object)
if remove_file != None:
getattr(self, remove_file)(result_path)
def fileNameOptions(self, eval_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = load_arguments(['', eval_type, '--srctotarget', '-'])
options['srctotarget'] = srctotarget_file
options['targettosrc'] = targettosrc_file
options['output-src'] = output_file + '-s'
options['output-target'] = output_file + '-t'
options['verbosity'] = 0
return options
def fileObjectOptions(self, eval_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = self.fileNameOptions(
eval_type, srctotarget_file, targettosrc_file, output_file)
for attr in 'srcfile', 'targetfile':
options[attr] = io.open(options[attr])
for attr in 'srctotarget', 'targettosrc':
fileArray = []
for fileName in options[attr]:
fileArray.append(io.open(fileName))
options[attr] = fileArray
for attr in 'output-src', 'output-target':
options[attr] = io.open(options[attr], 'w')
return options
def stringIoOptions(self, eval_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = self.fileNameOptions(
eval_type, srctotarget_file, targettosrc_file, output_file)
options.pop('output-src')
options.pop('output-target')
for attr in 'srcfile', 'targetfile':
f = io.open(options[attr])
options[attr] = io.StringIO(f.read())
f.close()
for attr in 'srctotarget', 'targettosrc':
ioArray = []
for fileName in options[attr]:
f = io.open(fileName)
ioArray.append(io.StringIO(f.read()))
f.close()
options[attr] = ioArray
return options
def stringOptions(self, eval_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = self.fileNameOptions(
eval_type, srctotarget_file, targettosrc_file, output_file)
options.pop('output-src')
options.pop('output-target')
for attr in 'srcfile', 'targetfile':
f = io.open(options[attr])
options[attr] = list(f)
f.close()
for attr in 'srctotarget', 'targettosrc':
strArray = []
for fileName in options[attr]:
f = io.open(fileName)
strArray.append(list(f))
f.close()
options[attr] = strArray
return options
def differentTypeOptions(self, eval_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = self.fileNameOptions(
eval_type, srctotarget_file, targettosrc_file, output_file)
# file object
for attr in 'targetfile', :
options[attr] = io.open(options[attr])
# stringIO
for attr in 'srctotarget', :
ioArray = []
for fileName in options[attr]:
f = io.open(fileName)
ioArray.append(io.StringIO(f.read()))
f.close()
options[attr] = ioArray
# string array
for attr in 'targettosrc', :
strArray = []
for fileName in options[attr]:
f = io.open(fileName)
strArray.append(list(f))
f.close()
options[attr] = strArray
# stringIO
options.pop('output-src')
# filename: output-target
return options
def closeAllFiles(self, file_list):
for file in file_list:
file.flush()
os.fsync(file.fileno())
file.close()
def removeFile(self, path):
os.remove(path)
def removeTargetFile(self, path):
if path.endswith('-t'):
self.removeFile(path)
if __name__ == '__main__':
unittest.main()

View File

@@ -0,0 +1,103 @@
import unittest
from command_utils import load_arguments
import os
import bleualign
import io
from bleualign.align import Aligner
from test.utils import Utils
class TestByEvalFilter(unittest.TestCase, Utils):
def setUp(self):
pass
def test_originalFileName(self):
self.main_test('fileNameOptions')
def test_fileObject(self):
self.main_test('fileObjectOptions')
def test_stringIo(self):
self.main_test('stringIoOptions')
def main_test(self, option_function):
test_dir = os.path.dirname(os.path.abspath(__file__))
eval_dir = os.path.join(test_dir, '..', 'eval')
result_dir = os.path.join(test_dir, 'result')
refer_dir = os.path.join(test_dir, 'refer')
bleualign.log = lambda a, b:None
compare_files = []
for test_set, test_argument in [('eval1957', '-d'), ('eval1989', '-e')]:
fr_text = []
de_text = []
for filename in os.listdir(eval_dir):
if filename.startswith(test_set):
attr = filename.split('.')
if len(attr) == 3:
filepath = os.path.join(eval_dir, filename)
if attr[1] != 'clean':
if attr[2] == 'fr':
fr_text.append(filepath)
elif attr[2] == 'de':
de_text.append(filepath)
fr_text.sort()
de_text.sort()
test_files = []
test_files.append((fr_text[0:1], de_text[-3:-2], 'articles'))
test_files.append((fr_text, [], 'sentences'))
test_files.append((fr_text, de_text, 'sentences'))
for fr_file, de_file, filter_type in test_files:
srctotarget_file = fr_file
targettosrc_file = de_file
output_file = self.output_file_path(srctotarget_file, targettosrc_file)
output_path = os.path.join(result_dir , output_file)
options = getattr(self, option_function)(test_argument, filter_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_path)
a = Aligner(options)
a.mainloop()
output_src, output_target = a.results()
output_src_bad, output_target_bad = a.results_bad()
if option_function == 'fileObjectOptions':
output_src.close()
output_target.close()
output_src_bad.close()
output_target_bad.close()
refer_path = os.path.join(refer_dir , output_file)
compare_files.append((output_path + '-good-s', refer_path + '-good-s', output_src))
compare_files.append((output_path + '-good-t', refer_path + '-good-t', output_target))
compare_files.append((output_path + '-bad-s', refer_path + '-bad-s', output_src_bad))
compare_files.append((output_path + '-bad-t', refer_path + '-bad-t', output_target_bad))
for result_path, refer_path, output_object in compare_files:
self.cmp_files(result_path, refer_path, output_object)
if option_function.startswith('file'):
os.remove(result_path)
def fileNameOptions(self, eval_type, filter_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = load_arguments(['', eval_type,\
'--filter', filter_type,\
'--srctotarget', '-'])
options['srctotarget'] = srctotarget_file
options['targettosrc'] = targettosrc_file
options['output-src'] = output_file + '-good-s'
options['output-target'] = output_file + '-good-t'
options['output-src-bad'] = output_file + '-bad-s'
options['output-target-bad'] = output_file + '-bad-t'
options['verbosity'] = 0
if filter_type == 'articles':
options['filterthreshold'] = 50
return options
def fileObjectOptions(self, eval_type, filter_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = self.fileNameOptions(
eval_type, filter_type, srctotarget_file, targettosrc_file, output_file)
for attr in 'output-src', 'output-target', 'output-src-bad', 'output-target-bad':
options[attr] = io.open(options[attr], 'w')
return options
def stringIoOptions(self, eval_type, filter_type,
srctotarget_file, targettosrc_file, output_file):
options = self.fileNameOptions(
eval_type, filter_type, srctotarget_file, targettosrc_file, output_file)
for attr in 'output-src', 'output-target', 'output-src-bad', 'output-target-bad':
options[attr] = io.StringIO()
return options
if __name__ == '__main__':
unittest.main()

View File

@@ -0,0 +1,35 @@
import unittest
from command_utils import load_arguments
import os
import bleualign
from bleualign.align import Aligner
from test.utils import Utils
class TestGaleChurch(unittest.TestCase, Utils):
def setUp(self):
pass
def test_gale_church(self):
test_dir = os.path.dirname(os.path.abspath(__file__))
result_dir = os.path.join(test_dir, 'result')
refer_dir = os.path.join(test_dir, 'refer')
bleualign.log = lambda a, b:None
compare_files = []
for test_set, test_argument in [('eval1957', '-d'), ('eval1989', '-e')]:
options = load_arguments(['', test_argument, '--srctotarget', '-'])
output_file = test_set + '-galechurch'
output_path = os.path.join(result_dir , output_file)
options['output-src'] = output_path + '-s'
options['output-target'] = output_path + '-t'
a = Aligner(options)
a.mainloop()
output_src, output_target = a.results()
refer_path = os.path.join(refer_dir , output_file)
compare_files.append((output_path + '-s', refer_path + '-s', output_src))
compare_files.append((output_path + '-t', refer_path + '-t', output_target))
# compare result with data in refer
for result_path, refer_path, output_object in compare_files:
self.cmp_files(result_path, refer_path, output_object)
if __name__ == '__main__':
unittest.main()

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@@ -0,0 +1,33 @@
import unittest
import os
from bleualign.align import Aligner
class TestByEval(unittest.TestCase):
def setUp(self):
current_path = os.path.dirname(os.path.abspath(__file__))
self.srcfile = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.de')
self.targetfile = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.fr')
def test_no_src_or_target(self):
self.assertRaises(ValueError, Aligner, {})
self.assertRaises(ValueError, Aligner, {'srcfile':self.srcfile})
self.assertRaises(ValueError, Aligner, {'targetfile':self.targetfile})
def test_no_translation(self):
self.assertRaises(ValueError, Aligner,
{'srcfile':self.srcfile, 'targetfile':self.targetfile})
a=Aligner(
{'srcfile':self.srcfile, 'targetfile':self.targetfile,
'no_translation_override':True})
a.close_file_streams()
a=Aligner(
{'srcfile':self.srcfile, 'targetfile':self.targetfile,
'srctotarget':[self.targetfile]})
a.close_file_streams()
a=Aligner(
{'srcfile':self.srcfile, 'targetfile':self.targetfile,
'targettosrc':[self.srcfile]})
a.close_file_streams()
if __name__ == '__main__':
unittest.main()

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@@ -0,0 +1,57 @@
import unittest
import os
from bleualign.align import Aligner
import io
class TestS2tAndT2s(unittest.TestCase):
def setUp(self):
pass
def test_1989googlefr(self):
current_path = os.path.dirname(os.path.abspath(__file__))
eval1989de = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.de')
eval1989fr = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.fr')
googlefr = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.google.fr')
self._sameResultForEval(eval1989de, eval1989fr, [googlefr], [])
def test_same1989googlefr(self):
current_path = os.path.dirname(os.path.abspath(__file__))
eval1989de = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.de')
eval1989fr = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.fr')
googlefr = os.path.join(current_path, '..', 'eval', 'eval1989.google.fr')
with io.open(eval1989de) as f:
de_small = f.readlines()[602:625]
with io.open(eval1989fr) as f:
fr_small = f.readlines()[608:634]
with io.open(googlefr) as f:
go_small = f.readlines()[602:625]
self._sameResultForEval(de_small, fr_small, [go_small], [])
def _sameResultForEval(self,de,fr,s2t,t2s):
options = {
'srcfile':de,
'targetfile':fr,
'srctotarget':s2t,
'targettosrc':t2s,
'verbosity':0,
}
a = Aligner(options)
a.mainloop()
output_src, output_target = a.results()
s2t_src = output_src.getvalue().splitlines()
s2t_trg = output_target.getvalue().splitlines()
options = {
'srcfile':fr,
'targetfile':de,
'srctotarget':t2s,
'targettosrc':s2t,
'verbosity':0,
}
a = Aligner(options)
a.mainloop()
output_src, output_target = a.results()
t2s_src = output_src.getvalue().splitlines()
t2s_trg = output_target.getvalue().splitlines()
self.assertEqual(s2t_src, t2s_trg)
self.assertEqual(s2t_trg, t2s_src)
if __name__ == '__main__':
unittest.main()

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@@ -0,0 +1,31 @@
import os
import itertools
import io
class Utils():
def output_file_path(self, srctotarget_file, targettosrc_file):
source_set = set()
source_trans = []
for filename in itertools.chain.from_iterable(
(srctotarget_file, ['..'], targettosrc_file)):
filename_set, filename_trans = os.path.basename(filename).split('.')[:2]
source_set.add(filename_set)
source_trans.append(filename_trans)
source_set.discard('')
if len(source_set) > 1:
raise RuntimeError
output_filename = '.'.join(
itertools.chain.from_iterable(([source_set.pop()], source_trans)))
return output_filename
def cmp_files(self, result, refer, output_object):
refer_file = io.open(refer)
refer_data = refer_file.read()
refer_file.close()
try:
result_data = output_object.getvalue()
except:
result_file = io.open(result)
result_data = result_file.read()
result_file.close()
self.assertEqual(result_data, refer_data, result)